38. Ich kann mit der Güte meiner Mutter, mich großzuziehen, jetzt richtig umgehen

Von Maude, Die Vereinigten Staaten

Ich wurde in eine einfache Bauernfamilie geboren. Mein Vater arbeitete das ganze Jahr über auswärts und kam nur selten nach Hause. Meine Mutter zog meine Schwester und mich ganz allein groß. Obwohl wir nicht reich waren, tat sie immer ihr Bestes, um uns ein gutes Leben zu ermöglichen und mir meine Wünsche zu erfüllen. Als Kind war ich schwach und kränklich, hatte oft Erkältungen und Fieber. Zudem wuchs ich schnell, weshalb meine Knie häufig schmerzten. Meine Familie war knapp bei Kasse, und wir leisteten uns nur selten Fleisch, aber meine Mutter kochte mir trotzdem oft eine Schweinerippchensuppe, weil sie Angst hatte, ein Nährstoffmangel könnte mein Wachstum beeinträchtigen. Immer wenn ich krank war, pflegte meine Mutter mich pausenlos. Manchmal hatte ich hohes Fieber, das einfach nicht sinken wollte. Dann machte sich meine Mutter große Sorgen und rieb nachts immer wieder meinen Körper mit Alkohol ein, um die Temperatur zu senken. Sie kümmerte sich nicht nur aufmerksam um mich, sondern ehrte auch nach besten Kräften meine Großeltern. Jedes Mal, wenn sie mit mir zu meiner Oma fuhr, kaufte sie Dinge, die sie sich normalerweise nicht gönnte – Obst, Milch oder Süßigkeiten – und erinnerte mich oft daran, meine Großeltern gut zu behandeln. Manchmal, wenn sie hörte, dass ein Kind seine Eltern nicht ehrte, nannte sie es ein undankbares Kind und sagte, die Eltern hätten es umsonst großgezogen. Durch die Lehren und das Vorbild meiner Mutter gelangte ich unbewusst zu dem Glauben, dass man nur dann ein guter Mensch ist, wenn man seine Eltern ehrt. Nur dann könne man erhobenen Hauptes dastehen und sich Anerkennung verdienen. Wenn du pflichtvergessen bist, sagen die Leute hinter deinem Rücken, du hättest kein Gewissen, sodass du nicht mehr erhobenen Hauptes dastehen kannst. Als ich 14 war, kam mein Vater auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben. Ich begann, die Zeit mit meiner Mutter noch mehr zu schätzen, und schwor mir im Stillen, dass ich, wenn ich erwachsen wäre, alles tun würde, um ihr ein gutes Leben zu ermöglichen. Ich wollte mich so hingebungsvoll um sie kümmern, wie sie es als Kind für mich getan hatte, damit sie einen glücklichen Lebensabend verbringen konnte. Ich spürte, dass ich, wenn ich das nicht schaffte, gewissenlos wäre und es nicht einmal wert wäre, ein Mensch genannt zu werden.

2011 hatte ich das Glück, Gottes Werk der letzten Tage anzunehmen. 2012 wurde ich beim Predigen des Evangeliums von der Polizei verhaftet. Nach meiner Freilassung musste ich mein Zuhause verlassen, um meine Pflicht zu tun, da es dort nicht mehr sicher war. In den folgenden Jahren konnte ich nicht bei meiner Mutter sein, und ich hoffte immer, dass ich eines Tages zu ihr zurückkehren, mich um sie kümmern und sie ehren könnte. Etwa im März 2023 erhielt ich plötzlich einen Brief von meiner Schwester. Sie schrieb, dass unsere Mutter zwei Jahre zuvor eine plötzliche Hirnblutung und einen Hirninfarkt erlitten hatte. Seitdem war sie gelähmt, ans Bett gefesselt und konnte sich nicht mehr selbst versorgen. Sie litt auch an schwerem Diabetes und hatte bereits einen diabetischen Fuß entwickelt, bei dem Haut und Fleisch an den Zehen Geschwüre bildeten. Ihre Verfassung hatte sich in letzter Zeit weiter verschlechtert, und sie hätte vielleicht nicht mehr lange zu leben. Meine Schwester hoffte, ich könnte bald nach Hause kommen, um meine Mutter ein letztes Mal zu sehen. Als ich den Brief las, brach für mich eine Welt zusammen. Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich konnte mich nicht beherrschen und brach in Tränen aus, während ich dachte: „Wie konnte das meiner Mutter nur passieren? Ist das wirklich wahr? In den letzten Jahren, in denen ich von zu Hause weg war, habe ich immer gehofft, eines Tages wieder bei meiner Mutter zu sein, mich um sie zu kümmern, sie zu ehren und ihr einen glücklichen Lebensabend zu schenken.“ Diese plötzliche Nachricht traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel und zerschmetterte all meine Hoffnungen und Erwartungen. Eine Zeit lang konnte ich es nicht akzeptieren und konnte nicht umhin, Gott in meinem Herzen Vorwürfe zu machen: „Warum hast Du meine Mutter nicht noch ein paar gesunde Jahre leben lassen?“ Ich wollte Gott sogar bitten, mein Leben zu verkürzen, um ihres zu verlängern, nur damit sie ein paar Tage in Frieden und Glück genießen konnte. Dafür wäre ich bereit gewesen, ein paar Jahre weniger zu leben. Im Brief meiner Schwester stand auch, dass mein Stiefvater nur wenige Tage nach der Erkrankung meiner Mutter die Scheidung eingereicht hatte. Er behandelte sie schrecklich, schlug und beschimpfte sie. Meine Mutter litt ohnehin schon unter ihrer Krankheit und musste nun auch noch jeden Tag die Qualen durch meinen Stiefvater ertragen. Schließlich entwickelte sie eine schwere Depression. Meiner Schwester blieb keine andere Wahl, als der Scheidung zuzustimmen. Ich dachte daran, dass meine Mutter bei allem auf fremde Hilfe angewiesen war. Aber meine Schwester musste arbeiten, also war meine Mutter ganz allein zu Hause. Was, wenn sie durstig oder hungrig war? Wer würde sich um sie kümmern? Meine sonst so willensstarke Mutter musste sich so furchtbar frustriert und erdrückt gefühlt haben, so plötzlich von solch schweren Krankheiten heimgesucht zu werden. Wenn sie niedergeschlagen war, wer würde sie trösten und ihr Mut machen? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr schnürte mir ein herzzerreißender Schmerz die Kehle zu. Ich wünschte, ich könnte sofort zu meiner Mutter zurückfliegen, einfach um bei ihr zu sein, mit ihr zu reden, sie zu trösten, ihr Mut zu machen und mich um ihren Alltag zu kümmern. Aber ich war schon einmal von der Polizei verhaftet worden. Wenn ich jetzt zurückginge, würde ich sicherlich in eine Falle tappen. Einfach nach Hause zu fahren, um für meine Mutter zu sorgen und sie ein letztes Mal zu sehen, wurde zu einem unerreichbaren Wunsch. Ich fühlte mich unsagbar elend, fand keinerlei Antrieb mehr und hatte kein Herz, meine Pflichten zu tun. Nachts konnte ich nicht schlafen und dachte immer wieder: „Wie es Mama wohl geht? Ob sie schon ruht? Oder wälzt sie sich immer noch vor Schmerzen und findet keinen Schlaf?“ Bei diesen Gedanken konnte ich die Tränen nicht zurückhalten und weinte, bis ich keine Luft mehr bekam. Eines Nachts träumte ich sogar von meiner Mutter. Ich sah sie als junge Frau, mit zwei langen Zöpfen, wie sie fröhlich umherwuselte und etwas erledigte. Ich stand nicht weit entfernt und sah ihr zu, aber egal, wie laut ich rief, sie reagierte nicht. Es schien, als könnte sie mich weder sehen noch hören. Als ich aufwachte, wurde mir klar, dass es nur ein Traum war. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto trauriger wurde ich und musste wieder bitterlich weinen.

Diese Tage waren von unerträglichem Schmerz erfüllt, also betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich Seine Absicht verstehen konnte. In dieser Zeit kamen mir immer wieder einige Worte Gottes in den Sinn: „Jeder Mensch muss diese Tatsachen von Geburt, Alter, Krankheit und Tod akzeptieren und sich ihnen stellen; dies ist das von Gott bestimmte Gesetz der menschlichen Existenz. Warum kannst du es nicht akzeptieren? Kannst du ihm entkommen?“ Ich suchte die entsprechende Stelle in Gottes Worten und las sie. Der Allmächtige Gott sagt: „Manche Menschen sagen: ‚Ich weiß, ich sollte nicht anfangen, zu analysieren oder nachzuforschen, wenn meine Eltern krank werden oder ihnen ein schlimmes Unglück widerfährt. Mir ist klar, dass es sinnlos ist und dass ich beruhend auf den Wahrheitsgrundsätzen damit umgehen sollte, aber ich kann mich nicht zurückhalten, zu analysieren und nachzuforschen.‘ Zurückhaltung ist kein Weg, das Problem zu lösen; der Schlüssel ist, dass du erkennen musst, dass Geborenwerden, Altern, Krankwerden und Sterben ein Gesetz ist, das Gott für die Menschen bestimmt hat, und dass niemand es ändern kann. Im Leben der Menschen beginnt ihr Körper, einige Symptome des Alters zu zeigen, wenn sie 50 oder 60 Jahre alt werden – ihre Muskeln und Knochen sind nicht mehr so gut, ihre Immunität nimmt ab, sie schlafen nicht gut, sie erkälten sich leicht und sie haben nicht genug Energie zum Lesen oder Arbeiten. Sie werden von verschiedenen Krankheiten heimgesucht, wie Diabetes, Arthritis und auch Herz-Kreislauf- und Hirngefäßerkrankungen wie Bluthochdruck und Herzkrankheiten. … Diese körperlichen Krankheiten werden alle Menschen befallen. Heute sind sie es, morgen seid ihr oder sind wir betroffen. Gemäß dem Alter, dem Gesetz und dem Schicksal werden alle Menschen allmählich alt werden, ihre Körper werden allmählich schwächer werden und ihre Krankheiten werden allmählich zunehmen, bis sie schließlich dem Tod ins Auge sehen – das ist das Gesetz. Nur weil deine Eltern dich aufgezogen haben und sie die Menschen sind, die dir am nächsten stehen und um die du dich am meisten sorgst, kannst du, wenn du die Nachricht hörst, dass deine Eltern krank geworden sind, die Hürde deiner Zuneigung nicht überwinden und denkst: ‚Ich fühle nichts, wenn die Eltern anderer Leute sterben, aber meine Eltern dürfen nicht krank werden, denn das würde mir das Herz brechen und mir Leid verursachen: Ich könnte einfach nicht darüber hinwegkommen!‘ Nur weil es deine Eltern sind, denkst du, dass sie nicht alt oder krank werden sollten und dass sie erst recht nicht sterben sollten – macht das Sinn? Das macht keinen Sinn, und es ist nicht die Wahrheit. Verstehst du? (Ja.) Jeder wird mit der Realität konfrontiert werden, dass seine Eltern allmählich alt werden und erkranken – zum Beispiel an Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Hirnblutungen, Halbseitenlähmung und so weiter, sowie an verschiedenen Krebsarten. Daher wird jeder den Prozess erleben, dass seine Eltern altern, krank werden und dann sterben. Nur der Zeitpunkt dieser Erfahrung ist für jeden Menschen anders, aber egal, wann diese Dinge geschehen, als Sohn oder Tochter musst du diese Tatsache akzeptieren. Wenn du erwachsen bist, sollte dein Denken reif sein, du solltest dem Geborenwerden, Altwerden, Krankwerden und Sterben der Menschen mit einer korrekten Haltung begegnen, und du solltest in der Lage sein, dem normal zu begegnen. Du solltest nicht versuchen, es zu vermeiden oder dich dagegen zu sträuben, oder sogar so weit gehen, impulsiv zu werden und Worte der Klage auszustoßen, dich über Himmel und Erde und über Gott zu beschweren, wenn du hörst, dass deine Eltern krank sind oder gestorben sind. Jeder Mensch muss diese Tatsachen von Geburt, Alter, Krankheit und Tod akzeptieren und sich ihnen stellen; dies ist das von Gott bestimmte Gesetz der menschlichen Existenz. Warum kannst du es nicht akzeptieren? Kannst du ihm entkommen? Du willst, dass deine Eltern nicht krank werden oder sterben, du willst, dass sie unsterblich sind – entspricht das dem Gesetz? Ist das möglich? Hast du irgendein geschaffenes Wesen gesehen, das unsterblich ist? Kein einziges. Deshalb musst du diese Tatsache akzeptieren. Bevor dich die Nachricht erreicht, dass deine Eltern alt werden, krank oder gestorben sind, solltest du dich in deinem Herzen darauf vorbereiten. Früher oder später wird jeder Mensch eines Tages altern, schwach werden, und er wird sterben. Da deine Eltern normale Menschen sind, warum können sie dann diese Phase nicht erleben? Sie sollten diese Phase erleben, und du solltest richtig damit umgehen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Gottes Worte beruhigten mich allmählich. Geburt, Altern, Krankheit und Tod sind das Lebensgesetz, das Gott für die Menschheit bestimmt hat. Da meine Mutter in ihren Sechzigern war, bauten ihre Organe und Körperfunktionen langsam ab, und es war normal, dass Krankheiten auftraten. Ich sollte nicht mit Gott hadern oder unvernünftig sein und versuchen, Jahre meines Lebens gegen die Gesundheit und ein langes Leben meiner Mutter einzutauschen. Das ist keine Unterwerfung unter Gottes Herrschaft und Seine Anordnungen. Ich bin ein unbedeutendes geschaffenes Wesen und Gott ist der Schöpfer. Ich sollte das von Gott für die Menschheit bestimmte Lebensgesetz annehmen und die Dinge so erleben, wie sie kommen. Ich kann nicht einmal die Dinge, die ich jeden Tag erlebe, bestimmen oder sie ändern, und doch hegte ich die vergebliche Hoffnung, das Schicksal meiner Mutter zu ändern. Das war wirklich töricht und unvernünftig! Als ich jedoch daran dachte, dass meine Mutter bald sterben würde, wurde ich sehr traurig. Ich weinte und betete zu Gott: „Lieber Gott, ich habe plötzlich erfahren, dass meine Mutter so schwer krank ist und bald sterben könnte, und mein Herz kann das nicht akzeptieren. Bitte führe mich, damit ich mich unterwerfen und Lektionen lernen kann.“

Danach suchte ich bewusst nach Gottes Worten, die zu meinem Zustand passten. Eines Tages las ich während meiner geistlichen Andacht einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Woran auch immer deine Eltern erkranken, der Grund dafür ist nicht, dass es sie erschöpft hat, dich großzuziehen, oder dass sie dich vermissen; vor allem bekommen sie nicht deinetwegen irgendwelche schweren, schlimmen und tödlichen Erkrankungen. Es ist ihr Schicksal, und es hat nichts mit dir zu tun. Egal, wie sehr du deine Eltern ehrst oder wie rücksichtsvoll du dich um sie kümmerst, du kannst höchstens ihre körperlichen Leiden und Bürden ein wenig mindern. Aber wann sie krank werden, welche Krankheit sie bekommen, wann und wo sie sterben – haben diese Dinge irgendetwas damit zu tun, ob du an ihrer Seite bist und dich um sie kümmerst oder nicht? Nein, das haben sie nicht. Wenn du deine Eltern ehrst, wenn du kein liebloser Undankbarer bist und den ganzen Tag an ihrer Seite verbringst, um dich um sie zu kümmern, werden sie dann nicht erkranken? Werden sie etwa nicht sterben? Wenn sie krank werden, werden sie nicht so oder so krank? Wenn sie sterben, werden sie nicht so oder so sterben? Stimmt das etwa nicht?(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Durch Gottes Worte verstand ich, dass, ob Eltern krank werden, wie schwer die Krankheit ist oder ob sie sterben werden, alles von Gott vorherbestimmt und angeordnet ist und nichts mit ihren Kindern zu tun hat. Ob Kinder an der Seite ihrer Eltern sind oder nicht – die Mühsale, Rückschläge und Drangsale, denen Eltern im Leben begegnen, sind unvermeidlich, und ihre Kinder können daran nichts ändern. Ich dachte an meinen Großvater. Seine Kinder waren alle bei ihm, und er wirkte gesund. Doch mit etwa 60 Jahren wurde er schwer krank, war fortan gelähmt und ans Bett gefesselt und fiel in ein Wachkoma, sodass er bei allen körperlichen Bedürfnissen auf fremde Hilfe angewiesen war. Meine Mutter, mein Onkel und meine Tante wechselten sich Tag und Nacht bei seiner Pflege ab, massierten ihn täglich, sprachen mit ihm und kümmerten sich jahrelang aufmerksam um ihn, aber er wachte nie wieder auf. Jetzt war meine Mutter schwer krank und lag gelähmt im Bett. Selbst wenn ich bei ihr gewesen wäre, um mich um ihre täglichen Bedürfnisse zu kümmern, hätte ich ihr nur körperlich etwas Linderung verschaffen, aber niemals das Leid ihrer Krankheit abnehmen können. Ob sie wieder gesund würde oder sterben müsste – das lag nicht in meiner Macht. Als mir das klar wurde, ließen meine Sorgen um sie etwas nach.

Wenn ich jedoch an die Worte meiner Schwester in ihrem Brief dachte, fühlte ich mich immer noch untröstlich und verletzt. Meine Schwester schrieb: „‚Krähen revanchieren sich bei ihren Müttern, indem sie sie füttern, und Lämmer knien nieder, um von ihren Müttern Milch zu trinken.‘ Selbst Tiere wissen, wie man seine Eltern ehrt. Wenn ein Mensch nicht einmal das weiß, ist er schlimmer als ein Tier.“ Ich dachte an die Jahre, die ich von zu Hause fort war. Daheim war etwas so Schlimmes passiert, und ich war nie zur Stelle gewesen. Ich hatte keine Ahnung, was unsere Nachbarn, Verwandten und Freunde über mich sagten, aber sie lästerten sicher hinter meinem Rücken, nannten mich eine pflichtvergessene Tochter, die nicht einmal nach Hause kam, als ihre Mutter schwer krank im Sterben lag. Meine Mutter hatte mich von klein auf großgezogen; diese Güte konnte ich in meinem ganzen Leben nicht zurückzahlen. Ich sollte also mein Bestes geben, um ihr das beste Leben zu ermöglichen, damit sie sich keine Sorgen um Essen und Kleidung machen musste und einen glücklichen, friedlichen Lebensabend genießen konnte. Aber jetzt, wo sie krank war, konnte ich mich nicht einmal um sie kümmern. Ich fühlte mich wirklich schlimmer als ein Tier. Dieser Gedanke war wie ein Stich ins Herz, und ich weinte oft im Stillen, voller Schuldgefühle, die aufopferungsvolle Fürsorge meiner Mutter nicht erwidern zu können. Später las ich Gottes Worte.

Der Allmächtige Gott sagt: „Wir wollen uns die Tatsache, dass deine Eltern dich zur Welt gebracht haben, ansehen. Wessen Entscheidung war es, dich zur Welt zu bringen? Deine oder die deiner Eltern? Wenn man es aus der Perspektive Gottes betrachtet, ist dies keine Entscheidung, die Menschen treffen können. Du hast dich nicht dafür entschieden, von deinen Eltern geboren zu werden, und deine Eltern haben sich nicht dafür entschieden, dich auf die Welt zu bringen. Wenn man die Wurzel dieser Angelegenheit betrachtet, wurde dies von Gott bestimmt. Wir lassen dieses Thema vorerst beiseite, da diese Sache leicht zu verstehen ist. Aus deiner Perspektive wurdest du passiv von deinen Eltern geboren, du hattest keine Wahl. Aus der Perspektive deiner Eltern war es ihre subjektive Bereitschaft, Kinder zu bekommen und großzuziehen. Mit anderen Worten: Wenn man Gottes Bestimmung außer Acht lässt, dann waren es deine Eltern, die alle Macht hatten, als es darum ging, Kinder zu bekommen und großzuziehen. Sie trafen die Wahl, dich zur Welt zu bringen. Du wurdest passiv von ihnen geboren. Du hattest in dieser Angelegenheit keine Wahl. Da also deine Eltern die ganze Macht hatten, und da sie dich zur Welt gebracht haben, unterliegt ihnen die Verpflichtung und Verantwortung, dich zu einem Erwachsenen heranzuziehen. Ob es darum geht, dir eine Bildung zu ermöglichen oder dich mit Essen und Kleidung zu versorgen, dies ist ihre Verantwortung und ihre Verpflichtung, und das ist, was sie tun sollten. Wohingegen du während dieser Zeit, in der sie dich großzogen, immer passiv warst; du hattest kein Recht, zu entscheiden – du musstest von ihnen großgezogen werden. Weil du jung warst, warst du nicht imstande, für dich selbst zu sorgen; du hattest keine andere Wahl, als dich passiv von deinen Eltern großziehen zu lassen. Wie auch immer deine Eltern dich erzogen haben, du hattest darauf keinen Einfluss. Wenn sie dir etwas Gutes zu essen und zu trinken gaben, dann hattest du gutes Essen und gute Getränke. Wenn deine Eltern dir ein Lebensumfeld zur Verfügung stellten, in dem du dich zum Überleben von Spreu und wilden Pflanzen ernährtest, dann ernährtest du dich von Spreu und wilden Pflanzen, um zu überleben. Jedenfalls warst du passiv, als man dich großzog, und deine Eltern sind dabei ihrer Verantwortung nachgekommen. Es ist dasselbe, wie wenn deine Eltern sich um eine Blume kümmern. Da sie sich um die Blume kümmern wollen, düngen und gießen sie die Blume und sorgen für Sonnenlicht. Was also die Menschen betrifft, egal, ob deine Eltern gewissenhaft für dich gesorgt oder sich hingebungsvoll um dich gekümmert haben, sie sind lediglich ihrer Verantwortung und Verpflichtung nachgekommen. Unabhängig davon, aus welchem Grund sie dich großzogen, es war ihre Verantwortung – da sie dich zur Welt brachten, sollten sie die Verantwortung für dich übernehmen. Kann man auf dieser Grundlage alles, was deine Eltern für dich getan haben, als Güte ansehen? Das kann man nicht, oder? (Richtig.) Dass deine Eltern ihrer Verantwortung dir gegenüber nachkommen, zählt nicht als Güte – zählt es als Güte, wenn sie ihrer Verantwortung gegenüber einer Blume oder Pflanze nachkommen, indem sie sie gießen und düngen? (Nein.) Das ist noch weiter von Güte entfernt. Blumen und Pflanzen wachsen im Freien besser – wenn man sie in den Boden pflanzt, und es Wind, Sonne und Regenwasser gibt, gedeihen sie noch besser. Wenn man sie in einen Topf im Haus pflanzt, wachsen sie nicht so gut und entwickeln sich nicht so gut wie im Freien! In welche Familie man auch hineingeboren wird, ist von Gott bestimmt. Du bist ein Mensch, der Leben besitzt, und Gott übernimmt die Verantwortung für jedes Leben, befähigt die Menschen zum Überleben und dazu, das Gesetz zu befolgen, an das sich alle Geschöpfe halten. Es ist nur so, dass du als Mensch in der Umgebung gelebt hast, in der deine Eltern dich großgezogen haben, also solltest du in dieser Umgebung aufgewachsen sein. Dass du in dieser Umgebung geboren wurdest, ist Gottes Bestimmung; dass du von deinen Eltern bis ins Erwachsenenalter großgezogen wurdest, ist ebenfalls Gottes Bestimmung. Jedenfalls kommen deine Eltern, wenn sie dich aufziehen, einer Verantwortung und Verpflichtung nach. Dich zu einem Erwachsenen heranzuziehen ist ihre Verpflichtung und Verantwortung, und das kann man nicht als Güte bezeichnen(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). „In der nichtgläubigen Welt gibt es dieses Sprichwort: ‚Krähen revanchieren sich bei ihren Müttern, indem sie sie füttern, und Lämmer knien nieder, um von ihren Müttern Milch zu trinken.‘ Es gibt auch dieses Sprichwort: ‚Ein Mensch, der seine Eltern nicht ehrt, ist niedriger als ein Tier.‘ Wie grandios diese Sprüche klingen! Die Phänomene, die im ersten Sprichwort erwähnt werden, gibt es in Wirklichkeit tatsächlich, nämlich dass Krähen sich bei ihren Müttern revanchieren, indem sie sie füttern, und dass Lämmer niederknien, um von ihren Müttern Milch zu trinken, das sind Tatsachen. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um Phänomene innerhalb der Welt der lebenden Dinge. Es ist bloß eine Art Gesetz, das Gott für verschiedene Lebewesen erlassen hat. Alle Lebewesen, einschließlich der Menschen, halten sich an dieses Gesetz, und das zeigt weiter, dass alle Lebewesen von Gott geschaffen sind. Kein Lebewesen kann dieses Gesetz brechen, und kein Lebewesen kann es überschreiten. Selbst relativ wilde Fleischfresser wie Löwen und Tiger hegen ihren Nachwuchs und beißen ihn nicht, bevor er ausgewachsen ist. Das ist ein tierischer Instinkt. Ganz gleich, zu welcher Art sie gehören, ob sie wild oder freundlich und sanft sind, alle Tiere besitzen diesen Instinkt. Alle Arten von Lebewesen, einschließlich Menschen, können nur fortbestehen und sich vermehren, indem sie diesem Instinkt und diesem Gesetz folgen. Wenn sie sich nicht an dieses Gesetz hielten oder dieses Gesetz und diesen Instinkt nicht hätten, könnten sie sich nicht vermehren und überleben. Die biologische Kette würde nicht existieren, und auch diese Welt nicht. Stimmt das etwa nicht? (Es stimmt.) Dass Krähen sich bei ihren Müttern revanchieren, indem sie sie füttern, und Lämmer niederknien, um von ihren Müttern Milch zu trinken, zeigt, dass die Welt der lebenden Dinge sich an diese Art von Gesetz hält. Alle Arten von Lebewesen haben diesen Instinkt. Sobald der Nachwuchs auf der Welt ist, werden die Jungen von den Weibchen oder Männchen der Spezies versorgt und gehegt, bis sie ausgewachsen sind. Alle Arten von Lebewesen sind in der Lage, ihre Verantwortung und ihre Verpflichtungen gegenüber ihrem Nachwuchs zu erfüllen, um die nächste Generation gewissenhaft und pflichtbewusst aufzuziehen. Das sollte erst recht bei den Menschen der Fall sein. Die Menschheit bezeichnet Menschen als höhere Tiere – wenn sie sich nicht an dieses Gesetz halten können und ihnen dieser Instinkt fehlt, dann sind die Menschen schlechter als Tiere, oder nicht? Deshalb taten deine Eltern, ganz gleich, wie sehr sie sich um dich gekümmert haben oder wie sehr sie ihre Verantwortung dir gegenüber erfüllt haben, als sie dich aufzogen, nur etwas, das ein geschaffenes Wesen tun sollte – das ist ihr Instinkt(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)).

Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde es in meinem Herzen etwas heller. Nachwuchs aufzuziehen ist ein natürlicher Instinkt, den Gott den Lebewesen verliehen hat; es ist ein Lebensgesetz, das Er für alle Geschöpfe festgelegt hat. Sowohl wilde Bestien als auch sanfte Tiere folgen solchen Gesetzen, und nur so können sich alle Lebewesen, einschließlich der Menschen, vermehren und überleben. Da Eltern sich dafür entscheiden, Kinder zu bekommen, sollten sie die Verantwortung und die Pflicht übernehmen, sie aufzuziehen und zu versorgen. Damit handelt man in Übereinstimmung mit den von Gott bestimmten Gesetzen; es ist die inhärente Pflicht der Eltern und darf nicht als eine Güte angesehen werden, die den Kindern auferlegt wird. „Krähen revanchieren sich bei ihren Müttern, indem sie sie füttern, und Lämmer knien nieder, um von ihren Müttern Milch zu trinken“ ist lediglich ein von Gott für diese Geschöpfe festgelegtes Gesetz, ein instinktives Verhalten. Es ist nicht, wie die Menschen lehren, eine Äußerungsform dessen, dass Tiere ihre Eltern ehren und ihre Güte vergelten. Oberflächlich betrachtet scheint es zudem, als ob Eltern ihre Kinder versorgen und aufziehen, aber in Wirklichkeit ist es im Hintergrund Gott, der über das Schicksal jedes Einzelnen herrscht und es anordnet. Ich musste unweigerlich an etwas denken, das meine Mutter mir einmal erzählt hatte. Vor meiner Geburt hatte sie eine Tochter, die im Alter von drei Jahren plötzlich krank wurde und starb. Auch um meine ältere Schwester, die ich nie kennenlernen durfte, hatte sich meine Mutter von ganzem Herzen gekümmert. Doch sie starb auf tragische Weise jung, während ich bis heute gesund aufwachsen durfte. Obwohl wir dieselbe Mutter hatten, war unser Schicksal völlig verschieden. Dies ließ mich noch klarer erkennen, dass das Schicksal des Menschen unter Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen steht. Eltern können nur die Verantwortung für die Aufzucht und Versorgung ihrer Kinder übernehmen, aber sie können das Schicksal ihrer Kinder weder kontrollieren noch ändern. Ich dachte daran, wie vielen Schwierigkeiten und Rückschlägen ich in den Jahren seit meinem Weggang von zu Hause begegnet war. So oft hatte ich das Gefühl, nicht mehr weiterzukönnen, und es war Gott, der mich immer wieder führte und mir half. Ich erinnere mich an eine Zeit, in der mein Zustand wirklich schlimm war. Doch Gott hielt durch die Brüder und Schwestern geduldig mit mir über die Wahrheit Gemeinschaft, half mir und unterstützte mich. Erst da erwachte mein gefühlloses Herz langsam wieder, und ich begann, über mich selbst nachzudenken und mich wieder Gott zuzuwenden. Gott hat sorgfältig verschiedene Menschen, Ereignisse und Dinge nach meinen Bedürfnissen angeordnet. Er sorgte nicht nur für meine materiellen Bedürfnisse, sondern übernahm darüber hinaus die Verantwortung für mein Leben. Als ich an Gottes Liebe dachte, war mein Herz tief bewegt. Doch ich war von Satans Widersinnigkeiten beeinflusst und getäuscht worden. Alles, was ich seit meiner Kindheit von Gott empfangen hatte, schrieb ich den Bemühungen meiner Mutter zu und dachte, ohne ihre Fürsorge wäre ich nicht der Mensch geworden, der ich heute bin. Deshalb wollte ich meine Pflichten aufgeben, um nach Hause zurückzukehren und für sie zu sorgen. Das beeinträchtigte nicht nur meinen eigenen Zustand, sondern auch die Ergebnisse meiner Pflicht. Wäre da nicht die Entlarvung durch Gottes Worte gewesen, hätte ich weiterhin an dieser falschen Vorstellung festgehalten und Schmerz und Qual gelitten. Als mir das klar wurde, erfüllte große Erleichterung mein Herz.

Später las ich einen weiteren Abschnitt von Gottes Worten, und mir wurde klarer, wie wir unsere Eltern behandeln sollten. Der Allmächtige Gott sagt: „Deine Eltern sind nicht deine Gläubiger – das heißt, du solltest nicht ständig darüber nachdenken, dass du dich bei ihnen revanchieren musst, nur weil sie so viel Zeit damit verbracht haben, dich großzuziehen. Wenn du es ihnen nicht vergelten kannst, wenn du nicht die Gelegenheit oder die Bedingungen hast, um es ihnen zu vergelten, wirst du immer traurig sein und Schuldgefühle haben, und zwar in dem Ausmaß, dass du sogar traurig bist, wenn du jemanden mit seinen Eltern siehst, der sich um sie kümmert und ihnen gegenüber kindlich-respektvoll ist. Gott hat bestimmt, dass deine Eltern dich großziehen würden, aber nicht, damit du dein Leben damit verbringst, es ihnen zurückzuzahlen. In diesem Leben hast du Verantwortungen und Verpflichtungen, denen du nachkommen musst, und einen Weg, den du gehen musst; du hast dein eigenes Leben. In deinem Leben solltest du nicht deine ganze Energie darauf verwenden, deinen Eltern gegenüber kindlich-respektvoll zu sein und ihre Güte zu erwidern. Deinen Eltern gegenüber kindlich-respektvoll zu sein, ist nur eine Sache, die dich in deinem Leben begleitet. Es ist etwas, das in menschlichen Beziehungen der Zuneigung unvermeidlich ist. Aber was für eine Verbindung zwischen dir und deinen Eltern vom Schicksal bestimmt ist und wie lange ihr zusammenleben könnt, hängt von Gottes Orchestrierungen und Anordnungen ab. Wenn Gottes Orchestrierungen und Anordnungen vorhersehen, dass du und deine Eltern an verschiedenen Orten sind, dass du sehr weit weg von ihnen bist und nicht bei ihnen leben kannst, dann ist es nur eine Art von Sehnsucht, dieser Verantwortung nachzukommen. Wenn Gott angeordnet hat, dass dein Zuhause ganz in der Nähe deiner Eltern ist und dass du an ihrer Seite bleiben kannst, dann gehört es zu dem, was du tun solltest, manchen Verantwortungen deinen Eltern gegenüber nachzukommen und ihnen ein wenig kindlichen Respekt entgegenzubringen – daran ist nichts auszusetzen. Wenn du aber an einem anderen Ort lebst als deine Eltern und nicht die Möglichkeit hast oder sich dir nicht die richtigen Umstände bieten, um sie zu ehren, dann darfst du das nicht für beschämend halten. Du solltest dich nicht schämen, deinen Eltern gegenüberzutreten, weil du sie nicht ehren kannst, es ist nur so, dass die Umstände es nicht zulassen. Als Kind solltest du verstehen, dass deine Eltern nicht deine Gläubiger sind. Wenn du nur darauf achtest, die Güte deiner Eltern zu erwidern, wird dies vielen Pflichten im Wege stehen, die du tun solltest. Es gibt viele Dinge, die du in deinem Leben tun musst, und diese Pflichten, die du tun solltest, sind Dinge, die ein geschaffenes Wesen tun sollte, und die dir vom Schöpfer anvertraut wurden, und sie haben nichts damit zu tun, deinen Eltern ihre Güte zu vergelten. Deine Eltern zu ehren, dich bei ihnen zu revanchieren, ihre Güte zu vergelten – diese Dinge haben nichts mit deiner Mission im Leben zu tun. Man kann auch sagen, es ist unnötig, die Eltern zu ehren, sich bei ihnen zu revanchieren oder irgendeinem Teil deiner Verantwortung ihnen gegenüber gerecht zu werden. Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn die Umstände es erlauben, kannst du das alles ein wenig tun und deiner Verantwortung ein bisschen nachkommen; wenn nicht, brauchst du dich nicht dazu zu zwingen. Wenn du deiner Verantwortung nicht nachkommen kannst, um deine Eltern zu ehren, dann ist das kein schlimmer Fehler, es läuft nur deinem Gewissen und der moralischen Gerechtigkeit etwas zuwider, und du wirst von einigen Leuten getadelt werden – das ist alles. Aber zumindest läuft es nicht der Wahrheit zuwider. Wenn es zur Ausführung deiner Pflicht und der Befolgung von Gottes Willen geschieht, dann wird Gott dich sogar anerkennen. Was also kindlichen Respekt deinen Eltern gegenüber betrifft, solange du die Wahrheit verstehst und Gottes Anforderungen an die Menschen verstehst, dann wird sich dein Gewissen nicht getadelt fühlen, selbst wenn deine Umstände es dir nicht erlauben, deinen Eltern gegenüber kindlich-respektvoll zu sein(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (17)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass jeder Mensch mit einer eigenen Mission auf diese Welt kommt und dass es nichts mit der eigenen Mission zu tun hat, seine Eltern zu ehren und ihre aufopferungsvolle Fürsorge zu erwidern. Wenn wir bei unseren Eltern leben, dann sollten wir uns nach besten Kräften um sie kümmern und sie ehren. Aber wenn die Umstände es nicht zulassen und wir nicht bei ihnen leben können, sollten wir uns nicht schuldig fühlen oder uns ihnen verpflichtet fühlen, weil wir nicht für sie sorgen können. Stattdessen sollten wir unsere Pflichten an erste Stelle setzen. Ich war wegen des Predigens des Evangeliums von der Polizei verhaftet worden und war nun aktenkundig. Ich dachte mir: „Wenn ich jetzt nach Hause zurückkehre, laufe ich geradewegs in eine Falle. Ganz zu schweigen davon, mich um meine Mutter zu kümmern – sogar meine eigene Sicherheit wäre möglicherweise in Gefahr.“ Unter diesen Umständen konnte ich nicht nachhause zurückkehren. Also musste ich mein Herz zur Ruhe bringen und meine Pflichten gewissenhaft ausführen. Das ist das Wichtigste. Da meine Mutter älter wurde, waren Krankheit und Tod ein normaler Teil des Lebens. Ich konnte mich nicht um sie kümmern oder sie ehren, und obwohl ich ein gewisses Bedauern empfand, war ich bereit, mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen zu unterwerfen. Gott hat das Schicksal eines jeden bereits bestimmt; Geburt, Altern, Krankheit und Tod liegen alle in Seiner Hand. Egal, wie sehr ich mich um sie sorgte und grämte, selbst wenn ich sie begleiten und pflegen würde, könnte ich ihr Schicksal nicht ändern. Nachdem ich das verstanden hatte, betete ich zu Gott: „Gott, die Krankheit meiner Mutter liegt in Deinen Händen. Ob sie lebt oder stirbt, liegt in Deiner Hand. Wie viele Jahre sie leben wird, hast Du längst vorherbestimmt, und ich bin bereit, meine Mutter Dir anzuvertrauen. Unabhängig vom Ausgang bin ich bereit, Deine Orchestrierungen und Anordnungen anzunehmen und mich ihnen zu unterwerfen.“ Nach dem Gebet fühlte sich mein Herz viel leichter und befreiter, und ich machte mir keine Sorgen mehr deswegen. Ich konnte mein Herz beruhigen und meine Pflichten ausführen. Dank sei Gott!

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