Jahresbericht von 2019 zur Verfolgung der Kirche des Allmächtigen Gottes durch die Kommunistische Regierung Chinas

Feb 23, 2020

Inhaltsverzeichnis:

In diesem Bericht werden einige Pseudonyme verwendet, um die aufgeführten Christen und ihre Familien zu schützen. Alle Pseudonyme sind mit Sternchen * gekennzeichnet, um sie von echten Namen zu unterscheiden.

1. Übersicht

1.1 Unter der Herrschaft von Xi Jinping verschlimmerte sich im Jahr 2019 allgemein die religiöse Verfolgung in China

2019 unternahmen die Behörden der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unter der Führung von Xi Jinping zur Umsetzung der neuen Verordnungen über religiöse Angelegenheiten weiterhin große Anstrengungen, um die „Sinisierung“ der Religion landesweit zu beschleunigen. Mit der Behauptung, dass „Religion in allen Bereichen mit der Partei um ideologisches Territorium und die Herzen der Menschen wetteifert“, haben die Behörden zur Umsetzung ihres absurden Ziels „den Niedergang der Religion zu beschleunigen und zu fördern“ und China als „atheistisches Gebiet“ zu etablieren, den religiösen Glauben umfassend unterdrückt. Die KPCh hat versucht, sämtliche Hauskirchen zu verbieten, die es ablehnten, Teil der offiziellen Kirchen zu werden.[1] Was die unter amtlicher Kontrolle stehenden Religionen betrifft, hat die KPCh diese zum Abbild des Kommunismus und des Sozialismus gemacht und von allen Religionen verlangt, ihre Doktrinen und Kanones gemäß den „sozialistischen Grundwerten“ neu zu interpretieren sowie klassische religiöse Texte wie die Bibel und den Koran umzuschreiben.[2] Zudem wurden neue Verordnungen erlassen, die religiöse Gruppen dazu verpflichten, sich der Führung der KPCh zu fügen und „die Grundsätze und Richtlinien der KPCh zu verbreiten“.[3] Die Behörden unterdrücken religiöse Gruppen wie die Kirche des Allmächtigen Gottes, die Shouters und die All-Sphere-Kirche unter dem Vorwand, „mit Bandenkriminalität aufzuräumen und das Böse zu beseitigen“, und setzen dies mit dem Verhindern von „Farbrevolutionen“ und dem Kampf gegen Terrorismus gleich. Hierdurch machen sie dies zu einem Hauptbestandteil der Arbeit am „Schutz der Regimesicherheit“.[4] Unter der totalitären Unterdrückung der KPCh hat sich die Situation in Bezug auf die religiöse Verfolgung in China insgesamt verschlechtert.

In Xinjiang werden immer noch fast drei Millionen Muslime auf unbestimmte Zeit in Konzentrationslagern zur Umerziehung festgehalten. Die „Xinjiang-Angriffsmethode“ hat sich im ganzen Land verbreitet.[5] Moscheen wurden abgerissen und arabische Sprachschulen verboten; zahlreiche Hauskirchen, katholische Versammlungsstätten und Drei-Selbst Kirchen wurden geschlossen. Pastoren, Pfarrer und Gläubige wurden verhaftet und mit schweren Urteilen belegt. Die KPCh betreibt weiterhin großen Aufwand, um im Freien errichtete buddhistische und taoistische Statuen sowie Tempel niederzureißen. In Tibet wurden Tausende von Mönchen und Nonnen festgenommen, misshandelt und gefoltert. Die KPCh hat außerdem Suchaktionen nach Bibeln und anderer religiöser Literatur unternommen und alles verbrannt, um „Pornografie und illegale Veröffentlichungen zu vernichten“; alles, was mit Religion in Verbindung steht, wurde komplett aus sämtlichen Schulbüchern entfernt.[6] Die kommunistische Partei hat in der Religion beschäftigte Menschen dazu gezwungen, sozialistische Werte und parteibefürwortende Inhalte in ihre Predigten einzubeziehen; sie hat Gläubige dazu gezwungen, „rote“ Lieder zu singen und falsche religiöse Leiter in religiöse Einrichtungen eingeschleust.[7]Darüber hinaus hat die KPCh ihr Möglichstes getan, um ihre Anführer mit „Göttlichkeit“ zu versehen: Das Denken nach Xi Jinping hat auf religiöse Stätten übergegriffen; Bilder von Jesus Christus, der Jungfrau Maria und dem heiligen Kreuz sind durch Porträts von Xi Jinping ersetzt worden;[8] Bücher von Xi Jinpings Theorie haben religiöses Material ersetzt;[9]Xi Jinping hat sich selbst als „Gott“ etabliert, was einer Wiederaufführung der Kulturrevolution äußerst gleichkommt. Von allen in China verfolgten religiösen Gruppen hat vor allem die Kirche des Allmächtigen Gottes schwere Unterdrückung und Verfolgung durch die KPCh erlitten. Unvollständigen Statistiken zufolge wurden 2019 mindestens 32 815 KAG-Christen von den Behörden allein aufgrund ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott verhaftet oder drangsaliert. Darunter wurden 6 132 Mitglieder verhaftet; 3 824 Mitglieder wurden diversen Foltermethoden sowie Zwangsindoktrination unterzogen; 1 355 Mitglieder wurden verurteilt, von denen 12 schwere Strafen von mindestens 10 Jahren erhielten. Es ist umfassend dokumentiert, dass in jenem Jahr 19 Gläubige in Folge von Verfolgung starben.

In Hinsicht auf die heutige Situation der Religion in China sagte der US-Außenminister Mike Pompeo auf der zweiten Ministertagung zur Förderung der Religionsfreiheit vom 15. bis 18. Juli 2019 Folgendes: „In China herrscht eine der schlimmsten Menschenrechtskrisen unserer Zeit – es ist wirklich der Schandfleck des Jahrhunderts.“ Am 8. Januar 2020 veröffentlichte die CECC (Ausschuss der Exekutivkommission zu China) ihren Jahresbericht für das Jahr 2019. Während der Pressekonferenz kritisierte Senator Marco Rubio (R-FL), Co-Vorsitzender der CECC, den Zustand der Menschenrechte in China unter der Herrschaft von Xi Jinping und sagte, es sei nicht das Schlimmste, sondern noch schlimmer.

1.2. Übersicht über die Verfolgung der Kirche des Allmächtigen Gottes durch die KPCh

Die Kirche des Allmächtigen Gottes (KAG) ist eine neue christliche Kirche in China. Seit ihrer Gründung 1991 wird sie von der KPCh krampfhaft unterdrückt und schwer verfolgt. 1995 setzte die KPCh aufgrund haltloser Anschuldigungen die Kirche des Allmächtigen Gottes, die Schreier, die All Ranges -Kirche und viele andere Hauskirchen auf die xie jiao -Liste. Außerdem begann sie, diese grausam zu unterdrücken und zu verfolgen. Dies führte dazu, dass die Unterdrückung und Verfolgung der KAG durch die KPCh weiter eskalierte. Nach unvollständigen Zahlen wurden allein zwischen 2011 und Ende 2019 mindestens 400 000 KAG-Mitglieder von den chinesischen Behörden verhaftet. Außerdem ist es sorgfältig belegt, dass seit Gründung der Kirche 146 Kirchenmitglieder aufgrund von Verfolgung starben.

Das von der KPCh für 2019 herausgegebene Dokument Nr. 1 des Zentralkomitees forderte ein beharrliches und hartes Durchgreifen gegen die KAG und andere Hauskirchen. Anfang 2019 mobilisierte das Ministerium für öffentliche Sicherheit (MPS) einen Sondereinsatz, um „das Ausheben der KAG und deren Bekämpfung weiter voranzutreiben“ und erklärte dies zu einer seiner wichtigen Aufgaben zur „Aufrechterhaltung der Stabilität“. Im ganzen Land wurden vertrauliche Regierungsdokumente über Angriffe gegen die Kirche herausgegeben. Darin wird gefordert, den Schwerpunkt auf das Zerstören und Verbieten von Versammlungsstätten zu legen sowie auf das Verhaften von Hauptleitern, die Beschlagnahmung von Kirchenspenden und den Kampf sowohl im Inland als auch im Ausland auszuführen. Dadurch soll das Ziel der „umfänglichen Identifizierung und Vernichtung“ der Kirche erreicht werden.[10]

Bald darauf rollte eine weitere Welle an Operationen zur Unterdrückung und Verfolgung der KAG das chinesische Festland. Die KPCh kombinierte hoch entwickelte Überwachungstechnologie mit Hausstürmungen- und Durchsuchungen, um umfassende Razzien gegen KAG-Christen durchzuführen. In allen Regionen wurden Kirchenmitglieder mit groß angelegten Festnahmen, Hausdurchsuchungen, brutaler Folter, erzwungener Indoktrination und Umerziehung sowie langfristiger Überwachung und Belästigung konfrontiert. Nach unvollständigen Zahlen wurden 2019 mindestens 32 815 KAG-Christen direktes Opfer von Behördenverfolgung – nur weil sie an den Allmächtigen Gott glaubten und an normalen Kirchenaktivitäten wie Gottesdiensten oder Predigten des Evangeliums teilgenommen hatten. In 30 Provinzen, Autonomen Gebieten und regierungsunmittelbaren Städten in China wurden mindestens 26,683 Angehörige der Kirche schikaniert. Unter anderem wurden ihre persönlichen Daten aufgenommen, sie wurden gezwungen, Garantie-Erklärungen (in denen sie ihrem Glauben abschworen) zu unterzeichnen, sie wurden gegen ihren Willen fotografiert, auf Video aufgenommen und überwacht, es wurden ihnen Fingerabdrücke sowie Blut- und Haarproben abgenommen und so weiter. Mindestens 6 132 Mitglieder wurden verhaftet. 4 161 wurden über einen kürzeren oder längeren Zeitraum inhaftiert. 3,824 wurden allen möglichen Arten grausamer Folter oder Zwangsindoktrination unterzogen. 1 355 Mitglieder wurden verurteilt, 481 davon zu schweren Haftstrafen von mindestens 3 Jahren. Des Weiteren wurden 64 Mitglieder zu mindestens 7 Jahren und 12 Mitglieder zu mindestens 10 Jahren verurteilt. Unter den zuletzt genannten befanden sich die zu 12 Jahren Haft verurteilten Xiang Caihua und Cui Jing aus der autonomen Präfektur Ili Kazakh in der autonomen Region Xinjiang Uyghur. In derselben Region wurde Ouyang Qiuping zweimal für ihren Glauben an Gott verhaftet und zu insgesamt 15,5 Jahren Gefängnis verurteilt.[11] Die europäischen Menschenrechtsorganisationen, Menschenrechte ohne Grenzen (HRWF)[12] und der Verein zur Verteidigung der Menschenrechte und Religionsfreiheit (ADHRRF),[13] haben in ihrer Datenbank für politische Gefangene Informationen über 4 169 KAG-Mitglieder veröffentlicht, die im Jahr 2019 verhaftet wurden. In jenem Jahr starben mindestens 19 Gläubige durch Verfolgung. Außerdem wurden mindestens 390 Millionen RMB an Kirchengeldern und Privatbesitz (ungefähr 51,4 Millionen EUR) unrechtmäßig beschlagnahmt. Die oben genannten Zahlen sind nur ein kleiner Teil der Informationen über die Verfolgung von KAG-Christen durch die KPCh und das nur bezogen auf das Jahr 2019. Die Verfolgung ist so stark, dass es einfach unmöglich ist, die große Mehrheit der Daten zu erfassen.

2. Zusammenfassende Übersicht über die Art der Verfolgung durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh)

2.1 Die KPCh führte ihre umfassenden Untersuchungen und den Einsatz fortschrittlicher Technologien zur Jagd auf KAG-Christen und deren Verhaftung fort

Im Jahr 2019 führte die KPCh weiterhin gründliche Durchsuchungen von Tür zu Tür sowie individuelle landesweite Suchaktionen nach Personen durch, um KAG-Christen aufzuspüren und zu verhaften. In Provinzen wie Shanxi, Shandong, Jilin, Liaoning und Anhui wurden mehrere vertrauliche Regierungsdokumente herausgegeben. Darin wurde ausdrücklich die Ermittlung der örtlichen Situation der Kirche verlangt, einschließlich Mitgliederzahl, Organisationsstruktur der Kirche, deren Kernmitglieder, Spendengelder, Kontaktkanäle zur Kirche im Ausland und Informationen über jene Personen, die ins Ausland geflohen waren. Außerdem verlangten diese Dokumente, durch Ermittlungen aufgespürte und verhaftete Christen in die Netzverwaltung und Big-Data-Plattform für öffentliche Sicherheit aufzunehmen und als zentrale Ziele für Überwachungen festzulegen. In den Dokumenten wurde auch der Einsatz von Big-Data-Technologie und IT-Tools betont, um eine größere Anzahl an Christen durch Sondereinsätze zu verhaften.[14]

Nach der Herausgabe der Dokumente verlangte die KPCh weiterhin von allen Regionen, das Umfrageformular zur Religion auszufüllen und in jedem Dorf und jeder Gemeinde bestimmte Personen (Gemeindepolizisten, Hilfspolizisten, Netzverwalter usw.) zu ernennen. Unter dem Vorwand, Informationen zu sammeln, wie etwa zur Überprüfung von Einrichtungen, zum Durchführen von demografischen Umfragen oder zur Einholung von Informationen zum Hauseigentum, sollten diese von Tür zu Tür zu gehen, um innerhalb ihres Zuständigkeitsbereich nach KAG-Christen zu suchen. Die KPCh warb zudem zahlreiche Mitarbeiter von Hausverwaltungsgesellschaften, arbeitslose Landstreicher und örtliche Schläger an, um Informationen über verdächtige Gläubige und deren Familienangehörige zu sammeln und einzureichen.[15] Auch von medizinischem Personal wurde verlangt, sich nach dem religiösen Glauben von Patienten und deren Familienmitgliedern zu erkundigen.[16] Die KPCh hat eine beträchtliche Anzahl an Belohnungsausschreiben und ‑broschüren an vielen Schauplätzen und online in Umlauf gebracht sowie Kästen zum Einreichen von Meldungen eingerichtet – alles in dem Bemühen, die Menschen dazu zu bewegen, KAG-Christen zu melden. Mit Nachdruck sammelte sie weiterhin biologische Daten über die in ihren Akten verzeichneten KAG-Christen (einschließlich DNA-Proben, Gesichtsbilder, Fingerabdrücke, Handflächenabdrücke, Iris-Scans, Netzhaut-Scans, Blutgruppen, Stimmmuster, Gangbilder, 3D-Bilder usw.) und gab diese dann in eine landesweite vernetzte Datenbank ein. Darüber hinaus benutzte die KPCh auch Skynet, das weltweit größte Videoüberwachungssystem, und ihr Projekt „Sharp Eyes“, das auf ländliche Gebiete abzielt, um Christen aufzuspüren und ins Visier zu nehmen sowie Überwachung und Verfolgung rund um die Uhr durchzuführen und Menschen zu verhaften, wenn sich die Gelegenheit dazu bot. Sie überwachte weiterhin landesweit die Telefon- und Internetnutzung, führte Analysen zu heiklen Worten und zur Überprüfung von Christen durch; sie installierte zwangsweise Apps auf den Mobiltelefonen der Menschen, um Christen ausfindig zu machen; sie drang in Privatwohnungen von Christen ein, die sie entdeckt hatte, um Abhörgeräte anzubringen, installierte Peilsender in ihren Fahrzeugen und verwendete zur Verfolgung GPS und Big-Data-Management-Systeme, um eine noch größere Anzahl an Christen verhaften zu können.

Die umfassenden Durchsuchungen und Verhaftungen durch die KPCh sowie ihre High-Tech-Überwachung haben über eine Million KAG-Christen in die Flucht getrieben. Sämtlichen KAG-Christen droht jederzeit eine Verhaftung. Als Beispiel dient die Provinz Shandong: Nachdem die Behörden 2019 hochauflösende Kameras eingesetzt hatten, um Gläubige zu überwachen, aufzuspüren und aufzugreifen, starteten sie fast 100 Verhaftungsaktionen in der ganzen Provinz, die zur Verhaftung von 924 Gläubigen führten. Das waren 64,3 % der (1 438) Festnahmen von KAG-Christen in der Provinz. Einzelheiten finden Sie in Tabelle 1.

Tabelle 1: Statistiken von den in der Provinz Shandong verhafteten KAG-Christen infolge der Hightech-Überwachung durch die KPCh

No. Tag der Festnahme Ort der Verhaftung Verhafteten Verfolgungs- & Überwachungszeitraum
1 17. Apr 2019 Dezhou 49 6 Monate
Liaocheng 5 mehrere Monate lang (verfolgt seit Dezhou)
Tai’an 17 über 3 Monate
2 8. Jun 2019 Qingdao 33 über 10 Monate
3 15. Jun 2019 Heze 63 fast 1 Jahr lang
4 28-29. Jun 2019 Ji’nan 50 mehrere Monate lang
5 7. Jul 2019 Yantai 44 über 6 Monate
6 6. Aug 2019 Rizhao 20 über 3 Monate
7 17. Aug 2019 Zibo 105 3-4 Monate
8 22. Aug 2019 Weifang 56 ca. 1 Jahr lang
9 23. Aug 2019 Heze 45 mehrere Monate lang
10 1. Sep 2019 Qingdao 21 6 Monate
11 27. Sep 2019 Qingdao 11 6 Monate
12 16-17. Okt 2019 Qingdao 34 40 Tage
13 1. Nov 2019 Qingdao 42 3-4 Monate
14 8. Nov 2019 Zibo 77 4-6 Monate
15 29. Nov – 5. Dez 2019 Qingdao 89 5 Monate
16 24-25. Dez 2019 Qingdao 10 1 Jahr
Sonstiges -- -- 153

Im Januar 2019 verlangte die Unterdivision Yanhu des Amts für öffentliche Sicherheit Yuncheng in der Provinz Shanxi von Eigentümern von Mietobjekten, die App „Yuncheng Eyes in the Sky“ zu installieren, um Informationen über die Mieter zu sammeln.[17] Dies wurde bei einer mehrmonatigen Untersuchung mit weiteren Taktiken kombiniert wie dem Einsatz von Skynet und Untersuchungen von Tür zu Tür. Daraufhin wurde am 9. und 10. September in den beiden Städten Yuncheng and Linfen eine koordinierte Verhaftungsaktion durchgeführt, wobei mindestens 226 KAG-Christen festgenommen wurden. Am 16. September wurden in Huzhou City in der Provinz Zhejiang 24 KAG-Christen verhaftet – die meisten davon besaßen Elektrofahrräder, an denen Ortungsgeräte angebracht worden waren. Aufgrund der landesweiten Vernetzung der KPCh-Datenbank sind verfolgte Christen nun absolut nicht mehr in der Lage, ein normales Leben zu führen. Sie können nicht einmal mehr reisen, arbeiten, medizinische Hilfe in Anspruch nehmen oder auf normalem Wege Dokumente erlangen – sobald sie ihren Personalausweis vorzeigen, droht ihnen eine Festnahme. Einige der KAG-Christen, die seit einigen Jahren von der KPCh gesucht und verfolgt werden, sind schwer krank geworden, können sich jedoch nicht in Behandlung begeben. Sie sind gezwungen, die Qualen ihrer Krankheit zu ertragen, selbst wenn es sie das Leben kostet.[18]

2.2 Die KPCh startete landesweit spezielle Durchsuchungskampagnen zur Umsetzung von einheitlichen massiven Verhaftungsaktionen

Nachdem die KPCh durch ihre vorhergehenden Ermittlungen und ihre Hightech-Positionierung- und Ortung ein klares Verständnis über die Informationen über einige KAG-Christen erlangt hatte, nahm sie landesweit groß angelegte Verhaftungen in Angriff. Es können nicht alle Einzelheiten bestätigt werden, da einige Gegenden, insbesondere Xinjiang, zu Sperrgebieten geworden sind, die äußerst streng von der KPCh überwacht und kontrolliert werden. Grobe Angaben deuten darauf hin, dass die KPCh-Behörden im Jahr 2019 über 1 000 Verhaftungsaktionen gegen KAG-Christen in Provinzen, Städten und Landkreisen im ganzen Land durchführten, wobei mindestens 6 132 Personen festgenommen wurden. Der jüngste Betroffene war erst 14 Jahre alt und der älteste 86. Von allen chinesischen Provinzen war die Verfolgung in Shandong am heftigsten: Zu Ende Dezember wurden die Festnahmen von mindestens 1 438 Personen bestätigt. Es folgen nur einige wenige Beispiele für Verhaftungen, die landesweit vorgenommen wurden.

Von Januar bis Juli intensivierten Beamte in der Provinz Henan ihre Bemühungen, Propaganda zu verbreiten und einen öffentlichen Aufschrei gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes auszulösen. In nur etwas mehr als einem halben Jahr wurden mindestens 319 Menschen verhaftet und 2 742 in ihrem Zuhause aufgesucht und von der Polizei genötigt.[19]

Im Juli und August wurden Polizeikräfte in der Provinz Shandong für konzentrierte Festnahmen gegen KAG-Christen mobilisiert; mindestens 260 Christen wurden festgenommen, wovon die Mehrheit mehrere Monate lang von der Polizei mit Skynet oder Sharp Eyes verfolgt und überwacht worden war.[20]

Anfang Juli mobilisierte die Stadt Tangshan in der Provinz Hebei ca. 300 Polizeibeamte für einen organisierten Angriff gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes. Dabei wurden mindestens 41 Christen festgenommen, darunter eine schwangere Frau. Kirchen- und Privatvermögen im Wert von ca. 50.000 RMB (fast 6.560 €) wurde beschlagnahmt. Ein Mitglied des örtlichen Büros für öffentliche Sicherheit gab bekannt, dass die Verhaftungsaktion vom Zentralkomitee der Partei angeordnet und von der Provinzinspektion und der städtischen Nationalen Sicherheitsbrigade heimlich geplant worden sei. Vor der eigentlichen Verhaftungsaktion hatten geheime Ermittlungen und Überwachungsmaßnahmen monatelang stattgefunden.[21]

Im August wurden in den Städten Fuzhou, Putian und Sanming in der Provinz Fujian 41 KAG-Christen verhaftet, von denen der Älteste 85 Jahre und der Jüngste erst 17 Jahre alt war. Es wurden 10.200 RMB (fast 1.340 €) an Privatvermögen beschlagnahmt. In jenem Monat wurden in der Provinz Guangdong fast 30 KAG-Christen festgenommen und inhaftiert.[22]

Am frühen Morgen des 6. September wurden mindestens 13 Versammlungsstätten der Kirche des Allmächtigen Gottes in der Stadt Wuhu, Provinz Anhui, gestürmt und geschlossen. Mindestens 42 KAG-Christen wurden von der Polizei verhaftet.[23]

Am 9. und 10. September wurde in den Städten Yuncheng und Linfen in der Provinz Shanxi eine koordinierte Verhaftungsaktion durchgeführt, nachdem über ein Jahr lang Hightech-Überwachungstaktiken zur Verfolgung und Überwachung von KAG-Christen eingesetzt worden waren. Dabei wurden mindestens 226 Menschen festgenommen und 2.011.961 RMB (über 264.100 €) geplündert; 170 Menschen wurden einer Zwangsindoktrination unterworfen.

Im Oktober und November versammelten sich in der Stadt Qingdao in der Provinz Shandong 1 000 Polizeibeamte eines Sonderkommandos zur Bekämpfung der Kirche des Allmächtigen Gottes. Dies erfolgte angeblich im Rahmen einer Kampagne zur „Aufräumung mit der Bandenkriminalität und Beseitigung des Bösen“. Mindestens 108 KAG-Christen wurden verhaftet. In Pingdu City wurden im Laufe eines Tages 24 Versammlungsstätten gestürmt, die alle von der KPCh-Polizei tagelang überwacht worden waren, einige davon sogar über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten oder länger.[24]

Unten ist eine Tabelle aufgeführt. Diese enthält die (unvollständigen) Zahlen der KAG-Christen aus 30 Provinzen (Regierungsunmittelbaren Städten und Autonomen Gebieten), die festgenommen, inhaftiert und verurteilt wurden:

Tabelle 2: Zahl der im Jahr 2019 festgenommenen, inhaftierten, verurteilten und festgehaltenen KAG-Christen

Provinz (Regierungsunmittelbare Stadt, Autonomes Gebiet) Festgenommenen Inhaftierten Festgehalten Verurteilten
Gesamt 6132 4161 1706 1355
Beijing 9 7 5 14
Tianjin 14 8 5 1
Hebei 115 71 43 7
Shanxi 376 261 12 49
Innere Mongolei 54 41 26 31
Liaoning 83 54 22 69
Jilin 30 21 12 15
Heilongjiang 26 15 8 11
Shanghai 6 6 6
Jiangsu 647 386 135 194
Anhui 242 168 93 15
Zhejiang 178 153 56 109
Fujian 271 213 51 12
Jiangxi 241 168 70 146
Shandong 1438 1021 509 167
Henan 904 605 147 55
Hubei 130 81 32 39
Hunan 29 19 5 45
Guangdong 166 135 82 29
Guangxi 49 31 5 2
Hainan 3 2
Chongqing 152 69 20 17
Sichuan 150 73 23 72
Guizhou 81 53 31 5
Yunnan 210 140 41 79
Shaanxi 235 117 86 18
Gansu 141 122 72 35
Qinghai 14 3 2
Ningxia 26 9 4 2
Xinjiang 112 109 103 117

2.3 Die KPCh intensivierte ihre groß angelegte Zwangsindoktrination und Umerziehung von Christen und zwang sie, ihren Glauben aufzugeben

Im Jahr 2019 erstellte die KPCh eine Reihe von Dokumenten, in denen darauf bestanden wird, die großen Bemühungen zur Zwangsindoktrination und Umerziehung landesweit zu „verstärken“ und „die Bezugszahlen zur Umerziehungsquote“ auf allen Ebenen umzusetzen. Daraufhin wurde die Zwangsindoktrination und Unterdrückung von KAG-Christen intensiviert. Als Beispiel wurde im April 2019 in der Gemeinde Shixi der Stadt Chongqing ein Dokument herausgegeben, in dem von der örtlichen Polizeidienststelle, dem Justizbüro und dem allgemeinen Verwaltungsamt gefordert wurde, Zwangsindoktrinationen und Umerziehungen von KAG-Christen innerhalb ihres jeweiligen Geltungsbereichs durchzuführen. Dies sollte „gewährleisten, dass die jährliche Umerziehungsquote nicht unter 90 % sinkt“.[25] Neben Einrichtungen der öffentlichen Sicherheit, die Folter einsetzen, um Christen zu verhören, und versuchen, diese gewaltsam zu indoktrinieren, hat die KPCh auf Stadt-, Kreis- und Gemeindeebene „gesetzlichen Erziehungsunterricht“ eingeführt, um eine „umfassende und systematische“ Zwangsindoktrination umzusetzen. Christen sollen dadurch „in kurzer Zeit eine Wandlung ihrer ideologischen Haltung“ erreichen. Zahlreiche Christen wurden von der KPCh in Regionen im ganzen Land äußerst heftigen Verhören und verschiedenen barbarischen Foltermethoden unterzogen, nachdem sie sich geweigert hatten, indoktriniert oder umerzogen zu werden. Einige wurden sogar zu Haftstrafen verurteilt oder außergerichtlich hingerichtet. Ende 2019 veröffentlichte die US-Kommission zur internationalen Religionsfreiheit (USCIRF) eine Liste mit 53 politischen Gefangenen, die der KAG angehören. Mindestens 7 von ihnen wurden in Zwangsindoktrinationslager abgesondert, wo man sie einer brutalen Indoktrination unterwarf.

Um Christen vollständig umzuerziehen, hat die KPCh eine Truppe abnorm finsterer „Lehrer“ für die Indoktrination ausgebildet. Im Jahr 2019 identifizierte sich Cheng Fei, ein Beamter der Abteilung für öffentliche Sicherheit der Provinz Shanxi, der für die Verletzung der Menschenrechte bekannt ist, als Rückgrat des Teams für die Indoktrination von KAG-Christen. Er sagte, dass er zahlreiche dieser Kurse organisiert und persönlich Zwangsindoktrination und Umerziehung an über 1 000 KAG-Christen durchgeführt habe. Die Vorgehensweise von Cheng Fei umfasst Taktiken wie das Überfluten der „Schüler“ mit Lügen und Täuschungen, langzeitigen Schlaf- und Nahrungsentzug, Schläge, Elektroschocks, das Besprühen mit Tränengas, das Erteilen körperlicher Bestrafung sowie Erniedrigung – all das in dem Bemühen, sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Damals verbrannte er mit Zigaretten Brustwarzen und Genitalien eines Christen und verbrühte ihn an Brust und Unterkörper mit 4 Töpfen kochenden Wassers.[26] Eine Christin wurden dazu getrieben, von einem Gebäude in den Tod zu springen, nachdem sie unter Cheng Fei über einen Zeitraum von mehr als 10 Tagen Zwangsindoktrination und Umerziehung unterworfen worden war.[27] Im September 2019 wurden 226 KAG-Christen in der Stadt Linfen, Provinz Shanxi, verhaftet und mindestens 105 davon in das Gesetzliche Umerziehungslager gesperrt. Dort wurden sie von Cheng Fei Zwangsindoktrination und Umerziehung unterworfen.

In Xinjiang brandmarken die KPCh-Behörden sowohl KAG-Christen als auch Muslime als „extremistische Kräfte“. Die Polizei sucht die Wohnungen all jener auf, die als KAG‑Christen registriert sind, um diese zu drangsalieren und zu verhaften – selbst 80-Jährige werden nicht verschont. Viele wurden in Umerziehungslager eingewiesen und dort Brutalität ausgesetzt, weil sie sich weigerten, ihren Glauben aufzugeben. Manche werden dadurch gefoltert, dass sie in die Luft gehängt werden, manche werden an „Tigerbänke“ gefesselt und mit Elektroschocks und Schlägen gequält und manche werden gezwungen, sich nackt auszuziehen.[28] Familienangehörigen von Christen ist es unmöglich, den Inhaftierungsort ihrer Lieben zu erfahren. Sie selbst unterliegen der strengen Beobachtung und Überwachung der Behörden.[29] Viele Christen in Gegenden wie der Präfektur Tacheng, der mongolischen autonomen Präfektur Bayingolin, der autonomen Präfektur Changji Hui und der Stadt Hami weigerten sich, sich umerziehen zu lassen und werden immer noch festgehalten. Es ist nicht bekannt, ob sie noch am Leben oder tot sind. In der Region Korla wurde ein christliches Ehepaar mitten in der Nacht verhaftet und fortgeschafft. Ihr 3-jähriges Kind blieb verwaist zurück.[30]

2.4 Die Verfolgung war im Jahr 2019 weiterhin heftig – mindestens 19 KAG-Christen wurden bis zum Tod verfolgt

2019 verstärkten die KPCh-Behörden die Verfolgung der Kirche, wodurch mindestens 19 KAG-Christen starben aufgrund der. Unter den Opfern war der jüngste 21, der älteste 75 Jahre alt. Manche starben aufgrund von brutaler Folter während der Haft; einige erkrankten schwer, blieben aber dennoch inhaftiert. Da sie über längere Zeit Misshandlung und Zwangsarbeit unterzogen wurden, verschlechterte sich ihr Zustand und sie kamen schließlich ums Leben; ein Mensch wurde bei einem Fluchtversuch von der Polizei belagert und starb, als er von einem Gebäude herabstürzte. Beispiele dieser Art gibt es im Überfluss; einige nahmen sich das Leben, nachdem sie durch die endlose Nötigung und Verfolgung der KPCh völlig zur Verzweiflung getrieben worden waren. Die KPCh verfolgte einige bis zum Tod und stachelte die Massen sowie ihre eigenen Familien dazu an, sie zu unterdrücken. Die Liste lässt sich fortsetzen. Im Folgenden eine kurze und unvollständige Übersicht über einige Christen, die 2019 aufgrund von Verfolgung starben:

Tabelle 3: Kurzinformation über KAG-Christen, die 2019 bis zum Tod verfolgt wurden (unvollständig)

Nr.

Name

Geschlecht

Alter

Geburtsort

Tag der Festnahme

Todestag

Todesursache

1 Ren Cuifang F 30 Innere Mongolei 22. Dez 2018 3. Jan 2019 Sie starb 12 Tage nach ihrer Festnahme in Xinjiang an den Folgen der brutalen Folter durch die KPCh. Ihre sterblichen Überreste wiesen im Bereich der Augen blaue und violette Verfärbungen auf und auf der linken Seite ihrer Brust war ein dunkelviolettes und schwarzes Mal zu erkennen. Ihr Oberschenkel wies eine Brandnarbe und ihre Hände und Fersen zeigten Verletzungen mit Blutflecken. Der Fußnagel ihres linken großen Zehs hatte sich gelöst.
2 Yu Xiangju F 68 Shaanxi 27. Jun 2018 29. März 2019 Sie litt an schweren Erkrankungen und wurde dennoch in Gewahrsam gehalten. Die Polizei beschlagnahmte ihre Medikamente und verzögerte vorsätzlich ihre Behandlung, was zu einer Verschlechterung ihrer Krankheit und zu ihrem Tod führte.
3 Liu Jun* M 21 Jiangxi Jul 2018 10. Aug 2019 Trotz seiner Nierenkrankheit wurde er zweimal von der Polizei, die seine Behandlung vorsätzlich verzögerte, festgenommen und verhaftet. Dies führte zu einer raschen Verschlechterung seines Gesundheitszustands, bis sein Leiden in einer Urämie endete, die sich durch eine Herzkrankheit verkomplizierte, und infolgedessen er starb.
4 Zhenyu* F 38 Liaoning Jun 2018 18. Apr 2019 Nachdem sie sich einer Brustkrebsoperation unterzogen hatte, wurde sie festgenommen und verhaftet. Nach langzeitiger Misshandlung und Zwangsarbeit verschlechterte sich ihr Zustand drastisch, was zu ihrem Tod führte.
5 Zhang Meijuan* F 46 Zhejiang 2. Jul 2017 8. Nov 2019 Aufgrund der Misshandlung, der sie ausgesetzt war, zog sie sich während ihrer Haft eine Lungenkrankheit zu. Die Diagnose ergab Lungenkrebs, verursacht durch die vorsätzliche Verzögerung ihrer Behandlung. Ihr Zustand verschlechterte sich fortwährend, worauf sie starb.
6 Cheng Xiangyu F 54 Shanxi 15. Nov 2018 13. Jan 2019 Sie erkrankte während ihres Gewahrsams. Die zweimonatige Verzögerung ihrer Behandlung führte zu einer drastischen Verschlechterung ihres Zustands. Sie starb, nachdem die Polizei sie gewaltsam in ein Indoktrinationszentrum verlegt hatte.
7 Liu Hua* M 69 Ningxia 8. Dez 2012 5. März 2019 Durch die Folter der Polizei wurde er bettlägerig. Der durch die ständigen Visiten der Polizei verursachte Stress, wobei man ihn schikanierte und bedrohte, ließen ihn depressiv werden. Sein Zustand verschlechterte sich weiter, was seinen Tod zur Folge hatte.
8 Wang Hua* F 46 Hubei 23. Jul 2015 5 Mai 2019 Nach ihrer Entlassung wurde sie jahrelang von der chinesischen Polizei überwacht und drangsaliert. Sie setzten auch wiederholt ihre Familienangehörigen unter Druck und hetzten diese und andere Personen dazu auf, sich ihrem Glauben entgegenzustellen und setzten sie so ganzjährig Diskriminierung, Misshandlung und Stress aus. Dadurch trat ihr Brustkrebs wieder auf, was zu ihrem Tod führte.
9 Li Sulian F 56 Henan 7. Mai 2019 7. Mai 2019 Von der KPCh-Polizei umzingelt, sprang sie bei ihrem Fluchtversuch durch ein Fenster in den Tod.
10 Wang Ping* M 55 Shandong Okt 2008 1. Mai 2019 Nach seiner Freilassung wurde er von der Polizei verfolgt. Als er auf der Flucht war, zog er sich eine schwere Krankheit zu, wagte es jedoch nicht, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Er starb in Folge seiner Krankheit, die nicht behandelt werden konnte.
11 Gao Ying* F 73 Shandong 27. Aug 2018 31. Mai 2019 Sie wurde wegen ihres Glaubens festgenommen und ihr Haus wurde durchsucht. Aufgrund der permanenten Überwachung und Drangsalierung erlitt sie einen Herzinfarkt und starb.
12 Fu Dan* F -- Shanxi Sep 2019 Okt 2019 Nach ihrer Festnahme wurde sie in ein Indoktrinationszentrum gebracht, um einer Zwangsindoktrination unterzogen zu werden. Aufgrund ihrer Krankheit wurde sie noch am selben Tag entlassen. Sie starb 5 Tage später.
13 Zhang Dongmin* M 68 Shandong -- 25. Jul 2019 Wegen seines Glaubens ermittelte die Polizei gegen ihn und versiegelte sein Haus. Da sie zweimal verhaftet, verhört und eingesperrt wurde, starb seine schwerkranke Frau. Extreme Angst und Furcht führten bei ihm zu einem Herzinfarkt und er starb.
14 Yan Pin* F ca. 40 Jahre alt Shandong -- 6. Sep 2019 Aufgrund ihres Glaubens wurde gegen sie ermittelt. Die KPCh sah sie als zentrale Zielperson zur Verhaftung aus und setzte wiederholt ihre Arbeitskollegen sowie ihre Familie unter Druck. Dadurch sollte sie zur Aufgabe ihres Glaubens gezwungen werden. Sie konnte den psychologischen Druck nicht ertragen und beging Selbstmord.
15 Cheng Dongzhu F 64 Hubei -- 24. Jul 2019 Da sie die konstante Überwachung und den auf sie ausgeübten Druck seitens der KPCh nicht ertragen konnte, beging sie Selbstmord, indem sie sich in einem See ertränkte.
16 Xiao Xin* F 75 Hunan -- 27. Aug 2019 Um sie zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben, drohte die KPCh, ihr Unterhaltsgeld zu streichen und ihre Familienangehörigen von öffentlichen Beschäftigungen auszuschließen. Ihre Familie hatte sich von den Gerüchten der KPCh täuschen lassen und überwachte, quälte und schlug sie ständig. Aufgrund dessen nahm sie sich das Leben.

 

2.5 Mehr als 1 000 KAG-Christen wurden 2019 zu Gefängnisstrafen verurteilt. 12 davon erhielten schwere Haftstrafen von 10 bis 12 Jahren

Unvollständigen Zahlen zufolge wurden im Jahr 2019 mindestens 1 355 KAG-Christen wegen „Nutzung einer Xie-Jiao-Organisation zur Untergrabung des Rechtsvollzugs“ verurteilt – allein aufgrund von religiösen Aktivitäten wie Zusammenkünften, dem Weitergeben des Evangeliums oder dem Aufbewahren von Literatur über den Glauben an den Allmächtigen Gott im eigenen Heim. Verglichen mit den 633 der Öffentlichkeit bekannten Verurteilungen im Jahr 2018, weist dies eine Steigerung um 114 % auf (Einzelheiten sind Abbildung 1 und Abbildung 2 zu entnehmen). Von den im Jahr 2019 Verurteilten wurden 481 zu mindestens 3 Jahren und 64 zu mindestens 7 Jahren verurteilt. In den Provinzen Jiangxi und Sichuan wurden zwei KAG-Leiter der mittleren Ebene, Yang Meiyun und Chen Ju, zu jeweils 11 Jahren Haft verurteilt.[31]

Wie in den 10 auf China Judgments Online veröffentlichten Gerichtsentscheidungen von Xinjiang dokumentiert wurde, erhielten im Jahr 2019 117 KAG-Christen folgende Haftstrafen: 88 waren zu mindestens 3 Jahren Haft verurteilt worden, das entspricht 75,2 %; 64 waren zu mindestens 5 Jahren Haft verurteilt worden, das entspricht 54,7 %; 7 waren zu mindestens 10 Jahren Haft verurteilt worden. Da Xinjiang zu einem von der KPCh streng überwachten Sperrgebiet geworden ist, ist es sehr schwierig, Daten über Verfolgung zu erhalten, weshalb diese Zahlen nicht annähernd die Gesamtzahl der Verurteilten widerspiegeln können. Die europäischen Menschenrechtsorganisationen Menschenrechte ohne Grenzen (HRWF) und der Verein zur Verteidigung der Menschenrechte und Religionsfreiheit (ADHRRF) haben ebenfalls Informationen zu 4 169 KAG-Christen veröffentlicht, die 2019 inhaftiert wurden. Davon waren 3 442 Frauen, das entspricht 83 %; 39 wurden zu mindestens 10 Jahren verurteilt; 936 befanden sich bereits seit mindestens einem Jahr in Haft – es ist noch nicht bekannt, welches Urteil sie erwartet.

James T. Richardson, emeritierter Professor für Soziologie und Rechtswissenschaften an der Universität von Nevada, Reno, Massimo Introvigne, Gründer des Zentrums für Studien über neue Religionen (CESNUR) und Rosita Šorytė, Präsidentin der NGO ORLIR (Internationales Beobachtungszentrum der Religionsfreiheit von Flüchtlingen) 2019 veröffentlichten einen gemeinsamen Bericht. Darin ließen sie das Ergebnis verlautbaren, zu dem sie durch ihre Nachforschungen zu den Urteilen von 200 KAG Christen kamen: KAG-Christen werden auf der Grundlage von Artikel 300 des chinesischen Strafrechts für nichts weiter als die friedliche Ausübung ihres Rechts auf Glaubens- und Meinungsfreiheit für schuldig erklärt und verurteilt. Artikel 300 des Strafrechts ist die Geheimwaffe der KPCh zur Verfolgung des religiösen Glaubens.[32]

Anmerkung: (1,2] steht für eine Haftstrafe länger als ein Jahr und zwei Jahre oder weniger usw. Die Gesamtzahl der 2017 verurteilten KAG-Christen beläuft sich auf 244 Menschen, 2018 auf 633 und 2019 auf 1 355 (die Haftstrafen von 39 Personen sind bis heute unbekannt).

KAG-Christen werden immer noch weitgehend ihres Rechts auf ein faires Verfahren beraubt. 2 Dokumente, die im Jahr 2019 von den lokalen politischen und rechtlichen Kommissionen in den Provinzen Henan und Jilin herausgegeben wurden, forderten für Anwälte, die Fälle von KAG-Christen und anderen Mitgliedern religiöser Gruppen vertreten, verstärkte „Überwachung und Unterweisung“. Zudem sei es „Menschenrechtsanwälten strengstens untersagt“, im Namen der Angeklagten auf nicht schuldig zu plädieren. Am 12. September verurteilte das Gericht im Kreis Fushun in der Stadt Zigong in der Provinz Sichuan 18 KAG-Christen, mit der Begründung „eine Xie-Jiao-Organisation zur Untergrabung des Rechtsvollzugs organisiert und genutzt zu haben“. Die Anhörung dauerte nur 20 Minuten, woraufhin der Richter das Urteil verlas. Auf dem Urteil war als Datum der 28. August angegeben – zum Zeitpunkt der Anhörung waren seitdem bereits ca. 2 Wochen verstrichen.[33]

Verurteilte und inhaftierte KAG Christen wurden größtenteils weiterhin in Gefängnissen mit Indoktrinationseinrichtungen untergebracht und dort nach wie vor verfolgt. Im April 2019 gaben das Hauptamt des Zentralkomitees der KPCh und das Hauptamt des Staatsrates ein Dokument mit dem Titel „Gutachten zur Stärkung und Verbesserung der Gefängnisarbeit“ heraus. Darin wird insbesondere die Verschärfung der Bemühungen zur Reformation von Mitgliedern religiöser Gruppen erwähnt, KAG-Christen eingeschlossen: „Erhöhung der Quote von erfolgreichen Umerziehungen; und Festigung der positiven Ergebnisse der Umerziehung.“[34] Zahlreiche KAG Christen wurden brutalen, unmenschlichen Misshandlungen unterzogen, nur weil sie an ihrem Glauben festhielten. Im März 2019 wurde Zhang Yi*, ein KAG Christ in seinen 60ern, in ein Gefängnis in der Provinz Zhejiang gebracht, um seine Haftstrafe zu verbüßen. In dem Bestreben, ihn zu zwingen, die „drei Erklärungen“ (eine Erklärung der Reue, eine Erklärung der Garantie sowie eine Erklärung der Anklage und Kritik) zu unterzeichnen, zwangen ihn die Gefängniswärter, sich täglich über lange Zeiträume hinweg auf einen Hocker mit hervorstehenden Kunststoffnägeln zu setzen. Nach 3 Monaten war sein Gesäß von eitrigen Wunden übersät und er hatte Schmerzen am ganzen Körper; er konnte kaum in die Hocke gehen. Die Folter dauerte 6 Monate lang und endete erst, als er seine Haftstrafe verbüßt hatte.[35] Tan Huizhen*, ebenfalls eine KAG Christin, wurde während ihrer Inhaftierung fast 7 Monate lang brutaler Indoktrination und Umerziehung unterworfen. Während dieser Zeit zwang man sie, täglich von der KPCh verfasste „Umerziehungsmaterialien“ zu studieren. Ihr wurden Nahrung und Wasser vorenthalten und sie durfte sich nur zu bestimmten Zeiten erleichtern – doch sie wurde auch anderweitig gefoltert: Sie wurde geschlagen, musste über lange Zeiträume in schmerzhaften Positionen verharren, ihr wurden die Brustwarzen verdreht und sie wurde gezwungen, psychoaktive Substanzen einzunehmen. Seit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis leidet Tan Huizhen an Unansprechbarkeit und allgemeiner Verwirrung.[36]

Inhaftierte KAG Christen werden in der Regel gezwungen, 12 bis 20 Stunden täglich unbezahlte, zermürbende Sklavenarbeit zu verrichten, darunter sogar Arbeiten, die für den menschlichen Körper eindeutig eine Gefahr darstellen und ohne jeden Schutz ausgeführt werden müssen. Derartige Arbeiten haben für sie schwere körperliche Schäden zur Folge. Während ihrer Haftstrafe in einem Frauengefängnis in der Provinz Yunnan wurde die KAG Christian Xiao Yun* gezwungen, mindestens 13 Stunden täglich in einer Werkstätte Pullover zu nähen. Die Luft war voller Staub und schwarzem Rauch sowie vom giftigen Geruch der Textilfärbemittel durchdrungen. Sie wurde langzeitig von Gefängniswärtern misshandelt und geschlagen, um sie dazu zu bringen, die „drei Erklärungen“ zur Aufgabe ihres Glaubens zu unterschreiben. 2 Jahre später trat bei Xiao Yun eine Lungenkrankheit auf, die sich nach 4 Jahren verschlimmerte und zu Tuberkulose führte. Das Gefängnispersonal zwang sie jedoch weiterhin zu schwerer Sklavenarbeit. Als Xiao Yun 2019 entlassen wurde, war ihr linker Lungenflügel bereits geschädigt und hatte die Atmungsfähigkeit im Wesentlichen verloren. Sie war nicht mehr in der Lage, körperliche Arbeit zu verrichten.[37]

Inhaftierte KAG Christen haben weitgehend keinen Anspruch auf medizinische Versorgung. Dies führte allein im Jahr 2019 zum Tod von mindestens 5 Gläubigen.

2.6 Die KPCh legte lebenslange Kontrollen für KAG Christen fest und die Gesellschaft wurde zu Hass und Diskriminierung gegen die Betroffenen aufgehetzt

Am 9. Januar 2019 gab das Hauptamt des Ministeriums für öffentliche Sicherheit der Volksrepublik China ein Dokument heraus, in dem ausdrücklich gefordert wurde, alle als KAG Christen dokumentierten Personen lebenslänglich zu überwachen: „es wird keine Abmeldung geben.“ Die KPCh-Behörden verlangten von Regierungsangestellten auf niedriger Ebene, Erklärungen zur Verantwortlichkeit für die Zielerfüllung zu unterzeichnen, um hart gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes durchzugreifen und das „Fünf-zu-eins-Kontrollsystem“ gegen die Mitglieder umzusetzen. Diese Methode umfasst die Auswahl von 4 oder 5 Personen: einem Verantwortlichen aus deren örtlicher Polizeiwache, einem Leiter aus deren Wohnsitzgemeinde bzw. Dorf, einem Aufseher an deren Arbeitsplatz und einem Familienmitglied, das sich ständig in der Nähe des betreffenden Christen aufhält und diesen rund um die Uhr überwacht. Dies sollte gewährleisten, dass die Mitglieder jederzeit einbestellt werden können. Regierungsangestellte müssen außerdem regelmäßig „Kurse zur gesetzlichen Erziehung“ abhalten. Für jeden unter Überwachung stehenden Gläubigen gilt es, eine detaillierte Akte zu erstellen, die dessen Information zu seiner Identität, seiner Ausbildung, seinen Fortschritten bei der Umerziehung, die Erkenntnisse bei der Bewertung usw. beinhaltet.[38] Wenn festgestellt wird, dass ein Christ an religiösen Aktivitäten teilgenommen hat, droht diesem eine sofortige Verhaftung sowie eine erneute Zwangsindoktrination.

Für Christen ist diese gefängnisartige Kontrolle eine psychologische Folter. Die Akte der KAG Christin Zhao Mei* in der Provinz Henan gab an, dass sie seit Juli 2017 als Gastgeberin christlicher Versammlungen agiert hatte. Aufgrund dessen begannen vor Ort stationierte Beamte und Dorfbeamte, sie zu überwachen, sie zur Befragung zu Hause aufzusuchen und sie einzuschüchtern. An ihrem Hauseingang wurden Abhörgeräte installiert. Im April 2019 konnte Zhao Mei die andauernde Unterdrückung und Nötigung durch die KPCh nicht länger ertragen und versuchte, sich durch die Einnahme von Pestiziden das Leben zu nehmen. Ein ärztlicher Noteingriff rettete sie aus der lebensbedrohlichen Gefahr. Während ihrer Behandlung gingen mehrere Dorfbeamte zum Krankenhaus, um sie erneut zu fotografieren; sie war so verängstigt, dass sie sich ihre Infusion herausriss, sich mit den Händen ihren Kopf hielt und schrie. Nach ihrer Krankenhausentlassung wurde sie weiterhin streng von den Dorfbeamten überwacht.[39] Des Weiteren wurde Wang Hua*, eine Christin aus der Stadt Zaoyang in der Provinz Hubei, im Juli 2015 wegen ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott festgenommen und 10 Tage lang festgehalten. Nach ihrer Freilassung koordinierte sich die KPCh Polizei mit den örtlichen Dorfbeamten, um sie zu überwachen und beschränkte ganzjährig ihre Reisefreiheit. Sie suchten sie oft zu Hause auf, um sie zu drangsalieren und einzuschüchtern, und ließen sie ihren Glauben nicht ausüben. Sie flüchtete aus ihrem Zuhause, woraufhin die Dorfbeamten ihre Familienmitglieder weiter unter Druck setzten und nach ihrem Aufenthaltsort fragten. Dadurch, dass sie an langzeitigem Stress und Depressionen litt, kehrte ihr Brustkrebs zurück. 2019 starb sie, nachdem festgestellt wurde, dass ihre Behandlung keine Wirkung zeigte.

Die KPCh verstärkte ihre Bemühungen der „schwarzen Propaganda“, manipulierte die Medien, um Lügen zu erfinden und falsche Nachrichten zu verbreiten. Darüber hinaus brachte sie durch öffentliche Aufführungen, Paraden und den Bau von Themenparks für Propaganda in Dörfern und Städten Gerüchte in Umlauf, um die Kirche des Allmächtigen Gottes zu diskreditieren und zu verleumden und die Menschen so einer „Gehirnwäsche“ zu unterziehen. Die KPCh verstärkte außerdem die Unterdrückung der Familienangehörigen von KAG-Christen, indem sie ihnen die Rechte in Bezug auf Arbeitsplätze, die Aufnahme in das Militär, die Aufnahmeprüfung für den öffentlichen Dienst usw. entzog.[40] Dadurch schuf sie sozialen und familiären Druck, um Christen zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Im September zeigte der Ehemann der KAG Christin Wang Miao* in Shangqiu, Provinz Henan, seine Frau an, nachdem er von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt und von den Lügen der KPCh getäuscht worden war. Er zwang sie, eine „Karte mit dem Versprechen, meinen Glauben aufzugeben“ zu unterschreiben, und setzte sie häufig heftigen Schlägen aus, bis sie schließlich auf einem Ohr taub wurde. Der Sohn der KAG Christin Xiao Xin* aus der Stadt Yongzhou, Provinz Hunan, wurde nicht nur durch falsche Nachrichtenmeldungen getäuscht, sondern darüber hinaus von einem Dorfbeamten bedroht. Dieser sagte, wenn seine Mutter weiterhin an Gott glaube, entziehe man ihr das Unterhaltsgeld und 3 Generationen der Familie würden in Bezug auf Schul- und Beschäftigungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Somit tat er also alles, was in seiner Macht stand, um Xiao Xin an der Ausübung ihres Glaubens zu hindern und fing an, sie körperlich und verbal zu misshandeln. Sie wurde bis zu 5 Jahren lang verfolgt und überwacht. Verletzt, mit gebrochenem Herzen und ohne Ausweg beging sie im August 2019 Selbstmord, indem sie im Alter von 75 Jahren Pestizide einnahm. Yan Ping* war eine Lehrerin und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes in der Stadt Liaocheng, Provinz Shandong. Die Polizei beantragte eine Untersuchung ihrer Situation aufgrund ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott. Der Leiter ihrer Schule kooperierte mit dem Büro für öffentliche Sicherheit und übte langzeitig großen Druck auf sie aus, um sie zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Letztendlich wurde sie im September 2019 dazu getrieben, sich in einem See zu ertränken. Nach ihrem Tod wurde auf ihrem Telefon eine nicht gesendete Nachricht entdeckt, in der es hieß: „Ich möchte meinen Mann und mein Kind nicht hineinziehen. Ich liebe euch beide!“

2.7 Die KPCh führte die Implementierung ihres „Auslieferungsprojekts“ sowie ihre erweiterten Untersuchungen der Kirche des Allmächtigen Gottes und ihr hartes Vorgehen gegen diese im Ausland weiter

2019 erweiterte die KPCh den Rahmen ihrer Bekämpfung der Kirche des Allmächtigen Gottes über ihre eigenen Grenzen hinaus. Sie veröffentlichte eine Reihe von Dokumenten, in denen der Einsatz von „Arbeitsressourcen im Ausland“ gefordert wurde. Dabei wurden Internettechnologien mit klassischen Aufklärungssmethoden kombiniert, um zu einem Verständnis über die Aktivitäten der Kirche des Allmächtigen Gottes im Ausland zu kommen und Informationen über das Auslandspersonal der KAG in ihre Datenbank einzuspeisen und anschließend Analysen durchzuführen und für jede Einzelperson eine Strategie zu entwickeln. Die KPCh übte weiter Druck auf die Regierungen demokratischer Länder aus. Sie infiltrierte die Netzwerke der KAG im Ausland und startete Medienangriffe gegen sie, arbeitete Lügen aus und verbreitete diese. Sie zwang die Angehörigen der Mitglieder, ins Ausland zu reisen, um „nach verlorenen Angehörigen zu suchen“ und inszenierte öffentliche Proteste in dem Versuch, sämtliche KAG Christen zurück an China auszuliefern.[41]

Eine Insider-Quelle enthüllte, dass die KPCh alle paar Monate einen Abgesandten zur südkoreanischen Regierung schickt, um eine Namensliste der KAG-Flüchtlinge anzufordern. Außerdem erstellte sie aus jedem von KAG-Christen gedrehten Film Screenshots von den Schauspielern und veröffentlichte diese online, um die Menschen dazu anzutreiben, über deren Identität Bericht zu erstatten.

Im Jahr 2019 köderten und nötigten Mitarbeiter verschiedener Regierungsbehörden weiterhin Verwandte von KAG Christen, die nach Südkorea geflohen waren, und zwangen diese, nach Korea zu reisen und an inszenierten Demonstrationen teilzunehmen, die von O Myung-ok, einem kommunistischen Sympathisanten, organisiert wurden. Zu den oben genannten Behörden zählen unter anderem das Ministerium für Staatssicherheit,[42] die Abteilung für Öffentliche Sicherheit, das Amt für öffentliche Sicherheit und die Nationale Sicherheitsbrigade. Zwischen dem 22. und 24. Juli bewegte O Myung-ok mehr als 20 Familienmitglieder von KAG Christen, die aus Shandong, Henan, Hebei und anderen Provinzen stammten, zum Inszenieren falscher „Spontandemonstrationen“. Diese fanden im südkoreanischen Einwanderungsamt, den Räumlichkeiten der KAG in Onsu und im Blauen Haus statt. Dort riefen sie Slogans wie „China hat ihnen nie Schaden zugefügt, schickt die falschen Flüchtlinge zurück“. Dies wurde inszeniert, um die Kirche des Allmächtigen Gottes zu verleumden und zu diskreditieren, die Christen persönlich anzugreifen und einen künstlichen öffentlichen Aufschrei auszulösen. Dadurch sollte Druck auf die südkoreanische Regierung ausgeübt werden, KAG-Flüchtlinge zurück an China auszuliefern. Indessen hielten 30 Flüchtlinge, die der Kirche des Allmächtigen Gottes angehören, eine Pressekonferenz im Blauen Haus ab und berichteten über die Fakten der Verfolgung, die sie unter der KPCh erlitten hatten. Mehrere ausländische Medienkanäle berichteten darüber und enthüllten und verurteilten das Auslieferungsprogramm der KPCh. Seit 2016 hat die KPCh 12 falsche Proteste in Südkorea inszeniert, um ihr „Auslieferungsprojekt“ umzusetzen, die alle gescheitert sind.[43] Als die KPCh im Rahmen ihres Auslieferungsprojekts den Geltungsbereich von „Suche nach verlorenen Verwandten“ auf Europa und andere asiatische Länder ausdehnte, wurden im Sommer 2019 einige Verwandte von KAG-Christen, die nach Europa und Japan geflohen waren, ebenfalls von der Nötigung durch die KPCh heimgesucht.

2019 überzeugte der Gerichtshof der KPCh nicht nur 37 Länder, darunter Myanmar und die Philippinen, ihre Unterdrückung in Xinjiang zu unterstützen,[44] sondern griff zudem mit ihrer bösen Hand auch in Myanmar und auf den Philippinen nach den dortigen KAG-Christen. Anfang Dezember begann die Regierung des Bundesstaates Wa in Myanmar, genaue Ermittlungen gegen KAG-Christen anzustellen. Darüber hinaus verbreitete sie auch Lügen über die KAG, die von der KPCh erfunden worden waren, und drohte jenen Christen, die durch Ermittlungen entdeckt worden waren, mit schweren Strafen, sollten diese ihren Glauben nicht aufgeben wollen.

3. Die internationale Gemeinschaft schenkte der Verfolgungskrise der KAG weiter Beachtung

2019 löste die Realität der brutalen Unterdrückung und Verfolgung, die die KAG durch die KPCh-Regierung erlitt, bei den Vereinten Nationen sowie bei Nichtregierungsorganisationen, Reportern und Menschenrechtsaktivisten aus Ländern wie den Vereinigten Staaten, Kanada, Italien, Belgien, Litauen und Südkorea weitere Besorgnis aus. Einige staatliche Einrichtungen in demokratischen Ländern ergriffen aktive Maßnahmen, um aus China geflohenen KAG-Flüchtlingen Asyl zu gewähren.

Am 4. März 2019 hielten Mitglieder verschiedener religiöser Gruppen und Menschenrechtsorganisationen im US-Kongress eine Pressekonferenz ab, auf der die offizielle Gründung der Vereinigung zur Förderung der Religionsfreiheit in China (CARFC) angekündigt wurde. Samuel D. Brownback, Sonderbotschafter für internationale Religionsfreiheit, und James P. McGovern (D-MA), Vorsitzender der Exekutivkommission des Kongresses für China (CECC), nahmen ebenfalls teil. Es ist die Mission der Vereinigung, die US-Regierung dazu anzuhalten, entschieden gegen die Unterdrückung der Religionsfreiheit durch die KPCh vorzugehen. Da die Kirche des Allmächtigen Gottes ein Mitglied der Vereinigung ist, erregten die Tatsachen über deren grausame Verfolgung durch die KPCh das Interesse anderer Teilnehmer und der Medien.[45]

Am 15. Juli 2019 hielt die Vereinigung zur Förderung der Religionsfreiheit in China während des zweiten US-Ministertreffens zur Förderung der Religionsfreiheit eine Nebenveranstaltung ab. Die KAG-Christin Zou Demei erzählte die Geschichte von ihrer 14-jährigen Flucht in China, um einer Verhaftung allein aufgrund ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott zu entgehen. Sie sprach auch von der Verhaftung ihrer Mutter und anderer Christen, die zu Tode verfolgt wurden. Zou Demei floh im Januar 2017 in die Vereinigten Staaten. Aufgrund der Verfolgung, die sie erlitten hatte, erteilten ihr die USA am 18. März eine Aufenthaltsgenehmigung.[46]

Am 23. Juli 2019 organisierten mehrere Nichtregierungsorganisationen, darunter die Koordinierung der Vereinigungen und Menschen für Gewissensfreiheit (CAP-LC), Menschenrechte ohne Grenzen (HRWF), das Europäische Interreligiöse Forum für Religionsfreiheit (EIFRF) und die Europäische Föderation für Glaubensfreiheit (FOB) sowie eine Reihe von Akademikern, Religionsführern, Anwälten und Menschenrechtsaktivisten den europäischen runden Tisch der Religion bzw. des Glaubens. Ein gemeinsames Schreiben wurde an alle Mitglieder des Europäischen Parlaments sowie an die EU-Botschafter aller EU-Mitgliedstaaten gesendet. Darin wurde dazu aufgerufen, den Fokus auf die Asylanträge von KAG-Christen zu richten.

In Vilinus, Litauen, sendeten am 11. Dezember 2019 29 Parlamentsmitglieder der Republik Litauen und ein Mitglied des Europäischen Parlaments ein gemeinsames Schreiben an die chinesische Botschaft, mit dem sie die chinesische Regierung aufforderten, die Verfolgung religiöser Gruppen, einschließlich der Kirche des Allmächtigen Gottes, einzustellen.[47]

Ende Dezember 2019 veröffentlichte die US- Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) eine Liste mit 65 politischen Gefangenen in China, darunter Pastoren von Hauskirchen, uigurische Muslime, Buddhisten und andere. 53 der 65 politischen Gefangenen sind Mitglieder der KAG.[48]

Im Januar 2020 veröffentlichte Massimo Introvigne, der italienische Religionssoziologe und Generaldirektor des Zentrums für Studien über neue Religionen (CESNUR), eine wissenschaftliche Arbeit: ein Buch mit dem Titel „Inside The Church of Almighty God“. Das Werk basiert auf seinen Interviews mit KAG Christen sowie mit Polizei- und Regierungsbeamten der KPCh. Die englische Ausgabe wurde von Oxford University Press veröffentlicht. Die deutsche Ausgabe mit dem Titel „Eine Untersuchung der Kirche des Allmächtigen Gottes“ wurde vom LIT Verlag veröffentlicht. Darin betont er, dass die Kirche des Allmächtigen Gottes die am stärksten verfolgte religiöse Bewegung in China sei, deren Mitglieder, wann immer sie an China ausgeliefert werden, Festnahmen, langfristiger Inhaftierung oder einem noch schlimmeren Schicksal entgegensehen.[49]

Um den Flüchtlingen der Kirche des Allmächtigen Gottes zu helfen, verteilte die Nationale Kommission für Asylrecht im italienischen Innenministerium 2019 eine Broschüre mit aktuellen Informationen über die KAG an alle territorialen Kommissionen. Diese führten in ihren Kursen zur Ausbildung neuer Kommissionsmitglieder auch Unterricht bezüglich der chinesischen Verfolgung ein. Im März und im Juli 2019 erstellten sie zwei neue COI-Dokumente (Informationen über Herkunftsländer), die speziell die Kirche des Allmächtigen Gottes betreffen. Im Jahr 2019 stieg die Quote der Annahme von Asylanträgen von KAG Christen in Italien um 8 % und die generelle Quote der Annahme von Asylanträgen von KAG Christen im Ausland erreichte 12,7 %, was einer jährlichen Steigerung um 4,26 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Aufgrund der großen Anzahl an gefälschten Nachrichten der KPCh wurden jedoch zahlreiche Asylanträge von KAG-Christen eingestellt. Die Fake News sollten die Kirche des Allmächtigen Gottes verleumden und diskreditieren. Hinzu kamen die ununterbrochenen diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Taktiken der KPCh, um Druck auf andere Länder auszuüben. Zum Dezember 2019 lag die Annahmequote für KAG-Christen in Frankreich bei nur 8,6 %; 403 von 444 Bewerbern wurden abgelehnt. 236 davon erhielten Ausreisebefehle. Mehrere Christen, deren Anträge abgelehnt worden waren, wurden festgenommen und in Haftanstalten eingewiesen und sehen dort einer Abschiebung entgegen. In der Schweiz beantragten 33 KAG-Christen Asyl; 29 davon wurden abgelehnt und 25 wurden Ausreisebefehle erteilt; 3 wurden zur Rückführung nach China gezwungen. Es ist unbekannt, ob sie noch leben oder gestorben sind. In demokratischen asiatischen Ländern wie Japan und Südkorea beläuft sich die Annahmequote auf 0. Von den 1 008 Asylbewerbern in Südkorea wurde bisher kein einziger angenommen und 179 wurden Ausreisebefehle erteilt. Bis heute ist keiner der 269 Asylbewerber in Japan angenommen worden. KAG Christen befinden sich in einer gefährlichen Situation: Nach ihrer Rückführung drohen ihnen die Festnahme und Inhaftierung durch die KPCh sowie brutale Folter und sogar der Tod.

4. Fazit

Der wesentliche Grund für die fieberhafte Unterdrückung und Verfolgung des religiösen Glaubens durch die KPCh ist, dass die KPCh Gott und die Wahrheit von Natur aus zutiefst hasst. Der Gründer der Kommunistischen Partei, Karl Marx, schreibt in seinem Kommunistischen Manifest ganz offen: „Der Kommunismus schafft die ewigen Wahrheiten ab, er schafft die Religion ab, die Moral.“ Als die KPCh an die Macht kam, begann sie mit der fieberhaften Unterdrückung und der brutalen Verfolgung des religiösen Glaubens. Seit der Erscheinung und dem Wirken des Allmächtigen Gottes im Jahr 1991 verfolgt die KPCh die Kirche des Allmächtigen Gottes auf brutale Art und Weise. Jia Chunwang, ehemaliger Leiter des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit, ordnete im Jahr 2000 an, dass die Kirche des Allmächtigen Gottes „lautlos vernichtet“ werden müsse. Die KPCh sprach auch folgende Drohung gegen die KAG aus: „Die Truppen werden nicht abgezogen, bis die Säuberung abgeschlossen ist.“ Die Haltung der KPCh zur Verhaftung und Verurteilung von KAG Christen wurde mit den Worten „Sie totzuschlagen ist nichts. Wenn sie sterben, dann zählt das als Selbstmord“ zum Ausdruck gebracht. Sie führte Konzepte zur Vernichtung von Terroristen ein wie „körperliche Zerstörung und psychologische Sabotage“ und trampelte Christen vorsätzlich nieder und beraubte sie ihrer Glaubensfreiheit, ihres Lebensrechts und weiterer grundlegender Menschenrechte. Im Jahr 2020 wird die KPCh ihre Bemühungen weiter intensivieren und den Umfang ihrer Verfolgung erweitern, im Bestreben, die Kirche des Allmächtigen Gottes völlig zu beseitigen und auszulöschen. Die Bedingungen für die Ausübung ihrer Rechte, um ihren Glauben zu praktizieren und einfach nur am Leben zu bleiben, werden sich für Millionen von KAG Christen verschlechtern. Angesichts der wahnhaften Unterdrückung und Verfolgung durch die KPCh sowie der potenziellen Gefahr, dass ihre Empfängerländer sie zur Rückkehr nach China zwingen, bleibt den KAG Christen keine andere Wahl, als sämtliche Fakten zu veröffentlichen, die in Bezug auf ihre Verfolgung zusammengetragen werden können, sowie die relevanten Daten und Unterlagen der internationalen Gemeinschaft und den Menschenrechtsorganisationen zur Verfügung zu stellen, in der Bemühung, dadurch Unterstützung zu erhalten.

Anhang: 21 Ausgewählte Beispielfälle aus dem Jahr 2019

1. Die KPCh wendet außergerichtliche Tötungen auf KAG-Christen an

Fall 1

Ren Cuifang, weiblich, geboren 1988, war in der Stadt Karamay in Xinjiang ansässig. Im Jahr 2011 trat sie der Kirche des Allmächtigen Gottes bei. Am 22. Dezember 2018 wurde sie aufgrund ihres Gottesglaubens von der Polizei verhaftet und starb nach 12 Tagen brutaler Folter. Sie war erst 30 Jahre alt. Ihre Angehörigen wurden ins Leichenschauhaus gebracht, wo sie ihre sterblichen Überreste sahen. Rund um Rens Augen prangten rotblaue Blutergüsse, auf ihrer linken Brustseite war ein handtellergroßer schwarz-violetter Bluterguss zu sehen und ihre Arme und Beine waren übersät von runden blauen und violetten Flecken unterschiedlicher Größe. Am Schenkel hatte sie eine große Brandnarbe und an den Handgelenken und den Fersen blutige Verletzungen. An ihrem linken Fuß hatte sie den Nagel des großen Zehs verloren. Es war sehr klar, dass sie grausam zu Tode gefoltert worden war, doch die Polizei stritt jegliche Verantwortung ab. Sie drohte Rens Familie und verbot ihr, die Nachricht zu verbreiten. Ihre Familie hatte keine Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten.[50]

2. Die KPCh nimmt KAG-Christen ihr Recht auf Leben

Fall 2

Yu Xiangju, weiblich, geboren 1951, stammte aus der Stadt Ankang, Provinz Shaanxi. Sie schloss sich 2002 der Kirche des Allmächtigen Gottes an. Aufgrund ihres Glaubens wurde Yu am 27. Juni 2018 von Polizeibeamten der Unterbehörde für öffentliche Sicherheit des Bezirks Hanbing, Stadt Ankang, Provinz Shaanxi, festgenommen. Die Polizei wusste zwar, dass sie an ernsthaften Erkrankungen wie gefährlich hohem Blutdruck, einem Herzleiden, den Folgen eines Hirninfarkts und einem bedenklich niedrigen Kaliumspiegel litt, dennoch wurde sie in Gewahrsam genommen. Ihre Blutdruckmedikamente wurden konfisziert, sobald sie das Untersuchungsgefängnis betrat. Die Polizei ließ sie nur einmal eine unbekannte Pille nehmen, die keinerlei Wirkung zeigte. Die Polizei hielt ihr Kaliumergänzungsmittel vor und ignorierte ihre Bitte, ihre Angehörigen darüber zu informieren, dass sie Medikamente benötigte. Dies führte zu einem ernsthaften Kaliummangel, der ihr Herzleiden und ihren hohen Blutdruck verschlimmerte und erneut einen Hirninfarkt bei ihr auslöste. Da die Behandlung erheblich hinausgezögert wurde, konnten ihre Erkrankungen nicht mehr geheilt werden und sie starb am 29. März 2019.[51]

Fall 3

Liu Jun*, männlich, geboren 1998, war in der Provinz Jiangxi wohnhaft. Er schloss sich 2015 der Kirche des Allmächtigen Gottes an. Im Juli 2018 wurde er von Beamten der örtlichen Nationalen Sicherheitsbrigade festgenommen, während er an einer kirchlichen Versammlung teilnahm. Die Polizei wusste, dass er an einer Nierenerkrankung litt, verhörte und bedrohte ihn aber dennoch, was zu einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands führte. Da die Polizei fürchtete, er würde in der Untersuchungshaft sterben und sie die Verantwortung dafür tragen würde, ließ sie ihn bis zum Prozess gegen Kaution frei. Danach lud die Polizei ihn wiederholt vor, was ihn jeden Tag in Angst leben ließ, sodass sein Gesundheitszustand sich niemals verbesserte. Im April 2019 nahm die Polizei ihn trotz seiner schweren Erkrankung fest und inhaftierte ihn. Obwohl sich die Polizeibeamten seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes bewusst waren, da er unter Schwellungen am gesamten Körper und Atembeschwerden litt, weigerten sie sich, ihn aus der Haft zu entlassen. Dies führte zu einer raschen Verschlechterung seines Zustands und zu einer Urämie mit Komplikationen eines Herzleidens. Erst dann genehmigte die Polizei seine Freilassung gegen Kaution bis zum Prozess. Da ihm die Behandlung so lange vorenthalten worden war, starb Liu Jun am 10. August desselben Jahres im Alter von nur 21 Jahren.[52]

Fall 4

Zhenyu*, weiblich, geboren 1981, war in der Provinz Liaoning ansässig. Sie schloss sich 2007 der Kirche des Allmächtigen Gottes an und wurde Ende Juni 2018 im Rahmen der „Operation Donner“ der Kommunistischen Partei Chinas festgenommen. Während der Haft bestand die Polizei darauf, dass sie von morgens bis abends 9 Stunden lang mit den anderen Häftlingen aufrecht im Schneidersitz auf einem harten Brett sitzen musste, obwohl bekannt war, dass die Wunden ihrer Brustkrebsoperation noch nicht verheilt waren. Außerdem musste sie die Gefängnisregeln auswendig lernen und aufsagen sowie über lange Zeiträume hinweg strammstehen. Diese Misshandlung führte mindestens vier oder fünf Mal täglich zu akuten Schmerzattacken, die ihr stets enorme Qualen bereiteten. Der Leiter des Untersuchungsgefängnisses schenkte dem keinerlei Beachtung und zwang sie, im Schneidersitz auszuharren. Nachdem sie sieben Tage lang auf diese Weise misshandelt worden war, ließ der Disziplinarbeamte Zhenyu und die anderen Häftlinge sehr schwere Arbeit verrichten. Zusammen mit der äußerst schlechten Verpflegung in der Haftanstalt führte dies dazu, dass sich Zhenyus Brustkrebs trotz der Tatsache, dass sich ihr Zustand zuvor verbessert hatte, erheblich verschlechterte. Im April 2019 erlag sie ihrer Krankheit.[53]

Fall 5

Zhang Meijuan*, weiblich, geboren 1973, war in der Provinz Zhejiang wohnhaft und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am 2. Juli 2017 wurde sie aufgrund ihres Gottesglaubens von örtlichen Beamten der Nationalen Sicherheitsbrigade festgenommen und inhaftiert. In der Untersuchungshaft wurde sie misshandelt und Kaltwasserduschen unterzogen. Obwohl sie ursprünglich bei guter Gesundheit gewesen war, entwickelte sie eine Lungenkrankheit sowie einen hartnäckigen Husten. Im März 2019 wurde Zhang Meijuan von einem Engegefühl in der Brust und starken körperlichen Schmerzen befallen, doch die Polizei gab ihr lediglich Schmerzmittel. Die Beamten schimpften häufig mit ihr und verboten ihr zu sprechen, bis sie unter extremer psychischer Belastung zu leiden begann. Im Mai 2019 wurde sie von einem Amtsgericht zu einer schweren Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt, weil sie „eine Xie Jiao-Organisation benutzt hatte, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“, sowie zu einer Geldstrafe von 100.000 RMB (etwa 13.000 Euro). Am 28. August wurde Zhang Meijuan in ein Frauengefängnis gebracht, um ihre Strafe zu verbüßen, wonach sich ihre körperliche Verfassung weiter verschlechterte. Am 10. September wurde bei ihr in einem örtlichen Krebskrankenhaus eine fortgeschrittene Lungenkrebserkrankung diagnostiziert und sie wurde in ein Gefängniskrankenhaus der Provinz verlegt, aber immer noch nicht aus der Haft entlassen. Erst am 18. September, als ihr Zustand kritisch wurde, erlaubte die Polizei ihren Angehörigen, ein Verfahren für die Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen zu beantragen. Während ihres Krankenhausaufenthalts verlor Zhang Meijuan immer wieder das Bewusstsein und es kam zur Lähmung ihrer rechten Körperhälfte. Sie starb am 8. November aufgrund der anhaltenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustands.[54]

Fall 6

Liu Hua*, männlich, geboren 1950, war in der Stadt Guyuan in Ningxia ansässig. Er schloss sich 2004 der Kirche des Allmächtigen Gottes an. Am 8. Dezember 2012 wurde Liu Hua von der Polizei der KPCh wegen Verbreitung des Evangeliums festgenommen. Bei dem Versuch der Polizei, Liu Hua dazu zu zwingen, ihnen das Haus eines anderen Christen zu zeigen, setzte sie ihn mehr als zwei Stunden lang Außentemperaturen von minus zwanzig Grad aus. Durch die klirrende Kälte und den eisigen Wind wurde sein ganzer Körper steif. Nach der Rückkehr auf die Polizeiwache zogen zwei Polizisten plötzlich seine Arme hinter seinen Rücken und rissen seine Hände und Arme heftig nach oben, was eine akute Zerrung seiner rechten Schulter verursachte. Als Folge davon verspürte er ständig einen quälenden Schmerz im rechten Arm, in der rechten Schulter und in den Knien. Bei einer Untersuchung bestätigte der Arzt, dass er eine schwere rheumatoide Arthritis entwickelt hatte, die später zu mehreren Komplikationen führte und ihn bettlägerig machte. Während dieser Zeit wurde er in seiner Wohnung weiterhin häufig von Mitarbeitern der Justiz-, Anklage- und Strafverfolgungsbehörden des Landkreises schikaniert und bedroht, was bei Liu zu extremem emotionalem Stress führte, seinen Zustand weiter verschlimmerte und am 5. März 2019 schließlich zu seinem Tod führte.[55]

Fall 7

Cheng Xiangyu, weiblich, geboren 1965, war ansässig in der Stadt Jincheng, Provinz Shanxi. Sie schloss sich 2012 der Kirche des Allmächtigen Gottes an. Mitten in der Nacht des 15. November 2018 wurde sie in ihrer Mietswohnung von mehreren Beamten der Behörde für öffentliche Sicherheit der Stadt Jincheng, der Nationalen Sicherheitsbrigade der Stadt und der örtlichen Polizeistation wegen der Ausübung ihres Glaubens verhaftet. Während der Haft bekam sie Fieber. Andere Häftlinge in ihrer Zelle meldeten ihren Zustand mehrmals, doch die Gefängniswärter schenkten dem keinerlei Beachtung. Zusammen mit den unzureichenden Mahlzeiten und der Anforderung, Tag für Tag eine Sitzhaltung beizubehalten, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand drastisch. Am 11. Januar 2019 war sie bereits bleich und abgemagert, sprach nur noch leise und mit Mühe, konnte nicht stabil stehen und war beim Gehen auf Unterstützung angewiesen. Trotz ihres kritischen Zustands wurde sie von der Polizei zur Zwangsindoktrination- und Umerziehung in das „Umwandlungszentrum durch edukative Maßnahmen“ Gaoping verlegt. Dort verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand weiter. Da die Polizei die Behandlung hinausgezögert hatte, starb sie am 13. Januar im Krankenhaus, nachdem sie durch medizinische Notfallmaßnahmen nicht wiederbelebt werden konnte.[56]

Fall 8

Li Sulian, weiblich, geboren 1963, wohnte im 12. Stock der Wohngemeinde Wanding Square im Landkreis Yucheng, Stadt Shangqiu, Provinz Henan. Sie schloss sich 2000 der Kirche des Allmächtigen Gottes an. Anfang Mai 2019 wurde sie wegen Evangelisierung bei der Polizei angezeigt. Die Polizeibeamten durchsuchten die Wohngemeinde, in der sie lebte, und versuchten anhand ihres Fotos, Informationen über ihren Glauben zu sammeln. Am 7. Mai wurde Li Sulian in ihrem Zuhause von Beamten der Polizeiwache des Stadtteils Maqiao in der Stadt Yongcheng umzingelt. Um der Verhaftung und der brutalen Folter durch die KPCh zu entgehen, stürzte sie sich bei einem gewagten Fluchtversuch aus dem Fenster im 12. Stock unglücklicherweise in den Tod und schlug auf einem Balkon im dritten Stock auf. Ihre Familie war nach dieser Tragödie am Boden zerstört und entrüstet. Die Angehörigen versuchten, Gerechtigkeit für ihren Tod zu fordern. Aus Angst, dass der Vorfall ihnen Schwierigkeiten bereiten und Volkszorn hervorrufen könnte, wiesen die Beamten der beteiligten Polizeiwache jede Verantwortung von sich, mit der Rechtfertigung, sie hätten sich irrtümlich zur falschen Adresse begeben, um die falsche Person festzunehmen. Die Familie wurde mit nur etwa 60.000 RMB (ca. 7.800 Euro) für die Beerdigungskosten entschädigt. Die Familie konnte keine Rechtsmittel einlegen.[57]

Fall 9

Xiao Xin*, weiblich, geboren 1944, war in der Stadt Yongzhou, Provinz Hunan wohnhaft und war Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Im Jahr 2014 inszenierte die Kommunistische Partei Chinas den berüchtigten McDonald's-Mordfall, um die Kirche des Allmächtigen Gottes in Verruf zu bringen und zu diffamieren. Xiao Xins Sohn war anfangs nicht gegen den Glauben seiner Mutter, nachdem er aber von den Gerüchten der KPCh getäuscht worden war, tat er alles, um sich ihr in den Weg zu stellen. Er folgte ihr zu Versammlungsstätten und drohte ihr damit, sie bei der Polizei anzuzeigen, wenn sie ihren Glauben weiterhin praktiziere. Außerdem kritisierte er sie häufig, schlug sie und beschimpfte sie. Der Parteisekretär des Dorfes besuchte ihren Sohn und warnte ihn mit den Worten: „Wenn deine Mutter weiterhin an Gott glaubt, wird ihr das Wohngeld gestrichen, die Schule lässt deine Tochter nicht mehr unterrichten und dein Sohn wird nicht im College angenommen.“ Nachdem ihr Sohn diese Worte gehört hatte, widersetzte er sich ihrem Glauben noch heftiger. Einmal packte ihr Sohn sie an den Haaren, schleuderte sie zur Tür hinaus und schlug sie zweimal ins Gesicht, nur weil er Xiao Xin dabei erwischt hatte, wie sie gerade zu Gott betete. Xiao Xin war zutiefst verletzt. Außerdem überwachte ihr Sohn sie langzeitig und drohte, ihr die Beine zu brechen, wenn sie weiterhin an Gott glaube. Im August 2019 trank Xiao Xin, die die Schikane durch ihren Sohn nicht länger ertragen konnte, Pflanzenschutzmittel und starb verbittert.

Fall 10

Cheng Dongzhu, weiblich, geboren 1955, war wohnhaft in der Stadt Wuhan, Provinz Hubei, und war Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Im August 2018 erfuhr sie von ihrem Sohn, der in einer Behörde für öffentliche Sicherheit arbeitete, dass die KPCh im Begriff war, einen Christen zu verhaften. Sie meldete dies umgehend der Kirche, damit die betroffene Person der Verhaftung und Verfolgung durch die KPCh entkommen konnte. Kurz darauf besuchte die Polizei Cheng Dongzhu in ihrem Laden, um gegen sie zu ermitteln. Von diesem Zeitpunkt an wurde sie streng überwacht. Viele Christen, die sich ihr genähert hatten, wurden verfolgt und verhaftet. Jedes Mal, wenn sie ihr Zuhause verließ, um zu kirchlichen Versammlungen zu gehen, wurde sie von Leuten bespitzelt, die von der KPCh eingeschleust worden waren. Dies hatte zur Folge, dass sie jeden Tag in Angst lebte und immer mehr abnahm. Etwa im Juli 2019 erzählte Cheng Dongzhu einer anderen Christin, dass die Polizei der KPCh bereits wisse, dass die Verhaftungsaktion des Vorjahres ein Misserfolg gewesen war, da ihr Sohn ihr die Informationen zugespielt habe. Sie sagte, ihr Sohn sei unter Druck gesetzt worden und habe den Befehl erhalten, den Christen, der im Jahr zuvor entkommen war, zu suchen und ausfindig zu machen. Ansonsten würde er seinen Job verlieren und ihrem Enkel würde es nicht einmal möglich sein, zur Universität zu gehen. Cheng Dongzhu litt deshalb unter unglaublichem Stress, da sie befürchtete, dass ihre Familie in die Angelegenheit verwickelt werden könnte. Am 23. Juli übergab sie ihr gesamtes Glaubensmaterial einem anderen Christen zur Aufbewahrung und sagte, dass zu Hause ein großes Problem aufgetreten sei. Am selben Abend waren etwa 20 Polizisten am Eingang ihres Ladens positioniert und verjagten die umstehenden Leute, während einige Beamte am Straßenrand in der Nähe umherstreiften. Es ist immer noch unklar, was in dieser Nacht mit Cheng Dongzhu geschah. Am 24. Juli, kurz nach vier Uhr morgens, sprang Cheng Dongzhu in einen See und ertränkte sich, da sie die Schikanen und die Verfolgung durch die KPCh nicht länger ertragen konnte. Ihre Leiche wurde am 25. Juli gegen 1 Uhr morgens aus dem Wasser gezogen. [58]

3. Die KPCh setzt KAG-Christen Folter und Indoktrinierung aus

Fall 11

Tan Huizhen*, weiblich, geboren 1988, ist Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am 2. Juli 2017 wurde sie aufgrund ihres Gottesglaubens von der Polizei in der Provinz Zhejiang festgenommen und inhaftiert. Im Januar 2019 wurde sie vom Gerichtshof zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil sie „eine Xie Jiao-Organisation benutzt hatte, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Danach wurde sie in ein Gefängnis gebracht, um ihre Strafe zu verbüßen. Im Gefängnis isolierten die Polizeibeamten sie und zwangen sie zur Indoktrinierung und Umerziehung. Sie musste täglich sechs Stunden lang Videos anschauen, in denen gegen Gott gelästert und die Kirche des Allmächtigen Gottes verleumdet wurde. Sie wurde dazu genötigt, Notizen zu machen, während sie die Videos ansah, und anschließend eine Reflektion darüber schreiben. Abends musste sie dann zehn handgeschriebene Kopien ideologischer und theoretischer Materialien anfertigen. Wenn Tan Huizhen diese Aufgaben nicht haargenau nach den Wünschen des Gefängnispersonals ausführte, wurde sie grob zurechtgewiesen, beleidigt und körperlicher Bestrafung unterzogen.

Bei dem Versuch, Tan Huizhen dazu zu zwingen „vier Erklärungen“ zu unterschreiben, um ihrem Glauben abzuschwören (ein Geständnis, eine Reueerklärung, eine Erklärung, jede Beziehung abzubrechen, und eine Denunzierungs- und Kritikerklärung), wiesen die Gefängniswärter mehrere bösartige Häftlinge dazu an, sie mit verschiedenen verachtenswerten Methoden zu quälen und ließen sie jeden Tag nur ein paar Bissen Nahrung zu sich nehmen. Tagsüber bekam sie kein Trinkwasser und jeden Tag wurde sie mehrere Stunden lang dazu gezwungen, strammzustehen und aufrecht zu sitzen. Sie schütteten Wasser und Urin über ihren Kopf, begrenzten die Zeit, in der es ihr erlaubt war, sich zu erleichtern, und kniffen und verdrehten die Haut an ihren Armen. Später versuchten sie sie dazu zu zwingen, Materialien abzuschreiben, in denen gegen Gott gelästert wurde. Als sie sich weigerte, drückten sie sie auf den Boden und schrieben blasphemische Dinge überall auf ihr Gesicht und ihren Hals. Anschließend stießen sie die Spitze eines Stiftes brutal in ihre Finger, bis diese zu bluten anfingen.

Bei einem weiteren Versuch, Tan Huizhen dazu zu zwingen, Dinge zu schreiben, die gegen Gott lästerten, hielt ein Häftling einmal ihren Kopf nach unten und drehte ihr den linken Arm auf ihren Rücken und stieß dann seinen Fuß in Tans Rücken, während ein anderer Häftling Tan zwang, ihre rechte Hand zu öffnen, um den Stift zu halten. Als sie sich wehrte, riss ein Häftling ihren linken kleinen Finger hoch, hob ihren linken Arm nach oben, stach mit der Stiftspitze in die Wunden an ihrer Hand und riss ihr gleichzeitig büschelweise Haare aus. Tan Huizhen hatte solche Schmerzen, dass sie aufschrie, doch die anderen Häftlinge stopften ihr einfach einen Putzlappen in den Mund und folterten sie immer weiter. Während der folgenden zehn Tage fuhren die Häftlinge jeden Tag mit dieser Folter fort. Sie fügten ihr so großes Leid zu, dass sie manchmal mit dem Kopf hart gegen ihr Schlafbrett schlug, bis ihre Lippen aufsprangen und das Blut aus ihrem Mund rann. Erst dann hörten die Häftlinge auf. Da Tan Huizhen darüber hinaus Nahrung und Wasser vorenthalten wurden, führte die Folter zu ihrer völligen Erschöpfung. Sie war der Verzweiflung und dem Zusammenbruch nahe und hatte mehr als 10 kg an Gewicht abgenommen.

Zwei Monate später wurde Tan Huizhen zur intensiven Indoktrinierung und Umerziehung in einen anderen Gefängnisbezirk verlegt. Bösartige Häftlinge befahlen ihr, auf einer Holzbank zu sitzen und dabei beide Beine und Fersen eng aneinanderzuhalten, die Füße abzuspreizen, beide Hände auf die Knie zu legen und ihren Rücken äußerst gerade zu halten. Sie ließen sie auch mit zwei Bänden des größten verfügbaren Wörterbuchs zwischen ihren Händen gepresst sitzen und stehen. Eine Woche lang unterzogen sie sie vier oder fünf Stunden täglich dieser qualvollen Behandlung.

Um Tan Huizhens Entschlossenheit endgültig zu brechen, zwangen die Gefängniswärter sie, zehn Tage lang jeden Tag zwei Tabletten mit psychotropischen Substanzen einzunehmen. Später wandten sie andere brutale Foltermethoden an wie Eisenklammern an ihre Ohren zu klemmen, eine kühlende Salbe (Menthocamphorate) in ihre Augen zu reiben und brutal an ihren Brustwarzen zu drehen und zu ziehen. Als Tan Huizhen ihre Strafe abgedient hatte, war sie aufgrund der brutalen Folter der KPCh kaum ansprechbar, ihr Gedächtnis hatte nachgelassen und sie war allgemein desorientiert. Nach ihrer Entlassung fuhr die Polizei mit der langfristigen Überwachung und Indoktrinierung fort und verlangte von ihr, sich alle drei Monate auf der Polizeiwache zu melden. Außerdem sollte sie einen fünfjährigen Umerziehungskurs in einer Einrichtung der Justizbehörde absolvieren. Tan Huizhen hat ihre persönliche Freiheit vollkommen eingebüßt.[59]

Fall 12

Zhang Yi*, männlich, geboren 1956, ist in der Provinz Zhejiang wohnhaft und Christ der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am 2. Juli 2017 wurde Zhang Yi von der örtlichen Polizei aufgrund seines Glaubens an den Allmächtigen Gott festgenommen und inhaftiert. Während der Haft versuchte die Polizei, ihn zur Herausgabe von Informationen über die Kirche zu zwingen, und verlangte, dass er von den Beamten der KPCh erstellte Dokumente unterschrieb. Als er sich weigerte, folterten sie ihn und zwangen ihn, täglich von sieben Uhr morgens bis halb acht Uhr abends auf einem Hocker mit 24 vorstehenden Plastiknägeln zu sitzen. Er musste mit geradem Rücken dasitzen, die Hände auf den Knien, den Kopf nach oben gewandt und die Brust herausgestreckt, ohne sich zu bewegen. Nachdem er einen Monat lang auf diese Weise gefoltert worden war, begann die aufgebrochene Haut an Zhang Yis Gesäß zu eitern und verursachte so starke Schmerzen, dass er unaufhörlich zitterte und nachts nicht einschlafen konnte.

Am Morgen des 25. September 2018 spannte die Polizei Zhang Yi wiederholt die Handschellen zu eng, um ihn zu quälen, weil er sich weigerte, ein Dokument zu unterschreiben. Dies ging so weit, dass er das Bewusstsein verlor. Die Handschellen hinterließen tiefe Spuren an seinen Handgelenken. Im November wurde er dann in ein Indoktrinierungszentrum gebracht.

Im Januar 2019 wurde Zhang Yi zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt und mit einer Geldstrafe von 10.000 RMB (etwa 1.300 Euro) belegt, weil er „eine Xie Jiao-Organisation benutzt hatte, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Danach wurde er in ein Gefängnis in der Provinz Zhejiang gebracht, um seine Strafe zu verbüßen.

Nach der Inhaftierung ließen die Gefängniswärter ihn von einem besonders gewalttätigen Gefangenen bewachen und er wurde erneut dazu gezwungen, für lange Zeit aufrecht auf einem Hocker mit Plastiknägeln zu sitzen. Außerdem zwangen sie ihn, die Gefängnisregeln auswendig zu lernen und aufzusagen. Nach drei Monaten entwickelte er erneut eitrige Wunden am ganzen Gesäß und es fiel ihm sogar schwer, beim Toilettengang in die Hocke zu gehen. Sämtliche Knochen seines Körpers schmerzten ihn.

Andere Häftlinge wurden eigens dazu eingeteilt, Zhang Yi jede Nacht zu bewachen und sie wichen nie auch nur einen halben Schritt von seiner Seite. Es war ihm nicht gestattet, mit den anderen Häftlingen zu sprechen. Während der sechs Monate, in denen er auf diese Weise bewacht wurde, wurde Zhang Yi stark deprimiert und war sehr niedergeschlagen.

Anfang Oktober 2019 hatte Zhang Yi seine Strafe vollständig verbüßt und er wurde entlassen. Aufgrund der unmenschlichen Folter, die er während seiner Haft erlitten hatte, bekam er neben Ischiasschmerzen auch rheumatoide Arthritis und wurde sehr kälteempfindlich. Bis heute überwacht und schikaniert ihn die KPCh, wodurch er unter Depressionen und psychischen Qualen leidet.[60]

Fall 13

Xiao Yun*, weiblich, geboren 1968, ist in der Provinz Yunnan wohnhaft und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am 14. Dezember 2012 wurde Xiao Yun bei der Übergabe von Kirchenbüchern in der Stadt Kaiyuan, Provinz Yunnan, von Beamten der Behörde für öffentliche Sicherheit der Stadt Kaiyuan festgenommen und inhaftiert. Im September 2013 wurde sie zu einer schweren Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt, weil sie „eine Xie Jiao-Organisation benutzt hatte, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Danach wurde sie in ein Frauengefängnis in der Provinz Yunnan gebracht, um ihre Strafe zu verbüßen.

Im Gefängnis wurde Xiao Yun dazu eingeteilt, in einer Werkstatt Pullover zu nähen. Die Luft war voller Staub, dunklem Rauch sowie von dem schädlichen Geruch der Textilfarben durchdrungen. Sie wurde jeden Tag zu mindesten 13 Stunden Arbeit gezwungen. Von Anfang an war ihr schwindlig und übel, und nach drei Monaten litt sie unter Atembeschwerden.

Die Gefängnisbeamten wandten alle erdenklichen grausamen Methoden an, um Xiao Yun zu foltern und sie dazu zu zwingen, die „drei Erklärungen“ zur Aufgabe ihres Glaubens zu unterschreiben (ein Geständnis, eine Erklärung, jede Beziehung abzubrechen, und eine Denunzierungs- und Kritikerklärung). Einmal wurde sie einen ganzen Monat lang in einem vier Quadratmeter großen Raum eingesperrt, in dem sie essen, trinken und sich erleichtern musste. Häufig ließ man sie hungern, die Gefängniswärter gaben ihr nur eine einzige Bettdecke und ließen sie auf einer Zementplatte schlafen. Nachdem sie aus dem Arrestzimmer entlassen worden war, schleifte eine Gefängniswärterin sie an einen Ort ohne Überwachung und begann dann, wie wild auf den Zehen von Xiao Yuns rechtem Fuß herumzutrampeln und diese mit ihren hochhackigen Schuhen so lange zu zermalmen, bis sie zerquetscht waren. Aus ihren Schuhen sickerte Blut und sie hinterließ überall Blutspuren. Sämtliche Zehen ihres rechten Fußes färbten sich schwarz und blau. Nach einem erfolglosen Versuch, sie zur Unterzeichnung der „drei Erklärungen“ zu zwingen, versetzte ihr ein Gefängniswärter plötzlich einen bösartigen Tritt in die rechte Seite, der ihr den Atem nahm und ihr große Schmerzen bereitete (sie zog sich dadurch eine Rückenverletzung zu, die ihr bis heute Schmerzen verursacht). Lange Zeit war sie nicht in der Lage, Luft zu holen. Danach versuchten die Gefängniswärter weiterhin, sie dazu zu bringen, die „drei Erklärungen“ zu unterschreiben und machten vor nichts Halt, um sie zu quälen. Einmal verboten sie ihr einen ganzen Monat lang, sich zu waschen. Manchmal musste sie eine ganze Nacht lang Wache stehen und oft wurden ihre Essensrationen herabgesetzt, andere Häftlinge wurden angewiesen, sie zu schlagen, und sie wurde bestraft, indem sie so lange in der sengenden Sonne stehen musste, bis ihr Gesicht dermaßen verbrannt war, dass sie eine Hautschicht verlor.

Xiao Yun wurde durch die anhaltende Knochenarbeit und die körperliche Bestrafung, der sie im Gefängnis ausgesetzt war, körperlich immer schwächer. Ursprünglich wog sie 46 kg. Sie siechte dahin, bis sie auf nur noch 32 kg abgemagert war. Im Jahr 2016 wurde bei ihr eine Lungeninfektion festgestellt und sie bekam einen hartnäckigen Husten, wurde aber weiterhin gezwungen, ein hohes Arbeitspensum zu leisten. Ihr Zustand verschlechterte sich und 2018 erkrankte sie an Tuberkulose. Die Gefängnisbehörden hielten sie trotzdem bis Mai 2019 in Haft, woraufhin sie endlich entlassen wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Hause ließ sich Xiao Yun in einem Krankenhaus ärztlich untersuchen. Der Arzt teilte ihr mit, dass in ihrem linken Lungenflügel krankhafte Veränderungen aufgetreten seien, da ihre Tuberkulose nicht rechtzeitig behandelt worden sei. Der Lungenflügel war so stark beschädigt worden, dass er seine Atmungsfähigkeit im Prinzip verloren hatte und eine Behandlung unmöglich war. Xiao Yun trug lebenslange Behinderungen davon.[61]

Fall 14

Li Fang*, weiblich, geboren 1958, ist in der Provinz Zhejiang ansässig und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. 2004 wurde sie aufgrund ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott von der Polizei verhaftet und dann grausam gefoltert, unter anderem mit dem „Fliegenden Adler“. Die Polizisten wechselten sich ab, sie rund um die Uhr zu quälen. Am 2. Juli 2017 wurde sie erneut von der Polizei festgenommen und inhaftiert, weil sie an einem Gottesdienst teilgenommen hatte und an Gott glaubte. Im Januar 2019 wurde sie vom Gericht zu zwei Jahren und drei Monaten Haft und zu einer Geldstrafe von 10.000 RMB (ca. 1.300 Euro) verurteilt, weil sie „eine Xie Jiao-Organisation benutzt hatte, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Anschließend wurde sie zum Strafvollzug ins Gefängnis gebracht.

Kaum hatte sie das Gefängnis betreten, wiesen die Gefängniswärter zwei weitere Häftlinge an, Li Fang zu überwachen und sie zu indoktrinieren und umzuerziehen. Sie zwangen sie, in einer bestimmten Sitzhaltung zu verharren: Sie musste viele Stunden lang auf einem kleinen, nur 20 cm hohen Hocker sitzen und durfte sich nicht bewegen. Li Fang litt bereits an Ischiasbeschwerden und einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Diese Art von Folter führte zu schrecklichen Schmerzen in der Lendengegend, die sie entsetzlich quälten. Da sie immer noch nicht nachgab, befahlen die Gefängniswärter zwei anderen, noch brutaleren Häftlingen, Li Fang weiter zu foltern. Die beiden befahlen ihr, sich gerade hinzustellen und zwei schwere, sechs cm dicke, gebundene Bücher unter den Achseln zu halten und dabei die Hände eng an die Beine zu drücken. Sobald ein Buch zu Boden fiel, zwangen sie ihr gewaltsam Wasser die Kehle hinunter. Diese Häftlinge versuchten auch, sie zu zwingen, gotteslästerlich Dinge zu schreiben, und als sie sich weigerte, stachen sie mit der Spitze eines Stifts in ihre rechte Hand und schlugen diese gegen einen Tisch. Ihre Hand schwoll auf der Stelle wie ein Ballon an und begann zu bluten. Sie hatte solche Schmerzen, dass sie unter den Tisch fiel, aber sie weigerte sich weiterhin, irgendetwas zu schreiben, das Gott lästerte. Die Häftlinge waren so wütend, dass sie sie beschimpften und sie heftig auf beide Gesichtshälften schlugen. In dieser Nacht bedeckten die Gefangenen die Sicherheitskamera mit einer Decke, drückten Li Fang auf den Boden und begannen dann, auf ihre Rippen zu stampfen. Aufgrund der entsetzlichen Schmerzen schrie Li Fang auf. Durch die Tritte erlitt sie Verletzungen an der Brust. Sie lag auf dem Boden, konnte nicht aufstehen und das Atmen verursachte ihr Schmerzen. Die Gefängniswärter warnten sie später, niemandem von der körperlichen Bestrafung zu erzählen, der sie ausgesetzt worden war. Darüber hinaus zwangen die Gefängniswärter Li Fang dazu, Kleidung zu bügeln. Jedes Mal, wenn sie ein Bügeleisen in die Hand nehmen musste, hatte sie Schmerzen in der Brust. Erst nach zwei Monaten konnte sie eine sehr geringfügige Verbesserung ihres Zustands feststellen.

Im Oktober 2019 hatte Li Fang ihre Strafe verbüßt und wurde entlassen, doch sie steht noch immer unter sehr strenger Überwachung.[62]

Fall 15

Liu Zongxian* (männlich, 55 Jahre alt) und seine Frau Wei Shuyun* (54 Jahre alt) sind wohnhaft in der Stadt Xinmi, Provinz Henan. Beide sind Christen der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am 30. Mai 2019 wurde das Paar von sieben Polizeibeamten wegen seines Glaubens an den Allmächtigen Gott verhaftet und dann gewaltsam auf die örtliche Polizeiwache gebracht. Um Informationen über die Kirche zu erhalten, folterte die Polizei sie grausam. Sie schlugen Liu Zongxian wiederholt ins Gesicht, traten ihn brutal in den unteren Rücken, schlugen ihm mit einer Eisenstange auf die Zehen und zwangen ihn, sich auszuziehen und auf eine Eisenstange zu knien. Anschließend zwangen sie Liu, in einem Raum zu bleiben, dessen Thermostat auf eine eiskalte Temperatur eingestellt war. Liu Zongxian wurde derart gefoltert, dass er zwei Rippenbrüche erlitt (die später als Frakturen der 10. und 11. Rippe seiner linken Körperhälfte diagnostiziert wurden). Heute ist er nicht mehr in der Lage, schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Auch Wei Shuyun wurde nach ihrer Verhaftung gefoltert. Die Polizeibeamten stampften mit ihren Füßen auf ihre Zehen und ihren Fußrücken, drückten diese mit ihren Absätzen in quetschenden Bewegungen in den Boden und schlugen Wei Shuyun mit einem Lineal und einer zusammengerollten Zeitung ins Gesicht, sodass ihre Lippen bluteten und ihr Gesicht anschwoll. Dann verdrehten sie ihre Arme und legten ihr hinter dem Rücken Handschellen an, wobei ein Arm über ihrer Schulter und ein anderer von unten verdreht wurde. Sie schoben eine Eisenstange in die Handschellen und hoben diese wiederholt an und zogen immer wieder an ihr, was starke Schmerzen verursachte. Nach ihrer Freilassung wurden auf den Mobiltelefonen des Paares zwangsweise Sender installiert, sodass sie weiterhin überwacht werden konnten.[63]

4. Die KPCh setzt hohe Kopfgelder auf KAG-Christen aus

Fall 16

Xu Qingxia und ihr Ehemann Ding Renxin wurden beide 1975 geboren. Sie lebten im Stadtteil Fengmao, Bezirk Shanting, Stadt Zaozhuang in der Provinz Shandong und sind Christen der Kirche des Allmächtigen Gottes. Als die KPCh 2014 den McDonald's-Mordfall inszenierte, um Anklagen gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes zu erfinden und die Volksmassen dazu anzustiften, Christen anzuzeigen, wurden sie von jemandem wegen ihres Glaubens bei der Polizei gemeldet. Daraufhin flohen sie aus ihrer Heimat und begaben sich auf die Flucht. Während der nächsten fünf Jahre besuchten Dorfkader wiederholt die Eltern von Xu, um sich nach ihrem Aufenthaltsort zu erkundigen. Die Polizei der KPCh zeigte bereits verhafteten Christen Fotos von ihnen und forderte sie auf, das Paar zu identifizieren. Zudem sagte die Polizei, dass Xu und ihr Ehemann auf einer Website von Schwerverbrechern als gesuchte Personen aufgeführt seien, und verleumdete sie mit der Aussage, dass sie ihre Kinder verlassen hätten und sich weigerten, für ihre Eltern zu sorgen. Im April 2019 erlitt Ding Renxin eine plötzliche Hirnblutung, die zur Lähmung seiner linken Körperhälfte führte. Als er am 26. November das Risiko einging, sich zur Behandlung in ein Krankenhaus zu begeben, wurde er durch die Gesichtserkennung mit einer von der KPCh verwendeten hochauflösenden Kamera erkannt und anschließend festgenommen und inhaftiert. Am 17. Dezember hatte die Zweigstelle der Behörde für öffentliche Sicherheit in Shanting, Stadt Zaozhuang, im Internet eine Belohnung von 10.000 RMB (etwa 1.300 Euro) für die Festnahme von Xu Qingxia ausgesetzt. Wenn Xu Qingxia daran denkt, dass nach ihr und ihrem Ehemann nur wegen ihres Glaubens an Gott seit Jahren gefahndet wird, dass ihr Heim auseinandergerissen wurde, dass ihr Mann verhaftet worden war, als er noch nicht einmal Blase und Darm vollständig kontrollieren konnte, und daran, dass es seitdem keine Neuigkeiten von ihm gegeben hat, hat sie das Gefühl, als würde ihr ein Messer ins Herz gestoßen.[64]

Fall 17

Zhang Yanling, weiblich, geboren 1968, wohnhaft in der Stadt Jining, Provinz Shandong, ist Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Im Juni 2018 verhaftete die KPCh Zhangs Mutter, die in ihren Siebzigern war, wegen ihrer Rolle als Verwahrerin der Bücher der Kirche und verurteilte sie zu vier Jahren Gefängnis. Nachdem es der KPCh nicht gelungen war, Zhang Yanling zu verhaften, verhaftete sie einige Tage später Zhangs Sohn und ihre achtzigjährige Schwiegermutter. Am 4. September 2019 gab die Behörde für öffentliche Sicherheit des Landkreises Sishui öffentlich bekannt, dass sie für Informationen, die zu Zhangs Ergreifung führten, eine Belohnung von 5.000 bis 10.000 RMB (etwa 660 bis 1.300 Euro) in bar ausgesetzt hatte. Sowohl im Qilu TV als auch in den Qilu Abendnachrichten wurde für die Bekanntmachung geworben. Ferner wurde eine WeChat-Gruppe für die Meldung von Informationen eingerichtet. Ziel all dieser Maßnahmen war es, die Öffentlichkeit dazu zu bewegen, jede Sichtung Zhang Yanlings bei der Polizei zu melden. Zhang befindet sich derzeit noch im Zwangsexil. Sie wagt es nicht, ihre Mutter im Gefängnis zu besuchen, und kann nicht nach Hause gehen, um sich um ihre Schwiegermutter zu kümmern, geschweige denn, sich wieder mit ihrem Sohn zu vereinen. All das hat ihr unermessliches Leid und Elend verursacht.[65]

Fall 18

Cui Huihui, weiblich, geboren 1985, wohnhaft in der Stadt Liaocheng, Provinz Shandong, wurde 2003 Mitglied der Kirche des Allmächtigen Gottes. Im selben Jahr wurde Cui Huihui im Alter von nur 18 Jahren von der KPCh wegen der Verbreitung des Evangeliums verhaftet und gefoltert. Die Polizei stampfte auf die Zehen ihres linken Fußes und zermalmte sie, führte die junge Frau zusammen mit einigen männlichen Verurteilten durch die Straßen, um sie absichtlich öffentlich zu beschämen. Nach 85 Tagen Haft wurde Cui schließlich entlassen. Im Jahr 2013 wurde sie erneut für einen halben Monat inhaftiert, weil sie das Evangelium verbreitet hatte. Nach ihrer Freilassung führte der Parteisekretär des Dorfes die Polizeibeamten zu ihr nach Hause und ordnete an, dass sie sich regelmäßig auf der Polizeiwache melden und ihren Glauben aufgeben müsse. Sie musste von zu Hause fliehen und untertauchen. Im November 2013 wurde Cuis Vater von der KPCh wegen seines Glaubens an Gott verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Im Juni 2019 wurde Cuis jüngere Schwester von der KPCh verhaftet, weil sie an Gott glaubte. Sie befindet sich derzeit immer noch in Haft. Am 20. August 2019 veröffentlichte die Behörde für öffentliche Sicherheit des Landkreises Chiping in der Stadt Liaocheng eine Mitteilung über eine Belohnung für Informationen auf dem WeChat-Konto der Behörde, die zur Ergreifung mehrerer gesuchter Verdächtiger führte. Die Belohnungen beliefen sich auf insgesamt 200.000 RMB (etwa 26.300 Euro), und für 40 Verdächtige wurden öffentliche Haftbefehle ausgestellt. Cui Huihui gehört zu den aufgeführten Verdächtigen. Die Verfolgung durch die KPCh riss diese christliche Familie auseinander und machte ihr eine Rückkehr nach Hause unmöglich.[66]

Fall 19

Sun Lianhu, männlich, geboren 1967, und seine Frau Zhang Yuchun, geboren 1966, sind wohnhaft in der Stadt Liaocheng, Provinz Shandong, und gehören zu den Christen der Kirche des Allmächtigen Gottes. Im Jahr 2013 wurden Sun Lianhu und seine Frau von einer böswilligen Person wegen ihres Gottesglaubens bei der Polizei angezeigt. Der Bericht wurde von der Behörde für öffentliche Sicherheit des Landkreises Chiping aufgenommen. Am 4. Juni 2014 stürmten drei Polizeibeamte der Behörde für öffentliche Sicherheit des Landkreises Chiping in der Stadt Liaocheng sowie der Polizeiwache des Stadtteils Boping Suns Haus. Sie beschlagnahmten mehrere Bücher und Flugblätter über den Glauben, die der Verbreitung des Evangeliums dienten, konnten das Paar jedoch nicht festnehmen. Nach diesem Vorfall versuchte die Polizei, das Paar aufzuspüren, das gezwungen war, aus seinem Haus zu fliehen. Danach besuchte die Polizei der KPCh wiederholt Suns Eltern, um sie zu verhören, zu schikanieren und ihr Haus zu durchsuchen. Die örtliche Behörde für öffentliche Sicherheit stellte einen Haftbefehl gegen Sun Lianhu und seine Frau aus und annullierte ihre Krankenversicherung. Während ihrer Zeit im Exil konnten die beiden keinen Kontakt zu ihrem Sohn aufnehmen, geschweige denn nach Hause zurückkehren, um sich um ihre alten und gebrechlichen Eltern zu kümmern. Das setzte ihnen sehr zu. Am 20. August 2019 gab die Behörde für öffentliche Sicherheit des Landkreises Chiping im Internet öffentlich bekannt, dass sie eine Belohnung von 4.000 RMB (ca. 525 Euro) in bar für Informationen ausgesetzt hatte, die zur Ergreifung von Sun Lianhu und seiner Frau führten, um die Menschen dazu zu bewegen, der Polizei deren Aufenthaltsort zu melden. Bis zum heutigen Tag können Sun und seine Frau nicht nach Hause zurückkehren.[67]

5. Die KPCh beschlagnahmt das persönliche Eigentum von Christen

Fall 20

Wang Fang*, weiblich, 54 Jahre alt, ist wohnhaft in der Provinz Shandong und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Am Morgen des 11. Juli 2019 stürmten fünf Polizisten der Nationalen Sicherheitsbrigade in Wang Fangs Haus und nahmen sie gewaltsam fest. Am selben Nachmittag führten sie sie zurück zu ihrem Haus, wo sie eine Durchsuchung durchführten und ihren persönlichen Besitz fanden, darunter 270.000 RMB (etwa 35.600 Euro) in bar sowie Gold und Schmuck im Wert von 40.000 RMB (etwa 5.300 Euro). Der Gesamtwert betrug ungefähr 310.000 RMB (etwa 41.000 Euro). Die Polizei versuchte, Wang Fang zur Aussage zu zwingen, dass dies Eigentum der Kirche sei, da sie es unterschlagen wollte, doch Wang Fang bestand entschieden darauf, dass es sich um ihr persönliches Eigentum handele. Da sie nicht zur Zusammenarbeit bereit war, wurde sie in Gewahrsam genommen. Am 22. August hinterlegten einige Angehörige eine Kaution für Wang Fang. Als sie jedoch die Stadt verlassen wollte, wurde sie von der Polizei ermahnt, die Stadt ein Jahr lang nicht zu verlassen; sollte sich herausstellen, dass sie ihren Glauben weiterhin praktizierte, würde sie sofort wieder verhaftet werden. Bis heute hat die Polizei das beschlagnahmte persönliche Eigentum von Wang Fang nicht zurückgegeben.

Fall 21

Qin Meijuan*, weiblich, 53 Jahre alt, ist in der Provinz Shandong wohnhaft und Christin der Kirche des Allmächtigen Gottes. Aufgrund ihres Glaubens und ihrer Arbeit für allgemeine Angelegenheiten der Kirche wurde sie festgenommen, nachdem die Polizei sie vier Monate lang mithilfe modernster Technik verfolgt hatte. Am 1. November 2019 drangen mehr als zehn Polizisten in das Haus von Qin Meijuan ein und nahmen sie fest. Sie durchsuchten daraufhin ihr Haus und fanden 200.000 RMB (etwa 26.000 Euro) in persönlichen Geldmitteln sowie Gold- und Silberschmuck. Trotz der Tatsache, dass andere mit Kenntnis der Sachlage persönlich bezeugten, dass das in ihrem Haus gefundene Vermögen ausschließlich auf das hart verdienten Geld ihrer Tochter zurückzuführen sei, die im Ausland arbeitete, bestand die Polizei darauf, es zu beschlagnahmen und als „illegale Einkünfte“ zu klassifizieren. Ein Mitarbeiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit der Provinz sagte: „Wenn man die Gläubigen des Allmächtigen Gottes solange bestraft, bis sie bankrott sind, werden sie ihren Glauben nicht mehr praktizieren können“. Qin Meijuan befindet sich bis zum heutigen Tag in Haft.

6. Die KPCh nimmt KAG-Christen willkürlich fest und inhaftiert sie

Unvollständigen Statistiken zufolge, wurden 2019 mindestens 1 355 KAG-Christen verurteilt, da sie „eine Xie-jiao-genutzt hatten, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Als alleinige Begründung dafür galten religiöse Aktivitäten wie etwa Zusammenkünfte, das Weitergeben des Evangeliums oder das Aufbewahren von Glaubensliteratur im eigenen Heim. 64 von ihnen wurden sogar zu mindestens 7 Jahren verurteilt. Weitere Einzelheiten sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:

Tabelle 4: Informationen über KAG-Christen, die im Jahr 2019 zu mindestens 7 Jahren Haft verurteilt wurden

Nr. Name Geschlecht Geburtsjahr Datum der Verurteilung Ort der Verurteilung Haftstrafe Quelle
1 Xiang Caihua F 1973 10. Sep 2019 Xinjiang 12 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
2 Cui Jing F 1979 10. Sep 2019 Xinjiang 12 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
3 Ouyang Qiuping F 1989 4. Sep 2019 Xinjiang 12 Jahre https://is.gd/PdnSkP
4 Yang Meiyun F 1979 2019 Zhejiang 11 Jahre https://is.gd/i5Pofi
5 Chen Ju F 1970 11. Sep 20191 Sichuan 11 Jahre https://is.gd/UdJXrf
6 He Chun F 1970 10. Sep 2019 Xinjiang 11 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
7 Li Ping F 1957 10. Sep 2019 Xinjiang 11 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
8 Gui Chengxia F 1962 10. Sep 2019 Xinjiang 11 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
9 Li Fangli F 1964 11. Sep 2019 Sichuan 10 Jahre https://is.gd/UdJXrf
10 Dong Chunhua F 1963 10. Sep 2019 Xinjiang 10 Jahre https://is.gd/UwtQ7O
11 Zhou Jiarong F 1970 11. Okt 2019 Jiangsu 10 Jahre https://is.gd/Q05TOY
12 Dai Ling’en M 1987 2. Jul 2019 Zhejiang 10 Jahre https://is.gd/YujNwx
13 Zhong Qiong F 1978 11. Sep 2019 Sichuan 9 Jahre https://is.gd/UdJXrf
14 Liu Shuhua F 1963 11. Sep 2019 Sichuan 9 Jahre https://is.gd/UdJXrf
15 Hu Wenlan F 1966 4. Sep 2019 Xinjiang 9 Jahre https://is.gd/dOTvhY
16 Zhang Xue F 1990 4. Sep 2019 Xinjiang 9 Jahre https://is.gd/dOTvhY
17 Tang Xiaorong F 1968 4. Sep 2019 Xinjiang 9 Jahre https://is.gd/dOTvhY
18 Xu Menglin** F 1975 19. Dez 2019 Hunan 8 Jahre und 7 Monate
19 Wang Jiezhi F 1970 13. Mai 2019 Jiangxi 8.5 Jahre https://is.gd/i5Pofi
20 Liu Changfen F 1968 31. Okt 2019 Shandong 8.5 Jahre https://is.gd/gsPn6g
21 Xiang Yang** F 1970 19. Dez 2019 Hunan 8 Jahre und 2 Monate https://is.gd/vgOxHi
22 Wu Meixia F 1975 27. Jun 2019 Innere Mongolei 8 Jahre https://is.gd/qroI7Z
23 Wang Qiuhong F 1978 20. Dez 2019 Jiangxi 8 Jahre https://is.gd/zke5eS
24 Chen Tingting F 1991 20. Dez 2019 Shandong 8 Jahre https://is.gd/ssVxwZ
25 Yin Xue F 1996 20. Dez 2019 Shandong 8 Jahre https://is.gd/ssVxwZ
26 Luo Xiaoli** F 1988 19. Dez 2019 Hunan 7 Jahre und 8 Monate
27 Ma Chunlan F 1970 23. Apr 2019 Jiangsu 7.5 Jahre https://is.gd/i5Pofi
28 Xiong Zhengxiu F 1971 6. Sep 2019 Jiangxi 7.5 Jahre https://is.gd/mE88ZW
29 Zhao Yingzi* F 1963 30. Sep 2019 Shandong 7.5 Jahre https://is.gd/dItWDE
30 Zhang Chunrong F 1982 30. Sep 2019 Shandong 7.5 Jahre https://is.gd/NdT2aj
31 Sun Ping F 1970 31. Okt 2019 Shandong 7.5 Jahre https://is.gd/gsPn6g
32 Ran Mengqun F 1972 2. Aug 2019 Chongqing 7.5 Jahre https://is.gd/O2PIrF
33 Xiao Shunyuan M 1976 14. Jun 2019 Gansu 7.5 Jahre
34 Lin Meihua* F -- 2019 Zhejiang 7.5 Jahre
35 Zhang Haiqing* F -- 2019 Zhejiang 7.5 Jahre
36 Gan Xin* F 1968 30. Nov 2019 Jiangxi 7.5 Jahre
37 Yi Si* F 1976 30. Nov 2019 Jiangxi 7.5 Jahre
38 Wei Xiaojun* F 1977 19. Dez 2019 Hunan 7 Jahre und 4 Monate
39 Xiang Mingqiong F 1962 16. Aug 2019 Chongqing 7 Jahre und 3 Monate https://is.gd/Ojm1nC
40 Yuan Hongfen F 1974 30. Sep 2019 Shandong 7 Jahre und 3 Monate https://is.gd/DTn3ls
41 Wang Liang* M 1985 19. Dez 2019 Hunan 7 Jahre und 2 Monate https://is.gd/WDX7Pp
42 Shi Dongfang F 1969 12. März 2019 Guangdong 7 Jahre https://is.gd/gWxWf3
43 Wang Ruiling F 1971 23. Apr 2019 Jiangsu 7 Jahre https://is.gd/i5Pofi
44 Xu Yanping F 1981 13. Mai 2019 Jiangxi 7 Jahre https://is.gd/i5Pofi
45 Sun Wenlian F 1965 28. Jan 2019 Xinjiang 7 Jahre https://is.gd/L0JpBi
46 Jian Rong F 1968 19. März 2019 Guizhou 7 Jahre https://is.gd/XQ0Xmr
47 Chen Yan’e F 1985 25. März 2019 Jiangxi 7 Jahre https://is.gd/Ft3XfH
48 Shen Li* F 1977 9. Okt 2019 Zhejiang 7 Jahre https://is.gd/PEi9GL
49 Chen Xin* F 1970 9. Okt 2019 Zhejiang 7 Jahre https://is.gd/r8ooGa
50 Qian Baihui* F 1956 30. Sep 2019 Shandong 7 Jahre https://is.gd/lQmS1x
51 Liu Xuemei F 1974 10. Sep 2019 Xinjiang 7 Jahre https://is.gd/1Z41Sk
52 Wang Jian M 1991 10. Sep 2019 Xinjiang 7 Jahre https://is.gd/qt3CqU
53 Wang Yuling F 1974 10. Sep 2019 Xinjiang 7 Jahre https://is.gd/1Z41Sk
54 Huang Qiuxiang F 1965 4. Sep 2019 Xinjiang 7 Jahre https://is.gd/dOTvhY
55 Zhang Zhenxia F 1971 31. Okt 2019 Shandong 7 Jahre https://is.gd/gsPn6g
56 Wu Xixiu F 1964 2. Aug 2019 Chongqing 7 Jahre https://is.gd/O2PIrF
57 Xiao Hui* M 1991 22. Jul 2019 Zhejiang 7 Jahre
58 Li Fasheng M 1991 20. Dez 2019 Jiangxi 7 Jahre https://is.gd/zke5eS
59 Chen Ziquan M 1984 20. Dez 2019 Jiangxi 7 Jahre https://is.gd/zke5eS
60 Fan Youying F 1965 20. Dez 2019 Jiangxi 7 Jahre https://is.gd/zke5eS
61 Wang Huixiang F 1978 20. Dez 2019 Shandong 7 Jahre https://is.gd/7SPqyi
62 Yang Caiyong* M -- März 2019 Jiangxi 7 Jahre
63 Luo Jiali* F -- 2019 Innere Mongolei 7 Jahre
64 Tian Yu* F -- 2019 Henan 7 Jahre

1 Ye Lan. Angriffe auf Hauskirchen in Peking nehmen zu. Bitter Winter. 19. Mai 2019.

https://de.bitterwinter.org/angriffe-auf-hauskirchen-in-peking-nehmen-zu/

2 Bericht: China will Bibel und Koran „sozialistisch“ umschreiben. Domradio. 25. Dezember 2019.

https://www.domradio.de/themen/islam-und-kirche/2019-12-25/bericht-china-will-bibel-und-koran-sozialistisch-umschreiben

3 Wang Zhicheng. Giuseppe Nardi. In China beginnt 2020 für Christen mit neuer Repression – im Vatikan stellt man sich taub. AsiaNews. 3. Januar 2020.

https://katholisches.info/2020/01/03/in-china-beginnt-2020-fuer-christen-mit-neuer-repression-im-vatikan-stellt-man-sich-taub/

4 WANG ANYANG. Flächendeckende Repressalien im Namen „Sozialer Stabilität“. Bitter Winter. 13. Februar 2019.

https://de.bitterwinter.org/flaechendeckende-repressalien-im-namen-sozialer-stabilitaet/

5 WANG YICHI. Henan und Ningxia: Kultur und Religion der Hui-Muslime werden ausgemerzt. Bitter Winter. 9. Oktober 2019.

https://de.bitterwinter.org/hui-muslim-culture-religion-purged-in-henan-and-ningxia/

6 SHEN XINRAN. Zensur in China trifft sogar Robinson Crusoe. Bitter Winter. 28. Mai 2019.

https://de.bitterwinter.org/zensur-in-china-trifft-sogar-robinson-crusoe/

7 Massimo Introvigne. KPCh-Pläne zur Etablierung eines falschen Dalai Lama ans Licht gebracht. Bitter Winter. 6. Oktober 2019.

https://de.bitterwinter.org/ccps-plans-to-install-a-false-dalai-lama-exposed/

8 Paul Murano. Chinesische Katholiken werden dazu gezwungen, heilige Bilder durch Portraits von Xi Jinping zu ersetzen. Church Militant. November 26, 2019.

https://www.churchmilitant.com/news/article/chinese-catholics-forced-to-replace-holy-pictures-with-portraits-of-xi-jinping

9 LI GUANG. Xi Jinpings Gedanken dringen in religiöse Versammlungsstätten ein. Bitter Winter. 19. Oktober 2019.

https://de.bitterwinter.org/xi-jinpings-gedanken-dringen-in-religioese-versammlungsstaetten-ein/

10 Bai Shengyi. Die Niederschlagung der Kirche des Allmächtigen Gottes geht in die nächste Runde. Bitter Winter. 18. Juni 2019.

https://de.bitterwinter.org/die-niederschlagung-der-kirche-des-allmaechtigen-gottes-geht-in-die-naechste-runde/

11 30-jähriger Christ zweimal verhaftet und zu 15,5 Jahren Haft in Xinjiang verurteilt. ADHRRF. 26. December 2019.

https://en.adhrrf.org/30-year-old-christian-arrested-twice-and-sentenced-to-15-and-a-half-years-in-xinjiang.html

12 HRWF Datenbank für Häftlinge - China. HRWF. Aktualisiert am 17. Dezember 2019.

https://hrwf.eu/hrwf-prisoners-database-china/

13 4 169 Fälle willkürlicher Festnahme und Inhaftierung von KAG-Christen durch die KPCh. ADHRRF. Aktualisiert am 09. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/the-christians-from-the-church-of-almighty-god-arrested-or-persecuted.html

14 YE JIAJIA. Religiöse Unterdrückung in Shandong nimmt zu. Bitter Winter. 30. Mai 2019.

https://de.bitterwinter.org/religioese-unterdrueckung-in-shandong-nimmt-zu/

15 PIAO JUNYING. Regierung wirbt Vermieter und Müllmänner als Spitzel an. Bitter Winter. 19. Januar 2019.

https://de.bitterwinter.org/regierung-wirbt-vermieter-und-muellmaenner-als-spitzel-an/

16 ZHANG FENG. Sei wachsam, dein Vermieter oder Arzt könnte dich ausspionieren. Bitter Winter. 22. Juli 2019.

https://de.bitterwinter.org/sei-wachsam-dein-vermieter-oder-arzt-koennte-dich-ausspionieren/

17 [Soeben! Wichtige Meldung des Amts für öffentliche Sicherheit in Yanhu!]. Tencent. 24. Januar 2019.

https://new.qq.com/omn/20190124/20190124B1A93D.html

18 siehe Information zu Wang Ping in Tabelle 3 und zu Ding Renxin im Feld 16 des Anhangs

19 GU XI. In Henan nimmt die Propaganda gegen die Kirche des Allmächtigen Gottes zu. Bitter Winter. 22. August 2019.

https://de.bitterwinter.org/propaganda-against-the-church-of-almighty-god-surges-in-henan/

20 LI MINGXUAN. Shandong: 260 Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes verhaftet. Bitter Winter. 3. September 2019.

https://de.bitterwinter.org/260-church-of-almighty-god-members-arrested-in-shandong/

21 Zhao Mingzhe. Vor dem Nationalfeiertag: verstärkte Unterdrückung von Gläubigen. Bitter Winter. 30. September 2019.

https://de.bitterwinter.org/suppression-of-believers-intensifies-ahead-of-national-day/

22 Ibid.

23 Ibid.

24 Mehr als 1 000 Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes wurden in Shandong verhaftet. ADHRRF. 23. November 2019.

https://en.adhrrf.org/134255.html

25 [Schwerpunkte der Anti-Kult-Arbeit in der Gemeinde Shixi im Jahr 2019]. [Portal der Volksregierung des Bezirks Nanchuan in der Stadt Chongqing]. 28. April 2019.

http://zwgk.cqnc.gov.cn/html/content/19/04/008682034-2019-02352.shtml

26 Die Polizei setzt einen Christen aus Shanxi Zwangsindoktrination, Verbrennungen, Verbrühungen und sexuellem Missbrauch aus. ADHRRF. 15. Januar 2020.

https://en.adhrrf.org/shanxi-christian-subjected-to-forced-indoctrination-burning-scalding-and-sexual-abuse-by-police.html

27 Der seltsame Fall der Christin Wu Haiyan, die während ihrer Haft in den Tod sprang. Die Kirche des Allmächtigen Gottes.

https://www.holyspiritspeaks.org/news/persecuted-to-death/#mulu-24

28 Xiang Yi. Kaum bekannt: Auch Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes sind in den Lagern in Xinjiang inhaftiert. Bitter Winter. 31. Juli 2019.

https://de.bitterwinter.org/kaum-bekannt-auch-mitglieder-der-kag-sind-in-den-lagern-in-xinjiang-inhaftiert/

29 LI BENBO. Sippenhaft: Umerziehung für Familienangehörige von KAG-Mitgliedern in Xinjiang. Stella Del Mattino. 13. August 2019.

https://de.bitterwinter.org/xinjiang-re-educates-families-of-a-christian-groups-devotees/

30 Chang Xin. Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes in Xinjiang „transformiert“. Bitter Winter. 12. August 2019.

https://de.bitterwinter.org/mitglieder-der-kirche-des-allmaechtigen-gottes-in-xinjiang-transformiert/

31 Liste der Opfer in Hinsicht auf Religionsfreiheit bzw. aufgrund ihres Glaubens. USCIRF.

https://www.uscirf.gov/victims-list/prisoner/12881

Tang Zhe. Mitglieder der Kirche des Allmächtigen Gottes erhalten harte Gefängnisstrafen. Bitter Winter. 4. September 2019.

https://de.bitterwinter.org/mitglieder-der-kirche-des-allmaechtigen-gottes-erhalten-harte-gefaengnisstrafen/

32 Massimo Introvigne, James T. Richardson und Rosita Šorytė. Würde der echte Artikel 300 sich bitte erheben? Als Xie Jiao verfolgte Flüchtlinge aus Glaubensbewegungen in China: Der Fall der Kirche des Allmächtigen Gottes. The Journal of CESNUR, Band 3, Ausgabe 5, September—Oktober 2019, pages 3—86.

https://cesnur.net/wp-content/uploads/2019/09/tjoc_3_5_1_introvigne.pdf

33 Yao Zhangjin. 30 Gläubige zu Langzeithaft verurteilt. Bitter Winter. 2. November 2019.

https://bitterwinter.org/30-believers-sentenced-to-long-terms-in-prison/

34 Massimo Introvigne. Willkommen zu den „Smart-Haftanstalten“ Xi Jinpings: Enthüllung eines vertraulichen Textes. Epoch Times. 24. Juli 2019.

https://www.theepochtimes.com/welcome-to-xi-jinpings-smart-jails-a-secret-text-revealed_3014660.html

35 Ein älterer Christ trägt nach brutaler körperlicher Züchtigung im Gefängnis Folgeschäden davon. ADHRRF. 21. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/elderly-christian-left-with-sequelae-after-brutal-corporal-punishment-in-prison.html

36 Der Christ Tan Huizhen wurde 200 Tage lang einer gewaltsamen Gehirnwäsche unterzogen und zur Einnahme von Psychopharmaka gezwungen. ADHRRF. 21. Januar 2019.

https://en.adhrrf.org/christian-tan-huizhen-forcibly-brainwashed-and-fed-with-psychotropic-medication-over-200-days.html

37 Hu Ke. Gläubiger kehrt nach 7-jähriger Folter im Gefängnis als Behinderter zurück. Bitter Winter. 17. Dezember 2019.

https://bitterwinter.org/believer-returns-disabled-after-7-years-of-torment-in-prison/

38 Li Mingxuan. Nicht so wirklich frei: Neue Maßnahmen zur Kontrolle von Gläubigen. Bitter Winter. 11. Mai 2019.

https://de.bitterwinter.org/nicht-so-wirklich-frei-neue-massnahmen-zur-kontrolle-von-glaeubigen/

39 Eine älterer Gläubige wird nach ständiger Überwachung und Drangsalierung aufgrund ihres Glaubens zum Selbstmord gezwungen. ADHRRF. 22. Juli 2019.

https://en.adhrrf.org/elderly-believer-forced-to-commit-suicide-after-constant-surveillance-and-harassment-for-faith-in-god.html

40 [Das Mittlere Volksgericht von Lanzhou]. [A Freundliche gesetzliche Erinnerung daran, dass Familienangehörige von der Straftat einer Einzelperson betroffen sind: Verurteilte Kriminelle stehen folgende Anstellungen nicht zu, darüber hinaus gelten Beschränkungen für ihre Kinder]. [quchew.com]. 2. September 2019.

http://www.quchew.com/content/20190902/2872451.htm

41 BAI SHENGYI. Vertrauliche Dokumente belegen die Pläne der KPCh zur Verfolgung der Kirche des Allmächtigen Gottes im Ausland. Bitter Winter. 24. Juli 2019.

https://de.bitterwinter.org/vertrauliche-dokumente-belegen-die-plaene-der-kpch-zur-verfolgung-der-kirche-des-allmaechtigen-gottes-im-ausland/

42 JIA ZHIGANG. Vom Schauspieler zum Flüchtling: Die Geschichte von Jia Zhigang. Bitter Winter. 3. August 2019.

https://de.bitterwinter.org/vom-schauspieler-zum-fluechtling-die-geschichte-von-jia-zhigang/

43 XIAO BAIMING. KPCh lässt religiösen Flüchtlingen aus China selbst in Europa keine Ruhe. Bitter Winter. 22. September 2019.

https://de.bitterwinter.org/ccp-preys-on-chinas-religious-refugees-in-europe/

44 Tom Miles. China würdigt Position der Diplomaten von 37 Ländern zu Xinjiang-Frage. cri 15. Juli 2019.

http://german.cri.cn/specials/kreuz_und_quer_durch_china/xinjiang/3296/20190715/353053.html

45 YouTube-Video. US-Gesetzgeber feiern die Gründung einer Vereinigung zur Förderung der Religionsfreiheit in China. Eastern Light. 7. April 2019.

https://youtu.be/q0HYwT2n89Y

46 YouTube video. 14 Jahre auf der Flucht – ein Zeugnis von der Hightech-Unterdrückung chinesischer Christen durch die KPCh. Eastern Light. 2. August 2019.

https://youtu.be/8_RuLXRNZhY

47 30 Parlamentsmitglieder des litauischen Parlaments richten sich an Xi Jinping: Stellen Sie die Verfolgung von Uiguren, Tibetern, Katholiken, Falun Gong ein. Central Tibetan Administration. 17. Dezember 2019.

https://tibet.net/members-of-lithuanian-parliament-to-xi-jinping-stop-persecuting-uyghurs-tibetans-the-church-of-almighty-god-falun-gong/

48 Liste der Opfer in Hinsicht auf Religionsfreiheit bzw. aufgrund ihres Glaubens. USCIRF.

https://www.uscirf.gov/victims-list/

49 Massimo Introvigne. Im Inneren der Kirche des Allmächtigen Gottes: Die am meist verfolgte Glaubensbewegung in China. Oxford University Press.

https://global.oup.com/academic/product/inside-the-church-of-almighty-god-9780190089092?cc=us&lang=en&

50 CHANG XIN. Mitglied der Kirche des Allmächtigen Gottes stirbt in Polizeigewahrsam. Bitter Winter. 20. September 2019.

https://de.bitterwinter.org/church-of-almighty-god-believer-dies-in-police-custody/

51 Schwer kranke Christin Yu Xiangju verhaftet. Stirbt, nachdem die KPCh ihr Medikamente vorenthält und die Behandlung hinauszögert. ADHRRF. 31. Oktober 2019.

https://en.adhrrf.org/seriously-ill-christian-yu-xiangju-detained-dies-after-ccp-deprives-her-of-medication-and-delays-treatment.html

52 Die Verfolgung der KPCh verschlimmert den Gesundheitszustand des 21 Jahre alten Christen Liu Jun, der aufgrund verzögerter Behandlung stirbt. ADHRRF. 28. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/ccp-persecution-worsens-medical-condition-of-21-year-old-christian-liu-jun-who-dies-from-delayed-treatment.html

53 Christin aus Liaoning starb an einem Rückfall von Krebs, der durch die Misshandlung der KPCh in der Haft verursacht wurde. ADHRRF. 10. September 2019.

https://en.adhrrf.org/christian-from-liaoning-died-of-relapsed-cancer-caused-by-ccps-mistreatment-in-detention.html

54 Christin starb aufgrund der Misshandlung durch die KPCh während der Haft in Zhejiang an Lungenkrebs. ADHRRF. 5. Januar 2020.

https://en.adhrrf.org/christian-died-of-lung-cancer-caused-by-ccps-mistreatment-in-detention-in-zhejiang.html

55 KAG-Christ Liu Hua, aufgrund grausamer Folter durch die KPCh gelähmt, stirbt nach längzeitiger Schikane. ADHRRF. 3. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/cag-christian-liu-hua-paralyzed-as-a-result-of-cruel-torture-by-ccp-dies-after-enduring-a-prolonged-period-of-harassment.html

56 Die Christin Cheng Xiangyu erkrankt ernsthaft und stribt wegen verspäteter Behandlung während ihrer aufgrund ihres Glaubens erfolgten Inhaftierung. ADHRRF. 19. April 2019.

https://en.adhrrf.org/christian-cheng-xiangyu-falls-seriously-ill-and-dies-from-delayed-treatment-while-detained-for-her-faith.html

57 Von der KPCh-Polizei umringt springt KAG-Christin Li Sulian bei ihrem Fluchtversuch in den Tod. ADHRRF. 16. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/surrounded-by-ccp-police-cag-christian-li-sulian-plunges-to-her-death-in-effort-to-escape.html

58 Christin Cheng Dongzhu wird zum Selbstmord durch Ertränken getrieben, da sie die langfristige Überwachung und den Druck durch die KPCh nicht ertragen kann. ADHRRF. 20. September 2019.

https://en.adhrrf.org/christian-cheng-dongzhu-driven-to-suicide-by-drowning-unable-to-withstand-the-ccps-long-term-surveillance-and-pressure.html

59 Siehe Fußnote 36.

60 Siehe Fußnote 35.

61 Siehe Fußnote 37.

62 Eine Christin wurde während der Haft Misshandlung und Indoktrination ausgesetzt und trägt körperliche und psychische Schäden davon. ADHRRF. 20. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/christian-subjected-to-mistreatment-and-indoctrination-in-prison-term-suffering-physical-and-emotional-harm.html

63 Christliches Ehepaar aufgrund ihres Gottesglaubens verhaftet und geschlagen, Ehemann erleidet zwei Rippenbrüche. ADHRRF. 7. Januar 2020.

https://en.adhrrf.org/christian-couple-arrested-and-beaten-for-belief-in-god-with-husbands-two-ribs-broken.html

64 [Gesucht: Zeigen Sie sie für eine Belohnung von bis zu 10.000 RMB an.]. [zuirebo.com]. 17. Dezember 2019.

https://zuirebo.com/t/i/q4558BwOOYG.html

65 Kong Lingru. [Bitte melden Sie der Polizei jede Sichtung dieser Frau aus Sishui; sie wird eines schweren Verbrechens verdächtigt]. [kuaibao.qq.com]. 5. September 2019.

https://kuaibao.qq.com/s/20190905A0AQWR00?refer=spider

Zhang Wenshu. Gläubige der Kirche des Allmächtigen Gottes werden wegen der Ausübung ihres Glaubens gejagt. Bitter Winter. 10. Januar 2020.

https://bitterwinter.org/church-of-almighty-god-devotees-hunted-for-practicing-faith/

66 CCP setzt wegen Verbreitung des Evangeliums ein Kopfgeld auf die KAG-Christin Cui Huihui aus. ADHRRF. 19. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/ccp-sets-bounty-for-cag-christian-cui-huihui-for-spreading-the-gospel.html

67 Die KPCh setzt ein Kopfgeld auf das christliche Ehepaar Sun Lianhu und Zhang Yuchun wegen ihres Glaubens an den Allmächtigen Gott aus. ADHRRF. 20. Dezember 2019.

https://en.adhrrf.org/ccp-sets-bounty-for-christian-couple-sun-lianhu-and-zhang-yuchun-for-their-belief-in-almighty-god.html

[Qilu Jinri Liaocheng]. [200.000 RMB Belohnung! Melden Sie jegliche Sichtung dieser 40 Personen in Liaocheng umgehend der Polizei!]. (www.kaixian.tv). 27. August 2019.

http://www.kaixian.tv/gd/2019/0827/815887_4.html

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