Die Verwandlung einer Schauspielerin

Aug 21, 2020

Von Dong Wei, Südkorea

Der Allmächtige Gott sagt: „Als eines der Geschöpfe, muss der Mensch seine eigene Position beibehalten, sich gewissenhaft verhalten und pflichtgemäß das bewahren, was ihm der Schöpfer anvertraute. Und der Mensch darf nicht abweichend handeln oder Dinge tun, die jenseits der Reichweite seiner Fähigkeit liegen oder Dinge tun, die Gott verabscheut. Der Mensch darf nicht versuchen groß zu sein oder außergewöhnlich oder über anderen zu stehen, noch darf er anstreben Gott zu werden. So sollten die Menschen nicht sein wollen. Es ist absurd anzustreben, groß oder außergewöhnlich zu werden. Anzustreben, Gott zu werden, ist sogar noch schändlicher; es ist abstoßend und verachtenswert. Was lobenswert ist und an was sich die Geschöpfe mehr als an alles andere halten sollten, ist, ein wirkliches Geschöpf zu werden; das ist das einzige Ziel, das alle Menschen verfolgen sollten.“ („Das Wort erscheint im Fleisch“)

Im Mai 2016 spielte ich in einem Film für die Kirche mit. Es war eine große Ehre für mich, einen Beitrag zur Filmarbeit der Kirche zu leisten und bei der Verbreitung von Gottes Worten zu helfen, um so Zeugnis von Seinem Werk abzulegen, damit diejenigen, die sich nach Gott sehnen, Seine Stimme hören und gerettet werden können. Als ich die Hauptrolle in einem Kurzfilm bekam, für den ich vorgespielt hatte, war ich ganz glücklich und aufgeregt. Es war meine erste Hauptrolle. Ich wusste, wenn ich meine Sache gut machen würde, würden alle in der Kirche bewundernd zu mir aufblicken. Wild entschlossen, mein Bestes zu geben, machte ich mich sofort an die Arbeit und vergrub mich in den Text. Wenn ich Schwierigkeiten mit einer Zeile hatte, ließ ich sie von einem erfahreneren Schauspieler lesen, und dann ahmte ich sie nach. Wenn meine Bewegungen nicht stimmten, bat ich jemanden, sie zu demonstrieren, und übte sie dann pausenlos. Manchmal arbeitete ich die Nacht durch, ohne Müdigkeit zu fühlen. Ich arbeitete wirklich hart, und dann kamen einige Brüder und Schwestern zu mir, sie sagten mir nach der Probeaufführung: „Du warst wirklich toll in diesem Kurzfilm.“ Mein Ego blähte sich gewaltig auf, als sie das sagten. Fast als sei ich berühmt, eine Art Star. Doch zu meiner Überraschung sagte mir der Regisseur, der Film müsse aus verschiedenen Gründen neu gedreht werden. Ich war am Boden zerstört. „Neu gedreht? Ich bin doch zurzeit auch Statistin in einem anderen Kirchenfilm, einem Evangeliums-Film. Wenn das Skript des Kurzfilms bearbeitet wird und die Zeitpläne überschneiden sich, werde ich dann noch in der Lage sein, die Hauptrolle zu übernehmen?“ Aber dann dachte ich, ich sei bestimmt die Einzige, die geeignet war, die Rolle zu spielen, da alle meine Darbietung so toll fanden. Ein paar Tage vergingen. Ich hörte, dass das Drehbuch überarbeitet worden war, aber niemand bat mich, zum Set zu kommen. Ich war voller Unruhe. Sobald ich am Morgen die Augen aufschlug, überprüfte ich mein Handy auf Messages in der Hoffnung, jemand habe mir geschrieben. Zur gleichen Zeit hatte ich Angst, am Handy zu lesen, dass sie die Rolle einer anderen gegeben hatten. Jedes Mal wenn ich eine Nachricht erhielt, war ich total gestresst, eine solche Angst hatte ich, sie würden mir die Rolle nicht wieder geben. In diesen paar Tagen konnte ich mich auf nichts konzentrieren und war abwesend bei den Dreharbeiten zu dem Film, in dem ich mitwirkte. Ich konnte einfach nicht mehr warten. Wie der Evangeliums-Film lief, war mir egal. Ich setzte mich mit dem Crew-Manager des Kurzfilms in Verbindung und sagte ihm, ich könnte die Rolle wieder spielen. Aber ein paar Tage später schrieb er mir, sie hätten die Hauptrolle mit Schwester Zhao besetzt, damit die Arbeit an dem Evangeliums-Film, in dem ich mitspielte, nicht ins Stocken geriet. Es war alles so unfair. Ich hatte alles in diese Rolle gesteckt und so viel von meiner Zeit für diesen Film geopfert. Warum hatte man sie mir weggenommen, wo doch das überarbeitete Drehbuch jetzt da war und praktisch mir gehörte? Ich konnte es einfach nicht akzeptieren. Ich versteckte mich lange Zeit im Badezimmer und heulte. Dann kam mir ein schrecklicher Gedanke: „Wenn Schwester Zhao nicht in der Lage wäre, die Rolle zu spielen, hätte ich eine Chance …“ Ich wusste, dass es falsch war, so zu denken, aber ich konnte einfach nicht anders. Ich fühlte mich furchtbar. Sie beendeten die Nachdreharbeiten in Rekordzeit. Und alle sagten, der neue Film sei viel besser. Der Leiter sagte, er sei realistischer und erfüllt von Gottes Führung, und wollte, dass wir alle daraus lernen. Ich konnte nicht anders, als bei mir selbst zu klagen: „Warum lief es diesmal so gut mit dem Filmen, und als ich dabei war, gab es Probleme? Warum konnten sie sich nicht um die Zeitplanung kümmern, damit ich die Hauptrolle spielen konnte?“ Ich war eifersüchtig und wütend auf Schwester Zhao. Ich wollte sie nicht sehen. Für mich war es, als hätte sie mir den Ruhm gestohlen. Ich verzehrte mich so sehr nach Ruhm und war so besessen davon, dass ich das Gefühl hatte, nicht mehr atmen zu können. Ich war an einem wirklich dunklen Ort. Ich betete jeden Tag zu Gott, flehte Ihn an, mir zu helfen, damit ich all den Schmerz und die Frustration hinter mir lassen konnte.

Einmal las ich eine Stelle aus Gottes Worten in meinem Andachtsbuch, die mich berührte und bestürzte. Gottes Worte besagen: „Sobald es um Stellung, Ansehen oder Ruf geht, hüpft das Herz eines jeden voller Erwartung, und jeder von euch möchte immer herausragen, berühmt sein und anerkannt werden. Niemand ist bereit, nachzugeben, möchte stattdessen immer wetteifern – obwohl wetteifern peinlich ist, und in Gottes Haus nicht erlaubt ist. Jedoch bist du noch immer nicht zufrieden, nicht zu wetteifern. Wenn du siehst, dass jemand herausragt, fühlst du dich neidisch, fühlst Hass und hast das Gefühl, dass es ungerecht ist. ‚Warum kann ich nicht herausragen? Warum ist es immer jene Person, die herausragt, und nie bin ich an der Reihe?‘ Du verspürst dann etwas Groll. Du versuchst, ihn zu unterdrücken, aber du kannst es nicht. Du betest zu Gott und fühlst du dich eine Zeit lang besser, doch dann, sobald du erneut auf eine solche Situation triffst, kannst du sie nicht überwinden. Zeigt das nicht eine unreife Statur auf? Ist es nicht eine Falle, wenn ein Mensch in solche Zustände gerät? Das sind die Fesseln von Satans verdorbener Natur, die die Menschen binden. … Wenn du diese Art Zustand wenden und nicht von diesen Dingen kontrolliert werden möchtest, dann musst du sie zuerst beiseitelegen und aufgeben. Andernfalls wird dich umso mehr Dunkelheit umgeben, je mehr du kämpfst, und umso mehr Neid und Hass wirst du in deinem Herzen spüren, und dein Wunsch, etwas zu erlangen, wird nur stärker werden. Je stärker dein Wunsch ist, etwas zu erlangen, desto weniger wirst du fähig sein, es zu tun, und wenn du weniger erlangst, wird dein Hass zunehmen. Wenn dein Hass zunimmt, wirst du innerlich immer dunkler werden. Je dunkler du innerlich bist, desto schlechter wirst du deine Pflicht ausführen. Je schlechter du deine Pflicht ausführst, desto weniger nützlich wirst du sein. Das ist ein in sich verflochtener Teufelskreis. In einem solchen Zustand kannst du deine Pflicht nicht gut ausführen, also wirst du allmählich beseitigt werden.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“) Gottes Worte erklärten genau, wie ich mich fühlte. Seit ich als Schauspielerin in den Filmen der Kirche mitspielte, wollte ich ein großer Star werden. Nichts anderes zählte. Als ich die Hauptrolle in diesem Kurzfilm bekam, wollte ich einfach nur berühmt werden. Deshalb habe ich mich nie beschwert, egal wie mühsam es manchmal war. Als ich erfuhr, dass der Film neu gedreht werden musste, hatte ich Angst, meine alte Rolle nicht wieder zu bekommen, und lebte in ständiger Angst und Unruhe. Mit dem Herzen war ich nicht bei der Erfüllung meiner Pflicht. Als klar wurde, dass ich die Rolle nicht bekommen würde, als mein Traum vom Ruhm dahin war, konnte ich es einfach nicht akzeptieren und gab Gott und den Menschen die Schuld. Ich war so eifersüchtig auf meine Nachfolgerin und hatte so viele giftige Gedanken über sie. Ich hoffte, sie würde nicht in der Lage sein, den Film zu machen, damit ich wieder die Hauptrolle spielen könnte. Alle waren zufrieden mit dem Nachdreh und wie der Film geworden war, aber ich konnte mich einfach nicht damit abfinden und brütete über die entgangene Chance und wurde noch eifersüchtiger, verbitterter und nachtragender. Ich vernachlässigte meine Pflicht, auf Gottes Willen zu achten und Ihn zu bezeugen, sondern wollte nur berühmt sein und von allen geliebt werden. Ich war sogar bereit, die Dreharbeiten zu verzögern, damit ich die Hauptrolle doch noch spielen konnte. Ich hatte keinen Respekt vor Gott. Bis die Worte Gottes mir klar machten, wie verabscheuungswürdig ich gewesen war, nur um Ruhm und Gewinn zu erlangen. Ich verlor meine Menschlichkeit, und das war schrecklich für Gott. Ich wusste, wenn ich nicht zu Gott umkehrte, würde Er mich verstoßen.

Später las ich diese Worte Gottes: „Die Gefühlsregungen der Menschheit sind selbstsüchtig und gehören der Welt der Finsternis an. Sie bestehen nicht des Willens und noch weniger Gottes Planes wegen, und daher kann von Mensch und Gott niemals in einem Atemzug gesprochen werden. Gott ist ewig allwaltend und stets ehrwürdig, während der Mensch ewig nichtswürdig, ewig wertlos ist. Dies ist so, weil Gott unentwegt Opfer bringt und Sich den Menschen hingibt. Der Mensch hingegen nimmt immer nur und müht sich nur um sich selbst. Gott müht sich unentwegt für das Überleben der Menschheit, doch der Mensch steuert niemals irgendetwas für das Licht oder die Gerechtigkeit bei. Selbst wenn der Mensch sich zeitweise bemüht, sind diese Bemühungen doch so schwach, dass sie nicht einem einzigen Rückschlag standhalten können, denn die Anstrengung des Menschen wird nur um seiner selbst willen aufgebracht und nicht für andere. Der Mensch ist immer selbstsüchtig, während Gott ewiglich selbstlos ist. Gott ist die Quelle von allem, was gerecht, gut und schön ist, während der Mensch derjenige ist, der allem Hässlichen und Bösen nachfolgt und es offenkundig macht. Gott wird sein Wesen der Gerechtigkeit und Schönheit niemals ändern, der Mensch jedoch ist absolut dazu in der Lage, zu jeder Zeit und in jeder Situation, die Gerechtigkeit zu verraten und weit von Gott abzuirren.“ („Das Wort erscheint im Fleisch“) Diese Worte Gottes zu lesen erschütterte mich tief. Ich sah, wie egoistisch und schrecklich ich von Natur aus war. Alle meine Gedanken kreisten immer nur um mich. Ich wollte so sehr, dass alles schiefging beim Drehen des Films, nur weil ich nicht die Hauptrolle spielen konnte. Ich hoffte, er würde nicht gezeigt werden. Selbst als ein Leiter uns aufforderte, etwas daraus zu lernen, machte ich mir nicht einmal die Mühe, ihn mir anzusehen. Gott ist voller Freude, wenn die Kirche einen guten Film herausbringt, weil die Wahrheiten, die in jedem Film enthalten sind, all jenen, die den wahren Weg suchen, dabei helfen, ihn zu finden und ihre Probleme zu lösen. Diese Wahrheiten können all jenen Licht bringen, die in Dunkelheit gefangen sind. Sie sind alle sehr hilfreich. Gott hat Freude an positiven Dingen aller Art. Ich war nicht fähig, die gleichen Dinge zu lieben wie Gott. Ich hasste alles, was Er liebte, und liebte alles, was Er hasste. Hieß das nicht, dass ich mich gegen Gott stellte? War ich überhaupt gläubig? Ich war nur ein Teufel, der sich in Gottes Haus versteckte. Eine Ungläubige. Ich hasste es, dass ich so schrecklich war, und ich sprach dieses Gebet: „O Gott, ich habe mich geirrt. Ich wollte Deine Arbeit anhalten, um berühmt zu werden. Ich bin so aufsässig. Ich will bereuen und nicht länger nach Ruhm und Aufmerksamkeit streben. Ich möchte mich Deinem Plan unterwerfen und meine Pflicht gut erfüllen.“ Später las ich einige von Gottes Worten, die genau von dem handelten, was ich durchmachte, und verstand, dass unsere Pflicht eine Verantwortung ist, die wir tragen. Sie ist keine Gelegenheit für uns, anzugeben oder gar unserem Ego zu schmeicheln, sondern sie ist dazu da, uns daran zu erinnern, bescheiden zu sein und hart für Gott zu arbeiten. Ob die Kirche mich als Hauptdarstellerin oder als Statistin einsetzt, egal was es ist, ich muss mein Bestes geben, um zu helfen, die Botschaft von Gottes Werk der letzten Tage zu verbreiten. Das alles zu begreifen war richtig befreiend für mich. Ich sprach für einige weitere Hauptrollen in Kirchenfilmen vor und bekam keine einzige davon. Aber ich konnte damit umgehen, und spielte meine anderen Rollen gut.

Bald darauf bekam ich wieder eine Hauptrolle in einem Kirchenfilm. Ich war dankbar und gelobte im Stillen, nicht nach Ruhm zu streben und die Rolle pflichtgetreu für Gott zu spielen. Als ich endlich das Drehbuch bekam, stürzte ich mich sofort in die Arbeit und begann, die Figur zu analysieren und meinen Text zu lernen. Dann ließen mich meine Brüder und Schwestern einige Kostüme anprobieren und vorführen. Als ich sah, wie sich alle um mich drängten, hatte ich das Gefühl, auf einem Sockel zu stehen. Ich dachte: „Die Hauptrolle ist wirklich etwas Besonderes. Wenn ich die Rolle in diesem Film gut spiele, werden mehr Menschen wissen, wer ich bin, und mich bewundern.“ Als ich merkte, dass ich wieder anfing, nur an Ruhm und Ansehen zu denken, betete ich zu Gott, mir zu helfen, diese egoistischen Gedanken aufzugeben. Aber da ich die Ursache des Problems immer noch nicht ganz verstanden hatte, konnte ich nicht aufhören, davon zu träumen, ein Star zu sein. Gleichzeitig machte ich mir aber auch große Sorgen. Ich hatte vorher kaum eine Hauptrolle gespielt, also entsprach meine schauspielerische Leistung nicht wirklich den Anforderungen. Wenn ich die Rolle verlor, einfach weil ich schlecht spielte, wäre das das Ende. Niemand würde mich jemals wieder in einem Film sehen wollen. Ich musste wirklich hart arbeiten, um die Grundfähigkeiten zu erlernen und einen guten Job zu machen. Ich durfte meine Chance nicht vertun. Jeden Tag ging ich ins Internet, sah mir Schauspielvideos an und suchte nach Online-Kursen, aus denen ich lernen konnte. Ich arbeitete hart, um eine bessere Schauspielerin zu werden und eine annehmbare Hauptrolle zu bekommen. So viel Mühe und Arbeit steckte ich in die Proben, aber nachdem wir ein paar Szenen fertig hatten, sah ich, dass meine Darstellung die Figur in keiner Weise traf. Sie fühlte sich nie wirklich an, so wie ich sie spielte. Der Regisseur sagte, meine Augen seien leblos, und mein Gesichtsausdruck würde nie zur Szene passen. Als ich das alles von ihm hörte, bekam ich es mit der Angst zu tun. Mir wurde klar, ich hatte viel zu tun, und wenn ich nicht schnell dazulernte, würde sie mich definitiv ersetzen. Ich übte noch härter, doch je mehr ich mich anstrengte, desto mehr Probleme bekam ich. Ich spielte jede Szene ganz langsam. Als ich sah, wie die anderen mich alle anstarrten, und die Seufzer des Regisseurs hörte, hatte ich das Gefühl, ein Gewicht würde mich niederdrücken, und ich konnte kaum atmen. Eines Tages sagte der Regisseur zu mir: „Siehst du, Schwester Liu ist richtig für diese Figur. Schau zu, was sie tut, und versuch sie nachzuahmen.“ Ich dachte: „Das war’s. Ich wette, der Regisseur glaubt, sie sei viel besser als ich in dieser Rolle. Wenn ich jetzt nicht besser spiele, wird er ihr die Rolle geben, und nicht mir. Ich darf diese Rolle einfach nicht verlieren. Wenn ich diesmal versage, wird jeder in der Kirche wissen, dass ich kein gute Schauspielerin bin. Wie werde ich dann jemals wieder eine Hauptrolle bekommen? Ich werde immer nur Statistin bleiben und nie zum Star aufsteigen.“ In mir wuchs das Gefühl, dass ich dabei war, alles zu verlieren, und ich fing an, dem Regisseur etwas vorzumachen. Ich machte keine Mittagspause, sondern las stattdessen Bücher über Schauspielerei in der Zeit. Ich saß immer dort, wo der Regisseur mich sehen konnte, und studierte mein Drehbuch. Ich schielte zu ihm hinüber, wenn er nicht hinsah, und wenn er zufrieden schien, war ich erleichtert. Wenn ich seinen Ausdruck nicht deuten konnte, begann ich mich zu fragen, ob er mich ersetzen würde. Ich dachte nicht daran, ihm zu sagen, dass mir die Emotionen der Figur fremd geblieben waren, weil ich Angst hatte, er würde mir eine andere Rolle zuweisen, wenn er herausfände, was Sache war. Ich entfernte mich rasch von Gott, weiter und weiter. Ich fiel in einen dunklen Ort. Ich biss einfach die Zähne zusammen und machte weiter.

Einmal, bevor wir aufbrachen, um am Bahnhof eine Szene zu drehen, erklärte mir der Regisseur die Szene immer wieder und ließ sie mich nachspielen. Irgendwie verstand ich die Szene, konnte aber die Gefühle der Figur nicht erfassen. Aus Angst, der Regisseur könnte denken, ich würde es nicht begreifen, tat ich einfach so, als hätte ich es verstanden. Als wir mit den Dreharbeiten begannen, konnte ich die richtigen Gefühle einfach nicht finden. Nach zweieinhalb Stunden Drehzeit hatten wir nichts im Kasten, das akzeptabel gewesen wäre. Eine anderes Mal, als wir in einem Park filmen wollten, mit einem engen Zeitplan, dachte ich bei: „Ich muss schnell durch diese Szene hindurch“, aber je mehr ich versuchte, gute Arbeit zu leisten, desto nervöser wurde ich. Ich konnte mich einfach nicht in die Szene hineinversetzen. Wir drehten von mittags bis es dunkel wurde und hatten keine einzige gute Aufnahme. Alle waren frustriert, konnten aber nichts dagegen machen. Als der Regisseur sah, dass es mir wirklich nicht gut ging, versuchte er, mir zu helfen, aber mir fielen alle möglichen Ausreden ein, um aus der Situation herauszukommen, denn ich hatte Angst, meine Rolle zu verlieren, wenn ich ihm die Wahrheit sagte. In diesen wenigen Tagen fühlte ich mich schuldig und schrecklich, wenn ich darüber nachdachte, wie ich die Dreharbeiten so sehr verzögert hatte. Immer und immer wieder sagte ich mir, dass ich mich zusammenreißen und meine Pflicht tun und damit aufhören musste, an Ruhm und Status zu denken. Ich konnte einfach nicht. Ich war so besessen davon, die Rolle gut zu spielen, damit ich sie behalten konnte. Sogar meine Träume drehten sich nur um die Filmerei. Die ganze Zeit war ich angespannt, und mit meiner Schlaflosigkeit wurde es immer schlimmer. Alle fragten mich: „Warum bist du in letzter Zeit so anders? Du siehst immer so unglücklich aus.“ Ich hatte Angst, dass sie weniger von mir halten würden, wenn ich ihnen die Wahrheit sagte, deshalb sprach ich mit niemandem darüber.

Ich konnte mich nicht befreien aus meiner ungesunden Besessenheit von Ruhm und Status. Ich konnte einfach nicht aufhören, daran zu denken. Ich betete jeden Tag viele Male zu Gott und bat Ihn, mir zu helfen, darüber hinwegzukommen. In Kirchenversammlungen sprachen alle über die großartigen Erfahrungen, die sie gemacht hatten, aber ich saß nur da und sagte nichts, wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Einmal fragte mich eine Schwester: „Willst du nicht über deine Erfahrungen sprechen? Du hast sicher eine Menge erlebt in den Filmen, in denen du mitgespielt hast.“ Ich geriet in Panik. Ich fand keine Worte. Ich musste über all das nachdenken, was ich durchgemacht hatte. Hatte ich überhaupt etwas daraus gelernt, in den Filmen der Kirche mitzuwirken, diese ganze Zeit? Warum hatte ich das Gefühl, dass ich am Ende mit leeren Händen dastand? Ich hatte mich auf Ansehen und den Status konzentriert und all diese Chancen, Gottes Werk zu erfahren, völlig vergeudet. Warum war ich so gefühllos und taub? Zu dem Zeitpunkt fing ich an, mich dafür zu hassen, dass ich nicht nach der Wahrheit strebte. Ich trat vor Gott, um zu beten und zu bereuen.

Später fand ich in Gottes Worten einen Abschnitt, der meinem Wunsch nach Ruhm und Status auf den Grund ging, und dachte darüber nach. Ich las in Gottes Worten: „Satan benutzt den Ruhm und den Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, bis sie an nichts anderes mehr denken, außer an Ruhm und Gewinn. Sie mühen sich für Ruhm und Gewinn ab, erleiden für Ruhm und Gewinn Schwierigkeiten, erdulden für Ruhm und Gewinn Erniedrigungen, opfern für Ruhm und Gewinn alles, was sie haben, und sie werden jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung für Ruhm und Gewinn treffen. Auf diese Weise bindet Satan den Menschen mit unsichtbaren Fesseln. Diese Fesseln sind den Menschen angelegt und sie haben weder die Kraft noch die Courage, sie von sich zu werfen. Und so tragen Menschen unwissentlich diese Fesseln und stapfen unter großen Schwierigkeiten immer weiter voran. Wegen Ruhm und Gewinn meidet die Menschheit Gott und verrät Ihn und sie wird immer frevelhafter. Auf diese Weise wird deshalb eine Generation nach der anderen im Ruhm und Gewinn Satans vernichtet.“ („Das Wort erscheint im Fleisch“) Als ich das alles durchdachte, verstand ich, dass Satan Ruhm und Gewinn benutzte, um mich zu kontrollieren. Ich hatte, seit ich klein war, unter dem Einfluss Satans gestanden. „Hebe dich von allen anderen ab“, „Ein Mensch muss ein starkes Vermächtnis hinterlassen“, und „So wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt der Mensch für sein Gesicht“. Die giftige Philosophie Satans hatte all meine Gedanken und Handlungen kontrolliert, da war es kein Wunder, dass ich nach Ruhm und Status strebte. Ich dachte, das Leben sei nur dann lebenswert, wenn mich alle kennen, und die Leute, die Stars waren und von vielen Menschen bewundert wurden, waren die einzigen, die ein lebenswertes Leben führten. Als ich als Schauspielerin in den Filmen von Gottes Haus anfing, malte ich mir aus, wie es wäre, eines Tages ein berühmter Star zu sein und verehrt zu werden. Jede Chance, die sich mir bot, nutzte ich, um mein Gesicht in die Kamera zu halten, und es machte mir nichts aus, mich anzutreiben bis zur Erschöpfung. Als ich wieder eine Hauptrolle bekam, kehrte auch mein tiefer Wunsch, mir einen Namen zu machen, zurück. Ich wollte die Chance nicht noch einmal verpassen. Ich fragte nicht nach den Dingen, die ich nicht verstand, und vertraute mich niemandem an, wenn ich in Schwierigkeiten war. Ich versteckte mich hinter einer Fassade. Immer sah ich mich um und checkte, wer in meiner Nähe war. Ich hatte Angst, andere könnten sehen, dass ich unfähig war, und ich die Rolle verlieren würde. Lieber wollte ich verhindern, dass der Film vorankam, als das aufzugeben, was ich haben wollte, und mich anderen zu öffnen und nach der Wahrheit zu streben. Ich dachte nicht an Gottes Werk, als ich nach Ruhm und Status strebte. Ich dachte nicht an meine Verantwortung Ihm gegenüber. Ich war so egoistisch und schrecklich, ich habe meine Pflicht vor Gott nicht erfüllt. Ich habe nichts als Böses getan! Was hat mir all die harte Arbeit für Ruhm und Status letzten Endes gebracht? Ich wurde noch egoistischer, störrischer und grausamer, und ich verlor komplett meine Würde. Mir wurde klar, dass Ruhm nur eine Falle ist, die Satan gestellt hat und in die ich hineingetappt war. Wenn ich kein Lob oder keine Bewunderung erhielt, tat ich alles, welche zu bekommen, und wenn ich sie erhielt, hielt ich verzweifelt daran fest. Für Ruhm und Status wurde ich völlig irrational. Ich verlor meine Integrität und all meine ethischen Grundsätze. Ich habe mich immer wieder gegen Gott gestellt, und da war nichts in meinem Herzen, nichts als Leid. Ich erkannte, dass Satan den Ruhm benutzt, um Menschen zu verderben und zu täuschen, ja sie zu verschlingen. Nach diesen Dingen zu streben führt uns nur in Versuchung und verdirbt uns und führt uns weg von Gott. Wenn ich diesen Weg weiter beschritt, würde ich ein Leben voller Schmerz führen und am Ende umkommen, weil ich mich gegen Gott gestellt habe. Als mir das alles klar wurde, kniete ich vor Gott nieder im Gebet. „O Gott, ich will nicht mehr verbergen, wer ich bin. Auch wenn meine Brüder und Schwestern die Wahrheit über all meine Lügen und meine Gier erfahren und mir die Hauptrolle wegnehmen, muss ich die Wahrheit sagen und bereuen vor Dir.“ In der nächsten Zusammenkunft öffnete ich mich allen und sprach über all die Verdorbenheit in mir, die ich endlich aufgedeckt hatte. Am Ende fühlte ich viel entspannter und im Reinen mit mir selbst. Keiner von ihnen urteilte über mich. Sie führten Gemeinschaft mit mir über Gottes Willen. Ich war tief gerührt.

Danach las ich diese Worte Gottes: „Als eines der Geschöpfe, muss der Mensch seine eigene Position beibehalten, sich gewissenhaft verhalten und pflichtgemäß das bewahren, was ihm der Schöpfer anvertraute. Und der Mensch darf nicht abweichend handeln oder Dinge tun, die jenseits der Reichweite seiner Fähigkeit liegen oder Dinge tun, die Gott verabscheut. Der Mensch darf nicht versuchen groß zu sein oder außergewöhnlich oder über anderen zu stehen, noch darf er anstreben Gott zu werden. So sollten die Menschen nicht sein wollen. Es ist absurd anzustreben, groß oder außergewöhnlich zu werden. Anzustreben, Gott zu werden, ist sogar noch schändlicher; es ist abstoßend und verachtenswert. Was lobenswert ist und an was sich die Geschöpfe mehr als an alles andere halten sollten, ist, ein wirkliches Geschöpf zu werden; das ist das einzige Ziel, das alle Menschen verfolgen sollten.“ („Das Wort erscheint im Fleisch“) Durch Gottes Worte verstand ich: Gott will, dass ich ein geschaffenes Wesen bin, das Seinem Maßstab entspricht. Stattdessen hatte ich mich völlig gegen Gott gestellt und wollte eine berühmte Schauspielerin sein. Ich wollte ein Star sein, wollte nichts mehr, als bewundert und verehrt zu werden. Es war genau wie damals, als Satan glaubte, über Gott zu stehen. Ich habe Seine Disposition ernsthaft beleidigt und war auf dem Weg der Zerstörung. Ich bin nichts anderes als ein geschaffenes Wesen, das zutiefst verdorben ist von Satan, völlig unwürdig, von anderen gelobt und verehrt zu werden. Ich wusste, dass ich meiner Verantwortung als erschaffenes Wesen gerecht werden und meine Pflicht tun musste, um Gott glücklich zu machen. Meine Schauspielerei konnte ein bisschen Wachstum und Verbesserung gut gebrauchen. Aber ich schwor bei mir selbst, nicht mehr nach Ruhm oder Status zu streben. Ich würde daran arbeiten, besser zu werden, und die Erfüllung meiner Pflicht würde mir Bodenhaftung verleihen. Ich konzentrierte all meine Energie auf mein Spiel und hörte auf, darüber nachzudenken, ob ich jemals berühmt sein würde. Jetzt gelang es mir, die Figur zu verstehen, und ich bekam im Nu ein Gefühl für meine Szenen. Wir wurden viel schneller mit den Dreharbeiten fertig als früher. Endlich meine Pflicht zu erfüllen hat mich befreit. Die anderen sagten mir immer wieder, wie sehr sich mein ganzes Verhalten verändert hatte. Ich war nicht mehr abgelenkt, und auch meine Darstellung verbesserte sich. Ich dankte Gott immer und immer wieder.

Das Wichtigste, was ich aus dieser ganzen Erfahrung gelernt habe, war zu verstehen, dass etwas für Gottes Haus zu tun niemals bedeuten darf, etwas für sich selbst zu tun. Es geht darum, die Worte Gottes zu verbreiten und Zeugnis abzulegen. Das ist die Verantwortung jedes geschaffenen Wesens. Davor war ich so kurzsichtig und begriff die Wahrheit nicht. Ich wollte weltliche Dinge wie Ruhm und Status, und wurde von Satan gequält, bis ich kaum noch ein Mensch war. Ich habe auch der Arbeit der Kirche Schaden zugefügt. Das Urteil der Worte Gottes riss mich zurück von meinen Verfehlungen, rettete mich einmal mehr vor Satan und brachte mich wieder auf den rechten Weg zurück. Jetzt bin ich an meinen rechtmäßigen Platz als geschaffenes Wesen zurückgekehrt und tue meine Pflicht gut. Endlich ist mein Leben in Frieden. Das war Gottes Erlösung und Liebe. Dank sei dem Allmächtigen Gott!

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