Festhalten an meiner Pflicht

Sep 3, 2020

Von Yangmu, Südkorea

Ich war immer so neidisch, wenn ich sah, wie Brüder und Schwestern auftraten, wenn sie sangen und tanzten zum Lob Gottes. Ich träumte von dem Tag, an dem ich auf der Bühne stehen würde, um zu singen und für Gott Zeugnis abzulegen. Ich dachte, das wäre eine große Ehre! Der Tag kam früher als gedacht.

Im Mai 2018 wirkte ich in den Proben zu der Choraufführung „Die Hymne des Königreichs“ mit. Ich hatte nie Gesangs- oder Tanzunterricht gehabt, sodass mir das Üben anfangs wirklich schwerfiel. Ich war sehr nervös, wenn ich sang, hatte einen starren Gesichtsausdruck, und beim Tanzen geriet ich immer aus dem Takt. Trotzdem verlor ich den Mut nicht. Ich dachte daran, dass „Die Hymne des Königreichs“ der ganzen Menschheit das Kommen Gottes bezeugen würde, und war sofort so begeistert, dass ich einfach fortfuhr zu beten. Ich war entschlossen, mein Bestes zu geben, um gut zu singen und zu tanzen. Gott führte mich Stück für Stück, und nach einigen Monaten begann ich mich bei der ganzen Sache wohler zu fühlen. Ich zeigte Brüdern und Schwestern, wie sie ihren Ausdruck in Gesang und Mimik verbessern konnten. Nach und nach wurde ich recht selbstzufrieden und dachte: „Mein Ausdruck und meine Bewegungen können sich jetzt wirklich sehen lassen. Beim Filmen werde ich bestimmt ganz vorne dabei sein, und wenn die Brüder und Schwestern zu Hause mich im Bild sehen, werden sie ganz begeistert und glücklich sein. Bestimmt werden sie auch neidisch sein und mich bewundern.“ Jedes Mal, wenn ich daran dachte, fühlte ich mich großartig, und meine Energie bei der Erfüllung meiner Pflicht war grenzenlos. Auch wenn wir probten, bis ich in Schweiß gebadet war und mir alles weh tat, entspannte ich mich nicht. Ich hatte Angst, dass sie mich nicht in die erste Reihe stellen würden, wenn ich nachließ, und ich keine Gelegenheit haben würde, mit meinem Können anzugeben. Ich wusste, ich musste mein Bestes geben, egal wie schwierig und anstrengend es war. Als der Drehtermin näher rückte, legte der Regisseur unsere Positionen auf der Bühne fest. Aufgeregt öffnete ich die Liste der Mitwirkenden und suchte meinem Namen. Dann sah ich, dass ich in der siebten Reihe stand. Im ersten Augenblick traute ich meinen Augen nicht. Warum stand ich so weit hinten? Hatte der Regisseur einen Fehler gemacht? Mein Ausdruck und meine Bewegungen waren perfekt, und ich hatte sogar Brüdern und Schwestern beim Proben geholfen. Ich dachte, ich sollte wirklich in einer der ersten Reihen stehen. Wieso war ich so weit hinten eingeplant? Wenn ich es nicht auf den Bildschirm schaffte, wenn es keine Aufnahmen von mir gab, würden mich die anderen nicht einmal sehen. Dieser Gedanke verdross mich ungemein. In den Proben danach konnte ich weder Freude am Singen noch Energie beim Tanzen aufbringen. Die ganze Zeit war ich übel gelaunt und mürrisch, vor allem, wenn ich sah, wie einige Schwestern, deren Ausdruck und Bewegungen nichts Besonderes waren, in den ersten drei Reihen auftraten. Ich verstand es einfach nicht. Wieso waren sie besser als ich? Warum wurden sie vorn aufgestellt, während man mich hinten versteckte? Ich war zerfressen von Eifersucht und konnte es nicht akzeptieren. Ich sah, dass einige Brüder und Schwestern, die beim Üben normalerweise besser waren als ich, noch weiter hinten standen. Trotzdem sahen sie ganz entspannt aus, wenn wir probten, als würde es ihnen überhaupt nichts ausmachen. Ich war verwirrt: Auch wenn sie hinten standen, gehorchten sie und erfüllten aktiv ihre Pflicht. Warum fiel es mir dann so schwer, und warum konnte ich nicht gehorchen? War ich wirklich so unvernünftig? An diesem Punkt fing ich zwar an, mir Selbstvorwürfe zu machen, aber ich strebte noch immer nicht nach der Wahrheit, dachte noch immer nicht über mich selbst nach. Noch immer kam ich nicht darüber hinweg, dass ich in der Aufstellung so einen schlechten Platz hatte.

Ein paar Tage später nahm der Regisseur einige Änderungen an der Aufstellung vor. Heimliche Freude erfüllte mich, und ich fragte mich, ob ich jetzt nach vorne rücken würde. Als ich dann die Aufstellung sah, brach ich fast in Tränen aus. Ich war in die allerletzte Reihe versetzt worden, und zwar ganz am Rand, wo die Kamera mich kaum sehen konnte. Was ich noch unglaublicher fand, war, dass einige Schwestern, die noch nicht lange geprobt hatten, vor mich platziert wurden. Ich war völlig aufgewühlt und aus dem Gleichgewicht. Ich hatte so hart gearbeitet, um Ausdruck und Bewegungen zu üben, damit ich im Film zu sehen sein würde. Warum war ich dann in eine obskure Ecke verbannt worden, ohne die geringste Chance, mein Gesicht zu zeigen? Ich würde nichts weiter als ein Requisit sein! Was für einen Sinn hatte es, überhaupt in der Show mitzumachen? Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich in den Proben nicht so hart gearbeitet. Ich hatte das Gefühl, zusammenzubrechen, und konnte die Tatsache einfach nicht akzeptieren. Nun, an einem der darauffolgenden Übungstage verstauchte ich mir den Knöchel. Ich dachte: „Jetzt kann ich mich ausruhen, da mein Knöchel verstaucht ist, und es gibt keinen Grund, mich jeden Tag so zu verausgaben. Ich stehe hinten, wo mich sowieso niemand sehen kann. Warum sollte ich da hart arbeiten?“ Ich kam spät und ging früh, und wenn die Proben zu anstrengend wurden, ruhte ich mich in den Kulissen aus. Als sie das mitbekamen, gaben mir einige Schwestern zu bedenken: „Wir sind kurz vor dem Dreh. Wenn du jetzt nicht übst, bist du nicht synchron mit all den anderen. Wir können jetzt nicht herumtrödeln.“ Als ich das hörte, war ich ein bisschen verunsichert und fühlte mich irgendwie schlecht. Ich wusste, es waren nur noch 20 Tage bis Drehbeginn. Wenn ich jetzt also nicht fleißig bei den Proben dabei sein würde, verzögerte sich das ganze Projekt. Ich würde den ganzen Ablauf stören. Plötzlich hatte ich dieses Gefühl von Angst. Wie konnte ich so verdorben sein? Durch Reflexion allein erkannte ich, dass ich mich herausgeredet und widersetzt hatte und den Antrieb, meine Pflicht zu tun, verloren hatte, seit man mich nach hinten gestellt hatte und ich keine Gelegenheit mehr hatte, mich aufzuspielen. Ich tat nur das Allernotwendigste und spulte mechanisch ab, was von mir erwartet wurde. Ich habe mich Gott widersetzt und mich feindlich verhalten. Meine Verstauchung wurde auch immer schlimmer, was vielleicht ein Zeichen war, dass Gott mich disziplinierte. Wenn ich mich weiterhin so widersetzte, war es egal, ob ich Gelegenheit zum Angeben hatte oder nicht – denn dann würde ich gar nicht auf der Bühne sein und sogar meine Pflicht verlieren. Erfüllt von Schmerz und Selbstvorwürfen kniete ich an diesem Abend im Gebet vor Gott. „O Gott, ich war wirklich aufgebracht, als ich sah, dass sie mich nach hinten stellen, und ich war nicht in der Lage zu gehorchen, so voller Klagen war ich, und ich habe meine Pflicht schlecht erfüllt, als ich die Arbeit verweigerte. Ich sehe, wie aufsässig ich bin, wie ich Dich enttäuscht habe. Gott, bitte führe mich aus diesem Zustand heraus.“

Dann las ich diese Worte Gottes: „Sobald es um Stellung, Ansehen oder Ruf geht, hüpft das Herz eines jeden voller Erwartung, und jeder von euch möchte immer herausragen, berühmt sein und anerkannt werden. Niemand ist bereit, nachzugeben, möchte stattdessen immer wetteifern – obwohl wetteifern peinlich ist, und in Gottes Haus nicht erlaubt ist. Jedoch bist du noch immer nicht zufrieden, nicht zu wetteifern. Wenn du siehst, dass jemand herausragt, fühlst du dich neidisch, fühlst Hass und hast das Gefühl, dass es ungerecht ist. ‚Warum kann ich nicht herausragen? Warum ist es immer jene Person, die herausragt, und nie bin ich an der Reihe?‘ Du verspürst dann etwas Groll. Du versuchst, ihn zu unterdrücken, aber du kannst es nicht. Du betest zu Gott und fühlst du dich eine Zeit lang besser, doch dann, sobald du erneut auf eine solche Situation triffst, kannst du sie nicht überwinden. Zeigt das nicht eine unreife Statur auf? Ist es nicht eine Falle, wenn ein Mensch in solche Zustände gerät? Das sind die Fesseln von Satans verdorbener Natur, die die Menschen binden. Wenn ein Mensch diese verdorbenen Dispositionen abgeworfen hat, ist er dann nicht frei und befreit? Folgendes ist zu bedenken: Welche Art von Veränderungen muss ein Mensch vornehmen, wenn er nicht in diese Zustände verstrickt werden will und in der Lage sein will, sich aus ihnen zu befreien und aus dem Verdruss und der Knechtschaft dieser Dinge befreit werden will? Was muss ein Mensch erlangen, bevor er wirklich fähig ist, frei und befreit zu sein? Einerseits muss er die Dinge durchschauen: Ruhm, Vermögen und Positionen sind nur Werkzeuge und Methoden, die Satan benutzt, um Menschen zu verderben, um sie zu verleiten, ihnen zu schaden und ihre Verkommenheit zu bewirken. Theoretisch musst du erst ein klares Verständnis davon gewinnen. Des Weiteren musst du lernen, diese Dinge loszulassen und beiseitezulegen. … Andernfalls wird dich umso mehr Dunkelheit umgeben, je mehr du kämpfst, und umso mehr Neid und Hass wirst du in deinem Herzen spüren, und dein Wunsch, etwas zu erlangen, wird nur stärker werden. Je stärker dein Wunsch ist, etwas zu erlangen, desto weniger wirst du fähig sein, es zu tun, und wenn du weniger erlangst, wird dein Hass zunehmen. Wenn dein Hass zunimmt, wirst du innerlich immer dunkler werden. Je dunkler du innerlich bist, desto schlechter wirst du deine Pflicht ausführen. Je schlechter du deine Pflicht ausführst, desto weniger nützlich wirst du sein. Das ist ein in sich verflochtener Teufelskreis. In einem solchen Zustand kannst du deine Pflicht nicht gut ausführen, also wirst du allmählich beseitigt werden.“ („Du kannst Wahrheit erlangen, nachdem du dein aufrichtiges Herz Gott übergeben hast“ in „Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Das weckte mich ein wenig auf. Gottes Worte offenbarten exakt meinen eigenen Zustand. Nachdem ich der Chorgruppe beigetreten war und immer vertrauter mit dem Programm wurde und anderen half, an ihrem Ausdruck zu arbeiten, hatte sich allmählich das Gefühl in mir festgesetzt, ich sei besser als sie und ich sollte beim Filmen im Vordergrund stehen. Ich tat meine Pflicht strotzend vor Energie, wenn ich ans Filmen dachte und daran, wie ich mit meinem Können angeben würde. Es machte mir nichts aus, bis zur Erschöpfung zu arbeiten, und ich konzentrierte mich darauf, meinen Ausdruck und meine Bewegungen zu üben. Aber als mein Platz in der Aufstellung immer weiter nach hinten rückte, zerschlugen sich meine Hoffnungen auf eine Gelegenheit zu glänzen. Ich widersetzte mich dem Arrangement des Regisseurs und weigerte mich zu akzeptieren, dass andere vor mir standen. Ich war eifersüchtig auf sie. Ich verstand es nicht und beklagte mich, ich fand es nicht fair. Ich versuchte, zu argumentieren und mit Gott zu konkurrieren, ich wurde negativ und ließ in meiner Pflicht nach. Ich bedauerte es sogar, mir beim Üben solche Mühe gegeben zu haben. Als ich über meine Motive und mein Verhalten nachdachte, wurde mir klar, dass ich meiner Pflicht in Erfüllung von Gottes Willen nicht nachkam und nicht Zeugnis ablegte für Ihn. Stattdessen wollte ich die Gelegenheit nutzen, um aufzufallen, mich von anderen bewundern zu lassen. Kämpfte ich nicht lediglich für mein Renommee und meinen Status? Ich war so egoistisch und verachtenswert! Die Gelegenheit, der Chorgruppe beizutreten, kam von Gott, der mich erhob, doch ohne Gewissen und Vernunft verschwendete ich keinen Gedanken, wie ich meine Pflicht gut erfüllen und Gott zufrieden stellen könnte. Stattdessen kämpfte ich, um zu prahlen. Ich regte mich auf und beklagte mich, wenn ich nicht glänzen konnte. Der Zustand, in dem ich mich befand, wurde immer düsterer. Am Ende erfüllte ich meine Pflicht schlecht, und Gott war davon abgestoßen. War ich nicht Satan ins Netz gegangen? Ich dachte an all die Brüder und Schwestern, die hinter den Kulissen ihre Pflicht taten, die nicht auf der Bühne stehen durften und dennoch hart arbeiteten, sich nicht beklagten und ihre Pflicht erfüllten, mit beiden Beinen fest auf der Erde. Im Vergleich zu ihnen war ich ein Nichts. Ich hatte das Gefühl, Gut und Böse nicht unterscheiden zu können und tief in Gottes Schuld zu stehen. Ich wollte nicht länger so rebellisch sein. Ich wollte vor Gott Buße tun.

Danach las ich diese Worte Gottes: „Du musst lernen, diese Dinge loszulassen und beiseitezulegen, nachzugeben, andere zu empfehlen und ihnen zu gestatten, herauszuragen. Kämpfe nicht oder nutze es nicht überstürzt aus, sobald du eine Gelegenheit hast herauszuragen oder Ruhm zu erlangen. Du musst lernen, zurückzutreten, aber du darfst nicht die Ausführung deiner Pflicht verzögern. Sei ein Mensch, der in stiller Verborgenheit arbeitet und bei der Ausführung der Pflicht nicht vor anderen angibt. Je mehr du loslässt und beiseitelegst, desto friedlicher wirst du werden, desto mehr Raum wird sich in deinem Herzen auftun und desto mehr wird sich dein Zustand verbessern. Je mehr du kämpfst und wetteiferst, desto dunkler wird dein Zustand sein. Wenn du es nicht glaubst, probiere es aus und sieh selbst. Wenn du diese Art Zustand wenden und nicht von diesen Dingen kontrolliert werden möchtest, dann musst du sie zuerst beiseitelegen und aufgeben.“ („Du kannst Wahrheit erlangen, nachdem du dein aufrichtiges Herz Gott übergeben hast“ in „Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Gottes Worte gaben mir einen Weg zum Praktizieren. Wann immer ich mich jetzt aufspielen wollte, musste ich zu Gott beten und mich selbst zurücknehmen, meine eigenen Wünsche loslassen. Ich musste mehr darüber nachdenken, wie ich meine Pflicht im Einklang mit Gottes Anforderungen erfüllen, meine Bewegungen richtig ausführen und meine Lieder gut singen konnte. Das war es, was ich tun musste. Ich erkannte, dass meine Chance, bei „Die Hymne des Königreichs“ mitzumachen, darin bestand, die Pflicht eines erschaffenen Wesens zu erfüllen, ob ich nun vorne oder hinten stand. Gottes Entschluss, ob die Menschen ihre Pflicht hingebungsvoll erfüllen, beruht nicht auf ihrer Position in der Aufstellung, sondern nach ihrer Aufrichtigkeit und ob sie die Wahrheit praktizieren und sich Gott unterwerfen. Ich fühlte mich so viel wohler, nachdem ich den Willen Gottes verstanden hatte, und ich sprach dieses Gebet: „Gott, ich will nicht mehr gegen Dich rebellieren. Ganz gleich, wo mein Platz ist, auch wenn er ganz hinten ist, wo mich niemand sehen kann, will ich meine Pflicht gut tun, um Dich zufriedenzustellen!“

Danach stand ich bei den Proben immer in einer der letzten beiden Reihen. Manchmal noch kam mir der Gedanke, dass ich so nie in einem Bild zu sehen sein würde, dass mich niemand jemals bewundern würde, und ich fühlte mich ein klein wenig enttäuscht. Aber in solchen Momenten betete ich rasch zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu beruhigen, und ich dachte darüber nach, wie ich mit jeder einzelnen Zeile, die ich sang, zum Ausdruck bringen konnte, was Gott verlangt, und wie ich voller Energie tanzen würde in Übereinstimmung mit der Choreografie. Als ich anfing, mit ganzem Herzen bei diesen Dingen zu sein, fühlte ich mich Gott so nahe, und es war mir egal, welchen Platz man mir zuwies. Und dann geschah das Unglaubliche. Als der Termin für die Dreharbeiten näher rückte, wurde ich immer weiter nach vorne versetzt, und mir wurden auch ein paar kleine Szenen für den Film gegeben. Ich dankte Gott, dass Er mir diese Gelegenheit zum Praktizieren gab. Während der mehrtägigen Dreharbeiten hielt ich an meinem Gefühl der Dankbarkeit fest. Bei jeder Aufnahme konzentrierte ich mich darauf, mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein, damit ich später nichts zu bereuen hatte in Hinsicht auf die Erfüllung meiner Pflicht. Für die letzte Aufnahme stand ich in der ersten Reihe, und die Kamera war ganz nah an mir dran. Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich empfand es als eine große Ehre. Ich dankte Gott immer und immer wieder und war entschlossen, gute Arbeit zu leisten. Als ich vergnügt zur ersten Reihe ging, wurde ich von all diesen Scheinwerfern angestrahlt, und die Kameras waren auf mich gerichtet. Eine Schwester eilte herbei, um meine Kleider und mein Haar zu richten und meine Schminke aufzufrischen. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich stünde im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und alle sähen mich an, und ich konnte meiner Aufregung nicht Herr werden. Nicht einmal in meinen Träumen hatte ich mir vorgestellt, in der ersten Reihe zu stehen. Ich dachte, wenn die Dreharbeit gut ist, werden viele Leute mich sehen, und ich würde mir einen Namen machen. Die Idee gefiel mir immer besser. Das Gefühl war unbeschreiblich. Bei diesem Gedanken wurde mir plötzlich klar, dass ich mich nicht im richtigen Zustand befand und dass ich schon wieder prahlen wollte. Ich verlor keine Zeit und betete zu Gott, um mich selbst zurückzunehmen, aber ich konnte mein falsches Denken nicht niederhalten und konnte mich nicht beruhigen. Zwei oder drei Aufnahmen wurden gemacht, aber ich konnte nicht mit vollem Einsatz dabei sein. Dann ermahnte uns der Regisseur, wir sollten uns in den richtigen geistigen Zustand versetzen. Ich befürchtete, der Regisseur könnte gesehen haben, wie schlecht mein Ausdruck war, und mich wieder hinten auf der Bühne platzieren. Ich hatte Angst, diese Gelegenheit, mein Können zur Schau zur stellen, zu verpassen. Aber mir wurde klar, dass ich nicht immer an meine eigenen Interessen denken durfte, sondern mich darauf konzentrieren musste, meinen Zustand anzupassen, damit ich meine Pflicht gut erfüllen konnte. In mir tobte ein Kampf zwischen dem Wunsch, meine Pflicht gut zu tun, und der Sorge, die Chance zum Angeben zu verlieren. All das machte mich schrecklich nervös. Wir haben fünf Aufnahmen hintereinander gemacht, aber ich konnte mich immer noch nicht voll einbringen und wirkte richtig steif. Ich sah, wie die anderen Schwestern alle aufgeregt darüber sprachen, was sie nach dem Dreh erfahren hatten, und einige waren so bewegt, dass sie weinten. Doch meine Laune besserte sich nicht. Ich war sehr niedergeschlagen und ging schnell weg.

Auf dem Heimweg fühlte ich mich schuldig, weil ich bei den Dreharbeiten schlechte Arbeit geleistet hatte. All die anderen hatten Gott ihr ehrliches Herz und unschuldiges Lächeln geschenkt, aber ich war besessen von Angeberei. Meine Leistung war überhaupt nicht gut genug, um Gott zu bezeugen, und Gott konnte meine Pflicht nicht gutheißen. An diesem Punkt war alles, was ich wollte, mich auszuweinen. Ich sprach zu Gott: „Gott, ich bedauere diese letzte Aufnahme. Ich will wirklich nicht mehr angeben und will gern im hinteren Teil der Bühne stehen, in einer Ecke, wo mich niemand sehen kann, nicht einmal die Kamera. Solange ich mit einfachem, ehrlichem Herzen wirklich für Dich singe, werde ich glücklich und in Frieden sein und werde mich nie wieder so schuldig fühlen. Aber es ist zu spät, und ich kann nicht wiedergutmachen, was ich schulde.“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr ärgerte ich mich über die Art und Weise, wie ich meine Pflicht erfüllt hatte, und ich empfand große Reue.

Ich brachte mein Herz zur Ruhe und dachte darüber nach. Warum war mein Wunsch, anzugeben und aufzufallen, so stark, dass es so schwer war, dem Fleisch zu entsagen und die Wahrheit auszuüben? Ich las Folgendes in Gottes Worten: „Was dir gefällt, worauf du dich fokussierst, was du anbetest, was du beneidest und woran du in deinem Herzen jeden Tag denkst, sind alle stellvertretend für deine Natur. Es genügt, zu beweisen, dass deine Natur Ungerechtigkeit mag und in ernsten Situationen, deine Natur böse und unverbesserlich ist. Du solltest deine Natur auf diese Art und Weise analysieren; das heißt, untersuchen, was du magst und was du in deinem Leben aufgibst. Vielleicht bist du vorübergehend gut zu jemandem, aber das beweist nicht, dass du ihn oder sie magst. Was du wirklich magst, ist genau das, was in deiner Natur ist; selbst wenn deine Knochen gebrochen wären, würdest du dich trotzdem daran erfreuen und könntest es niemals aufgeben. Das ist nicht einfach zu ändern.“ („Was ihr über die Wandlung eurer Disposition wissen solltet“ in „Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). „Zusätzlich zum Aufdecken der Dinge, die Menschen in ihrer Natur mögen, müssen auch andere Aspekte, die zu ihrer Natur gehören, aufgedeckt werden; zum Beispiel die Sichtweisen der Menschen über Dinge, die Methoden und Lebensziele der Menschen, die Lebenswerte und Lebensansichten der Menschen sowie die Ansichten über alle Dinge, die mit Wahrheit zu tun haben. Das sind alles Dinge tief in den Seelen der Menschen und sie stehen in direktem Zusammenhang mit der Umwandlung der Disposition.“ („Was ihr über die Wandlung eurer Disposition wissen solltet“ in „Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Gottes Worte halfen mir zu verstehen, dass das menschliche Denken, die menschlichen Vorlieben und Bestrebungen alle aus unserer Natur stammen und auch von unserer Natur kontrolliert werden. Dann fragte ich mich: Worauf hatte ich mich wirklich konzentriert? Wonach hatte ich die ganze Zeit gesucht, während ich meine Pflicht tat? Als mein Platz auf der Bühne immer weiter nach vorn rückte und ich in immer mehr Aufnahmen zu sehen war, drehten sich meine Gedanken fast nur darum, dass ich endlich die Chance hatte, vorne dabei zu sein, mein Können zu zeigen und im Mittelpunkt des Neids und der Wertschätzung anderer zu stehen. Besonders in der letzten Szene, in der ich ganz im Vordergrund stand, hatte ich das Gefühl, eine Art Star zu sein. Ich hielt es für einen so großen Erfolg, dass ich den Wunsch nicht unterdrücken konnte, mich aufzuspielen und der Kamera mein bestes Gesicht zu zeigen, um den Brüdern und Schwestern, die mich kannten, eine nette Überraschung zu bereiten und mir selbst eine wunderbare, ewig währende Erinnerung zu schenken. Ich begriff, wie sehr ich Ansehen und Status schätzte und dass es sich so tief in mein Herz eingegraben hatte und zu meiner Natur geworden war. Danach las ich Folgendes in Gottes Worten: „Eine verdorbene satanische Disposition ist sehr tief in den Menschen verwurzelt; sie wird zu ihrem Leben. Was genau ist es, das die Menschen suchen und gewinnen wollen? Was sind die Ideale, Hoffnungen, Ambitionen, Lebensziele und Richtungen der Menschen unter der treibenden Kraft einer verdorbenen satanischen Disposition? Laufen sie positiven Dingen nicht zuwider? Zunächst einmal wollen Menschen immer Ansehen genießen oder Berühmtheiten sein; sie wollen großen Ruhm und großes Ansehen erlangen und ihren Vorfahren Ehre einbringen. Sind das positive Dinge? Sie stimmen nicht im Geringsten mit positiven Dingen überein; sie widersprechen ferner dem Gesetz, dass Gott über das Schicksal der Menschheit herrscht. Warum sage Ich das? Welche Art von Menschen will Gott? Will Er Menschen von Größe, Berühmtheiten, vornehme Menschen oder Menschen, die die Welt bewegen? (Nein.) Welche Art von Menschen will Gott also? Er will Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, die danach streben, qualifizierte Geschöpfe Gottes zu sein, die die Pflicht von Geschöpfen erfüllen können und die sich an die Stellung eines Menschen halten können.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). „Du strebst immer nach Größe, Vornehmheit und Würde; du strebst immer nach Erhöhung. Wie fühlt sich Gott, wenn Er das sieht? Er verabscheut es und will es nicht ansehen. Je mehr du nach Dingen wie Größe und Vornehmheit strebst und danach, anderen überlegen zu sein, angesehen, herausragend und bemerkenswert zu sein, desto widerlicher findet Gott dich. Sei nicht jemand, den Gott widerlich findet! Wie kann das nun erreicht werden? Indem man Dinge auf eine bodenständige Weise tut, während man die Position des Menschen einnimmt. Erwäge keine nutzlosen Träume, strebe nicht nach Ruhm oder danach, dich von deinesgleichen abzuheben, und versuche außerdem nicht, eine Person von Größe zu sein, die alle anderen übertrifft, die unter den Menschen überlegen ist und andere dazu bringt, sie anzubeten. Das ist der Weg, den Satan geht; Gott will solche geschaffenen Wesen nicht. Falls es am Ende – sobald das gesamte Werk Gottes vollbracht ist – noch Menschen gibt, die nach diesen Dingen streben, dann erwartet sie nur ein Ende: beseitigt zu werden.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Gottes Worte waren für mich ein echter Weckruf. Ich dachte darüber nach, warum ich es so sehr liebte, mich zu zeigen und aufzuspielen, warum ich so eitel war. Das alles lag daran, dass ich von Satan erzogen und verdorben worden war. Sein Gift, z. B. ausgedrückt in den Sprüchen „Sich hervortun und seinen Vorfahren zur Ehre gereichen“ und „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ war tief in mich eingesickert und hatten mir eine falsche Lebenseinstellung vermittelt. Das Streben nach Ansehen und Status und nach einem besseren Leben als das anderer Leute waren für mich positive Dinge. Ich betrachtete sie als Lebensziele. Egal, was ich tat, ich wollte damit angeben, wollte, dass andere mich bewundern und mich beneiden. Ich dachte, ein besseres Leben führen zu wollen als andere Leute sei ehrenhaft. Die Liebe zu Ansehen und Status war zu meiner eigenen Natur geworden. Ich dachte darüber nach, wie ich mich schon immer hervortun wollte, früher in der Schule und im Umgang mit anderen. Ich wollte den anderen voraus sein, im Rampenlicht stehen. Wann immer jemand anfing, mich wahrzunehmen, machte mich das glücklich. Ich konnte es nicht ertragen, in einer Gruppe von Menschen unbemerkt zu bleiben oder ohne Einfluss zu sein. Ich wollte um einen vorderen Platz kämpfen, und als ich damit scheiterte, war ich aufgebracht und verärgert. Ich habe immer in Übereinstimmung mit diesen giftigen satanischen Sprüchen gelebt und wollte immer, dass andere mich bewundern. Diese Dinge waren wie Fesseln, die mich niederhielten und meine Gedanken kontrollierten, sodass ich glaubte, die Mitwirkung in einem Film, der Zeugnis ablegt für Gott, sei meine ganz persönlichen Bühne, um mich zur Schau zu stellen. Ich behandelte meine Pflicht wie ein Sprungbrett zur Befriedigung meiner eigenen Wünsche. In meinem Herzen gab es nichts anderes als den Wunsch, hervorzustechen und zu glänzen. Ich verschwendete keinen Gedanken daran, wie ich meine Pflicht gut erfüllen oder Gott zufriedenstellen kann. Mir wurde klar, dass solange Satans Gifte und Gesinnungen noch in mir waren, es mir nicht nur unmöglich war, meine Pflicht gut zu erfüllen und Gott zufriedenzustellen, sondern ich letztendlich auch von Gott eliminiert werden würde, weil ich mich gegen Ihn auflehnte und Ihm widerstand.

Später las ich Folgendes in Gottes Worten: „Was Gott von den Menschen verlangt, ist nicht die Fähigkeit, eine bestimmte Anzahl von Aufgaben zu erfüllen oder irgendwelche großen Unternehmungen zu vollbringen, noch braucht Er sie, damit sie durch irgendwelche großen Unternehmungen den Weg bereiten. Gott will, dass die Menschen in der Lage sind, auf eine bodenständige Art und Weise alles zu tun, was sie können, und in Übereinstimmung mit Seinen Worten leben. Gott verlangt nicht, dass du groß oder ehrenhaft bist, noch möchte Er, dass du irgendwelche Wunder bewirkst, noch will Er irgendwelche angenehmen Überraschungen in dir sehen. Er braucht solche Dinge nicht. Alles, was Gott verlangt, ist, dass du auf Seine Worte hörst und sie, sobald du sie gehört hast, dir zu Herzen nimmt und sie beachtest, während du auf bodenständige Weise praktizierst, damit Gottes Worte das werden können, was du auslebst, und zu deinem Leben werden. Auf diese Weise wird Gott zufrieden sein.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Ich verstand, dass es Gottes Wille ist, dass wir nach der Wahrheit streben und durch und durch ehrliche Menschen sind, dass wir uns Seiner Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen und unser Bestes geben, um unsere Pflicht zu erfüllen. Die Arbeit an diesen Zielen wird Ihn zufrieden stellen. Bis dahin hatte ich Gottes Willen nicht verstanden; mit aller Kraft hatte ich nach Ruhm und Status gestrebt. Deshalb konnte ich meine Pflicht nicht gut erfüllen, was Gott enttäuschte. Ich war so verdorben, doch Er gab mich trotzdem nicht auf. Immer wieder offenbarte Er mein falsches Bestreben, indem Er meinen Platz auf der Bühne korrigierte, sodass ich meine verdorbene satanische Veranlagung erkennen, mich abwenden und ändern konnte. Gottes Liebe hat mich wirklich bewegt. Ich sprach dieses Gebet zu Ihm: „Gott, ich will nicht mehr danach trachten, aufzufallen oder bewundert zu werden. Diese Bestrebungen bringen mir nur Schmerz, machen mich unfähig, Dich in meiner Pflicht zufriedenzustellen, und lassen mich schuldbeladen zurück. Von nun an möchte ich nur noch nach Deinen Worten praktizieren. Egal, welche Stellung ich einnehme, ob ich angeben kann oder nicht, alles, was ich möchte, ist ein Loblied auf Dich zu singen und mich Dir zu unterwerfen von ganzem Herzen, meine Pflicht zu tun, um Dich zufriedenzustellen.“ Als wir später Szenen nachdrehten, war mein Platz manchmal weiter hinten, manchmal weiter vorn; und manchmal wurde ich bei den Proben gebraucht, aber nicht für die Dreharbeiten. Das hat mich emotional berührt, aber ich konnte meine eigenen Wünsche loslassen, indem ich zu Gott betete und Seine Worte las, um meine Haltung zu kontrollieren. Manchmal sah ich, wie Schwestern betroffen reagierten, wenn ihr Platz geändert wurde, und wie sie ihre Pflicht nicht gut erfüllten. Ich konnte rechtzeitig einige relevante Worte Gottes finden und verknüpfte sie mit meinen eigenen Erfahrungen, um ihnen zu helfen. Auf diese Weise meine Pflicht zu tun gab mir Frieden, und es war eine sinnvolle Aktivität! Der Regisseur nahm mich später wieder in die erste Reihe, aber ich habe nicht so wie früher versucht, mich aufzuspielen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es eine große Verantwortung war, dass es ein Zeugnis war, wenn die Kamera auf mich gerichtet war. Ich konzentrierte mich darauf, gut zu singen und meine Pflicht zu tun wie verlangt. Ich erinnerte mich an eine Szene, als ich ganz hinten auf der Bühne stand und wir Folgendes aus Gottes Worten sangen: „Erhebe deine triumphierende Fahne, um Gott zu feiern! Singe dein triumphierendes Siegeslied und verbreite Gottes heiligen Namen!“ Ich dachte darüber nach, wie tief ich von Satan verdorben worden war im Streben nach Ansehen und Status, dass ich es versäumt hätte, meine Pflicht gut zu erfüllen, um Gott zufriedenzustellen, wie ich Ihn wirklich verletzt hätte. An diesem Tag fühlte ich, dass ich Gott von ganzem Herzen preisen und Ihm mein bestes Lied darbringen musste, um Satan zu beschämen und zu besiegen! Als ich mit dieser Haltung auf der Bühne sang, um Gott zu preisen, fühlte ich einen Frieden und eine Freude, die ich noch nie zuvor erlebt hatte. Ich hatte auch ein starkes Gefühl von Stolz und Gerechtigkeit!

„Die Hymne des Königreichs“, ein groß angelegtes Chorwerk, wurde schon bald online gestellt. Wir alle, Brüder und Schwestern, sahen uns das Video mit Begeisterung an. Zu sehen, wie so viele von Gottes Auserwählten vor dem Ölberg standen und stolz sangen, „Die Menschen jubeln zu Gott, die Menschen preisen Gott“ erschütterte mich tief, und ich war so berührt, dass ich nicht anders konnte, als Tränen der Dankbarkeit zu vergießen. Wenn ich an alles zurückdenke, was passiert ist, von der Zeit, als es mir so viel ausmachte, wenn meine Position geändert wurde, und ich meine Pflicht nicht von ganzem Herzen erfüllen konnte, bis hin zu einem Zustand, in dem mir Ansehen und Status völlig unwichtig waren, ob mein Platz ganz vorne oder ganz hinten war, als ich schlicht den Platz eines geschaffenen Wesens einnahm und frei sang und Gott bezeugte, das alles war die Frucht von Gottes Werk in mir. Dank sei Gott!

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