60. Kann man mit geringem Kaliber nicht errettet werden?
2018 erfüllte ich meine Pflicht in der Kirche im Bereich Grafik, aber wegen meines geringen Kalibers konnte ich diese Pflicht nicht gut ausführen, also wurde ich neu eingeteilt. Später schrieb ich an Drehbüchern mit, und Ende 2021 wurde ich wegen meines geringen Kalibers und meiner mangelnden Lebenserfahrung erneut neu eingeteilt. Während ich darauf wartete, dass eine neue Pflicht für mich arrangiert wurde, sah ich, wie zwei Schwestern in meinem Umfeld nacheinander Pflichten übernahmen. Die eine wurde zur Kirchenleiterin gewählt, die andere wurde mit der Bewässerung von Neulingen beauftragt, und ich war die Einzige, die keine Aufgabe bekam. Als ich sah, wie beschäftigt die Schwestern mit ihren Pflichten waren, wurde ich etwas unruhig. Ich hatte eigentlich gedacht, dass mir Pflichten wie das Erstellen von Grafiken und das Schreiben von Drehbüchern Spaß machen und mir liegen. Aber jetzt, wo ich wegen meines geringen Kalibers neu eingeteilt worden war, welche Pflicht konnte ich da noch tun? Neulinge bewässern? Ich verstand die Wahrheit nicht. Das Evangelium predigen? Ich war ungeschickt im Reden und nicht gut darin, mit Leuten zu kommunizieren. Vielleicht hatten die Leiter ja mein geringes Kaliber gesehen und wussten nicht, welche Pflicht sie mir zuweisen sollten. Gottes Werk steht kurz vor seinem Ende, und ich konnte weder eine Pflicht tun noch gute Taten vorbereiten – wie konnte ich also errettet werden? Je mehr ich darüber nachdachte, desto unruhiger wurde ich.
Später, nach etwa einem Monat, wiesen mir die Leiter endlich eine Pflicht zu und setzten mich für die Bereinigungsarbeit in der Kirche ein. Ich war sehr glücklich und dachte, dass ich mich diesmal anstrengen würde, um meine Pflicht gut zu erfüllen. Aber in der Praxis merkte ich, dass ich die Grundsätze einfach nie erfassen konnte. Auch wenn ich ein Bereinigungsdokument mehrmals überprüfte, wusste ich dennoch nicht, wie ich es bewerten und einstufen sollte. Einmal gaben uns die Leiter ein Bereinigungsdokument zur Analyse. Nachdem alle es gelesen hatten, teilten sie nacheinander ihre Meinungen mit, aber ich konnte mich nicht einmal an alle Informationen im Dokument erinnern, geschweige denn eine Meinung dazu abgeben. Ich fühlte mich hilflos und negativ und dachte: „Warum ist mein Kaliber so gering? Wie es aussieht, werde ich auf diese Pflicht nicht lange tun können.“ Ohne es zu merken, wurde ich etwas niedergeschlagen. Später machte ich durch ständiges Üben endlich einige Fortschritte. Zu dieser Zeit wurden mehrere Schwestern, die schon lange in unserem Team ihre Pflichten taten, für andere Pflichten eingeteilt. Die Brüder und Schwestern, die gerade erst mit der Einarbeitung begonnen hatten, waren mit der Arbeit noch nicht vertraut, also wurde ich vorübergehend zur Teamleiterin gewählt. Ich spürte großen Druck und hatte Angst, dass sich schlechte Arbeit meinerseits auf die Ergebnisse auswirken würde und man mich ich erneut neu einteilen würde. Dann stünde für alle fest, dass ich ein geringes Kaliber habe, und ich könnte jederzeit ausgemustert werden. Um die Arbeit gut zu machen, habe ich mich von früh bis spät der Organisation der Bereinigungsdokumente gewidmet und die Fragen der Brüder und Schwestern beantwortet. Obwohl ich gewissenhaft mitarbeitete, schaffte ich es trotzdem nicht, alles gleichzeitig zu erledigen. Außerdem konzentrierte ich mich nur auf die Arbeit, ohne die Probleme zusammenzufassen, und leitete auch die anderen nicht an, die Grundsätze zu lernen. Das führte dazu, dass mehrere Dokumente falsch eingestuft wurden, was die Bereinigungsarbeit verzögerte. Kurze Zeit später wurde ich entlassen. Obwohl ich in der Kirche immer noch Bereinigungsarbeit tat, war ich sehr traurig und dachte: „Mein Kaliber ist so gering, dass ich nichts gut machen kann. Ich bin wirklich nicht mehr zu retten! Ich könnte jeden Moment ausgemustert werden.“ Ich lebte in einem Zustand, in dem ich mich selbst festlegte, und ging meinen Pflichten jeden Tag nur noch routinemäßig nach. Immer wenn ich sah, dass sie Schwestern, mit denen ich arbeitete, Schwierigkeiten hatten, wollte ich nicht helfen, denn ich dachte: „Welche Probleme kann ich mit meinem geringen Kaliber schon durchschauen? Wenn ich etwas Falsches sage, beweist das nicht nur noch mehr, dass mein Kaliber gering ist?“ Ich beklagte mich sogar darüber, warum Gott den anderen so ein gutes Kaliber gegeben hatte, während meins so gering war. In dieser Zeit erinnerten mich die Brüder und Schwestern daran, mich auf meinen Lebenseintritt zu konzentrieren und Artikel über Erfahrungszeugnisse zu schreiben, wenn ich Zeit hatte. Aber ich dachte: „Lebenseintritt ist etwas, das nur Menschen mit gutem Kaliber erreichen können. Was kann ich mit meinem geringen Kaliber schon tun, außer mich ein wenig anzustrengen? Vergiss es. Da Gott bestimmt hat, dass mein Kaliber gering ist, werde ich mich einfach unterwerfen und mich in der Kirche ein bisschen anstrengen.“ Ich gab mich selbst ein Stück weit auf. Später merkte ich, dass mein Zustand falsch war, also betete ich zu Gott: „Gott, ich möchte nicht an den Punkt kommen, an dem ich ausgemustert werde. Ich möchte mich auch auf meinen Lebenseintritt konzentrieren und nach der Wahrheit streben, aber mit meinem geringen Kaliber weiß ich nicht einmal, wie ich die Wahrheit suchen soll. Gott, bitte erleuchte und führe mich, damit ich diesen Zustand ändern kann.“
Eines Tages, als ich über meine Probleme nachdachte, kam mir plötzlich eine Liedzeile in den Sinn: „Mein Kaliber mag zwar schlecht sein, mein Herz ist jedoch ehrlich.“ Ich erinnerte mich, dass Gott ausführlich über diese Zeile Gemeinschaft gehalten hatte, also suchte und las ich rasch diese Passage aus Gottes Worten. Der Allmächtige Gott sagt: „In der nächsten Liedzeile heißt es: ‚Mein Kaliber mag zwar schlecht sein, mein Herz ist jedoch ehrlich.‘ Diese Worte klingen ziemlich aufrichtig, und sie enthalten eine Anforderung, die Gott an die Menschen stellt. Welche Anforderung? Dass es keine große Sache ist, ein schlechtes Kaliber zu haben, aber man ein ehrliches Herz besitzen muss, und wenn man das tut, wird man in der Lage sein, Gottes Billigung zu erhalten. Wie auch immer deine persönliche Situation oder dein Hintergrund ist, du musst ein ehrlicher Mensch sein, ehrlich in Wort und Tat sein, deine Pflicht mit ganzem Herzen und Verstand ausführen können, deiner Pflicht gegenüber hingebungsvoll sein, nicht aalglatt sein, kein durchtriebener oder hinterlistiger Mensch sein, nicht lügen oder betrügen und beim Reden keine Umschweife machen. Du musst gemäß der Wahrheit handeln und jemand sein, der nach der Wahrheit strebt. Viele Menschen glauben, sie hätten ein schlechtes Kaliber und würden ihre Pflicht nie gut oder dem Standard entsprechend tun. Sie sind mit Leib und Seele und all ihrer Kraft bei dem, was sie tun, können die Grundsätze aber nie begreifen und immer noch keine guten Ergebnisse hervorbringen. Letztlich können sie sich nur darüber beklagen, dass ihr Kaliber zu schlecht ist, und sie werden negativ. Gibt es also kein Vorankommen, wenn ein Mensch ein schlechtes Kaliber hat? Ein schlechtes Kaliber zu haben, ist keine tödliche Krankheit, und Gott hat nie gesagt, Er würde keine Menschen retten, die ein schlechtes Kaliber haben. Gott hat zuvor gesagt, dass Er für jene Menschen, die ehrlich, aber unwissend sind, Trauer empfindet. Was bedeutet unwissend? Unwissenheit geht in vielen Fällen auf ein schlechtes Kaliber zurück. Solche Menschen haben ein schlechtes Kaliber, und ihr Wahrheitsverständnis ist gering. Es ist nicht ausreichend spezifisch oder praktisch und bleibt oft ein oberflächliches oder wörtliches Verständnis, ein Verständnis von Glaubenslehre und Vorschriften. Deshalb können sie viele Probleme nicht klar erkennen und bei der Ausführung ihrer Pflichten nie die Grundsätze begreifen oder ihre Pflichten gut erfüllen. Will Gott also Menschen mit schlechtem Kaliber nicht? (Doch, Er will sie.) Auf welchen Weg und in welche Richtung weist Gott die Menschen? (Zu einem Dasein als ehrliche Menschen.)“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass ein geringes Kaliber keine tödliche Krankheit ist und dass der entscheidende Punkt darin besteht, ein ehrliches Herz zu haben, das die Wahrheit liebt. Solche Menschen erzielen wegen ihres geringen Kalibers vielleicht keine allzu guten Ergebnisse bei ihrer Pflicht, aber ihr Herz ist Gott zugewandt, und sie scheuen keine Mühe, um bei ihrer Pflicht ihr Bestes zu geben. Auf diese Weise wird Gott zufriedengestellt. Ich dachte daran, dass mir die Kirche trotz meines geringen Kalibers nicht die Chance genommen hatte, meine Pflicht zu tun. Stattdessen hatte sie mich entsprechend meinem Kaliber einer passenderen Pflicht zugewiesen. Ich musste mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen, mit einem ehrlichen Herzen an diese Pflicht von Gott herangehen und im Rahmen meiner Fähigkeiten mein Bestes geben. Aber mein Eintritt erfolgte nicht aus einer positiven Perspektive: Als ich sah, dass die Leiter mir nicht sofort eine Pflicht zuwiesen, dachte ich, das läge an meinem geringen Kaliber und sie wüssten einfach nicht, welche Pflicht sie mir zuteilen sollten. Infolgedessen verbrachte ich meine Tage damit, in Negativität und Missverständnissen zu versinken, und sorgte mich um meine Zukunft und mein Schicksal. Mein mangelndes Arbeitsvermögen machte es mir unmöglich, die Pflicht einer Teamleiterin zu erfüllen. Und dass die Leiter mich neu einteilten, diente einzig und allein dem Wohl der Kirchenarbeit. Aber ich dachte, Gott würde dies nutzen, um mich zu offenbaren, also gab ich mich einfach auf. Immer wenn ich sah, dass die Schwestern, mit denen ich arbeitete, auf Probleme stießen, die sie nicht verstanden, wollte ich mich nicht beteiligen. Als die Brüder und Schwestern mich baten, mich im Schreiben von Artikeln über Erfahrungszeugnisse zu üben, war ich ebenfalls nicht zur Mitarbeit bereit. Ich dachte, mit meinem Kaliber wäre ich in Zukunft ohnehin ein Kandidat für die Ausmusterung, egal wie sehr ich mich anstrengte. Also wollte ich nicht nach der Wahrheit streben und gab mich damit zufrieden, in der Kirche einfach nur ein bisschen körperliche Anstrengung beizutragen. Mein Verhalten war weit entfernt vom Abbild eines ehrlichen Menschen. Als ich das erkannte, bereute ich, wie ich Gott missverstanden und mich über Ihn beklagt hatte, und ich wollte aus diesem falschen Zustand herauskommen.
Eines Tages sah ich mir ein Erfahrungszeugnis-Video mit dem Titel „Wie man häufige, durch geringes Kaliber verursachte Negativität löst“ an, und eine darin zitierte Passage aus Gottes Worten half mir sehr. Der Allmächtige Gott sagt: „Es spielt keine Rolle, ob Ich sage, dass ihr rückständig seid oder dass ihr ein schwaches Kaliber aufweist – das ist alles Tatsache. Dass Ich das sage, beweist jedoch nicht, dass Ich beabsichtige, euch den Rücken zu kehren, dass Ich Meine Hoffnung in euch verloren habe, geschweige denn, dass Ich euch nicht retten will. Heute bin Ich gekommen, um das Werk eurer Errettung zu vollbringen, das heißt, dass das Werk, das Ich verrichte, eine Fortsetzung des Werks der Errettung ist. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, perfektioniert zu werden: Unter der Voraussetzung, dass du bereit bist und danach strebst, wirst du am Ende in der Lage sein, dieses Ergebnis zu erreichen, und keinem von euch wird der Rücken gekehrt werden. Wenn du von schwachem Kaliber bist, werden Meine Anforderungen an dich deinem schwachen Kaliber entsprechen. Wenn du von hohem Kaliber bist, dann werden Meine Anforderungen an dich deinem hohen Kaliber entsprechen. Wenn du unwissend und des Lesens und Schreibens unkundig bist, werden Meine Anforderungen an dich diesem entsprechen. Wenn du des Lesens und Schreibens kundig bist, werden Meine Anforderungen an dich der Tatsache entsprechen, dass du des Lesens und Schreibens kundig bist. Wenn du alt bist, werden Meine Anforderungen an dich deinem Alter entsprechen. Wenn du fähig bist, deine Pflicht als Gastgeber auszuführen, werden Meine Anforderungen an dich entsprechend sein. Wenn du sagst, dass du keine Gastgeberpflicht ausführen kannst und du nur eine bestimmte Funktion ausführen kannst, sei es das Predigen des Evangeliums oder dich um die Kirche zu kümmern oder dich anderer allgemeiner Angelegenheiten anzunehmen, werde Ich dich entsprechend der Funktion, die du ausführst, perfektionieren. Bis zum Schluss treu zu sein, sich bis zum Schluss zu unterwerfen und bestrebt zu sein, Gott bis aufs Äußerste zu lieben – diese Dinge sind es, die du erreichen musst, nur diese drei Dinge, und es gibt keine besseren Praktiken als diese. Letztendlich wird von den Menschen verlangt, diese drei Dinge zu erreichen, und wer sie erreichen kann, wird perfektioniert werden. Doch vor allem musst du aufrichtig bestrebt sein, du musst aktiv nach vorne und nach oben drängen und darfst in dieser Angelegenheit nicht passiv sein. Ich habe gesagt, dass jede Person die Möglichkeit hat, perfektioniert zu werden, und perfektioniert werden kann, und das gilt, doch du strebst nicht aufwärts. Wer diese drei Kriterien nicht erreicht, wird am Ende trotzdem ausgemustert werden. Ich möchte, dass jeder dranbleibt, Ich möchte, dass jeder das Wirken und die Erleuchtung des Heiligen Geistes hat und in der Lage ist, sich bis ganz zum Schluss zu unterwerfen, denn das ist die Pflicht, die jeder von euch erfüllen sollte. Wenn ihr alle eure Pflicht erfüllt habt, werdet ihr alle perfektioniert worden sein, und ihr werdet auch über ein überwältigendes Zeugnis verfügen. Alle, die Zeugnis aufweisen, sind jene, die Satan besiegt haben und die Verheißung Gottes erlangt haben, und sie sind diejenigen, die verbleiben und in dem wunderschönen Bestimmungsort leben werden“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Wiederherstellung des normalen Lebens der Menschen und ihre Hinführung zu einem wundervollen Bestimmungsort). Gottes Worte waren sehr deutlich. Jeder hat die Gelegenheit, errettet zu werden, und solange ein Mensch aufrichtig strebt, wird Gott ihn nicht aufgeben oder ausmustern, nur weil er ein geringes Kaliber hat. Gott stellt an jeden Menschen Anforderungen, die seinem Kaliber und seiner Größe entsprechen. Diejenigen mit gutem Kaliber und Arbeitsvermögen können Leiter oder Verantwortliche werden, und folglich sind Gottes Anforderungen an sie höher, während die Anforderungen an diejenigen mit geringem Kaliber entsprechend ihren Fähigkeiten gestellt werden. Aber ich hielt an meinen Auffassungen und Einbildungen fest und dachte, dass Gott keine Menschen mit geringem Kaliber errettet. Da ich immer wieder neu eingeteilt wurde, dachte ich, Gott würde mich offenbaren und versuchen, mir das Recht zu nehmen, meine Pflicht zu tun, und dies als Gelegenheit nutzen, mich auszumustern. Das war ein Missverständnis gegenüber Gott, und gleichzeitig das Resultat meiner eigenen Auffassungen und Einbildungen. In Wirklichkeit hinderte mich Gottes Haus nicht daran, meine Pflicht zu tun, nur weil ich ein geringes Kaliber hatte, sondern nutzte Neuzuweisungen, um mir zu ermöglichen, Pflichten auszuführen, die im Rahmen meines Kalibers lagen. Eigentlich ist es so: Solange ich aufrichtig strebe, den Willen habe, vorwärtszustreben, meine Pflicht in meiner jetzigen Position mit Treue ausführe und im Rahmen meiner Fähigkeiten mein Bestes gebe, kann ich Gottes Absichten zufriedenstellen. Ich kümmerte mich jedoch nicht um die Aufgaben, die ich hätte erledigen sollen, und haben keinen Gedanken an Gottes Herz verschwendet. Ich verbrachte meine Tage damit, über meine Zukunft und meinen Bestimmungsort nachzudenken, und war bei meiner Pflicht nicht von Nutzen. Selbst wenn mein Kaliber besser gewesen wäre, hätte ich dennoch Gottes Billigung nicht bekommen und wäre letztendlich ausgemustert worden. Als ich Gottes Absicht verstand, brachte das Klarheit in mein Herz, und ich dachte: „Ich darf Gott nicht mehr missverstehen oder mich über Ihn beklagen. Ich muss mein Kaliber richtig betrachten und bei meiner Pflicht Treue zeigen. Selbst wenn ich eines Tages wegen meines geringen Kalibers wieder neu eingeteilt werde, sollte ich dem richtig begegnen und Gott nicht missverstehen oder Ihm gegenüber misstrauisch sein.“
Später stieß ich während einer meiner Andachten auf zwei Abschnitte aus Gottes Worten, die mir ein wenig Verständnis für die Grundursache meines ständigen negativen Zustands aufgrund meines geringen Kalibers vermittelten. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen glauben alle an Gott, um Segnungen, Belohnungen und Kronen zu erlangen. Hat nicht jeder Mensch diese Absicht im Herzen? In Wirklichkeit hat sie jeder Mensch. Das ist eine Tatsache. Obwohl die Menschen nicht oft darüber sprechen und ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen zu erlangen, sogar vertuschen, sind dieses Verlangen, diese Absicht und dieses Motiv, die tief in den Herzen der Menschen liegen, nie ins Wanken gekommen. Ganz gleich, wie viel geistliche Theorie die Menschen verstehen, welche erfahrungsbasierten Erkenntnisse sie besitzen, welche Pflicht sie tun können, wie viel Leid sie erdulden oder wie hoch der Preis ist, den sie zahlen, nie lassen sie die Absicht, Segnungen zu erlangen, die tief in ihren Herzen verborgen ist, los und mühen sich dafür immer still ab und beschäftigen sich. Ist das nicht die Sache, die am tiefsten in den Herzen der Menschen vergraben ist? Wie würdet ihr euch ohne diese Absicht, Segnungen zu erlangen, fühlen? Mit welcher Haltung würdet ihr eure Pflicht tun und Gott folgen? Was würde aus den Menschen werden, wenn diese Absicht, Segnungen zu erlangen, die in ihren Herzen verborgen ist, vollständig ausgemerzt würde? Es ist möglich, dass viele Menschen negativ würden und dass einige bei ihren Pflichten demotiviert würden und das Interesse an ihrem Glauben an Gott verlieren würden. Sie schienen ihre Seelen verloren zu haben, und es sähe so aus, als ob ihnen ihre Herzen weggenommen worden wären. Deshalb sage Ich, dass die Absicht, Segnungen zu erlangen, etwas ist, das tief in den Herzen der Menschen verborgen ist“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Sechs Kriterien für Wachstum im Leben). „Unter Nichtgläubigen gibt es ein Sprichwort: ‚Nichts ist umsonst.‘ Auch Antichristen folgen dieser Logik und denken: ‚Wenn ich für dich arbeite, was gibst du mir dann dafür? Welche Vorteile kann ich daraus ziehen?‘ Wie lässt sich diese Natur zusammenfassen? Sie ist gewinnorientiert, stellt den Profit über alles und ist selbstsüchtig und verachtenswert. Dies ist die Wesensnatur der Antichristen. Sie glauben an Gott einzig und allein, um Profit und Segnungen zu erlangen. Selbst wenn sie ein gewisses Leid ertragen oder einen gewissen Preis zahlen, geschieht das alles, um mit Gott zu feilschen. Ihre Absicht und ihr Verlangen, Segnungen und Belohnungen zu erlangen, sind immens, und sie klammern sich fest daran. Sie akzeptieren keine der vielen Wahrheiten, die Gott kundgetan hat. In ihrem Herzen denken sie immer, dass es beim Glauben an Gott nur darum geht, Segnungen zu erlangen und sich einen guten Bestimmungsort zu sichern, dass dies der höchste Grundsatz ist und dass nichts ihn übertrumpfen kann. Sie sind der Meinung, dass Menschen nicht an Gott glauben sollten, es sei denn, um Segnungen zu erlangen, und dass der Glaube an Gott ohne Segnungen weder Bedeutung noch Wert hätte, dass er seine Bedeutung und seinen Wert verlieren würde. Wurden diese Ideen den Antichristen von jemand anderem eingepflanzt? Sind sie auf die Erziehung oder den Einfluss von jemand anderem zurückzuführen? Nein, sie sind durch die angeborene Wesensnatur der Antichristen bestimmt, die niemand ändern kann. Obwohl der menschgewordene Gott heute so viele Worte spricht, akzeptieren die Antichristen keines davon, sondern widersetzen sich ihnen und verurteilen sie. Die Natur dessen, dass sie der Wahrheit abgeneigt sind und sie hassen, kann sich niemals ändern. Wenn sie sich aber nicht ändern können, was zeigt das? Es zeigt, dass ihre Natur niederträchtig ist“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 7: Sie sind niederträchtig, heimtückisch und hinterlistig (Teil 2)). Gott deckt auf, dass Antichristen nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Alles, was sie tun, geschieht aus Eigeninteresse. Selbst wenn es so aussieht, als würden sie einige Opfer bringen und sich aufwenden, geschieht dies nur im Austausch gegen Gottes Segnungen und Belohnungen. Und wenn sie keine Segnungen erhalten, werden sie negativ und widerständig und fangen sogar an, mit Gott zu hadern und sich über Ihn zu beklagen. Alles, was Antichristen tun, dient dazu, Segnungen und Vorteile zu erlangen. Verhielt ich mich nicht genau wie ein Antichrist? Ich glaubte nur an Gott, um Segnungen und Vorteile zu erhalten. Als ich gerade erst zum Glauben an Gott gekommen war, habe ich voller Eifer Dinge getan, um Segnungen zu erlangen. Ich machte mein Geschäft zu, verließ meine Familie und lehnte nie eine Pflicht ab, die die Kirche für mich arrangierte. Ich tat das, weil ich dachte, je mehr Pflichten ich tue und je mehr gute Taten ich vorbereite, desto höher sind meine Chancen, in Zukunft errettet zu werden. Aber später wurde ich wegen meines geringen Kalibers wiederholt neu eingeteilt, und ich fing an, mir Sorgen zu machen. Ich dachte, ich könnte weder irgendeine Pflicht gut ausführen noch gute Taten vorbereiten und würde in Zukunft vielleicht keine Segnungen erhalten. Also wurde ich negativ, wurde nachlässig und gab mich selbst auf. Ich erkannte, dass mein Glaube an Gott lediglich ein Versuch war, einen Deal mit Ihm zu machen. Ich war wirklich selbstsüchtig und verachtenswert! Ich war bei meinen Pflichten lediglich neu eingeteilt worden und man hatte mir nicht die Gelegenheit genommen, meine Pflichten zu tun. Aber ich sorgte mich, dass ich keine Segnungen erhalten könnte, also wurde ich negativ und fing an, mich zu beklagen. Wenn Gott eines Tages wirklich gesagt hätte, dass Er mich nicht segnen würde, hätte ich mich ganz sicher über Ihn beklagt. Ich dachte an Paulus. Er hat nur gearbeitet und sich aufgewendet, um Segnungen und eine Krone zu erlangen. Er missachtete Gottes Absicht und strebte nicht nach einer Änderung seiner Disposition. Letztendlich beklagte er sich offen über Gott und forderte Belohnungen und eine Krone, was Gottes Disposition kränkte und zu Paulus’ Bestrafung führte. Ich befand mich auf demselben Weg wie Paulus. Wenn ich mich nicht darauf konzentrierte, nach der Wahrheit zu streben und meine unreinen Absichten, nach Segnungen zu streben, zu beseitigen, dann ginge es nicht mehr einfach nur darum, entlassen oder neu eingeteilt zu werden. Vielmehr würde ich mich am Ende genau wie Paulus Gott widersetzen und dann ausgemustert werden. Ich wollte diesem falschen Weg nicht weiter folgen, also betete ich zu Gott, gewillt, Buße zu tun.
Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Ich bestimme den Bestimmungsort eines jeden Menschen nicht auf der Grundlage seiner Jahre, seines Dienstalters oder der Menge seines Leidens, noch weniger danach, wie mitleiderregend er ist, sondern danach, ob er die Wahrheit besitzt. Es gibt keine andere Möglichkeit als diese. Ihr müsst verstehen, dass alle, die nicht Gottes Willen befolgen, ausnahmslos bestraft werden. Dies ist etwas, das keine Person ändern kann“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erkannte ich, dass Gott nicht am Kaliber eines Menschen misst, ob er errettet werden kann, sondern daran, ob sich diese Person, während sie Ihm folgt, darauf konzentriert, nach der Wahrheit zu streben, ob sie ihre diversen absurden und abwegigen Gedanken und Ansichten sowie ihre verdorbenen Dispositionen beseitigt und mit Gott vereinbar wird. Egal, wie gut das Kaliber eines Menschen ist: Wenn er nicht nach der Wahrheit strebt oder seine Disposition nicht ändert, wird er letztendlich ausgemustert. Manche Menschen haben zwar ein geringes Kaliber, aber solange sie ein ehrliches Herz haben und bereit sind, in allen Dingen gemäß den Wahrheitsgrundsätzen zu praktizieren, wird Gott sie billigen. Ob man nun ein gutes oder ein geringes Kaliber hat, alle Menschen müssen nach der Wahrheit streben und sich auf die Änderung ihrer Disposition konzentrieren. Weder wie man sich aufwendet noch äußere Bedingungen oder eigenen Anstrengungen können das Ergebnis und den Bestimmungsort eines Menschen bestimmen. Entscheidend ist, ob man Gottes Weg folgen und die Wirklichkeit Seiner Worte ausleben kann. Ich verstand Gottes gerechte Disposition nicht. Da ich wegen meines geringen Kalibers bei meinen Pflichten mehrmals neu eingeteilt wurde, dachte ich: Egal, wie sehr ich mich anstrenge, mit meinem geringen Kaliber ist alles vergeblich, und ich werde letztendlich ausgemustert. Also wurde ich negativ und war Gott gegenüber misstrauisch und ließ meinen Frust sogar an meiner Pflicht aus. Ich strebte nicht nach der Wahrheit und bemühte mich nur um Segnungen, und meine verdorbene Disposition änderte sich überhaupt nicht. Ich konnte mich nicht einmal einer simplen Neuzuweisung bei meinen Pflichten unterwerfen – wie konnte ich da von Errettung sprechen? Wenn das so weiterginge, läge es nicht daran, dass Gott mich ausmustern wollte. Vielmehr würden meine Auffassungen und Einbildungen, gepaart mit meinem Ehrgeiz und meinem Verlangen nach Segnungen, mich ins Verderben stürzen und zu meiner Ausmusterung führen. Ich erkannte, dass man sich im Glauben wirklich selbst zerstört, wenn man die Dinge nicht gemäß Gottes Worten betrachtet.
Eines Tages las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der mir innerlich noch mehr Klarheit verschaffte. Der Allmächtige Gott sagt: „Warum bestimmt Gott vorher, dass die Menschen alle möglichen Kaliber haben? Warum gibt Gott den Menschen kein perfektes Kaliber? Über wie viele Aspekte haben wir bereits im Zusammenhang mit Gottes Absichten in dieser Hinsicht und dem richtigen Umgang damit Gemeinschaft gehalten? Lasst sie uns zusammenfassen. Der erste Aspekt ist, es von Gott anzunehmen. Das ist der grundlegendste Gedanke und die grundlegendste Sichtweise, die Menschen besitzen sollten. Der zweite Aspekt ist, dein Kaliber zu erkennen und einzuschätzen, und auf der Grundlage deines Kalibers und deiner Fähigkeit zu handeln und deine Pflicht zu tun. Versuche nicht, Dinge zu tun, die dein Kaliber und deine Fähigkeit übersteigen. Tue das, was du tun kannst, gewissenhaft und auf bodenständige Weise, und tu es gut. Erzwinge nichts, was du nicht tun kannst. Was ist der dritte Aspekt? (Wir dürfen uns nicht immer wünschen, unser Kaliber zu verändern. Selbst wenn unser Kaliber durchschnittlich, schlecht oder nicht vorhanden ist, müssen wir korrekt damit umgehen. Wir dürfen uns nicht immer wünschen, Gott zu beweisen, dass unser Kaliber gut ist. Das ist unangemessen.) Das ist richtig. Geh korrekt mit deinem Kaliber um. Beschwere dich nicht. So viel Gott dir gegeben hat, so viel wird Er von dir verlangen. Was Gott dir nicht gegeben hat, fordert Gott nicht von dir. Wenn Gott dir zum Beispiel ein durchschnittliches oder schlechtes Kaliber gegeben hat, verlangt Er nicht von dir, ein Leiter, Teamleiter oder Verantwortlicher zu sein. Wenn Gott dir jedoch Beredsamkeit, die Fähigkeit, dich auszudrücken, oder eine bestimmte Begabung gegeben hat und von dir verlangt, Arbeit im Zusammenhang mit dieser Begabung zu tun, dann solltest du sie gut tun. Werde den Voraussetzungen, die Gott dir gegeben hat, gerecht. Du musst der Gabe Gottes gerecht werden, sie voll zur Geltung bringen und gut anwenden, sie auf positive Dinge anwenden und wertvolle Arbeitsergebnisse hervorbringen, die der Menschheit zugutekommen. Das wäre ausgezeichnet, nicht wahr? (Ja.) Außerdem musst du wissen, dass Gott gute Absichten hat, wenn Er den Menschen verschiedene Kaliber gibt. Gerade weil Gott dich retten will, hat Er dir kein übermäßig gutes Kaliber gegeben. Darin liegt Gottes mühevolle und gewissenhafte Absicht. Dass Gott dir ein durchschnittliches oder schlechtes Kaliber gibt, ist ein Schutz für dich. Wenn die Menschen ein übermäßig gutes oder außergewöhnliches Kaliber hätten, wäre es für sie leicht, der Welt und Satan zu folgen, und sie würden nicht leicht zum Glauben an Gott kommen. Schaut euch die herausragenden Persönlichkeiten in verschiedenen Branchen und Bereichen der Welt an – was für Menschen sind das? Sie sind alle durchtriebene Strippenzieher, leibhaftige Teufel. Wenn du sie bittest, an Gott zu glauben, denken sie: ‚An Gott zu glauben, führt zu nichts – nur unfähige Menschen glauben an Gott!‘ Menschen mit übermäßig gutem Kaliber, großen Fähigkeiten und fortschrittlichen Taktiken werden von Satan gefangen genommen. Sie leben ausschließlich nach ihren verdorbenen Dispositionen und vollständig für die Welt. Solche Menschen sind alle leibhaftige Teufel. Sagt Mir, rettet Gott solche Menschen? (Nein.) Seid ihr also bereit, leibhaftige Teufel zu sein, oder seid ihr bereit, gewöhnliche Menschen zu sein, Personen mit schlechtem Kaliber, die aber Gottes Errettung empfangen können? (Wir sind bereit, gewöhnliche Menschen zu sein.) … Wenn du dich entscheidest, eine einfache, gewöhnliche Person mit durchschnittlichem Kaliber zu sein, die es vorzieht, kein luxuriöses Leben zu genießen, nicht zu Ansehen gelangen will, kein Gefühl der Präsenz in dieser Welt hat und von allen verachtet wird, die es vorzieht, diese Art von Person zu sein und die Gelegenheit zur Errettung, die Gott den Menschen gibt, zu schätzen oder zu erlangen – wenn das deine Wahl ist, wenn du dich entscheidest, gerettet zu werden und dich entscheidest, nicht dieser Welt zu folgen, und in deinem Herzen wünschst, nicht zu dieser Welt, sondern zu Gott zu gehören, dann solltest du das Kaliber, das Gott dir gegeben hat, nicht verachten. Selbst wenn dein Kaliber sehr schlecht ist oder Gott dir kein Kaliber gegeben hat, solltest du diese Tatsache dennoch freudig annehmen und mit den angeborenen Voraussetzungen der verschiedenen Fähigkeiten, die Gott dir gegeben hat, die Pflicht eines geschaffenen Wesens erfüllen. Ein weiterer Aspekt ist, dass, selbst wenn das Kaliber, das Gott den Menschen gibt, nicht sehr gut ist, sondern nur das Kaliber gewöhnlicher Menschen, und die Fähigkeiten, die Er ihnen in allen Aspekten gibt, durchschnittlich oder sogar schlecht sind, die grundlegendsten Wahrheiten, die die Menschen praktizieren sollten und die Gott die Menschen lehrt, dennoch erreicht und erlangt werden können, wenn sie bereit sind, sie von Herzen zu praktizieren. Selbst wenn dein Kaliber sehr schlecht ist und dein Begriffsvermögen, deine Fähigkeit, Dinge anzunehmen, deine Urteilsfähigkeit und deine Fähigkeit, Dinge zu erkennen, sehr schlecht oder sogar nicht vorhanden sind, kannst du die Aufgaben und Arbeiten, die Gott dir anvertraut, erledigen und gut erfüllen, solange du die grundlegendste Menschlichkeit und Vernunft besitzt. Darüber hinaus kannst du dem grundlegendsten Weg, Gott zu fürchten und das Böse zu meiden, den Gott von den Menschen verlangt, folgen; das ist etwas, das du erlangen und erreichen kannst. Daher hat Gott nie beabsichtigt, dir ein sehr gutes Kaliber zu geben. Hätte Gott dir ein gutes Kaliber und einige besondere Fähigkeiten gegeben, die es dir ermöglichen würden, ein leibhaftiger Teufel in der Welt zu werden, dann würde Gott dich nicht retten. Könnt ihr jetzt Gottes Herz in dieser Angelegenheit verstehen? (Ja.) Wenn ihr Gottes Herz verstehen könnt, ist das gut; ihr werdet diese Wahrheit verstehen und korrekt mit eurem eigenen Kaliber umgehen; es wird in dieser Hinsicht keine Schwierigkeiten mehr geben. Von hier an sollten die Menschen einfach tun, was sie tun sollten. Selbst wenn es nur eine einzige Aufgabe ist, leg dein Herz und deine Mühe hinein, um sie gut zu machen, und werde den Erwartungen Gottes an dich gerecht“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (7)). Durch Gottes Worte erkannte ich, dass das Kaliber eines jeden Menschen von Gott bestimmt ist. Ganz gleich, ob das Kaliber eines Menschen gut oder gering ist: Es ist alles Ausdruck von Gottes guter Absicht. Selbst ein geringes Kaliber stellt Gottes Schutz für einen Menschen dar. Das stimmt tatsächlich. Ich hatte eine arrogante Disposition. Wenn ich bei meinen Pflichten einige Ergebnisse erzielte, wurde ich selbstgefällig, fühlte mich besser als andere und schaute sogar auf sie herab, weil ich wollte, dass andere viel von mir halten. Meiner Natur entsprechend hätte ich, wenn ich ein gutes Kaliber gehabt hätte, am Ende vielleicht den Weg eines Antichristen eingeschlagen. Obwohl mein Kaliber und mein Arbeitsvermögen nicht so gut waren wie die der Schwestern, mit denen ich arbeitete, war ich dennoch in der Lage, die Organisation der Bereinigungsmaterialien zu bewältigen. Also sollte ich gemäß Gottes Anforderungen mein Bestes geben, die Organisation der Bereinigungsmaterialien den Grundsätzen entsprechend durchführen und das nutzen, was Gott mir gegeben hatte, um Ihn zufriedenzustellen.
Später erhielt ich einen Brief von den Leitern, in dem stand, dass für eine Pflicht in einer Kirche in einer anderen Region dringend jemand gebraucht würde und sie mich dorthin versetzen wollten. Als ich den Brief las, war ich einerseits glücklich, machte mir aber auch Sorgen. Ich war glücklich, weil ich durch diese Pflicht mehr Übung bekommen konnte und es meinem Lebenseintritt zugutekommen würde. Aber ich fragte mich besorgt: „Kann ich das mit meinem Kaliber überhaupt schaffen? Was ist, wenn ich dem nicht gewachsen bin und am Ende wieder neu eingeteilt werde?“ Mir wurde klar, dass ich mich schon wieder um meine Zukunft und meinen Bestimmungsort sorgte. Also betete ich zu Gott, gewillt, gegen mich selbst aufzubegehren und die Dinge gemäß Seinen Worten zu betrachten. Ich las einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wenn Menschen in der Lage sind, rational mit ihrem eigenen Kaliber umzugehen und dann korrekt ihren Platz zu bestimmen, und sie als geschaffene Wesen, wie Gott sie sich wünscht, auf bodenständige Weise handeln, auf der Grundlage ihres angeborenen Kalibers das, was sie tun sollten, gut erledigen und ihre Treue und all ihre Mühe hingeben, dann schaffen sie es, Gott zufriedenzustellen“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (7)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, spürte ich eine große Befreiung in meinem Herzen. Ich durfte mich nicht mehr ständig um meine Zukunft sorgen und für sie Pläne machen. Von nun an sollte ich mich nur noch darauf konzentrieren, meine Pflichten mit Treue auszuführen. Bei Dingen, die ich nicht verstand oder bei denen ich nicht wusste, wie ich sie tun sollte, sollte ich mehr zu Gott beten und bei den Brüdern und Schwestern nach Rat suchen. Wenn ich eines Tages wegen meines geringen Kalibers die Anforderungen wirklich nicht mehr erfüllen könnte und neu eingeteilt würde, war ich bereit, mich zu unterwerfen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf nahm ich diese Pflicht an.
Obwohl es bei meinen Pflichten immer noch viele Unzulänglichkeiten und Defizite gibt und ich viele Aspekte nicht bedenke, werde ich von meinem geringen Kaliber nicht mehr eingeschränkt und fühle mich innerlich im Frieden, während ich meine Pflichten erfülle. Ich habe wirklich erlebt, dass man nur, wenn man Menschen und Dinge gemäß Gottes Worten und der Wahrheit betrachtet und sich auch so verhält und handelt, Befreiung und Freiheit erlangen kann. Bisher habe ich nur wenig von dieser Erfahrung gemacht, und ich muss Gottes Worte noch mehr praktizieren und erfahren.