27. Warum ich mich nicht traute, die Probleme anderer anzusprechen

Von Xu Hui, China

Früher hatte ich eine Nachbarin, die sehr direkt war. Wann immer sie bemerkte, dass jemand etwas falsch machte, sprach sie es direkt an und stieß dadurch oft Leute vor den Kopf. Die anderen Nachbarn redeten alle hinter ihrem Rücken über sie: „Wie kann jemand, der so klug aussieht, nur so dumme Sachen machen?“ Mit der Zeit zerstreuten sich die Nachbarn immer, sobald sie zu einem Gespräch dazukam. Nach und nach wurde sie ausgegrenzt. Das hat mich sehr geprägt, und so kam ich zu dem Schluss, dass ich in Zukunft im Umgang mit anderen nicht so unverblümt sein sollte wie sie, damit ich bei den Leuten nicht unbeliebt wurde. Wie die Sprichwörter ja sagen: „Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft“, und „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“. Wenn man die Probleme anderer bemerkt, reicht es, sie im Stillen zu kennen – man muss die Leute nicht darauf hinweisen. Wenn man es doch tut, bringt man sie in Verlegenheit und stößt sie wahrscheinlich vor den Kopf. Deshalb habe ich nie direkt über die Probleme anderer gesprochen, wenn sie mir auffielen. Die Nachbarn in meiner Umgebung pflegten alle gerne den Kontakt mit mir und waren bereit, über alles mit mir zu reden. Sie lobten mich auch dafür, dass ich beliebt und umgänglich sei. Nachdem ich zum Glauben an Gott gekommen war, ging ich mit den Brüdern und Schwestern auf die gleiche Weise um. Wenn ich ihre Probleme oder die Offenbarung ihrer Verdorbenheit bemerkte, wollte ich diese nicht ansprechen und sie nicht bloßstellen. Ich dachte, das würde sie in Verlegenheit bringen, nur ihre Schwächen aufzeigen und ich würde sie damit vor den Kopf stoßen. Erst nachdem ich einige Dinge erlebt hatte, verstand ich, dass ein Leben nach diesen weltlichen Umgangsformen der Wahrheit widersprach.

Mitte September 2023 kam ich in eine Kirche, um als Leiterin zu dienen. Einige Brüder und Schwestern berichteten, dass Schwester Zhao Zhen, die das Evangelium predigte, eine arrogante Disposition habe. Sie spreche, ohne auf die Gefühle anderer Rücksicht zu nehmen, und sie fühlten sich in ihrer Nähe etwas eingeschränkt. Sie baten mich, mit Zhao Zhen Gemeinschaft zu halten und ihre Probleme im Detail zu analysieren, um ihr zu helfen, sich selbst zu verstehen. Ich dachte bei mir: „Ich muss ihr helfen und ihre Probleme detailliert analysieren. Sonst wird sie weiterhin aus ihrer arroganten Disposition heraus sprechen und handeln. Das wird nicht nur die Brüder und Schwestern einschränken, sondern auch die Arbeit beeinträchtigen.“ Doch dann dachte ich: „Ich bin neu in dieser Kirche und kenne Zhao Zhen nicht. Wäre es für sie nicht peinlich, wenn ich sie gleich bei meiner Ankunft bloßstellen und ihre Probleme im Detail analysieren würde? Wie sollen wir dann in Zukunft miteinander auskommen?“ Nach reiflicher Überlegung wusste ich zwar immer noch nicht, was ich tun sollte, aber am Ende überwand ich mich und ging zu Zhao Zhen. Als ich sie sah, war mein Mund wie zugeklebt, und es dauerte eine ganze Weile, bis ich etwas sagen konnte. Ich dachte daran, dass ich in Zukunft oft mit ihr zu tun haben würde. Würde ich mir nicht nur selbst Ärger einhandeln, wenn ich sie vor den Kopf stieße? Ich beschloss, ihre Probleme später im Detail zu analysieren und aufzudecken. Daher gab ich ihr nur einen vagen Hinweis, in Zukunft auf ihre Sprechweise zu achten und ihren Unmut nicht im Gesicht zu zeigen, da dies die Leute leicht einschränken könne. Zhao Zhen hörte das und sagte: „Ich bin eben direkt und habe mir nichts dabei gedacht. Ich werde in Zukunft darauf achten.“ Auf dem Heimweg dachte ich darüber nach, dass Zhao Zhen kein Verständnis für ihre eigene verdorbene Disposition hatte, und ich machte mir innerlich Vorwürfe. Doch dann dachte ich: „Ich habe sie ja auf einige Probleme hingewiesen. Wenn ich merke, dass sie wieder ihre arrogante Disposition offenbart, kann ich dann ja mit ihr Gemeinschaft halten und sie bloßstellen.“ Kurz darauf berichtete die Bewässerungsdiakonin, dass Wang Hong, die Leiterin des Bewässerungsteams, mehrmals Gefahren durch das Umfeld als Vorwand benutzt hatte, um ihre Pflicht nicht zu tun und nicht zu den Versammlungen zu kommen, wobei sie die beiden Gruppen, für die sie verantwortlich war, vernachlässigte. Nachdem ich die Situation verstanden hatte, wurde mir klar, dass sie Angst hatte, verhaftet zu werden und ins Gefängnis zu kommen. Da sie in Angst lebte, hatte sie ständig den Verdacht, dass jemand sie verfolgte. Man hatte mehrmals mit ihr Gemeinschaft gehalten, aber sie hatte kein Verständnis gewonnen. Deshalb wollte die Bewässerungsdiakonin, dass ich mit ihr Gemeinschaft hielt. Ich wusste, ich musste Wang Hong finden, um mit ihr so schnell wie möglich Gemeinschaft zu halten, aber dann dachte ich: „Wang Hong und ich kennen uns noch nicht. Wenn ich gleich bei unserem ersten Treffen ihre Probleme offenlege, wird sie dann nicht denken, ich sei unsensibel? Was, wenn ich sie vor den Kopf stoße? Ich bin neu in dieser Kirche. Wenn ich anfange, von der einen sofort die Probleme im Detail zu analysieren und die andere direkt bloßzustellen, und damit alle vor den Kopf stoße, dann werden sich alle gegen mich wenden und mich ausgrenzen. Dann wird es für mich in Zukunft schwierig, die Leitungsarbeit zu machen. Ich warte besser, bis ich mit allen Bereichen der Kirchenarbeit vertraut bin.“ Daher ging ich nicht, um mit Wang Hong zu sprechen, sondern bat stattdessen die Bewässerungsdiakonin, mit ihr Gemeinschaft zu halten. Doch ihr gemeinschaftlicher Austausch blieb wirkungslos. So wurde Wang Hongs Problem immer weiter aufgeschoben, und am Ende nahm sie über einen Monat lang an keinen Versammlungen teil und tat ihre Pflicht nicht. Zwei Monate später schrieben uns die oberen Leiterinnen, um sich zu erkundigen, wie gut wir unsere Pflichten erfüllten und ob wir Brüdern und Schwestern umgehend halfen und sie korrigierten, wenn wir bei ihnen Abweichungen, Probleme oder verdorbene Zustände feststellten. Der Brief zitierte eine Passage aus Gottes Worten über die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern, was mich sehr berührte. Ich dachte darüber nach, wie ich nur kurz mit Zhao Zhen über ihr Problem gesprochen und weder das Wesen noch die Folgen ihres Handelns detailliert analysiert hatte, das aus ihrer arroganten Disposition herrührte, als ich damals neu in diese Kirche kam und die Brüder und Schwestern mir von ihrem Problem berichteten. Deshalb hatte Zhao Zhen keinerlei Erkenntnis über sich selbst, und ihre arrogante Disposition hatte sich überhaupt nicht geändert. Außerdem lebte Wang Hong in ständiger Ängstlichkeit und nahm nicht an den Versammlungen teil. Sie tat ihre Pflicht nicht. Trotzdem hatte ich weder mit ihr Gemeinschaft gehalten noch ihr geholfen. Wenn ich als Leiterin in der Kirche ein Problem bei einem Bruder oder einer Schwester bemerkte und es nicht ansprach, ihnen nicht half oder meine eigene Verantwortung nicht erfüllte, bedeutete das dann nicht, dass ich keine echte Arbeit leistete? Bei diesem Gedanken fühlte ich mich schuldig und war beunruhigt. Danach suchte ich Zhao Zhen auf, legte die Erscheinungsformen, die Natur und die Folgen ihres Handelns, das aus ihrer arroganten Disposition herrührte, offen und analysierte sie im Detail. Nachdem sie mir zugehört hatte, gewann sie etwas Erkenntnis über sich selbst und war bereit, umzukehren. Anschließend ging ich mit der Bewässerungsdiakonin zu Wang Hong. Wir hielten Gemeinschaft und analysierten die Details ihrer Probleme, indem wir Gottes Worte mit einbezogen, und sie erkannte ihre egoistische und verachtenswerte verdorbene Disposition. Später begann sie wieder, ihre Pflicht zu tun. Als ich nach dem gemeinschaftlichen Austausch merkte, dass ich sie nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte, vor den Kopf gestoßen, sondern ihnen im Gegenteil geholfen hatte, bereute ich es, nicht früher mit ihnen Gemeinschaft gehalten zu haben.

Danach dachte ich über mich selbst nach: Welche verdorbene Disposition nahm mir den Mut, die Probleme meiner Brüder und Schwestern offenzulegen und detailliert zu analysieren? Ich betete zu Gott: „Gott, wenn ich als Leiterin Probleme bei meinen Brüdern und Schwestern feststelle, sollte ich über die Wahrheit Gemeinschaft halten, auf die Probleme hinweisen und ihnen helfen. Aber ich hatte Angst, sie vor den Kopf zu stoßen, also traute ich mich nicht, Gemeinschaft zu halten und ihre Probleme offenzulegen. Ich weiß, das entsprach nicht Deinen Absichten. Mögest Du mich erleuchten und leiten, mich selbst zu verstehen und meine Lektionen zu lernen.“ In meiner Suche las ich die Worte Gottes: „In den Philosophien für weltliche Belange findet sich ein Lehrsatz, der besagt, ‚Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft.‘ Das bedeutet, dass man, um diese gute Freundschaft zu bewahren, über die Probleme des Freundes schweigen muss, auch wenn man sie deutlich sieht. Sie halten die Grundsätze ein, anderen nicht ins Gesicht zu schlagen oder ihre Unzulänglichkeiten bloßzustellen. Sie täuschen sich gegenseitig, verstecken sich voreinander, und intrigieren gegeneinander. Obwohl sie ganz genau wissen, was für ein Mensch der andere ist, sagen sie es nicht freiheraus, sondern wenden listige Methoden an, um ihre Beziehung zu bewahren. Warum sollte man solche Beziehungen aufrechterhalten wollen? Es geht darum, sich in dieser Gesellschaft, innerhalb seiner Gruppe, keine Feinde machen zu wollen, was bedeuten würde, dass man sich oft in gefährliche Situationen begibt. Da du weißt, dass jemand zu deinem Feind werden und dir schaden wird, nachdem du seine Unzulänglichkeiten bloßgestellt oder ihn verletzt hast, und da du dich nicht in eine solche Lage bringen möchtest, wendest du folgenden Lehrsatz der Philosophien für weltliche Belange an: ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen in einer solchen Beziehung stehen, gelten sie angesichts dessen dann als wahre Freunde? (Nein.) Sie sind keine wahren Freunde und schon gar keine Vertrauten. Um was für eine Art von Beziehung handelt es sich also genau? Handelt es sich nicht um eine grundlegende soziale Beziehung? (Doch, das tut es.) In solchen sozialen Beziehungen können die Menschen keine offenen Gespräche führen, keine tiefen Verbindungen aufbauen und nicht über alles sprechen, worüber sie sprechen wollen. Sie können nicht laut aussprechen, was sie auf dem Herzen haben, oder die Probleme laut aussprechen, die sie in anderen Menschen sehen, oder Worte, von denen andere profitieren würden. Stattdessen suchen sie sich nette Dinge aus, die sie sagen, um sich die Gunst anderer zu sichern. Sie wagen es nicht, die Wahrheit zu sagen oder die Grundsätze aufrechtzuerhalten, um zu verhindern, dass andere ihnen gegenüber feindselige Gedanken entwickeln. Wenn niemand eine Bedrohung für jemanden darstellt, lebt diese Person dann nicht relativ in Ruhe und Frieden? Ist dies nicht das Ziel der Menschen, wenn sie den Spruch ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ propagieren? (Das ist es.) Es handelt sich eindeutig um eine verschlagene und betrügerische Art zu überleben, die ein Element der Reserviertheit enthält und deren Ziel die Selbsterhaltung ist. Wenn sie so leben, haben Menschen keine Vertrauten, keine engen Freunde, bei denen sie sagen können, was immer sie wollen. Zwischen den Menschen herrscht nur gegenseitige Reserviertheit, gegenseitige Indienstnahme und gegenseitige Intrigen, wobei jede Person das aus der Beziehung mitnimmt, was sie braucht. Ist das nicht so? Im Grunde genommen ist das Ziel des Satzes ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘, andere nicht zu kränken, sich keine Feinde zu machen und sich selbst zu schützen, indem man niemandem Schaden zufügt. Es ist eine Technik und Methode, die man übernimmt, um nicht zu Schaden zu kommen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Durch die Offenlegung in Gottes Worten wurde mir klar, dass das Leben nach der Philosophie für weltliche Belange: „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“, einen nur immer betrügerischer und verräterischer macht. Man wird unfähig, anderen zu sagen, was man wirklich denkt, man traut sich nicht, Dinge zu sagen, selbst wenn sie für die andere Person nützlich wären, und man ist ihnen keine wirkliche Hilfe. So gehen Nichtgläubige mit weltlichen Angelegenheiten um. All die Jahre hatte ich nach Satans Philosophie für weltliche Angelegenheiten gelebt. Ich hatte „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ als mein Überlebensmotto angesehen. Ich glaubte, wenn ich die Probleme oder Mängel einer anderen Person bemerkte, reiche es aus, sie nur taktvoll zu erwähnen, und dachte, ich sollte diese Probleme und Mängel nicht enthüllen oder im Detail analysieren, sonst würde ich sie vor den Kopf stoßen, sie mir zum Feind machen und mir selbst schaden. Wenn ich bei einem meiner Nachbarn einen Fehler sah, sagte ich nie etwas, aus Angst, meine Nachbarn vor den Kopf zu stoßen und infolgedessen isoliert zu werden. Nachdem ich an Gott zu glauben begann, lebte ich weiterhin nach dieser Sichtweise. Ich hätte meinen Brüdern und Schwestern als Kirchenleiterin aus Liebe helfen und ihre Probleme ansprechen sollen, wenn ich sah, wie sie Verdorbenheit offenbarten. Das ist die Verantwortung, die ich hätte erfüllen sollen, aber ich hatte überhaupt keine echte Arbeit geleistet. Als meine Brüder und Schwestern Zhao Zhens Problem meldeten, war mir wohl bewusst, dass sie noch mehr Brüder und Schwestern einschränken und die Arbeit beeinträchtigen würde, wenn ich nicht mit ihr Gemeinschaft hielt und ihr Problem im Detail analysierte, um ihr zu helfen, sich selbst zu verstehen und eine Kehrtwende zu machen. Ich hatte jedoch Angst, sie vor den Kopf zu stoßen und dass es in Zukunft schwer sein würde, mit ihr auszukommen, was mir die Leitungsarbeit erschweren würde. Deshalb erwähnte ich es nur kurz. Infolgedessen hatte Zhao Zhen keinerlei Erkenntnis über ihre arrogante Disposition und änderte sich überhaupt nicht. Dasselbe galt für Wang Hong. Ich sah deutlich, dass Wang Hong in Furcht und Ängstlichkeit lebte, nicht an Versammlungen teilnahm oder ihre Pflicht tat, was die Arbeit verzögert hatte. Ich dachte jedoch, sie würde sagen, ich sei unsensibel, wenn ich ihre Probleme direkt beim ersten Treffen aufdeckte und im Detail analysierte. Wie sollte ich damit umgehen, wenn ich sie tatsächlich vor den Kopf stieße? Deshalb wollte ich ihre Probleme nicht aufdecken oder ansprechen und griff sogar zu einem kleinen Trick, indem ich das Problem der Bewässerungsdiakonin zuschob, damit sie es löste. Ich benutzte satanische Philosophien, um meine Beziehungen zu Menschen aufrechtzuerhalten. Ich kam gut mit allen aus, aber in Wirklichkeit hatte ich meinen Brüdern und Schwestern geschadet und die Arbeit verzögert. Hätte ich die Wahrheit früher praktizieren und Zhao Zhens und Wang Hongs Probleme offenlegen und im Detail analysieren können, hätten sie sich selbst früher erkannt, und der Schaden für die Kirchenarbeit und ihren Lebenseintritt hätte vermieden werden können. Ich erkannte, dass „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ nichts Positives ist, sondern eine aalglatte und hinterlistige Art, weltliche Angelegenheiten zu regeln. Sie steht in völligem Widerspruch zur Wahrheit. Hätte ich weiterhin nach Satans Philosophien gelebt, hätte ich viele Dinge getan, die sowohl anderen als auch mir selbst schaden, die Arbeit der Kirche unterbrochen und gestört und Gottes Abscheu und Ekel auf mich gezogen. Und letztendlich wäre ich offenbart und ausgemustert worden.

Später las ich eine weitere Passage aus den Worten Gottes und gelangte zu dem Verständnis, was es bedeutet, die Unzulänglichkeiten anderer bloßzustellen, und wie man sie angemessen darauf hinweisen und helfen kann. Der Allmächtige Gott sagt: „Ist der Ausdruck ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ gut oder schlecht? Hat der Ausdruck ‚bloßstellen‘ eine Bedeutungsebene, die sich darauf bezieht, dass Menschen in den Worten Gottes offenbart oder entlarvt werden? (Nein, hat er nicht.) Nach Meinem Verständnis des Ausdrucks ‚bloßstellen‘, wie er in der menschlichen Sprache existiert, hat er nicht diese Bedeutung. Im Kern handelt es sich hierbei ein Stück weit um eine Form der Bloßstellung in böser Absicht; er bedeutet, die Probleme und Unzulänglichkeiten der Menschen oder einige Dinge und Verhaltensweisen zu entlarven, die anderen unbekannt sind, oder irgendwelche Intrigen, Ideen oder Ansichten, die im Hintergrund vorgehen. Dies ist die Bedeutung des Ausdrucks ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen gut miteinander auskommen, Vertraute sind, ohne dass Barrieren zwischen ihnen bestehen, und jeweils hoffen, dass sie voneinander profitieren und sich gegenseitig helfen können, dann wäre es am besten für sie, wenn sie sich zusammensetzen und ihre jeweiligen Probleme in Offenheit und Aufrichtigkeit voreinander darlegen. Das ist richtig so und stellt kein Bloßstellen der Unzulänglichkeiten des anderen dar. Wenn du die Probleme einer anderen Person entdeckst, aber siehst, dass sie noch nicht in der Lage ist, deine Ratschläge anzunehmen, dann sag einfach nichts, um Streit oder Konflikte zu vermeiden. Wenn du ihr helfen willst, kannst du ihre Meinung einholen und sie zunächst fragen: ‚Ich sehe, dass du ein kleines Problem hast, und ich hoffe, dass ich dir einen Rat geben kann. Ich weiß nicht, ob du ihn annehmen kannst. Wenn du es kannst, werde ich ihn dir geben. Wenn du es nicht kannst, werde ich ihn vorerst für mich behalten und nichts sagen.‘ Wenn die Person sagt: ‚Ich vertraue dir. Was auch immer du zu sagen hast, es wird keine Grenzen überschreiten; ich kann es akzeptieren‘, bedeutet das, dass du die Erlaubnis erhalten hast, und dann kannst du mit ihr über ihre Probleme Gemeinschaft halten, eines nach dem anderen. Sie wird das, was du sagst, nicht nur vollständig akzeptieren, sondern auch davon profitieren, und ihr beide werdet weiterhin eine normale Beziehung aufrechterhalten können. Ist das nicht ein aufrichtiger Umgang miteinander? (Doch, ist es.) Das ist die richtige Methode, um mit anderen umzugehen; es ist nicht, die Unzulänglichkeiten anderer bloßzustellen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Durch Gottes Worte verstand ich, dass das Anprangern der Unzulänglichkeiten anderer ein böswilliger Angriff ist, bei dem man absichtlich die Mängel, privaten Angelegenheiten und sogar die größten Tabus anderer ausnutzt, um sie bloßzustellen; es geht darum, andere absichtlich in Verlegenheit zu bringen, und es bringt den anderen nichts als Schaden. Im Haus Gottes hingegen decken wir die Probleme unserer Brüder und Schwestern gemäß Gottes Worten auf, analysieren sie im Detail und weisen darauf hin, wenn wir sehen, dass sie verdorbene Dispositionen offenbaren oder gegen die Grundsätze verstoßen. Damit helfen wir ihnen, ihre verdorbene Disposition zu erkennen. Das ist für ihren Lebenseintritt von Vorteil. Diese Art der detaillierten Analyse und des Aufdeckens ist kein Anprangern, sondern vielmehr ein Helfen aus Liebe. Als ich beim Umgang mit Zhao Zhens Problem ihre arrogante Disposition im Licht von Gottes Worten aufdeckte und im Detail analysierte, half ich ihr, über ihre Probleme nachzudenken und sie zu erkennen, damit sie sich ändern, einen Lebenseintritt erreichen und harmonisch mit ihren Brüdern und Schwestern zusammenarbeiten konnte, um ihre Pflicht gut zu tun. Das war für sie von Vorteil. Als ich mit Wang Hong Gemeinschaft hielt und das Problem ihres Egoismus und ihrer Selbsterhaltung im Detail analysierte, war das Ziel ja außerdem, ihr zu helfen, ein Verständnis für ihre egoistische und verachtenswerte Wesensnatur zu erlangen, damit sie Buße tun, sich ändern und ihre Pflicht tun konnte. Das war auch eine Hilfe für Wang Hong. Diese Art des Aufdeckens und der detaillierten Analyse stimmt mit den Wahrheitsgrundsätzen überein und ist etwas Positives; es ist kein Anprangern. Um den Unterschied zwischen Anprangern und richtiger Führung und Hilfe zu erkennen, muss man sich hauptsächlich die Absicht und den Ausgangspunkt ansehen. Außerdem hatte ich mir immer Sorgen gemacht, dass das Aufdecken und die Detailanalyse der Probleme anderer Leute sie vor den Kopf stoßen und dass diese mich dann als Feindin betrachten würden, was meine Leitungsarbeit erschwert hätte. Deshalb habe ich meine Beziehungen zu anderen bei jeder Gelegenheit gewahrt. Tatsächlich unterscheidet sich Gottes Haus von der Gesellschaft. Im Haus Gottes herrscht die Wahrheit. Um seine Pflicht gut zu tun, muss man nach den Wahrheitsgrundsätzen handeln, und es ist nicht so, dass man die Arbeit nur gut machen kann, indem man gute Beziehungen zu anderen wahrt. Ich erkannte, dass meine Vorstellungen völlig verdreht waren und überhaupt nicht mit der Wahrheit übereinstimmten.

Ich suchte weiter: Welche Art von verdorbener Disposition hatte dazu geführt, dass ich mich nicht traute, die Probleme anderer Leute offenzulegen? Ich las die Worte Gottes: „Gewissen und Vernunft sollten beide Bestandteile der Menschlichkeit einer Person sein. Diese beiden sind die grundlegendsten und wichtigsten. Was für ein Mensch ist jemand, der kein Gewissen und nicht die Vernunft normaler Menschlichkeit besitzt? Im Allgemeinen ist er ein Mensch, dem es an Menschlichkeit fehlt, ein Mensch mit einer äußerst schlechten Menschlichkeit. Gehen wir noch mehr ins Detail, welche Anzeichen verlorener Menschlichkeit weist diese Person auf? Versucht zu analysieren, welche Eigenschaften man in solchen Menschen findet und welche spezifischen Anzeichen sie darstellen. (Sie sind selbstsüchtig und gemein.) Selbstsüchtige und gemeine Menschen sind nachlässig in ihren Handlungen und distanzieren sich von allem, das sie nicht persönlich betrifft. Sie denken weder an die Interessen von Gottes Haus noch zeigen sie Rücksicht auf Gottes Absichten. Sie nehmen keine Last auf sich und haben kein Verantwortungsbewusstsein, wenn es darum geht, ihre Pflichten zu tun oder für Gott Zeugnis abzulegen. … Hat ein solcher Mensch Gewissen und Vernunft? (Nein.) Macht sich ein Mensch ohne Gewissen und Vernunft, der sich so verhält, Selbstvorwürfe? Solche Menschen haben keinen Sinn für Selbstvorwürfe; das Gewissen dieses Menschen erfüllt keinen Zweck. Er hat sich nie von seinem Gewissen getadelt gefühlt, kann er also den Tadel oder das Disziplinieren des Heiligen Geistes wahrnehmen? Nein, das kann er nicht(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Man kann die Wahrheit gewinnen, indem man Gott sein Herz schenkt). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, fühlte ich mich ins Herz getroffen; ich fühlte mich schuldig und beklommen wegen dem, was ich getan hatte. Menschen mit Gewissen und Menschlichkeit tragen bei ihren Pflichten eine Last und haben ein Verantwortungsbewusstsein. Sie berücksichtigen bei jeder Gelegenheit die Interessen der Kirche, decken jene auf, die durch ihr Tun die Arbeit der Kirche unterbrechen und stören, und analysieren diese Taten im Detail. Im Gegensatz dazu denken diejenigen ohne Menschlichkeit zuerst an ihre Angst, Leute vor den Kopf zu stoßen und sich Feinde zu machen. Sie schützen nur ihre eigenen Interessen und verhalten sich wie Jasager, ohne die Interessen der Kirche im Geringsten zu schützen. Als ich über mich selbst nachdachte, erkannte ich, dass ich genau die egoistische und verachtenswerte Person mit schlechter Menschlichkeit war, die Gott offengelegt hatte. Mir war deutlich bewusst, dass meine Brüder und Schwestern von Zhao Zhen eingeschränkt wurden und dass dies bereits Auswirkungen auf die Kirchenarbeit und den Lebenseintritt meiner Brüder und Schwestern hatte. Außerdem benutzte Wang Hong die Gefahren für ihre Sicherheit als Ausrede, um ihren Pflichten den Rücken zu kehren. Als Kirchenleiterin hätte ich so schnell wie möglich mit ihnen Gemeinschaft halten und diese Probleme im Detail analysieren sollen, damit sie den Schaden und die Folgen verstehen konnten, wenn sie so weitermachten, ihren falschen Zustand rechtzeitig umkehren und ihre Pflicht gut ausführen konnten. Ich hatte jedoch Angst, dass sie es mir nachtragen und mich ausgrenzen würden, wenn ich sie vor den Kopf stieße, also hielt ich keine Gemeinschaft mit ihnen. Bei jeder Gelegenheit schützte ich meine eigenen Interessen und dachte nur daran, gute Beziehungen zu den Leuten aufrechtzuerhalten und einen guten Eindruck bei ihnen zu hinterlassen. Ich berücksichtigte die Interessen der Kirche überhaupt nicht, noch dachte ich darüber nach, ob das Leben meiner Brüder und Schwestern einen Verlust erleiden würde. Ich war absolut egoistisch und verachtenswert und hatte nicht den geringsten Gerechtigkeitssinn! Ich tat meine Pflicht überhaupt nicht. Ich tat Böses und widersetzte mich Gott! Wenn ich keine Buße tun und mich nicht ändern würde, würde ich letztendlich Gottes Abscheu auf mich ziehen und ausgemustert werden. Als ich das verstand, bereute ich, was ich getan hatte. Ich fühlte mich Gott gegenüber in der Schuld und hatte das Gefühl, meine Brüder und Schwestern im Stich gelassen zu haben. Ich betete zu Gott: „Gott, ich bin bereit, Buße zu tun und ein Mensch mit Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn zu werden. Ich möchte in Zukunft Rücksicht auf Deine Absichten nehmen und die Interessen der Kirche schützen.“

Durch Gebet und Suchen fand ich in Gottes Worten einen Weg der Praxis. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du eine normale Beziehung zu Gott aufbauen willst, muss dein Herz Ihm zugewandt sein; mit dieser Grundlage wirst du dann auch eine normale Beziehung zu anderen Menschen haben. Egal, was du tust, um deine Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen, egal, wie hart du arbeitest oder wie viel Mühe du investierst, wenn du keine normale Beziehung zu Gott hast, wird all das eine menschliche Philosophie für weltliche Belange sein. Du wirst deine Stellung unter den Menschen bewahren und ihr Lob durch menschliche Anschauung und menschliche Philosophien erlangen, anstatt normale zwischenmenschliche Beziehungen nach dem Wort Gottes aufzubauen. Wenn du dich nicht auf deine Beziehungen zu anderen Menschen konzentrierst, sondern stattdessen eine normale Beziehung zu Gott pflegst, und du bereit bist, dein Herz Gott zu geben und zu lernen, dich Ihm zu unterwerfen, dann werden deine Beziehungen mit allen anderen Menschen auf natürlichem Wege ebenfalls normal werden. Diese Beziehungen werden dann nicht auf dem Fleisch aufgebaut sein, sondern auf der Grundlage der Liebe Gottes. Du wirst fast keine fleischlichen Interaktionen mit anderen Menschen haben, dafür wird es auf einer geistlichen Ebene gemeinschaftlichen Austausch geben und ihr werdet euch gegenseitig Liebe und Trost entgegenbringen und euch gegenseitig versorgen. Das alles erfolgt auf der Grundlage eines Verlangens danach, Gott zufriedenzustellen – diese Beziehungen werden nicht durch menschliche Philosophien für weltliche Belange aufrechterhalten, sie entstehen auf natürliche Weise, wenn du eine Bürde für Gott verspürst. Sie erfordern keine menschlichen Bemühungen von dir, und du musst nur nach den Grundsätzen der Worte Gottes praktizieren(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Es ist sehr wichtig, eine normale Beziehung zu Gott aufzubauen). Aus Gottes Worten verstand ich, dass wir in unseren Beziehungen zu unseren Brüdern und Schwestern andere in Übereinstimmung mit den Wahrheitsgrundsätzen behandeln sollten. Wenn wir feststellen, dass unsere Brüder oder Schwestern irgendeine Art von verdorbener Disposition haben, sollten wir mit ihnen aus Liebe Gemeinschaft halten und ihnen helfen, damit sie über sich selbst nachdenken, sich selbst erkennen und einen gewissen Lebenseintritt erreichen können. Wir sollten uns nicht auf Philosophien für weltliche Belange verlassen, um unsere Beziehungen zu anderen aufrechtzuerhalten. Manchmal, wenn andere ihre eigenen Probleme nicht sehen, müssen wir sie offenlegen und im Detail analysieren. Wenn sie Brüder und Schwestern sind, die nach der Wahrheit streben, werden sie in der Lage sein, dies richtig einzuordnen und sich danach zu ändern. Diejenigen jedoch, die nicht nach der Wahrheit streben, werden widersprechen und widerstehen, wenn Dinge angesprochen und offengelegt werden. Das offenbart sie und hilft uns gleichzeitig, ein gewisses Unterscheidungsvermögen über sie zu erlangen. Später bemerkte ich, dass die Bewässerungsdiakonin bei ihrer Pflicht keine Bürde trug. Sie zögerte die Umsetzung der Arbeit hinaus und fand sogar Ausreden, indem sie sagte, ihr Kaliber sei schlecht und sie verstehe die Wahrheit nicht. Ich wollte sie auf ihre Probleme hinweisen, damit sie bei ihrer Pflicht mehr Bürde tragen würde, aber dann dachte ich: „Wenn ich ihre Probleme direkt offenlege und sie damit vor den Kopf stoße, wie werden wir dann in Zukunft zusammenarbeiten?“ Als ich das dachte, wurde ich ein wenig zögerlich. Später dachte ich an einige Worte Gottes, die ich zuvor gelesen hatte, und erkannte, dass ich wieder versuchte, meine Beziehungen zu anderen aufrechtzuerhalten, indem ich mich auf satanische Philosophien für weltliche Belange verließ. Tief in meinem Inneren wusste ich jedoch ganz genau, dass dies kein Praktizieren der Wahrheit war und Gott es nicht billigte – egal wie gut ich meine Beziehungen zu anderen wahrte. Ich betete zu Gott, mir die Entschlossenheit zu geben, mich gegen das Fleisch aufzulehnen und die Wahrheit zu praktizieren. Später wies ich auf das Problem hin, dass die Bewässerungsdiakonin bei ihrer Pflicht oberflächlich war, und hielt Gemeinschaft über das Wesen und die Folgen der Oberflächlichkeit. Nach meiner Gemeinschaft verstand sie ihr Problem und war bereit, sich gegen ihr Fleisch aufzulehnen und die Wahrheit zu praktizieren. Ich erlebte, dass man ein reines Gewissen hat, wenn man Menschen nach den Wahrheitsgrundsätzen behandelt. Dank sei Gott!

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Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:30 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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