24. Nachdem alle außer mir befördert wurden
Im Januar 2021 neigte sich das Projekt, für das ich verantwortlich war, dem Ende zu. Die Brüder und Schwestern wurden nach und nach auf andere Pflichten versetzt, bis nur noch ein paar Arbeitspartnerinnen und ich übrig waren, um alles abzuschließen. Ich dachte damals, dass ich die verbleibende Arbeit gewissenhaft erledigen müsse, auch wenn es nicht mehr viel zu tun gab. Zu meiner Überraschung erfuhr ich eines Tages, dass eine meiner Arbeitspartnerinnen befördert worden war und nun die Verantwortung für die Evangeliumsarbeit trug. Das machte mich unruhig, und es wurmte mich. „Warum bin ich nicht befördert worden? Könnte ich nicht auch eine Verantwortliche sein?“ Doch dann dachte ich: „Vielleicht halten die Leiter sie für eine fähigere Mitarbeiterin und haben sie deshalb zuerst befördert. Meine Arbeit hier ist ja ohnehin noch nicht fertig – sobald sie abgeschlossen ist, werden uns bestimmt auch neue Pflichten zugewiesen.“ Aber es dauerte nicht lange, da wurden auch mehrere andere Arbeitspartnerinnen nach und nach zu Verantwortlichen befördert, und einige von ihnen wurden darüber hinaus sogar zu Leiterinnen gewählt. Als ich diese Neuigkeiten hörte, war ich noch mehr verunsichert. „Sie alle sind Leiterinnen, Mitarbeiterinnen oder Verantwortliche geworden, aber bei mir hat sich überhaupt nichts getan. Ich muss sogar noch all ihre Aufgaben übernehmen, an denen sie gearbeitet haben, und es sieht ganz so aus, als würde ich bis zum bitteren Ende dafür verantwortlich bleiben. Wir haben alle die gleiche Arbeit gemacht, warum werden sie also alle befördert und ich nicht? Bin ich wirklich so schlecht? Jetzt bin ich das Schlusslicht von uns allen. Meinen die Leiter, dass es sich nicht lohnt, mich zu fördern? Haben sie etwa Vorurteile gegen mich? Ich will diese Arbeiten wirklich nicht übernehmen – je mehr ich übernehme, desto weniger kann ich andere Aufgaben erledigen. Bis ich mit dieser Arbeit hier fertig bin, werden meine Arbeitspartnerinnen längst mit ihrer neuen Arbeit vertraut sein und einige Grundsätze beherrschen. Wenn ich dann später losgeschickt werde, um das Evangelium zu predigen oder Neulinge zu bewässern, und meine frühere Arbeitspartnerin meine Verantwortliche wird, wäre dieser große Unterschied ja total peinlich!“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto gekränkter war ich. Als die Brüder und Schwestern mich baten, ihre Aufgaben zu übernehmen, sträubte sich alles in mir. In mir hatte sich die Wut aufgestaut und ich wollte es nicht tun. Mehr als zwei Tage lang versuchte ich gar nicht erst, mich in die Aufgaben einzuarbeiten, die sie mir übergeben hatten. Auch meine eigene Arbeit war mir ziemlich egal – ich schob die Nachverfolgung auf und dachte nicht darüber nach, welche Probleme noch gelöst werden müssten oder wie man die Dinge gut machen könnte. Deshalb kam die Arbeit nur sehr langsam voran. Obwohl ich wusste, dass ich mich den Anordnungen der Kirche unterwerfen sollte, fühlte ich mich antriebslos, war deprimiert und niedergeschlagen. Mir fehlte ständig die Motivation, meine Pflicht zu tun. Mir wurde bewusst, dass mein Zustand nicht in Ordnung war, also trat ich im Gebet vor Gott und bat um Seine Erleuchtung und Erhellung, damit ich mich selbst erkennen konnte.
Nachdem ich gebetet hatte, las ich eine Passage aus Gottes Worten, die mir etwas Erkenntnis über meinen Zustand verschaffte. Gottes Worte besagen: „Jetzt tut ihr alle eure Pflichten ganztägig. Ihr seid nicht durch eure Familie, Ehe oder euer Vermögen eingeschränkt oder angebunden. Diese Dinge habt ihr bereits hinter euch gelassen. Allerdings bleiben die Auffassungen, Vorstellungen, das Wissen sowie persönliche Absichten und Wünsche, mit denen eure Köpfe angefüllt sind, völlig intakt. Wenn es also um etwas geht, das mit Ansehen, Status oder der Chance, zu glänzen, zu tun hat – wenn ihr beispielsweise hört, dass das Haus Gottes plant, verschiedene Arten von talentierten Menschen zu fördern – juckt es jedem von euch in den Fingern, sich einen Namen zu machen und ins Rampenlicht zu treten. Ihr alle wollt um Ansehen und Status wetteifern. Ihr schämt euch für dieses Verhalten, aber könnt es doch nicht lassen. Ihr empfindet Neid und Hass und beklagt euch, wann immer ihr seht, wie jemand ausgewählt wird und ins Rampenlicht tritt, und ihr haltet es für ungerecht: ‚Warum kann ich nicht hervorstechen? Warum stehen immer andere Menschen im Rampenlicht? Warum bin ich nie dran?‘ Ihr hegt Groll in eurem Herzen, und obwohl ihr versucht, ihn zu unterdrücken, könnt ihr es nicht. Ihr betet zu Gott und euer Zustand kann sich eine Zeit lang verbessern, doch dann, wenn ihr erneut auf eine solche Situation trefft, könnt ihr sie immer noch nicht überwinden. Ist das nicht eine Äußerungsform einer geringen Größe? Seid ihr, wenn ihr in solchen Zuständen gefangen seid, nicht in Satans Netz geraten? So fesselt die satanische, verdorbene Natur die Menschen. … Je mehr du um Ruhm, Gewinn und Status wetteiferst, desto finsterer wird dein Herz sein. Je mehr du um sie wetteiferst, desto größer werden dein Neid und dein Hass auf andere. Du wirst umso mehr um sie kämpfen wollen, und wenn es dir nicht gelingt, sie zu bekommen, wird dein Hass noch größer. Je mehr Hass du empfindest, desto finsterer wird es in deinem Inneren sein, desto schlechter wird deine Pflichterfüllung werden, und je schlechter deine Pflichterfüllung wird, desto weniger kannst du von Gottes Haus eingesetzt werden. Das ist ein in sich verflochtener Teufelskreis. Wenn du deine Pflicht nie gut tust, wirst du allmählich ausgemustert werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Freiheit und Befreiung können nur erlangt werden, indem man seine verdorbene Disposition ablegt). Gottes Worte entlarvten meinen Zustand. In jenen Tagen fühlte ich mich so widerständig und unwillig, weil mein Wunsch nach Status nicht erfüllt worden war. Als ich sah, wie meine Arbeitspartnerinnen befördert wurden, geriet ich innerlich in Aufruhr. Ich hoffte, dass auch ich befördert werden könnte, um Status und hohes Ansehen bei den Leuten zu erlangen. Als ich merkte, dass die Leiter nicht die Absicht hatten, mich zu befördern, und mich stattdessen die Arbeit meiner Partnerinnen übernehmen ließen, war ich eifersüchtig und vermutete, die Leiter hätten Vorurteile gegen mich oder würden gar auf mich herabsehen. Bei dem Gedanken, dass ich in den Augen meiner Leiter die Schlechteste war und dass mehrere meiner Arbeitspartnerinnen zu Leiterinnen oder Verantwortlichen befördert worden waren, während ich gar keine Position innehatte, fühlte ich mich elend und aufsässig. Ich ließ meinen Zorn sogar an meiner Pflicht aus. Ich schenkte den Aufgaben, die mir übertragen worden waren, keine Sorgfalt und steckte kein Herz in meine eigene Arbeit. Gott war wirklich angewidert, mich in diesem aufsässigen Zustand zu sehen! Ich erinnerte mich daran, wie ich früher gelobt hatte, meine Pflicht gut zu tun; wenn ich jetzt sah, dass andere befördert wurden und mein Verlangen nach Status unbefriedigt blieb, verfiel ich in eine negative Haltung und verlor das Interesse an meiner Pflicht. Mein Verlangen nach Status war einfach zu stark! Ich musste schnell die Wahrheit suchen, um meinen Zustand zu beheben.
Danach las ich einige von Gottes Worten darüber, wie man Beförderung und Förderung sehen sollte, und sie ermöglichten mir, eine Wende in meinem Zustand herbeizuführen. Gottes Worte besagen: „Wenn du von dir meinst, dass du zum Leiter geeignet bist und das Talent, das Kaliber und die Menschlichkeit für eine Führungsposition besitzt, Gottes Haus dich aber nicht befördert hat und die Brüder und Schwestern dich nicht gewählt haben, wie solltest du dann mit dieser Angelegenheit umgehen? Dafür gibt es einen Weg der Praxis, dem du folgen kannst. Du musst dich selbst gründlich erkennen. Schau, ob es letztlich an einem Problem in deiner Menschlichkeit liegt oder ob die Offenbarung irgendeines Aspekts deiner verdorbenen Disposition für die Leute verabscheuungswürdig ist; oder ob es daran liegt, dass du die Wahrheitsrealität nicht besitzt und andere nicht von dir überzeugt sind, oder dass die Ausführung deiner Pflicht nicht maßstabsgerecht ist. Du musst über all diese Dinge nachdenken und erkennen, wo genau du Mängel aufweist. Nachdem du eine Weile nachgedacht und herausgefunden hast, wo dein Problem liegt, musst du umgehend die Wahrheit suchen, um es zu lösen, in die Wahrheitsrealität eintreten und danach streben, eine Veränderung zu erzielen und zu wachsen, sodass deine Mitmenschen, wenn sie es sehen, sagen werden: ‚In letzter Zeit ist er viel besser als früher. Er arbeitet solide und nimmt seine Pflicht ernst, und er achtet besonders auf die Wahrheitsgrundsätze. Er handelt nicht ungestüm oder oberflächlich und geht gewissenhafter und verantwortungsbewusster mit seiner Arbeit um. Früher hat er gerne große Reden geschwungen und sich ständig zur Schau gestellt, aber jetzt ist er viel zurückhaltender und nicht mehr anmaßend. Selbst wenn er ein paar Dinge tun kann, prahlt er nicht damit, und wenn er etwas beendet hat, denkt er wiederholt darüber nach, aus Angst, etwas falsch zu machen. Er handelt viel vorsichtiger als früher und mit einem gottesfürchtigen Herzen – und vor allem kann er Gemeinschaft über die Wahrheit halten, um einige Probleme zu lösen. Er ist wirklich gewachsen.‘ Die Menschen um dich herum, die eine Weile mit dir zu tun hatten, stellen fest, dass du dich offensichtlich verändert hast und gewachsen bist. In allem – sei es in deinem menschlichen Leben, deinem Verhalten und Umgang mit Angelegenheiten, deiner Arbeitseinstellung oder deinem Umgang mit den Wahrheitsgrundsätzen – zeigst du mehr Einsatz als zuvor und bist in Wort und Tat gewissenhaft. Die Brüder und Schwestern sehen all das und nehmen es sich zu Herzen. Dann wirst du vielleicht in der Lage sein, bei der nächsten Wahl als Kandidat anzutreten, und die Hoffnung haben, und zum Leiter gewählt zu werden. Wenn du wirklich eine wichtige Pflicht ausführen kannst, wirst du Gottes Segen erlangen. Wenn du wirklich eine Bürde und ein solches Verantwortungsbewusstsein besitzt und du eine Last tragen möchtest, dann solltest du so schnell wie möglich beginnen, dich zu üben. Konzentriere dich darauf, die Wahrheit zu praktizieren, bis du schließlich nach den Grundsätzen handelst. Sobald du Lebenserfahrung hast und Zeugnisartikel schreiben kannst, bist du wirklich gewachsen. Und wenn du für Gott Zeugnis ablegen kannst, dann kannst du mit Sicherheit das Wirken des Heiligen Geistes erlangen. Wenn der Heilige Geist an dir wirkt, bedeutet das, dass Gott dich mit Wohlwollen betrachtet, und mit der Führung des Heiligen Geistes wird deine Gelegenheit bald kommen. Du hast jetzt vielleicht eine Bürde, aber deine Größe ist unzureichend und deine Lebenserfahrung ist zu oberflächlich; selbst wenn du also ein Leiter werden würdest, würdest du Gefahr laufen, ins Straucheln zu geraten. Du musst nach Lebenseintritt streben, zuerst deine ausschweifenden Begierden beseitigen, bereitwillig ein Anhänger sein und erreichen, dass du dich Gott wahrhaftig unterwirfst, ohne dich über das zu beklagen, was Er orchestriert oder arrangiert. Wenn du diese Größe besitzt, wird deine Chance kommen. Dass du eine schwere Last auf dich nehmen möchtest, dass du diese Bürde hast, ist eine gute Sache. Es zeigt, dass du ein proaktives Herz hast, das nach Fortschritt strebt, und dass du auf Gottes Absichten Rücksicht nehmen und Seinen Willen befolgen willst. Das ist keine Ambition, sondern eine wahre Bürde; es ist die Verantwortung derer, die nach der Wahrheit streben, und das Ziel ihres Strebens. Du hast keine selbstsüchtigen Motive und handelst nicht um deinetwillen, sondern um Gott zu bezeugen und Ihn zufriedenzustellen – das ist es, was von Gott am meisten gesegnet wird, und Er wird passende Vorkehrungen für dich treffen. … Gottes Absicht besteht darin, mehr Menschen zu gewinnen, die Ihn bezeugen können; sie besteht darin, alle zu vervollkommnen, die Ihn lieben, und so bald wie möglich eine Gruppe von Menschen vollkommen zu machen, die mit Ihm in Herz und Verstand eins sind. Deshalb haben in Gottes Haus alle, die nach der Wahrheit streben, großartige Zukunftsaussichten, und die Zukunftsaussichten derer, die Gott aufrichtig lieben, sind grenzenlos. Jeder sollte Gottes Absicht verstehen. Es ist wirklich eine positive Sache, diese Bürde zu besitzen, und es ist etwas, das Menschen mit Gewissen und Vernunft besitzen sollten, aber nicht jeder wird zwangsläufig in der Lage sein, eine schwere Last auf sich zu nehmen. Woher kommt diese Diskrepanz? Es spielt keine Rolle, welche Stärken oder Fähigkeiten du besitzt und wie hoch dein IQ ist: entscheidend sind dein Streben und der Weg, den du gehst“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (6)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass es von unserem Streben und dem eingeschlagenen Weg abhängt, ob wir befördert und gefördert werden. Wenn wir nach der Wahrheit streben, wirklich eine Last tragen und über ein gewisses Kaliber und Talent verfügen, wird uns die Kirche Gelegenheiten zur Beförderung und Förderung geben und uns mit der Leitung einer Arbeit betrauen. Wenn wir aber nicht nach der Wahrheit streben, sondern immer nur nach Ruhm und Status jagen und den falschen Weg einschlagen, werden wir uns auch als Leiter nicht lange halten können. Als ich diese Worte Gottes mit mir selbst verglich, schämte ich mich. Mir wurde klar, wie unvernünftig ich war und dass ich mich selbst überhaupt nicht kannte. Ich hatte mich selbst für besonders fähig und gut gehalten und dachte, wenn meine Arbeitspartnerinnen befördert wurden, dann verdiente ich es auch, befördert zu werden. Ich dachte nicht über mich selbst nach und verstand nicht, ob ich wirklich jemand war, der nach der Wahrheit strebte, ob meine Menschlichkeit geeignet war und ob ich die Last der Arbeit wirklich tragen konnte. Stattdessen verglich ich mich blind mit anderen und strebte nach Beförderung. Ich wollte immer beweisen, dass ich genauso gut war wie alle anderen, und einen hohen Status erlangen, um vor mehr Leuten anzugeben und sie dazu zu bringen, zu mir aufzusehen. Meine Pflichtausführung war stets von meinen eigenen Ambitionen und Wünschen durchdrungen. Selbst wenn ich eine Leiterin oder Mitarbeiterin geworden wäre, hätte ich also immer noch für Ruhm und Status gearbeitet, und es wäre unmöglich gewesen, meine Pflicht gut zu tun. Dass ich keine Leiterin wurde, diente mir also zum Schutz. Ich dachte darüber nach, dass sich jemand mit echter Vernunft in einer solchen Lage unterwerfen, über sich nachdenken, sich selbst erkennen und zufrieden damit sein würde, die eigene Pflicht gut zu tun. Solche Leute würden auch über ihre Mängel und Unzulänglichkeiten nachdenken, die Wahrheit suchen, um ihre Probleme zu lösen, und sich bemühen, Fortschritte zu machen und sich zu ändern. Indem ich auf Grundlage von Gottes Worten über mich selbst nachdachte, sah ich, dass ich tatsächlich nur ein durchschnittliches Kaliber hatte und niemand war, der nach der Wahrheit strebte. Ich war einfach damit zufrieden, meine täglichen Aufgaben zu erledigen und konzentrierte mich nicht darauf, meine verdorbenen Dispositionen zu erkennen und zu beseitigen. Nach all den Jahren meines Glaubens an Gott war ich immer noch sehr wetteifernd. Meine Sorge drehte sich immer um die Fragen, ob ich meinen Ruf oder Status steigern konnte oder aber einbüßen musste – wenn mir Status verwehrt blieb, ließ ich meinen Zorn sogar an meiner Pflicht aus und vernachlässigte die Arbeit. Inwiefern besaß ich da auch nur die geringste Wahrheitsrealität? Trotzdem wollte ich noch befördert werden. Ich hatte wirklich nicht die geringste Selbsterkenntnis! Ich erkannte, dass ich nicht mehr blind nach Ruf und Status streben sollte. Ich sollte mich unterwerfen und meine jetzige Pflicht auf bodenständige Weise tun. Das ist die Menschlichkeit und Vernunft, die ich haben sollte. Als ich das erkannte, fühlte ich mich nicht mehr von dieser Situation beunruhigt und eingeschränkt und begann, bei der anstehenden Arbeit normale Fortschritte zu machen. Ich fing auch an, darüber nachzudenken, wie ich die Abschlussarbeiten detaillierter und gründlicher erledigen konnte, damit ich mir anschließend nichts vorzuwerfen hätte. So zu praktizieren, gab mir ein Gefühl großer Sicherheit.
Nach einiger Zeit beauftragte mich die Kirche mit der Aufsicht über die Bewässerungsarbeit einer Kirche. Als ich von dieser Anordnung hörte, hatte ich gemischte Gefühle. Ich schämte mich und mir war es peinlich – ich hatte meinen Leitern fälschlicherweise unterstellt, dass sie Vorurteile gegen mich und mich absichtlich nicht befördert oder gefördert hätten. Das war ausschließlich eine Folge meines starken Verlangens nach Status. In den folgenden Tagen suchte ich bei meinen Arbeitspartnerinnen nach Antworten, wenn ich auf Dinge stieß, die ich nicht verstand, und ich verbrachte fast meine ganze Zeit mit der Bewässerungsarbeit. Aber nach einer Weile zeigte sich, dass die Arbeit nicht sehr effektiv gewesen war. Erst da sah ich, dass ich noch sehr viele Mängel hatte. Ich erkannte auch, dass es selbst mit Status unmöglich ist, gut zu arbeiten, wenn einem die Wahrheit fehlt. Deshalb schämte ich mich noch mehr für meinen früheren übertriebenen Ehrgeiz, eine Leiterin zu werden. In dieser Zeit hörte ich auf, darüber nachzudenken, wie ich andere dazu bringen könnte, mich zu bewundern; ich dachte nur daran, wie ich die Bewässerungsarbeit gut ausführen konnte. Meine Haltung gegenüber meiner Pflicht wurde bodenständiger. Also glaubte ich, ich hätte mich ein wenig verändert und könnte meine Pflicht in Gelassenheit tun und mich meiner eigentlichen Aufgabe widmen. Aber als ich in ein neues Umfeld kam, enthüllte sich wieder mein Verlangen nach Status.
Im Juni 2021 beauftragte mich die Kirche mit einem anderen Projekt mit einer höheren Arbeitsbelastung und einer knappen Frist. Obwohl wir vor vielen Schwierigkeiten standen, begann unsere Arbeit nach einigen Monaten durch unsere gemeinsamen Anstrengungen effektiver zu werden, und am Ende schafften wir doppelt so viel Arbeit wie im Vorjahr. Ich war sehr stolz und hatte das Gefühl, dass ich dazu beigetragen hatte, dass wir diese Ergebnisse erzielt hatten – wenn die Leiter jemanden befördern wollten, würden sie wahrscheinlich an mich denken. In den nächsten Tagen hörte ich oft davon, dass die Leiter darüber diskutierten, Leute zu befördern und zu fördern, und von Zeit zu Zeit hörte ich die Namen von Brüdern und Schwestern, die ich kannte. Meine Gedanken begannen wieder zu kreisen: „Ich war schon einmal Leiterin und Mitarbeiterin und in letzter Zeit war ich bei meiner Pflicht effektiv, warum haben die Leiter also noch nicht in Erwägung gezogen, mich zu befördern? Haben die Leiter mich durchschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass ich niemand bin, der nach der Wahrheit strebt? Denken sie, ich sei jemand, der nur äußere Angelegenheiten erledigen kann? Wenn sie das denken, werde ich dann jemals die Chance haben, befördert und gefördert zu werden?“ Dieser Gedanke ließ die Zukunft düster erscheinen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Lage nie ändern würde, egal, wie sehr ich danach strebte – ich würde nie eine Hoffnung auf Beförderung haben. Ich entwickelte sogar Vorurteile gegen die Leiter. Wenn die Leiter dann mit mir sprachen, ignorierte ich sie manchmal einfach. Ich sagte so wenig wie möglich, und ich mochte nicht einmal die Schwestern um mich herum haben. Ich schaute immer mürrisch drein, wollte nicht viel reden und wollte meine ganze Zeit allein verbringen. Unbewusst hörte ich auf, eine Last für meine Pflicht zu tragen. Ich hatte das Gefühl, die Leiter würden meine Mühe und meinen Einsatz nicht sehen, egal wie gut ich es machte, warum sollte ich also so hart arbeiten? Ich würde einfach nur das Nötigste tun.
Eines Tages las ich eine Passage aus Gottes Wort: „Die Art, wie Antichristen ihren Ruf und ihren Status schätzen, übertrifft bei weitem die gewöhnlicher Menschen und ist etwas, das in ihrer Dispositionsessenz liegt; es ist kein vorübergehendes Interesse oder eine flüchtige Auswirkung ihrer Umgebung – es ist etwas, das in ihrem Leben und in ihrem Innersten liegt, und daher ist es ihr Wesen. Das bedeutet, dass Antichristen bei allem, was sie tun, zuerst ihren eigenen Ruf und ihren eigenen Status berücksichtigen, und nichts anderes. Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben und das Ziel, nach dem sie ihr Leben lang streben. … Man kann sagen, dass in den Herzen der Antichristen das Streben nach der Wahrheit in ihrem Glauben an Gott gleichbedeutend mit dem Streben nach Ruf und Status ist und dass das Streben nach Ruf und Status auch das Streben nach der Wahrheit ist; Ruf und Status zu erlangen, bedeutet, die Wahrheit und das Leben zu erlangen. Wenn sie das Gefühl haben, dass sie weder Ruhm noch Gewinn noch Status haben, dass niemand zu ihnen aufblickt, sie verehrt oder ihnen folgt, dann sind sie enorm enttäuscht. Sie glauben, dass es keinen Sinn hat, an Gott zu glauben, dass es keinen Wert hat, und sie sagen sich: ‚Ist dieser Glaube an Gott ein Fehlschlag? Fehlt mir nicht jegliche Hoffnung?‘ Sie stellen in ihrem Herzen oft über solche Dinge Berechnungen an. Sie rechnen sich aus, wie sie sich einen Platz im Haus Gottes verschaffen können, wie sie ein hohes Ansehen in der Kirche genießen können, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas sagen, und sie zu unterstützen, wenn sie handeln, wie sie die Leute dazu bringen können, ihnen überallhin zu folgen, und wie sie in der Kirche eine einflussreiche Stimme haben und Ruhm, Gewinn und Status genießen können – sie konzentrieren sich wirklich auf solche Dinge in ihren Herzen. Das ist es, was solche Menschen anstreben. Warum halten sie solche Dinge immer für wichtig? Nachdem sie Gottes Worte gelesen und die Predigten gehört haben, verstehen sie das alles wirklich nicht, sind sie wirklich nicht in der Lage, das alles zu erkennen? Sind die Worte Gottes und die Wahrheit wirklich nicht in der Lage, ihre Auffassungen, Ideen und Meinungen zu ändern? Das ist ganz und gar nicht der Fall. Das Problem liegt in ihnen, und zwar ganz und gar, weil sie die Wahrheit nicht lieben, weil sie in ihrem Herzen der Wahrheit abgeneigt sind und deshalb für die Wahrheit völlig unempfänglich sind – was durch ihre Wesensnatur bedingt ist“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Aus Gottes Worten sah ich, dass Antichristen Ruhm und Status besonders schätzen und diese Dinge für wichtiger als alles andere halten. Wenn sie keinen Status erhalten, empfinden sie den Glauben an Gott als bedeutungslos. Sie sind weder in ihrem Glauben an Gott noch bei ihren Pflichten aufrichtig, geschweige denn tun sie diese Dinge, um die Wahrheit zu verstehen. Stattdessen tun sie es für den Gewinn von Ruhm und Status und damit sie von mehr Menschen bewundert werden und diese zu ihnen aufschauen. Die Dispositionen von Antichristen sind besonders niederträchtig. Ich dachte an mich selbst – ich strebte immer danach, befördert und gefördert zu werden, und wenn meine Ambitionen und Begierden nicht erfüllt wurden, verfiel ich in eine negative Haltung und war unmotiviert. Mein Streben nach Ruhm und Gewinn war bereits außer Kontrolle geraten; ich hatte dieselbe Disposition offenbart wie ein Antichrist. Ich dachte daran, wie ich mir während meiner Schulzeit die satanischen Gifte wie „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Ein Soldat, der kein General werden will, ist kein guter Soldat“ zu meinen Lebensprinzipien machte und deshalb danach strebte, die besten Noten zu bekommen. Wenn ich nicht den ersten Platz bekam, musste ich zumindest überdurchschnittlich gut abschneiden und das Lob und den Respekt meiner Mitschüler und Lehrer gewinnen. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, verfolgte ich den Status als mein Ziel und dachte, wenn ich einen hohen Status hätte, könnte ich einen Platz in der Kirche haben, ich könnte mich profilieren, von mehr Menschen bewundert werden und meine Worte würden Gewicht haben. Als die Kirche also dringend Leute für die Arbeit brauchte und die Leiter mich nicht beförderten, wurde meine Haltung negativ und elend und ich hatte keinen Antrieb, meine Pflicht zu tun. Ich hatte sogar das Gefühl, dass mein Glaube an Gott keine Richtung und kein Ziel mehr hatte, nach denen ich streben konnte. Erst da sah ich klar, dass das Streben nach Ruhm und Status zu meiner Natur geworden war. Ganz gleich, in welcher Gruppe Menschen ich mich befand, ich wollte immer von anderen gelobt und bewundert werden und hasste es, zurückzubleiben. Wenn die Leiter mich schätzten und mich beförderten, um wichtige Arbeit zu tun, war ich sehr zufrieden und voller Energie bei meiner Pflicht; ohne ihre Wertschätzung und Beförderung wurde meine Einstellung negativ und feindselig, ich wurstelte mich durch meine Pflichten, trieb ziellos dahin und wollte sogar alles hinschmeißen. Mir wurde plötzlich klar, dass ich in ernster Gefahr schwebte, wenn ich so weitermachte!
Danach las ich in Gottes Wort: „Gott mag Menschen, die nach der Wahrheit streben, und was er am meisten verabscheut, ist das Streben nach Ruhm, Gewinn und Status. Manchen Menschen sind Status und ein guter Ruf wirklich enorm wichtig, sie hängen enorm an diesen Dingen und können es nicht ertragen, sie aufzugeben. Sie haben immer das Gefühl, dass es ohne Status und einen guten Ruf weder Freude noch Hoffnung im Leben gibt, dass es in diesem Leben nur Hoffnung gibt, wenn sie für Status und ihren Ruf leben, und selbst wenn sie ein wenig Ruhm erlangt haben, kämpfen sie weiter und geben niemals auf. Wenn das deine Denkweise und deine Ansicht sind, wenn dein Herz von solchen Dingen erfüllt ist, dann bist du nicht fähig, die Wahrheit zu lieben und nach ihr zu streben, dir fehlen die richtige Ausrichtung und die richtigen Ziele in deinem Glauben an Gott und du bist unfähig, danach zu streben, Selbsterkenntnis zu erlangen, deine Verdorbenheit abzulegen und das Abbild eines Menschen auszuleben. Du drückst bei der Ausführung deiner Pflicht oftmals ein Auge zu, du hast keinerlei Verantwortungsbewusstsein und du bist bereits damit zufrieden, nichts Böses zu tun, keine Störung zu verursachen und nicht entfernt zu werden. Können solche Menschen ihre Pflicht auf eine Weise ausführen, die den Anforderungen entspricht? Und können sie von Gott gerettet werden? Unmöglich. Wenn du für deinen Ruf und deinen Status handelst, denkst du sogar: ‚Solange das, was ich tue, keine böse Tat ist und keine Störung darstellt, kann das, selbst wenn meine Motivation falsch ist, niemand sehen oder mich deswegen verurteilen.‘ Dir ist nicht bewusst, dass Gott alles genau prüft. Wenn du die Wahrheit weder annimmst noch praktizierst und von Gott verschmäht wirst, dann ist es um dich geschehen. Alle, die kein gottesfürchtiges Herz haben, halten sich selbst für klug – in Wirklichkeit merken sie es nicht einmal, wenn sie Gott kränken. Manche Menschen haben kein klares Verständnis dieser Dinge und denken: ‚Ich strebe nur nach Status und einem guten Ruf, um mehr tun und mehr Verantwortung übernehmen zu können. Das stellt keine Störung oder Unterbrechung der Kirchenarbeit dar, und es schadet auch gewiss nicht den Interessen von Gottes Haus. Das ist kein großes Problem. Ich liebe einfach Status und schütze meinen Status, aber das ist keine böse Tat.‘ Oberflächlich betrachtet mag dieses Streben nicht wie eine böse Tat erscheinen, aber wohin führt es letztendlich? Werden solche Menschen die Wahrheit erlangen? Werden sie Rettung erlangen? Auf keinen Fall. Deshalb ist das Streben nach Status und einem guten Ruf nicht der richtige Weg – es führt genau in die entgegengesetzte Richtung des Strebens nach der Wahrheit. Zusammengefasst: Egal, welche Richtung oder welches Ziel dein Streben hat, wenn du nicht über das Streben nach Status und einem guten Ruf nachdenkst und wenn es dir sehr schwerfällt, dies beiseitezulegen, dann wird das deinen Lebenseintritt beeinträchtigen. Solange der Status einen Platz in deinem Herzen hat, wird er die Richtung deines Lebens und die Ziele deines Strebens komplett kontrollieren und beeinflussen können. In diesem Fall wird es für dich sehr schwer sein, in die Wahrheitsrealität einzutreten, ganz zu schweigen davon, Veränderungen in deiner Disposition zu erreichen; ob du letztlich in der Lage bist, Gottes Anerkennung zu erlangen, versteht sich natürlich von selbst. Mehr noch, wenn du niemals in der Lage bist, dein Streben nach Status aufzugeben, wird das deine Fähigkeit beeinträchtigen, deine Pflicht dem Standard entsprechend auszuführen, und dann wird es sehr schwer sein für dich, ein dem Standard entsprechendes geschaffenes Wesen zu werden. Warum sage Ich das? Gott verabscheut nichts mehr, als wenn Menschen nach Status streben, denn das Streben nach Status ist eine satanische Disposition; es ist ein falscher Weg, hervorgebracht von der Verdorbenheit Satans, es ist etwas, das von Gott verurteilt wird, und es ist genau das, was Gott richten und bereinigen wird. Gott verabscheut nichts mehr, als wenn Menschen nach Status streben, und dennoch wetteiferst du immer noch störrisch um Status, hegst und schützt ihn unermüdlich und versuchst immer, ihn für dich selbst zu nehmen. Hat das alles nicht auch etwas von Widerstand gegenüber Gott an sich? Gott hat Status nicht für die Menschen vorgesehen. Gott versorgt die Menschen mit der Wahrheit, dem Weg und dem Leben, damit sie letztendlich zu einem dem Standard entsprechenden geschaffenen Wesen werden, zu einem kleinen und unbedeutenden geschaffenen Wesen – nicht zu jemandem, der Status und Ansehen besitzt und von Tausenden von Menschen verehrt wird. Und so ist das Streben nach Status, ganz gleich, aus welcher Perspektive man es auch betrachtet, ein Weg ins Verderben. Ganz gleich, wie vernünftig deine Ausrede für das Streben nach Status ist, dieser Weg ist dennoch der falsche und wird nicht von Gott gebilligt. Ganz gleich, wie sehr du dich bemühst oder wie hoch der Preis ist, den du zahlst, wenn du Status begehrst, wird Gott ihn dir nicht geben. Wenn Gott ihn dir nicht gibt, wirst du im Kampf um ihn scheitern, und wenn du weiterkämpfst, wird es nur ein Ergebnis geben: Du wirst offenbart und ausgemustert werden – das ist der Weg ins Verderben“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, war ich erschrocken und hatte das Gefühl, dass Gott mich damit warnte. Wenn ich weiterhin am Status festhielte und dächte, das Leben hätte ohne Status und wichtige Rollen keinen Spaß und keine Hoffnung, dann wäre ein solches Streben ein Kampf um Status und würde sich gegen Gott richten; ich würde mich nicht aus der Position eines geschaffenen Wesens heraus verhalten und meine Pflicht als solches nicht erfüllen. Wenn ich auf diese Weise ohne Buße weitermachen würde, würde ich in die Hölle geschickt und bestraft werden! Ängstlich und zitternd las ich diese Passage aus Gottes Wort mehrmals hintereinander, und ich spürte von Herzen, dass Gottes gerechte Disposition keine Kränkung duldet. Früher dachte ich, dass Menschen nun einmal verdorbene Dispositionen haben, also sei es ganz normal, nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben – wer will nicht seine Position verbessern? Deshalb nahm ich die Offenbarungen meiner Verdorbenheit in diesem Bereich nicht ernst; selbst wenn ich manchmal niedergeschlagen war, ging es mir immer nach ein paar Tagen wieder besser. Es verzögerte ja meine Arbeit nicht zu sehr, und ich tat nichts, was die Grenzen überschritt, also dachte ich nicht, dass es ein großes Problem sei. Erst jetzt verstand ich durch das Nachdenken über Gottes Worte etwas. Nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben ist eine satanische Disposition, es steht im Widerspruch zu Gott und ist der Weg, Ihm zu widerstehen. Es ist eine Sackgasse! Ich dachte an den Erzengel, dessen Status von Anfang an schon hoch genug war, der aber immer noch nicht zufrieden war. Er wollte auf gleicher Augenhöhe mit Gott sein und am Ende warf Gott ihn in die Lufthöhen. Handelte ich nicht genauso? Ich war bereits für einige Arbeiten in der Kirche verantwortlich und war immer noch nicht zufrieden. Ich bemühte mich nicht, bei meiner eigenen Pflicht die besten Ergebnisse zu erzielen. Stattdessen strebte ich mit ganzem Herzen nach einem höheren Status, danach, eine bedeutendere Arbeit zu tun, um anzugeben und die Leute dazu zu bringen, zu mir aufzusehen. Wenn dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, wurde meine Haltung negativ, ich verlangsamte meine Arbeit und begann, mich nur noch durchzuwursteln. Manchmal wollte ich sogar ganz aufgeben. Es war mir völlig egal, ob die Arbeit der Kirche Schaden nahm. Meine Ambitionen und Begierden waren wirklich übermächtig – wo war da noch ein gottesfürchtiges Herz? Und Unterwerfung Gott gegenüber? Davon konnte ja wohl keine Rede sein! Ständig nach Ruhm und Status zu streben und meine Pflichten zu vernachlässigen, verzögerte nicht nur meinen eigenen Lebenseintritt, sondern schadete auch der Arbeit der Kirche. Ich hatte den Weg des Widerstands gegen Gott eingeschlagen, wie konnte Gott mich da nicht verabscheuen? Bei diesem Gedanken empfand ich Furcht und Reue. Ich betete schnell zu Gott, um Buße zu tun, da ich nicht länger nach Ruhm und Status streben wollte.
Danach fand ich in Gottes Worten den Weg, um von Ruhm und Status loszukommen. Gottes Worte sagen: „Als ein Mitglied der geschaffenen Menschheit musst du an deinem angemessenen Platz bleiben und dich anständig verhalten. Halte pflichtgemäß an dem fest, was dir der Schöpfer anvertraut hat. Handle nicht abweichend oder tue Dinge, die jenseits der Reichweite deiner Fähigkeit liegen oder die Gott verabscheut. Strebe nicht danach, eine große Persönlichkeit, ein Übermensch oder ein herausragendes Individuum zu sein, und strebe nicht danach, Gott zu werden. Dies alles sind Wünsche, die die Menschen nicht haben sollten. Danach zu streben, eine große Persönlichkeit oder ein Übermensch zu sein, ist absurd. Danach zu streben, Gott zu werden, ist sogar noch schändlicher; es ist abstoßend und verachtenswert. Was wahrhaftig wertvoll ist und an was sich geschaffene Wesen mehr als an alles andere halten sollten, ist, ein wahres geschaffenes Wesen zu werden; das ist das einzige Ziel, nach dem alle Menschen streben sollten“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige I). Gottes Worte sagen klar und deutlich, dass das Streben nach Status, das Streben danach, eine große Persönlichkeit oder ein Übermensch zu sein, etwas ist, das Gott verabscheut. Wonach die Menschen eigentlich streben sollten, ist, ein echtes geschaffenes Wesen zu sein. Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wusste ich, wonach ich streben sollte: Ich bin ein geschaffenes Wesen, und Gott weiß am besten, welche Pflicht ich tun und welche Arbeit ich übernehmen kann. Egal, in welcher Position ich mich befinde – was Gott sehen will, ist, dass ich richtig nach der Wahrheit streben und die Pflicht eines geschaffenen Wesens auf bodenständige Weise erfüllen kann. Ich muss meine Ambitionen und Begierden loslassen, und egal, welche Pflicht ich tue, ich muss mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen, aufrichtig meine eigenen Verantwortlichkeiten erfüllen und dadurch bei meiner Pflicht effektiv sein. Das ist es, was ich als geschaffenes Wesen tun sollte. Danach dachte ich nicht mehr darüber nach, ob ich befördert werden würde. Stattdessen überlegte ich bewusst, wie ich effizienter sein könnte, um bei meiner Pflicht die besten Ergebnisse zu erzielen, betete zu Gott und suchte bei Schwierigkeiten gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern nach einer Lösung. Nach einiger Zeit arbeitete ich mit meinen Brüdern und Schwestern zusammen, um einige Probleme zu beheben, und auch die Effizienz unserer Arbeit verbesserte sich.
In den folgenden Tagen hörte ich immer noch von Zeit zu Zeit, dass meine früheren Arbeitspartnerinnen zu Verantwortlichen befördert worden waren. Obwohl ich immer noch ein wenig enttäuscht war, weil ich das Gefühl hatte, dass andere durch ihre Beförderung auf sich aufmerksam machen konnten, während ich immer noch auf der Stelle trat, erkannte ich schnell, dass da wieder mein Verlangen nach Status durchschlug. Also betete ich schnell zu Gott und rebellierte gegen mich selbst. Ich dachte über Gottes Worte nach: „Gott hat Status nicht für die Menschen vorgesehen. Gott versorgt die Menschen mit der Wahrheit, dem Weg und dem Leben, damit sie letztendlich zu einem dem Standard entsprechenden geschaffenen Wesen werden, zu einem kleinen und unbedeutenden geschaffenen Wesen – nicht zu jemandem, der Status und Ansehen besitzt und von Tausenden von Menschen verehrt wird“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, erkannte ich jetzt klar meine Ziele. Ich sah, dass Status von Gott nicht für die Menschen vorherbestimmt ist. Egal, welche Pflicht wir auch haben mögen, wir erfüllen unsere jeweilige Verantwortung. Es bedeutet auch, unsere eigenen Stärken und Fähigkeiten an der richtigen Stelle einzusetzen. Letztendlich gibt es keine höheren oder niedrigeren Positionen, und ein Leiter oder Verantwortlicher zu sein bedeutet nicht, dass man Status hat oder besser ist als andere. Was Gott von uns verlangt, ist, dass wir geschaffene Wesen werden, die dem Standard entsprechen, und uns Seinen Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Nur dieses Streben ist richtig. Wenn ich mich Gott nicht unterwerfen kann, wenn ich mich nicht an meine Pflichten halten kann und ausschließlich danach strebe, die Karriereleiter emporzuklettern und Status zu erlangen, ist das beschämend, und ich werde von Gott verabscheut und verflucht werden. Durch Beten und das Lesen von Gottes Worten war ich nicht mehr negativ eingestellt und konnte diese Angelegenheit richtig angehen und meine Pflicht ordnungsgemäß tun.
Nachdem ich diese Dinge durchlebt hatte, erkannte ich Gottes mühevolle und gewissenhafte Absichten. Indem Er mich nicht beförderte, beschützte Er mich. Wenn ich mit meiner Liebe zum Status wirklich eine Leiterin oder Mitarbeiterin geworden wäre, hätte ich unwillkürlich den Weg eines Antichristen eingeschlagen und wäre am Ende nur zugrunde gegangen. Jetzt kann ich unterwürfig und bodenständig bei meiner Pflicht sein. Das alles ist die Wirkung von Gottes Worten!