Was ich durch die Verhaftung und Inhaftierung meiner Mutter gelernt habe

Aug. 24, 2026

Von Xiao Yuxin, China

Im August 2023 wurde meine Mutter von der KPCh verhaftet, als sie ihre Pflicht tat. Die Brüder und Schwestern und ich wussten damals von nichts. Wir hörten überhaupt nichts von ihr, bis sie uns im September 2024 einen Brief aus dem Gefängnis schickte. So erfuhren wir, dass sie zu vier Jahren Haft verurteilt worden war. Bei dieser Nachricht verließ mich jegliche Kraft. Mein Herz litt unerträgliche Qualen, und ich dachte: „Mama wurde schon einmal verhaftet, weil sie das Evangelium predigte. Nach ihrer Freilassung tat sie ihre Pflicht weiterhin fern von zu Hause. All die Jahre stand die Polizei immer wieder vor unserer Tür und wollte wissen, wo sie war. Jetzt ist sie wieder in ihren Händen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sie sie foltern werden. Das Leben im Gefängnis ist hart. Wird sie standhaft bleiben können?“ Daraufhin hielt eine Schwester Gemeinschaft mit mir. Sie sagte mir, dass die Situationen, die wir erleben, und das Leid, das wir im Leben ertragen, alle von Gott vorherbestimmt sind. Ich solle meine Mutter in Gottes Hände legen und mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Ich wusste zwar, dass ich mich unterwerfen sollte, doch als ich daran dachte, wie bösartig die KPCh Gläubige des Allmächtigen Gottes behandelt und dass meine Mama bestimmt furchtbar leiden würde, herrschte in meinem Kopf pures Chaos, und ich bekam kaum ein Wort von dem mit, was sie sagte. Danach tat ich meine Pflicht weiter, aber wann immer ich einen freien Moment hatte oder nachts nicht schlafen konnte, sah ich unweigerlich Bilder vor mir, wie verhaftete Brüder und Schwestern von der Polizei brutal gefoltert oder von Mitinsassen misshandelt wurden, und ich machte mir entsetzliche Sorgen um meine Mutter. „Wie geht es ihr wohl im Gefängnis?“, fragte ich mich. „Es liegen noch so viele Tage und Nächte ihrer vierjährigen Haftstrafe vor ihr. Wie soll sie das jemals durchstehen? Manche können die Folter nach ihrer Verhaftung nicht ertragen und werden zum Judas. Andere unterschreiben ‚Die Drei Erklärungen‘ und verraten Gott. Was, wenn Mama in ihrem Zeugnis nicht standhaft bleiben kann und Gott verrät? Wäre dann all das Leid, das sie ertragen hat, nicht umsonst gewesen?“ Dann fiel mir ein, wie mir eine Schwester vor einigen Monaten erzählt hatte, dass ihr Mann wegen seines Glaubens zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Am Ende seiner Strafe stand er kurz vor der Entlassung, aber weil er sich weigerte, die Kirche zu verraten oder Gott zu verleugnen, wurde er von der Polizei dann tatsächlich zu Tode geprügelt. Sie verdrehten sogar die Tatsachen und behaupteten, er habe Selbstmord begangen. Ein anderer Bruder wurde ein Jahr nach seiner Verhaftung ebenfalls zu Tode gefoltert. Daran zu denken, beunruhigte mich nur noch mehr. Wenn die Polizei meine Mutter zu Tode foltern würde, wie könnte sie dann jemals von Gott errettet werden? Ich konnte es einfach nicht verstehen. Ich war völlig ratlos: „Seit Mama an Gott glaubt, hat sie ihre Pflicht gewissenhaft getan. Als sie das letzte Mal verhaftet wurde, hat sie weder andere noch die Kirche verraten. Danach hat sie ihre Pflicht immer fern von zu Hause ausgeführt, um einer Verhaftung zu entgehen. Gott hat all die Jahre über sie gewacht und sie beschützt, warum also hat Er sie dieses Mal nicht beschützt? Warum lässt Gott zu, dass die KPCh uns verhaftet und verfolgt? Wenn es diese ganze Verfolgung nicht gäbe, könnten wir einfach in Frieden an Gott glauben und unsere Pflichten ausführen, und Mama müsste nicht im Gefängnis leiden.“ Während dieser Tage war ich schwermütig und bedrückt. In meinen Gebeten wusste ich nicht, was ich zu Gott sagen sollte, und ich konnte mein Herz bei der Ausführung meiner Pflicht nicht beruhigen. Ich musste ununterbrochen daran denken, wie es meiner Mutter ging, und durchlitt extreme seelische Qualen. Ich wusste, dass mein Zustand falsch war und dass ich Auffassungen über Gott entwickelt hatte. Dann erinnerte ich mich an einen Abschnitt Seiner Worte: „Auffassungen sind ein großes Problem. Wenn die Menschen Auffassungen von Gott haben, ist es, als würde eine Wand zwischen ihnen und Gott stehen, eine, die sie daran hindert, das wahre Angesicht Gottes zu sehen, die sie daran hindert, die wahre Disposition und das wahre Wesen Gottes zu sehen. Warum ist das so? Wenn Menschen inmitten ihrer Auffassungen und Vorstellungen leben, neigen sie am ehesten dazu, anhand ihrer Auffassungen zu beurteilen, ob Gottes Worte und Werk richtig oder falsch sind, und alles zu bemessen, zu bewerten, zu richten und zu verurteilen, was Gott tut. In welche Art von Zustand werden die Menschen oft gestürzt, wenn sie das tun? Können sich die Menschen Gott wahrhaft unterwerfen, wenn sie inmitten ihrer Auffassungen leben? Können sie wahren Glauben an Gott haben? (Nein, das können sie nicht.) Selbst wenn die Menschen sich Gott tatsächlich ein wenig unterwerfen, tun sie das entsprechend ihren eigenen Auffassungen und Vorstellungen. Wenn man auf seine Auffassungen und Vorstellungen vertraut, wird alles mit persönlichen Dingen verunreinigt, die von Satan und der Welt sind, und es stimmt nicht mit der Wahrheit überein. Es ist ein ernstes Problem, dass Menschen Auffassungen von Gott haben; es ist ein großes Problem zwischen Mensch und Gott, das dringend gelöst werden muss(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine Auffassungen auflöst, kann man den richtigen Weg des Glaubens an Gott einschlagen (1)). Durch Gottes Worte erkannte ich, wie gefährlich es ist, Auffassungen über Ihn zu haben. Sie schaffen Missverständnisse und eine Barriere zwischen den Menschen und Gott. Wenn man Gottes Absichten hinter den Geschehnissen nicht versteht, kann man sich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen nicht unterwerfen. Das entsprach genau meinem damaligen Zustand. Seit ich wusste, dass meine Mutter im Gefängnis war, entwickelte ich jedes Mal, wenn ich an ihr Leid dachte und mich fragte, ob sie da überhaupt lebend herauskommen würde, sofort Auffassungen über Gott. Ich verstand nicht, warum Er zulässt, dass der große rote Drache Gläubige verhaftet und verfolgt, beklagte mich, dass Er meine Mutter nicht beschützt hatte, und war bei meiner Pflicht nicht mit dem Herzen bei der Sache. Wenn ich weiterhin in meinen Auffassungen verharrte, anstatt die Wahrheit zu suchen, würde die Barriere zwischen Gott und mir nur noch größer werden. Also betete ich: „Lieber Gott, ich konnte mich nie dazu durchringen, mich der Tatsache zu unterwerfen, dass Mama verhaftet wurde, und ich habe Auffassungen über Dich entwickelt. Ich will nicht weiter so rebellisch sein. Bitte führe mich, damit ich Deine Absichten verstehen kann.“

Während meiner geistlichen Andachten las ich eine Passage aus Gottes Worten, die mir wirklich half. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen müssen immer wieder all die Dinge in ihren Herzen prüfen, die mit Gott unvereinbar sind, und sie müssen auch ihre Missverständnisse Ihm gegenüber prüfen. Wie kommt es zu solchen Missverständnissen? Warum verstehen die Menschen Gott falsch? (Weil ihre eigenen Interessen betroffen sind.) Wenn die Menschen die Fakten über die Vertreibung der Juden aus Judäa erfahren, schmerzt sie das, und sie sagen: ‚Am Anfang hat Gott die Israeliten so sehr geliebt. Er führte sie aus Ägypten und durch das Rote Meer, gab ihnen Manna vom Himmel und Quellwasser zu trinken und verkündete auch persönlich Gesetze, um sie zu führen, und lehrte sie, wie sie leben sollten. Gottes Liebe zu den Menschen war unermesslich – die Menschen, die damals lebten, waren so gesegnet! Wie konnte Gottes Einstellung ihnen gegenüber von einem Augenblick zum nächsten eine komplette Kehrtwendung machen? Wo ist Seine ganze Liebe geblieben?‘ Die Gefühle der Menschen kommen darüber nicht hinweg, und sie beginnen zu zweifeln: ‚Ist Gott nun Liebe, oder ist Er das nicht? Warum ist von Seiner ursprünglichen Haltung gegenüber den Israeliten nichts mehr zu sehen? In diesem Moment verschwand Seine Liebe ohne jede Spur. Trägt Er überhaupt Liebe in Sich?‘ So entstehen bei den Menschen Missverständnisse. In welchem Zusammenhang entstehen solche Missverständnisse? Könnte es daran liegen, dass Gottes Handlungen mit den Auffassungen und Vorstellungen der Menschen unvereinbar sind und dies die Menschen dazu veranlasst, Gott misszuverstehen? Liegt der Grund, warum die Menschen Gott falsch verstehen, nicht darin, dass sie Seine Liebe beschränken? Sie denken: ‚Gott ist Liebe. Er sollte sich um die Menschen kümmern, sie beschützen und sie mit Gnade und Segnungen überschütten. Genau das macht doch Gottes Liebe aus! Es gefällt mir, wenn Gott die Menschen auf diese Weise liebt. Vor allem als Gott die Menschen durch das Rote Meer führte, konnte ich erkennen, wie sehr Er sie liebt. Die Menschen damals waren so gesegnet! Ich wünschte, ich könnte einer von ihnen sein!‘ Wenn du von dieser Geschichte fasziniert bist, betrachtest du die Liebe, die Gott in diesem Augenblick offenbarte, als die höchste Wahrheit und als das einzige charakteristische Merkmal Seines Wesens. In deinem Herzen beschränkst du Ihn und fällst das Urteil, dass alles, was Gott damals getan hat, die höchste Wahrheit ist. Du hältst das für Gottes liebenswerteste Seite und die Seite, die am meisten dafür sorgt, dass die Menschen Ihn respektieren und fürchten, und denkst, das sei Gottes Liebe. In Wirklichkeit war es an sich etwas Positives, dass Gott die Israeliten durch das Rote Meer führte; doch weil du Gott auf diese Weise beschränkt hast, wurde es zu einer Auffassung in deinem Verstand und zu einer Grundlage, auf der du ein Urteil über Gott fällst. Das führte dazu, dass du Gottes Liebe falsch verstanden hast, als ob es nichts anderes gäbe als Barmherzigkeit, Fürsorge, Schutz, Führung, Gnade und Segnungen – als ob das alles wäre, was Gottes Liebe ausmacht. Warum schätzt du diese Aspekte der Liebe so sehr? Liegt es daran, dass sie deine eigenen Interessen betreffen? (Ja.) Welche deiner eigenen Interessen betreffen sie? (Die Freuden des Fleisches und ein bequemes Leben.) Wenn Menschen an Gott glauben, wollen sie nur diese Dinge von Ihm bekommen, andere aber nicht. Die Menschen wollen nicht über Gericht, Züchtigung, Prüfungen und Läuterung nachdenken oder darüber, für Gott zu leiden, etwas aufzugeben und sich aufzuwenden, geschweige denn, ihr eigenes Leben zu opfern. Die Menschen wollen einfach nur Gottes Liebe, Fürsorge, Schutz und Führung genießen, also fällen sie das Urteil, dass Gottes Liebe das einzige Merkmal Seines Wesens ist und allein Sein Wesen ausmacht. Stimmt es nicht, dass Gottes Taten, als Er die Israeliten durch das Rote Meer führte, zur Quelle der Auffassungen der Menschen wurden? (Doch, das stimmt.) Sie bildeten den Hintergrund dafür, dass die Menschen Auffassungen über Gott entwickelten. Können sie, wenn sie solche Auffassungen über Gott entwickeln, dann überhaupt ein wahres Verständnis von Gottes Werk und Seiner Disposition erlangen? Es ist offensichtlich, dass sie nicht nur auf keinen Fall verstehen, sondern es falsch interpretieren und sich Auffassungen darüber machen werden. Das beweist, dass das Verständnis des Menschen zu beschränkt und damit kein wahres Verständnis ist. Denn es handelt sich hier nicht um die Wahrheit, sondern um eine Art von Liebe und Verständnis, die die Menschen anhand ihrer eigenen Auffassungen, Einbildungen und selbstsüchtigen Wünsche analysieren und interpretieren; das entspricht nicht dem wahren Wesen Gottes. Abgesehen von Barmherzigkeit, Rettung, Fürsorge, Schutz und durch die Erhörung ihrer Gebete, auf welche andere Weise liebt Gott die Menschen noch? (Durch Seine Maßregelung, Disziplinierung und Sein Zurechtstutzen sowie durch Sein Gericht, Seine Züchtigung, Prüfungen und Läuterung.) Das ist richtig. Gott zeigt Seine Liebe auf vielfältige Weise: durch Tadel, Schläge, Disziplinierung und durch Gericht, Züchtigung, Prüfungen, Läuterung und so weiter. Das sind alles Aspekte der Liebe Gottes. Nur diese Sichtweise ist vollständig und stimmt mit der Wahrheit überein. Wenn du das verstehst, wenn du dich selbst prüfst und feststellst, dass du Gott falsch verstanden hast, bist du dann nicht in der Lage, deine Verzerrungen zu erkennen und sehr gründlich darüber nachzudenken, was du falsch gemacht hast? Kann dir das nicht helfen, dich von deinen Missverständnissen über Gott zu befreien? (Doch.) Um das zu erreichen, musst du die Wahrheit suchen. Solange die Menschen die Wahrheit suchen, können sie ihr falsches Verständnis von Gott beseitigen, und wenn sie ihr falsches Verständnis von Gott beseitigt haben, können sie sich allen Anordnungen Gottes unterwerfen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn man die Wahrheit versteht, kann man Gottes Taten kennen). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich Seine Handlungen nicht verstehen konnte, weil ich Seine Liebe eingeschränkt hatte: Ich glaubte, Gottes Liebe bedeute, Er müsse über die Menschen wachen und sie beschützen, ihnen Gnade und Segnungen schenken und sie niemals Leid oder Drangsal durchleben lassen. Wenn Gottes Handlungen nicht meinen Auffassungen entsprachen, konnte ich sie weder annehmen noch mich ihnen unterwerfen. Dies alles lag daran, dass ich Sein Wirken nicht wirklich kannte. Ich erinnere mich, wie Mama mir als kleines Kind immer erzählte, wie Gott die Menschheit schuf und uns mit allem versorgte. Im Zeitalter des Gesetzes ließ Er die Israeliten von Mose aus Ägypten und durch das Rote Meer führen, schickte ihnen in der Wüste Wachteln und Manna und leitete sie in das gute Land Kanaan. Im Zeitalter der Gnade heilte der Herr Jesus die Kranken, trieb Dämonen aus und wurde gekreuzigt, um die Menschheit zu erlösen. In meiner Vorstellung drehte sich bei Gottes Liebe also alles um Fürsorge und Schutz sowie um die Verleihung von Gnade und Segnungen. Nachdem ich zum Glauben an Gott gekommen war, erlebte ich, wie Er uns bewahrte und behütete und wir Seine Gnade und Segnungen in unserem Leben genossen, was mir noch mehr das Gefühl gab, dass Er uns sehr liebt. Aber dieses Mal, da meine Mama verhaftet worden und im Gefängnis war, würde ihr Fleisch sehr leiden müssen. Ich fürchtete, sie könnte ihre Chance auf Errettung verlieren, wenn sie in ihrem Zeugnis nicht standhaft bleiben könnte oder von der Polizei zu Tode gefoltert würde. Also haderte ich mit Gott, dass Er sie nicht beschützt hatte. Ich versuchte sogar, mit Ihm zu streiten, und hielt Ihm vor, wie gewissenhaft sie ihre Pflicht getan hatte und dass sie bei ihrer Verhaftung weder jemanden noch die Kirche verraten hatte. Mir fehlte jegliche Vernunft! Ich maß Gottes Liebe daran, ob das Fleisch Vorteile und Segnungen erlangte, was überhaupt nicht mit der Wahrheit übereinstimmt. Gottes Liebe besteht nicht nur aus Gnade und Segnungen; sie umfasst auch Gericht, Züchtigung, Prüfungen und Läuterung. Wenn Gott den Menschen Gnade und Segnungen schenkt, ist das Seine Liebe. Doch wenn Er Situationen arrangiert, um die Menschen zu prüfen und zu läutern, ist das erst recht ein Ausdruck Seiner Liebe. Nehmen wir zum Beispiel Mamas Verhaftung. Aus einer fleischlichen Perspektive betrachtete ich es als etwas Schlechtes und beschränkte es darauf, dass dies keine Liebe Gottes sei. In Wirklichkeit war mein Verständnis einfach zu einseitig. Wäre das nicht passiert, hätte ich nie erkannt, dass ich Gott eingeschränkt hatte, dass ich Auffassungen und Missverständnisse über Ihn hegte und dass ich Sein Wirken und Seine Liebe gar nicht wirklich kannte. Genauso ist es bei meiner Mama: Auch wenn sie dadurch, dass sie Verhaftung und Gefängnis erfahren muss, körperlich leidet – wenn sie in ihrer Not zu Gott beten, sich auf Ihn verlassen und Seine Absichten suchen kann, dann kann sie die Wahrheit verstehen, in ihrem Leben wachsen, und auch ihr Glaube an Gott kann zunehmen. Das würde ihr zum Guten dienen. Vieles von Gottes Wirken entspricht nicht unseren Auffassungen und nützt nicht unserem Fleisch, aber es nützt unserem Leben, was Seine Liebe umso mehr beweist. Als ich darüber nachdachte, wurde es in meinem Herzen viel heller.

Später dachte ich weiter nach: Warum konnte ich mich der Tatsache nicht unterwerfen, dass meine Mama verhaftet wurde? Dann las ich Gottes Worte: „Ich gebe den Menschen keine Gelegenheit, ihre Gefühle kundzutun, weil Ich keine fleischlichen Gefühle besitze und mittlerweile einen hochgradigen Hass auf die Gefühle der Menschen entwickelt habe. Es ist wegen der Gefühle zwischen den Menschen, dass Ich beiseite geschoben wurde und deswegen in deren Augen ‚ein Dritter‘ geworden bin. Aufgrund der Gefühle zwischen den Menschen bin Ich vergessen worden. Aufgrund der Gefühle der Menschen ergreifen sie die Gelegenheit, ihr ‚Gewissen‘ wieder aufzugreifen. Aufgrund der Gefühle der Menschen sind sie Meiner Züchtigung immer abgeneigt. Aufgrund der Gefühle der Menschen beschreiben sie Mich stets als unfair und ungerecht, und behaupten, dass Ich im Umgang mit Dingen nicht auf die Gefühle der Menschen achte. Habe Ich auch Angehörige auf Erden? Wer hat jemals, wie Ich, Meinem ganzen Führungsplan zuliebe, Tag und Nacht gearbeitet, ohne an Nahrung oder Schlaf zu denken? Wie könnte der Mensch mit Gott verglichen werden? Wie könnte der Mensch mit Gott vereinbar sein?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Worte Gottes an das gesamte Universum, Kapitel 28). „Die gesamte Menschheit lebt in einem Zustand der Gefühle – und daher geht Gott nicht einem einzigen Menschen aus dem Weg und enthüllt die in den Herzen der gesamten Menschheit verborgenen Geheimnisse. Warum ist es für die Menschen so schwierig, sich von ihren Gefühlen zu befreien? Übertrifft es die Gewissensstandards, wenn man es tut? Kann das Gewissen Gottes Willen erfüllen? Können Gefühle den Menschen durch das Unglück helfen? In den Augen Gottes sind Gefühle Sein Feind – ist dies nicht eindeutig in den Worten Gottes gesagt worden?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Offenlegung der Mysterien von „Worte Gottes an das gesamte Universum“, Kapitel 28). Ich dachte darüber nach und erkannte, dass ich mich nicht unterwerfen konnte, weil ich in fleischlicher Zuneigung lebte. Bezüglich der Glaubenslehren wusste ich, dass die Menschen, Ereignisse und Dinge, die uns jeden Tag begegnen, ob gut oder schlecht, von Gott zugelassen sind und wir sie von Ihm annehmen sollten. Aber als ich erfuhr, dass meine Mama im Gefängnis war, konnte ich es nicht von Gott annehmen, und noch weniger suchte ich Seine Absichten. Allein der Gedanke an ihre körperlichen und seelischen Schmerzen und Qualen im Gefängnis brach mir das Herz. Ich wollte nicht, dass sie leidet. Ich hatte auch Angst, sie könnte in ihrem Zeugnis nicht standhaft bleiben, zum Judas werden und somit nicht errettet werden, oder die Polizei könnte sie im Gefängnis zu Tode foltern und ich würde meine Mutter verlieren. Ich schlug mich auf die Seite meiner fleischlichen Zuneigung, stritt mit Gott und haderte mit Ihm, dass Er sie nicht beschützt hatte. Alle meine Gedanken widersetzten sich Gott. Ich stellte mich gegen Ihn und lehnte mich gegen Ihn auf. Ich dachte an Hiob während seiner Prüfungen. Er verlor all sein Vieh, seinen gesamten Besitz und alle zehn seiner Kinder, und sein Körper war mit schmerzhaften Geschwüren übersät. Aber Hiob beklagte sich nie. Er glaubte, dass alles in Gottes Händen lag und dass selbst Widrigkeiten mit Gottes Erlaubnis geschahen. Dennoch unterwarf er sich Gott und pries Seinen Namen. Ich erkannte, dass Hiob ein gottesfürchtiges Herz hatte. Davon bin ich so weit entfernt! Als ich hörte, dass meine Mama verhaftet worden und im Gefängnis war, konnte ich es einfach nicht akzeptieren. Ich lebte völlig in meiner Zuneigung. Obwohl ich wusste, dass dies mit Gottes Erlaubnis geschah, konnte ich mich nicht unterwerfen. Ich stritt mit Gott und lehnte mich innerlich gegen Ihn auf. Wo war da mein gottesfürchtiges Herz? Es ist eindeutig der große rote Drache, der Gott hasst und Gläubige verhaftet und verfolgt, und genau deshalb leidet meine Mama nach ihrer Verhaftung so sehr. Aber anstatt die KPCh zu hassen, haderte ich mit Gott. Ich hatte alles völlig verdreht und konnte nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden!

Danach las ich noch ein paar weitere Abschnitte aus Gottes Worten und begann ein wenig die Bedeutung dessen zu verstehen, warum Gott Verfolgung und Drangsal zulässt. Gott sagt: „Im Laufe Seines Werkes hat Gott von Anfang an für jeden Menschen Prüfungen angesetzt – oder man könnte sagen, für jeden Menschen, der Ihm folgt – und diese Prüfungen gibt es in unterschiedlichem Umfang. Da sind diejenigen, die die Prüfung erlebt haben, von ihrer Familie abgelehnt zu werden, diejenigen, die die Prüfung ungünstiger Umgebungen erlebt haben, diejenigen, die die Prüfung erlebt haben, verhaftet und gefoltert zu werden, diejenigen, die die Prüfung erlebt haben, vor Entscheidungen gestellt zu werden, und diejenigen, die mit den Prüfungen von Geld und Status konfrontiert waren. Allgemein gesprochen ist jeder von euch allen möglichen Arten von Prüfungen gegenübergestanden. Warum wirkt Gott auf diese Weise? Warum behandelt Er alle so? Was für ein Ergebnis strebt Er an? Hier ist der Punkt, den Ich euch vermitteln möchte: Gott will sehen, ob dieser Mensch von dem Typ ist, der Ihn fürchtet und das Böse meidet oder nicht. Das bedeutet, dass Gottes Absicht, wenn Er dir eine Prüfung gibt und dich vor irgendeine Situation stellt, darin liegt, zu testen, ob du ein Mensch bist, der Ihn fürchtet und das Böse meidet oder nicht(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Wie man Gottes Disposition und die Ergebnisse erkennt, die Sein Werk erreichen soll). „Während des Werkes von Gottes beständiger Versorgung und Unterstützung des Menschen teilt Er dem Menschen die Gesamtheit Seiner Absichten und Seiner Forderungen mit und zeigt ihm Seine Taten, Seine Disposition und das, was Er hat und ist. Das Ziel ist, den Menschen mit Größe auszustatten und dem Menschen zu erlauben, verschiedene Wahrheiten von Gott zu erlangen, während er Ihm folgt – Wahrheiten, die die mächtigen Waffen sind, die dem Menschen von Gott gegeben werden, mit welchen er Satan bekämpfen soll. So ausgestattet, muss der Mensch Gottes Tests entgegentreten. Gott hat viele Mittel und Wege, um den Menschen zu prüfen, aber jeder davon erfordert die ‚Mitwirkung‘ von Gottes Feind: Satan. Das heißt, nachdem Gott den Menschen mächtige Waffen gegeben hat, mit denen sie gegen Satan kämpfen können, übergibt Er die Menschen Satan und erlaubt Satan die Größe der Menschen zu ‚testen‘. Wenn der Mensch aus den Kampfformationen ausbrechen kann, die Satan aufgestellt hat, wenn er der Umzingelung Satans entrinnen und überleben kann, dann wird der Mensch den Test bestanden haben. Gelingt es ihm jedoch nicht, Satans Kampfformationen zu verlassen, und wird er von Satan unterworfen, dann wird er den Test nicht bestanden haben. Unabhängig davon, welchen Aspekt des Menschen Gott auf die Probe stellt, bestehen die Kriterien für diese Erprobung darin, ob der Mensch in seinem Zeugnis standhaft bleibt oder nicht, wenn er von Satan angegriffen wird, und ob er Gott abschwört und Satan gegenüber kapituliert und sich ihm ergibt, während er von Satan umgarnt wird. Man kann sagen, ob der Mensch gerettet werden kann oder nicht, hängt davon ab, ob er Satan überwinden und besiegen kann, und ob er die Freiheit gewinnen kann oder nicht, hängt davon ab, ob er in der Lage ist, die von Gott gegebenen Waffen selbst einzusetzen, um Satans Knechtschaft zu überwinden, damit Satan die Hoffnung völlig aufgibt und ihn freigibt. Wenn Satan die Hoffnung aufgibt und jemanden freigibt, bedeutet dies, dass Satan niemals wieder versuchen wird, diesen Menschen von Gott zu nehmen, niemals wieder diesen Menschen bezichtigen und stören wird, ihn nie wieder willkürlich foltern oder angreifen wird; nur so jemand wird wirklich von Gott gewonnen worden sein. Dies ist der gesamte Vorgang, durch den Gott eine Person gewinnt(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gottes Werk, Gottes Disposition und Gott Selbst II). „Diejenigen, die Gott aufrichtig folgen, sind in der Lage, den Prüfungen ihrer Arbeit standzuhalten, während jene, die Gott nicht aufrichtig folgen, außerstande sind, jeglicher Prüfung Gottes standzuhalten. Früher oder später werden sie vertrieben werden, während die Überwinder im Königreich bleiben werden. Ob der Mensch Gott aufrichtig sucht oder nicht, kann nur anhand der Prüfung seiner Arbeit festgestellt werden, das heißt, durch Gottes Prüfungen, und es hat nichts mit dem zu tun, was der Mensch selbst festlegt. Gott weist keine Person leichtfertig zurück. Alles, was Er tut, kann den Menschen völlig überzeugen. Er tut nichts, was für den Menschen nicht sichtbar ist, oder irgendein Werk, das den Menschen nicht überzeugen kann. Ob der Glaube des Menschen wahr ist oder nicht, wird von den Tatsachen belegt und kann nicht vom Menschen festgelegt werden. Dass ‚Weizen nicht zu Unkraut gemacht werden kann und Unkraut nicht zu Weizen gemacht werden kann‘, ist nicht zu bestreiten. All jene, die Gott aufrichtig lieben, werden letztendlich im Königreich bleiben, und Gott wird niemanden, der Ihn aufrichtig liebt, schlecht behandeln(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gottes Werk und die Praxis des Menschen). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Er zulässt, dass Verfolgung und Drangsal über die Menschen kommen, um sie zu vervollkommnen und sie Ihm gegenüber treu und gehorsam zu machen. Gleichzeitig offenbart Er diejenigen, die nicht aufrichtig zu Ihm sind, und mustert sie aus. In den letzten Tagen bringt Gott die Wahrheit zum Ausdruck, um uns zu versorgen, und teilt uns all Seine Anforderungen mit. Dann arrangiert Er einige echte Situationen, um uns zu prüfen und auf die Probe zu stellen, um zu sehen, ob wir aufrichtig sind und ob wir uns Ihm unterwerfen. Wenn wir die Wahrheit als unsere Waffe im Kampf gegen Satan ergreifen, während der Prüfungen in unserem Zeugnis für Gott standhaft bleiben und Satan völlig beschämen können, dann werden wir zu Menschen, die von Gott gewonnen wurden. Nehmen wir zum Beispiel die Verhaftungen und die Verfolgung durch die KPCh. Aufrichtige Gläubige verleugnen oder verraten Gott trotz ihres Leids und ihrer Schwäche nicht. Stattdessen erkennen sie durch Satans Verfolgung die hässliche Fratze des Teufels ganz deutlich. In Zeiten von Schwäche und Leid schenkt ihnen die Erleuchtung und Führung durch Gottes Worte noch größeren Glauben, und sie sind bereit, ihr Leben zu riskieren, um in ihrem Zeugnis standhaft zu bleiben. Durch ein solches Umfeld gewinnt Gott die aufrichtigen Herzen der Menschen und wirkt an ihnen, damit die Wahrheit in ihnen Wurzeln schlägt. Es ist wie bei der Hauptfigur in dem Film „Feuer im Schmelzofen“. Um sie zu zwingen, Gott zu verraten, zog die Polizei sie nackt aus und verpasste ihrem ganzen Körper Stromstöße mit Elektroschockern. Sie erduldete extreme Folter, aber Gottes Worte gaben ihr Glauben. Sie wäre lieber gestorben, als Gott zu verraten oder zu verleugnen. Sie legte ein kraftvolles Zeugnis für Ihn ab und beschämte letztendlich Satan. Ich erkannte, dass aufrichtige Gläubige an ihrer Treue zu Gott festhalten können, egal welche Situationen sie erleben oder wie viel Leid oder Folter sie ertragen. Für sie sind Drangsal und Leid ein Weg, vervollkommnet zu werden, und auch ein besonderer Segen Gottes. Doch diejenigen, die Gott gegenüber nicht aufrichtig sind, verleugnen und verraten Ihn aus Selbsterhaltungstrieb, wenn sie mit körperlicher Folter, Schmerz oder der Androhung des Todes konfrontiert werden. Solche Menschen sind das Unkraut, das entlarvt wird, genau diejenigen, die Gott ausmustern wird. Gott nutzt den großen roten Drachen als Dienenden, damit die Menschen sowohl offenbart als auch vervollkommnet werden. Gott ist so weise! Ich erinnerte mich daran, dass meine Mama nach ihrer letzten Verhaftung einen Entschluss gefasst hatte: Selbst wenn sie wieder verhaftet würde, würde sie an ihrem Glauben festhalten, beharrlich Gott folgen und Gott niemals verraten. Mit dieser Verhaftung stellt Gott sie auf die Probe. Wenn sie Gott verrät, um ihr Fleisch zu schützen, wird sie offenbart werden. Wenn sie aber zu Gott beten, sich auf Ihn verlassen und in ihrem Zeugnis für Gott standhaft bleiben kann, egal wie sehr Satan sie verfolgt, dann wird dieses Umfeld sie vervollkommnen und ihren Glauben und ihre Liebe wachsen lassen. Es ist auch eine Gelegenheit, die Gott ihr gegeben hat, um Zeugnis abzulegen – ein besonderer Segen von Ihm. Als ich das verstand, ließ ich in meinem Herzen einen Teil der Sorgen um meine Mama los.

Als ich weiter suchte, wurde mir klar, dass ich noch eine weitere falsche Auffassung hatte. Ich dachte, wenn jemand im Gefängnis durch die Verfolgung zu Tode kommt, könne er nicht errettet werden. Erst als ich einen Abschnitt aus Gottes Worten las, änderte sich meine Sichtweise. Gott sagt: „Wir wollen nicht davon reden, wie es für jene Märtyrer letztlich endete, oder über Gottes Urteil über ihre Taten, aber stellt euch folgende Frage: Als jene Märtyrer das Ende ihres Weges erreichten, stimmte da die Art und Weise, wie ihr Leben endete, mit menschlichen Auffassungen überein? (Nein, das tat sie nicht.) Aus der Perspektive menschlicher Auffassungen zahlten jene Märtyrer einen so hohen Preis, um Gottes Werk zu verkünden, wurden aber letztendlich von Satan grausam zu Tode gequält. Das stimmt nicht mit menschlichen Auffassungen überein. Jedoch ist genau das ihnen widerfahren – Gott hat genau das zugelassen. Welche Wahrheit kann man darin suchen? War die Tatsache, dass Gott ihren Tod auf diese Weise zuließ, Sein Fluch und Seine Verurteilung, oder war es Seine Anordnung und Sein Segen? Es war keines von beidem. Was war es dann? Es zehrt an den Herzen der Menschen, wenn sie an den Tod dieser Märtyrer denken, doch das sind nun einmal die Tatsachen. Welche Erklärung sollte dafür gegeben werden, dass Gottgläubige auf diese Weise gestorben sind? Wenn wir dieses Thema ansprechen, versetzt ihr euch in ihre Lage; seid ihr also in euren Herzen betrübt und verspürt ein gewisses Maß an verborgenem Schmerz? Ihr denkt: ‚Diese Menschen taten ihre Pflicht, um Gottes Evangelium zu verkünden, und sollten als gute Menschen gelten, wie also fanden sie so ein Ende, kamen sie zu so einem Ergebnis?‘ Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht ein Urteil über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke ihres Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; so kommt man seiner Verantwortung nach(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erhellte sich mein Herz. Ich dachte immer, wenn man durch die Verfolgung durch die Polizei zu Tode kommt, bedeute dies, dass man nicht von Gott errettet werden könne, aber so sieht Gott das ganz und gar nicht. Der Herr Jesus sagte: „Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 16,25). Ich dachte an diejenigen, die zum Judas geworden waren. Nach ihrer Verhaftung verrieten sie aus Angst vor der Folter durch die Polizei Leiter und Mitarbeiter oder ihre Brüder und Schwestern und unterzeichneten außerdem „Die Drei Erklärungen“. Sie mussten körperlich nicht leiden und wurden freigelassen – sie leben noch heute –, aber sie haben ihre Chance auf Errettung für immer verspielt und werden in Zukunft der ewigen Bestrafung ausgesetzt sein. Aber diejenigen, die durch die Verfolgung des großen roten Drachen den Märtyrertod starben – diese Menschen wurden zwar zu Tode gefoltert, blieben aber unter Einsatz ihres eigenen Lebens in ihrem Zeugnis standhaft. Das ist das Bedeutsamste und Wertvollste, und Gott wird sich daran erinnern. Es ist genau wie bei den Jüngern im Zeitalter der Gnade, die für die Verkündung des Namens des Herrn Jesus den Märtyrertod starben. Sie waren Gott treu. Nach ihrem Tod kehrten ihre Seelen zu Gott zurück, und Er traf angemessene Anordnungen für sie. Darüber hinaus ist ihr Tod ein Beweis dafür, dass Satan Böses tut, indem er Gottes auserwähltes Volk brutal misshandelt, und er ist ein siegreiches Zeugnis dafür, dass Gott Herrlichkeit erlangt und Satan besiegt. Das Schicksal meiner Mama liegt in Gottes Händen. Alles, was sie erleben wird, unterliegt Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen. Selbst wenn sie zu Tode verfolgt würde, geschähe dies um der Gerechtigkeit willen und wäre etwas Glorreiches. Ich bin nur ein winziges geschaffenes Wesen; ich habe kein Recht, Gott vorzuschreiben, was Er tun soll. Ich muss mich Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Als mir das klar wurde, begannen die Qualen in meinem Herzen nachzulassen.

Im Januar dieses Jahres schrieb mein Großvater, dass meine Mama einen Brief aus dem Gefängnis geschickt hatte. Sie schrieb, die Arbeit sei sehr anstrengend und ihre Sehkraft habe sich stark verschlechtert. Das zu hören, machte mich wütend und brach mir das Herz. „Mama hatte ohnehin schon Augenprobleme“, dachte ich. „Jeden Tag solch schwere körperliche Arbeit verrichten – was, wenn sie blind wird? Es liegt noch so viel von ihrer Haftstrafe vor ihr. Die Zeit, die noch vor ihr liegt, wird so hart für sie werden!“ Dann erinnerte ich mich an Gottes Worte: „Der Weg, den Gott uns entlangführt, führt nicht geradewegs empor, sondern ist eine gewundene Straße voller Schlaglöcher. Gott sagt außerdem, dass der Weg, je steiniger er ist, unsere liebenden Herzen umso mehr offenbaren kann. Dennoch kann keiner von uns einen solchen Weg auftun. In Meiner Erfahrung bin Ich viele steinige, holprige Wege gegangen und Ich habe großes Leid erduldet, und manchmal war Ich sogar so untröstlich, dass Ich kurz davor war, aufzuschreien, aber Ich bin diesen Weg dennoch bis zum heutigen Tag gegangen. Ich glaube, dass dies der durch Gott angeführte Weg ist, daher erdulde Ich die Qual all dieses Leidens und gehe weiter. Denn dies ist, was Gott bestimmt hat, wer kann dem also entkommen? Ich bitte nicht darum, Segnungen zu erhalten – Ich bitte nur darum, dass Ich den Weg gehen kann, den Ich gemäß Gottes Absichten gehen sollte. Ich strebe nicht danach, andere nachzuahmen, den Weg zu gehen, den sie gehen. Ich strebe nur danach, dass Ich Meine Treue erweisen und den Weg, dem Ich folgen sollte, bis zum Ende gehen kann. Ich bitte andere nicht um Hilfe – um ehrlich zu sein, kann auch Ich niemand anderem helfen. Es scheint, dass Ich in dieser Angelegenheit schrecklich empfindlich bin. Ich weiß nicht, was andere Menschen denken. Das kommt daher, dass Ich immer geglaubt habe, dass das Maß an Leid, welches jeder Einzelne erdulden muss, und die Entfernung, die er auf seinem Weg zurücklegen muss, von Gott vorherbestimmt sind, und dass niemand einem anderen wirklich helfen kann(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Weg … (6)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, verstand ich, dass der Weg des Glaubens nicht reibungslos verläuft; wir alle müssen viel Leid ertragen. Welche Nöte jeder Einzelne erleben wird, ist von Gott vorherbestimmt. Wie die Polizei meine Mama behandelt, wie viel sie im Gefängnis leidet, ob sie blind wird – all das liegt in Gottes Händen. Alles, was ich jetzt tun kann, ist, mehr zu beten, meine Mama in Gottes Hände zu legen und Ihn zu bitten, ihr den Glauben zu schenken, diese Situation zu erfahren. Wenn ich jetzt an meine Mama denke, bin ich zwar immer noch ein wenig besorgt und beunruhigt, aber es beeinträchtigt meinen Zustand nicht mehr. Ich kann mein Herz beruhigen und mich meiner Pflicht widmen, denn ich verstehe, dass alles, was Gott tut, gut ist und Seine guten Absichten beinhaltet.

Verwandte Inhalte

Kommentar verfassen

Kontaktiere uns über Messenger