57. Ich ließ meine Schuldgefühle gegenüber meinem Sohn los

Von Su Li, China

Schon als kleines Kind bewunderte ich meine Mutter sehr. Für meine Geschwister und mich hat sie viel Leid ertragen. Jedes Mal, wenn ich mitten in der Nacht aufwachte, sah ich sie unter einer kleinen Öllampe Baumwollkleidung für uns nähen, und am nächsten Tag musste sie trotzdem auf den Berg, um auf dem Feld zu arbeiten. Um für die ganze Familie zu sorgen, arbeitete sie sich krank. Mein Vater war nicht sehr verantwortungsbewusst, und als mein älterer Bruder ins heiratsfähige Alter kam, kümmerte sich meine Mutter um alles. Alle im Dorf lobten meine Mutter als eine gute Ehefrau und Mutter. In meinem Herzen sah ich meine Mutter als Vorbild und glaubte, dass ihre Taten vorgaben, was es bedeutete, eine Mutter zu sein, die dem Maßstab entsprach. Nach meiner Heirat war ich genau wie meine Mutter – mein Mann und meine Kinder standen für mich bei allem an erster Stelle, und ich hatte das Gefühl, dass jegliches Leid meinerseits es wert war, solange sie es nur gut hatten. Im Winter stand ich immer früh auf, zündete den Ofen an und bereitete etwas zu essen zu. Erst wenn das Haus warm war, weckte ich meinen Mann und die Kinder zum Frühstück. Zu sehen, wie gut sie versorgt waren, machte mich sehr zufrieden. Meine Schwiegermutter und meine ältere Schwägerin lobten mich als eine gute Ehefrau, und auch ich glaubte, dass dies genau das war, was eine Frau tun sollte. Später wurde mein Mann unerwartet plötzlich krank und verstarb, und die Last der ganzen Familie fiel allein auf mich. Ich nahm mir vor: „Ich muss dafür sorgen, dass die Kinder die Schule beenden und ihre eigene Familie gründen.“ Also eröffnete ich ein kleines Geschäft auf dem Markt, um die Schulbildung meiner beiden Kinder zu finanzieren.

1999 nahm ich das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage an. Durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich viele Wahrheiten und überwand auch den Schmerz über den Verlust meines Mannes. Später tat ich meine Pflicht in der Kirche nach besten Kräften. 2003 kam die örtliche Polizei zu meinem Haus, um mich zu verhaften, weil mich ein böser Mensch verraten hatte. Zum Glück war ich nicht zu Hause und entging so dieser Katastrophe. Um der Verhaftung durch die KPCh zu entgehen, musste ich mein Zuhause verlassen, um meine Pflicht zu tun. Der Gedanke, meine Kinder zu verlassen, war eine Qual für mich. Mein Mann war früh verstorben, also was würde aus meinen beiden Kindern werden, wenn ich ginge? Mein Sohn war schon 18 und näherte sich dem heiratsfähigen Alter; wer würde ihm also dabei helfen, seine eigene Familie zu gründen, wenn ich nicht da war? Aber wenn ich nicht ginge, könnte ich jeden Moment verhaftet werden und könnte mich dann trotzdem nicht um sie kümmern. Meine Tochter sagte auch: „Mama, ich möchte lieber, dass du uns verlässt, als dass du verhaftet wirst.“ Als ich meine rücksichtsvolle Tochter sah, schmerzte mein Herz noch mehr, und am Ende verließ ich mit Tränen in den Augen mein Zuhause. Obwohl ich mein Zuhause verlassen hatte, war mein Herz immer bei meinen beiden Kindern, und ich fragte mich: „Geht es ihnen gut? Haben sie genug Geld? Können sie Arbeit finden? Wer wird die Hochzeit meines Sohnes arrangieren? Werden sie mir das übel nehmen und sagen, ich hätte sie im Stich gelassen?“ Jedes Mal, wenn ich über diese Dinge nachdachte, schmerzte mein Herz. Ich hatte das Gefühl, meine Verantwortung als Mutter nicht erfüllt und meine Kinder wirklich im Stich gelassen zu haben. Ich wollte wirklich zurückgehen und mich um sie kümmern, aber ich hatte Angst, verhaftet zu werden. Mein Herz war so gequält. Zu dieser Zeit las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Wer ist wirklich in der Lage, sich vollständig für Mich aufzuwenden und alles ganz und gar für Mich zu opfern? Ihr seid alle halbherzig; eure Gedanken drehen sich im Kreis, denken an deine Familie, an die äußere Welt, an Nahrung und Kleidung. Trotz der Tatsache, dass du hier vor Mir bist und Dinge für Mich tust, denkst du in deinem Herzen immer noch an deine Frau, deine Kinder und deine Eltern zu Hause. Sind sie dein Eigentum? Warum vertraust du sie nicht Meinen Händen an? Vertraust du Mir nicht? Oder liegt es daran, dass du befürchtest, dass Ich unangemessene Vorkehrungen für dich treffen werde?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 59). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, fühlte sich mein Herz viel heller an. Wäre es nicht besser, meine Kinder Gott anzuvertrauen, als mich selbst um sie zu kümmern? Alles unterliegt Gottes Herrschaft, und ob es meinen beiden Kindern gut ging oder nicht, lag in Gottes Händen. Bei diesem Gedanken ließ meine Besorgnis etwas nach.

Nach zunehmender Dauer meiner Abwesenheit war mein Sohn bereits Anfang zwanzig und im heiratsfähigen Alter, und ich machte mir Sorgen, ob er heiraten können würde. Meine Kinder hatten bereits ihren Vater verloren, und ich war nicht da, um für sie zu sorgen, daher hatte ich ihnen gegenüber ein zutiefst schlechtes Gewissen. 2007 wurde ich als Bezirksleiterin entlassen, weil ich keine Last für meine Pflicht trug. Ich hörte, dass meine Kinder zum Arbeiten in die Stadt gegangen waren, in der meine Geschwister lebten, also kehrte ich zurück, um bei ihnen zu sein. Als mein Sohn mich sah, war er sehr kalt und wollte nicht mit mir reden. Er sagte, ich würde mich nur um meinen Glauben kümmern und hätte sie im Stich gelassen. Ich fühlte mich sehr schuldig und fand, dass sein Groll gerechtfertigt war. Meine jüngeren Geschwister kamen auch, um mich zu besuchen. Mein Bruder schimpfte mit mir und sagte: „In all den Jahren, in denen du weg warst, hatten deine Kinder es wirklich schwer. Diesmal solltest du besser nicht wieder gehen. Sie sind jetzt erwachsen, also beeil dich und hilf deinem Sohn zu heiraten – das ist es, worauf es wirklich ankommt.“ Meine Schwester sagte: „In den Jahren, in denen du weg warst, haben wir uns um deinen Sohn gesorgt und ihm sogar geholfen, eine Arbeit zu finden.“ Als ich das hörte, fühlte ich mich noch schuldiger und war noch aufgewühlter. Ich fühlte mich wie eine schlechte Mutter, die ihre Verantwortung nicht erfüllt hatte. Mein Sohn musste mit 17 oder 18 anfangen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und meine Tochter verrichtete schwere körperliche Arbeit, obwohl sie klein und dünn war. Wäre ich zu Hause gewesen, hätten sie nicht so jung anfangen müssen zu arbeiten. Um wiedergutzumachen, was ich ihnen schuldete, tat ich mein Bestes, ihre Lieblingsgerichte zu kochen und ihre Wäsche zu waschen; was auch immer ich für sie tun konnte, versuchte ich mit aller Kraft zu tun. Um für die Hochzeit meines Sohnes zu sparen, nahm ich eine Akkordarbeit an und nähte zu Hause Kleidung. Ich arbeitete nachts und lieferte die Bestellungen morgens aus, und tagsüber konnte ich weiterhin Neulinge bewässern, an Versammlungen teilnehmen und meine Pflicht ohne Unterbrechung tun. 2008 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt, aber damals fühlte ich mich sehr zwiegespalten. Ich wusste, ich sollte Gottes Absichten berücksichtigen und mich unterwerfen, aber ich befürchtete, Leiterin zu sein wäre zu zeitaufwendig und ließe keine Zeit zum Geldverdienen. Wer wäre schon bereit, meinen Sohn zu heiraten, wenn er kein Geld und kein Haus hatte? Mein Mann war früh verstorben, also hatte ich als Mutter noch mehr Verantwortung. Wenn ich meinem Sohn nicht helfen würde zu sparen, könnte er nicht heiraten – würden mich die Leute dann nicht eine verantwortungslose Mutter nennen? Bei diesem Gedanken lehnte ich es ab, die Pflicht einer Leiterin zu übernehmen, und bewässerte weiterhin Neulinge.

Die Zeit verging wie im Flug, und bald war es 2010. Mein Sohn war jetzt 25, und alle seine Altersgenossen waren bereits verheiratet, er aber immer noch nicht. Ich war sehr besorgt. Obwohl ich zusätzlich zu meiner Pflicht arbeitete, um Geld zu verdienen, war das Geld, das ich für seine Hochzeit gespart hatte, bei weitem nicht genug. Um mehr Geld zu sparen, nahm ich noch mehr Arbeit an. Als immer mehr Neulinge Gottes Werk annahmen, tat ich tagsüber meine Pflicht und arbeitete bis spät in die Nacht. Dadurch hatte ich weniger Zeit und Energie, um die Neulinge zu bewässern. Ich machte mir nur selten Gedanken, wie ich durch gemeinschaftlichen Austausch dazu beitragen konnte, dass sie auf dem wahren Weg Wurzeln schlagen, und ich trug keine Last, um die Schwierigkeiten oder Probleme der Neulinge zu lösen. Da ich um 17 Uhr mit der Arbeit begann, arbeitete ich manchmal bis Mitternacht oder sogar bis 1 Uhr nachts und musste die Arbeit dann um 4 Uhr morgens abliefern. Am nächsten Tag fühlte ich mich dann bei meiner Pflicht benommen und verwirrt. Nach einer Weile hörten einige der Neulinge, die ich bewässerte, sogar auf, regelmäßig an Versammlungen teilzunehmen. Weil ich bei meiner Pflicht keine Last trug, wurde ich schließlich entlassen. Ich war deswegen so betrübt. Ich dachte daran, wie ich zuvor die Pflicht einer Leiterin abgelehnt hatte, und jetzt hatte ich nicht einmal die Bewässerung von Neulingen gut gemacht. Ich schämte mich sogar zu sehr, um zu beten. Obwohl ich jetzt ohne Pflicht Vollzeit arbeiten und für meinen Sohn sparen konnte, fühlte sich mein Herz dunkel an, und ich konnte gar nicht beschreiben, wie ich mich fühlte.

Während dieser Zeit hörte ich beim Arbeiten Hymnen. Ein Hymnus mit Gottes Worten trägt den Titel: „Bleibt wachsam! Bleibt wachsam! Verlorene Zeit wird nie zurückkommen – merkt euch das! Es gibt keine Medizin auf der Welt, die Reue heilt! Was also könnte Ich euch sonst noch sagen? Ist Mein Wort es nicht wert, dass ihr sorgfältig und mehrfach darüber nachdenkt?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 30). Gottes Worte haben mich wirklich bewegt. Gott hat so viel und so ernsthaft gesprochen, warum war ich trotzdem so unnachgiebig und nicht bereit, umzukehren? In meinem Herzen betete ich zu Gott und bat Ihn, mich aus diesem Zustand herauszuführen. Ich fragte mich immer wieder: „Muss ich das Streben nach der Wahrheit aufgeben, nur um Geld für die Hochzeit meines Sohnes zu verdienen?“ Ich dachte an einige aus Gottes Worten: „Ohne dass du es merkst, wird dein Leben an dir vorbeiziehen. Wirst du danach immer noch diese Art von Chance haben, Gott zu lieben?“ „Wenn du im Leben nicht für die Wahrheit leidest oder danach strebst, sie zu erlangen, kann es dann sein, dass du dir wünschst, in deiner Stunde des Todes Bedauern zu empfinden? Wenn dem so ist, warum dann an Gott glauben?“ Ich fand diese beiden Abschnitte von Gottes Worten, die ich dann las. Gott sagt: „Für alle, die Entschlossenheit besitzen und Gott lieben, gibt es keine nicht erreichbaren Wahrheiten und kein Recht, für das sie nicht einstehen können. Wie solltest du dein Leben führen? Wie solltest du Gott lieben und diese Liebe dazu verwenden, um Seine Absichten zu befriedigen? In deinem Leben gibt es kein größeres Anliegen. Vor allem aber musst du diese Art von Entschlossenheit und Beharrlichkeit haben und solltest nicht wie jene sein, die rückgratlose Schwächlinge sind. Du musst lernen, wie man ein sinnvolles Leben erfährt und bedeutungsvolle Wahrheiten erfährt, und solltest dich nicht auf diese Weise nachlässig behandeln. Ohne dass du es merkst, wird dein Leben an dir vorbeiziehen. Wirst du danach immer noch diese Art von Chance haben, Gott zu lieben? Kann der Mensch Gott lieben, nachdem er gestorben ist? Du musst dieselbe Entschlossenheit und dasselbe Gewissen wie Petrus haben. Dein Leben muss sinnvoll sein und du darfst keine Spielchen mit dir selbst spielen. Als menschliches Wesen und als eine Person, die nach Gott strebt, musst du in der Lage sein, dein Leben vorsichtig zu erwägen und anzugehen – darüber nachzudenken, wie du dich Gott hingeben solltest, wie du einen bedeutungsvolleren Glauben an Gott haben solltest und wie du, da du Gott liebst, Ihn auf eine Art und Weise lieben solltest, die reiner, schöner und gütiger ist. … Du darfst die Wahrheit nicht um des Genusses der familiären Harmonie willen wegwerfen, und du darfst nicht um des vorübergehenden Genusses willen ein ganzes Leben voller Würde und Integrität verlieren. Du solltest all das anstreben, was schön und gütig ist, und du solltest einen Lebensweg verfolgen, der bedeutungsvoller ist. Wenn du so ein banales und weltliches Leben führst und kein Ziel hast, nach dem du streben kannst, verschwendest du dann nicht dein Leben? Was kannst du von einem solchen Leben erlangen? Du solltest allen Freuden des Fleisches einer einzigen Wahrheit wegen entsagen und du solltest nicht alle Wahrheiten für ein wenig Vergnügen wegwerfen. Solche Menschen haben keine Integrität oder Würde. Es gibt keinen Sinn in ihrem Dasein!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Sein Wissen um Züchtigung und Gericht). „Auf diesem Weg können viele Menschen von viel Wissen sprechen, doch zum Zeitpunkt ihres Todes stehen ihnen Tränen in den Augen und sie hassen sich selbst, weil sie ihr ganzes Leben verschwendet haben und bis ins reife hohe Alter vergebens gelebt haben. Sie verstehen nur Lehren, können jedoch die Wahrheit nicht in die Praxis umsetzen oder Gott nicht bezeugen; sie rennen nur oberflächlich hin- und her, geschäftig wie eine Biene, und erst dann, wenn sie sich an der Schwelle des Todes befinden, erkennen sie schließlich, dass es ihnen an wahrem Zeugnis fehlt, dass sie Gott überhaupt nicht kennen. Ist es dann nicht zu spät? Warum nutzt du nicht den Tag und strebst nach der Wahrheit, die du liebst? Warum bis morgen warten? Wenn du im Leben nicht für die Wahrheit leidest oder danach strebst, sie zu erlangen, kann es dann sein, dass du dir wünschst, in deiner Stunde des Todes Bedauern zu empfinden? Wenn dem so ist, warum dann an Gott glauben?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Da du an Gott glaubst, solltest du für die Wahrheit leben). Diese Phase von Gottes Werk ist das abschließende Werk zur Errettung der Menschheit. Ich durfte sie miterleben, aber ich schätzte es nicht. Wenn der Tag kommt, an dem Gottes Werk endet und ich dann meine Pflicht richtig tun wollte, gäbe es keine Chance mehr. Würde ich dann nicht trotzdem ausgemustert werden? Gottes Worte sind sehr klar. An Gott zu glauben, nach der Wahrheit zu streben und die Wahrheit zu gewinnen sind die größten Dinge im Leben, und sie sind auch die bedeutungsvollsten Dinge. Aber ich schlug die Pflicht einer Leiterin aus, um eine gute Mutter zu sein, weil ich befürchtete, dass diese Pflicht mich davon abhalten würde, Geld für meinen Sohn zu verdienen. Neulinge, die gerade erst Gottes Werk angenommen haben, haben viele Auffassungen, über die man Gemeinschaft halten und die man lösen muss, aber ich dachte nur daran, wie ich es wiedergutmachen konnte, dass ich meinen Sohn enttäuscht hatte. Ich war nicht bereit, mehr Zeit darauf zu verwenden, die Probleme der Neulinge zu lösen, und war bei den Versammlungen nur noch oberflächlich dabei. Das führte dazu, dass die Neulinge nicht regelmäßig an den Versammlungen teilnahmen. Ich hatte so viel von der Bewässerung und Versorgung durch Gottes Wort genossen, und Gott hatte mir auch eine Chance auf Errettung gegeben – aber was hatte ich Gott zurückgegeben? Ich hatte nicht nur meine Pflicht verweigert, sondern war auch oberflächlich und unverantwortlich gewesen. Inwiefern besaß ich überhaupt noch Menschlichkeit! Wo ich jetzt sogar meine einzige Pflicht verloren hatte, was war da der Sinn, so zu leben? Wenn ich so weiterlebte – meine Pflicht tun und gleichzeitig versuchen, es meinen Kindern recht zu machen, meiner Pflicht untreu sein und versuchen, beides unter einen Hut zu bekommen – was würde ich da am Ende gewinnen? Gottes Werk wartet auf niemanden, und wenn ich jetzt nicht danach strebte, würde ich keine weitere Chance bekommen. Ich musste meine Zuneigung beiseitelegen und nach der Wahrheit streben. Nicht lange danach nahm ich meine Pflicht wieder auf.

2011 wurde ich zur Bewässerungsdiakonin gewählt. Damals war ich immer noch etwas zwiegespalten. Eine Bewässerungsdiakonin zu sein, wäre eine große Verantwortung, und ich hätte weniger Zeit, um für meinen Sohn Geld zu verdienen. Doch ich dachte auch daran, wie ich in den letzten Jahren verzweifelt Geld für die Hochzeit meines Sohnes verdient hatte – ich hatte keine Last für meine Pflicht getragen, hatte die Kirchenarbeit verzögert, und mein eigenes Leben hatte auch Schaden genommen – und trotzdem beauftragte mich die Kirche mit einer so wichtigen Pflicht. Ich konnte nicht länger gegen Gott rebellieren und musste mein Bestes geben. Also nahm ich sie an. Ich hatte mir immer Sorgen gemacht, dass mein Sohn vielleicht nicht heiraten könnte, weil wir kein Geld hatten. 2014 las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten, der es mir ermöglichte, diese Sorge etwas beiseitezulegen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn man reif geworden ist, ist man in der Lage, seine Eltern zu verlassen und seinen eigenen Weg zu gehen. An dieser Stelle beginnt man wirklich, seine eigene Rolle zu spielen – der Nebel hebt sich und die eigene Mission im Leben wird einem nach und nach klar. Namentlich bleibt man immer noch eng an die Eltern gebunden, aber weil die eigene Mission und die Rolle, die man im Leben spielt, nichts mit der Mutter und dem Vater zu tun haben, bricht diese innige Bindung im Wesentlichen langsam ab, während eine Person allmählich unabhängig wird. Aus biologischer Sicht können Menschen nicht anders, als unbewusster Weise weiterhin auf ihre Eltern angewiesen zu sein, aber objektiv betrachtet, haben sie getrennte Leben von ihren Eltern, nachdem sie erwachsen geworden sind, und werden die Rolle, die sie übernehmen, unabhängig davon ausfüllen. Neben Geburt und Erziehung ist die Verantwortung der Eltern während des Lebens ihrer Kinder nur, ihnen äußerlich eine Umgebung zu bieten, in der sie aufwachsen können, und das ist alles, denn nichts außer der Vorherbestimmung des Schöpfers hat einen Einfluss auf das Schicksal eines Menschen. Niemand hat die Kontrolle darüber, welche Art von Zukunft ein Mensch haben wird; es wird weit im Voraus vorherbestimmt und nicht einmal die eigenen Eltern können das Schicksal ihrer Kinder ändern. Was das Schicksal betrifft, ist jeder unabhängig und jeder hat sein eigenes Schicksal. Somit können die Eltern eines Menschen dessen Schicksal im Leben in keiner Weise behindern, und sie können ihn auch nicht im Geringsten in der Rolle, die er im Leben spielt, vorantreiben. Man kann sagen, ganz gleich, in welche Familie jemand vorherbestimmt ist, hineingeboren zu werden und in welcher Umgebung er aufwächst, all dies sind nichts weiter als die Voraussetzungen für die Erfüllung ihrer Mission im Leben. Sie legen in keiner Weise das Schicksal im Leben eines Menschen fest oder die Art von Schicksal, in dessen Rahmen Menschen ihre Mission erfüllen. Daher können weder die Eltern eines Menschen ihm bei der Erfüllung seiner Mission im Leben helfen, noch können seine Verwandten ihn dabei unterstützen, seine Rolle im Leben gut auszuführen. Wie jemand seine Mission erfüllt und in welcher Art von Lebensumfeld er seine Rolle ausführt, wird ganz von seinem Schicksal im Leben bestimmt. Mit anderen Worten, keine objektiven Bedingungen können den Auftrag eines Menschen beeinflussen, der vom Schöpfer vorherbestimmt ist. Alle Menschen reifen in den bestimmten Umgebungen heran, in denen sie aufwachsen; dann gehen sie allmählich, Schritt für Schritt, ihren eigenen Weg im Leben und erfüllen das Schicksal, das der Schöpfer für sie geplant hat. Auf natürliche Weise, unfreiwillig, begeben sie sich in das weite Meer der Menschheit und treten dort ihren eigenen Posten im Leben an, und beginnen, ihre Verantwortungen als geschaffene Wesen um der Vorherbestimmung des Schöpfers und Seiner Souveränität willen zu erfüllen(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). Durch Gottes Worte erhellte sich mein Herz so sehr. Ich verstand, dass meine Verantwortung nur darin bestand, meine Kinder auf die Welt zu bringen, ihnen ein Umfeld zum Aufwachsen zu bieten und sie bis zum Erwachsenenalter großzuziehen. Aber wenn Kinder erwachsen werden, haben sie ein völlig eigenständiges Leben, getrennt von ihren Eltern. Wir alle haben unsere eigenen Missionen. Ich bin ein geschaffenes Wesen, und meine Verpflichtung ist es, meine Pflicht als geschaffenes Wesen zu erfüllen, und nicht, mein Leben immer nur für meine Kinder zu leben. In all den Jahren hatte ich hart gearbeitet, um Geld zu verdienen und die Schuld, die ich gegenüber meinem Sohn empfand, auszugleichen. Ich hatte gehofft, ihm bei der Heirat und Familiengründung zu helfen und dachte, nur so könnte ich es bei ihm wiedergutmachen. Um Geld zu verdienen, wies ich sogar die Pflicht einer Leiterin zurück und war bei der Bewässerung von Neulingen unverantwortlich. Das führte zu Verlusten bei meinem Lebenseintritt und in der Kirchenarbeit. Jetzt verstand ich, dass es nicht an mir lag, ob mein Sohn heiraten konnte; dass Geld für ein Auto oder ein Haus keine Garantie dafür war und dass Gott die Ehe meines Sohnes bereits vorherbestimmt hatte. Das konnte ich nicht ändern. Ich dachte an einen Nachbarn: Mann und Frau waren beide behindert und hatten weder Haus noch Auto, doch ihr Sohn heiratete schon in jungen Jahren und gründete seine Familie. Ich habe auch einen Verwandten, dessen Familie Millionen an Ersparnissen und sowohl ein Auto als auch ein Haus besitzt, aber ihr Kind ist mit über 30 immer noch nicht verheiratet. Daran sah ich, dass eine Heirat nicht vom Reichtum abhängt und dass alles in Gottes Händen liegt. Als ich das verstand, fühlte ich mich in meinem Herzen viel erleichterter, und ich beschloss, meine Pflicht gut zu tun, die Heirat meines Sohnes vollständig Gott anzuvertrauen und mich Gottes Herrschaft und Anordnungen zu unterwerfen.

2017 heiratete mein Sohn und zog bei der Familie seiner Frau ein. Meine Schwiegertochter verlangte keine Brautgabe noch stellte sie irgendwelche Forderungen. Ich gab ihr nur 30.000 Yuan, und es gab keine formelle Hochzeitszeremonie. Verwandte und Freunde kamen einfach zu einem Essen zusammen, und die Feier wurde schlicht gehalten. Ich hätte glücklich sein sollen, aber in meinem Herzen fühlte ich immer noch Schuld. Ich hatte das Gefühl, keine große Hochzeit für meinen Sohn organisiert und nur eine unbedeutende Summe gegeben zu haben. Ich hatte meine Verantwortung als Mutter nicht erfüllt, was ich bedauerte. 2019 wurde meine Schwiegertochter schwanger und bat mich, mich um sie zu kümmern. Damals war ich für die Textarbeit mehrerer Kirchen verantwortlich. Wenn ich also gegangen wäre, um mich um meine Schwiegertochter zu kümmern, hätte das meine Pflichten verzögert. Aber dann dachte ich daran, wie wenig ich meinem Sohn über die Jahre gegeben hatte. Jetzt, wo mein Sohn auswärts arbeitete, um Geld zu verdienen, hatte ich das Gefühl, es sei meine Pflicht, mich um meine schwangere Schwiegertochter zu kümmern. Wenn ich ihm diesmal seine Last nicht erleichtern könnte, würde ich ihn im Stich lassen. Würden meine Verwandten mich dann nicht eine wirklich verantwortungslose Mutter nennen? Ich konnte nicht zur Ruhe kommen und mein Herz nicht auf meine Pflichten konzentrieren, was zu einem leichten Rückgang der Effektivität meiner Pflichtausführung führte. Die Verantwortliche erfuhr davon und suchte dann einige von Gottes Worten für mich heraus, die sich auf meinen Zustand bezogen. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Menschen, die in dieser realen Gesellschaft leben, wurden zutiefst von Satan verdorben. Ob die Menschen gebildet sind oder nicht, in ihren Gedanken ist viel der traditionellen Kultur verankert. Von Frauen wird zum Beispiel erwartet, dass sie ihren Ehemännern zur Seite stehen und ihre Kinder erziehen, eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter sind, dass sie ihr ganzes Leben ihren Ehemännern und Kindern widmen, für sie leben und für drei anständige Mahlzeiten am Tag sorgen, die Wäsche waschen, putzen und alle anderen Hausarbeiten gut erledigen. Das ist die allgemein anerkannte Norm, um eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter zu sein. Zudem glaubt jede Frau, genau so sollte es sein, und wenn sie diese Dinge nicht tut, sei sie keine gute Frau und verstoße gegen ihr Gewissen und die moralischen Normen. Diese moralischen Normen zu verletzen wird das Gewissen mancher Frauen schwer belasten; sie werden glauben, sie hätten ihre Ehemänner und Kinder enttäuscht und seien keine guten Frauen. Aber wenn du anfängst, an Gott zu glauben und viele Seiner Worte gelesen, einige Wahrheiten verstanden und gewisse Angelegenheiten durchschaut hast, wirst du denken: ‚Ich bin ein geschaffenes Wesen, und als solches sollte ich meine Pflicht erfüllen und mich für Gott aufwenden.‘ Kommt es an diesem Punkt zu einem Konflikt zwischen dem Wunsch, eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter zu sein, und der Ausführung deiner Pflicht als geschaffenes Wesen? Wenn du eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter sein möchtest, kannst du deine Pflicht nicht in Vollzeit tun, und wenn du deine Pflicht in Vollzeit tun möchtest, kannst du keine gute Ehefrau und liebevolle Mutter sein. Was tust du jetzt? Wenn du dich dafür entscheidest, deine Pflicht gut zu tun, Verantwortung für die Arbeit der Kirche zu übernehmen und dich Gott hinzugeben, dann kannst du keine gute Ehefrau und liebevolle Mutter mehr sein. Was würdest du davon halten? Welche Zwietracht und Unstimmigkeiten würden in deinem Kopf entstehen? Hättest du das Gefühl, deine Kinder und deinen Mann enttäuscht zu haben? Woher kommt dieses Gefühl von Schuld und Unbehagen? Wenn du deine Pflicht als geschaffenes Wesen nicht erfüllst, hast du dann das Gefühl, du hättest Gott enttäuscht? Du empfindest keine Schuld und machst dir keine Vorwürfe, weil in deinem Herzen und deinem Geist nicht die geringste Wahrheit zu finden ist. Was also verstehst du? Traditionelle Kultur und wie man eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter ist. So entsteht in deinem Kopf die Auffassung: ‚Wenn ich keine gute Ehefrau und liebevolle Mutter bin, dann bin ich keine gute oder anständige Frau.‘ Diese Auffassung wird dich von nun an fesseln und kontrollieren, und wenn du anfängst, an Gott zu glauben und eine Pflicht zu tun, beeinflussen dich solche Auffassungen noch immer. Wenn es einen Konflikt gibt zwischen der Ausführung deiner Pflicht und deinem Wunsch, eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter zu sein, entscheidest du dich vielleicht widerwillig dafür, deine Pflicht zu tun, und zeigst dabei etwas Hingabe Gott gegenüber, doch in deinem Herzen empfindest du immer noch Unbehagen und Schuld. Daher suchst du, wenn du während der Ausführung deiner Pflicht etwas freie Zeit hast, nach Gelegenheiten, dich um deine Kinder und deinen Ehemann zu kümmern, weil du es ihnen gegenüber umso mehr wiedergutmachen willst, und du denkst, es sei in Ordnung, wenn du mehr leiden musst, solange du nur deinen Seelenfrieden hast. Ist die Ursache dafür nicht der Einfluss von Ideen und Theorien der traditionellen Kultur, wie man eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter ist?(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). „Satan verwendet diese Art von traditioneller Kultur und moralischen Auffassungen, um deine Gedanken, deinen Verstand und dein Herz zu beeinflussen und dich unfähig zu machen, Gottes Worte anzunehmen; du bist von diesen satanischen Dingen besessen und nicht in der Lage, die Worte Gottes anzunehmen. Wenn du Gottes Worte praktizieren möchtest, verursachen diese Dinge in dir große Unruhe, bringen dich dazu, dich der Wahrheit und Gottes Anforderungen zu widersetzen, und machen dich machtlos, dich vom Joch der traditionellen Kultur zu befreien. Nachdem du eine Weile dagegen angekämpft hast, lenkst du ein: Du ziehst es vor, zu glauben, traditionelle moralische Auffassungen seien richtig und stimmten mit der Wahrheit überein, und lehnst daher die Worte Gottes ab oder wendest dich von ihnen ab. Du akzeptierst Gottes Worte nicht als die Wahrheit und legst keinen Wert auf deine Rettung, weil du glaubst, da du ja noch in dieser Welt lebst, könntest du nur überleben, wenn du dich auf diese Dinge stützt. Unfähig, die Missbilligung der Gesellschaft zu ertragen, verzichtest du lieber auf die Wahrheit und Gottes Worte und gibst dich traditionellen moralischen Auffassungen und dem Einfluss Satans hin und ziehst es vor, Gott zu kränken und die Wahrheit nicht zu praktizieren. Sagt Mir, ist der Mensch nicht bemitleidenswert? Bedarf er nicht der Rettung Gottes?(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Durch Gottes Worte verstand ich, dass die traditionelle chinesische Kulturvorstellung von einer „guten Ehefrau und liebenden Mutter“ eine Fessel ist, mit der Satan die Frauen gebunden hat. Sie lässt die Menschen glauben, eine gute Frau müsse für ihren Mann und ihre Kinder leben und sie immer an die erste Stelle setzen. Solange sie ihren Mann und ihre Kinder zufriedenstellen kann, sollte sie alles tun, egal wie schwer oder anstrengend es ist. Wenn sie das nicht tut, ist sie keine gute Ehefrau und liebende Mutter und wird von anderen verspottet. Und in genau diesem Zustand befand ich mich. Von klein auf sah ich meine Mutter von früh bis spät arbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Familie ein angenehmes Leben hatte, und sie übernahm auch die Organisation der Hochzeitsvorbereitungen meines älteren Bruders. Alle im Dorf lobten meine Mutter als eine gute Ehefrau und Mutter. Durch den Einfluss meiner Mutter kümmerte ich mich nach der Heirat sehr gut um meinen Mann und meine Kinder. Mein Mann sagte, ich sei eine tugendhafte Ehefrau, und meine Kinder sagten, ich sei eine gute und liebende Mutter. Nach dem Tod meines Mannes übernahm ich auch die Verantwortung eines Vaters und arbeitete hart, um Geld für die Schulbildung meiner Kinder zu verdienen. Egal wie schwer es war, ich trug es allein. Nachdem ich zu Gott gefunden hatte, war ich aufgrund der Verfolgung durch die KPCh gezwungen, mein Zuhause zu verlassen. Obwohl ich meine Pflicht tat, war mein Herz immer bei meinen Kindern, und ich lebte in einem Zustand des Schuldgefühls ihnen gegenüber. Besonders als mein Sohn ins heiratsfähige Alter kam und ich ihn finanziell nicht unterstützen konnte, spürte ich noch stärker, dass ich als Mutter versagt hatte. Nachdem ich zur Kirchenleiterin gewählt worden war, wusste ich, dass ich Gottes Absichten berücksichtigen sollte, aber ich hatte Angst, das Geldverdienen für die Hochzeit meines Sohnes zu verzögern, also lehnte ich diese Pflicht ab. Selbst bei der Bewässerung von Neulingen war mein Herz nicht bei der Sache, da meine ganze Aufmerksamkeit darauf gerichtet war, Geld für meinen Sohn zu verdienen, was dazu führte, dass die Neulinge nicht rechtzeitig bewässert wurden. Jetzt, als ich mich um meine Schwiegertochter kümmern sollte, hatte sich mein Herz bereits von Gott entfernt, obwohl ich noch nicht zu ihr gegangen war. Ich lebte in einem Zustand der Schuldgefühle meinem Sohn gegenüber und konnte mich nicht zu meiner Pflicht aufraffen. Das führte zu einem Rückgang der Effektivität meiner Pflichtausführung. Ich war an die traditionelle Vorstellung einer „guten Ehefrau und liebenden Mutter“ gebunden. Immer wenn meine Pflicht damit in Konflikt geriet, dachte ich nur daran, meine Kinder nicht im Stich zu lassen, und die Interessen der Kirche waren mir völlig egal. Ich hatte viele Jahre an Gott geglaubt und so viel Bewässerung und Versorgung durch Seine Worte genossen, und doch tat ich Dinge, die sich gegen Ihn auflehnten und sich Ihm widersetzten. Ich war wirklich ohne jede Menschlichkeit! Jetzt verstand ich, dass diese traditionellen kulturellen Vorstellungen Werkzeuge sind, die Satan benutzt, um Menschen zu binden. Sie brachten mich dazu, nur noch für den Ruf einer guten Mutter zu leben, was letztendlich dazu führen würde, dass ich ausgemustert würde, weil ich meine Pflicht als geschaffenes Wesen nicht erfüllte. Gottes Worte halfen mir, Satans finstere Absichten zu erkennen. Ich durfte nicht länger von der traditionellen Kultur gebunden und eingeschränkt bleiben, und ich musste nach Gottes Worten praktizieren.

Dann las ich weitere Worte Gottes. Der Allmächtige Gott sagt: „Was meint Gott, wenn er sagt: ‚Gott ist die Quelle menschlichen Lebens‘? Es geht darum, dass jeder Mensch Folgendes erkennt: Unser Leben und unsere Seelen kommen alle von Gott und wurden von Ihm geschaffen – sie kommen nicht von unseren Eltern und schon gar nicht von der Natur, sondern sie wurden uns von Gott geschenkt; es ist nur so, dass unser Fleisch von unseren Eltern geboren wurde, und unsere Kinder wurden von uns geboren, jedoch liegt ihr Schicksal ganz in Gottes Hand. Dass wir an Gott glauben können, ist eine Gelegenheit, die Er uns geschenkt hat; es ist von Ihm bestimmt worden und Ausdruck Seiner Gnade. Es besteht daher keine Notwendigkeit für dich, deine Verpflichtung oder Verantwortung gegenüber jemand anderem zu erfüllen; du solltest nur die Pflicht gegenüber Gott erfüllen, die du als geschaffenes Wesen erfüllen solltest. Das ist es, was die Menschen vor allem anderen tun müssen, es ist die Hauptsache und vorrangigste Aufgabe, die die Menschen in ihrem Leben vor allem erfüllen sollten. Wenn du deine Pflicht nicht gut erfüllst, bist du kein geschaffenes Wesen, das dem Maßstab entspricht. In den Augen anderer magst du eine gute Ehefrau und liebevolle Mutter sein, eine ausgezeichnete Hausfrau, ein treues und dankbares Kind und ein aufrechtes Mitglied der Gesellschaft, aber vor Gott bist du jemand, der sich gegen Ihn auflehnt, jemand, der weder seine Verpflichtung noch seine Pflicht erfüllt hat, jemand, der Gottes Auftrag angenommen, ihn aber nicht erfüllt hat, sondern auf halbem Weg aufgegeben hat. Kann so jemand Gottes Anerkennung gewinnen? Solche Menschen sind wertlos(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur indem man seine eigenen falschen Ansichten erkennt, kann man sich wahrhaft wandeln). Ich bin ein geschaffenes Wesen, und es ist meine Verantwortung, meine Pflichten zu erfüllen. Wenn ich meine Pflichten nicht gut erfüllen kann, bin ich nicht würdig, Gottes Errettung zu empfangen. Selbst wenn ich eine gute Ehefrau und liebende Mutter bin, bedeutet das nicht, dass ich die Wahrheit praktiziere, und das findet nicht Gottes Billigung. Früher lebte ich nach der traditionellen Kultur und war immer hin- und hergerissen zwischen dem Dasein als gute Ehefrau und liebende Mutter und der Ausführung meiner Pflichten. Das erschöpfte mich sowohl körperlich als auch geistig, und es verursachte mir unerträglichen Schmerz. Jetzt verstand ich Gottes Absicht. Alles im Leben eines Menschen kommt von Gott. Ich schuldete keinem Menschen etwas; meine größte Schuld hatte ich Gott gegenüber. Nur nach der Wahrheit zu streben und meine Pflichten zu erfüllen, ist am bedeutungsvollsten. Also betete ich zu Gott, legte meine Schwiegertochter in Seine Hände und entschied mich, zuerst meine Pflicht gut zu tun. Später erfuhr ich, dass bei der Entbindung meiner Schwiegertochter alles reibungslos verlaufen war, und mein Sohn und meine Schwiegertochter machten mir auch keine Vorwürfe, dass ich nicht gekommen war, um mich um sie zu kümmern. In meinem Herzen dankte ich Gott!

Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten und verstand, wie wir unsere erwachsenen Kinder behandeln sollten. Der Allmächtige Gott sagt: „Wenn du als jemand, der an Gott glaubt, nach der Wahrheit streben und Rettung erlangen möchtest, dann sollten die Energie und die Zeit, die du in deinem restlichen Leben zur Verfügung hast, für die Pflicht, die du tust, und für alles, was Gott dir anvertraut hat, aufgewendet werden; du solltest keine Zeit auf deine Kinder verwenden. Dein Leben gehört nicht deinen Kindern, und es sollte nicht für ihr Leben oder Überleben aufgezehrt werden, noch um deine Erwartungen an sie zu erfüllen. Stattdessen sollte es der Pflicht und der dir von Gott anvertrauten Aufgabe gewidmet sein, sowie der Mission, die du als geschaffenes Wesen erfüllen sollst. Hierin liegen der Wert und die Bedeutung deines Lebens. Wenn du bereit bist, deine eigene Würde zu verlieren und ein Sklave deiner Kinder zu werden, dich um sie zu sorgen und alles für sie zu tun, um deine eigenen Erwartungen an sie zu erfüllen, dann ist das alles sinnlos und hat keinen Wert und wird nicht in Erinnerung bleiben. Wenn du darauf bestehst, diese Dinge zu tun, und diese Ideen und Handlungsweisen nicht loslässt, kann das nur bedeuten, dass du kein Mensch bist, der nach der Wahrheit strebt, dass du kein dem Maßstab entsprechendes geschaffenes Wesen und ziemlich aufsässig bist. Du schätzt weder das Leben noch die Zeit, die dir von Gott gegeben wurden. Wenn dein Leben und deine Zeit nur auf dein Fleisch und deine Zuneigung verwendet werden und nicht auf die Pflicht, die Gott dir gegeben hat, dann ist dein Leben unnötig und ohne jeden Wert. Du verdienst es nicht zu leben, du verdienst es nicht, das Leben zu genießen, das Gott dir gegeben hat, und du verdienst es nicht, all das zu genießen, was Gott dir gegeben hat. Gott hat dir Kinder nur deshalb gegeben, damit du den Prozess ihrer Erziehung genießen, daraus als Elternteil Lebenserfahrung und Wissen gewinnen und die besondere und außergewöhnliche Erfahrung machen kannst, zukünftige Generationen der Menschheit ins Leben zu rufen. Selbstverständlich auch, um die Verantwortung geschaffener Wesen als Eltern zu erfüllen. Es ist die Verantwortung, die du der nächsten Generation gegenüber erfüllen sollst und die Gott für dich bestimmt hat, sowie die Rolle, die ihr als Eltern für die nächste Generation spielt. Zum einen hat Gott dir Kinder geschenkt, damit du den außergewöhnlichen Prozess der Kindererziehung erfahren kannst, und zum anderen, damit du eine Rolle dabei spielen kannst, zukünftige Generationen ins Leben zu rufen. Sobald diese Verpflichtung erfüllt ist und deine Kinder erwachsen sind, hat es nichts mehr mit dir zu tun, ob sie sehr erfolgreich werden oder einfach schlichte und gewöhnliche Individuen bleiben, denn ihr Schicksal ist nichts, was du bestimmen kannst, noch ist es deine Wahl, und noch weniger wird es ihnen von dir verliehen – es ist von Gott vorherbestimmt. Da es von Gott vorherbestimmt ist, solltest du nicht in ihr Leben oder Überleben eingreifen oder deine Nase in alles stecken. Ihre Gewohnheiten, tägliche Routine und ihre Einstellung zum Leben, welche Überlebensstrategien, welche Lebensanschauung, welche Haltung sie auch immer gegenüber der Welt haben, welchen Weg sie auch immer verfolgen – das geht dich nichts an. Du hast keine Verpflichtung, zu leiden, weil du diese Angelegenheiten auf dich nimmst, und du hast auch keine Mittel, um sicherzustellen, dass sie jeden Tag glücklich leben. All deine Bemühungen in dieser Hinsicht sind unnötig. … Für Eltern ist daher die vernünftigste Einstellung, loszulassen, wenn ihre Kinder erwachsen geworden sind, zuzulassen, dass sie das Leben selbst erfahren, unabhängig leben und den verschiedenen Herausforderungen im Leben selbstständig entgegentreten, damit umgehen und Lösungen finden. Wenn sie Hilfe bei dir suchen und dir die Fähigkeit und die Bedingungen dazu gegeben sind, kannst du ihnen selbstverständlich behilflich sein und die notwendige Hilfe leisten. Eine Tatsache musst du allerdings verstehen: Egal, welche Hilfe du bietest, ob diese nun finanzieller oder psychologischer Art ist, sie kann nur vorübergehend erfolgen und kann wesentliche Probleme nicht lösen. Sie müssen sich ihren eigenen Weg im Leben bahnen, und du hast keine Verpflichtung, irgendeine ihrer Angelegenheiten oder Konsequenzen auf dich zu nehmen. Das ist die Einstellung, die Eltern gegenüber ihren erwachsenen Kindern haben sollten(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass mein Leben als geschaffenes Wesen nur durch die Erfüllung meiner Pflichten Wert und Bedeutung haben kann. Ich sollte mein Leben nicht nur leben, um meine Kinder zufriedenzustellen oder nur um einen Preis für sie zu zahlen und mich für sie aufzuwenden. Als meine Kinder klein waren, kümmerte ich mich aufmerksam um sie; als sie erwachsen wurden, war meine Verantwortung als Elternteil erfüllt, und ich sollte dann loslassen und sie das Leben erfahren lassen. Danach hat es nichts mehr mit mir zu tun, wie sie leben sollten oder wie sich ihr Leben entwickelt. Ich sollte helfen, wenn ich kann, aber wenn nicht, brauche ich mich nicht in ihrer Schuld zu fühlen. Denn das Schicksal eines Menschen ist von Gott vorherbestimmt; Eltern können das Schicksal ihrer Kinder nicht ändern. Jetzt sollte ich all meine Energie auf meine Pflichten konzentrieren, mich mehr mit Wahrheitsgrundsätzen ausrüsten, um meine Mängel auszugleichen, nach der Wahrheit streben, um meine verdorbenen Dispositionen zu beseitigen, die Wahrheit praktizieren und die Dinge nach Grundsätzen tun. Daran hat Gott Gefallen.

Nach dieser Erfahrung verstand ich: Wenn Menschen an Gott glauben, aber die Dinge nicht nach Gottes Worten betrachten und die Wahrheit nicht nutzen, um sich von Satans traditionellem kulturellem Denken, Philosophien für weltliche Belange und satanischen Giften zu befreien, werden sie niemals Befreiung erlangen. Nur indem man nach Gottes Worten lebt, kann man sich von Satans Fesseln und Einschränkungen lösen und wahre Befreiung und Freiheit erlangen. Dank sei Gott für Seine Errettung!

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Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:30 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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