Auf Probleme hinzuweisen ist nicht dasselbe, wie Unzulänglichkeiten bloßzustellen

Mai 24, 2026

Von Linda, Italien

Schon als ich noch ein Kind war sagte meine Mutter zu mir: „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“ und „Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft.“ Sie sagte mir, wenn mir Probleme bei anderen auffielen, dürfe ich sie auf keinen Fall direkt darauf ansprechen, da dies eine schlechte Reaktion hervorrufen würde. Ich müsse über alles hinwegsehen, um freundschaftliche Beziehungen zu anderen aufrechtzuerhalten. Von da an nahm ich mir die Worte meiner Mutter zu Herzen. Ob in der Schule oder unter Verwandten und Freunden, ich sprach die Probleme anderer nie offen an, wenn ich sie bemerkte. Ich erinnere mich an meine Sitznachbarin in der Mittelstufe. Sie erzählte mir, andere hielten sie für ziemlich eigenwillig und herrschsüchtig und wollten deshalb keine Zeit mit ihr verbringen. Sie fragte mich, ob sie wirklich so sei. Eigentlich wusste ich, dass sie diese Probleme hatte und wollte ihr die Wahrheit sagen, doch dann dachte ich: „Wird es ihr nicht peinlich sein, wenn ich ihr die Wahrheit sage, und will sie dann vielleicht keine Zeit mehr mit mir verbringen?“ Obwohl ich eigentlich etwas anderes dachte, sagte ich also: „Das finde ich nicht. Hör nicht auf den Unsinn der anderen.“ Als sie das hörte, sagte meine Sitznachbarin glücklich: „Ich hab’s mir gedacht, du bist wirklich netter als die anderen. Die mögen mich einfach nie. Du bist die Einzige, die mich versteht.“ Danach wurde unsere Beziehung noch enger. Ich dachte, das sei eine gute Art, sich zu verhalten.

Später nahm ich das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen an und begann, in der Kirche die Pflicht der Bilderstellung auszuführen. Die technischen Fähigkeiten von Schwester Chloe waren relativ schlecht. Wenn wir Designideen besprachen, fragten wir sie immer, ob sie Schwierigkeiten hätte, und beantworteten geduldig ihre Fragen. Ich dachte, so würde sie schnell Fortschritte machen, doch später entdeckte ich, dass Chloe nach unseren Besprechungen nicht sofort mit der Produktion begann. Stattdessen hörte sie eine Weile Hymnen und verbrachte dann einige Zeit damit, im Internet Nachrichten zu lesen, die nichts mit ihren Pflichten zu tun hatten. Am Ende waren die Bilder, die sie produzierte, sehr primitiv. Ich sah, dass sie bei ihrer Pflicht oberflächlich war, also wollte ich sie auf ihre Probleme ansprechen. Bei einer Versammlung fragte ich Chloe, warum sie bei der Erstellung der Bilder so langsam sei. Sie sagte, sie sei auf Schwierigkeiten gestoßen. Ich sagte: „Wenn du auf Schwierigkeiten stößt, solltest du dich umgehend mit uns austauschen. So können die Probleme so schnell wie möglich gelöst werden und der Fortschritt wird nicht verzögert.“ Eigentlich wollte ich aufdecken, wie oberflächlich sie in dieser Zeit ihre Pflicht getan hatte. Ich bemerkte jedoch, dass sie ungeduldig wurde, und schluckte die Worte herunter, die ich sagen wollte. Später suchten auch andere Schwestern Chloe auf, um mit ihr Gemeinschaft zu halten. Sie sagte, ich würde ihre Schwierigkeiten nicht verstehen und zu viel von ihr verlangen, aber sie nehme es von Gott an und wolle ihre Einstellung zu ihrer Pflicht umkehren. Das zu hören, machte mir etwas Sorgen, und ich dachte: „Wie sollen wir in Zukunft miteinander auskommen, wo Chloe doch jetzt ein Vorurteil gegen mich hat? Werden meine anderen Schwestern denken, ich hätte keine gute Menschlichkeit und sei unsensibel?“ Später bemerkte ich, dass Chloe die Bilder schneller erstellte als zuvor, und dachte, sie hätte sich etwas gebessert. Ein paar Tage später stellte ich jedoch fest, dass sie bei ihren Pflichten immer noch keinen Sinn für Dringlichkeit hatte und sich sogar Videos aus der nichtgläubigen Welt ansah. Sie beschwerte sich auch oft und sagte Sachen wie: „Die Verantwortliche verlangt immer von uns, innovativ zu sein, aber Innovation ist nicht so einfach! Wir haben alle gerade erst mit dieser Pflicht angefangen. Zwingt sie uns nicht, Dinge zu tun, die unsere Fähigkeiten übersteigen, wenn sie so viel von uns verlangt?“ und: „Immer wenn ich ein Bild erstelle, werden so viele Probleme aufgezeigt. Sie hängt sich zu sehr an Details auf!“ Obwohl eine andere Schwester und ich sie oft davon abhielten, diese negativen Dinge zu sagen, hielt sie sich nicht sehr zurück. Ich wusste, dass ich die Natur und die Konsequenzen ihrer Handlungen im Detail analysieren sollte, sonst würde sie andere Schwestern bei der Ausführung ihrer Pflichten beeinflussen. Doch als ich an das Vorurteil dachte, das sie mir gegenüber entwickelt hatte, nachdem ich das letzte Mal mit ihr gesprochen hatte, und wie sie sogar vor meinen anderen Schwestern gesagt hatte, ich würde sie zwingen, Dinge zu tun, die ihre Fähigkeiten übersteigen, zögerte ich. Ich dachte: „Was, wenn ich ihre Probleme weiter bloßstelle und seziere und unsere Beziehung angespannt wird? Vielleicht sollte ich ihre Situation stattdessen der Verantwortlichen melden. Aber wenn Chloe davon erfährt, wird sie dann nicht denken, ich würde ihr in den Rücken fallen, und sagen, ich hätte keine gute Menschlichkeit?“ Nachdem ich darüber nachgedacht hatte, hatte ich immer noch nicht den Mut, ihre Probleme anzusprechen oder zu melden.

Kurze Zeit später erfuhr die Verantwortliche, dass Chloe ihre Pflicht schon seit Langem oberflächlich tat, und teilte ihre Pflicht neu ein. Die Verantwortliche stutzte mich auch zurecht und sagte: „Du hast gesehen, dass Chloe ihre Pflicht lange Zeit oberflächlich ausgeführt und Negativität verbreitet hat, aber du hast sie weder bloßgestellt noch gemeldet. Du bist ein Jasager und hast die Arbeit der Kirche nicht im Geringsten geschützt. Du bist zu selbstsüchtig! Du solltest sorgfältig darüber nachdenken.“ Die Worte der Verantwortlichen fühlten sich an wie eine Ohrfeige nach der anderen. In diesem Moment wollte ich am liebsten im Erdboden versinken. Später fühlte ich mich ziemlich beklommen, wenn ich an das dachte, was die Verantwortliche gesagt hatte. Immer wieder fragte ich mich: „Warum hatte ich nicht den Mut, Chloes Probleme bloßzustellen oder zu melden?“ Eines Tages las ich während meiner Andachten Gottes Worte und erlangte etwas Erkenntnis über meinen Zustand. Der Allmächtige Gott sagt: „Die meisten Menschen sind bereit, nach der Wahrheit zu streben, und wollen die Wahrheit praktizieren, aber oft haben sie lediglich die Entschlossenheit und ein Verlangen, das zu tun; innerlich ist die Wahrheit jedoch nicht zu ihrem Leben geworden. Wenn du also auf böse Mächte stößt, die die Arbeit der Kirche stören und sabotieren – zum Beispiel, wenn du mit falschen Leitern konfrontiert bist, die Angelegenheiten unter Verletzung der Grundsätze handhaben und keine echte Arbeit leisten, oder mit bösen Menschen und Antichristen, die Böses tun und die Arbeit der Kirche stören und dadurch Gottes auserwähltem Volk schaden –, hast du nicht den Mut, Stellung zu beziehen und dich zu Wort zu melden. Warum fehlt dir dieser Mut? Liegt es daran, dass du ängstlich bist oder dich nicht gut ausdrücken kannst, oder traust du dich nicht, dich zu Wort zu melden, weil du keine klare Sicht der Dinge hast? Es liegt an keinem dieser Dinge. In erster Linie ist es die Konsequenz daraus, dass du durch deine verdorbenen Dispositionen eingeschränkt wirst. Eine der verdorbenen Dispositionen, die du offenbarst, ist eine betrügerische Disposition: Wenn etwas passiert, ist das Erste, woran du denkst, deine eigenen Interessen, die Konsequenzen deiner Handlungen und ob sie für dich von Vorteil sein werden. Das ist eine betrügerische Disposition, nicht wahr? Eine andere ist eine selbstsüchtige und gemeine Disposition. Du denkst: ‚Was hat es mit mir zu tun, dass sie den Interessen von Gottes Haus schaden? Ich bin kein Leiter, warum sollte ich mich also einmischen? Das hat nichts mit mir zu tun und ist nicht meine Verantwortung.‘ Solche Gedanken und Worte sind nichts, was du dir absichtlich ausdenkst, sondern werden von dir unbewusst hervorgebracht – das sind die verdorbenen Dispositionen, die Menschen offenbaren, wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden. Diese verdorbenen Dispositionen beherrschen deine Gedanken, sie binden dir Hände und Füße und kontrollieren, was du sagst. In deinem Herzen willst du Stellung beziehen und dich zu Wort melden, aber du hast Bedenken, und selbst wenn du dich zu Wort meldest, redest du um den heißen Brei herum und lässt dir ein Hintertürchen offen, oder du bist ausweichend und sagst schlichtweg nicht die Wahrheit. Menschen mit Urteilsvermögen können das sehen, und eigentlich weißt du auch in deinem Herzen, dass du nicht alles gesagt hast, was du sagen solltest, dass du keine Ergebnisse erzielt hast, dass du nur so getan hast, als ob, und dass das Problem nicht gelöst wurde. Du hast deine Verantwortung nicht erfüllt, behauptest aber dreist das Gegenteil, oder du behauptest, dass du zu dem Zeitpunkt kein klares Verständnis der Situation hattest. Stimmen diese Behauptungen mit den Tatsachen überein? Denkst du das wirklich? Bist du nicht vollständig unter der Kontrolle deiner satanischen Dispositionen? … Du hast keine Macht über das, was du sagst und tust. Du kannst weder sagen, was du wirklich denkst, noch die Wahrheit äußern, selbst wenn du es willst; du kannst die Wahrheit nicht praktizieren, selbst wenn du möchtest; du kannst die Verantwortlichkeiten, die du erfüllen solltest, nicht erfüllen, selbst wenn du es möchtest. Alles, was du sagst, alles, was du tust, und jede Verhaltensweise, die du an den Tag legst, ist Täuschung, und es ist alles oberflächlich. Du wirst vollständig von deinen satanischen Dispositionen gefesselt und kontrolliert. Selbst wenn du die Wahrheit annehmen und praktizieren willst, bist du nicht dein eigener Herr. Deine satanischen Dispositionen kontrollieren dich, und so lebst du nach diesen Dispositionen und sagst und tust, was immer du willst. Du bist gänzlich zu einer Marionette des verdorbenen Fleisches geworden; du bist zu einem Werkzeug Satans geworden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Als ich über Gottes Worte nachdachte, fühlte ich einen Stich im Herzen. Ich war genau die Art von Mensch, die Gott entlarvt hatte. Ich wusste alles über Chloes Probleme, aber ich traute mich nicht, sie aufzudecken oder im Detail zu analysieren. Selbst wenn ich etwas sagte, sagte ich nichts Wesentliches: Ich deutete nur die Hälfte an und behielt den Rest für mich, aus Angst, Chloe zu kränken. Um mich selbst zu schützen und meine Beziehung zu ihr aufrechtzuerhalten, schwieg ich über ihre Probleme. Wie selbstsüchtig und hinterlistig ich doch war! Chloe hatte ihre Pflicht beständig oberflächlich getan, ohne ein Zeichen von Reue. Außerdem verbreitete sie Negativität unter den Brüdern und Schwestern; sie spielte die Rolle Satans. Nicht nur hielt ich sie nicht auf, ich deckte sie sogar und meldete ihre Probleme nicht den Leitern. Habe ich nicht als Satans Komplizin und Schutzschild gehandelt? Ich genoss alles, was von Gott kam, aber ich biss die Hand, die mich fütterte, und erfüllte meine Verantwortung kein bisschen. Ich war wirklich unwürdig, vor Gott zu leben! Bei diesem Gedanken fühlte ich mich schuldig und zutiefst beklommen und bereute zutiefst, was ich getan hatte.

Später begann ich, die Arbeit der künstlerischen Gestaltung zu beaufsichtigen. Ich stellte fest, dass Schwester Emily ziemlich arrogant und selbstgerecht war und nicht bereit war, die Vorschläge anderer anzunehmen. Das beeinträchtigte die Ergebnisse der Bilderstellung. Ich wusste, ich sollte Emilys Probleme ansprechen und ihr helfen, diesen Zustand so schnell wie möglich umzukehren, aber dann dachte ich: „Wäre es nicht zu verletzend, wenn ich ihre Probleme so direkt anspreche? Was, wenn sie es nicht annehmen kann und ein Vorurteil gegen mich entwickelt? Aber wenn ich nichts sage, wird es die Arbeit beeinträchtigen. Falle ich dann nicht einfach in meine alten Muster zurück?“ Ich betete zu Gott, dass Er mir die Kraft geben möge, die Wahrheit zu praktizieren. Dann fand ich eine Passage aus Gottes Worten, die genau auf meinen Zustand zutraf: „Wenn du die Absicht und Sichtweise eines Jasagers hast, dann wirst du in allen Angelegenheiten nicht die Wahrheit praktizieren oder die Grundsätze wahren, und so wirst du immer scheitern und stürzen. Wenn du nicht aufwachst und nie nach der Wahrheit suchst, dann bist du ein Ungläubiger und wirst nie die Wahrheit und das Leben gewinnen. Was solltest du dann tun? Wenn du mit Angelegenheiten konfrontiert wirst, die die Interessen von Gottes Haus betreffen, musst du zu Gott beten und Ihn anrufen und Ihn bitten, dir Glauben und Kraft zu schenken, damit du in der Lage bist, die Grundsätze zu wahren, zu tun, was du tun solltest, die Dinge entsprechend den Grundsätzen zu handhaben, an dem Standpunkt festzuhalten, den du haben solltest, die Interessen von Gottes Haus zu schützen, und zu verhindern, dass die Arbeit von Gottes Haus irgendwelche Verluste erleidet. Wenn du fähig bist, dich gegen deine Eigeninteressen, deinen Stolz und deinen Standpunkt eines Jasagers aufzulehnen, und wenn du das, was du tun solltest, mit ehrlichem, ganzem Herzen tust, dann hast du Satan besiegt und diesen Aspekt der Wahrheit gewonnen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte erhellten mein Herz. Ich verstand: Wenn ich die Gedanken und Vorstellungen eines Jasagers hinter mir lassen wollte, musste ich die Interessen der Kirche an die erste Stelle setzen. Egal, was andere dachten oder ob ich sie kränkte, ich musste meine Verantwortung erfüllen und durfte nicht zulassen, dass die Arbeit der Kirche beeinträchtigt wurde. Die Kirche hatte mich als Verantwortliche eingesetzt, weil man hoffte, dass ich Verantwortung für meine Brüder und Schwestern übernehmen und die Interessen der Kirche schützen würde. Wenn ich weiterhin ein Jasager wäre und Emily nicht auf ihre Probleme hinwiese, würde ich ihr und der Arbeit der Kirche schaden. Danach analysierte ich im Detail die Natur und die Konsequenzen ihrer Handlungen im Licht von Gottes Worten. Ich sprach auch über den Schaden, den meine frühere arrogante Disposition sowohl der Arbeit der Kirche als auch meinem eigenen Lebenseintritt zugefügt hatte. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass Emily, nachdem sie das gehört hatte, nicht nur keine Vorurteile gegen mich entwickelte, sondern ihre Probleme im Licht von Gottes Worten zu verstehen begann und bereit war, eine Kehrtwende zu machen. Auch distanzierte sich Emily deswegen nicht von mir. Sie sprach in gemeinschaftlichem Austausch offen mit mir über die Verdorbenheit, die sie bei der Ausführung ihrer Pflicht offenbarte, und über die Schwierigkeiten, auf die sie stieß. Durch diese Erfahrung kostete ich die Süße, die Wahrheit zu praktizieren, und mein Herz empfand einen tiefen inneren Frieden.

2024 wurde ich zur Gruppenleiterin gewählt und war für die Gruppenversammlungen verantwortlich. Bei den Versammlungen stellte ich fest, dass Schwester Alices gemeinschaftlicher Austausch oft vom Thema abwich und sie ihre Gemeinschaft häufig nutzte, um über andere zu richten. Einmal, nachdem wir Gottes Worte gelesen hatten, nutzte Alice sie nicht dafür, sich selbst zu erkennen. Stattdessen sagte sie, Olivia habe eine arrogante Disposition, und dass sie Olivia in der Vergangenheit mehrmals Ratschläge gegeben habe, aber Olivia sei sehr widerständig gewesen und habe einen scharfen Ton angeschlagen, was sie eingeschränkt und verletzt habe. Dann sprach sie darüber, wie sie Olivia aus Liebe geholfen hatte. Als ich sie das sagen hörte, dachte ich bei mir: „Macht sie mit dieser Aussage nicht andere schlecht, um sich selbst zu erhöhen? Wenn Olivia diese Probleme wirklich hat, kann sie sich persönlich an Olivia wenden, um sie darauf hinzuweisen und mit ihr Gemeinschaft zu halten. Sie sollte die Versammlung nicht nutzen, um ihrer eigenen Unzufriedenheit freien Lauf zu lassen. Außerdem weicht ihr gemeinschaftlicher Austausch vom Thema der Versammlung ab. Ich muss sie schnell unterbrechen.“ Doch dann dachte ich: „Wenn ich sie direkt unterbreche, wird ihr das nicht peinlich sein und wird sie dann nicht ein Vorurteil gegen mich entwickeln? Ach, lass gut sein. Ich warte einfach, bis die Versammlung vorbei ist, und spreche unter vier Augen mit ihr.“ Deshalb unterbrach ich sie nicht. Ich sagte nur kurz: „Jeder sollte darauf achten, wie lange er Gemeinschaft hält, damit auch die anderen genug Zeit dafür haben.“ Ich wollte nach der Versammlung mit Alice über ihr Problem sprechen, aber dann hörte ich von anderen Schwestern, dass Alice in der Vergangenheit oft hinter dem Rücken anderer über diese gerichtet hatte; eine Schwester hatte Alice zuvor gekränkt, also hatte Alice angefangen, hinter ihrem Rücken schlecht über diese Schwester zu reden, und Alice strafte sie sogar mit kalten Blicken, was sie in eine unangenehme Lage brachte. Mein Herz zog sich zusammen, und ich dachte: „Wenn ich ihr Problem anspreche und sie kränke, wird sie mich dann nicht genauso behandeln? Wie unangenehm das wäre, wenn wir in Zukunft oft miteinander zu tun haben! Vielleicht sollte ich ihre Situation einfach den Leitern melden.“ Doch dann dachte ich: „Ich komme ziemlich gut mit Alice aus. Sie kümmert sich auch im Alltag gut um mich. Wenn ich ihre Probleme hinter ihrem Rücken melde, wäre das zu hinterhältig. Wäre das nicht so, als würde ich ihr in den Rücken fallen? Wenn sie herausfände, dass ich diejenige war, die ihre Probleme gemeldet hat, würde sie mir das dann nicht nachtragen und hinter meinem Rücken über mich richten? Lass gut sein, ich will die gute Beziehung zu ihr nicht aufs Spiel setzen.“ Als ich das dachte, gab ich die Idee auf, Alice auf ihre Probleme anzusprechen.

Kurze Zeit später berichteten mir zwei Schwestern von Alices Situation. Eine der Schwestern sagte, dass Alice beim Gemeinschafthalten über Gottes Worte immer vom Thema abwich, was in den Versammlungen viel Zeit in Anspruch nahm, ohne für irgendjemanden von Nutzen oder erbaulich zu sein. Die andere Schwester sagte, dass Alice bei Versammlungen immer über andere richtete und über deren Probleme sprach. Das zog die Leute in kleinliche Streitigkeiten über Recht und Unrecht und störte ein wenig das Kirchenleben. Als meine Schwestern das sagten, fühlte ich mich ein wenig schuldig. Ich war mir Alices Probleme wohl bewusst, aber ich hatte sie weder angesprochen noch gemeldet. Das lag alles an meiner Verantwortungslosigkeit. Während meiner Andachten sah ich mir ein Video mit einem Erfahrungszeugnis an. Zwei darin zitierte Passagen aus Gottes Worten berührten mein Herz und gaben mir etwas Erkenntnis über mich selbst. Der Allmächtige Gott sagt: „Ihr alle sagt, dass ihr Gottes Bürde berücksichtigt und das Zeugnis der Kirche verteidigen werdet, doch wer unter euch hat wirklich Gottes Bürde berücksichtigt? Frag dich selbst: Bist du jemand, der Rücksicht auf Seine Bürde genommen hat? Kannst du für Ihn Gerechtigkeit ausüben? Kannst du aufstehen und für Mich sprechen? Kannst du unerschütterlich die Wahrheit in die Praxis umsetzen? Bist du tapfer genug, um alle Taten Satans zu bekämpfen? Wärst du in der Lage, deine Gefühle beiseitezulassen und Satan bloßzustellen, um Meiner Wahrheit willen? Kannst du zulassen, dass Meine Absichten in dir zufriedengestellt werden? Hast du im entscheidendsten aller Momente dein Herz geopfert? Bist du jemand, der Meinen Willen befolgt? Stell dir selbst diese Fragen und denke oft über sie nach(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 13). „Sobald die Wahrheit zu deinem Leben geworden ist, wirst du, wenn du jemanden siehst, der Gott lästert, Gott nicht fürchtet, beim Tun seiner Pflicht nachlässig ist oder die Arbeit der Kirche unterbricht und stört, in der Lage sein, gemäß den Wahrheitsgrundsätzen gegen diese Person vorzugehen, jene Leute zu erkennen, die erkannt werden sollten, und jene Leute zu entlarven, die entlarvt werden sollten. Wenn die Wahrheit nicht zu deinem Leben geworden ist und du immer noch in deinen satanischen Dispositionen lebst, dann wirst du, wenn du böse Menschen und Teufel siehst, die Unterbrechungen und Störungen der Arbeit der Kirche verursachen, ein Auge zudrücken und dich taub stellen und es ignorieren, ohne irgendwelche Gewissensbisse zu verspüren. Du wirst sogar denken, dass es nichts mit dir zu tun hat, ganz gleich, wer Störungen bei der Arbeit der Kirche verursacht. Ganz gleich, wie sehr der Arbeit der Kirche und den Interessen des Hauses Gottes geschadet wird, wird dich das weder interessieren noch wirst du deswegen nachfragen oder irgendwelche Gewissensbisse verspüren. In diesem Fall bist du jemand ohne Gewissen oder Vernunft, ein Ungläubiger, eine Arbeitskraft. Du isst, was Gott gehört, trinkst, was Gott gehört, und genießt alles, was von Gott kommt, bist aber dennoch der Meinung, dass jeder Schaden, der den Interessen des Hauses Gottes zugefügt wird, nichts mit dir zu tun hat – das macht dich zu einem Verräter, der sich auf Kosten der Seinen auf die Seite von Außenstehenden stellt, die Art von Kreatur, die die Hand beißt, die sie füttert. Wenn du die Interessen von Gottes Haus nicht schützt, bist du dann überhaupt ein Mensch? Du bist ein Dämon, der sich in die Kirche eingeschlichen hat. Du täuschst vor, an Gott zu glauben, gibst vor, zu Gottes auserwähltem Volk zu gehören, und willst im Haus Gottes schmarotzen – du hast keine Ähnlichkeit mit einem menschlichen Wesen, und du bist eindeutig ein Ungläubiger. Diejenigen, die wirklich an Gott glauben, werden sich, selbst wenn sie die Wahrheit und das Leben noch nicht erlangt haben, zumindest in Wort und Tat auf Gottes Seite stellen; sie werden zumindest nicht tatenlos zusehen, wenn sie erkennen, dass den Interessen des Hauses Gottes geschadet wird. Wenn sie versuchen, es zu ignorieren, meldet sich ihr Gewissen zu Wort und sie bekommen Gewissensbisse, und sie werden sich sagen: ‚Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen und nichts tun. Ich muss Stellung beziehen und etwas sagen, ich muss meine Verantwortung erfüllen. Ich muss antreten und diese böse Tat enthüllen und aufhalten, um die Interessen des Hauses Gottes vor Schaden zu schützen und sicherzustellen, dass das Kirchenleben nicht gestört wird.‘ Wenn die Wahrheit in deinem Herzen zu deinem Leben geworden ist, dann wirst du nicht nur diesen Mut und diese Entschlossenheit haben, sondern auch fähig sein, diese Angelegenheit zu durchschauen. Darüber hinaus wirst du in der Lage sein, den dir gebührenden Anteil an Verantwortung für Gottes Werk und für die Interessen Seines Hauses zu erfüllen, und auf diese Weise wird deine Pflicht erfüllt sein. Wenn du deine Pflicht als deine eigene Verantwortung und Verpflichtung und als Gottes Auftrag betrachten kannst und das Gefühl hast, dass du nur auf diese Weise deinem eigenen Gewissen gerecht wirst und Gott nicht enttäuschst, wirst du dann nicht die Integrität und Würde normaler Menschlichkeit ausleben? Deine Taten und dein Verhalten werden das ‚Gott fürchten und das Böse meiden‘ repräsentieren, von dem Gott spricht. Du wirst das Wesen dieser Worte praktizieren und ihre Realität ausleben. Wenn die Wahrheit zum Leben eines Menschen wird, dann ist er in der Lage, diese Realitäten auszuleben(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, fühlte ich mich schuldig und bekümmert. Als Gläubige an Gott sollten wir, wenn wir sehen, dass Menschen das Kirchenleben unterbrechen und stören, auf Gottes Absicht Rücksicht nehmen und uns dafür einsetzen, dass dies ein Ende hat, damit unsere Brüder und Schwestern in einer guten Umgebung Gottes Worte essen und trinken und über die Wahrheit Gemeinschaft halten können. Ich dachte über mich selbst nach. Ich war mir sehr wohl bewusst, dass Alice bei Versammlungen oft vom Thema abwich, hinter dem Rücken anderer über sie richtete und sie herabsetzte, und dass dies das Kirchenleben unterbrach und störte. Um sie jedoch nicht zu kränken, zog ich mich wie eine Schnecke in mein Haus zurück, verhielt mich ängstlich und traute mich nicht, sie davon abzuhalten. Ich traute mich auch nicht, die Natur ihrer Handlungen zu entlarven oder im Detail zu analysieren. Wie jämmerlich mein Leben doch war! Ich war selbstsüchtig und verachtenswert und wusste nur, wie ich mich selbst schützen konnte. Ich aß und trank Gottes Worte, konnte sie aber nicht in die Praxis umsetzen. Ich sah tatenlos zu, wie Alice das Kirchenleben störte. Inwiefern war ich eine Gläubige an Gott? Ich biss die Hand, die mich fütterte. Ich war unwürdig, vor Gott zu leben! Ich fühlte mich extrem schuldig und zutiefst beklommen, versteckte mich im Badezimmer und ohrfeigte mich. Immer wieder fragte ich mich: „Warum fällt es mir so schwer, auch nur ein einziges wahres Wort zu sagen? Warum bin ich so selbstsüchtig?“ Zurück in meinem Zimmer betete ich zu Gott. „Lieber Gott, ich habe einen Fehler gemacht. Ich will nicht mehr so leben. Ich will die Wahrheit praktizieren und ein Mensch mit Gerechtigkeitssinn sein. Mögest Du mich dazu führen, ein wahres Verständnis von mir selbst zu erlangen.“

Danach las ich eine weitere Passage aus Gottes Worten und begann den Grund zu verstehen, warum ich mich nicht traute, die Probleme anderer anzusprechen. Der Allmächtige Gott sagt: „In den Philosophien für weltliche Belange findet sich ein Lehrsatz, der besagt, ‚Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft.‘ Das bedeutet, dass man, um diese gute Freundschaft zu bewahren, über die Probleme des Freundes schweigen muss, auch wenn man sie deutlich sieht. Sie halten die Grundsätze ein, anderen nicht ins Gesicht zu schlagen oder ihre Unzulänglichkeiten bloßzustellen. Sie täuschen sich gegenseitig, verstecken Dinge voreinander, und intrigieren gegeneinander. Obwohl sie ganz genau wissen, was für ein Mensch der andere ist, sagen sie es nicht freiheraus, sondern wenden listige Methoden an, um ihre Beziehung zu bewahren. Warum sollte man eine solche Beziehung aufrechterhalten wollen? Es geht darum, sich in dieser Gesellschaft, innerhalb seiner Gruppe, keine Feinde machen zu wollen, was bedeuten würde, dass man sich oft in gefährliche Situationen begibt. Da du weißt, dass jemand zu deinem Feind werden und dir schaden wird, nachdem du seine Unzulänglichkeiten bloßgestellt oder ihn verletzt hast, und da du dich nicht in eine solche Lage bringen möchtest, wendest du folgenden Lehrsatz der Philosophien für weltliche Belange an: ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen in einer solchen Beziehung stehen, gelten sie angesichts dessen dann als wahre Freunde? (Nein.) Sie sind keine wahren Freunde und schon gar keine Vertrauten. Um was für eine Art von Beziehung handelt es sich also genau? Handelt es sich nicht um eine grundlegende soziale Beziehung? (Doch, das tut es.) In solch einer sozialen Beziehung können die Menschen keine offenen Gespräche führen, keine tiefen Verbindungen aufbauen und nicht über alles sprechen, worüber sie sprechen wollen. Sie können nicht laut aussprechen, was sie auf dem Herzen haben, oder die Probleme laut aussprechen, die sie in anderen Menschen sehen, oder Worte, von denen andere profitieren würden. Stattdessen suchen sie sich nette Dinge aus, die sie sagen, um sich bei anderen einzuschmeicheln. Sie wagen es nicht, die Wahrheit zu sagen oder die Grundsätze aufrechtzuerhalten, um zu verhindern, dass andere ihnen gegenüber feindselige Gedanken entwickeln. Wenn niemand eine Bedrohung für jemanden darstellt, lebt diese Person dann nicht relativ in Ruhe und Frieden? Ist dies nicht das Ziel der Menschen, wenn sie den Spruch ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ propagieren? (Das ist es.) Es handelt sich eindeutig um eine verschlagene und betrügerische Art zu überleben, die ein Element der Reserviertheit enthält und deren Ziel die Selbsterhaltung ist. Wenn sie so leben, haben Menschen keine Vertrauten, keine engen Freunde, bei denen sie sagen können, was immer sie wollen. Zwischen den Menschen herrscht nur gegenseitige Reserviertheit, gegenseitige Indienstnahme und gegenseitige Intrigen, wobei jede Person das aus der Beziehung mitnimmt, was sie braucht. Ist das nicht so? Im Grunde genommen ist das Ziel des Satzes ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘, andere nicht zu kränken, sich keine Feinde zu machen und sich selbst zu schützen, indem man niemandem Schaden zufügt. Es ist eine Taktik und eine Methode, die man übernimmt, um nicht zu Schaden zu kommen. Wenn man diese verschiedenen Facetten des Wesens des moralischen Verhaltens der Menschen betrachtet, ist dessen Forderung ‚Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘, dann etwas Nobles? Ist sie positiv? (Nein.) Was lehrt sie die Menschen dann? Dass du niemanden verärgern oder verletzen darfst, sonst wirst du derjenige sein, der am Ende zu Schaden kommt; und auch, dass du niemandem vertrauen solltest. Wenn du einem deiner guten Freunde weh tust, wird sich die Freundschaft still und leise verändern: Er wird nicht mehr dein guter, vertrauter Freund sein, sondern zu einem Fremden oder einem Feind werden. Welche Probleme können durch diese Art von Lehre denn tatsächlich gelöst werden? Selbst wenn du dir mit dieser Verhaltensweise keine Feinde machst und sogar einige verlierst, wird dies dazu führen, dass die Menschen dich bewundern und gutheißen und dich immer als Freund behalten werden? Entspricht man damit vollständig dem Standard von moralischem Verhalten? Im besten Fall ist das nicht mehr als eine Philosophie für weltliche Belange(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, verstand ich, dass ich die Wahrheit nicht praktizieren konnte und mich nicht traute, auf die Probleme anderer hinzuweisen, weil satanische Philosophien und Gesetze tief in meinem Herzen Wurzeln geschlagen hatten. Meine Eltern lehrten mich von klein auf: „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß“, „Sich über die Fehler guter Freunde in Stillschweigen zu hüllen sorgt für eine lange und gute Freundschaft“ und „Sprich gute Worte in Harmonie mit den Gefühlen und der Vernunft anderer Menschen, denn wenn du ehrlich bist, ärgert es andere.“ Sie brachten mir bei, im Umgang mit anderen sehr vorsichtig und umsichtig zu sein und die Probleme anderer niemals so direkt offenzulegen, um zu vermeiden, dass ich sie kränke und sie sich an mir rächen und mir Schaden zufügen. Ich hatte ständig nach diesen Gedanken und Vorstellungen gelebt. Als ich in der Schule war und sah, wie meine Sitznachbarin herrschsüchtig und dominant war, sprach ich ihre Probleme nie an, da ich Angst hatte, sie zu kränken. Ich belog sie sogar und sagte Dinge, die dem widersprachen, was ich dachte. Nachdem ich angefangen hatte, an Gott zu glauben, taten Chloe und ich unsere Pflichten gemeinsam. Ich war mir sehr wohl bewusst, dass sie ihre Pflicht nur oberflächlich tat und auch Negativität verbreitete, wodurch sie andere bei der Ausführung ihrer Pflicht störte, aber um mich selbst zu schützen, war ich nie bereit, ihre Probleme bloßzustellen oder zu sezieren. Ich bemerkte, dass Alice bei Versammlungen in ihrem gemeinschaftlichen Austausch oft vom Thema abwich und sogar über andere richtete. Ich war jedoch nie bereit, ihre Probleme zu sezieren, weil ich Angst hatte, dass sie sich an mir rächen und über mich richten würde, also stand ich tatenlos daneben und sah zu, wie sie das Kirchenleben störte. Dadurch, dass ich nach satanischen Philosophien und Gesetzen lebte, war ich aalglatt und hinterlistig geworden und zeigte im Umgang mit anderen überhaupt keine Aufrichtigkeit mehr. Oberflächlich betrachtet war ich ein freundlicher Mensch und kam gut mit Chloe und Alice aus. Als ich jedoch ihre Probleme sah, bot ich ihnen keinerlei Hilfe an und zeigte ihnen keine wahre Liebe. Meine Freundlichkeit ihnen gegenüber war völlig falsch und heuchlerisch, nur darauf ausgerichtet, eine fleischliche Beziehung aufrechtzuerhalten, damit wir harmonisch miteinander auskamen. Ich war wirklich durch und durch aalglatt und hinterlistig! Ich erkannte, dass ich mein Gewissen und meine Vernunft schon vor langer Zeit verloren hatte, indem ich nach satanischen Philosophien und Gesetzen lebte; ich war extrem selbstsüchtig und feige geworden; ich war unwissentlich zu einer Komplizin und einem Schutzschild Satans geworden. Wenn ich so weitermachen würde, ohne eine Kehrtwende zu machen, würde ich sicherlich von Gott verabscheut und ausgemustert werden!

Später las ich mehr von Gottes Worten und erlangte ein klareres Verständnis des satanischen Giftes: „Wenn du andere schlägst, schlag ihnen nie ins Gesicht; wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß.“ Der Allmächtige Gott sagt: „Ist der Ausdruck ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚Wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ gut oder schlecht? Trägt der Ausdruck ‚bloßstellen‘ die Bedeutung, dass Menschen offenbart oder entlarvt werden, wie es in den Worten Gottes der Fall ist? (Nein, das tut er nicht.) Nach Meinem Verständnis des Ausdrucks ‚bloßstellen‘, wie er in der menschlichen Sprache existiert, hat er nicht diese Bedeutung. Er besitzt im gewissem umfang die Natur einer böswilligen Form der Bloßstellung; er bedeutet, die Probleme und Unzulänglichkeiten der Menschen oder einige Dinge und Verhaltensweisen zu entlarven, die anderen unbekannt sind, oder irgendwelche Intrigen, Ideen oder Ansichten, die im Hintergrund vorgehen. Dies ist die Bedeutung des Ausdrucks ‚bloßstellen‘ in dem Spruch ‚wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘. Wenn zwei Menschen gut miteinander auskommen, Vertraute sind, ohne dass Barrieren zwischen ihnen bestehen, und jeweils hoffen, dass sie voneinander profitieren und sich gegenseitig helfen können, dann wäre es am besten für sie, wenn sie sich zusammensetzen und ihre momentanen Probleme in Offenheit und Aufrichtigkeit klar und deutlich darlegen. Das ist richtig so und stellt kein Bloßstellen der Unzulänglichkeiten des anderen dar. Wenn du die Probleme einer anderen Person entdeckst, aber siehst, dass sie es noch nicht annehmen kann, dass du sie darauf hinweist, dann sag einfach nichts, um Streit oder Konflikte zu vermeiden. Wenn du ihr helfen willst, kannst du ihre Meinung einholen und sie zunächst fragen: ‚Ich sehe, dass du ein kleines Problem hast, und ich möchte dir einen Rat geben. Ich weiß nicht, ob du ihn annehmen kannst. Wenn du es kannst, werde ich ihn dir geben. Wenn du es nicht kannst, werde ich ihn vorerst für mich behalten und nichts sagen.‘ Wenn die Person sagt: ‚Ich vertraue dir. Was du auch sagst, es wird angebracht sein; ich kann es akzeptieren‘, bedeutet das, dass du die Erlaubnis erhalten hast, und dann kannst du mit ihr über ihre Probleme Gemeinschaft halten, eines nach dem anderen. Sie wird das, was du sagst, nicht nur vollständig akzeptieren, sondern auch davon profitieren, und ihr beide werdet weiterhin eine normale Beziehung aufrechterhalten können. Ist das nicht ein aufrichtiger Umgang miteinander? (Doch, ist es.) Das ist die richtige Vorgehensweise für den Umgang mit anderen Menschen; es ist nicht, die Unzulänglichkeiten anderer bloßzustellen. Was bedeutet es, ‚die Unzulänglichkeiten anderer nicht bloßzustellen‘, wie es in dem betreffenden Spruch heißt? Es bedeutet, nicht von Unzulänglichkeiten anderer zu sprechen, nicht über die Probleme zu sprechen, die für sie das größte Tabu sind, nicht das Wesen eines ihrer Probleme zu enthüllen und nicht so unverfroren zu sein, es bloßzustellen. Es bedeutet, nur ein paar Bemerkungen auf oberflächlicher Ebene zu machen, Dinge zu sagen, die alle allgemein sagen, Dinge zu sagen, die die Person selbst erkennen kann, und keine Fehler, die die Person früher gemacht hat, oder heikle Themen aufzudecken. Was nützt es der anderen Person, wenn du so handelst? Du wirst sie vielleicht nicht beleidigt oder sie dir nicht zum Feind gemacht haben, aber das, was du getan hast, hilft oder nützt ihr in keiner Weise. Folglich ist der Ausspruch ‚stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ an sich schon gerissen, eine Form von Trickserei und nicht aufrichtig. Man könnte sagen, dass man mit einem solchen Verhalten böse Absichten hegt; es ist nicht die richtige Art, mit anderen umzugehen. Nichtgläubige betrachten ‚wenn du andere bloßstellst, stelle nie ihre Unzulänglichkeiten bloß‘ sogar als etwas, das eine Person von nobler Moral tun sollte. Es ist eindeutig eine betrügerische Art des Umgangs mit anderen, die Menschen annehmen, um sich selbst zu schützen; es ist keineswegs eine angemessene Art des Umgangs. Die Unzulänglichkeiten anderer nicht bloßzustellen, ist an sich schon unaufrichtig, und wenn man die Unzulänglichkeiten anderer bloßstellt, steckt vielleicht ein Hintergedanke dahinter(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (8)). „Gottes auserwähltes Volk sollte zumindest Gewissen und Vernunft besitzen und mit anderen gemäß den Grundsätzen und Maßstäben, die Gott von den Menschen verlangt, interagieren, Kontakt haben und zusammenarbeiten. Das ist die beste Herangehensweise, und so kann man Gott zufriedenstellen. Was sind also die von Gott geforderten Wahrheitsgrundsätze? Dass Menschen verständnisvoll gegenüber anderen sind, wenn diese schwach und negativ sind, dass sie deren Schmerz und Schwierigkeiten berücksichtigen und sich dann nach diesen Dingen erkundigen, Hilfe und Unterstützung anbieten und ihnen Gottes Worte vorlesen, um ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen – und es ihnen auf diese Weise zu ermöglichen, Gottes Absichten zu verstehen und nicht mehr schwach zu sein, und sie vor Gott zu bringen. Steht diese Art der Praxis nicht mit den Grundsätzen im Einklang? Diese Art der Praxis steht im Einklang mit den Wahrheitsgrundsätzen, und Beziehungen dieser Art stehen natürlich erst recht mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn Menschen absichtlich Störungen und Unterbrechungen verursachen oder absichtlich ihre Pflicht oberflächlich ausführen und du das siehst und in der Lage bist, sie gemäß den Grundsätzen darauf hinzuweisen, sie zurechtzuweisen und ihnen zu helfen, dann steht das mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn du ein Auge zudrückst, ihr Verhalten duldest, sie deckst und sogar so weit gehst, nette Dinge zu sagen, um sie zu loben und Beifall zu spenden, dann stehen diese Arten der Interaktion mit Menschen, die Auseinandersetzung mit Angelegenheiten und der Umgang mit Problemen eindeutig im Widerspruch zu den Wahrheitsgrundsätzen und haben keine Grundlage in den Worten Gottes. Mit Menschen und Angelegenheiten auf diese Weise umzugehen, ist eindeutig unangemessen, und wenn diese Herangehensweisen nicht anhand der Worte Gottes im Detail analysiert und unterschieden werden, ist es wirklich nicht leicht, das zu erkennen(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (14)). Gottes Worte lösten den Knoten in meinem Herzen. Früher dachte ich, auf die Probleme und Mängel anderer hinzuweisen, sei dasselbe wie ihre Unzulänglichkeiten bloßzustellen und würde sie verletzen. Jetzt verstand ich, dass wir gemäß den Grundsätzen handeln und rechtzeitig auf die Probleme hinweisen sollten, wenn wir entdecken, dass jemand seine Pflicht oberflächlich tut oder das Kirchenleben unterbricht und stört; wo nötig, können wir ihn zurechtstutzen. Selbst wenn wir harsche Worte wählen, solange das, was wir sagen, den Tatsachen entspricht und unsere Absicht darin besteht, diesem Menschen zu helfen und die Arbeit der Kirche zu schützen, ist das alles positiv, und Menschen, die die Wahrheit annehmen, können richtig damit umgehen. Wenn sie es nach dem Zurechtstutzen nicht annehmen oder bereuen, können wir sie auch den oberen Leitern melden. Das bedeutet nicht, dass man ihre Unzulänglichkeiten bloßstellen oder ihnen in den Rücken fallen würde. Es bedeutet, die Arbeit der Kirche zu schützen. Die Unzulänglichkeiten von jemandem bloßzustellen geschieht aus niederen Beweggründen, mit Vorurteilen und Feindseligkeit dem anderen gegenüber. Man fixiert sich dabei auf die kleinen Probleme des anderen und bauscht sie auf; man macht ihn lächerlich, setzt ihn herab und verspottet ihn; man verletzt ihn dabei absichtlich. Das kann ihm keine Erbauung und keinen Nutzen bringen und ihn nur negativ stimmen und sich elend fühlen lassen. Das bedeutet es, die Unzulänglichkeiten von jemandem bloßzustellen. Ich hatte auch eine falsche Ansicht und glaubte, dass das Melden der Probleme anderer an die Leiter bedeutete, böswillige Anschuldigungen zu erheben oder ihnen in den Rücken zu fallen. Tatsächlich schützt es die Arbeit der Kirche, wenn man Probleme meldet, sobald man sie entdeckt. Es ist eine Verantwortung, die die Menschen erfüllen sollten. Jemandem in den Rücken zu fallen oder böswillige Anschuldigungen zu erheben bedeutet, die Tatsachen zu verdrehen und grundlose Gerüchte zu verbreiten, um diese Person hinter ihrem Rücken zu verleumden. Es zielt darauf ab, andere zu quälen, um die eigenen verachtenswerten Ziele zu erreichen. Diesmal hatte ich entdeckt, dass Alices gemeinschaftlicher Austausch in Versammlungen vom Thema abwich und sie oft über andere richtete. Andere Schwestern sagten auch, dass dies Alices beständiges Verhalten sei und sie selbst nach vielen gemeinschaftlichen Austauschrunden darüber immer noch keine Umkehr gezeigt habe. Ich hätte auf ihre Probleme hinweisen und sie so schnell wie möglich den Leitern melden sollen, damit diese ihre Situation umgehend hätten verstehen und basierend auf ihrem Verhalten die entsprechenden Maßnahmen hätten ergreifen können. Nur so konnte sichergestellt werden, dass das Kirchenleben nicht gestört wurde.

Nach einer Versammlung wies ich im Licht von Gottes Worten auf Alices Probleme hin und deckte auf, dass die Art und Weise, wie sie in den Versammlungen über andere richtete, das Kirchenleben störte. Alice nahm es zuerst nicht an, aber sie gab es widerwillig dann doch zu, nachdem andere Schwestern sich mir anschlossen, mit mir über ihre Probleme Gemeinschaft hielten und sie im Detail analysierten. Sie weinte sogar und sagte, dass dies tatsächlich ihr Problem sei. Kurze Zeit später erfuhr ich, dass sie wieder vor einer ihrer Schwestern über andere richtete, also meldete ich ihre Situation den Kirchenleitern. Die Leiter deckten ihre Probleme auf und sezierten sie, und von da an habe ich nie wieder gesehen, dass sie sich auf diese verurteilende Weise verhielt. Ich danke Gott, dass Er mich dazu geführt hat, ein wenig Wahrheit zu praktizieren. Ich fühle jetzt einen inneren Frieden in meinem Herzen. Es sind Gottes Worte, die mich zu diesen Veränderungen geführt haben.

Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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