11. Endlich verstehe ich, was es bedeutet, meine Pflicht zu erfüllen

Von Xunqiu, Südkorea

Der Allmächtige Gott sagt: „Dass der Mensch seine Pflicht tut, ist in Wirklichkeit die Erfüllung von allem, was dem Menschen innewohnt, das heißt, was dem Menschen möglich ist. Dann ist seine Pflicht erfüllt. Die Fehler des Menschen während seines Dienstes werden durch fortschreitende Erfahrung und den Prozess seiner Erfahrung des Urteils allmählich reduziert. Sie behindern oder beeinträchtigen die Pflicht des Menschen nicht. Jene, die aufhören zu dienen oder aufgeben und aus Angst vor den Fehlern zurückweichen, die im Dienen existieren können, sind die größten Feiglinge aller Menschen. Wenn der Mensch das, was er während des Dienstes ausdrücken sollte, nicht ausdrücken kann, oder nicht erreichen kann, was von Natur aus für ihn möglich ist, stattdessen herumtrödelt und nur so tut als ob, hat er die Funktion verloren, die ein erschaffenes Wesen haben sollte. Diese Art Mensch gilt als ein mittelmäßiges Nichts und nutzloser Taugenichts. Wie kann so jemand mit dem Titel eines erschaffenen Wesens gewürdigt werden? Sind sie nicht Wesen der Verderbtheit, die nach außen hin strahlen, aber im Innern verdorben sind?“ („Das Wort erscheint im Fleisch“) Gottes Worte haben mir geholfen zu verstehen, was es wirklich bedeutet, unsere Pflicht zu tun. Es bedeutet, dass wir unsere Fähigkeiten und Kenntnisse in vollem Umfang einsetzen müssen, egal wie talentiert oder begabt wir sind. Wir dürfen nicht den Weg des geringsten Widerstands wählen oder nur mit halbem Herzen dabei sein. Wir dürfen nicht nachlassen in unserem Streben auf der Grundlage dessen, was Gott verlangt. Auf diese Weise können wir etwaige Schwächen oder Mängel in der Ausübung unserer Pflichten ausgleichen und immer bessere Ergebnisse erzielen.

Vor kurzem wollte die Kirche einige Videos mit Solo-Hymnen von Gottes Worten drehen. Unser Teamleiter wollte mich für eines der Lieder als Leadsängerin und Gitarristin. Als er mit mir darüber sprach, war ich ein bisschen nervös. Singen und Gitarre spielen ist schwieriger als nur zu singen. Außerdem hatte ich schon einmal versucht, ein solches Solo zu singen. Während des Singens konzentrierte ich mich auf meine Darbietung und verpasste meine Akkorde, und wenn ich mich auf die Akkorde konzentrierte, stimmte mein Ausdruck nicht. Am Ende konnten sie das Material nicht verwenden. Als ich jetzt vor der gleichen Herausforderung stand, wollte ich eigentlich nein sagen, aber das hätte nicht dem Willen Gottes entsprochen. Meine Brüder und Schwestern fanden alle, ich sei für das Lied gut geeignet, also dachte ich, ich sollte mitmachen und meine Pflicht tun. Ich nahm die Rolle an. Nach zwei Tagen Üben hatte ich den Gesang und die Performance recht gut verstanden. Aber die Gitarrenakkorde waren ziemlich kompliziert und schwer zu merken. Da es nur noch ein Tag war bis zu den Dreharbeiten, war ich sehr besorgt. Ich hatte Angst, dass keine Zeit mehr zum Üben war, und wenn ich weiter üben würde, würden meine Hände dann nicht anschwellen? Und von solchen Unannehmlichkeiten abgesehen würde ich mich vielleicht nicht einmal an das Stück erinnern! Bei diesem Gedanken wollte ich nicht den Preis dafür bezahlen und versuchte beständig, für dieses schwierige Problem eine perfekte Lösung zu finden. Dann hatte ich eine Idee: Ich könnte den Kameramann bitten, meine Hände nicht zu oft ins Bild zu bringen, dann bräuchte ich nicht so hart an diesen lästigen Akkorden arbeiten, oder? Und wir könnten das Video fertig drehen. Es schien eine gute Idee. Im Grunde war mir nicht ganz wohl zumute, als ich diese Idee hatte. Vielleicht handelte ich unverantwortlich. Wenn es ein Problem mit den Akkorden gibt und wir das Video neu machen müssen, was dann? Aber dann dachte ich bei mir: „Die Zeit ist so knapp, und es ist so ein schwieriges Lied. Es ist furchtbar anstrengend und stressig, das Lied gut zu spielen. Ich kann nicht über meinem Niveau spielen. Außerdem wollen wir ja das Video so schnell wie möglich herausbringen. Deshalb mache ich das. Das kann doch jeder verstehen.“ Danach konzentrierte ich mich auf meinen Gesang und meinen Auftritt, ohne mir viel Gedanken über die Akkorde zu machen. Das war gut genug, dachte ich.

Als die Zeit zum Drehen gekommen war, bat ich den Bruder hinter der Kamera, nicht zu viele Nahaufnahmen von meinen Händen zu machen. Ich glaubte nicht, dass es ein Problem geben würde. Aber am nächsten Tag sagte der Regisseur, ich würde einige der Akkorde falsch spielen, und fragte mich, was los sei. Ich fühlte mich so schuldig, dass mein Gesicht knallrot anlief. Ich dachte: „Oh nein, müssen wir nachdrehen?“ Ich rannte zum Cutter und fragte ihn, ob es nicht eine andere Lösung gäbe. Er schüttelte nur den Kopf und sagte: „Ich habe es versucht, es haut nicht hin.“ Da wusste ich, dass wir nachdrehen müssen. Ich wusste, dass ich das Problem verursacht hatte, und fühlte mich schuldig. Später, als wir in einem Meeting besprachen, was passiert war, erklärte ich allen die Gründe für das, was ich getan hatte. Eine Schwester sagte vorwurfsvoll: „Warum hast du nicht gesagt, dass du die Akkorde nicht gelernt hast? Jetzt müssen wir alles noch mal drehen, und das ganze Projekt verzögert sich. Das war nachlässig und unverantwortlich von dir!“ Ich konnte einfach nicht akzeptieren, was sie sagte. Ich dachte: „Habe ich nicht mein Bestes gegeben? Tatsache ist, dass ich die Akkorde nicht spielen kann. Ich wollte nur sicherstellen, dass das Video zügig fertig wurde. Sie hätten einfach meine Hände nicht filmen sollen, oder?“ Ich fand hundert Ausflüchte und besaß keinen Funken Selbstreflexion. Dann sagte mir eine andere Schwester: „Wenn du Probleme hattest, hättest du mehr üben sollen, auch wenn wir die Dreharbeiten um ein paar Tage verschieben hätten müssen. Aber du kannst dich nicht einfach so durchschummeln. Du bist die Leadsängerin – wie sieht das denn aus, wenn wir nicht zeigen, wie du Gitarre spielst? Das war reichlich unverantwortlich und nachlässig von dir!“ Sie „reichlich“ sagen zu hören hat mich tief getroffen. Ich konnte nicht umhin zu denken: „Wenn meine Brüder und Schwestern alle glauben, ich sei nachlässig in der Ausübung meiner Pflichten, bin ich vielleicht wirklich im Unrecht. Auch ich wollte, dass die Dreharbeiten gut verliefen. Aber wie man es auch betrachtet, das Projekt verzögert sich, und wir müssen nachdrehen, weil meine Akkorde falsch waren. Es ist auf jeden Fall meine Schuld.“ Bei diesem Gedanken fühlte ich mich elend. Ich hörte auf zu protestieren und begann nachzudenken.

Später fand ich einen Abschnitt von Gottes Wort, der mich tief bewegte. Er lautete wie folgt: „Was ist das Ergebnis, wenn du deine Pflicht oberflächlich und hastig verrichtest, sie auf die leichte Schulter nimmst? Dann verrichtest du deine Pflicht schlecht, obwohl du in der Lage bist, sie gut auszuführen – deine Pflicht wird nicht dem Standard entsprechen und Gott wird mit deiner Einstellung deiner Pflicht gegenüber nicht zufrieden sein. Wenn du anfangs ordnungsgemäß gesucht und kooperiert hättest; wenn du alle deine Gedanken darauf verwendet hättest; wenn du Herz und Seele eingebracht und alles darangesetzt hättest, einen Teil deiner Arbeit, deines Strebens und deiner Gedanken darauf verwendet hättest oder Materialien diesbezüglich etwas Zeit gewidmet hättest, und dich mit deinem ganzen Geist und Körper engagiert hättest; wärst du in der Lage gewesen, so mitzuwirken, dann ginge dir Gott voraus und würde dich führen. Du brauchst nicht viel Kraft aufzubringen; wenn du keine Mühe scheust mitzuwirken, wird Gott bereits alles für dich geplant haben. Wenn du gerissen und tückisch bist und auf halber Strecke deine Meinung änderst und auf Abwege gerätst, dann wird Gott kein Interesse an dir zeigen; du wirst diese Gelegenheit vertan haben und Gott wird sagen: ‚Du bist nicht gut genug; du bist nutzlos. Stell dich zur Seite. Du bist gern faul, oder? Du bist gern hinterlistig und gerissen, oder nicht? Du ruhst dich gern aus? Gut, dann ruhe dich aus.‘ Gott wird diese Gnade und Gelegenheit der nächsten Person zukommen lassen. Was sagt ihr: Ist dies ein Verlust oder ein Gewinn? Es ist ein enormer Verlust!“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“) Gottes Worte offenbarten meinen eigenen Zustand. Ich hatte mich bereit erklärt, das Stück zu üben, um die Rolle der Leadsängerin zu übernehmen, und dann hielt ich nicht, was ich versprochen hatte. Ich habe nicht von meinen Schwächen gesprochen oder nach Informationen gesucht, um meine Akkorde zu verbessern. Ich übte nicht mehr richtig, weil ich dachte, es sei einfach zu schwer. Ich redete mich damit heraus, dass ich keine Zeit dafür hatte, und bat den Kameramann, keine Nahaufnahmen von meinen Händen zu machen. Ich glaubte, damit durchzukommen, doch am Ende verzögerte mein Handeln das Projekt. Es war wirklich unverantwortlich und nachlässig von mir! Als ich meine Pflicht ausüben sollte, wollte ich mir nicht die Mühe machen, das Lied gut zu spielen und Zeugnis für Gott abzulegen. Stattdessen ging ich den Weg des geringsten Widerstands, und nun mussten wir von vorn anfangen. Wie konnte ich nur so unverantwortlich sein? Ein bisschen mehr Üben, ein bisschen mehr Mühe, und ich hätte der Arbeit von Gottes Haus keinen Schaden zugefügt. In diesem Moment hasste ich mich ein bisschen. Ich dachte: „Wenn ich noch eine Chance bekomme, werde ich nicht mehr so gedankenlos sein. Selbst wenn ich mich völlig verausgaben muss, um die Akkorde zu üben, werde ich tun, was getan werden muss.“

Die anderen beschlossen, mir zwei weitere Tage zum Üben zu geben. Das bewegte mich sehr, und ich dankte Gott dafür, dass Er mir die Chance gab, meine Verfehlung wiedergutzumachen. Wenn ich jetzt übte, strengte ich mich an, mir alle Akkorde einzuprägen, aber ich fühlte mich total gestresst deswegen. Ich hatte Angst, dass meine Technik immer noch zu wünschen übrig ließ und dass zwei Tage nicht ausreichten, um besser zu werden. Wieder war ich verunsichert. Je unsicherer ich wurde, desto mehr vergaß ich, und je mehr ich vergaß, desto unsicherer wurde ich. Der Morgen verging wie im Flug. Ich konnte das Lied immer noch nicht sehr gut spielen, und meine Hände waren aufgescheuert. Normalerweise machte ich nach dem Mittagessen eine Pause vom Üben, aber diesmal wusste ich, dass ich weitermachen musste. Ich wusste, dass ich es mir nicht leisten konnte, eine Pause zu machen, sondern dass ich jeden Moment nutzen musste, um die Akkorde richtig hinzubekommen. Sobald ich die richtige Einstellung gefunden hatte, hat Gott mich geführt. An diesem Nachmittag fand ich, ohne es zu merken, heraus, wie ich mir die Akkorde abschnittsweise einprägen konnte! Ich spielte immer besser. Ich hatte so lange geübt, dass meine Hände geschwollen waren, und ich war wieder versucht, in meinem Eifer nachzulassen. Als ich mich dabei ertappte, dass ich wieder in mein altes Denken verfiel, fiel mir etwas ein, was Gott gesprochen hatte, und ich beeilte mich zu lesen: „Wenn du einer Pflicht entgegensiehst, die von dir Bemühung und Aufwand erfordert, der du Körper, Verstand und Zeit widmen musst, darfst du nichts zurückhalten, du musst deine kleinliche Gerissenheit aufgeben und dir keinen Spielraum lassen. Wenn du dir Spielraum lässt, berechnend bist oder gerissen und tückisch, wirst du sicherlich schlechte Arbeit leisten. Du sagst vielleicht: ‚Niemand hat mein gewieftes Verhalten gesehen. Wie toll!‘ Was für eine Denkweise ist das? Du glaubst, du hast den Leuten Sand in die Augen gestreut und Gott auch. Aber weiß Gott nicht tatsächlich, was du getan hast und was nicht? (Er weiß es.) Im Allgemeinen werden es auch Menschen herausfinden, die eine längere Zeit mit dir zu tun haben, und sie werden sagen, dass du jemand bist, der immer gerissen ist, niemals gewissenhaft, der sich nur zu 50, 60 oder höchsten 80 Prozent bemüht. Sie werden sagen, dass du alles auf eine sehr verworrene Art tust, vor was immer du tust, die Augen verschließt; du bist bei deiner Arbeit in keinster Weise gewissenhaft. Nur wenn man dich zwingt, etwas zu tun, bemühst du dich ein wenig; wenn jemand in der Nähe ist, der prüft, ob deine Arbeit den Anforderungen entspricht, erledigst du deine Arbeit ein wenig besser – aber wenn niemand in der Nähe ist, der nachsieht, wirst du etwas nachlässig. Wenn man sich mit dir befasst, bist du mit Herz bei der Sache; ansonsten döst du ständig durch deine Arbeit und versuchst, möglichst leicht davonzukommen, in der Annahme, dass es keiner merkt. Zeit vergeht und andere merken es. Sie sagen: ‚Diese Person ist unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig; wenn du ihr eine wichtige Aufgabe gibst, muss sie beaufsichtigt werden. Sie kann einfache Aufgaben und Arbeiten ausführen, die keine Prinzipien erfordern, aber wenn du ihr eine entscheidende Pflicht gibst, die sie ausführen soll, wird sie es wahrscheinlich vermasseln, und dann bist du getäuscht worden.‘ Die Leute werden sie durchschauen und sie wird ihre gesamte Würde und Integrität verspielt haben. Wenn ihr niemand vertrauen kann, wie kann es dann Gott? Würde Gott ihr eine wichtige Aufgabe anvertrauen? Eine solche Person ist nicht vertrauenswürdig.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“)

Gottes Worte machten mir klar, wie oberflächlich ich in der Ausübung meiner Pflicht war. Ich war selbstzufrieden, wenn ich die Akkorde einstudierte, und ich trachtete nicht nach dem höchsten Standard. Ich strengte mich nicht bis zum Äußersten an. Ich beeilte mich, endlich damit fertig zu werden, und schummelte mich durch meine Pflicht. Ich hatte keine Integrität. Ich war nicht vertrauenswürdig. Stets war ich mit Leidenschaft und Fleiß bei der Erfüllung meiner Pflichten, so glaubte ich, und dass ich immer währende Loyalität besaß. Aber jetzt sah ich, dass ich mich nicht auf die Ergebnisse konzentriert, sondern mich nur irgendwie durchgemogelt hatte. Wie sollte ich da meine Pflicht erfüllt haben? Wenn ich so weitermachte, wer würde es wagen, mir je wieder zu vertrauen? Habe ich nicht meine Integrität und meine Ehre verspielt? Ich hatte beim letzten Mal eine Verfehlung begangen. Ich wollte es nicht wieder tun. Es war egal, ob meine Hände anschwollen oder ob ich müde war, meine Moral und meine Würde waren wichtiger. Also würde ich die Akkorde weiter zu üben, egal wie anstrengend oder schwierig es war. Nachdem ich beschlossen hatte, wirklich zu bereuen, erkannte ich Gottes Segen und Führung. Noch am selben Tag übte ich bis nach Mitternacht und prägte mir fast alle Akkorde ein. Ich habe den ganzen nächsten Tag geübt, bis mir das ganze Lied vertraut war. Während der Dreharbeiten konzentrierte ich mich intensiv auf jeden Schritt, und ich betete im Stillen und vertraute auf Gott. Zu meiner Überraschung brauchten wir nur einen einzigen Durchgang, um das Ganze zu filmen! Die Tatsache, dass es ein gutes Ende genommen hatte, gab mir ein Gefühl des Friedens. Ich schmeckte, wie süß es war, die Wahrheit zu praktizieren.

Später wurde mir die Pflicht übertragen, Musik zu komponieren. Ich hatte schon lange kein Lied mehr komponiert und war ziemlich aus der Übung. Vor allem hatten wir in letzter Zeit mit Rockmusik gearbeitet. Solche Lieder hatte ich noch nie geschrieben, deshalb war ich etwas besorgt. Aber ich wusste, dass es eine Pflicht war, die ich erfüllen musste, und dass ich mein Bestes geben musste. Also machte ich einen Plan, bis Ende des Monats zwei Songs fertigzustellen. Ich machte Überstunden, um die Lieder zu komponieren, und wenn ich müde war, bat ich Gott, mir zu helfen, dem Fleisch zu entsagen. Zufällig stieß ich auf eine Melodie und verwandelte sie rasch in ein ganzes Lied. Als es fertig war, spielte ich es meinen Brüder und Schwestern vor. Sie sagten, dass es okay war und für Rockmusik den richtigen Stil hatte. Aber im Innern dachte ich: „Wenn ich mehr arbeiten und der Chormelodie den letzten Schliff geben würde, wäre das Lied noch besser.“ Aber dann überlegte ich es mir anders. Damals hatte ich keine klare Richtung, und ich wollte mir nicht zu viel zumuten. Außerdem hatten meine Brüder und Schwestern kein Problem damit. Es war gut genug. Außerdem hatte ich gerade erst gelernt, wie man ein solches Lied komponiert, also war es normal, dass es nicht perfekt war. Ich gab es beim Teamleiter ab.

Ein paar Tage später sagte er mir, ich sei auf dem richtigen Weg, aber die Melodie sei ein wenig holprig. Er meinte, ich sollte auch noch mal über den Text nachdenken. Ich sträubte mich innerlich dagegen und dachte: „Ich habe gerade erst gelernt, wie man diese Art von Lied komponiert. Du verlangst zu viel von mir!“ Ich hatte schon viel Zeit darauf verwendet und dann ein paar Tage auf seine Rückmeldung gewartet. Bereits ein halber Monat war verstrichen. Als ich sah, dass nichts voranging, war ich ein wenig besorgt. Die Überarbeitung der Komposition würde viel Mühe kosten, und ich wusste nicht, was am Ende dabei herauskam. Also habe ich die Hauptmelodie umgeschrieben. Der Teamleiter meinte, sie sei nicht melodisch und klinge wie ein Kinderlied. Ich war total deprimiert. Ich dachte: „Ich gebe mein Bestes, aber nicht ein einziges Lied ist bis jetzt auf Zustimmung gestoßen. Was soll ich tun?“ Später schrieb ich ein paar weitere Melodien, aber keine von ihnen wurde angenommen. Ich war verzweifelt. Ich dachte darüber nach, wie ich mir vorgenommen hatte, bis Ende des Monats zwei Lieder zu komponieren, und ich hatte noch nicht einmal eins fertig. Ich hatte bei der Ausübung meiner Pflichten versagt. Taugte ich denn zu gar nichts?

In einer späteren Versammlung erinnerte mich der Teamleiter daran: „Deine Kompositionen sind originell und der Stil ist gut, warum also ist nichts davon akzeptiert worden? Weil du nicht auf den Text achtest und die Worte und die Melodie nicht zusammenpassen. Jedes Mal wenn du etwas änderst, wird es schlimmer. Das hält die Arbeit von Gottes Haus auf.“ Dann schaltete sich ein anderer Bruder ein: „Du singst nicht gut auf den Aufnahmen. In einigen von ihnen triffst du nicht einmal die Noten. Du bist nachlässig!“ Dass die Brüder sich mit mir befassten und mich tadelten, war demütigend. Ich wollte mich in ein Mauseloch verkriechen. Als ich nach Hause kam, betete ich zu Gott: „Gott, ich war oberflächlich in der Ausübung meiner Pflicht. Ich habe mich meiner Pflicht nicht hingegeben, und ich weiß nicht, wie ich dieses Problem lösen soll. Bitte hilf mir und leite mich.“

Danach las ich Folgendes in Gottes Worten: „Gehört es nicht zu einer verdorbenen Disposition, Dinge so oberflächlich und verantwortungslos anzugehen? Worum geht es? Um Abschäumigkeit; bei allem sagen sie ‚das stimmt in etwa‘ und ‚passt schon‘; es ist eine Einstellung von ‚vielleicht‘, ‚möglicherweise‘ und ‚80 Prozent‘; sie arbeiten nachlässig, geben sich mit dem Mindestmaß zufrieden und sind zufrieden, wenn sie sich so gut sie können durchwursteln; sie sehen keinen Sinn darin, die Dinge ernstzunehmen oder Präzision anzustreben, geschweige denn darin, sich um Prinzipien zu bemühen. Gehört das nicht zu einer verdorbenen Disposition? Zeigt sich so normale Menschlichkeit? Zu Recht nennt man es Arroganz, und es zügellos zu nennen, ist völlig angemessen – aber man kann es nur mit dem Wort ‚abschäumig‘ perfekt ausdrücken. Solch Abschäumigkeit findet sich in der Menschlichkeit der meisten Personen; in allen Belangen möchten sie so wenig tun wie möglich, um zu sehen, womit sie durchkommen können, und ein Hauch von Betrug liegt in allem, was sie tun. Sie betrügen andere, wenn sie es können, nehmen Abkürzungen, wenn sie dazu in der Lage sind, und verabscheuen es, viel Zeit in eine Sache zu investieren und sich viele Gedanken darüber zu machen. Solange sie es vermeiden können, enttarnt zu werden, keine Probleme verursachen und nicht zur Rechenschaft gezogen werden, glauben sie, alles sei gut, und wursteln sich weiter durch. Für sie ist es der Mühe nicht wert, eine Arbeit gut auszuführen. Solche Menschen lernen nichts meisterhaft, und bringen sich nicht in ihr Studium ein. Sie wollen ein Thema nur in groben Zügen verstehen und sich dann als kompetent darin bezeichnen und verlassen sich danach darauf, wenn sie sich hindurchwursteln. Ist das nicht die Einstellung, die die Menschen zu den Dingen haben? Ist das eine gute Einstellung? Diese Art Einstellung, die solche Menschen zu anderen Menschen, Ereignissen und Dingen annehmen, ist in wenigen Worten ‚sich durchzuwursteln‘, und solche Abschäumigkeit existiert in der gesamten verdorbenen Menschheit.“ „Wie erkennt man den Unterschied zwischen ehrenwerten und unehrenhaften Menschen? Sieh dir einfach ihre Einstellung und Verhaltensweise im Umgang mit anderen Menschen, Ereignissen und Dingen an – sieh dir an, wie sie handeln, wie sie mit Dingen umgehen und wie sie sich verhalten, wenn Probleme aufkommen. Menschen mit Charakter und Würde sind sorgfältig, ernst und gewissenhaft in ihren Taten, und sie sind zu Opfern bereit. Menschen ohne Charakter und Würde sind halbherzig und nachlässig in ihren Taten, versuchen immer zu tricksen, wollen sich immer einfach durchwursteln. Sie lernen keine Fähigkeit, bis sie sie beherrschen, und egal wie lange sie lernen, sie bleiben verwirrt durch ihr Unwissen in ihrer Fähigkeit oder ihrem Beruf. Wenn du nicht auf Antworten drängst, erscheint alles gut, aber sobald du dies tust, geraten sie in Panik – sie haben Schweiß auf der Stirn und keine Antwort. Das sind die Menschen von niederem Charakter.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“) Erst als ich dies las, wurde mir klar, dass ich in der Ausübung meiner Pflicht nachlässig war, weil ich etwas Schmutziges in mir barg. Bei allem wollte ich so wenig wie möglich leisten, und die Qualität meiner Arbeit war mir egal. Ich weigerte mich die Prinzipien der Wahrheit zu suchen und meine Pflicht so zu tun, wie Gott es verlangt. Wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke ... ob es darum ging, ein Video zu drehen oder ein Lied zu komponieren ... wann immer ich vor einem Problem stand, das mit Anstrengung verbunden war, wann immer ich einen Preis zahlen sollte, war ich mit der geringstmöglichen Leistung zufrieden. Ich habe nicht versucht, mich zu verbessern oder härter zu arbeiten. Obwohl ich wusste, dass ich meine Pflichten besser erfüllen würde, wenn ich härter und aufmerksamer arbeitete, tat ich immer nur das Nötigste und war immer nachsichtig mit mir selbst. So konnte ich in meiner Arbeit nicht vorankommen oder durch die Ausübung meiner Pflicht Zeugnis für Gott ablegen. Immer wieder habe ich dadurch die Arbeit der Kirche aufgehalten. Wie konnte ich da sagen, ich hätte meine Pflicht getan? Ich habe die Arbeit von Gottes Haus behindert, daran besteht kein Zweifel. Da sah ich, wie ernst meine Schmutzigkeit war. Ich mogelte mich durch, ließ mich treiben, ich versuchte, Gott zu täuschen. Es fehlte mir an Charakter und Würde. Gott mag diejenigen, die ihre Pflicht ehrlich und fleißig erfüllen, die angesichts von Schwierigkeiten nach den Prinzipien der Wahrheit suchen und ihre Pflicht so erfüllen, wie Gott es verlangt. Sie haben Ehre und Integrität und sind hoch geschätzt in Gottes Augen. Im Vergleich zu ihnen war ich untauglich, ein Mensch genannt zu werden. Ich schämte mich. In diesem Augenblick verstand ich: Gott errettete mich dadurch, dass meine Brüder mich zurechtstutzten und sich mit mir befassten. Sonst würde ich mich immer auf diese Weise durchschummeln. Nie würde ich meine Pflicht gut erfüllen. Ich würde die Arbeit von Gottes Haus stören und von Gott verstoßen werden.

Ich las mehr von Gottes Worten: „Gottes Werk ist um der Menschheit willen, und die Mitwirkung des Menschen ist um Gottes Führung willen. Nachdem Gott alles vollbracht hat, muss der Mensch in seiner Praxis unablässig sein und mit Gott zusammenarbeiten. In Gottes Werk sollte der Mensch keine Mühe scheuen; er sollte seine Treue darbringen, und sollte sich nicht zahlreichen Vorstellungen hingeben oder nur herumsitzen und auf den Tod warten. Gott kann Sich für den Menschen opfern, warum kann dann der Mensch Gott seine Treue nicht darbringen? Gott ist dem Menschen gegenüber eines Herzens und eines Sinnes, warum kann der Mensch nicht ein wenig Zusammenarbeit darbringen? Gott wirkt für die Menschheit, warum kann der Mensch nicht manche seiner Pflichten um Gottes Führung willen erfüllen? Gottes Werk ist so weit gekommen, doch obwohl ihr seht, handelt ihr immer noch nicht; ihr hört, aber bewegt euch nicht. Sind derartige Menschen nicht Ziel des Unheils? Gott hat bereits Sein Ganzes dem Menschen gewidmet. Warum ist der Mensch also heutzutage nicht in der Lage, seine Pflicht ernsthaft zu erfüllen? Für Gott hat Sein Werk erste Priorität, und das Werk Seiner Führung ist von äußerster Bedeutung. Die erste Priorität des Menschen ist Gottes Wort in die Praxis umzusetzen und Gottes Anforderungen zu erfüllen. Dies solltet ihr alle verstehen.“ („Das Wort erscheint im Fleisch“) Ich war tief bewegt, als ich über Gottes Worte nachdachte. Den Menschen gegenüber ist Gott eins in Herz und Verstand. Zweimal ist Er Fleisch geworden, um die Menschheit zu retten, die von Satan verdorben ist. Er wurde gedemütigt, von Generationen abgelehnt und hat so viel gelitten. Trotz unserer tiefen Verdorbenheit und unserer besinnungslosen Apathie hat Gott uns nie im Stich gelassen. Er drückt immer noch die Wahrheit aus, um uns zu retten. Es fehlt uns an Kaliber, und wir akzeptieren die Wahrheit nur langsam, aber Gott hält Gemeinschaft mit uns, aufrichtig und gründlich. Manchmal verwendet Er Metaphern und Beispiele und erzählt Geschichten, um uns aus jedem Blickwinkel und auf jede Weise zu leiten, damit wir die Wahrheit verstehen und in sie eintreten können. Gott übernimmt die Verantwortung für unser Leben, und Er wird nicht ruhen, bis Er uns vollendet hat. Gottes Disposition und Seine ernsthaften Absichten zu sehen war wirklich inspirierend. Aber wenn ich daran dachte, wie ich Gott behandelt hatte und wie ich an meine Pflichten herangegangen war, erfüllte mich tiefe Reue. Ich wollte mich nicht mehr durchmogeln bei der Ausübung meiner Pflicht. Ich trat vor Gott und betete. Ich fragte Ihn, wie es mir gelingen könnte, nicht länger nachlässig zu sein und meine Pflicht gut zu erfüllen.

Dann las ich Gottes Worte, die lauten: „Was ist Pflicht? Es ist ein Auftrag, den Gott den Menschen anvertraut hat. Wie solltest du also deine Pflicht erfüllen? Indem du im Einklang mit Gottes Anforderungen und Maßstäben handelst und indem du dein Verhalten auf Grundlage der Prinzipien der Wahrheit statt menschlicher subjektiver Wünsche gründest. Auf diese Weise wird die Erfüllung deiner Pflichten dem vorgegebenen Maßstab entsprechen.“ „Wenn du deine Pflicht erfüllst, musst du einen Preis zahlen. Du musst sie ernst nehmen. Was bedeutet es, sie ernst zu nehmen? Sie ernst zu nehmen bedeutet nicht, sich ein wenig anzustrengen oder gewisse körperliche Qualen zu erleiden. Entscheidend ist, dass Gott in deinem Herzen ist und sich dort eine Bürde befindet. In deinem Herzen musst du die Bedeutung deiner Pflicht abwägen und dann diese Bürde und Verantwortung in allem tragen, was du tust, und dein Herz darin einbringen. Du musst dich der Mission würdig erweisen, die Gott dir gegeben hat, ebenso wie all dem, was Gott für dich getan hat, und Seinen Hoffnungen für dich. Nur ein solches Verhalten bedeutet Ernsthaftigkeit. Es nützt dir nichts, wenn du nur so tust als ob; du magst die Menschen irreführen, aber Gott kannst du nicht täuschen. Wenn kein wirklicher Preis und keine Loyalität vorhanden ist, wenn du deine Pflicht erfüllst, dann entspricht das nicht den Anforderungen.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“) Das verschaffte meinem Herzen Klarheit. Unsere Pflicht ist uns von Gott anvertraut. Wir müssen tun, was Er verlangt, und in Übereinstimmung mit der Wahrheit handeln. Wir können nicht wählerisch sein oder blindlings unseren eigenen Wünschen folgen. Bei der Ausübung unserer Pflicht müssen wir einen bestimmten Standard einhalten – nur den Anschein zu erwecken, dass wir hart arbeiten, reicht nicht aus. Hauptsache ist, dass wir Verantwortungsbewusstsein haben, dass wir gewissenhaft und aufrichtig sind, dass wir nach Wegen suchen und darüber nachdenken, wie wir uns verbessern können. Dann sind wir in der Lage, unsere Pflicht zu tun und Gott zu erfreuen. Als ich später ein Lied komponierte, habe ich den Text sorgfältig analysiert, und fand ein paar Lieder, die zu der Stimmung des Texts passten. Ich dachte intensiv darüber nach, wie andere Menschen Melodien verwendeten, um dasselbe Gefühl auszudrücken, und auch über die Bedeutung des Textes, die Stimmung und die Richtung der Melodie. Nachdem ich all das in den Griff bekommen hatte, begann ich zu komponieren. Später bat ich meine Brüder und Schwestern um Rat, überarbeitete die Komposition zweimal, und dann war sie fertig. Ich brauchte nur eine Woche, um sie fertigzustellen. Eine andere Komposition, die ich überarbeitet hatte, wurde ebenfalls angenommen. Als ich sah, wie wenig zeitaufwendig diese Kompositionen waren, fühlte ich noch mehr Reue und Bedauern, dass ich zuvor versucht hatte, mich um meine Pflicht herumzumogeln. Ich sah, wie sehr ich von Satan verdorben worden war, wie ernsthaft meine Schmutzigkeit war und wie nachlässig ich bei meiner Arbeit war. Dank Gottes Vorkehrungen hatten meine Brüder und Schwestern sich mit mir befasst, und ich kann endlich nach der Wahrheit streben, um meine verdorbenen Dispositionen abzuwerfen und meine Pflicht mit Hingabe zu erfüllen. Ich danke für Gottes Errettung!

Zurück: 10. Seiner Pflicht kann man nur ordnungsgemäß nachgehen, wenn man nicht mehr nachlässig ist

Weiter: 13. Wie man seine Pflicht auffassen sollte

Weißt du es schon? Der Herr ist vor langer Zeit im Geheimen vor den Katastrophen gekommen. Kontaktiere uns jetzt gerne, um den Weg zu finden, den Herrn willkommen zu heißen.
Kontakt uns
Kontaktiere uns über Whatsapp

Verwandte Inhalte

Einstellungen

  • Text
  • Themen

Volltöne

Themen

Schriftart

Schriftgröße

Zeilenabstand

Zeilenabstand

Seitenbreite

Inhaltsverzeichnis

Suchen

  • Diesen Text durchsuchen
  • Dieses Buch durchsuchen