Wachstum in der Drangsal

Aug. 27, 2026

Von Zhen’ai, China

Am 23. August 2022 lud der Bezirksleiter einige von uns Predigerinnen zu einer Versammlung ein. Wir warteten bis zum Nachmittag, aber der Leiter erschien nicht. Später erfuhren wir, dass Kirchenleiter und viele Brüder und Schwestern verhaftet worden waren. Schwester Lu Yang, die bei mir gewohnt hatte, war ebenfalls verhaftet worden. Zudem war der Leiter, der uns zu der Versammlung eingeladen hatte, schon einen ganzen Tag und eine Nacht lang nicht mehr erreichbar, und es war so gut wie sicher, dass ihm etwas zugestoßen war. Als ich diese Nachricht hörte, war ich fassungslos. Die Verhaftungswelle hatte Dutzende von Kirchen betroffen und alles hatte am frühen Morgen des 23. stattgefunden, was auf eine koordinierte Aktion der KPCh hindeutete. Ich erinnerte mich daran, dass der Leiter nur wenige Tage zuvor ein paar Mal bei mir zu Hause gewesen war, und ich fragte mich, ob ich vielleicht auch ins Visier geraten könnte. Wenn ja, würde ich dann eines Tages auch verhaftet werden? Die KPCh betrachtet Gläubige nicht als Menschen und wendet alle Arten von Folter an, um sie zum Verrat an Gott zu zwingen. Ich beaufsichtigte die Arbeit mehrerer Kirchen, und wenn ich verhaftet würde, würde die KPCh mich sicher nicht so einfach davonkommen lassen. Bei diesem Gedanken schnürte sich mir die Brust zusammen und ich schreckte bei der kleinsten Bewegung draußen auf, aus Angst, jeden Moment verhaftet zu werden. Als ich merkte, dass mein Zustand nicht in Ordnung war, betete ich schnell zu Gott: „Gott, jetzt, wo die Kirche mit massiven Razzien konfrontiert ist, fühle ich mich sehr furchtsam. Bitte beschütze mich und gib mir Glauben, damit ich nicht von diesem Umfeld eingeschränkt werde.“ Nach dem Gebet erinnerte ich mich an den Film „Meine Geschichte, unsere Geschichte“ und suchte ihn schnell heraus, um ihn anzusehen. Eine Passage aus Gottes Wort in dem Film gab mir Glauben.

Der Allmächtige Gott sagt: „Obwohl Satan Hiob mit begehrlichen Augen betrachtete, wagte er es ohne Gottes Erlaubnis nicht, Hiob ein einziges Haar zu krümmen. Obwohl Satan inhärent böse und grausam ist, hatte er, nachdem Gott ihm Seinen Befehl erteilte, keine Wahl, als sich an Gottes Weisung zu halten. Obwohl Satan ungestüm wie ein wilder Wolf unter Schafen war, als er über Hiob herfiel, wagte er also nicht seine Grenze zu vergessen, die ihm von Gott gesetzt worden war, wagte nicht die Befehle Gottes zu verletzen und in Allem was er tat, wagte Satan nicht von den Prinzipien und Grenzen der Worte Gottes abzuweichen – ist das nicht eine Tatsache? Hieraus kann man sehen, dass Satan es nicht wagt, einem der Worte von Gott Jehova zuwiderzuhandeln. Für Satan ist jedes Wort aus Gottes Mund ein Befehl und ein himmlisches Gesetz und ein Ausdruck der Autorität Gottes – denn hinter jedem Wort Gottes ist Gottes Strafe für jene impliziert, die die Befehle Gottes übertreten, und für jene, die die himmlischen Gesetze missachten und sich ihnen widersetzen(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Gottes Worte sagen uns deutlich, dass Satan, egal wie grausam er auch sein mag, Gottes Befehle nicht überschreiten kann und auch nicht die von Gott gesetzten Grenzen übertreten kann. Egal wie teuflisch Satan ist, er ist immer noch ein dienendes Objekt in Gottes Händen und ein Werkzeug, das benutzt wird, um Gottes auserwähltes Volk zu vervollkommnen. Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar: Am Tag der großangelegten Razzia hatte der Leiter geplant, sich mit einigen von uns zu versammeln. Hätte die Polizei die Operation nur etwas später durchgeführt, wären wir Predigerinnen zusammen mit dem Leiter verhaftet worden. Ich erkannte, dass die Verhaftungen von Brüdern und Schwestern von Gott zugelassen sind. Satan kann ohne Gottes Erlaubnis nicht handeln; das ist Gottes Autorität. Dies wurde mir besonders deutlich, als ich die Brüder im Gefängnis im Film sah, wie sie sich darauf verließen, dass Gott ihnen unter strenger Überwachung Seine Worte weitergeben würde, und wie sie sich gegenseitig halfen und unterstützten, und wie ihr Glaube an Gott dadurch noch stärker wurde. Egal, wie die KPCh Drohungen oder Verlockungen einsetzte, sie blieben in ihrem Zeugnis standhaft. Das zeigte die Kraft von Gottes Worten. Als ich die Erfahrung dieser Brüder sah, hatte ich nicht mehr so viel Angst. Ich dachte daran, wie oft ich Gottes Allmacht und Herrschaft über alle Dinge verkündet hatte und wie oft ich gesagt hatte, ich würde die Arbeit der Kirche schützen. Doch als ich hörte, dass immer mehr Menschen verhaftet wurden, war ich von Ängstlichkeit und Furcht erfüllt. Meine frühere Entschlossenheit und meine Versprechen schienen längst vergessen, und besonders der Gedanke, bei einer Verhaftung Folter zu erleiden, weckte meine Sorgen. Angesichts der Realität erkannte ich schließlich, wie klein mein Glaube war. Sobald ich in Gefahr geriet, wurde ich furchtsam und ängstlich und begann, mir Sorgen um meine eigene körperliche Sicherheit zu machen. Inwiefern hatte ich denn irgendeine Größe? Als ich das erkannte, betete ich zu Gott und bat Ihn, mir Glauben zu schenken, damit ich meine Pflichten erfüllen und in der Drangsal in meinem Zeugnis standhaft bleiben konnte.

Nach diesem Vorfall gab es eine Menge wichtiger Folgearbeiten, die erledigt werden mussten. Um zu verhindern, dass die Bücher mit Gottes Worten in die Hände der KPCh fielen, wurde beschlossen, dass Schwester Gao Qing und ich für deren Umlagerung verantwortlich sein sollten. Als ich sah, dass ich mit einer so wichtigen Aufgabe betraut wurde und die Bedeutung dieser Verantwortung verstand, war ich bereit, sie zu übernehmen. Doch als ich an die Gefahren dachte, die mit der Umlagerung verbunden waren, konnte ich nicht umhin, ein wenig Angst zu verspüren: „Wenn wir verhaftet werden und die KPCh erfährt, dass wir die Bücher mit Gottes Worten transportieren, werden sie uns sicher zwingen, weitere Kircheninformationen preiszugeben, und uns foltern. Selbst wenn wir nicht sterben, werden wir durch die Mangel gedreht! Was soll ich tun, wenn ich eine Behinderung davontrage? Dann könnte ich nicht nur keine Pflicht mehr tun, sondern hätte auch Probleme, für mich selbst zu sorgen. Wäre es dann nicht aus mit mir? Könnte ich dann noch errettet werden? Mir fehlt es sowohl an Mut als auch an Weisheit. Kann ich dieser Pflicht wirklich gewachsen sein? Sollten wir für diese Verantwortung nicht jemanden finden, der mutiger und weiser ist?“ Ich wollte das gerade zu meiner Schwester sagen, aber ich zögerte und schluckte die Worte wieder hinunter. Ich dachte daran, dass, angesichts der wenigen Personen, die in dieser Situation kontaktiert werden konnten, alle erst nach sorgfältiger Überlegung entschieden hatten, dass ich diese Aufgabe übernehmen sollte. Ich dachte an diese Worte Gottes: „Du solltest dich für alles einsetzen und für alles Verantwortung übernehmen, was die Interessen oder die Arbeit von Gottes Haus und den Namen Gottes betrifft. Das muss jeder von euch tun – es ist eure Verantwortung und eure Verpflichtung(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Über Gottes Verwaltungsverordnungen im Zeitalter des Königreichs). Die Interessen des Hauses Gottes zu schützen und die Sicherheit der Bücher mit Gottes Worten zu gewährleisten, ist zu jeder Zeit die Verantwortung und Pflicht eines jeden Mitgliedes von Gottes Auserwähltem Volk. Ich war seit vielen Jahren gläubig und hatte die Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen, doch als die Sicherheit der Bücher mit Gottes Worten in Gefahr war und sie umgelagert werden mussten, war ich nicht proaktiv bei der Ausführung dieser Aufgabe. Stattdessen dachte ich nur an meine eigenen Zukunftsperspektiven und -wege. Aus Angst, verhaftet und gefoltert zu werden, wollte ich diese Pflicht jemand anderem überlassen. Ich war so egoistisch und mir fehlte jegliches Gewissen und jegliche Vernunft! Da sich alle einig waren, dass ich die am besten geeignete Person für die Umlagerung der Bücher mit Gottes Worten war, musste darin Gottes Absicht liegen. Insbesondere weil ich bei dieser großangelegten Razzia nicht verhaftet worden war, hatte ich eindeutig eine Rolle zu spielen und sollte diese nicht ablehnen. Ich bin ein geschaffenes Wesen; Gott weiß, was ich tun kann. Ob ich verhaftet würde oder nicht, lag in Gottes Händen. Wenn Gott bestimmen würde, dass ich verhaftet werden soll, würde ich mich unterwerfen, aber wenn Gott dies nicht zulässt, kann die KPCh mir nichts anhaben. Genauso wie Daniel an Gott glaubte: Selbst als er in die Löwengrube geworfen wurde, taten ihm die Löwen nichts an. Egal, wie hemmungslos die KPCh auch wütet, sie ist immer noch in Gottes Händen und lediglich ein dienendes Objekt in Gottes Werk. Mit diesem Verständnis gewann ich Glauben und betete zu Gott: „Gott, jetzt müssen die Bücher mit Deinen Worten dringend umgelagert werden. Ich fühle mich furchtsam und ängstlich, aber ich weiß, dass Satan in Deinen Händen ist. Ich bin bereit, meine eigene Sicherheit zurückzustellen und mit Schwester Gao Qing zusammenzuarbeiten, um die Bücher an einen sicheren Ort zu bringen. Bitte führe uns.“ Am nächsten Morgen machten wir uns im dichten Nebel auf den Weg und brachten die Bücher erfolgreich an einen sicheren Ort.

Da mehrere Kirchenleiter verhaftet worden waren, wurden Schwester Gao Qing und ich vorübergehend befördert, um die Arbeit dieser Kirchen zu beaufsichtigen. Ich wusste, dass ich mich meiner Pflicht nicht entziehen sollte, aber ich spürte großen Druck. Diese Pflicht in einem so kritischen Moment zu übernehmen, war in der Tat sehr gefährlich. Da jedoch die Leiter verhaftet worden waren und die Arbeit der Kirche fast zum Erliegen gekommen war, konnten die Brüder und Schwestern ihr Kirchenleben nicht mehr führen und brauchten dringend jemanden, der die Arbeit schulterte. Zu diesem Zeitpunkt hätte es mir an Menschlichkeit gefehlt, wenn ich mich dieser Pflicht entzogen hätte. Nach reiflicher Überlegung nahm ich die Pflicht an. Doch nicht lange danach erfuhr ich, dass die Polizei den verhafteten Brüdern und Schwestern bei den Verhören Fotos zeigte und sie aufforderte, die Leiter zu identifizieren. Die KPCh verhaftete ständig Leiter, und wenn sie wüsste, dass ich jetzt eine Kirchenleiterin war, würde mir bei einer Verhaftung dann nicht auch eine schwere Strafe drohen? Ich dachte an die Brüder und Schwestern, die verhaftet und verurteilt worden waren. Einige waren im Gefängnis von Häftlingen misshandelt worden, andere wurden von Gefängniswärtern schwer geschlagen und gefoltert und mussten jeden Tag schwere körperliche Arbeit verrichten. Angesichts meiner ohnehin schon schwachen Gesundheit würde sich, wenn ich erst einmal verhaftet und verurteilt wäre, jeder Tag im Gefängnis wie ein Jahr anfühlen, und es ist schwer zu sagen, ob ich es da wieder herausschaffen würde. In China seine Pflicht zu tun, ist in der Tat mit Gefahren behaftet, als stünde man auf Messers Schneide und wäre ständig lebensbedrohlichen Risiken ausgesetzt. Immer wieder dachte ich, es wäre besser gewesen, wenn ich diese Pflicht nicht übernommen hätte … Ich war zutiefst besorgt und konnte mich nicht auf meine Arbeit konzentrieren. Als ich merkte, dass mein Zustand nicht in Ordnung war, betete ich schnell zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu beschützen.

In dieser Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen. Ich dachte darüber nach, dass ich angesichts der großangelegten Razzia gegen die Kirche nur Feigheit und Angst offenbart hatte und dass ich mich sogar meiner Pflicht entziehen wollte, um mich zu schützen. Warum dachte ich bei allem, was mir widerfuhr, immer nur an mich selbst? Während meiner Andachten las ich zwei Passagen aus Gottes Worten: „Antichristen tun alles, um ihre Sicherheit zu schützen. Sie denken bei sich: ‚Ich muss unbedingt für meine eigene Sicherheit sorgen. Ganz egal, wer geschnappt wird – ich darf es nicht sein.‘ In dieser Angelegenheit treten sie häufig im Gebet vor Gott und flehen darum, dass Gott sie vor Schwierigkeiten bewahrt. Sie denken, dass sie ja in jedem Fall die Arbeit der Kirchenleitung ausführen und dass Gott sie beschützen sollte. Zu ihrer eigenen Sicherheit und um eine Verhaftung zu vermeiden, jeglicher Verfolgung zu entgehen und in einer sicheren Umgebung unterzukommen, flehen und beten Antichristen oft um ihre eigene Sicherheit. Nur wenn es um ihre eigene Sicherheit geht, vertrauen sie wirklich auf Gott und geben sich Ihm wirklich hin. Was dies anbelangt, haben sie wahren Glauben und ihr Vertrauen auf Gott ist echt. Sie machen sich nur die Mühe, zu Gott zu beten, um Ihn zu bitten, ihre Sicherheit zu wahren, wobei sie nicht im Geringsten an die Arbeit der Kirche oder ihre Pflicht denken. Bei ihrer Arbeit ist persönliche Sicherheit das Prinzip, das sie leitet. Wenn es einen sicheren Ort gibt, werden sich Antichristen diesen Ort als ihren Arbeitsplatz aussuchen, und sie werden bei ihrer Arbeit durchaus proaktiv und positiv erscheinen und ihr großes ‚Verantwortungsbewusstsein‘ und ihre ‚Treue‘ zeigen. Wenn die Verrichtung einer Arbeit bedeutet, dass sie Risiken eingehen müssen, und es wahrscheinlich ist, dass sie in Gefahr geraten oder vom großen roten Drachen entdeckt werden, dann erfinden sie Ausreden, lehnen sie ab und suchen nach einer Gelegenheit, davor zu fliehen. Sobald Gefahr oder ein Hauch von Gefahr besteht, denken sie sich jede erdenkliche Möglichkeit aus, um sich selbst herauszuziehen und ihre Pflicht im Stich zu lassen, wobei sie sich nicht um die Brüder und Schwestern kümmern, sondern sich nur darum sorgen, der Gefahr zu entkommen. Möglicherweise haben sie sich bereits mental vorbereitet: Sobald Gefahr aufkommt, werden sie die Arbeit, die sie gerade erledigen, sofort stehen und liegen lassen, ohne sich darum zu kümmern, wie es mit der Arbeit der Kirche läuft oder wie es den Interessen von Gottes Haus schadet oder wie es um die Sicherheit der Brüder und Schwestern bestellt ist – was für sie zählt, ist Flucht(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). „Antichristen sind extrem egoistisch und verachtenswert. Sie haben keinen wahren Glauben an Gott, geschweige denn Treue gegenüber Gott; wenn sie auf ein Problem stoßen, schützen und wahren sie nur sich selbst. Für sie ist nichts wichtiger als ihre eigene Sicherheit. Solange sie noch leben und nicht verhaftet werden, ist es ihnen gleichgültig, wie viel Schaden dem Werk der Kirche zugefügt wird. Diese Menschen sind extrem selbstsüchtig, sie denken überhaupt nicht an die Brüder und Schwestern oder an das Werk der Kirche, sie denken nur an ihre eigene Sicherheit. Sie sind Antichristen(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott entlarvt, dass die Natur von Antichristen extrem egoistisch und verachtenswert ist. Sie stellen ihre eigenen Interessen über alles, und zögern in keiner Situation, in denen ihre Interessen berührt werden, sich selbst zu schützen. Antichristen sind ausschließlich profitorientiert und besitzen keinerlei Gewissen oder Vernunft. Sie halten sich an die satanische Philosophie „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und leben ein vollkommenes Abbild Satans aus. Als ich über Gottes Worte und mein eigenes Verhalten nachdachte, fragte ich mich: Hatte ich nicht die egoistische und verachtenswerte Disposition eines Antichristen offenbart? Normalerweise, wenn keine Verhaftungsgefahr bestand, war ich sehr proaktiv bei der Ausführung meiner Pflichten, egal wie hart oder anstrengend sie waren, und gab vor, meinen Pflichten treu zu sein und mich Gott zu unterwerfen. Doch als die Kirche mit einer großangelegten Razzia konfrontiert wurde und die mir zugewiesenen Pflichten meine persönlichen Interessen berührten, wurden mein Egoismus und meine Verachtenswürdigkeit offenbart. Als die Brüder und Schwestern mich für die Umlagerung der Bücher mit Gottes Worten vorschlugen, wollte ich die Pflicht an jemand anderen abgeben, um mich zu schützen. Als die Kirche mich vorübergehend zur Leiterin beförderte, konzentrierte ich mich nicht darauf, wie ich die Kirchenarbeit gut ausführen und diese Verantwortung schultern konnte. Stattdessen machte ich mir Sorgen, verhaftet und verurteilt zu werden, und dachte sogar daran, mich der Pflicht zu entziehen, um mich zu schützen. Ich hatte solche Angst vor dem Tod! Man sagt, in der Not zeige sich wahre Aufrichtigkeit, aber habe ich mich angesichts der Drangsal aufrichtig verhalten? Nein! Ich habe nichts als Egoismus und Unaufrichtigkeit offenbart! Ich dachte daran, wie ich all die Jahre die Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen hatte, aber als die Kirche mit einer großangelegten Razzia konfrontiert war und meine Hilfe benötigte, suchte ich nach Ausreden, um mich meiner Pflicht zu entziehen und mich zu schützen. Inwiefern besaß ich überhaupt irgendeine Menschlichkeit? Ich hatte zu Gott gebetet und gesagt, ich sei bereit, mich für Ihn aufzuwenden und Seine Liebe zu erwidern, doch was ich auslebte, war egoistisch und verachtenswert und der Versuch, mich selbst zu schützen. Ist das nicht Betrug an Gott? Wären diese Tatsachen nicht ans Licht gekommen und gäbe es nicht das Gericht und die Entlarvung durch Gottes Worte, hätte ich immer noch kein wahres Verständnis meiner egoistischen und eigennützigen satanischen Disposition. Ich würde immer noch denken, dass ich Gott gegenüber aufrichtig bin und dass Er mich sicherlich billigt, und dass ich, wenn Gottes Werk vollendet ist, in das Königreich eingehen und Gottes Segen genießen würde. Ich kannte mich selbst wirklich nicht! Gottes Werk ist so praktisch. Durch die Verfolgung und die Verhaftungen, die der große rote Drache durchführt, hat Er meine Verdorbenheit offenbart und mir geholfen, mich selbst zu verstehen. Das ist Gottes Errettung für mich! Bei diesem Gedanken empfand ich Reue und wollte nicht länger nach Satans Philosophien leben.

Später stieß ich auf eine Passage von Gottes Worten, die sehr erleuchtend für mich war. Gott sagt: „Wenn du zugibst, dass du ein geschaffenes Wesen bist, musst du dich darauf vorbereiten, zu leiden und einen Preis zu zahlen, um deiner Verantwortung nachzukommen, das Evangelium zu predigen, und um deine Pflicht gut auszuführen. Vielleicht ist der Preis, dass du an irgendeinem körperlichen Gebrechen oder Schwierigkeiten leidest, oder die Verfolgung des großen roten Drachen erleidest oder du Missverständnisse weltlicher Menschen erdulden musst sowie die Widrigkeiten, die man beim Predigen des Evangeliums durchlebt: verraten zu werden, geschlagen und beschimpft zu werden, verurteilt zu werden – sogar angegriffen und in Lebensgefahr gebracht zu werden. Es ist möglich, dass du im Zuge des Predigens des Evangeliums sterben wirst, bevor Gottes Werk vollendet ist, und dass du den Tag von Gottes Herrlichkeit nicht miterleben wirst. Darauf musst du vorbereitet sein. Das soll euch nicht ängstigen; es ist eine Tatsache. … Wie kamen überdies jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar zu Tode gebracht – so starben sie den Märtyrertod. … Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke des Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; das heißt, seiner Verantwortung nachzukommen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich: Wenn wir den Sinn des Lebens und den Wert von Leben und Tod wirklich klar erkennen und nach Gottes Worten leben, können wir uns Gott wirklich unterwerfen und in Zeiten der Drangsal in unserem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben. Das Leben ist für jeden von uns das Kostbarste. Wenn wir unser Leben Gott anvertrauen können, kann uns nichts besiegen. Als ich darüber nachdachte, wie ich Gott bis zu diesem Punkt gefolgt war, wurde mir bewusst, dass es mir gelungen war, nach und nach Dinge wie Arbeit, Familie, Ehe und Reichtum loszulassen. Aber als ich mit Gefahr und der Möglichkeit konfrontiert wurde, mein Leben zu verlieren, wurde meine Auflehnung enthüllt. Ich wollte mich meinen Pflichten entziehen, um mich zu schützen. Ich hatte zu viel Angst vor dem Tod! Die wahnsinnige Verfolgung und die Verhaftungen durch die KPCh sollen uns furchtsam und ängstlich machen, damit wir unserem Glauben an Gott den Rücken kehren, unsere Pflichten aufgeben und Ihn verraten, sodass wir die Chance auf Errettung verlieren. Das ist Satans böswilliger Plan. Nur wenn wir unser Leben Gott anvertrauen und unsere Pflichten, ganz gleich, wie Gott die Dinge orchestriert und anordnet, mit einem Herzen der Unterwerfung erfüllen, können wir Satan besiegen und beschämen. Ich hatte immer gedacht, wenn ich durch Verfolgung sterben würde, würde ich nicht errettet werden, aber das war meine eigene Auffassung und Einbildung. Im Zeitalter der Gnade erlebten die Apostel Verfolgung und Verhaftungen durch die römische Regierung. Einige wurden mit dem Schwert getötet, andere kopfüber gekreuzigt. Sie bezahlten mit ihrem Leben, um das Evangelium des Himmelreichs zu verbreiten, und legten mit ihrem Leben Zeugnis für die Errettung des Herrn Jesus ab, wodurch sie Gottes Anerkennung erlangten. Heute werden viele Brüder und Schwestern ebenfalls verhaftet und verfolgt, weil sie Gottes Evangelium der letzten Tage verbreiten. Sie erleiden Folter und Schläge, die zu Behinderungen oder sogar zum Tod führen, aber sie entscheiden sich dafür, in ihrem Zeugnis für Gott standhaft zu bleiben, und weigern sich selbst im Tod, Satan nachzugeben. Ein solcher Tod ist bedeutungsam. Auch wenn der Körper aus menschlicher Sicht stirbt, stirbt die Seele nicht. All dies unterliegt Gottes Anordnung. Sein Leben hinzugeben, um für Gott Zeugnis abzulegen, ist die höchste Form des Zeugnisses. Als ich darüber nachdachte, fühlte ich mich erleuchtet. Dieses gegenwärtige Umfeld war Gottes Art, mich zu prüfen, um zu sehen, ob ich angesichts dieser widrigen Situation wählen würde, meine Pflichten zu erfüllen und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben, oder ob ich meine Pflichten aufgeben und ein sinnloses Leben führen würde. Gott beobachtete meine Haltung und mein Handeln. Der Herr Jesus sagte: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle(Matthäus 10,28). „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden(Matthäus 10,39). Mein Leben ist in Gottes Händen. Obwohl Satan meinen Körper einsperren und schädigen kann, kann er mein Schicksal oder meinen Bestimmungsort nicht kontrollieren. Das Leben eines jeden Menschen liegt in Gottes Händen, und alles, was wir erleben, wird von Ihm passend angeordnet. Wenn ich meinen Pflichten den Rücken kehren würde, um mich selbst zu schützen, wäre das ein Verrat an Gott, und ich würde meine Chance auf Errettung verlieren. Gott hat mir das Leben geschenkt und mich in diese Welt gebracht, also gibt es für mich einen Auftrag zu erfüllen. Dem Schöpfer folgen und meine Pflichten als geschaffenes Wesen erfüllen zu können, bedeutet, dass mein Leben nicht umsonst ist! Gottes Worte inspirierten mein Herz. Egal, was die Zukunft bringt, es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass sich ein geschaffenes Wesen dem Schöpfer unterwirft. Ich war bereit, mein Leben Gott anzuvertrauen, zu tun, was ich konnte, und meine Pflichten zu erfüllen. Später, um das Kirchenleben schnell wiederherzustellen, beriefen wir eine Versammlung mit den Diakonen der Kirche ein. Wir hielten Gemeinschaft darüber, wie wir in Zeiten der Drangsal an unseren Pflichten festhalten können, und über die Absicht Gottes angesichts von Verfolgung und Verhaftungen. Außerdem setzten wir verschiedene Aufgaben um. Zwei Monate später normalisierte sich das Kirchenleben der Brüder und Schwestern allmählich wieder.

Eines Tages im November erhielten wir plötzlich die Nachricht, dass der Kirchenleiter Li Zhong und fünfzehn weitere Brüder und Schwestern gewaltsam von der Polizei verhaftet und abgeführt worden waren. Mein Herz zog sich wieder zusammen, und ich empfand noch mehr Hass gegenüber der KPCh, diesem Dämon. Am nächsten Morgen besprachen wir dringend mit den Mitarbeitern, wie wir die Bücher mit Gottes Worten in Sicherheit bringen könnten. Da ich die Einzige war, die den neuen Ort kannte, wurde beschlossen, dass ich die Bücher zum neuen Standort transportieren sollte. Doch ich dachte bei mir: „Auf dieser Strecke sind überall Fahrzeuge und Kameras, denen man nicht ausweichen kann. Wenn ich während des Transports entdeckt werde, ist das ein unwiderlegbarer Beweis, und ich werde sicher verurteilt. Was ist, wenn ich Opfer der Verfolgung mit Todesfolge werde? Das ist zu gefährlich! Vielleicht sollte jemand anderes gehen.“ Aber gerade als ich das vorschlagen wollte, schluckte ich die Worte wieder hinunter. In diesem kritischen Moment dachte ich immer noch an meine persönliche Sicherheit. Inwiefern zeigte ich da überhaupt noch irgendeine Treue? Ich hatte zu große Angst vor dem Tod! Mein Leben ist in Gottes Händen, nicht unter meiner eigenen Kontrolle. Ich musste Gott treu sein. Als ich daran dachte, betete ich zu Gott: „Gott, ich bin so egoistisch und verachtenswert. Ich habe schon wieder versucht, meine Pflichten von mir zu schieben. Jetzt bin ich bereit, mein Leben in Deine Hände zu legen. Bitte führe mich, meine Pflichten in diesem entscheidenden Moment zu erfüllen und die Bücher sicher zu transportieren.“ In diesem Moment erinnerte ich mich an einige Worte Gottes: „Wenn es um deine Pflicht und deine Verantwortlichkeiten geht – oder, auf einer übergeordneten Ebene betrachtet, um den Auftrag geht, den Gott dir auferlegt hat, und um eine wichtige Arbeit, die Gott dir zugeteilt hat – solltest du immer einen Preis zahlen. Ganz gleich, wie schwierig es auch sein mag – ganz gleich, ob du dich komplett aufarbeiten musst oder du Verfolgung erleiden musst oder es sogar dein Leben in Gefahr bringen sollte – du darfst die Kosten nicht scheuen, sondern musst deine Loyalität darbringen und dich bis in den Tod unterwerfen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Warum man nach der Wahrheit streben muss). Gottes Worte gaben mir Glauben und Kraft. In der Pflicht, die an diesem Tag auf mich zukam, lag Gottes Absicht, und ob ich verhaftet werden würde oder nicht, war ebenfalls von Gott bestimmt. Da es in diesem Moment am passendsten für mich war, die Bücher mit Gottes Worten zu transportieren, sollte ich mich bedingungslos unterwerfen. Später gelang es mir dank der Mithilfe aller, die Bücher an einen sicheren Ort zu bringen.

Durch diese Erfahrung gewann ich einige Erkenntnisse: Als ich in einer gefährlichen Situation war, gaben mir Gottes Worte Glauben und Mut und ermöglichten es mir, an meinen Pflichten festzuhalten. Gleichzeitig sah ich, wie ängstlich ich war und wie sehr ich mein eigenes Leben schätzte. Ich gewann ein gewisses Verständnis meiner egoistischen und auf Profit bedachten satanischen Disposition und lernte, den Tod klarer zu sehen, sodass ich weniger Angst hatte. Ich wurde in meinem Glauben bestärkt, Gott zu folgen und ein sinnvolles Leben anzustreben. Diese Erkenntnisse hätte ich in einem komfortablen Umfeld nicht gewinnen können.

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