74. Ich bin nun in der Lage, meine Pflicht auf bodenständige Weise zu tun
Seit über zwei Jahren repariere ich in der Kirche elektronische Geräte. Als ich diese Pflicht anfangs übernahm, empfand ich sie als sehr herausfordernd, da ich mir einige neue Fachkenntnisse und Techniken aneignen musste. Ich war bereit, Zeit und Energie zu investieren, um mich tief in die Materie einzuarbeiten, und scheute mich nicht davor, zu leiden oder einen Preis zu zahlen. Die Brüder und Schwestern in meinem Umfeld schätzten mich als jemanden ein, der in seiner Pflicht eine Last auf sich nahm. Das zu hören, freute mich sehr. Doch mit zunehmender Zeit in dieser Pflicht bekam ich die technischen Fertigkeiten einigermaßen in den Griff, und die Arbeit lief ziemlich reibungslos. Und so kam mir diese Pflicht langsam gewöhnlich und eintönig vor. Angesichts der sich den ganzen Tag wiederholenden Arbeit und Abläufe dachte ich bei mir: „Muss ich das jetzt ewig so weitermachen? Das ist zu eintönig! Was die technische Seite betrifft, beherrsche ich genug, um zurechtzukommen. Ich weiß, wie ich die meisten auftretenden Probleme löse, also gibt es keine großen Schwierigkeiten. So weiterzumachen, wäre zu langweilig! Es wäre besser, wenn ich eine andere Pflicht tun und in ein neues Umfeld wechseln könnte. Ich käme mit neuen Menschen, Ereignissen und Dingen in Kontakt, und vielleicht wäre ich dann voller Energie, meine Pflicht zu tun. Selbst wenn ich mit den Fachkenntnissen nicht vertraut wäre, könnte ich sie von Grund auf neu lernen – das wäre völlig in Ordnung.“ Ich wollte mich mit dem Verantwortlichen treffen, um meine Ideen zu besprechen. Doch dann dachte ich daran, dass ich diese Pflicht schon lange tat und sich auf die Schnelle keine geeignete Person finden ließ, die sie übernehmen könnte, also sagte ich nichts. Doch weil ich nichts sagte, fühlte ich mich im Herzen weiterhin bedrückt und niedergeschlagen. Jeden Tag spulte ich beim Reparieren der Geräte nur mein Programm ab. Ich war bei nichts, was ich tat, ernsthaft oder sorgfältig und lebte einfach in den Tag hinein.
Weil ich bei der Ausführung meiner Pflicht nicht sorgfältig war, traten bei den Geräten, die ich reparierte, immer wieder Probleme auf, und manchmal mussten sie wiederholt repariert werden. Eine Computerreparatur, die drei Tage hätte dauern sollen, zog sich in die Länge und dauerte fünf Tage oder sogar länger, wodurch meine Brüder und Schwestern das Gerät erst später nutzen konnten. Einmal nahm ich mir einen Computer vor, und als ich sah, dass es sich um ein häufiges Problem handelte, hatte ich keine Lust mehr und schloss die Reparatur nachlässig ab, um es einfach hinter mich zu bringen. Später entdeckte der Bruder, mit dem ich zusammenarbeitete, bei seiner Überprüfung, dass der Computer immer noch einen Fehler hatte und erneut zerlegt und repariert werden musste. Ein andermal bat mich der Verantwortliche, zwei neuen Brüdern, Wu Ming und Zheng Yang, beizubringen, wie man Geräte repariert. Ich sprach nur kurz darüber, wie man mit häufigen Fehlern umgeht, und ließ die beiden Brüder dann alleine üben, selbstständig Reparaturen durchzuführen. Ein paar Tage vergingen, und die Geräte waren noch nicht repariert, also fragte ich nach, was los war. Wu Ming sagte, die Reparaturen seien in Arbeit. Ich dachte bei mir: „Solche Geräte sind überhaupt nicht schwer zu reparieren. Warum sind sie noch nicht fertig? Na ja, egal. Hauptsache, sie sind dran.“ Nach ein paar weiteren Tagen waren die Sachen immer noch nicht repariert, aber ich drängte sie nur, Fortschritte zu machen, und erkundigte mich nicht wirklich nach ihren Schwierigkeiten oder dem Stand der Reparatur. Es vergingen noch einmal zwei Tage, bis ich herausfand, dass sie den entscheidenden Schritt nicht beherrschten und deshalb überhaupt keine Fortschritte gemacht hatten. Als ich sah, dass bei meiner Pflicht immer wieder Probleme auftraten, die den Fortschritt behinderten, und alle darunter litten, machte ich mir im Herzen Selbstvorwürfe. Mir wurde klar, dass ich das durch die nachlässige Ausführung meiner Pflicht verursacht hatte, und so suchte ich nach Gottes Worten, um meinen Zustand zu beheben. Ich las die Worte Gottes: „Leute, die gern nachlässig sind, besitzen weder Gewissen noch Vernunft, ihre Menschlichkeit ist armselig, sie sind nicht vertrauenswürdig und so unzuverlässig. Wird der Heilige Geist an solchen Menschen wirken? Auf keinen Fall. Diejenigen, die bei ihren Pflichten gern nachlässig sind, werden also nie von Gott vervollkommnet werden, und sie werden nie von Ihm eingesetzt werden. Diejenigen, die gern nachlässig sind, sind allesamt hinterlistig, voller böser Motive, und Gewissen und Vernunft fehlen ihnen völlig. Sie gehen ohne Grundsätze oder Untergrenzen vor; sie handeln nur anhand ihrer eigenen Vorlieben und sind zu allerlei üblen Dingen fähig. Ihr ganzes Handeln beruht auf ihren Launen: Wenn sie gute Laune haben und zufrieden sind, dann bringen sie etwas mehr zustande. Wenn sie schlechte Laune haben und verärgert sind, dann werden sie nachlässig sein. Wenn sie wütend sind, dann handeln sie vielleicht willkürlich und rücksichtslos und zögern wichtige Angelegenheiten hinaus. Sie haben Gott überhaupt nicht im Herzen. Sie lassen einfach die Tage vergehen, sitzen herum und warten auf den Tod. … Herzlose Menschen kennen bei ihrem Handeln keine Untergrenzen, nichts kann sie zurückhalten. Können solche Menschen auf Grundlage ihres Gewissens mit Angelegenheiten umgehen? (Nein.) Warum nicht? (Sie weisen die Gewissensstandards nicht auf, noch besitzen sie Menschlichkeit oder haben Untergrenzen.) Das ist richtig. Bei ihrem Handeln weisen sie die Gewissensstandards nicht auf; sie handeln aufgrund ihrer Vorlieben und tun, was immer sie wollen, frei nach ihren Launen. Ob die Ergebnisse, die sie bei ihren Pflichten erzielen, gut oder schlecht sind, hängt von ihrer Stimmung ab. Wenn ihre Laune gut ist, sind die Ergebnisse gut, aber wenn ihre Laune schlecht ist, sind auch die Ergebnisse schlecht. Kann eine derartige Pflichtausführung den Anforderungen entsprechen? Sie erfüllen ihre Pflichten frei nach ihren Launen, nicht anhand der Wahrheitsgrundsätze; somit ist es für sie sehr schwer, die Wahrheit in die Praxis umzusetzen, und sehr schwer für sie, Gottes Anerkennung zu erlangen. Diejenigen, die aufgrund physischer Vorlieben handeln, setzen die Wahrheit überhaupt nicht in die Praxis um“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Mensch profitiert am meisten von Gottes Führungsplan). „Viele Menschen führen ihre Pflichten auf nachlässige Weise aus, ohne sie je ernst zu nehmen, als ob sie für Nichtgläubige arbeiten würden. Sie erledigen Dinge auf grobe, oberflächliche, gleichgültige und nachlässige Weise, als ob es alles nur ein Witz wäre. Warum ist das so? Sie sind schuftende Nichtgläubige; Ungläubige, die Pflichten ausführen. Diese Menschen sind äußerst schurkisch; sie sind zügellos und unbeherrscht und unterscheiden sich nicht von Nichtgläubigen. Wenn sie Dinge für sich selbst tun, sind sie definitiv nicht nachlässig, also warum zeigen sie dann weder Ernsthaftigkeit noch Fleiß, wenn es darum geht, ihre Pflichten auszuführen? Was auch immer sie tun, welche Pflicht sie auch immer ausführen, es hat einen spielerischen und schelmischen Charakter. Solche Menschen sind immer nachlässig und legen hinterlistige Charakterzüge an den Tag. Besitzen solche Menschen Menschlichkeit? Sie besitzen definitiv keine Menschlichkeit; ebenso wenig besitzen sie auch nur das geringste Maß an Gewissen und Vernunft. Wie wilde Esel oder wilde Pferde müssen sie ständig geführt und beaufsichtigt werden. Sie betrügen und täuschen das Haus Gottes. Bedeutet das, dass sie aufrichtig an Gott glauben und sich für Ihn aufwenden? Das tun sie definitiv nicht, und ihr Schuften entspricht nicht den Anforderungen. Würden solche Menschen für irgendjemand anderen arbeiten, wären sie innerhalb weniger Tage entlassen. Im Haus Gottes ist es völlig zutreffend zu sagen, dass sie Arbeitskräfte und Tagelöhner sind, und man kann nichts anderes tun, als sie auszumustern“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Anhand von Gottes Worten erkannte ich, dass jemand, der seine Pflicht tut, ohne die Interessen der Kirche oder seine eigene Verantwortung zu berücksichtigen, und der ständig seinen Begierden folgt, sich nach seinen Vorlieben richtet und tut, was er will, jemand ohne Menschlichkeit ist. Ich dachte darüber nach, dass ich mich bei meiner Pflichtausführung in letzter Zeit exakt so verhalten hatte. Nachdem ich diese Pflicht lange Zeit getan hatte, beherrschte ich einige der Techniken und Fachkenntnisse und empfand meine Pflicht nicht mehr als neu oder herausfordernd. Also fing ich an, bei der Ausführung meiner Pflicht unachtsam zu werden und war, wann immer es möglich war, nachlässig. Ich hatte beim Reparieren der Geräte nicht aufgepasst und offensichtliche Fehler übersehen, was zu Nacharbeit führte und den Fortschritt verzögerte. Wu Ming und Zheng Yang hatten gerade erst angefangen, diese Pflicht zu lernen, und brauchten mehr Rücksprache und Fortschrittskontrolle, damit sie sich so schnell wie möglich mit den Reparaturtechniken vertraut machen konnten. Doch ich hatte keine Last auf mich genommen und sie darin nicht ausführlich angeleitet. Folglich gab es nur langsame Fortschritte bei ihren Fachkenntnissen, und die Reparaturen verzögerten sich. Meine persönlichen Vorlieben hatten bei der Ausführung meiner Pflicht viel zu viel Gewicht gehabt, und ich hatte überhaupt nicht daran gedacht, die Interessen der Kirche zu schützen. Ich war bei meiner Pflicht nachlässig und gleichgültig gewesen und habe mich nur nach meinen eigenen Begierden gerichtet. Mir hatte es wirklich an Menschlichkeit gefehlt und ich war absolut nicht vertrauenswürdig gewesen! Ich dachte an Gottes Worte: „Es ist ein großes Tabu, deine Pflicht nur oberflächlich auszuführen. Wenn du deine Pflicht immer nur oberflächlich tust, dann hast du keine Möglichkeit, deine Pflicht dem Maßstab entsprechend auszuführen. Wenn du deine Pflicht mit Hingabe ausführen willst, musst du zuerst das Problem deines oberflächlichen Verhaltens lösen. Sobald du die Äußerungsformen dieses Problems bemerkst, solltest du Maßnahmen ergreifen, um die Sache wieder ins Lot zu bringen. Wenn du wirrköpfig bist, Probleme nie erkennen kannst, immer nur nach Schema F vorgehst und alles oberflächlich erledigst, dann gibt es für dich keine Möglichkeit, deine Pflicht gut auszuführen. Deshalb musst du deine Pflicht immer mit ganzem Herzen ausführen. Es ist schwierig für die Menschen, Gelegenheit zu finden, ihre Pflicht auszuführen! Wenn Gott ihnen diese Chance gibt, sie sie aber nicht ergreifen, dann ist sie vertan – und selbst wenn sie sich später so eine Gelegenheit wünschen, wird sie vielleicht nicht wiederkommen. Gottes Werk wartet auf niemanden, und genauso verhält es sich mit Chancen, seine Pflicht auszuführen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Der Lebenseintritt beginnt mit der Ausführung der Pflicht). Durch Gottes Worte wurde mir klar, dass Gott den Menschen nur eine begrenzte Anzahl an Gelegenheiten gibt, Pflichten zu tun. Ich hatte die Arbeit bereits verzögert, indem ich mich bei der Ausführung meiner Pflicht nach persönlichen Vorlieben richtete und sie nachlässig tat. Wenn ich meinen Begierden weiterhin auf diese Weise folgen würde, ohne an Buße zu denken, würde ich am Ende gewiss meine Chance verlieren, Pflichten zu tun! Ich war nicht gewillt, so weiterzumachen. Dann betete ich voller Reue zu Gott und fing an, bei meiner Pflicht ernsthaft und aufmerksam zu sein. Ich reparierte Geräte mit Sorgfalt und leitete gleichzeitig Wu Ming und Zheng Yang akribisch bei ihren Techniken an. Indem ich so praktizierte, besserte sich mein Zustand erheblich, es traten weniger Probleme bei den Reparaturen auf und auch das Gefühl, dass meine Pflicht eintönig und uninteressant sei, ließ stark nach.
Danach dachte ich über mich selbst nach: Warum empfand ich eine Pflicht, nachdem ich sie eine ganze Weile getan hatte, als langweilig, war ihrer überdrüssig und führte sie nachlässig aus? Ein paar Tage später las ich die Worte Gottes: „Wenn wir sagen, dass die Vorliebe für Nervenkitzel eine verdorbene Disposition ist, welche Art von verdorbener Disposition ist es dann? Ist es Arroganz, Verlogenheit oder Bösartigkeit? (Es ist nichts von alledem.) Es hat mit keiner Art von verdorbener Disposition zu tun. Was für ein Problem ist es dann? (Es ist ein Problem der Menschlichkeit.) Was für ein Problem der Menschlichkeit ist es? Ist es ein etwas unangemessenes Verhalten? (Ja.) Es bedeutet, sich ungebührlich und unangemessen zu verhalten, den Nervenkitzel zu genießen und rastlos zu sein. Rastlosigkeit deutet auf einen Mangel an normaler Menschlichkeit hin. Dies betrifft nicht das Gewissen, sondern spiegelt hauptsächlich einen Mangel an Vernunft in der normalen Menschlichkeit wider. Solche Menschen können nicht bei einer Aufgabe bleiben oder ihre Pflichten regelkonform und pflichtbewusst ausführen. Sie sind unfähig, Dinge wie Erwachsene zu tun; es mangelt ihnen an reifem Denken, einem reifen Verhaltensstil und einer reifen Herangehensweise. Zumindest ist dies ein Makel ihrer Menschlichkeit. Natürlich erreicht dies nicht die Ebene eines Charakterproblems, sondern betrifft eine bestimmte Haltung in ihrem Verhalten und Handeln. Die Vorliebe für Neues und Nervenkitzel, Unbeständigkeit in allem, was sie tun, mangelnde Ausdauer, Rastlosigkeit und ein ungebührliches Verhalten sowie immer nach Nervenkitzel zu suchen und ausgefallene neue Dinge ausprobieren zu wollen – Probleme dieser Art fallen unter Makel der Menschlichkeit. Menschen mit einer Vorliebe für Nervenkitzel fehlt die Vernunft der normalen Menschlichkeit; es ist für sie nicht einfach, die Verantwortungen und die Arbeit zu schultern, die Erwachsene schultern sollten. Welche Arbeit sie auch immer tun, sobald sie diese über einen längeren Zeitraum ausführen und sie ihre Neuheit verliert, finden sie sie langweilig, verlieren das Interesse daran und sehnen sich nach Neuem und Nervenkitzel. Ohne Nervenkitzel empfinden sie die Dinge als eintönig und können sogar eine geistige Leere verspüren. Wenn sie sich so fühlen, werden ihre Herzen rastlos, und sie wollen nach Nervenkitzel oder Dingen suchen, die sie interessieren. Sie wollen ständig etwas Unkonventionelles tun. Wann immer sie die Arbeit, die sie tun, oder die Angelegenheiten, die sie handhaben, langweilig oder uninteressant finden, verlieren sie die Lust am Weitermachen. Selbst wenn es Arbeit ist, die sie tun sollten, oder Arbeit, die sinnvoll und wertvoll ist, können sie nicht durchhalten. … Menschen dieser Art scheinen nach außen hin oft keine größeren Probleme zu haben. Wenn du solche Menschen nicht erkennst oder ihr Wesen oder das Wesen dieser Art von Problem nicht durchschaust, könntest du denken: ‚Diese Leute haben nur unbeständige Dispositionen; sie sind in ihren Dreißigern oder Vierzigern, aber immer noch unreif wie Kinder.‘ Tatsächlich suchen Menschen dieser Art tief im Inneren kontinuierlich nach Nervenkitzel. Egal, was sie tun, ihnen fehlen die Gedanken und das Bewusstsein von Erwachsenen sowie die Herangehensweise und Haltung, mit der Erwachsene Angelegenheiten handhaben. Daher sind solche Menschen sehr problematisch. Vielleicht ist ihre Menschlichkeit nicht schlecht und ihr Charakter ist nicht besonders gemein, aber aufgrund dieses Makels ihrer Menschlichkeit ist es für sie sehr schwierig, für bedeutende Arbeit, insbesondere für bestimmte wichtige Arbeitsaufgaben, kompetent zu sein“ (Das Wort, Bd. 7, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (9)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir endlich klar, dass der Hauptgrund, warum ich bei der Ausführung meiner Pflicht Überdruss und Langeweile empfand und nachlässig und unaufmerksam gewesen war, in einem Problem mit meiner Menschlichkeit lag. Ich mochte alles, was neu und aufregend war, das Alltägliche und Gewöhnliche aber nicht. Ich hatte danach gestrebt, eine Pflicht zu tun, die voller Veränderungen und Herausforderungen war, anstatt bei der gleichen Arbeit zu bleiben und sie beständig von Anfang bis Ende zu tun. Genau wie zu Beginn meiner Reparaturpflicht: Ich kam mit neuen Dingen in Kontakt und hatte noch kein gutes Verständnis einiger der dafür nötigen Fachkenntnisse, also gab es gewisse Herausforderungen und Schwierigkeiten. Bei der Ausführung meiner Pflicht konnte ich viele neue und aufregende Erfahrungen machen, also mochte ich diese Pflicht und war bereit, einen Preis zu zahlen. Doch nachdem ich diese Pflicht eine lange Zeit getan hatte, war der Reiz des Neuen verflogen, und ich hatte angefangen, diese Pflicht als langweilig und eintönig zu empfinden. Obwohl ich meine Pflicht nach außen hin tat, hatte ich sie innerlich satt, und hatte jeden Tag die Geräte auf nachlässige Weise repariert. In meinem Herzen dachte ich sogar darüber nach, in ein neues Umfeld zu wechseln und eine andere Pflicht zu tun. Ich hatte meiner Pflicht gegenüber keine Treue gezeigt. Wenn sich die Ausführung meiner Pflicht nicht neu oder aufregend anfühlte, konnte ich kein Interesse dafür aufbringen. Ich hatte meine Pflicht voll und ganz nach meinen persönlichen Vorlieben getan. In meinem Verhalten und Handeln war ich ungebührlich und rastlos gewesen. Es fehlte mir an Beständigkeit, und ich war den Verantwortlichkeiten eines Erwachsenen nicht gerecht geworden. Auf diese Weise war es schwer gewesen, irgendetwas zu erreichen, und ich war absolut unvertrauenswürdig gewesen. Insbesondere las ich Gottes Worte: „Wann immer sie die Arbeit, die sie tun, oder die Angelegenheiten, die sie handhaben, langweilig oder uninteressant finden, verlieren sie die Lust am Weitermachen. Selbst wenn es Arbeit ist, die sie tun sollten, oder Arbeit, die sinnvoll und wertvoll ist, können sie nicht durchhalten. … Vielleicht ist ihre Menschlichkeit nicht schlecht und ihr Charakter ist nicht besonders gemein, aber aufgrund dieses Makels ihrer Menschlichkeit ist es für sie sehr schwierig, für bedeutende Arbeit, insbesondere für bestimmte wichtige Arbeitsaufgaben, kompetent zu sein.“ Anhand von Gottes Worten sah ich, dass diese Art von Mangel in der Menschlichkeit extrem schädlich ist. Ich war für die Reparatur von Geräten verantwortlich, und aufgrund meiner Stärken war es angemessen, dass die Kirche mich für diese Pflicht einteilte. Meine Einstellung gegenüber meiner Pflicht wurde jedoch von meinen Vorlieben bestimmt, und ich war ihrer überdrüssig und dabei nachlässig geworden, sobald ich sie nicht mehr als neu oder interessant empfand. Ich hatte sogar darüber nachgedacht, meine Pflicht zu ändern. Wo war da meine Treue? Wenn ich das Ruder nicht herumriss und meine Pflicht weiterhin ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein tat, lief ich Gefahr, enthüllt und entlassen zu werden.
Als ich das verstand, dachte ich an Noah, der 120 Jahre lang beharrlich die Arche baute, also suchte ich Gottes Worte heraus, um sie zu lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Wie viele Jahre brauchte Noah, um die Arche zu bauen? (120 Jahre.) Was repräsentieren 120 Jahre für die Menschen von heute? Es ist ein längerer Zeitraum als die Lebensspanne eines normalen Menschen. Länger vielleicht sogar als die Lebensspanne von zwei Menschen. Und dennoch tat Noah in diesen 120 Jahren ein und dasselbe, und er tat jeden Tag das Gleiche. In dieser vorindustriellen Zeit, in dieser Ära, bevor es Informations- und Kommunikationstechnologien gab, in diesem Zeitalter, in dem alles von den zwei Händen eines Menschen und körperlicher Arbeit abhing, tat Noah jeden Tag dasselbe. 120 Jahre lang gab er nicht auf und hielt nicht inne. Einhundertzwanzig Jahre: Wie können wir das begrifflich erfassen? Hätte irgendjemand sonst aus dem Menschengeschlecht 120 Jahre lang unverändert daran festhalten können, an einer einzigen Sache zu arbeiten? (Nein.) Dass niemand 120 Jahre lang daran festhalten könnte, an einer einzigen Sache zu arbeiten, ist keine Überraschung. Und dennoch gab es da einen Mann, der 120 Jahre lang bei dem ausharrte, was Gott ihm anvertraut hatte, ohne etwas zu ändern, der sich nie beklagte oder aufgab, den jedes äußerliche Umfeld ungerührt ließ, und der es schließlich genau so zu Ende brachte, wie Gott es gesagt hatte. Was für eine Sache war das? Inmitten der Menschheit war das etwas Seltenes, Unübliches – gar Einzigartiges. In dem langen Strom menschlicher Geschichte, unter all den Menschengeschlechtern, die Gott gefolgt waren, gab es dazu kein Gegenstück. Was die Unermesslichkeit und Schwierigkeit der Konstruktion anging, die nötige körperliche Leistung und erforderliche Kraftanstrengung und die damit verbundene Dauer, war das kein einfaches Unterfangen, weshalb es, als Noah das tat, unter den Menschen etwas Einzigartiges war, und er ist ein Vorbild und Beispiel für alle, die Gott folgen. Noah hatte nur ein paar Botschaften gehört, und damals hatte Gott nicht viele Worte bekundet, es steht also außer Frage, dass Noah viele Wahrheiten nicht verstand. Er wusste nichts von moderner Wissenschaft oder heutigen Erkenntnissen. Er war ein ausgesprochen gewöhnlicher Mann, ein unscheinbarer Vertreter des Menschengeschlechts. Doch in einer Hinsicht war er nicht wie alle anderen: Er wusste, dass er Gottes Worten gehorchen musste, er wusste, wie man Gottes Worten folgt und sich an sie hält, er wusste, was die korrekte Stellung des Menschen war, und er konnte wahrhaft an Gottes Worte glauben und sich diesen unterwerfen – weiter nichts. Diese paar simplen Lehren waren ausreichend, um Noah alles bewerkstelligen zu lassen, womit Gott ihn betraut hatte, und er hielt das nicht nur ein paar Monate durch oder mehrere Jahre oder mehrere Jahrzehnte, sondern mehr als ein Jahrhundert. Ist diese Zahl nicht erstaunlich? Wer außer Noah hätte das tun können? (Niemand.) … Dass Noah Gottes Auftrag abschließen konnte, lag daran, dass er Gottes Worte fest im Herzen behalten konnte, als er sie hörte; für ihn war Gottes Auftrag ein lebenslanges Unterfangen, sein Glaube war unerschütterlich, sein Wille hundert Jahre unverändert. Weil er ein gottesfürchtiges Herz hatte, war er ein wahrer Mensch und er besaß die allergrößte Vernunft, sodass Gott ihm den Bau der Arche anvertraute“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Exkurs 2: Wie Noah und Abraham Gottes Worten gehorchten und sich Ihm unterwarfen (Teil 1)). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, war ich sehr berührt und beschämt. Noah hatte nicht viele von Gottes Worten gehört, noch verstand er viel von der Wahrheit, aber er war in der Lage, hundertzwanzig Jahre lang an Gottes Auftrag festzuhalten. Das lag daran, dass er Gewissen und Vernunft besaß. Als Noah hörte, dass Gott ihn bat, die Arche zu bauen, bevor die Flut die Welt zerstörte, erkannte Noah Gottes dringliche Absicht und begann, in seinem Herzen Gott zu berücksichtigen. Er behandelte den Bau der Arche als die wichtigste und dringendste Sache, die er zu tun hatte. Während Noah das riesige Projekt des Archenbaus fertigstellte, sah er sich Schwierigkeiten, Misserfolgen, Krankheit, Erschöpfung, mangelndem Verständnis seitens seiner Familie sowie dem Spott und der Verleumdung der Menschen der Welt gegenüber, aber von Anfang bis Ende hielt er an Gottes Auftrag fest und dachte nie daran, ihn aufzugeben. Er empfand auch ständig tiefe Dankbarkeit, dass Gott ihn mit einem so wichtigen Auftrag betraut hatte, und er fühlte sich aufgrund seiner Erhöhung durch Gott oft angespornt. Als Reaktion auf Gottes Worte und Seinen Auftrag gehorchte Noah, akzeptierte, unterwarf sich und hielt durch. Das war eine Äußerungsform davon, dass Noah Gewissen und Vernunft besaß. Diese Art von Charakter ist wahrlich so kostbar! Als ich sah, dass Gott fragte: „Noah konnte 120 Jahre lang beharrlich bleiben. Wie viele Jahre könntet ihr beharrlich bleiben?“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Exkurs 2: Wie Noah und Abraham Gottes Worten gehorchten und sich Ihm unterwarfen (Teil 1)), hatte ich darauf wirklich keine Antwort! In all diesen Jahren hatte ich die Bewässerung und Versorgung durch so viele von Gottes Worten sowie Gottes Fürsorge und Schutz genossen, aber nachdem ich die Pflicht der Gerätereparatur nur zwei Jahre lang getan hatte, konnte ich nicht länger durchhalten und fing an, unachtsam und nachlässig zu sein. Ich hatte wahrlich kein bisschen Gewissen oder Vernunft und war völlig unvertrauenswürdig! Ich habe das extrem bedauert und machte mir enorme Vorwürfe, und ich betete reumütig zu Gott: „Lieber Gott, egal wie lange ich diese Pflicht noch tun soll, ich bin bereit, sie gut zu tun, und ich werde sie nicht mehr nach meinen eigenen Vorlieben tun.“
Später, bei einer Zusammenfassung, entdeckte ich, dass es bei meiner Pflicht immer noch viele Probleme gab. Meine Reparaturfähigkeiten waren sehr durchschnittlich, und ich musste meine Fertigkeiten noch weiter vertiefen. Da ich jedoch nicht danach gestrebt hatte, Fortschritte zu machen, und mich nicht darauf konzentriert hatte, mich beim Erlernen von Fachkenntnissen anzustrengen, hatten sich meine Reparaturfähigkeiten nicht wesentlich verbessert. Ich war wirklich enorm arrogant und selbstgerecht. Ich erkannte meine eigenen Unzulänglichkeiten nicht. Ich bildete mir ein, dieses bereits zu können oder jenes schon zu beherrschen, und dachte, dass es bei dieser Pflicht keine Schwierigkeiten oder Herausforderungen mehr gäbe. Ich war wirklich zu ignorant und kannte mein wahres Maß überhaupt nicht. Danach musste ich meine Pflicht ernsthaft in Übereinstimmung mit Gottes Anforderungen angehen, meine eigenen Defizite und Unzulänglichkeiten entdecken und nach Wegen suchen, meine Fähigkeiten zu verbessern, damit ich meine Pflicht so ausführen konnte, dass sie den Anforderungen entsprach.
Danach dachte ich nicht mehr daran, meine Pflicht zu wechseln, sondern dachte darüber nach, wie ich meine Pflicht gut tun konnte. Als sich meine Einstellung änderte, verschwanden meine früheren Gefühle von Reizbarkeit und Langeweile, und ich konnte mich mit ganzem Herzen meinen Pflichten widmen. Egal, ob das Problem einfach oder schwierig ist, ich bin in der Lage, es ernst zu nehmen und Zeit und Mühe darauf zu verwenden, die Geräte so schnell wie möglich gut zu reparieren, damit es sich nicht verzögert, bis meine Brüder und Schwestern sie nutzen können. Ich danke den Enthüllungen durch Gottes Worte, die mir ein gewisses Verständnis meines Zustands bei der Ausführung meiner Pflicht gegeben und mir geholfen haben, einige Änderungen daran vorzunehmen. Ich danke Gott von ganzem Herzen!