62. Jetzt kann ich mit Rückschlägen und Scheitern richtig umgehen
Im Mai 2024 lernte ich in der Kirche das Verfassen von Predigten. Anfangs hatte ich noch etwas Schwierigkeiten, da ich das Gefühl hatte, wegen meines oberflächlichen Verständnisses der Wahrheit keine gute Predigt schreiben zu können. Die Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, hielt mit mir Gemeinschaft, ermutigte mich und gab mir auch einige gute Ratschläge. Später beim Verfassen der Predigt suchte ich nach der entsprechenden Wahrheit. Hatte ich sie einmal vollständig ergründet, dachte ich darüber nach, wie ich nun die Predigt schreiben sollte, und schrieb sie dann auch recht schnell fertig. Ich war sehr glücklich und dankbar für Gottes Führung. Zwei Tage später schrieb mir der Verantwortliche, dass meine Predigt ausgewählt worden sei und ich ein gutes Kaliber und auch einige Ideen hätte. Ich war gleichermaßen überrascht und glücklich. Ich hatte doch gerade erst mit der Schulung angefangen und schon war meine erste Predigt ausgewählt worden. Einige der Schwestern um mich herum hatten schon mehrere Predigten geschrieben, aber keine ihrer Predigten war ausgewählt worden, und so dachte ich, ich müsse etwas ganz Besonderes sein. Ein paar Tage später las ich zufällig einen Brief, den der Verantwortliche an die Leiter geschrieben hatte. Darin stand: „Qiao Xin zeigt beim Verfassen von Predigten viel Eigeninitiative, ist ideenreich und jemand von Kaliber. Wir bereiten uns darauf vor, sie zu fördern.“ Obwohl es nicht viel war, hatte ich das Gefühl, nun im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller zu stehen und mich von den anderen Brüdern und Schwestern zu unterscheiden. Ich dachte daran, wie ich letztes Jahr innerhalb einer Woche mehrere Artikel geschrieben hatte und bald darauf von der Verantwortlichen bemerkt wurde. Sie sagte, ich hätte Talent zum Schreiben, und wies mir eine Pflicht im Bereich der Textarbeit zu. Und jetzt, nachdem ich gerade erst angefangen hatte, das Verfassen von Predigten zu lernen, wurde schon wieder ein anderer Verantwortlicher auf mich aufmerksam. Ich dachte bei mir: „Überall bemerkt man mich. Es scheint so, als hätte ich wirklich Kaliber und Talent zum Schreiben!“ Danach hatte ich das Gefühl, anders als die anderen zu sein. Ich dachte: „Ich muss jetzt fleißig üben und jede Predigt noch besser machen als die letzte, damit ich in kürzester Zeit Predigten schreiben kann, die den Anforderungen entsprechen. So werden sicher alle noch mehr von mir halten und mich noch mehr loben.“ Später war ich sehr engagiert beim Verfassen der Predigten und schrieb gleich zwei Predigten hintereinander, die ich dem Verantwortlichen vorlegte. Der Verantwortliche schrieb mir auch oft Briefe, um mich zu ermutigen, und zwischen den Zeilen konnte ich lesen, dass ich ihm wichtig war und er mich schätzte. Das machte mich sehr glücklich und durchaus auch selbstzufrieden.
Kurz darauf erhielt ich eine schriftliche Rückmeldung zur Predigt, die ich geschrieben hatte. Ich öffnete die Datei und sah, dass die Leiter viele Fehler markiert hatten: Einige Bereiche des gemeinschaftlichen Austauschs waren unklar, andere wichen vom Thema ab … Ich war zutiefst entmutigt und fühlte mich niedergeschlagen. Ich dachte: „Logischerweise sollten doch meine Predigten, da ich ja Talent zum Schreiben habe, mit jedem Mal besser werden, und ich sollte deutliche Fortschritte machen. Warum machte ich stattdessen Rückschritte? Was werden die Leiter wohl von mir denken? Werden sie denken, sie hätten mich falsch eingeschätzt und ich sei am Ende doch nicht ein solches Kaliber?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto negativer wurde ich in meiner Einstellung, und ich hatte keinen Antrieb mehr, über die von den Leitern angesprochenen Fragen nachzudenken. Mir wurde klar, dass mit meinem Zustand etwas nicht stimmte, also suchte ich nach Gottes Worten, um sie zu lesen und stieß dabei auf diesen Abschnitt: „Die Menschen sollten sich nicht für sehr vollkommen, sehr vornehm, sehr edel oder für jemanden halten, der sich sehr von anderen unterscheidet; all das stammt von der verdorbenen Disposition und Unwissenheit des Menschen. Sich immer für etwas Besonderes zu halten – das wird durch eine arrogante Disposition herbeigeführt; niemals die eigenen Unzulänglichkeiten akzeptieren zu können und niemals imstande zu sein, sich den eigenen Fehlern und dem eigenen Scheitern zu stellen – das wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass andere einem selbst überlegen sind oder besser als man selbst sind – das wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass die Stärken anderer die eigenen Stärken übertreffen oder übersteigen – dies wird durch eine arrogante Disposition verursacht; niemals zuzulassen, dass andere bessere Gedanken, Vorschläge und Ansichten haben als man selbst, und wenn man feststellt, dass andere besser sind als man selbst, negativ zu werden, nicht sprechen zu wollen, sich bedrückt und niedergeschlagen zu fühlen und sich aufzuregen – all dies wird durch eine arrogante Disposition verursacht. Eine arrogante Disposition kann dich unfähig machen, die Zurechtweisungen anderer zu akzeptieren, weil du deinen Stolz schützen willst, unfähig bist, dich mit deinen eigenen Unzulänglichkeiten auseinanderzusetzen, und unfähig bist, die eigenen Misserfolge und Fehler zu akzeptieren. Mehr noch, wenn jemand besser ist als du, kann das in deinem Herzen Hass und Eifersucht aufkommen lassen, und du kannst dich eingeschränkt fühlen und willst nicht einmal deine Pflicht tun und bist oberflächlich dabei. Eine arrogante Disposition kann dazu führen, dass diese Verhaltensweisen und Praktiken in dir zum Vorschein kommen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Prinzipien, nach welchen man sich verhalten sollte). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass mein Streben nach Perfektion und mein Wunsch, mich von den anderen abzuheben, sowie meine Weigerung, die Führung der Leiter bezüglich meiner Fehler anzunehmen, darauf zurückzuführen waren, dass ich von einer arroganten Disposition beherrscht wurde. Als ich erfuhr, dass die Predigten, die ich geschrieben hatte, ausgewählt worden waren und der Verantwortliche sagte, ich hätte Kaliber, wurde ich eingebildet. Ich hielt mich nicht für einen gewöhnlichen Menschen, sondern für jemanden von Kaliber und mit Talent zum Schreiben. Ich fing an, von mir zu verlangen, dass meine Predigten besser sein müssten als die der anderen, und ich war der Meinung, dass sie nicht so viele Fehler aufweisen sollten, denn nur dann hätte ich den Titel „talentierte Schreiberin“ auch verdient. Immer wenn ich also Rückschläge erlitt, wurde ich negativ und konnte mich selbst nicht mehr richtig einschätzen. Eigentlich ist es völlig normal, dass die Predigten, die man schreibt, Fehler aufweisen. Auch ist es unmöglich, bei Übernahme dieser Pflicht zu Beginn alles gleich zu wissen und zu können und überhaupt keine Fehler zu machen. Solche Anforderungen an mich selbst waren unrealistisch. Außerdem wiesen die Leiter mich auf meine Probleme hin, um mir zu helfen, meine Schwächen zu erkennen, daraus zu lernen, sie auszugleichen und daran zu wachsen. Aber bei Rückschlägen wurde meine Einstellung negativ und ich konnte mich meinen Schwächen nicht richtig stellen. Ich überschätzte mich selbst und war auch wirklich arrogant! Nachdem ich darüber nachgedacht hatte, war ich bereit, die Führung und Hilfe der Leiter anzunehmen und mich beim Schreiben meiner Predigten darauf zu konzentrieren, die relevanten Wahrheitsgrundsätze zu suchen und zu überdenken, um zu verhindern, dass diese Abweichungen und Fehler erneut auftraten.
Danach beruhigte sich mein Herz, ich befasste mich mit den entsprechenden Grundsätzen und konnte dabei auch einiges verstehen. Aber wenn es dann ans Schreiben ging, hatte ich immer noch etwas Schwierigkeiten. Ich merkte, dass es nicht einfach war, eine Predigt zu schreiben, die den Anforderungen entsprach. Die Zeit verging, und ich bemerkte, dass mir immer noch keine Ideen kamen. Da verlor ich allmählich den Mut und dachte mir: „Was, wenn ich einfach keine gute Predigt schreiben kann? Wie werden die Leiter mich dann sehen? Werden sie sagen: ‚Es hat sich herausgestellt, dass Qiao Xins Kaliber wirklich schwach ist und sie auch keine Ahnung von der Wahrheit hat‘?“ Bei diesem Gedanken wurde ich besorgt. Und als ich mich wieder ans Studieren machte, schweiften meine Gedanken ab und ich wurde ständig schläfrig. Nachts, als ich versuchte einzuschlafen, musste ich ständig seufzen, wälzte mich im Bett hin und her und konnte einfach nicht einschlafen. Ich wollte unbedingt schnell eine gute Predigt schreiben, um sie allen zeigen und so meinen Ruf wiederherstellen zu können. Aber je mehr ich darüber nachdachte, sie gut zu schreiben, desto mehr Druck verspürte ich. Am nächsten Morgen wachte ich völlig erschöpft auf und bekam Kopfschmerzen. Ich dachte den ganzen Tag darüber nach, doch mir wollten einfach keine Ideen kommen. Es fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein auf mir lasten, der mir das Atmen schwer machte. Die Schwester, mit der ich zusammenarbeitete, wollte gemeinsam mit mir die Grundsätze studieren, aber ich hatte keine Lust dazu.
Später erzählte ich ihr von meinem Zustand in den vergangenen Tagen und sie las mir einen Abschnitt aus Gottes Worten vor. Der Allmächtige Gott sagt: „Satan benutzt Ruhm und Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, er lässt sie an nichts anderes mehr denken als an diese beiden Dinge und bringt sie dazu, um Ruhm und Gewinn zu ringen, für Ruhm und Gewinn Härten zu erleiden, für Ruhm und Gewinn Erniedrigung zu erdulden und schwere Lasten zu tragen, für Ruhm und Gewinn alles zu opfern, was sie haben, und jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung um des Ruhms und Gewinns willen zu treffen. Auf diese Weise legt Satan den Menschen unsichtbare Fesseln an, und unter diesen Fesseln haben sie weder die Fähigkeit noch die Courage, sich zu befreien. Unwissentlich tragen sie diese Fesseln, während sie mit großen Schwierigkeiten immer weiter voranstapfen. Um des Ruhmes und des Gewinns willen entfernt sich die Menschheit von Gott und verrät Ihn und wird zunehmend niederträchtig. Auf diese Weise wird eine Generation nach der anderen inmitten von Satans Ruhm und Gewinn vernichtet. Wenn wir nun die Handlungen Satans betrachten, sind seine heimtückischen Beweggründe nicht absolut hassenswert? Vielleicht könnt ihr heute noch immer nicht die heimtückischen Motive Satans durchschauen, weil ihr denkt, dass das Leben ohne Ruhm und Gewinn keinen Sinn hätte, dass die Menschen dann nicht mehr in der Lage wären, den Weg zu sehen, der vor ihnen liegt, und ihre Ziele zu erkennen, und dass ihre Zukunft finster, düster und trüb werden würde. Aber eines Tages werdet ihr alle langsam einsehen, dass Ruhm und Gewinn massive Fesseln sind, die Satan den Menschen auferlegt. Wenn der Tag kommt, wirst du dich der Kontrolle Satans gründlich widersetzen und dich gründlich gegen die Fesseln wehren, die Satan dir auferlegt hat. Wenn du dich von all diesen Dingen befreien möchtest, die Satan dir eingeflößt hat, wirst du einen glatten Schlussstrich unter Satan ziehen, und du wirst alles, was Satan dir gebracht hat, wirklich hassen. Nur dann wirst du wahre Liebe zu Gott und wahres Verlangen nach Ihm haben“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Nachdem ich Gottes Worte gehört hatte, fühlte sich mein Herz plötzlich leichter an. Ich erkannte, dass sich deshalb in den letzten Tagen ein Gefühl der Verdrängung in meinem Herzen rührte, weil ich durch Ruhm, Gewinn und Status eingeschränkt und gefesselt war. Anfangs hatte der Verantwortliche gesagt, ich hätte ein gutes Kaliber und die Predigten, die ich schrieb, seien ziemlich gut. Ich wurde selbstgefällig und hatte das Gefühl, ein besonderes Talent zum Schreiben zu haben. Und so gab ich mir noch mehr Mühe beim Verfassen der Predigten, in der Hoffnung, Lob und Bewunderung der anderen zu erhalten. Als dann jedoch in den beiden Predigten, die ich geschrieben hatte, auf viele Probleme hingewiesen wurde, befürchtete ich, dass die anderen auf mich herabschauen und mich nicht mehr als jemanden von Kaliber und mit Talent ansehen würden. Deshalb konnte ich auch nicht zur Ruhe kommen, um über die von den Leitern aufgezeigten Probleme nachzudenken, und befasste mich weder mit den Grundsätzen noch suchte ich nach der Wahrheit, um meine Defizite auszugleichen. Ich wollte einfach nur schnell eine gute Predigt schreiben, um meinen Ruf wiederherzustellen. Doch je besorgter ich wurde, desto weniger Ideen hatte ich, desto wirrer wurden meine Gedanken, und nach einem ganzen Arbeitstag hatte ich immer noch keine Fortschritte gemacht. Ich erinnerte mich daran, dass ich, als ich mit dem Predigtschreiben anfing, trotz vieler Schwierigkeiten ein reines Herz voller Gottesvertrauen hatte. Ich widmete mich aufrichtig den entsprechenden Worten Gottes und suchte danach, um darüber nachzudenken, und Gott erleuchtete und führte mich, sodass mir beim Schreiben sogar wieder einige Ideen kamen. Aber jetzt kreisten meine Gedanken nur noch um meinen Stolz und meinen Status. Mein Bestreben, meinen guten Ruf in den Augen der anderen zu wahren, raubte mir den Appetit und den Schlaf, verursachte bei mir Schwindel und Benommenheit und hinderte mich daran, mich auf das Schreiben der Predigt zu konzentrieren. Mein Herz wurde vollständig von Ruhm und Gewinn beherrscht. Wenn ich diesen Zustand nicht ändern würde, würde ich einfach weiter in Finsternis und unerträglichem Schmerz leben und mit der Zeit das Wirken des Heiligen Geistes oder sogar diese Pflicht verlieren. Dann betete ich zu Gott: „Gott, ich möchte nicht in einem Zustand leben, in dem ich nur nach Ansehen und Status strebe, aber ich weiß nicht, wie ich mich davon lösen kann. Bitte erleuchte und führe mich, damit ich diesem falschen Zustand entgehen und meine Pflicht gut tun kann.“
Am nächsten Morgen las mir meine Schwester einige Abschnitte aus Gottes Worten vor, und einer davon half mir sehr. Der Allmächtige Gott sagt: „Jeder weiß, dass es nichts Gutes ist, wenn jemand viel von sich hält, nur weil er bei seiner Pflicht gewisse Ergebnisse erzielen konnte. Warum neigen die Menschen dennoch dazu, viel von sich zu halten? Zum einen liegt es an der Arroganz und Oberflächlichkeit der Menschen. Gibt es andere Gründe? (Es liegt daran, dass die Menschen nicht erkennen, dass Gott sie führt, wenn sie diese Ergebnisse erzielen. Sie denken, ihnen stünde der ganze Verdienst zu, und so glauben sie, sie könnten es sich leisten, viel auf sich zu halten. In Wirklichkeit sind die Menschen ohne Gottes Wirken unfähig, überhaupt etwas zu tun, aber sie erkennen das nicht.) Diese Aussage ist korrekt und betrifft auch den Kern der Angelegenheit. Wenn die Menschen Gott nicht verstehen und der Heilige Geist sie nicht erleuchtet, werden sie stets glauben, sie wären zu allem fähig. Wenn sie also glauben, es sich leisten zu können, ist es möglich, dass sie arrogant werden und viel auf sich halten. Könnt ihr Gottes Führung und die Erleuchtung des Heiligen Geistes bei eurer Pflichterfüllung spüren? (Ja.) Wenn ihr das Wirken des Heiligen Geistes spüren könnt und trotzdem viel von euch haltet und meint, ihr wärt im Besitz der Wirklichkeit, was geht dann hier vor? (Wenn unsere Pflichterfüllung einige Früchte getragen hat, denken wir, dass der halbe Verdienst an Gott geht und die andere Hälfte an uns. Wir überschätzen unseren Beitrag in unbegrenztem Maße und denken, dass nichts wichtiger war als unsere Beteiligung und dass Gottes Erleuchtung ohne diese nicht möglich gewesen wäre.) Warum hat Gott dich also erleuchtet? Kann Gott auch andere Menschen erleuchten? (Ja.) Wenn Gott jemanden erleuchtet, dann erfolgt das durch Gottes Gnade. Und was ist mit diesem kleinen Mitwirken deinerseits? Ist das etwas, wofür dir Verdienst gebührt, oder ist es deine Pflicht und deine Verantwortung? (Es ist unsere Pflicht und Verantwortung.) Wenn du anerkennst, dass es deine Pflicht und Verantwortung ist, dann hast du die richtige Geisteshaltung und wirst nicht erwägen, dir den Verdienst dafür anzurechnen. Wenn du immer denkst: ‚Das ist mein Beitrag. Wäre Gottes Erleuchtung ohne meine Mitarbeit möglich gewesen? Diese Aufgabe bedarf menschlicher Beteiligung; unser Mitwirken macht den Großteil des Erfolgs aus‘, dann liegst du falsch. Wie hättest du mitwirken können, wenn der Heilige Geist dich nicht erleuchtet hätte und niemand mit dir über die Wahrheitsgrundsätze Gemeinschaft gehalten hätte? Du wüsstest weder, was Gott verlangt, noch würdest du den Weg der Praxis kennen. Selbst wenn du dich Gott unterwerfen und mitwirken wolltest, würdest du nicht wissen, wie. Besteht diese ‚Beteiligung‘ von dir nicht bloß aus leeren Worten? Wenn du nicht wirklich mitarbeitest, handelst du nur nach deinen eigenen Vorstellungen – könnte die Pflicht, die du ausführst, in diesem Fall den Anforderungen genügen? Auf keinen Fall. Das weist auf das vorliegende Problem hin. Was ist das Problem? Welche Pflicht jemand auch erfüllt, ob er Ergebnisse erzielt, seine Pflicht den Anforderungen entspricht und ob er Gottes Anerkennung erlangt, hängt von Gottes Handeln ab. Selbst wenn du deine Verantwortung und Pflicht erfüllst, wenn Gott nicht wirkt, wenn Gott dich nicht erleuchtet und führt, dann wirst du deinen Weg, deine Richtung oder deine Ziele nicht verstehen. Was kommt am Ende dabei heraus? Nachdem du dich diese ganze Zeit lang abgemüht hast, wirst du deine Pflicht nicht richtig erfüllt haben, noch wirst du die Wahrheit oder das Leben erlangt haben – es wird alles umsonst gewesen sein. Ob du deine Pflicht den Anforderungen entsprechend ausgeführt hast, deine Brüder und Schwestern erbaut hast und Gottes Anerkennung erlangst, hängt somit alles von Gott ab! Die Menschen können nur die Dinge tun, zu denen sie persönlich fähig sind, die sie tun sollten und die innerhalb ihrer angeborenen Fähigkeiten liegen – mehr nicht. Deine Pflicht auf eine effektive Art und Weise auszuführen, hängt demnach letztendlich von der Anleitung der Worte Gottes und der Erleuchtung und Führung des Heiligen Geistes ab; nur dann kannst du die Wahrheit verstehen und Gottes Auftrag im Einklang mit dem Weg, den Gott dir gegeben hat, und den von Ihm festgelegten Grundsätzen erfüllen. Das ist Gottes Gnade und Segen, und wenn die Menschen das nicht erkennen können, sind sie blind. Unabhängig davon, welcher Arbeit das Haus Gottes nachgeht, zu welchem Ergebnis sollte diese führen? Ein Teil dieser Arbeit sollte darin bestehen, Gott zu bezeugen und Gottes Evangelium zu verkünden, während ein weiterer Teil darin bestehen sollte, die Brüder und Schwestern zu erbauen und ihnen Nutzen zu bringen. Die Arbeit des Hauses Gottes sollte in beiden Bereichen Ergebnisse erzielen. Kannst du in Gottes Haus, ganz gleich, welche Pflicht du erfüllst, ohne Gottes Führung Ergebnisse erzielen? Auf keinen Fall. Man kann sagen, dass das, was du tust, ohne Gottes Führung im Wesentlichen nutzlos ist“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die Prinzipien, nach welchen man sich verhalten sollte). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich das Etikett „besonderes Talent zum Schreiben“ nicht ablegen konnte, weil ich mir den gesamten Erfolg beim Predigtschreiben selbst zuschrieb. Ich dachte, diese Ergebnisse wären nur durch mein gutes Kaliber, mein schriftstellerisches Talent und die Mühe, die ich in das Nachdenken und die erbrachten Opfer steckte, zustande gekommen. In Wirklichkeit hatte ich beim Schreiben oft zu kämpfen, und nur indem ich zu Gott betete, über die entsprechenden Wahrheiten nachdachte und Seine Erleuchtung und Führung empfing, erhielt ich überhaupt ein wenig Inspiration. Als jedoch später andere ein paar lobende und ermutigende Worte sagten, wurde ich eingebildet und dachte, all dies sei mein eigener Verdienst. Ich verpasste mir sogar selbst das Etikett „gutes Kaliber mit Talent zum Schreiben“ und schaffte es nicht, mich so zu sehen, wie ich wirklich war. Ob eine Pflicht gut getan werden kann oder nicht, hängt wirklich teilweise davon ab, ob man die Grundsätze der Pflicht und die entsprechenden Wahrheiten versteht, und vor allem davon, ob man Gottes Erleuchtung und Führung empfängt. Es gibt Zeiten, in denen uns die Ideen fehlen. Nur indem wir zu Gott beten, Seine Führung suchen und über Seine Worte nachdenken, gelangen wir unbewusst zum Verständnis einiger Wahrheiten und erhalten etwas mehr Licht und neue Ideen. Erst dann können die Predigten, die wir schreiben, gute Ergebnisse erzielen. Das liegt nicht an unseren eigenen Fähigkeiten. Ich dachte darüber nach, wie ich die letzten Tage nur für Ruhm und Status gelebt hatte und deshalb Gottes Erleuchtung und Führung nicht empfangen konnte. Obwohl ich mir Mühe beim Schreiben gegeben hatte, war mein Kopf wie leergefegt, ohne jegliche Ideen – ich war wirklich eine absolute Närrin. Ich erkannte wahrhaftig, dass gute Ergebnisse bei meinen Pflichten durch Gottes Erleuchtung und Führung kamen und dass ich keinen Anlass dazu hatte, mir darauf etwas einzubilden. Doch ich hatte mir schamlos den ganzen Verdienst selbst zugeschrieben. Das war wirklich beschämend! Obwohl ich schon mehrere Predigten geschrieben hatte, hatte ich nur einen Bruchteil des Schreibprozesses begriffen. Tatsächlich hatte ich viele Grundsätze nicht begriffen und war mir in vielerlei Hinsicht über die Wahrheiten nicht im Klaren. Manchmal fiel es mir sogar schwer, die wichtigsten Punkte beim Schreiben einer Predigt zu erfassen. Obwohl ich mich mit den relevanten Grundsätzen befasst hatte, fehlte es mir bei der praktischen Anwendung doch an vielem, und ich brauchte immer noch Korrekturen und die Hilfe der anderen. Aber ich hielt mich für außergewöhnlich, als würde ich auf Wolken schweben, und war mir meiner eigenen Grenzen wirklich nicht bewusst. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr schämte ich mich. Ich wollte mich verstecken und hätte mich am liebsten in einem Mauseloch verkrochen.
Danach dachte ich darüber nach, dass der Hauptgrund dafür, weshalb ich diese beiden Predigten nicht gut hatte schreiben können, darin lag, dass ich gerade erst mit der Schulung begonnen und einige Grundsätze einfach noch nicht begriffen hatte. Also befasste ich mich gemeinsam mit meinen Schwestern mit den Grundsätzen und nutzte die beiden Predigten als Beispiele, damit alle sie analysieren und diskutieren konnten. Jeder machte Vorschläge, und als ich die Predigten danach erneut überarbeitete, hatte ich eine Anleitung. Wann immer ich etwas nicht verstand, betete ich zu Gott, suchte die Wahrheit und dachte darüber nach. Nachdem ich eine der Predigten vollständig überarbeitet hatte, reichte ich sie ein. Bei der Überarbeitung der anderen hatte ich jedoch immer noch Schwierigkeiten. Ich war mir über die Wahrheit nicht ganz im Klaren und fühlte mich etwas beunruhigt. Ich hatte auch Angst, dass mein Text fade und trocken sein würde, und fragte mich, was wohl die Leiter von mir denken würden, nachdem ich ihn eingereicht hatte. Würden sie sagen, dass mein Kaliber unzureichend wäre? Ich traute mich nicht, die Brüder und Schwestern um Hilfe zu bitten, sah aber keinen Ausweg und fühlte mich innerlich auch sehr bedrückt. In diesem Moment dachte ich an einen Abschnitt aus Gottes Worten. Gott sagt: „Wenn Gott fordert, dass die Menschen ihre Pflicht gut erfüllen, verlangt Er nicht von ihnen, eine bestimmte Anzahl an Aufgaben zu bewältigen oder große Unterfangen durchzuführen, noch irgendwelche großen Unternehmungen zu bewerkstelligen. Was Gott will, ist, dass die Menschen alles, wozu sie in der Lage sind, bodenständig tun können und im Einklang mit Seinen Worten leben. Was Gott betrifft, ist es unnötig, dass du bedeutend oder erhaben bist oder dass du irgendwelche Wunder herbeiführst, noch will Er irgendwelche angenehmen Überraschungen in dir sehen. Er braucht solche Dinge nicht. Alles, was Gott braucht, ist, dass du standhaft nach Seinen Worten praktizierst. Wenn du Gottes Worten zuhörst, dann tu das, was du verstanden hast, führe aus, was du begriffen hast, merk dir gut, was du gehört hast, und wenn die Zeit zum Praktizieren gekommen ist, dann praktiziere Seinen Worten entsprechend. Lass sie zu deinem Leben werden, deinen Wirklichkeiten und zu dem, was du auslebst. Auf diese Weise wird Gott zufrieden sein. Du strebst immer Erhabenheit, Vornehmheit und Status an; du strebst ständig danach, anderen überlegen zu sein. Wie fühlt sich Gott, wenn Er das sieht? Er verabscheut es, und Er wird entfernt von dir sein. Je mehr du nach Größe und Vornehmheit strebst und versuchst, etwas Besseres als die anderen zu sein, aus der Masse herauszuragen, außergewöhnlich und herausragend zu sein, desto mehr Abneigung empfindet Gott dir gegenüber. Wenn du nicht über dich selbst nachdenkst und Buße tust, dann wird Gott dich verabscheuen und dich zurückweisen. Du darfst auf keinen Fall jemand sein, dem Gott mit Abneigung begegnet; du musst ein Mensch sein, den Gott liebt. Wie also kannst du ein Mensch werden, den Gott liebt? Akzeptiere gehorsam die Wahrheit, nimm deinen richtigen Platz als geschaffenes Wesen ein, handle bodenständig auf der Grundlage von Gottes Worten, führe deine Pflicht ordnungsgemäß aus, sei ein ehrlicher Mensch und lebe das Abbild eines Menschen aus. Das ist genug, und das wird Gott zufriedenstellen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die richtige Pflichterfüllung erfordert eine harmonische Zusammenarbeit). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass Gottes Anforderungen an die Menschen nicht hoch sind und Er nicht von ihnen verlangt, große Erfolge zu erzielen. Solange die Menschen gehorsam sein, sich unterwerfen und ihre Pflicht gemäß Gottes Anforderungen bodenständig gut ausführen können, wird Gott zufrieden sein. Aber ich wollte immer herausstechen und gute Predigten schreiben, um das Lob und die Anerkennung anderer zu gewinnen. Das wurde von meinem Ehrgeiz und Verlangen kontrolliert. Das war eine verdorbene Disposition. Ich dachte an die erste Verwaltungsverordnung, der Gottes auserwähltes Volk gehorchen muss, und die lautet: „Der Mensch soll sich selbst weder verherrlichen noch erhöhen. Er soll Gott anbeten und erhöhen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die zehn Verwaltungsverordnungen, die von Gottes auserwähltem Volk im Zeitalter des Königreichs einzuhalten sind). Ich strebte immer nach Ruhm, Gewinn und Status, wollte von anderen gelobt und geschätzt werden und einen Platz in ihren Herzen haben. Das ist etwas, das Gott verabscheut. In diesem Zustand zu leben, machte es mir unmöglich, meine Pflicht gut auszuführen, und hätte sogar meine Arbeit behindern können. Ich musste die falsche Sichtweise hinter meinem eigenen Streben schnell ändern. Obwohl ich beim Schreiben von Predigten immer noch Defizite aufwies, war ich bereit, mein Herz vor Gott zur Ruhe kommen zu lassen, die Wahrheit zu suchen und mein Bestes zu geben, um mitzuwirken. Ich schrieb so gut, wie ich es nach meinem Verständnis konnte, und betrachtete jede Schwierigkeit, die beim Schreiben der Predigten auftrat, als eine Gelegenheit, meine Unzulänglichkeiten auszugleichen. Ich glaubte, dass ich durch dieses schrittweise Üben sicher Fortschritte machen würde. Bei diesem Gedanken fühlte ich mich viel erleichterter.
Als ich das nächste Mal Predigten verfasste, schrieb ich zuerst das auf, was ich verstand. Bei Dingen, die ich nicht verstand, forschte und dachte ich nach oder tauschte mich mit meinen Brüdern und Schwestern aus. Sobald ich mir über die Wahrheit im Klaren war, schrieb ich weiter. Auf diese Weise gelangen mir die Predigten, die ich schrieb, wesentlich besser. Kurz darauf schickten uns die Leiter einige gute Predigten, damit wir sie studieren und daraus lernen konnten. Diese Predigten waren nicht nur erfrischend und erhellend, auch war der gemeinschaftliche Austausch über die Wahrheiten wirklich praktisch und klar. Im Vergleich dazu wurde mir klar, dass meine Predigten nur voller Worte und Glaubenslehren waren und über die Wahrheit nicht eindeutig Gemeinschaft gehalten worden war. In diesem Moment wurde mir klar, wie sehr es mir an vielem mangelte. Im Vergleich zu meinen Brüdern und Schwestern lag ich weit zurück! Wenn sie über ihre Gedanken und Erkenntnisse schrieben, dann prahlten sie nicht, sondern erwähnten stattdessen, dass es ihnen noch an vielem mangelte. Sie meinten auch, die Fähigkeit, eine den Anforderungen entsprechende Predigt zu schreiben, sei weder auf ihr eigenes Kaliber noch auf ihr Verständnis der Wahrheit zurückzuführen, sondern vielmehr darauf, dass sie durch Gebet, Suchen und Nachdenken über die jeweiligen Wahrheiten die Erleuchtung des Heiligen Geistes empfingen. Als ich das sah, schämte ich mich zutiefst. Ich dachte darüber nach, wie ich gerade erst mit dem Predigtschreiben angefangen hatte und bei nur oberflächlichem Verständnis dachte, ich sei überdurchschnittlich. Ich hatte mir sogar selbst das Etikett verpasst, ein besonderes Schreibtalent zu haben – ein Etikett, das ich nicht mehr ablegen konnte. Ich überschätzte mich wirklich und es fehlte mir an jeglicher Selbsterkenntnis!
Wenn ich jetzt Predigten schreibe, kann ich mit den Vorschlägen der Leiter richtig umgehen, und wenn es etwas gibt, das ich nicht verstehe oder kann, ergreife ich die Initiative und frage um Rat. So verbesserte sich die Qualität meiner Predigten im Vergleich zu früher. In meinem Herzen weiß ich jetzt, dass ich meine Fortschritte Gottes Erleuchtung und Führung zu verdanken habe. Durch diese Erfahrung erlangte ich ein gewisses Verständnis für meine verdorbene Disposition und machte einige Fortschritte in meinem Lebenseintritt. Ich erkannte auch, dass mein Verständnis der Wahrheit wirklich oberflächlich war und dass ich mich auf die Wahrheitsgrundsätze konzentrieren und meine Pflicht bodenständig und gewissenhaft tun sollte. Ohne diese Offenbarung hätte ich weiter in einem Zustand der Selbstgefälligkeit gelebt und in meiner Pflicht keine Fortschritte gemacht. Dieses Scheitern und dieser Rückschlag haben mir viel gebracht und dafür danke ich Gott von ganzem Herzen!