45. Die Eitelkeit loszulassen war so befreiend

Von Liu Lu, China

Im Juni 2023 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt. Damals war ich etwas überrascht und auch ein wenig besorgt. Ich dachte bei mir: „Mein Verständnis der Wahrheit ist noch ziemlich oberflächlich und mir fehlt es in so vielen Bereichen. Was, wenn ich die Probleme der Brüder und Schwestern nicht lösen kann, bei meiner Pflicht versage und am Ende entlassen werde? Was würden sie dann von mir denken? Wie könnte ich mich dann noch blicken lassen?“ Mit diesen Gedanken wollte ich die Position ablehnen. Doch dann wurde mir klar, dass diese Pflicht für mich eine Erhöhung durch Gott und eine Chance war, zu praktizieren, also nahm ich sie an.

Ich arbeitete damals mit Schwester Lin Hui zusammen. Sie beauftragte mich mit der Aufsicht über die Bereinigungs- und Bewässerungsarbeit der Kirche, und ich dachte: „Ich habe früher schon mit den Schwestern, die die Materialien für die Bereinigung zusammenstellen, zusammengearbeitet. Sie haben mich einst bei meiner Arbeit beaufsichtigt und geführt. Sie kennen mich gut, und sie kennen auch meine wahre geistliche Größe. Und jetzt soll ich ihre Arbeit beaufsichtigen und nachverfolgen. Was, wenn ich ihre Zustände nicht bereinigen oder die Probleme bei ihrer Arbeit nicht lösen kann? Was werden sie von mir denken? Dass ich keine tatsächliche Arbeit leisten kann? Wie stehe ich dann da?“ Diese Gedanken machten mich sehr nervös, und mir fehlte der Mut, mich nach ihrem Zustand oder dem Stand ihrer Arbeit zu erkundigen. Ich fragte also nur kurz nach dem Arbeitsfortschritt, ohne weitere Details zu erfragen. Nach etwa zwanzig Tagen erfuhr ich, dass Li Xiang, die die Materialien für die Bereinigung zusammenstellte, in einem Zustand der Krankheit lebte und bei ihrer Pflichtausführung nicht die nötige Bürde trug. Die meiste Arbeit wurde von Zhou Yu ausgeführt, deren Gesundheit aber auch nicht die beste war, weshalb einige Materialien nicht rechtzeitig zusammengestellt werden konnten. Ich wollte Li Xiang aufsuchen und mit ihr Gemeinschaft halten, um ihren Zustand zu bereinigen. Doch dann kam mir der Gedanke, dass ich die Grundsätze der Bereinigungsarbeit nicht so gut verstand wie sie. Was, wenn sie mir arbeitsbezogene Fragen stellen würden, die ich nicht beantworten könnte? Würden sie dann nicht auf mich herabschauen? Also suchte ich sie nicht zum gemeinschaftlichen Austausch auf.

Eines Tages kam ein Brief von der höheren Leitung. Darin stand, dass der Fortschritt unserer Kirche bei der Zusammenstellung der Materialien für die Bereinigung langsam sei, was die Arbeit verzögert habe, und ich wurde gebeten, die Angelegenheit nachzuverfolgen und zu klären. Als ich das las, machten sich in mir schwere Schuldgefühle breit. Ich wusste ja, dass Li Xiangs Zustand nicht gut war, aber weil ich so sehr darauf bedacht war, mein Gesicht zu wahren, hatte ich nicht rechtzeitig mit der Schwester Gemeinschaft gehalten. Somit war ich für die Verzögerung verantwortlich. Kurz darauf schickte mir auch Lin Hui einen Brief. Sie wies darauf hin, dass wir uns kein Bild von dem Zustand der Brüder und Schwestern machten und nicht über den Arbeitsfortschritt im Bilde waren – und dass dies direkt mit unserer Vernachlässigung der Aufsicht und der Nachverfolgung der Arbeit zusammenhing. Gestützt auf Gottes Worte machte sie mich auch darauf aufmerksam, dass meine Einstellung zu meiner Pflicht falsch war. Ich war zutiefst beunruhigt und erkannte, dass Gott meine Schwester benutzte, um mich zurechtzustutzen und wachzurütteln. Ich musste meine Haltung gegenüber meiner Pflicht umgehend korrigieren. Später suchte ich passende Abschnitte aus Gottes Worten zu Li Xiangs Zustand heraus und hielt mit ihr Gemeinschaft. Ich erkundigte mich auch nach dem Zustand der anderen Schwestern und dem Stand ihrer Pflichten, hielt über ihre Schwierigkeiten Gemeinschaft und bot Lösungen an. Als ich dann erfuhr, dass sich Li Xiangs Zustand nicht gebessert hatte, dachte ich: „Was werden alle von mir denken, wenn ich nicht einmal den Zustand der Schwester bereinigen kann? Werden sie denken, es fehle mir an Wahrheitsrealität und ich könne die Probleme der Brüder und Schwestern nicht lösen? Ich würde mich in Grund und Boden schämen!“ Dieser Gedanke stimmte mich ein wenig negativ, doch ich suchte nicht nach der Wahrheit, um meinen Zustand zu lösen.

Einmal schrieb ich einer Schwester einen Brief über Probleme bei der Förderung von Menschen. Nachdem ich fertig war, ergänzte und überarbeitete Lin Hui ihn stark. Ich dachte: „Ich muss bei meiner Pflicht immer noch andere belästigen. Was würden die anderen von mir denken, wenn sie das wüssten? Würden sie denken, dass ich als Leiterin zu nichts tauge? Früher dachte ich, ich könnte einige Aufgaben bewältigen und die Zustimmung der Brüder und Schwestern gewinnen. Ich hätte nie erwartet, nach meiner Wahl zur Leiterin so gründlich offenbart zu werden. Hätte ich diese Pflicht nicht übernommen, wäre mir diese Blamage erspart geblieben!“ Diese Gedanken riefen negative Gefühle in mir hervor und raubten mir jede Motivation für meine Pflichten. Ich wollte die Arbeit, für die ich verantwortlich war, nicht weiter nachverfolgen. Ich erkannte, dass mein Zustand falsch war, und betete zu Gott um Führung. Eines Tages las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Anstatt nach der Wahrheit zu suchen, greifen die meisten Menschen zu kleinen Tricks. Sie legen großen Wert auf ihre eigenen Interessen und ihren Stolz sowie ihren Platz beziehungsweise ihr Ansehen in den Köpfen anderer. Das sind die einzigen Dinge, die sie schätzen. Sie klammern sich eisern an diese Dinge und betrachten sie als ihr Leben an sich – wie Gott diese Dinge betrachtet und behandelt, darum kümmern sie sich nicht; sie überlegen zuerst, ob sie der Chef der Gruppe sind, ob sie sich eine Position sichern können, in der sie bei anderen hoch angesehen sind, und ob irgendjemand auf das hört, was sie sagen. Als Erstes machen sie sich daran, diese Position einzunehmen. Wenn Menschen sich in einer Gruppe befinden, suchen fast alle von ihnen nach einer solchen Position, nach einer solchen Gelegenheit. Wenn sie sehr kompetent sind, versuchen sie natürlich, Platz an der Spitze einzunehmen. Wenn sie nur durchschnittlich sind, versuchen sie dennoch, eine prominente Position in der Gruppe innezuhaben. Und wenn sie zu den unteren Rängen in der Gruppe gehören und nur über durchschnittliches Kaliber und durchschnittliche Fähigkeiten verfügen, versuchen sie zudem, dafür zu sorgen, dass andere eine hohe Meinung von ihnen haben; sie können es nicht zulassen, dass andere auf sie herabsehen. Bei ihrem Stolz und ihrer Würde ziehen diese Leute die Grenze; sie denken, sie müssen an diesen Dingen festhalten. Selbst wenn sie ihre Integrität verlieren oder Gott mit ihnen unzufrieden ist und sie nicht anerkennt, müssen sie dennoch nach ihrem Stolz und Status streben; sie müssen Demütigung um jeden Preis vermeiden. Das ist eine satanische Disposition(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte legten meinen Zustand offen. Ich wollte immer aus der Masse herausstechen und hatte ständig die Sorge, man könnte auf mich herabschauen und ich könnte meinen Status in den Augen anderer verlieren. Meine Eitelkeit und mein Status waren mir wichtiger als mein eigenes Leben. Ich dachte an meine Zeit als Leiterin zurück. Damals war mir klar geworden, dass Gott mir hier eine Chance zum Üben gab. Ich hätte mich darauf konzentrieren sollen, meine Arbeit gewissenhaft auszuführen und mit den Brüdern und Schwestern Gemeinschaft zu halten, um ihre Zustände zu bereinigen und ihre Schwierigkeiten zu lösen. Wenn ich Probleme nicht lösen konnte, hätte ich sie mit meinen Arbeitspartnerinnen besprechen und bei der übergeordneten Leitung um Führung bitten können. Aber anstatt darüber nachzudenken, wie ich meine Pflichten gut ausführen könnte, ging es mir in erster Linie um meinen Stolz und meinen Status. Weil ich schon früher mit den Schwestern, die die Materialien zusammenstellten, zusammengearbeitet hatte und diese die Grundsätze dieser Pflicht besser verstanden als ich, fürchtete ich, sie könnten auf mich herabschauen, wenn ich ihre Probleme nicht lösen könnte. Also traute ich mich nicht, ihre Arbeit nachzuverfolgen. Als ich später erfuhr, dass Li Xiangs schlechter Zustand die Arbeit verzögert hatte, ignorierte ich die Sache weiterhin – aus Angst, mich zu blamieren, falls ich das Problem nicht lösen könnte. Als Lin Hui den Brief, den ich geschrieben hatte, an den mangelhaften Stellen ergänzte und bearbeitete, war das eigentlich gut für die Arbeit. Da ich nicht einmal einen richtigen Brief schreiben konnte, hatte ich das Gefühl, dass sie mich durchschaute, was mich dazu brachte, zu meiner ursprünglichen Pflicht zurückkehren zu wollen. Ich war gefangen in der Sorge um meinen Stolz und meinen Status, dachte nur an meinen Ruf und meinen Status und vernachlässigte am Ende sogar die Arbeit, die ich hätte tun sollen.

Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten: „Satan benutzt Ruhm und Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, er lässt sie an nichts anderes als an diese beiden Dinge denken und bringt sie dazu, um Ruhm und Gewinn zu ringen, für Ruhm und Gewinn Härten zu erleiden, für Ruhm und Gewinn Erniedrigung zu erdulden und schwere Lasten zu tragen, für Ruhm und Gewinn alles zu opfern, was sie haben, und jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung um des Ruhms und Gewinns willen zu treffen. Auf diese Weise legt Satan den Menschen unsichtbare Fesseln an, und unter diesen Fesseln haben sie weder die Fähigkeit noch den Mut, sich zu befreien. Unwissentlich tragen sie diese Fesseln, während sie mit großen Schwierigkeiten Schritt für Schritt immer weiter voranstapfen. Um des Ruhmes und des Gewinns willen entfernt sich die Menschheit von Gott und verrät Ihn und wird immer niederträchtiger. Auf diese Weise wird eine Generation nach der anderen inmitten von Satans Ruhm und Gewinn vernichtet. Wenn wir nun die Handlungen Satans betrachten, sind seine heimtückischen Beweggründe nicht absolut hassenswert? Vielleicht könnt ihr heute noch immer nicht die heimtückischen Motive Satans durchschauen, weil ihr denkt, dass das Leben ohne Ruhm und Gewinn keinen Sinn hätte, dass die Menschen dann nicht mehr in der Lage wären, den Weg vor sich und ihre Ziele zu erkennen, und dass ihre Zukunft finster, düster und trüb werden würde. Aber eines Tages werdet ihr alle langsam erkennen, dass Ruhm und Gewinn schwere Fesseln sind, die Satan den Menschen auferlegt. Wenn der Tag kommt, wirst du dich der Kontrolle Satans vollständig widersetzen und dich vollständig den Fesseln widersetzen, die Satan dir auferlegt hat. Wenn du dich von all diesen Dingen befreien möchtest, die Satan dir eingeflößt hat, wirst du einen klaren Bruch mit Satan vollziehen, und du wirst alles, was Satan dir gebracht hat, wirklich hassen. Nur dann wirst du wahre Liebe zu Gott und wahre Sehnsucht nach Ihm haben(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Satan die Gedanken der Menschen durch Ruhm und Gewinn steuert und sie auf den falschen Weg führt, wodurch sie in den Fesseln von Ruhm und Gewinn leben, Gott meiden und Ihn verraten. Im Licht von Gottes Worten über mich selbst nachzudenken, ließ mich erkennen, dass ich das Streben nach Ansehen und Status zu meinem Lebensziel gemacht hatte. Von Kindheit an hatte ich in jeder Gruppe, in der ich war, nach Ansehen und Status gestrebt und geglaubt, dass Ansehen und Status mir die Bewunderung der Leute einbringen würden. Ich glaubte, nur so zu leben sei ein sinnerfülltes Leben. Selbst nachdem ich zu Gott gefunden hatte, verfolgte ich diese Ziele weiter. Ich lebte nach satanischen Giften wie: „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“, und: „Lieber ein großer Fisch in einem kleinen Teich sein“. Nach meiner Wahl zur Kirchenleiterin wollte ich die Pflicht ablehnen, aus Sorge, meinen Stolz und meinen Status zu verlieren, wenn ich sie nicht gut ausführte. Als ich zur Versammlung mit den Schwestern ging, die die Materialien für die Bereinigung organisierten, fürchtete ich, mein Gesicht zu verlieren, falls ich ihre Probleme nicht lösen könnte, denn sie hatten früher ja meine Arbeit beaufsichtigt; also vermied ich es, ihre Arbeit zu beaufsichtigen und nachzuverfolgen. Das führte letztlich zur Verzögerung der Bereinigungsarbeit. Als meine Arbeitspartnerin meinen Brief überarbeitete und umfassend ergänzte, lernte ich nicht daraus und eignete mir die Grundsätze nicht an. Stattdessen fühlte ich mich offenbart und zutiefst gedemütigt und wollte vor dieser Pflicht fliehen. Die Tatsachen offenbarten mir, dass ich fest in den Fesseln von Satans Giften steckte. Ich war unfähig, meine Pflicht als geschaffenes Wesen gut zu tun, was der Arbeit schadete und bedeutete, dass ich vor Gott eine Verfehlung beging. Ein Leben nach den Giften Satans konnte mich nur dazu bringen, gegen Gott zu rebellieren und einen Weg des Widerstands gegen Ihn einzuschlagen. Als ich darüber nachdachte, empfand ich Furcht, Reue und Schuld. Also betete ich zu Gott: „Oh Gott, ich will so nicht weitermachen. Ich will Buße tun. Bitte führe mich und zeige mir einen Weg der Praxis.“

Dann las ich weitere Worte Gottes: „Sagt Mir: Wie kann man jemand sein, der gewöhnlich und normal ist? Wie kann man, wie Gott sagt, den richtigen Platz eines geschaffenen Wesens einnehmen und nicht versuchen, irgendeine große Persönlichkeit oder ein Übermensch zu sein? Wie sollte man praktizieren, ein gewöhnlicher und normaler Mensch zu sein? Wie kann man das erreichen? Wer möchte etwas dazu sagen? (Zuallererst müssen wir eingestehen, dass wir gewöhnliche Menschen sind, völlig durchschnittliche Menschen, und dass es viele Dinge gibt, die wir nicht verstehen, nicht begreifen und nicht durchschauen. Wir müssen eingestehen, dass wir verdorben sind und Fehler haben. Danach müssen wir ein aufrichtiges Herz haben und oft vor Gott treten, um zu suchen.) Erstens: Gib dir nicht selbst einen Titel und lass dich dann von diesem einschränken, indem du sagst: ‚Ich bin der Leiter, ich bin der Teamleiter, ich bin der Verantwortliche oder ich bin die sachkundigste und fachlich versierteste Person auf diesem Gebiet.‘ Lass dich von deinem selbsternannten Titel nicht hemmen. Sobald das passiert, wird dir das enorme Fesseln anlegen; es wird deine Worte und Handlungen ebenso wie deine normale Denkweise und dein Urteilsvermögen beeinflussen. Du musst dich von den Einschränkungen dieses Status befreien. Steige zuerst vom Podest dieses offiziellen Titels hinunter und nimm die Stellung eines gewöhnlichen Menschen ein. Deine Denkweise wird sich dann einigermaßen normalisieren. Zudem musst du eingestehen: ‚Ich weiß nicht, wie man das macht, und ich verstehe das nicht – ich muss da einige Nachforschungen anstellen und mich schlau machen‘, oder ‚Ich habe damit keine Erfahrung, also weiß ich nicht, was ich tun soll.‘ Wenn du sagen kannst, was du wirklich denkst, und dich auf diese Weise ehrlich äußern kannst, wirst du im Besitz normaler Vernunft sein. Wenn du zulässt, dass andere dich so kennenlernen, wie du wirklich bist, werden sie eine normale Ansicht von dir haben, und du wirst keine Fassade aufsetzen müssen. Du wirst dich nicht länger stark unter Druck gesetzt fühlen, und du wirst in der Lage sein, normal mit anderen zu kommunizieren. So zu leben ist frei und unbeschwert(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). Früher dachte ich, als Leiterin müsste ich alles wissen, alles verstehen und besser sein als die anderen. Da ich bei dieser Pflicht den Titel einer Leiterin innehatte, war ich durch Ansehen und Status gefesselt, verspürte keinerlei Freiheit mehr und wurde übervorsichtig. Obwohl mir ganz klar vieles fehlte, setzte ich eine Fassade auf und versteckte mich, aus Angst, die Brüder und Schwestern könnten auf mich herabschauen, wenn ich Probleme nicht lösen könnte. In Wahrheit kannten die Brüder und Schwestern meine Unzulänglichkeiten bereits; es gab also keinen Grund, mich zu verstellen. Auch wenn mir bei der Bereinigungsarbeit das Verständnis der Grundsätze fehlte, konnte ich doch mit den Schwestern zusammenarbeiten, die entsprechenden Wahrheitsgrundsätze lernen und mich damit ausrüsten. Das würde auch meine eigenen Defizite ausgleichen. Ich konnte nicht länger für Stolz und Status leben. In Zukunft musste ich mich von meinem Titel „Leiterin“ freimachen und mich meinen Unzulänglichkeiten und Defiziten korrekt stellen. Wenn ich etwas nicht verstand, sollte ich meinen Stolz und meinen Status beiseitelegen, offen mit den Brüdern und Schwestern Gemeinschaft halten und von ihren Stärken lernen, um meine eigenen Schwächen auszugleichen und meine Pflicht gut zu tun.

Später erkannte ich eine weitere abwegige und absurde Ansicht in mir. Ich dachte, da ich eine Leiterin war, müsste ich selbstverständlich in der Lage sein, die Probleme der Brüder und Schwestern zu lösen. Zu dieser Ansicht las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wenn die Brüder und Schwestern jemanden zum Leiter wählen oder Gottes Haus jemanden befördert, um eine bestimmte Arbeit zu erledigen oder eine bestimmte Pflicht auszuführen, bedeutet das nicht, dass diese Person einen besonderen Status oder eine besondere Stellung hat oder dass die Wahrheiten, die sie versteht, tiefer und zahlreicher sind als die anderer Menschen – geschweige denn, dass diese Person in der Lage ist, sich Gott zu unterwerfen und Ihn nicht verraten wird. Mit Sicherheit bedeutet es auch nicht, dass sie Gott kennt und jemand ist, der Gott fürchtet. Sie hat tatsächlich nichts davon erreicht. Die Beförderung und Förderung sind nur eine Beförderung und Förderung im direkten Sinn, und nicht gleichbedeutend damit, dass sie von Gott vorherbestimmt und für würdig erachtet worden ist. Dass sie gefördert und befördert wurde, bedeutet einfach, dass sie befördert worden ist und auf die Förderung wartet. Und das Endergebnis dieser Förderung hängt davon ab, ob diese Person nach der Wahrheit strebt, und davon, ob sie in der Lage ist, den Weg des Strebens nach der Wahrheit zu wählen. Wenn also jemand in der Kirche befördert und gefördert wird, um Leiter zu werden, wird er nur im direkten Sinne befördert und gefördert; es bedeutet nicht, dass solche Personen bereits als Leiter dem Maßstab entsprechen oder kompetent sind, dass sie bereits fähig sind, die Arbeit der Leitung zu übernehmen und echte Arbeit zu tun – das ist nicht der Fall. … Was sind also Ziel und Bedeutung, wenn jemand befördert und gefördert wird? Es bedeutet, dass eine solche Person, als Individuum, befördert wird, um zu praktizieren und damit sie speziell bewässert und geschult wird, sodass diese Schulung es ihr ermöglicht, die Wahrheitsgrundsätze zu verstehen sowie die Grundsätze, Mittel und Methoden, um verschiedene Dinge zu erledigen und diverse Probleme zu lösen, zu verstehen und zu verstehen, wie sie mit den verschiedenen Umgebungen und Menschen, die ihr begegnen, in Übereinstimmung mit Gottes Absichten und in einer Weise, die die Interessen von Gottes Haus schützt, umgehen und diese bewältigen kann. Ausgehend von diesen Punkten – weisen die talentierten Menschen, die vom Hause Gottes befördert und gefördert werden, in der Zeit der Beförderung und Förderung oder davor die angemessene Kompetenz auf, um ihre Arbeit zu erledigen und ihre Pflicht gut auszuführen? Nein, natürlich nicht. Daher ist es unvermeidlich, dass diese Menschen in der Zeit der Förderung Zurechtstutzen, Gericht und Züchtigung, Bloßstellung und sogar Entlassung erfahren werden; das ist normal, das bedeutet es, geschult und gefördert zu werden(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (5)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass im Haus Gottes die Förderung einer Person für eine Leitungsaufgabe nicht bedeutet, dass sie bereits Wahrheitsrealitäten besitzt, über jedes Problem Gemeinschaft halten und es lösen kann oder besser ist als andere. Vielmehr werden ihr dadurch mehr Gelegenheiten zum Praktizieren gegeben. Es ist normal, bei seiner Pflicht Defizite zu haben. Bei Dingen, die man nicht versteht, muss man sich mehr auf Gott verlassen, mit den Brüdern und Schwestern zusammenarbeiten, nach den Grundsätzen und Anforderungen des Hauses Gottes handeln und sich darauf konzentrieren, in den von Gott gefügten Situationen die Wahrheit zu suchen. So kann man schneller geistlich wachsen. Obwohl ich die Pflicht einer Leiterin tat, hieß das nicht, dass ich alles verstand; aber durch das Praktizieren konnte ich allmählich die verschiedenen Wahrheitsgrundsätze erfassen. Darin lag Gottes Liebe! Ich hatte Gott missverstanden und dachte, Er wolle mich durch diese Situation enthüllen. Damit bin ich Seinen mühevollen und gewissenhaften Anstrengungen wirklich nicht gerecht geworden. Ich durfte Gott nicht länger missverstehen. Ich musste meinen Stolz und meinen Status beiseitelegen, ernsthaft nach der Wahrheit streben und nach Gemeinschaft mit meinen Brüdern und Schwestern suchen, wenn ich etwas nicht verstand.

Später bat uns die übergeordnete Leitung, gute Methoden zur Bewässerung von Neulingen mit den Brüdern und Schwestern zu teilen. Ich überlegte, wie ich diese Methoden klar und verständlich aufschreiben könnte. Nachdem ich fertig war, wollte ich Lin Hui meinen Entwurf zeigen, um zu sehen, ob er passend war. Aber als ich an meine mangelnde Ausdrucksfähigkeit dachte, kamen mir Sorgen: „Wenn das nicht gut ist, was wird Lin Hui von mir denken? Wird sie auf mich herabschauen?“ Also zögerte ich, ihr zu zeigen, was ich geschrieben hatte. Doch dann wurde mir klar: Wenn mein Text unklar wäre, würde er den Brüdern und Schwestern nicht viel nützen. Wenn Lin Hui ihn aber ergänzen und verbessern würde, wäre das Ergebnis besser. Also betete ich im Stillen zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich mich nicht von meinem Stolz und meinem Status einschränken ließe. Ich erinnerte mich an einige Worte Gottes: „Täusche nichts vor und verbirg nichts. Zuallererst solltest du offen über das, was du in deinem Herzen denkst, und deine wahren Gedanken sprechen, damit sich jeder ihrer bewusst ist und sie versteht. Auf diese Weise werden deine Sorgen sowie die Barrieren und der Argwohn zwischen dir und anderen allesamt beseitigt werden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). Ich musste meinen Stolz beiseitelegen und meine Mängel offen eingestehen. In Wahrheit wusste Lin Hui ganz genau, woran sie bei mir war. Ihre starke Ausdrucksfähigkeit würde meine Schwächen perfekt ausgleichen, Abweichungen vermeiden helfen und unserer Arbeit zugutekommen. Also zeigte ich Lin Hui den Brief, den ich geschrieben hatte, und sie wies mich auf einige Schwachstellen hin. Ich fand ihre Anmerkungen sehr hilfreich und dankte Gott aufrichtig dafür.

Heute ist mir bewusst, dass das Streben nach Ansehen und Status den Menschen wirklich schadet. Es hindert mich nicht nur daran, mich frei zu fühlen, sondern schadet auch der Arbeit. Nur wenn ich nach Gottes Worten praktiziere und Stolz und Status loslasse, kann ich befreit und unbeschwert leben. Gleichzeitig empfinde ich es nicht mehr als beschämend, die eigene Verdorbenheit und die eigenen Mängel zuzugeben. Sich den Brüdern und Schwestern gegenüber über den wahren eigenen Zustand zu öffnen, ermöglicht es uns, ihre Hilfe zu erhalten. Ich habe das Gefühl, hierin einen wirklich großen Gewinn erzielt zu haben.

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