Lektionen, die ich aus dem Tod meiner Eltern gelernt habe

Aug. 24, 2026

Von Sylvie, Italien

Mein Vater war in unserer Gegend dafür bekannt, seine Eltern sehr zu ehren. Als ich klein war, hörte ich ihn am Esstisch oft sagen: „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt. In seinem Verhalten muss man zuerst seine Eltern ehren; das ist grundlegend. Schau, selbst ein neugeborenes Lamm weiß, dass es sich zum Milchtrinken niederknien muss. Wer also seine Eltern nicht ehrt, ist schlimmer als ein Tier! Als deine Oma krank war, habe ich Nacht für Nacht an ihrem Bett gewacht. Tatsächlich habe ich, um mich um deine Großeltern zu kümmern, nicht einmal ans Heiraten gedacht, bis beide verstorben waren.“ Das pflanzte den Gedanken der kindlichen Ehrerbietung in mein junges Herz, und ich beschloss: Wenn ich groß bin, muss ich gut zu meinen Eltern sein, sonst wäre ich gewissenlos. Als ich siebzehn war, wurde mein Vater von der KPCh verhaftet und wegen seines Glaubens an den Allmächtigen Gott zu zwei Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt. Damals arbeitete ich auswärts. Ab und zu besuchte ich meinen Vater im Arbeitslager, brachte ihm Essen und schickte den Rest meines Lohns nach Hause, um zu helfen. Nach meiner Heirat kaufte ich meinen Eltern jedes chinesische Neujahr Kleidung, besondere Leckereien und so weiter. Später kam ich zum Glauben an Gott und tat meine Pflicht fern von zu Hause. Meine Eltern unterstützten mich sehr und gaben mir sogar Geld. Ich fühlte mich wirklich schlecht dabei und dachte: „Meine Eltern haben mich großgezogen, also sollte ich diejenige sein, die sich jetzt um sie kümmert. Stattdessen kümmern sie sich immer noch um mich …“ Damals hoffte ich immer, die KPCh würde zusammenbrechen, damit ich nach Hause gehen und meine Eltern im Alter gut versorgen könnte. Aber die Verfolgung von Christen durch die KPCh wurde immer schlimmer. Unsere Familie war vor Ort für ihren Glauben an Gott bekannt, und mein Vater hatte eine Polizeiakte, weshalb unsere Familie zu einer Hauptzielscheibe der KPCh wurde. 2016 floh ich in ein demokratisches Land in Übersee, um dort meinen Glauben an Gott auszuüben und meine Pflicht zu tun. Bei jedem ruhigen Moment kamen mir Erinnerungen daran, wie meine Eltern mich bei meiner Ausreise verabschiedet hatten. Diese Erinnerung tat mir immer im Herzen weh. Ich fühlte mich so schuldig, dass ich nicht da sein konnte, um mich gut um sie zu kümmern, besonders, da sie älter wurden.

Im Sommer 2019 schrieb ich einem Kirchenleiter in der Heimat, um mich nach meiner Familie zu erkundigen. Eine Weile später erhielt ich eine Antwort, in der stand, dass mein Vater einige Jahre zuvor an einer Krankheit verstorben war. Ich konnte es einfach nicht fassen. Die Tränen liefen mir unkontrolliert über das Gesicht. Die Teamleiterin las mir einige Abschnitte aus Gottes Worten über Seine Herrschaft vor, doch mein Kopf war voller Erinnerungen an die liebevolle Fürsorge meines Vaters zu Hause, und ich konnte nichts von ihrem gemeinschaftlichen Austausch aufnehmen. Als ich den Raum verließ, war der Himmel bedeckt, und es war, als wäre alle Farbe aus der Welt gewichen. Ich kehrte in meine Unterkunft zurück und fühlte mich, als hätte mich meine Seele verlassen. In meinen Gedanken sah ich nur noch das liebevolle Gesicht meines Vaters, wie er mich fragte: „Worauf hast du Appetit? Wie geht es dir dort draußen?“ Aber ich würde seine Stimme nie wieder hören. Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich, und ich brach einfach zusammen und konnte nicht anders, als in Tränen auszubrechen. In jenen Tagen wurde ich ständig von Erinnerungen überflutet, wie gut mein Vater immer zu mir gewesen war. Als ich in der Grundschule war, gab mir mein Vater oft Taschengeld für Leckereien und ich brauchte nie im Haushalt zu helfen. Nach meiner Heirat predigte mein Vater mir das Evangelium des Allmächtigen Gottes. Gemeinsam sangen wir Hymnen und hielten Gemeinschaft über unser erfahrungsbasiertes Verständnis. Nachdem ich von zu Hause weggegangen war, um meine Pflicht zu tun, unterstützten mich meine Eltern sehr und halfen mir oft finanziell. Wenn ich zurückkam, bereiteten sie immer allerlei neue und köstliche Gerichte für mich zu und verwöhnten mich. Mein Vater war so gut zu mir gewesen, und er war von mir gegangen, bevor ich die Chance hatte, es ihm zu vergelten. Ich verspürte so viel Schuld und machte mir selbst solche Vorwürfe. Ich bereute sogar, so früh geheiratet zu haben und so sehr mit meiner Pflicht beschäftigt gewesen zu sein, dass ich nicht für ihn da sein konnte, um ihn zu ehren. Nun war er fort, und ich hatte keinerlei Chance mehr, es wiedergutzumachen. Mein Herz war erfüllt von Bedauern, Schuld und Selbstvorwürfen, und ich war mit meinem Herzen überhaupt nicht mehr bei meiner Pflicht. Wir probten zu der Zeit einen Sketch. Ich sollte eine Tür öffnen und rufen: „Onkel, ich bin da!“ Aber bei der Probe öffnete ich die Tür und rief: „Papa, ich bin zu Hause!“ Sofort liefen mir Tränen übers Gesicht, und wir konnten nicht weiterproben. Obwohl ich in dieser Zeit jeden Tag meine Pflicht tat, fühlte sich mein Herz völlig leer an. Ich war bei allem, was ich tat, geistesabwesend und konnte einfach keine Energie für die Proben aufbringen. Ich erkannte, dass mein Zustand falsch war, also betete ich zu Gott: „Gott, mein Vater ist verstorben, und ich habe das Gefühl, meine Wurzeln verloren zu haben. Mein Herz ist in so tiefer Trauer. Ich weiß nicht, wie ich das erleben soll. Bitte führe mich, damit ich Deine Absicht verstehe.“

Auf meiner Suche las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der mir half, den Tod meines Vaters klar zu verstehen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn die Geburt eines Menschen durch sein vorheriges Leben bestimmt wurde, dann kennzeichnet der Tod das Ende dieses Schicksals. Wenn die Geburt eines Menschen der Beginn seiner Mission in diesem Leben ist, dann kennzeichnet der Tod das Ende dieser Mission. Da der Schöpfer eine feste Reihe von Umständen für die Geburt jedes Menschen arrangiert hat, hat Er mit Sicherheit auch eine feste Reihe von Umständen für seinen Tod angeordnet. Mit anderen Worten: Kein Mensch wird zufällig geboren, kein Tod kommt plötzlich, und sowohl Geburt als auch Tod hängen zwangsläufig mit dem früheren und gegenwärtigen Leben eines Menschen zusammen. Unter welchen Umständen ein Mensch geboren wird und unter welchen Umständen er stirbt, hängt mit der Vorherbestimmung des Schöpfers zusammen; das ist das Schicksal eines Menschen, die Bestimmung eines Menschen. Da es viele Erklärungen für die Geburt eines Menschen gibt, muss es zwangsweise auch eine Reihe besonderer Umstände für den Tod eines Menschen geben. Daher entstanden unter den Menschen unterschiedliche Lebensspannen und verschiedene Arten und Zeitpunkte ihres Todes. Manche Menschen sind kräftig und gesund und sterben dennoch jung; andere sind gebrechlich und kränklich und leben dennoch bis ins hohe Alter und gehen friedlich von dannen. Einige kommen durch unnatürliche Ursachen ums Leben, andere sterben auf natürliche Weise. Manche sterben weit von zu Hause entfernt, andere schließen ihre Augen zum letzten Mal im Kreis ihrer Liebsten. Manche Menschen sterben mitten im Flug, andere unter der Erde. Manche ertrinken, andere kommen in einem Unglück ums Leben. Manche sterben am Morgen, andere in der Nacht. … Jeder will eine glanzvolle Geburt, ein brillantes Leben und einen glorreichen Tod, aber niemand kann sein eigenes Schicksal übertreffen, niemand kann sich der Herrschaft des Schöpfers entziehen. Das ist das menschliche Schicksal(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Leben und Tod eines jeden Menschen von Gott schon vor langer Zeit vorherbestimmt wurden; jeder hat sein eigenes Schicksal. Der Tod meines Vaters kam nicht plötzlich. Seine Zeit war einfach um. Als es an der Zeit für ihn war zu gehen, ging er. Das ist ein von Gott vorherbestimmtes Gesetz, das niemand ändern kann, und an dieser Tatsache hätte ich auch nichts ändern können, selbst wenn ich immer an seiner Seite gewesen wäre. Tatsächlich betrifft das nicht nur meinen Vater. Vom Moment unserer Geburt an steht fest, dass wir diese Welt eines Tages verlassen müssen. Nur der Zeitpunkt und die Art und Weise sind bei jedem Menschen anders. Manche sterben an Altersschwäche, manche ertrinken, und wieder andere sterben an einer plötzlichen Krankheit. Das sind Dinge, die niemand vorhersehen oder verhindern kann. All das sind Gottes Vorherbestimmungen. Wir sollten uns Gottes Herrschaft unterwerfen und richtig mit Leben und Tod umgehen. Diese Erkenntnis brachte meinem Herzen ein wenig Frieden, sodass ich allmählich innere Ruhe fand und meine Pflicht tun konnte.

Im Oktober 2022 erfuhr ich von einer Schwester aus der Heimat, dass auch meine Mutter einige Jahre zuvor verstorben war. Es brach mir das Herz. Ich erinnerte mich an die Frage meiner Mutter, als ich damals das Land verließ: „Meine liebe Tochter, ob ich dich vor meinem Tod wohl noch einmal wiedersehen werde?“ Ich hätte mir nie träumen lassen, dass diese Worte Realität werden würden. Zwar hatte ich nach dem Tod meines Vaters einige von Gottes Worten darüber gelesen, wie man mit dem Tod umgehen soll, und ich konnte ihr Ableben akzeptieren, doch das Gefühl: „Das Kind will für seine Eltern sorgen, doch die Eltern sind nicht mehr da“, wurde immer stärker. Die Schuldgefühle gegenüber meinen Eltern waren wie ein Knoten in meinem Herzen, den ich einfach nicht lösen konnte. Vor allem, wenn ich daran dachte, dass ich nicht da war, um sie bei ihrer Krankheit zu pflegen, fühlte ich mich so schuldig – selbst wenn ich wohl nicht viel hätte ausrichten können. Vielleicht hätte es ihre Einsamkeit und ihren Schmerz ein wenig gelindert, wenn ich einfach nur bei ihnen gewesen wäre und ihnen aus Gottes Worten vorgelesen hätte. Aber sie waren von mir gegangen, bevor ich die Chance hatte, mich wirklich gut um sie zu kümmern, und sie konnten mich vor ihrem Tod nicht ein letztes Mal sehen. Da ich bei ihrem Tod nicht bei meinen Eltern war, würden mich meine Verwandten sicherlich als undankbares Geschöpf bezeichnen und behaupten, meine Eltern hätten ihre Liebe an mich verschwendet. Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich. Die Erinnerungen liefen in meinem Kopf ab wie ein Film, eine nach der anderen. Zu der Zeit drehten wir gerade einen Film. Bei zwei einfachen Einstellungen konnte ich mich einfach nicht in die Rolle einfinden, sodass wir die Dreharbeiten letztendlich abbrechen mussten. Die Brüder und Schwestern sahen, dass mein Zustand nicht stimmte, und ermahnten mich: „So eine Szene sollte doch eigentlich nicht schwer für dich sein. Nimm dir etwas Zeit, um deinen Zustand anzupassen, und dann probieren wir es später noch einmal.“ In jener Zeit bereitete mir das Ableben meiner Eltern den größten Herzschmerz. Manchmal musste ich an sie denken, wenn ich Brüder und Schwestern sah, die etwa im Alter meiner Eltern waren. Mein Herz schmerzte, und ehe ich mich versah, fing ich an zu weinen. Ich träumte sogar von ihnen und wachte mitten in der Nacht weinend auf. Dann lag ich stundenlang wach, ihre Gesichter und Stimmen geisterten mir durch den Kopf, und ich hatte das Gefühl, tief in ihrer Schuld zu stehen. Dieses Bedauern lastete wie ein schwerer Stein auf meinem Herzen. Das änderte sich erst, als Gott eines Tages über die Wahrheit, seine Eltern zu ehren, Gemeinschaft hielt und es in meinem Herzen endlich hell wurde.

Der Allmächtige Gott sagt: „Einige Eltern genießen den Segen und das Schicksal von häuslichem Glück und einem Zuhause voller Kinder und Enkelkinder. Darin zeigt sich Gottes Herrschaft, und es ist ein Segen, den Gott ihnen gibt. Andere Eltern teilen dieses Schicksal nicht; Gott hat das nicht für sie angeordnet. Sie sind nicht damit gesegnet, ein glückliches Familienleben zu genießen oder von ihren Kindern umgeben zu sein. Das ist Gottes Orchestrierung, und die Menschen können das nicht erzwingen. Was auch immer geschieht: Letztendlich, wenn es darum geht, die eigenen Eltern zu ehren, müssen die Menschen zumindest eine Haltung der Unterwerfung an den Tag legen. Wenn die Umstände es erlauben und du die Mittel hast, kannst du deine Eltern ehren. Wenn die Umstände es nicht erlauben und dir die Mittel fehlen, dann versuche nicht, es zu erzwingen. Das ist Unterwerfung. Wie kommt diese Unterwerfung zustande? Was ist die Grundlage für Unterwerfung? Dass all diese Dinge von Gott angeordnet wurden und Seiner Herrschaft unterliegen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Was ist die Wahrheitsrealität?). „Wenn du wirklich glaubst, dass alles in Gottes Händen liegt, dann solltest du glauben, dass die Frage, wie viel Mühsal deine Eltern in ihrem Leben erdulden und wie viel Glück sie im Laufe ihres Lebens genießen, auch in Gottes Händen liegt. Ob du deine Eltern ehrst oder nicht, wird nichts ändern – deine Eltern werden nicht weniger leiden, weil du sie ehrst, und sie werden nicht stärker leiden, weil du sie nicht ehrst. Gott hat ihr Schicksal vor langer Zeit vorherbestimmt, und nichts davon wird sich wegen deiner Haltung zu ihnen oder der Tiefe der Gefühle zwischen euch ändern. Sie haben ihr eigenes Schicksal. Unabhängig davon, ob sie ihr ganzes Leben lang arm oder reich sind, ob für sie alles glattläuft oder ihr Weg holprig ist, wie ihre Lebensqualität und ihre materiellen Vorteile aussehen oder welchen sozialen Status und welche Lebensbedingungen sie haben – nichts davon hat viel mit dir zu tun. … die meisten Menschen entscheiden sich, ihr Zuhause zu verlassen, um ihre Pflicht auszuführen, in einer Hinsicht aufgrund der umfassenderen objektiven Umstände, die es erforderlich machen, dass sie ihre Eltern verlassen, und dazu führen, dass sie nicht an der Seite ihrer Eltern bleiben können, um sich um sie zu kümmern und sie zu begleiten. Es ist nicht so, dass sie sich freiwillig entscheiden, ihre Eltern zu verlassen. Das ist ein objektiver Grund. In einer anderen Hinsicht gehst du subjektiv gesehen nicht deshalb von zu Hause fort, um deine Pflicht auszuführen, weil du deine Verantwortlichkeiten gegenüber deinen Eltern meiden willst, sondern weil Gott dich dazu berufen hat. Um mit dem Wirken Gottes zu kooperieren, Seine Berufung anzunehmen und die Pflicht eines geschaffenen Wesens ausführen zu können, blieb dir keine andere Wahl, als deine Eltern zu verlassen; du konntest nicht an ihrer Seite bleiben, um sie zu begleiten und dich um sie zu kümmern. Du hast sie nicht verlassen, um dich deinen Verantwortungen zu entziehen, richtig? Sie zu verlassen, um dich deinen Verantwortungen zu entziehen, und sie verlassen zu müssen, um Gottes Ruf anzunehmen und deine Pflicht auszuführen – ist die Natur dieser beiden Gegebenheiten nicht völlig verschieden? (Ja.) In deinem Herzen sorgst du dich um deine Eltern und vermisst sie; deine Gefühle sind nicht leer. Wenn die objektiven Umstände es erlauben und du in der Lage bist, an ihrer Seite zu bleiben und gleichzeitig deine Pflicht auszuführen, dann wärst du bereit, ihnen Gesellschaft zu leisten, um dich regelmäßig um sie zu kümmern und deinen Verantwortungen nachzukommen. Aber wegen objektiver Umstände musst du sie verlassen und kannst nicht an ihrer Seite bleiben. Es ist nicht so, dass du deinen Verantwortungen als ihr Kind nicht nachkommen willst, sondern dass du es nicht kannst. Ist das nicht von anderer Natur? (Ja.) Wenn du von zu Hause weggegangen bist, um es zu vermeiden, deinen Eltern Ehre zu erweisen und deine Verantwortung zu erfüllen, dann ehrst du deine Eltern nicht und es fehlt dir an Menschlichkeit. Deine Eltern haben dich großgezogen, aber du kannst es kaum erwarten, auf eigenen Beinen stehen zu können und rasch deine eigenen Wege zu gehen. Du willst deine Eltern nicht sehen, und wenn du von Schwierigkeiten erfährst, auf die sie gestoßen sind, schenkst du der Sache keinerlei Beachtung. Selbst wenn du die Mittel hast, um zu helfen, tust du es nicht; du tust nur so, als ob du es nicht hörst, und lässt andere über dich sagen, was sie wollen – du willst deinen Verantwortungen einfach nicht nachkommen. Das bedeutet es, seine Eltern nicht zu ehren. Ist das aber jetzt der Fall? (Nein.) Viele Menschen haben ihre Landkreise, Städte, Provinzen oder sogar ihre Länder verlassen, um ihre Pflichten zu tun; sie sind bereits weit weg von ihren Heimatstädten. Außerdem ist es für sie aus verschiedenen Gründen nicht zweckmäßig, ihre Familien zu kontaktieren. Gelegentlich erkundigen sie sich bei Leuten, die aus der gleichen Heimatstadt stammen, nach der aktuellen Situation ihrer Eltern und fühlen sich erleichtert, wenn sie hören, dass ihre Eltern gesund sind und gut zurechtkommen. In Wirklichkeit ist es nicht so, dass du deine Eltern nicht ehrst. Es ist nicht so, dass du den Punkt erreicht hast, an dem du keine Menschlichkeit hast und du dich nicht einmal um deine Eltern kümmern oder deinen Verantwortungen ihnen gegenüber nachkommen willst. Es liegen verschiedene objektive Gründe vor, weshalb du deine Verantwortlichkeiten nicht erfüllen kannst – das bedeutet nicht, dass du deine Eltern nicht ehrst(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (16)). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass es an Gottes Vorherbestimmung liegt, ob Eltern die kindliche Fürsorge ihrer Kinder genießen dürfen. Jeder hofft, seine Kinder an seiner Seite zu haben und seinen Lebensabend im Kreis von Kindern und Enkeln zu genießen. Doch während manche Eltern in den Genuss der Gesellschaft und Pflege ihrer Kinder kommen und sie bei ihrem Tod an ihrer Seite haben, können in anderen Fällen die Kinder aus verschiedenen Gründen, wie Arbeit oder Ehe, nicht für sie da sein, sodass die Eltern ihren Lebensabend allein verbringen. Das ist das Schicksal, das Gott für jeden anordnet. Das lässt sich weder erzwingen noch ändern. Es war das Schicksal meiner Eltern, dass ich vor ihrem Tod nicht bei ihnen sein konnte, um sie zu pflegen, und ich sollte mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Da ich die Wahrheit in dieser Hinsicht jedoch nicht verstand, war ich ständig erfüllt von Bedauern und tiefer Traurigkeit, weil ich nicht bei ihnen war. Ich dachte sogar, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, wäre ich an ihrer Seite geblieben und hätte sie nie verlassen. Ich hatte geglaubt, hätte ich mich bei ihrer schweren Krankheit und bis zu ihrem Tod um sie gekümmert, hätte ich vielleicht ihren Schmerz lindern können. Ich war so unwissend! Ich bin doch nur ein geschaffenes Wesen; ich habe absolut keine Macht, das Schicksal meiner Eltern zu ändern. Manche Eltern genießen die Fürsorge ihrer Kinder, leiden aber trotzdem unter ständigen Krankheiten, müssen jeden Tag Medikamente nehmen und leben im Elend. Andere Eltern hingegen sind gesund, können für sich selbst sorgen und leben ganz gut, auch wenn ihre Kinder nicht in der Nähe sind. Ich dachte da an meine Großmutter. Mein Vater pflegte sie so aufopferungsvoll, aber das linderte den Schmerz ihrer Krankheit kein bisschen, und am Ende starb sie trotzdem daran. Dann dachte ich an die Krankheiten meiner Eltern und daran, wie sie starben – all das war von Gott schon vor langer Zeit vorherbestimmt worden. Selbst wenn ich da gewesen wäre, hätten sie kein bisschen weniger leiden müssen, und meine Fürsorge hätte ihr Leben auch nicht um eine einzige Sekunde verlängert. Gleichzeitig verstand ich auch, wo der Unterschied liegt, ob man seine Eltern ehrt oder nicht: Wenn die Umstände es zulassen, Kinder sich jedoch vor ihrer Verantwortung drücken und ihre Eltern ignorieren, wenn diese krank oder in Not sind, dann bedeutet das mangelnde Ehrerbietung. Wenn man sich jedoch aufgrund objektiver Umstände, auf die man keinen Einfluss hat, nicht um seine Eltern kümmern kann, zeugt das weder von mangelnder Menschlichkeit, noch davon, dass man seine Eltern nicht ehrt. Als ich zu Hause war, tat ich, was ich konnte, um meine Eltern zu entlasten. Es war ja nicht so, dass ich sie nicht hätte ehren wollen; ich musste wegen der Verfolgung durch die KPCh ins Ausland fliehen. Das war den objektiven, zwingenden Umständen geschuldet; es lag nicht daran, dass ich meine Eltern nicht ehrte. Dies zu verstehen, brachte viel Licht in mein Herz, ich hörte auf, mir Vorwürfe zu machen, dass ich mich nicht um meine Eltern gekümmert hatte, und war deswegen nicht mehr traurig.

Später dachte ich nach: „Warum fühlte ich mich meinen Eltern gegenüber immer so in der Schuld?“ Bei meiner Suche las ich Gottes Worte: „Nach außen hin scheint es, als hätten dich deine Eltern zur Welt gebracht und als seien es deine Eltern gewesen, die dir dein fleischliches Leben geschenkt haben. Doch aus Gottes Perspektive und vom Kern der Sache her betrachtet, wurde dir dein fleischliches Leben nicht von deinen Eltern geschenkt, denn Menschen können kein Leben erschaffen. Einfach ausgedrückt: Kein Mensch kann den Atem eines Menschen erschaffen. Das Fleisch eines jeden Menschen kann zu einem Menschen werden, weil dieser Mensch den Atem hat. In diesem Atem liegt das Leben der Menschen, und er ist das Zeichen dafür, dass ein Mensch lebt. Die Menschen haben diesen Atem, haben dieses Leben, und ihre Quelle und ihr Ursprung sind nicht ihre Eltern. Menschen wurden hervorgebracht, indem ihre Eltern sie zur Welt brachten, das ist alles – im Grunde ist dies Gottes Anordnung, Gottes Bestimmung. Deshalb sind deine Eltern nicht die Herren über dein Leben; der Herr über dein Leben ist Gott. Gott schuf die Menschheit, Er schuf das Leben der Menschen, und Er gab den Menschen den Lebensatem, welcher der Ursprung des Lebens der Menschen ist. Ist also der Satz ‚Deine Eltern sind nicht die Herren über dein Leben‘ nicht leicht zu verstehen? Dein Atem wurde dir nicht von deinen Eltern gegeben, schon gar nicht sorgen sie dafür, dass dein Atem fortdauert. Gott kümmert sich um jeden Tag deines Lebens und herrscht über ihn. Deine Eltern können nicht entscheiden, wie jeder Tag deines Lebens verläuft, ob jeder Tag glücklich ist und reibungslos abläuft, wen du jeden Tag triffst oder in welcher Umgebung du jeden Tag lebst. Gott kümmert sich durch deine Eltern um dich, das ist alles – deine Eltern sind einfach die Menschen, die Gott gesandt hat, um sich um dich zu kümmern. Als du zur Welt kamst, waren es nicht deine Eltern, die dir das Leben schenkten – haben dir deine Eltern jetzt, wo du bis zum heutigen Tag gelebt hast, das Leben geschenkt? Auch das haben sie nicht. Der Ursprung deines Lebens liegt nach wie vor in Gott und nicht in deinen Eltern(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). „Gott sucht dir eine Familie aus. Deine Familienverhältnisse, deine Eltern, deine Vorfahren – all dies beschließt Gott bereits im Voraus. Somit trifft Gott diese Entscheidungen nicht nach Lust und Laune; vielmehr begann Er dieses Werk vor langer Zeit. Sobald Gott für dich eine Familie ausgesucht hat, wählt Er anschließend ein Datum, an dem du geboren wirst. Dann beobachtet Gott dich, während du geboren wirst und weinend auf diese Welt kommst. Er beobachtet deine Ankunft, beobachtet, wie du lernst zu babbeln, beobachtet dich, wie du Schritt für Schritt stolpernd Laufen lernst. Jetzt kannst du rennen, springen, sprechen und deine Gefühle ausdrücken … Während die Menschen heranwachsen, richtet sich Satans Blick auf jeden von ihnen, wie ein Tiger, der seine Beute anvisiert. Doch Gott ist bei der Ausführung Seines Werkes niemals Einschränkungen unterlegen gewesen, die sich aus irgendeinem Menschen, irgendeinem Ereignis oder Ding ergeben, aus Raum und Zeit. Er tut, was Er tun soll und was Er beabsichtigt. Während du heranwächst, triffst du vielleicht auf viele nicht wünschenswerte Dinge, einschließlich Krankheit und Rückschlägen. Aber während du diesen Weg gehst, befinden sich dein Leben und deine Zukunft unter der engen Zuwendung Gottes. Gott bietet dir eine wahre Garantie für dein ganzes Leben, denn Er steht direkt an deiner Seite, beschützt dich und kümmert sich um dich(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). „Alles, was Gott für jede Person tut, geht über jeden Zweifel hinaus. Er führt jeden an der Hand, wacht jeden verstreichenden Augenblick über dich und ist kein einziges Mal von deiner Seite gewichen. Da die Menschen in solch einem Umfeld, mit dieser Art von Hintergrund aufwachsen, könnten wir dann sagen, dass die Menschen tatsächlich in Gottes Handfläche aufwachsen? (Ja.)“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Meine tiefen Schuldgefühle gegenüber meinen Eltern rührten hauptsächlich daher, dass sie mir das Leben geschenkt, mich großgezogen und für mich gesorgt hatten; daher glaubte ich, sie ehren zu müssen. Ich dachte, wenn ich das nicht täte, würde ich die Güte, mit der sie mich großgezogen hatten, missachten und wäre ein undankbares Geschöpf. Durch Gottes Worte verstand ich, dass mein Leben von Gott stammt. Gott versorgt jeden mit Sonnenlicht, Regen, Luft und dem Lebensatem selbst. Wenn Gott mir eines davon nähme, könnte ich nicht überleben. Und noch bevor ich auf diese Welt kam, hatte Gott bereits meine Eltern und meine Familie ausgewählt und das Umfeld vorherbestimmt, in dem ich aufwachsen würde. Von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, durch Heirat und das Kinderkriegen, war Gott an meiner Seite und wachte bei jedem Schritt über mich. Meine Eltern haben mich nur in die Welt gesetzt und ihre Verantwortung erfüllt, für mich zu sorgen, aber sie hatten keine Kontrolle über mein Leben. Zum Beispiel erlitt ich mit achtzehn Jahren eine Kohlenmonoxidvergiftung, weil ich den Kohleofen nicht richtig bedienen konnte, und wurde bewusstlos. Meine Eltern waren nicht zu Hause, und es war ein Nachbar, der mich nach draußen trug. Als der Krankenwagen eintraf, begann ich bereits wieder zu mir zu kommen. Wäre da nicht Gottes Fürsorge und Schutz gewesen, wäre ich schon lange tot. Das zu erkennen, brachte Licht in mein Herz. Alles, was ich habe, kommt von Gott, und es ist Gottes Liebe, die ich vor allem anderen vergelten sollte. Mir wurde auch klar, dass die Hauptursache meines Leids darin lag, dass ich die fleischlichen familiären Zuneigungen nicht durchschaut hatte. Tatsächlich sind Eltern und Kinder im geistlichen Reich getrennte Individuen ohne Beziehung zueinander. Es ist nur so, dass Gott nicht möchte, dass Menschen ein einsames Leben in dieser Welt führen, also arrangiert Er Familien, Eltern und Kinder für uns. Wenn ein Mensch stirbt, ist diese fleischliche Beziehung vergangen. Und ich bin nicht nur die Tochter meiner Eltern; ich bin ein geschaffenes Wesen. Meine Verantwortung und meine Mission ist es, die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu erfüllen. Durch das Verständnis dieser Wahrheit fühlte sich mein Herz viel befreiter an.

Später las ich mehr von Gottes Worten und gewann ein gewisses Unterscheidungsvermögen bezüglich der Idee aus der traditionellen Kultur: „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt.“ Gott sagt: „Chinesen glauben aufgrund der Prägung durch die chinesische traditionelle Kultur in ihren traditionellen Auffassungen, dass man seine Eltern ehren muss und dass jedes Kind, das seine Eltern nicht ehrt, aufsässig ist. Diese Vorstellungen wurden den Menschen seit ihrer Kindheit anerzogen, und so wird es in praktisch jedem Haushalt gelehrt, wie auch in jeder Schule und in der Gesellschaft im Allgemeinen. Wenn der Kopf eines Menschen mit solchen Dingen gefüttert wurde, denkt er: ‚Meine Eltern zu ehren, ist wichtiger als alles andere. Würde ich sie nicht ehren, wäre ich kein guter Mensch; ich wäre ein aufsässiges Kind, ich würde in der öffentlichen Meinung verurteilt werden. Ich wäre jemand, der kein Gewissen hat.‘ Ist diese Ansicht korrekt? Die Menschen haben so viele von Gott kundgetane Wahrheiten gesehen – hat Gott gefordert, dass man seine Eltern ehren soll? Ist das eine der Wahrheiten, die Gläubige an Gott verstehen müssen? Nein, das ist es nicht. Gott hat nur über einige Grundsätze Gemeinschaft gehalten. … Satan nutzt diese traditionellen Kulturen und diese moralischen Auffassungen, um deinem Herzen und deinem Verstand Fesseln anzulegen, wodurch deine Ansichten absurd werden und du in deinem Herzen Gott leugnest und dich Ihm widersetzt, was dazu führt, dass du Gottes Worte nicht annehmen kannst; du bist von diesen Dingen Satans besessen und wurdest unfähig gemacht, Gottes Worte anzunehmen. Wenn du Gottes Worte praktizieren willst, werden diese Dinge aufbegehren und Störungen in dir verursachen und dich dazu bringen, dich gegen die Wahrheit und die Anforderungen Gottes zu sträuben. Selbst wenn du dich vom Joch der traditionellen Kultur befreien willst, wirst du machtlos sein, das zu tun. Nachdem du eine Weile gekämpft hast, wirst du einen Kompromiss eingehen. Du wirst glauben, dass traditionelle moralische Auffassungen korrekt sind und mit der Wahrheit übereinstimmen, und so wirst du Gottes Worte ablehnen oder anzweifeln und Gottes Worte nicht als die Wahrheit annehmen, und weil du der Meinung bist, dass du schließlich immer noch in dieser Welt lebst und nur dann im Leben vorankommen kannst, wenn du dich auf diese Dinge verlässt, wird es dir egal sein, ob du Errettung erlangen kannst. Da du es nicht ertragen kannst, von der öffentlichen Meinung verurteilt zu werden, würdest du dich dafür entscheiden, die Wahrheit und Gottes Worte aufzugeben und stattdessen an den moralischen Auffassungen der traditionellen Kultur festzuhalten, auf Satans Seite zu wechseln und an seiner Seite zu stehen, und es vorziehen, Gott zu kränken, anstatt die Wahrheit anzunehmen. Sagt Mir: Ist der Mensch nicht bemitleidenswert? Braucht er nicht Gottes Errettung? Manche Menschen glauben seit vielen Jahren an Gott, können aber die Frage des Ehrens der Eltern immer noch nicht durchschauen. Ganz gleich, wie über die Wahrheit Gemeinschaft gehalten wird, sie können es nicht verstehen. Sie können diese weltliche Beziehung niemals überwinden; sie haben weder den nötigen Mut noch den nötigen Glauben, geschweige denn die nötige Entschlossenheit, also können sie Gott nicht lieben und sich Ihm nicht unterwerfen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Durch die Enthüllung durch Gottes Worte erkannte ich, dass ein weiterer Grund, warum ich mich meinen Eltern gegenüber immer schuldig fühlte, darin lag, dass ich Ideen wie „Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt“ und „Ein Mensch, der seine Eltern nicht ehrt, ist niedriger als ein Tier“ zu meinen Verhaltensprinzipien gemacht hatte. Ich dachte, nur diejenigen, die ihre Eltern ehrten, hätten Gewissen und Menschlichkeit, aber diese Ansicht stimmt überhaupt nicht mit der Wahrheit überein. Ich dachte an die Heiligen im Laufe der Geschichte, die ihren Eltern und Familien entsagten, um Gott zu folgen und Sein Evangelium zu verkünden. Die Dinge, die sie taten, waren die gerechtesten Taten der Menschheit, sie werden von Gott gebilligt und Er gedenkt ihrer. Aber ich war von der traditionellen Kultur verdorben und konditioniert worden und hatte es als das Wichtigste überhaupt betrachtet, meine Eltern zu ehren. Ins Ausland zu gehen, um meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu tun und meinen Teil zur Verbreitung des Evangeliums des Königreichs beizutragen, ist ganz klar etwas Positives, doch weil ich mich nicht um meine Eltern gekümmert hatte, sah ich mich als undankbares Geschöpf und als ein Kind, das seine Eltern nicht ehrt. Mein Gewissen rügte mich oft, und ich bereute sogar, mein Zuhause so früh verlassen zu haben, um meine Pflicht zu tun. Ich sah, wie diese traditionellen kulturellen Auffassungen mein Gespür für Richtig und Falsch völlig verdreht hatten. Ich bin ein geschaffenes Wesen, und es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass ich meine Pflicht gut tue. Doch nachdem ich vom Tod meiner Eltern erfahren hatte, war ich in einem Zustand der Schuld gefangen. Ich war bei meiner Pflicht geistesabwesend, konnte mich beim Schauspielern nicht in die Rolle einfinden und machte mir keine Vorwürfe, weil ich den Fortschritt des Films verzögert hatte. Darin zeigte sich meine wahre Gewissenlosigkeit! Tatsächlich war das Ableben meiner Eltern etwas ganz Normales. Jeder erfährt Geburt, Alter, Krankheit und Tod. Aber ich steckte in einem Zustand der Mutlosigkeit fest und konnte mich nicht befreien, was einer stillen Klage gegen Gott gleichkam. Erst da sah ich klar, dass die traditionelle Kultur ein Feind Gottes ist. Sie ist Gift. Nach ihr zu leben, würde mich Gott gegenüber nur noch aufsässiger und widerständiger machen. Als ich das erkannte, sah ich, wie kostbar diese von Gott ausgedrückten Wahrheiten sind. Nur die Wahrheit kann mich von Satans Fesseln und Schaden befreien. Danach betete ich zu Gott: „O Gott, ich bin so tief von Satan verdorben worden. Ich wurde durch die falsche Vorstellung ‚Die Eltern zu ehren ist eine Tugend, die es über alles zu erheben gilt‘ gebunden und gefesselt. Ich war in einem Zustand der Schuld gegenüber meinen Eltern gefangen und unfähig, meine Pflicht ernsthaft zu tun. Jetzt verstehe ich, dass dies einer von Satans Tricks ist, um die Menschen zu verderben. Von nun an möchte ich Menschen und Dinge gemäß Deinen Worten betrachten, in allen Angelegenheiten nach der Wahrheit suchen und an meiner Pflicht festhalten.“

Jetzt beeinträchtigt mich das Ableben meiner Eltern nicht mehr. Ich stecke meine ganze Zeit und Energie in meine Pflicht. Ich denke sorgfältig über jede Rolle nach, die ich spiele, und lasse es nicht mehr zu, dass mein persönlicher Zustand oder meine Gefühle meiner Pflicht im Weg stehen. Obwohl es sehr schmerzhaft war, den Tod meiner Eltern zu erleben, habe ich dadurch einige Wahrheiten verstanden. Für mich war dies Gottes Gnade und Errettung. Dank sei Gott!

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