91. Abschied von der Minderwertigkeit
Seit meiner Kindheit bin ich ziemlich introvertiert gewesen. Ich sprach nicht gern und begrüßte andere nicht gern. Wenn ich hinausgehen wollte und meine Nachbarn draußen plaudern sah, fühlte ich mich wirklich nervös, also vermied ich es, hinauszugehen, es sei denn, es war absolut notwendig. Als ich in der Schule war und Lehrer anrufen musste, um mich nach etwas zu erkundigen, wusste ich nicht, wie ich anfangen sollte, also bat ich meinen Vater, für mich zu sprechen. Mein Vater wurde dann immer sehr wütend und beschwerte sich, ich sei nicht so selbstbewusst wie andere Kinder. Meine Tante sagte oft zu mir: „Es ist, als wäre dein Mund mit Klebeband versiegelt. Wenn du so weitermachst, wird aus dir nichts werden …“ Ihre Kommentare hallten oft in meinem Kopf wider, und manchmal weinte ich, weil mir so elend war, und hasste mich dafür, dass ich nicht sprechen oder Erwachsene glücklich machen konnte. Ich beneidete oft diejenigen, die redegewandt waren und die Stimmung auflockern konnten. Auf dem College nahm ich das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage an und besuchte Versammlungen mit Brüdern und Schwestern, um Gottes Worte zu lesen. Ich sah, wie sich alle öffneten und über ihr erfahrungsbasiertes Verständnis Gemeinschaft hielten, ohne dass sich jemand über andere lustig machte, und auch ich konnte mich frei öffnen und Gemeinschaft halten, ohne mich eingeschränkt zu fühlen. Es fühlte sich wirklich entspannend und befreiend an, mit den Brüdern und Schwestern zusammen zu sein.
Im Januar 2024 bewässerte ich Neulinge in der Gemeinde und arbeitete mit Schwester Wang Lu zusammen. Durch unsere Interaktionen stellte ich fest, dass diese Schwester ein gutes Kaliber und starke Ausdrucksfähigkeiten hatte und die Wahrheit gut verstand. Während der Versammlungen konnte sie in ihrer Gemeinschaft auf die Zustände der Neulinge eingehen, und die Neulinge nickten oft zustimmend, während sie zuhörten. Als ich das sah, senkte ich instinktiv den Kopf und dachte: „Das ist wirklich jemand, der seit vielen Jahren an Gott glaubt, ihre Art zu sprechen ist tatsächlich etwas Besonderes! Aber was mich betrifft, muss ich lange nachdenken, bevor ich in Gemeinschaft auf die Fragen der Neulinge antworten kann, und was ich sage, ist nicht so fließend oder detailliert wie das, was Wang Lu sagt. Warum bin ich so unzulänglich? Wenn ich nach ihr Gemeinschaft halten würde, würden die Neulinge definitiv bemerken, dass ich nicht so gut bin wie sie. Vergiss es, ich sage besser gar nichts; so wirke ich im Vergleich wenigstens nicht wie ein Niemand.“ Danach hatte ich Angst, während der Versammlungen mit Wang Lu zu sprechen, aus Sorge, sie würde auf mich herabsehen, wenn ich es nicht gut machte. Einmal stieß ein Neuling bei der Predigt des Evangeliums auf Schwierigkeiten, und Wang Lu sprach einfach über eine Möglichkeit, das Problem zu lösen. Ich wollte etwas hinzufügen, da ich in diesem Bereich Erfahrung hatte, aber dann dachte ich: „Da Wang Lu hier ist, wird sie denken, ich überschätze mich, wenn ich Gemeinschaft halten will, falls ich mich nicht gut ausdrücke?“ Obwohl mir die Worte also auf der Zunge lagen, hatte ich nicht den Mut, sie auszusprechen, und ich wartete, bis Wang Lu gegangen war, bevor ich Gemeinschaft hielt. Ein anderes Mal war ich mit Wang Lu und Schwester Li Hua in einer Versammlung mit Neulingen. Ich erkundigte mich kurz nach den Zuständen der Neulinge, und eine Neue erzählte von ihren Schwierigkeiten. Ich wollte gerade Gemeinschaft halten und die Neue darin anleiten, wie sie aus dieser Situation Lehren ziehen konnte, aber da ich dachte, dass die beiden Schwestern da waren, dass sie ein gutes Kaliber und gute Ausdrucksfähigkeiten hatten, machte ich mir Sorgen: „Ich bin nicht gut mit Worten, was werden sie von mir denken, wenn ich am Ende nur herumrede?“ Als Li Hua sah, dass ich eine Weile nicht gesprochen hatte, übernahm sie schnell die Gemeinschaft, und obwohl es ihr erstes Treffen mit den Neulingen war, konnte sie sich ganz natürlich mit ihnen unterhalten. Als ich sah, wie Wang Lu und Li Hua miteinander Gemeinschaft hielten, war ich wirklich neidisch und dachte: „Bewässerer sollten Menschen mit Kaliber, Eloquenz und extrovertierten Persönlichkeiten sein, wie diese Schwestern.“ Ich dachte wieder über mich selbst nach; ich sprach während der gesamten Versammlung kaum und fühlte mich wie eine Außenstehende. Ich war frustriert und fragte mich, warum ich nicht so offen Gemeinschaft halten konnte wie die anderen. Könnte es sein, dass ich einfach nicht für eine Pflicht geeignet war, die häufiges Sprechen erforderte? Immer wenn ich Versammlungen mit Brüdern und Schwestern besuchte, die ein gutes Kaliber und starke Kommunikationsfähigkeiten hatten, wurde ich sehr nervös, aus Angst, die Leute würden auf mich herabsehen, wenn ich schlecht Gemeinschaft hielt, und selbst wenn ich ein Licht hatte, wagte ich es nicht, es zu teilen. Ich war unfähig, meine Pflicht so auszuführen, wie ich sollte, also betete ich zu Gott und suchte nach einem Weg, diesen Zustand zu überwinden und meine Pflicht normal zu tun.
Eines Tages erinnerte ich mich an zwei Abschnitte aus Gottes Worten, die meinen Zustand widerspiegelten, und ich schlug sie nach und las sie. Der Allmächtige Gott sagt: „Es gibt Leute, die als Kind unscheinbar aussahen, sich nicht ausdrücken konnten und geistig nicht sehr rege waren, was dazu führte, dass andere in ihrer Familie und in ihrem sozialen Umfeld sie eher negativ beurteilten und Dinge sagten wie: ‚Dieses Kind ist begriffsstutzig, langsam und drückt sich unbeholfen aus. Schau dir die Kinder anderer an, die so redegewandt sind, dass sie die Leute um den kleinen Finger wickeln können. Dieses Kind hingegen schmollt den ganzen Tag. Wenn es Leute trifft, weiß es nicht, was es sagen soll, es weiß nicht, was es erklären oder wie es sich rechtfertigen soll, wenn es etwas Falsches getan hat, und es kann die Leute nicht unterhalten. Dieses Kind ist ein Idiot.‘ Die Eltern sagen es, die Verwandten und Freunde sagen es, und ihre Lehrer sagen es auch. Dieses Umfeld übt auf solche Personen einen gewissen unsichtbaren Druck aus. Dadurch, dass sie diese Umgebungen erleben, entwickeln sie unbewusst eine bestimmte Denkweise. Um welche Denkweise handelt es sich? Sie denken, sie seien nicht gutaussehend, nicht sehr liebenswert und dass andere sich nie freuen, sie zu sehen. Sie glauben, sie seien nicht gut im Lernen, seien langsam, und sie schämen sich immer, den Mund aufzumachen und vor anderen zu reden. Es ist ihnen peinlich, sich zu bedanken, wenn die Leute ihnen etwas geben, und sie denken: ‚Warum bringe ich nie einen Ton heraus? Warum können andere so gut reden? Ich bin einfach dumm!‘ Unterbewusst halten sie sich für wertlos, sind aber dennoch nicht bereit anzuerkennen, dass sie so wertlos, so dumm sind. Im Herzen fragen sie sich ständig: ‚Bin ich wirklich so dumm? Bin ich wirklich so unsympathisch?‘ Ihre Eltern mögen sie nicht, und ihre Brüder und Schwestern, ihre Lehrer und ihre Klassenkameraden mögen sie auch nicht. Und hin und wieder sagen ihre Familienmitglieder, ihre Verwandten und Freunde zu ihnen: ‚Er ist kleingewachsen, seine Augen und seine Nase sind klein, mit diesem Aussehen wird er als Erwachsener nicht erfolgreich sein.‘ Wenn sie in den Spiegel schauen, sehen sie folglich, dass ihre Augen in der Tat klein sind. Unter diesen Umständen werden ihr Widerstand, ihre Unzufriedenheit, Unlust und die Ablehnung in den Tiefen ihres Herzens nach und nach zu einer Akzeptanz und Bestätigung ihrer Mängel, Unzulänglichkeit und Probleme. Obwohl sie diese Wirklichkeit akzeptieren können, kommt in den Tiefen ihres Herzens eine bleibende Emotion auf. Als was bezeichnet man diese Emotion? Als Minderwertigkeitsgefühl“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). „Oberflächlich gesehen ist Minderwertigkeitsgefühl eine Emotion, die sich in den Menschen zeigt; doch tatsächlich ist der eigentliche Grund dafür diese Gesellschaft, diese Menschheit und die Umgebung, in der die Menschen leben. Sie wird auch durch eigene, objektive Gründe der Menschen selbst herbeigeführt. Es liegt auf der Hand, dass die Gesellschaft und die Menschheit von Satan kommen, denn die gesamte Menschheit, zutiefst durch Satan verdorben, unterliegt der Macht des Bösen, und niemand kann die nächste Generation im Einklang mit der Wahrheit oder den Lehren Gottes unterweisen. Stattdessen findet die Unterweisung im Einklang mit den Dingen, die von Satan kommen, statt. Der nächsten Generation und der Menschheit die Dinge Satans zu lehren, hat – außer dass so die Disposition und das Wesen der Menschen verdorben wird – zur Folge, dass negative Emotionen in den Menschen aufkommen. Sollte es sich bei den negativen Emotionen, die aufkommen, um etwas Vorübergehendes handeln, dann haben sie keine enorme Auswirkung auf das Leben eines Menschen. Wenn eine negative Emotion jedoch im Innersten des Herzens und der Seele eines Menschen tiefe Wurzeln schlägt und sich dort dauerhaft festsetzt, wenn er absolut unfähig ist, sie zu vergessen oder sie loszuwerden, dann wird sie zwangsläufig jede Entscheidung dieses Menschen beeinflussen sowie seine Herangehensweise an alle möglichen Menschen, Ereignisse und Dinge. Sie wird auch seine Entscheidung angesichts wichtiger Grundsatzfragen beeinflussen und den Weg, den er im Leben gehen wird – so wirkt sich die reale menschliche Gesellschaft auf jeden einzelnen Menschen aus. Der andere Aspekt sind die objektiven Gründe der Menschen selbst. Das heißt: Die Bildung und die Lehren, die sie erhalten, wenn sie aufwachsen, alle Gedanken und Ideen, neben den Verhaltensweisen, die sie annehmen, und den verschiedenen Redensarten der Menschen, stammen alle von Satan, und zwar in einem solchen Ausmaß, dass die Menschen unfähig sind, sich mit den Problemen, auf die sie stoßen, aus der richtigen Perspektive und vom richtigen Standpunkt aus zu befassen und sie zu beseitigen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich endlich. Ich erkannte, dass ich während der Versammlungen mit Brüdern und Schwestern eingeschränkt gewesen war, weil ich starke Minderwertigkeitsgefühle hatte. Seit meiner Kindheit sagte meine Familie immer, ich könne nicht reden oder Erwachsene glücklich machen, dass ich schüchtern und zögerlich sei, wenn ich mit anderen sprach, und dass ich anders sei als die Kinder anderer Leute, die klar und selbstbewusst sprachen. Unter dem Einfluss dieser Worte wurde mir bewusst, dass niemand Kinder wie mich mag, die nicht gut sprechen können, und dass nur diejenigen von anderen gemocht werden, die redegewandt und kontaktfreudig sind. Infolgedessen fühlte ich mich oft minderwertig und zog es vor, mich in Ecken vor anderen Menschen zu verstecken. Jetzt, da ich in der Gemeinde meine Pflicht ausführte, wurde ich immer noch von Minderwertigkeitsgefühlen beeinflusst. Wenn ich Versammlungen mit Menschen besuchte, die ein gutes Kaliber und starke Kommunikationsfähigkeiten hatten, fühlte ich mich minderwertig und verleugnete mich oft selbst. Selbst wenn ich bestimmte Themen verstand, wagte ich es nicht, Gemeinschaft zu halten, und ich hatte Schwierigkeiten, harmonisch mit den Schwestern zusammenzuarbeiten. Mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen zu leben, beeinträchtigte wirklich meine Fähigkeit, meine Pflicht zu erfüllen!
Später las ich zwei Abschnitte aus Gottes Worten, und ich erlangte ein gewisses Verständnis für die Konsequenzen, wenn man diese Minderwertigkeitsgefühle nicht beseitigt. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn diese Emotion in dir aufkommt, hast du das Gefühl, dich an niemanden wenden zu können. Stößt du auf ein Problem, bei dem du eine Ansicht äußern musst, wirst du wer weiß wie oft überlegen, was du sagen willst und welchen Standpunkt du tief im Herzen zum Ausdruck bringen willst, doch du kannst dich nicht überwinden, es laut auszusprechen. Wenn jemand derselben Ansicht ist wie du und diese äußert, lässt du es zu, dich im Herzen bestätigt zu fühlen, was bekräftigt, dass du nicht schlechter bist als andere Menschen. Wenn jedoch die gleiche Situation erneut aufkommt, sagst du dir wieder: ‚Ich darf nicht unbedacht sprechen, irgendetwas Unüberlegtes tun oder mich zum Gespött machen. Ich bin nutzlos, ich bin dumm, ich bin töricht, ich bin ein Idiot. Ich darf nicht sprechen, stattdessen muss ich lernen, mich zu verstecken und einfach nur zuzuhören.‘ Können wir daran nicht erkennen, dass die Menschen, von dem Zeitpunkt an, zu dem das Minderwertigkeitsgefühl aufkommt, bis hin zu dem Moment, in dem es im Innersten ihres Herzens tiefe Wurzeln schlägt, um ihren freien Willen und ihre legitimen Rechte gebracht werden, die Gott ihnen gegeben hat? (Doch.) Sie sind um diese Dinge gebracht worden“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). „Da sie sich unterlegen fühlen, trauen sie sich nicht, vor Menschen zu treten, sie können noch nicht einmal die Verpflichtung und Verantwortung übernehmen, die sie übernehmen sollten, noch können sie das übernehmen, was sie im Rahmen ihrer Fähigkeit und ihres Kalibers und im Rahmen ihrer Erfahrung mit ihrer eigenen Menschlichkeit tatsächlich erreichen können. Dieses Minderwertigkeitsgefühl beeinflusst jeden Aspekt ihrer Menschlichkeit, es beeinflusst ihre Persönlichkeit, und selbstverständlich beeinflusst es auch ihren Charakter. Wenn sie von anderen Menschen umgeben sind, äußern sie selten ihre eigenen Ansichten, und man hört sie kaum ihren eigenen Standpunkt oder ihre eigene Meinung darlegen. Wenn sie auf ein Problem stoßen, trauen sie sich nicht, den Mund aufzumachen, stattdessen schrecken sie stets zurück und treten den Rückzug an. Wenn wenige Menschen anwesend sind, haben sie genug Mut, um sich dazuzusetzen, doch wenn viele Menschen da sind, suchen sie sich eine Ecke und gehen dorthin, wo die Beleuchtung schwach ist, weil sie sich nicht trauen, sich zu den anderen zu gesellen. Wann immer sie das Gefühl haben, dass sie etwas positiv und aktiv mitteilen und ihre eigene Ansicht und Meinung ausdrücken wollen, um zu zeigen, dass das, was sie denken, richtig ist, finden sie den Mut nicht. Wann immer ihnen so etwas in den Sinn kommt, strömt ihr ganzes Minderwertigkeitsgefühl auf einmal hervor. Es beherrscht sie, es beengt sie und sagt ihnen: ‚Sag nichts, du taugst nichts. Äußere deine Ansichten nicht, behalte deine Ideen einfach für dich. Wenn du irgendetwas auf dem Herzen hast, das du wirklich sagen willst, mach dir einfach einen Vermerk auf dem Computer und grüble selbst darüber nach. Du darfst niemandem sonst davon erzählen. Was, wenn du etwas Falsches sagen würdest? Das wäre so peinlich!‘ Diese Stimme sagt immer wieder: Tu dies nicht, tu das nicht, sag dies nicht, sag das nicht, und sie bewirkt, dass du jedes Wort, das du sagen willst, wieder herunterschluckst. Wenn es etwas gibt, was du sagen willst, worüber du im Herzen unaufhörlich nachgedacht hast, trittst du den Rückzug an und wagst nicht, es zu sagen, oder du schämst dich, es zu sagen, da du glaubst, du solltest es nicht tun, und wenn du es doch tust, dann fühlst du dich, als ob du eine Vorschrift missachtet oder das Gesetz gebrochen hättest. Und solltest du eines Tages tatsächlich aktiv deine Ansicht zum Ausdruck bringen, fühlst du dich tief im Inneren äußerst beunruhigt und unbehaglich. Auch wenn dieses äußerst unbehagliche Gefühl allmählich nachlässt, erstickt dein Minderwertigkeitsgefühl langsam deine Ideen, Absichten und Pläne, dich mitteilen zu wollen, deine eigenen Ansichten zum Ausdruck bringen zu wollen, ein normaler Mensch und einfach so, wie alle anderen sein zu wollen. Wer dich nicht versteht, denkt, dass du ein wortkarger Mensch bist, schweigsam und schüchtern, jemand, der nicht gerne aus der Masse heraussticht. Wenn du vor vielen anderen Menschen sprichst, schämst du dich und dein Gesicht läuft rot an; du bist gewissermaßen introvertiert, und tatsächlich weißt nur du, dass du dich unterlegen fühlst. Dein Herz ist von diesem Minderwertigkeitsgefühl erfüllt, und dieses Gefühl umgibt dich bereits seit langem, es ist kein zeitweiliges Gefühl. Es ist vielmehr so, dass es die Gedanken aus dem tiefen Inneren deiner Seele streng kontrolliert, es verschließt fest deine Lippen. Daher spielt es keine Rolle, wie richtig dein Verständnis der Dinge ist oder welche Ansichten und Meinungen du zu den Menschen, Ereignissen und Dingen hast – du traust dich nur, dir Gedanken darüber zu machen und im Herzen Überlegungen anzustellen, und wagst nie, dich laut zu äußern. Unabhängig davon, ob andere dem, was du sagst, vielleicht zustimmen oder ob sie dich korrigieren und kritisieren, du wagst es nicht, einem solchen Ergebnis ins Auge zu sehen. Warum ist das so? Weil dein Minderwertigkeitsgefühl in dir ist und dir sagt: ‚Tu das nicht, du kannst es einfach nicht. Du hast kein solches Kaliber, du verfügst nicht über diese Art von Wirklichkeit, du solltest das nicht tun, so bist du einfach nicht. Tu jetzt nichts und denk jetzt an nichts. Du wirst nur der sein, der du wirklich bist, wenn du dich unterlegen fühlst. Du bist nicht qualifiziert, nach der Wahrheit zu streben oder dein Herz zu öffnen und zu sagen, was du willst und mit anderen in Beziehung zu treten, so wie andere Leute es tun. Und der Grund dafür ist, dass du nutzlos bist, du bist nicht so gut wie sie.‘ Dieses Minderwertigkeitsgefühl lenkt das Denken in den Köpfen der Menschen; es hält sie davon ab, den Verpflichtungen gerecht zu werden, denen ein normaler Mensch nachkommen sollte, und davon, das Leben normaler Menschlichkeit zu leben, das sie leben sollten. Dabei lenkt es auch die Wege und Mittel und die Richtung und die Ziele dessen, wie sie Menschen und Dinge betrachten, wie sie sich verhalten und wie sie handeln“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (1)). Als ich auf meine Zeit zurückblickte, seit ich zu Gottes Haus gekommen war, bemerkte ich, dass ich ein Gefühl der Befreiung verspürte, wenn ich Brüder und Schwestern sich versammeln und offen Gemeinschaft halten sah. Beim Bewässern von Neulingen konnte ich über mein Verständnis Gemeinschaft halten, und dies kam den Neulingen zugute. Aber wenn ich auf diejenigen traf, die kontaktfreudig waren und ein gutes Kaliber sowie starke Kommunikationsfähigkeiten besaßen, kamen meine Minderwertigkeitsgefühle hoch. Zum Beispiel, wenn ich Versammlungen mit Wang Lu besuchte, wenn ich sah, dass sie gute Ausdrucksfähigkeiten hatte und die Wahrheit klarer in Gemeinschaft teilte als ich, fühlte ich mich ihr unterlegen. Selbst wenn ich sah, dass ihre Gemeinschaft Mängel aufwies und ich etwas hinzufügen wollte, konnte ich nicht den Mut aufbringen zu sprechen, aus Angst, die Leute würden mich auslachen, wenn ich schlecht sprach, also zog ich mich einfach zurück. Genauso war es, als ich eine Versammlung mit Li Hua und Wang Lu besuchte. Ich fühlte mich während der gesamten Versammlung wie eine Stumme und eine Außenstehende, und ich wagte es nicht, den Mund aufzumachen, wenn ich hätte Gemeinschaft halten sollen. Obwohl mein Mund ein Teil meines Körpers war, gehorchte er mir in kritischen Momenten einfach nicht. Die Gemeinde hatte mir die Gelegenheit gegeben, das Bewässern von Neulingen zu praktizieren, damit ich mit den Schwestern zusammenarbeiten konnte, um über Gottes Worte Gemeinschaft zu halten und auf die Zustände und Schwierigkeiten der Neulinge einzugehen. Aber ich war durch meine Minderwertigkeitsgefühle gebunden, und ich konnte nicht über das Gemeinschaft halten, was ich wollte. Ich konnte nicht einmal meine eigene Pflicht tun. War ich nicht völlig nutzlos? Als ich das erkannte, verstand ich, dass, wenn ich weiterhin mit diesen negativen Gefühlen leben würde, es meine Pflicht beeinträchtigen würde und es ein großer Verlust für meinen Lebenseintritt wäre. Also betete ich zu Gott: „Gott, ich fühle mich sehr unterdrückt, wenn ich mit diesen Minderwertigkeitsgefühlen lebe. Bitte leite mich an, diese negativen Gefühle abzulegen und meine Rolle zu erfüllen.“
Später fragte ich mich: „Warum habe ich nicht den Mut, Gemeinschaft zu halten, wann immer ich in der Nähe von Schwestern mit gutem Kaliber bin?“ Eines Tages öffnete ich mich einer Schwester gegenüber bezüglich meines Zustands, und sie schickte mir einen Abschnitt aus Gottes Worten. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn Familienälteste dir oft sagen, ‚Wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt ein Mensch für sein Gesicht‘, dann soll das bewirken, dass du es für wichtig hältst, einen guten Ruf zu haben, ein stolzes Leben zu führen und Dinge zu vermeiden, die Schande über dich bringen. Führt dieser Spruch Menschen in eine positive oder negative Richtung? Kann es dich zur Wahrheit führen? Kann es dich dazu bringen, die Wahrheit zu verstehen? (Nein, das kann es nicht.) Du kannst mit aller Sicherheit sagen: ‚Nein, das kann es nicht!‘ Überlegt einmal, Gott sagt, dass die Menschen sich wie ehrliche Leute verhalten sollen. Wenn du eine Verfehlung begangen oder etwas falsch gemacht hast oder etwas getan hast, das sich gegen Gott und die Wahrheit auflehnt, musst du deinen Fehler zugeben, Selbsterkenntnis erlangen und dich immer wieder selbst im Detail analysieren, um wahre Buße zu erreichen und danach im Einklang mit Gottes Worten zu handeln. Wenn sich die Leute also wie ehrliche Menschen verhalten sollen, widerspricht das dann dem Spruch ‚Wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt ein Mensch für sein Gesicht‘? (Ja.) Inwiefern ist das widersprüchlich? Der Spruch, ‚Wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt ein Mensch für sein Gesicht‘, soll die Menschen dazu bringen, es für wichtig zu halten, ihre leuchtende und bunte Seite auszuleben und mehr Dinge zu tun, die sie gut dastehen lassen, anstatt schlechte oder unehrenhafte Dinge zu tun, oder ihre hässliche Seite zu zeigen – und verhindern, dass sie ohne Stolz oder Würde leben. Um des eigenen Rufes willen, um des Stolzes und der Ehre willen, kann man nicht alles an sich selbst in den Schmutz ziehen, geschweige denn anderen von seiner dunklen Seite und seinen beschämenden Aspekten erzählen, denn man muss mit Stolz und Würde leben. Um Würde zu haben, braucht man einen guten Ruf, und um einen guten Ruf zu haben, muss man sich verstellen und sich herausputzen. Steht das nicht im Widerspruch dazu, sich wie ein ehrlicher Mensch zu benehmen? (Ja.) Wenn du dich wie ein ehrlicher Mensch benimmst, steht dein Handeln völlig im Gegensatz zu dem Spruch ‚Wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt ein Mensch für sein Gesicht‘. Wenn du dich wie ein ehrlicher Mensch verhalten willst, solltest du dem Stolz keine Bedeutung beimessen; der Stolz eines Menschen ist keinen Cent wert. Angesichts der Wahrheit sollte man sich selbst bloßstellen, sich nicht verstellen oder ein falsches Image schaffen. Man muss Gott seine wahren Gedanken, die Fehler, die man gemacht hat, die Aspekte, die gegen die Wahrheitsgrundsätze verstoßen, und so weiter offenbaren, und diese Dinge auch vor seinen Brüdern und Schwestern offenlegen. Es geht nicht darum, für seinen eigenen Ruf zu leben, sondern vielmehr darum, dafür zu leben, sich wie ein ehrlicher Mensch zu benehmen, dafür, nach der Wahrheit zu streben, dafür, als ein wahres geschaffenes Wesen zu leben und dafür zu leben, Gott zufriedenzustellen und gerettet zu werden. Aber wenn du diese Wahrheit nicht verstehst und Gottes Absichten nicht verstehst, verhält es sich normalerweise so, dass die Dinge, die deine Familie dir eingetrichtert hat, dominieren. Wenn du also etwas falsch machst, vertuschst du es und verstellst dich und denkst dabei: ‚Ich kann nichts darüber erzählen, und ich werde auch nicht zulassen, dass irgendjemand, der davon weiß, etwas darüber erzählt. Wenn einer von euch etwas sagt, werde ich diese Person nicht ungeschoren davonkommen lassen. Mein Ruf steht an erster Stelle. Das Leben gilt einzig dem eigenen Ruf, denn der ist wichtiger als alles andere. Wenn ein Mensch seinen Ruf verliert, verliert er seine ganze Würde. Du kannst also nicht sagen, wie es ist, musst dich verstellen, musst Dinge vertuschen, sonst wirst du deinen Ruf und deine Würde verlieren, und dein Leben wird wertlos sein. Wenn niemand dich respektiert, bist du einfach wertloser, billiger Müll.‘ Ist es möglich, sich wie ein ehrlicher Mensch zu benehmen, indem man so praktiziert? Ist es möglich, völlig offen zu sein und sich selbst im Detail zu analysieren? (Nein, das ist es nicht.) Wenn du das tust, hältst du dich eindeutig an den Spruch ‚Wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt ein Mensch für sein Gesicht‘, den dir deine Familie eingetrichtert hat“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (12)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass ich von satanischen Giften beeinflusst worden war, wie „Wie ein Baum seine Rinde braucht, so braucht ein Mensch seinen Stolz“ und „Ein Mann hinterlässt dort, wo er Zeit verbracht hat, seinen Namen; so wie eine Gans dort, wo sie fliegt, gellend schnattert“ – und das schon seit meiner Kindheit. Diese Sprüche hatten mich dazu gebracht, Eitelkeit und Stolz zu viel Bedeutung beizumessen, und seit meiner Kindheit hatte ich alles vermieden, was meinen Stolz verletzen könnte. Beim Gedanken an meine introvertierte Persönlichkeit und meinen Mangel an Eloquenz rannte ich weg und versteckte mich immer, wenn Gäste zu uns nach Hause kamen, weil ich Angst hatte, meine Unbeholfenheit zu zeigen. Wenn ich jetzt Versammlungen mit Wang Lu besuchte, wenn ich sah, wie gut sie sich ausdrückte, während ich über meine Worte stolperte, hatte ich Angst, dass die Schwestern denken würden, ich könne mich schlecht ausdrücken, und dass ich mich blamieren würde, wenn ich Gemeinschaft hielt, also wagte ich es nicht zu sprechen. Gott verlangt von uns, ehrliche Menschen zu sein und bei unseren Pflichten treu zu sein, aber ich hatte nicht den Mut, Gemeinschaft zu halten, wenn ich Probleme sah, weil ich meinen Stolz schützen wollte. Ich konnte nicht einmal die Pflichten tun, zu denen ich fähig war, und ich sah, dass ich meinem Stolz zu viel Bedeutung beimaß. Die Qualen Satans hatten mich dazu gebracht, jegliches Gefühl für Integrität und Würde zu verlieren. Ich fasste insgeheim den Entschluss, dass ich, wann immer ich wieder auf solche Situationen stieß, die richtigen Absichten haben und mich nicht verstellen oder verbergen würde, und dass ich danach streben würde, ein ehrlicher Mensch zu sein und meine Pflichten zu erfüllen!
Später suchte ich weiter nach einem Weg, meine Minderwertigkeitsgefühle zu beseitigen. Ich las mehr von Gottes Worten: „Manche Menschen sind zum Beispiel seit ihrer Kindheit recht introvertiert; sie reden nicht gerne und tun sich schwer im Umgang mit anderen. Selbst als Erwachsene in ihren Dreißigern oder Vierzigern können sie diese Persönlichkeitseigenschaft immer noch nicht überwinden: Sie sind noch immer weder redegewandt noch wortgewandt, und auch im Umgang mit anderen sind sie nicht gut. Nachdem sie Leiter geworden sind, schränkt diese Persönlichkeitseigenschaft ihre Arbeit bis zu einem gewissen Grad ein und behindert sie, was ihnen oft Kummer und Frustration bereitet und ihnen das Gefühl gibt, sehr eingeschränkt zu sein. Introvertiertheit und nicht gerne zu reden sind Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit. Da sie Erscheinungsformen normaler Menschlichkeit sind, gelten sie dann vor Gott als Verfehlungen? Nein, es sind keine Verfehlungen, und Gott wird sie korrekt behandeln. Unabhängig von deinen Problemen, Mängeln oder Fehlern ist nichts davon in Gottes Augen ein Problem. Gott schaut nur darauf, wie du unter den angeborenen Voraussetzungen normaler Menschlichkeit die Wahrheit suchst, die Wahrheit praktizierst, nach den Wahrheitsgrundsätzen handelst und Gottes Weg folgst – das ist es, worauf Gott schaut. Lasse dich daher in Angelegenheiten, die die Wahrheitsgrundsätze betreffen, nicht von den Grundbedingungen wie dem Kaliber, den Instinkten, der Persönlichkeit, den Gewohnheiten und den Lebensmustern normaler Menschlichkeit einschränken. Verschwende natürlich auch nicht deine Energie und Zeit damit, diese Grundbedingungen überwinden zu wollen, noch versuche, sie zu ändern. Wenn du zum Beispiel eine introvertierte Persönlichkeit hast, nicht gerne redest, nicht wortgewandt bist und nicht geschickt im Umgang und in der Interaktion mit Menschen bist, ist nichts davon ein Problem. Obwohl Extrovertierte gerne reden, ist nicht alles, was sie sagen, nützlich oder entspricht der Wahrheit. Daher ist Introvertiertheit kein Problem, und du brauchst nicht zu versuchen, sie zu ändern. … Was auch immer deine ursprüngliche Persönlichkeit gewesen ist, das bleibt deine Persönlichkeit. Versuche nicht, deine Persönlichkeit um der Errettung willen zu ändern; das ist eine abwegige und absurde Vorstellung – deine Persönlichkeit – welche das auch sein mag – ist eine objektive Tatsache, und du kannst sie nicht ändern. Was die objektiven Gründe hierfür betrifft, so hat das Ergebnis, das Gott in Seinem Werk erzielen will, nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun. Ob du Errettung erlangen kannst, steht ebenfalls in keinem Zusammenhang mit deiner Persönlichkeit. Darüber hinaus hat es auch nichts mit deiner Persönlichkeit zu tun, ob du jemand bist, der die Wahrheit praktiziert und die Wahrheitsrealität besitzt. Versuche daher nicht, deine Persönlichkeit zu ändern, weil du bestimmte Pflichten tust oder als Verantwortlicher für einen bestimmten Arbeitsbereich dienst – das ist eine irrige Vorstellung. Was solltest du also tun? Unabhängig von deiner Persönlichkeit oder deinen angeborenen Voraussetzungen solltest du dich an die Wahrheitsgrundsätze halten und sie praktizieren. Letztendlich beurteilt Gott nicht anhand deiner Persönlichkeit, ob du Seinem Weg folgst oder Errettung erlangen kannst, oder aufgrund dessen, mit welchem Kaliber und welchen Fertigkeiten, Fähigkeiten, Begabungen oder Talenten du geboren wurdest. Und selbstverständlich achtet Er auch nicht darauf, wie sehr du deine körperlichen Instinkte und Bedürfnisse gezügelt hast. Stattdessen achtet Gott darauf, ob du Seine Worte praktizierst und erfährst, während du Ihm folgst und deine Pflichten tust, ob du dabei die Bereitschaft und Entschlossenheit hast, nach der Wahrheit zu streben, und letztendlich, ob du dabei erreicht hast, die Wahrheit zu praktizieren und Gottes Weg zu folgen. Darauf achtet Gott. Habt ihr das verstanden? (Ja, das haben wir.)“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (3)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Introvertiertheit eine angeborene Eigenschaft des Menschen ist und in Gottes Augen kein Problem darstellt. Gottes Werk zielt darauf ab, die verdorbenen Dispositionen der Menschen zu ändern, nicht ihr Kaliber oder ihre Persönlichkeiten. Die Menschen sollten die Wahrheit praktizieren und ihre Pflichten nach besten Kräften gemäß ihren angeborenen Bedingungen tun, und wenn sie mit unredlichen Absichten konfrontiert werden, sollten sie sich gegen diese Absichten auflehnen und gemäß Gottes Worten praktizieren. Das ist die Art von Mensch, die Gott liebt. Ich verstand auch, dass meine Pflichten vor Gott getan werden sollten und dass ich mir beim Tun meiner Pflichten keine ständigen Sorgen darüber machen sollte, was andere denken. Gottes Zustimmung zu erlangen, ist das Wichtigste. Obwohl ich introvertiert bin und nicht gut sprechen kann, konnte ich dennoch helfen, einige der Zustände und Probleme der Neulinge zu lösen, und wenn ich über Gottes Worte Gemeinschaft hielt, konnten Neulinge verstehen und einige Vorteile daraus ziehen. Meine Persönlichkeitsmängel hinderten mich nicht daran, meine Pflichten gut zu tun. Außerdem glaubte ich erst seit kurzer Zeit an Gott, daher war es normal, dass ich bei meinen Pflichten Mängel hatte. Ich musste dies richtig angehen, so viel Gemeinschaft halten, wie ich verstand, mich nicht verstellen oder verbergen und von den Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, lernen, um meine Mängel auszugleichen. Auf diese Weise kann ich nicht nur meine Pflichten tun, sondern auch meine Defizite kompensieren. Als ich das erkannte, spürte ich, wie der Druck auf mir nachließ, und ich wurde bereit, meinen falschen Zustand zu ändern und harmonisch mit den Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, zu kooperieren, damit wir unsere Pflichten einmütig erfüllen konnten.
Nicht lange danach wurde ich zur Gemeindeleiterin gewählt und arbeitete mit Schwester Li Hui zusammen. Li Hui war zuvor Predigerin gewesen und hatte ein gutes Kaliber und gute Arbeitsfähigkeiten. Als ich mich das erste Mal mit ihr traf, befand sich eine Schwester in einem schlechten Zustand, und Li Hui hielt mit ihr Gemeinschaft über Gottes Worte, aber die Schwester hatte nicht viel Verständnis. Ich dachte darüber nach, dass ich gerade etwas Ähnliches wie ihren Zustand durchgemacht hatte, also wollte ich etwas hinzufügen. Aber sobald ich den Mund öffnete, um zu sprechen, raste mein Herz, und ich überlegte ständig, wie ich formulieren sollte, was ich sagen wollte. Ich machte mir Sorgen, was Li Hui von mir denken würde, wenn ich nicht gut Gemeinschaft hielt, und ich dachte: „Vergiss es, ich höre einfach ihrer Gemeinschaft zu. Wenn ihre Gemeinschaft die Probleme der Schwester nicht lösen kann, wie könnte meine dann besser sein?“ Bei diesen Gedanken spürte ich keinerlei Bürde mehr und begann sogar, ein wenig schläfrig zu werden. Ich erkannte, dass mein Zustand falsch war, dass es auch meine Pflicht war, bei der Lösung des Zustands der Schwester zu helfen, und dass ich mein Bestes tun sollte, über das Gemeinschaft zu halten, was ich verstand. Also betete ich schnell zu Gott: „Gott, ich hatte Angst, dass die Schwester auf mich herabsehen würde, wenn ich nicht gut Gemeinschaft hielt, und am Ende war ich wieder nur eine Mitläuferin. Gott, ich will nicht so weitermachen. Bitte gib mir den Glauben und den Mut, den ich brauche, um mich gegen mein Fleisch aufzulehnen und die Wahrheit zu praktizieren.“ Nachdem ich gebetet hatte, fühlte ich mich viel ruhiger, und ich dachte: „Ich bin nur ein Neuling, also wird meine Gemeinschaft sicher Mängel haben, aber selbst wenn die Schwester über mich lacht, werde ich dennoch vor Gott über das Gemeinschaft halten, was ich verstehe.“ Schließlich brachte ich den Mut auf, in Gemeinschaft zu sprechen. Zu meiner Überraschung konnte die Schwester durch meine Gemeinschaft ihre Probleme erkennen, und ich verspürte eine ungeheure Erleichterung und ein Gefühl der Leichtigkeit und Freude, das ich nicht in Worte fassen konnte. Ich dankte Gott aufrichtig dafür, dass Er mich angeleitet hatte, diesen Schritt zu tun. Später, als ich Versammlungen mit Schwestern besuchte, die gut sprechen konnten, fühlte ich mich nicht mehr durch Sorgen um meinen Stolz eingeschränkt wie in der Vergangenheit, und ich hielt so viel Gemeinschaft, wie ich verstand. Es fühlt sich so gut an, auf diese Weise zu praktizieren! Dank sei Gott!