53. Die Folgen eines Glaubens, der auf Auffassungen und Vorstellungen beruht

Von Qi Zhao, China

Im Jahr 2004 nahm ich durch Gottes Gnade das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen an. Bei Versammlungen erfuhr ich manchmal im gemeinschaftlichen Austausch von den Erfahrungen der Brüder und Schwestern: Sie sagten, sie hätten ihre Pflicht auch während einer Krankheit nicht aufgegeben und seien auf wundersame Weise gesund geworden. Ich las auch schriftliche Erfahrungszeugnisse von einigen Brüdern und Schwestern. Eine Schwester hatte Krebs, hielt aber an ihrer Pflicht fest, und unbemerkt heilte Gott ihren Krebs. Als ich von diesen Erfahrungszeugnissen erfuhr, dachte ich bei mir: „Als die Brüder und Schwestern sich der Prüfung der Krankheit gegenübersahen, hatten sie den Glauben, sie zu erfahren – sie blieben in ihrem Zeugnis standhaft und wurden geheilt. In Zukunft muss ich mir an ihnen ein Beispiel nehmen. Egal, welche Krankheit oder welches Unheil auch auf mich zukommt, ich muss an meiner Pflicht festhalten und in meinem Zeugnis standhaft bleiben. Auf diese Weise werde auch ich unter Gottes Segen leben, genau wie die Brüder und Schwestern.“

Eines Mittags im Sommer 2011 spielte mein siebenjähriger Sohn auf Rollschuhen im Wohnzimmer. Aus Versehen stieß er den Fernseher um, der auf ihn fiel. Er blutete stark am ganzen Körper und hatte heftiges Nasenbluten. Ich war geschockt und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Sofort betete ich zu Gott: „Gott, egal was mit meinem Kind passiert, ob es lebt oder stirbt, bitte bewahre mich davor, mit Dir zu hadern.“ Nach der Untersuchung im Krankenhaus sagte der Arzt, wir sollten ihn zu Hause beobachten. Solange er kein Fieber bekäme, sei alles in Ordnung. Später wurde mein Sohn wieder gesund. Danach dachte ich über diesen Vorfall nach. Ich hatte in dieser Krise nicht mit Gott gehadert, und mein Sohn war schnell genesen. Das bestärkte mich noch mehr in der Überzeugung: Wenn ich bei Unheil nicht haderte und in meinem Zeugnis standhaft bliebe, würde ich Gottes Schutz und Segen erhalten. Von da an wandte ich mich mit noch mehr Eifer auf. Ganz gleich, welche Pflicht mir die Kirche zuteilte, und egal, wie viel Leid oder welchen Preis es forderte, ich unterwarf mich. Ich hielt mich für jemanden, der Gott liebt, und dachte, ich würde in Zukunft bestimmt von Gott gesegnet werden.

Im Mai 2016 tat ich meine Pflicht fern von zu Hause. Eines Tages erhielt ich einen Brief von daheim, in dem stand, dass mein Sohn Leukämie hatte, schwer krank war und bereits im Krankenhaus lag. Nachdem ich den Brief gelesen hatte, war mein Kopf wie leergefegt, und ich ging in mein Zimmer, um zu beten. Ich kniete auf dem Bett, schluchzte hemmungslos und sprach: „Gott, mein Sohn ist erst zwölf Jahre alt. Wirst Du ihn mir wirklich wegnehmen?“ Danach brachte ich kein Wort mehr heraus. Ich wollte sofort zurückkehren, um mich um meinen Sohn zu kümmern, ihn zu trösten und zu ermutigen, doch ich dachte daran, dass es Antichristen gab, die das Kirchenleben störten, verschiedene Arbeiten behinderten und dem Leben der Brüder und Schwestern Schaden zufügten. In diesem kritischen Moment schaute Gott darauf, wie ich mich entscheiden würde: Würde ich die Arbeit der Kirche wahren oder meine Pflicht beiseitelegen, um mich um meinen Sohn zu kümmern? Ich dachte an Hiob, der solch große Prüfungen erduldet hatte: Sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder kamen um und sein ganzer Körper war mit Geschwüren bedeckt. Dennoch haderte er nicht mit Gott, sondern blieb in seinem Zeugnis standhaft. Am Ende erschien ihm Gott, heilte ihn nicht nur, sondern segnete ihn sogar doppelt. Als ich daran dachte, dass die Krankheit meines Sohnes in Gottes Händen lag, wusste ich, dass ich mich dafür entscheiden musste, Gott zufriedenzustellen und meine Pflicht aufrechtzuerhalten, und nicht zuzulassen, dass Satans Pläne Erfolg hatten. Ich glaubte, wenn ich in meinem Zeugnis standhaft bliebe, würde Gott meinen Sohn segnen und gesunden lassen. Vor allem wenn ich bedachte, wie Abraham sich Gott unterwarf und bereit war, seinen einzigen Sohn Isaak zu opfern, und wie Gott seinen Sohn nicht nahm, sondern ihn noch mehr segnete, hatte ich das Gefühl, dass Gott auch mich durch die Krankheit meines Sohnes auf die Probe stellte. Wenn ich meinen Sohn Gottes Händen anvertraute und in meinem Zeugnis standhaft blieb, so glaubte ich, würde Gott meinen Sohn segnen, damit er wieder gesund wird. Danach kreisten meine Gedanken nicht mehr um die Krankheit meines Sohnes, sondern ich konnte mich ganz in meine Pflicht vertiefen.

Als ich drei Monate später nach Hause zurückkehrte, sagte mir mein Mann, unser Sohn habe keine Leukämie; es seien nur erhöhte weiße Blutkörperchen und ein geschwächtes Immunsystem, was sich ohne rechtzeitige Behandlung zu Leukämie entwickeln könne. Wir suchten mehrere renommierte Krankenhäuser auf, aber selbst nach zahlreichen Expertenkonsultationen konnten sie die Krankheit nicht diagnostizieren. Uns blieb keine Wahl, als zur konservativen Behandlung nach Hause zurückzukehren. Wir gaben über zweitausend Yuan für chinesische Medizin aus, aber es gab keine Besserung. Ich dachte bei mir: „Für Gott gibt es keine schwierigen Fälle. Solange sich die Menschen aufrichtig auf Gott verlassen und sich Ihm unterwerfen, ist es für Gott dann nicht ein Leichtes, sie zu heilen?“ Danach hielt ich oft Gemeinschaft mit meinem Kind: „Bei dieser Krankheit dürfen wir nicht hadern und müssen uns Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Wenn wir in unserem Zeugnis standhaft bleiben, wird Gott dich beschützen und dir helfen, gesund zu werden.“ Gleichzeitig erkundigte ich mich überall nach Hausmitteln, um die Krankheit meines Sohnes zu behandeln. Doch nach einem Monat hatte sich der Zustand meines Kindes nicht nur nicht gebessert, sondern sogar verschlechtert. Ich fing an, in Negativität zu verfallen und mich innerlich schwach zu fühlen, und dachte: „Ich habe meine Pflichten gewissenhaft getan, seit mein Kind krank geworden ist. Warum beschützt Gott die Gesundheit meines Sohnes nicht? Warum wird sein Zustand mit jeder Behandlung schlimmer? Wenn es sich wirklich zu Leukämie entwickelt, wie die Ärzte sagten, hat mein Sohn dann keine Hoffnung mehr?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto ängstlicher wurde ich.

Eines Morgens sagte mein Mann fast unter Tränen zu mir: „Wir haben bei der Krankheit dieses Kindes jede Methode ausprobiert, aber es wird nicht nur nicht besser, sondern schlimmer. Was sollen wir bloß tun?“ Als ich die Verzweiflung meines Mannes sah, fühlte ich mich unbeschreiblich bedrückt. Also holte ich Gottes Worte hervor, um darin zu lesen. Der Allmächtige Gott sagt: „Während Menschen sich Prüfungen unterziehen, ist es normal, dass sie schwach sind, im Inneren negativ sind, Gottes Absichten nicht verstehen oder es ihnen an Klarheit in Bezug auf den Weg der Praxis fehlt. Doch in jedem Fall musst du an Gottes Werk glauben und darfst, wie Hiob, Gott nicht verleugnen. Obwohl Hiob schwach war und er den Tag seiner eigenen Geburt verfluchte, bestritt er nicht, dass alle Dinge, die die Menschen nach ihrer Geburt besitzen, ihnen von Jehova gewährt werden, und dass Jehova auch der Eine ist, der sie wegnimmt. Was für Prüfungen er auch durchmachen musste, er behielt diesen Glauben bei. Welcher Art von Läuterung du anhand von Gottes Worten auch unterzogen wirst, in deinen Erfahrungen ist das, was Gott will, alles in allem dein Glaube und dein gottliebendes Herz. Indem Er auf diese Weise wirkt, vervollkommnet Er den Glauben, die Liebe und die Entschlossenheit der Menschen. Gott vollbringt das Werk der Vervollkommnung an den Menschen, und sie können es nicht sehen, können es nicht berühren; unter solchen Umständen ist Glaube erforderlich. Wenn etwas nicht vom bloßen Auge erblickt werden kann, ist Glaube erforderlich. Wenn du deine eigenen Auffassungen nicht loslassen kannst, ist Glaube erforderlich. Wenn dir Gottes Werk nicht klar ist, dann ist erforderlich, dass du Glauben hast, und dass du eine feste Haltung einnimmst und in deinem Zeugnis standhaft bleibst. Als Hiob diesen Punkt erreichte, erschien ihm Gott und sprach zu ihm. Das heißt, nur wenn du Glauben hast, wirst du imstande sein, Gott zu sehen. Wenn du Glauben hast, wird Gott dich vervollkommnen, und wenn du keinen Glauben hast, kann Er das nicht tun(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). Nach dem Lesen von Gottes Worten erlangte ich ein gewisses Verständnis davon, was wahrer Glaube ist – an Gott zu glauben und für Ihn in unserem Zeugnis standhaft zu bleiben, selbst wenn wir Gottes Werk nicht sehen oder Seine Absichten nicht begreifen können, genau wie Hiob, der Gott zu keiner Zeit verleugnete. Das ist es, wonach Gott verlangt. Ich hielt mit meinem Mann Gemeinschaft: „Bloß an Gott zu glauben und unsere Pflichten zu tun, wenn alles gut läuft, spiegelt nicht unbedingt wahren Glauben wider. Wenn wir Prüfungen gegenüberstehen und nicht sehen können, was das Ergebnis sein wird, aber dennoch fähig sind, beharrlich an Gott zu glauben und Ihm zu folgen – dieser Glaube ist echt und ist das gewünschte Ergebnis von Gottes Läuterung und Prüfungen. Andernfalls würden wir nur wegen Seiner Gnade und Vorteile an Gott glauben, und Satan würde uns anklagen und unseren Glauben nicht gelten lassen. Ganz gleich, ob sich der Zustand unseres Sohnes bessert oder nicht, wenn wir Gott weiterhin folgen und uns Ihm unterwerfen, wird Satan besiegt und beschämt werden, und Gott wird durch uns Herrlichkeit erlangen.“ Nachdem mein Mann das gehört hatte, nickte er zustimmend.

Danach zeigte der Zustand unseres Sohnes keine Anzeichen einer Besserung. Eines Tages lehnte unser Sohn am Fensterbrett und beobachtete andere Kinder, die mit ihren Rucksäcken zur Schule gingen. Er wirkte sehnsüchtig, hatte Tränen in den Augen und sagte mit erstickter Stimme: „Mama, alle anderen Kinder gehen zur Schule, aber ich bin krank und kann nicht gehen. Du sagst mir immer, ich soll mich Gott unterwerfen. Wie lange muss ich mich noch unterwerfen, bis ich gesund werde?“ Die Worte meines Sohnes zu hören, war wie ein Stich ins Herz. Das überforderte meinen Glauben. Ich dachte bei mir: „Seit mein Kind krank wurde, habe ich gelitten, aber ich habe immer an meinen Pflichten festgehalten. Ich habe bereits mein Bestes getan, um sie zu tun. Wie kommt es, dass Gott die Krankheit meines Sohnes immer noch nicht geheilt hat? Ist mein Herz nicht aufrichtig genug? Der Arzt sagte, wenn die Krankheit meines Sohnes nicht geheilt würde, müsste vielleicht amputiert werden. Wenn das tatsächlich passiert, wie soll er dann in Zukunft leben?“ Bei dem Gedanken an diese schrecklichen Folgen litt mein Herz qualvolle Schmerzen, als würde es durch einen Fleischwolf gedreht. Als der Schmerz dieses Ausmaß erreichte, betete ich zu Gott: „Gott, warum bessert sich die Krankheit meines Sohnes nicht? Meine Größe ist zu gering; ich kann das wirklich nicht mehr ertragen. Gott, bitte erleuchte mich, damit ich Deine Absicht verstehe.“

Ende September schickte mir unser Leiter einen Brief, in dem er mich um meine Mitwirkung bei einer bestimmten Pflicht bat. Ich lehnte ab, weil ich mir Sorgen wegen der Krankheit meines Sohnes machte. Später wurde mir klar, dass ich in all den Jahren meines Glaubens an Gott nie eine Pflicht abgelehnt hatte, egal wie groß die Schwierigkeiten waren, denen ich gegenüberstand. Aber heute wies ich eine Pflicht wegen der Krankheit meines Sohnes zurück. Diese Erkenntnis machte mich betroffen. Als ich über meinen Zustand in dieser Zeit nachdachte, erkannte ich, dass ich nur noch oberflächlich gebetet und Gottes Worte gelesen hatte. Ich hatte keine Kraft in meinem Herzen. Abgesehen von den Momenten, an denen ich meinem Sohn seine Medizin gab, war mein Herz jeden Tag voller Angst und Sorge. Ich war ständig besorgt, dass sich die Krankheit meines Sohnes nicht bessern würde und dass ich ihn verlieren könnte, sodass ich mich nicht auf meine Pflichten konzentrierte. Als ich daran dachte, dämmerte es mir plötzlich – verriet ich Gott nicht gerade? Ich dachte an eine Passage aus Gottes Worten: „Wie du Gottes Aufträge behandeln solltest, ist äußerst wichtig. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Wenn du nicht erfüllen kannst, was Gott dir anvertraut hat, dann bist du nicht würdig, in Seiner Gegenwart zu leben, und solltest deine Strafe akzeptieren. Es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass die Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Aufträge erfüllen. Das ist die oberste Verantwortung der Menschen, und sie ist genauso wichtig wie ihr eigenes Leben. Wenn du Gottes Aufträge auf die leichte Schulter nimmst, dann ist das ein schwerster Verrat an Gott. Wenn du das tust, bist du erbärmlicher als Judas und solltest verflucht werden(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Ich spürte Gottes Zorn aus Seinen strengen Worten des Gerichts. Es stellte sich heraus, dass es eine ernste Angelegenheit ist, Gottes Auftrag auf die leichte Schulter zu nehmen. Gottes Haltung gegenüber jenen, die Seinen Auftrag zurückweisen, ist Abscheu und Verfluchung. Diese Worte zu lesen, machte mir Angst. Ich hatte viele Jahre an Gott geglaubt, ohne irgendeine Wahrheitsrealität zu besitzen; wenn ich mit Situationen konfrontiert wurde, die nicht mit meinen Auffassungen übereinstimmten, war ich sogar fähig, meinen Pflichten den Rücken zu kehren und Gott zu verraten. Als ich das erkannte, betete ich voller Reue zu Gott.

Während meiner Suche nach der Wahrheit las ich eine Passage aus Gottes Worten: „Heutzutage befinden sich die meisten Menschen in diesem Zustand: Um Segnungen zu erlangen, muss ich mich für Gott aufwenden und einen Preis für Ihn zahlen. Um Segnungen zu erlangen, muss ich für Gott allem entsagen; ich muss zu Ende bringen, was Er mir anvertraut hat, und ich muss meine Pflicht gut tun. Dies wird von der Absicht angetrieben, Segnungen zu gewinnen, und sie wenden sich für Gott völlig zu dem Zweck auf, Belohnungen von Ihm zu erhalten und eine Krone zu gewinnen. Solche Menschen haben die Wahrheit nicht in ihren Herzen, und es ist gewiss, dass sie lediglich ein paar Worte und Glaubenslehren verstehen und sich überall, wo sie hingehen, zur Schau stellen. Ihr Weg ist exakt der des Paulus. Für solche Menschen geht es beim Glauben an Gott nur darum, ständig zu arbeiten. In ihren Gedanken ist es so, als ob, je mehr Arbeit sie tun, umso mehr zeigt das, dass sie Treue zu Gott haben, und umso zufriedener wird Er gewiss sein; als würden sie es umso mehr verdienen, vor Gott eine Krone gewährt zu bekommen, je mehr Arbeit sie tun, als wären die Segnungen, die sie gewinnen, umso größer. Sie denken, wenn sie predigen, Leid ertragen und ihr eigenes Leben für Christus opfern können, und wenn sie die Pflichten erfüllen können, die Gott ihnen anvertraut hat, dann werden sie diejenigen sein, die die größten Segnungen gewinnen, und es wird gewiss sein, dass ihnen Kronen gewährt werden. Das ist genau das, was Paulus sich vorgestellt hatte und wonach er strebte. Dies ist genau der Weg, den er nahm, und solche Gedanken leiteten ihn, wenn er arbeitete, um Gott zu dienen. Entspringen diese Gedanken und Absichten nicht einer satanischen Natur? Es ist genau wie bei den weltlichen Menschen, die glauben, dass sie, während sie auf Erden sind, nach Wissen streben müssen und dass sie sich, nachdem sie es erlangt haben, von der Masse abheben, Beamte werden und Status haben können. Sie denken, dass sie, wenn sie erst einmal Status haben, ihre Ambitionen verwirklichen und ihre Geschäfte und ihre Familienbetriebe auf ein gewisses Wohlstandsniveau bringen können. Gehen nicht alle Nichtgläubigen diesen Weg? Diejenigen, die von dieser satanischen Natur beherrscht werden, können in ihrem Glauben nur wie Paulus sein. Sie glauben: ‚Ich muss mich allem entsagen, um mich für Gott aufzuwenden; ich muss vor Gott hingebungsvoll sein, und schließlich werde ich große Belohnungen und herrliche Kronen empfangen.‘ Das ist dieselbe Haltung wie die weltlicher Menschen, die nach weltlichen Dingen streben. Sie sind überhaupt nicht unterschiedlich, und sie sind derselben Natur unterworfen. Wenn Menschen diese Art von satanischer Natur haben, dann werden sie draußen in der Welt nach Wissen, Gelehrtheit und Status streben, und danach streben, sich von der Masse abzuheben. Wenn sie an Gott glauben, werden sie danach streben, herrliche Kronen und große Segnungen zu gewinnen. Wenn die Menschen nicht nach der Wahrheit streben, wenn sie an Gott glauben, werden sie mit Sicherheit diesen Weg einschlagen. Diese Tatsache kann von niemandem geändert werden; sie ist ein Naturgesetz. Der Weg, den Menschen einschlagen, die nicht nach der Wahrheit streben, setzt sich dem von Petrus völlig entgegen(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man den Weg des Petrus beschreitet). Durch die Enthüllung in Gottes Worten sah ich, dass mein Entsagen und mein Aufwenden in all diesen Jahren nicht dazu dienten, meine Pflichten zu erfüllen und Gott zufriedenzustellen, sondern vielmehr dazu, Geschäfte mit Gott zu machen, immer beherrscht von der Absicht, Segnungen zu erlangen – ich folgte dem Pfad des Paulus, der nach Segnungen strebte. Seit ich Gottes Werk in den letzten Tagen angenommen hatte, hatte ich gesehen, dass manche Brüder und Schwestern Gottes Schutz erhielten, wenn sie während Krankheit und Drangsal in ihrem Zeugnis standhaft blieben. Deshalb tat ich ohne Zögern oder Angst die Pflichten, die mir von der Kirche zugeteilt wurden, egal wie schwierig oder riskant sie waren. In meinem Herzen glaubte ich fest daran: Solange ich für Gott litt und einen Preis zahlte, angesichts von Drangsal nicht haderte und beharrlich meine Pflichten tat, würde ich gewiss Gottes Segen empfangen. Als ich erfuhr, dass mein Sohn eine schwere Krankheit hatte, entschied ich mich dennoch, meine Pflichten zu tun und mich für Gott aufzuwenden, damit Gott meinen Sohn heilen möge. Als die Krankheit meines Sohnes jedoch lange Zeit nicht besser wurde, begann ich, Groll gegen Gott zu hegen. Ich benutzte meine früheren Entsagungen und Aufwendungen als Verhandlungsgrundlage mit Gott, stritt und begehrte gegen Ihn auf, haderte mit Ihm wegen Seines mangelnden Schutzes für meinen Sohn und weigerte mich sogar, meine Pflichten zu tun. Meine selbstsüchtige, niederträchtige und eigennützige satanische Natur wurde völlig bloßgestellt. Ich nutzte mein Entsagen und mein Aufwenden für Gott als Mittel, um Segnungen von Ihm zu fordern. Mir wurde klar, dass ich denselben Pfad beschritt wie Paulus. Paulus wendete sich auf und brachte Opfer für Gott, um Belohnungen und eine Krone zu fordern, und versuchte, Geschäfte mit Gott zu machen. Er täuschte Gott und widersetzte sich Ihm, und erhielt letztendlich Seine Verurteilung und Bestrafung. Ich dachte darüber nach, wie ich im Laufe meiner vielen Jahre des Glaubens an Gott meine Aufwendungen für Ihn und die Ausführung meiner Pflicht immer wie ein Tauschgeschäft behandelt hatte, weil ich nicht nach der Wahrheit strebte oder in Seinen Worten Gottes Absichten suchte. Ich sah, wie selbstsüchtig und niederträchtig ich wirklich war, völlig unwürdig der Errettung Gottes.

Dann las ich diese Worte Gottes: „Wenn du dich den Prüfungen Hiobs unterziehst, unterziehst du dich gleichzeitig den Prüfungen Petri. Als Hiob geprüft wurde, blieb er in seinem Zeugnis standhaft, und am Ende erschien ihm Jehova. Erst nachdem er in seinem Zeugnis standhaft geblieben war, war er würdig, das Gesicht Gottes zu sehen. Warum heißt es: ‚Ich verberge Mich vor dem Land des Schmutzes, erscheine jedoch dem heiligen Königreich‘? Das heißt, dass du, nur wenn du geheiligt bist und in deinem Zeugnis standhaft bleibst, würdig sein kannst, das Gesicht Gottes zu sehen. Wenn du in deinem Zeugnis nicht standhaft bleiben kannst, bist du nicht würdig, Sein Gesicht zu sehen. Wenn du dich angesichts von Läuterungen zurückziehst oder dich über Gott beklagst und somit daran scheiterst, in deinem Zeugnis standhaft zu bleiben, und zu Satans Gespött wirst, dann wirst du das Erscheinen Gottes nicht gewinnen. Wenn du wie Hiob bist, der inmitten von Prüfungen sein eigenes Fleisch verfluchte, aber sich nicht über Gott beklagte, und sein eigenes Fleisch hassen konnte, ohne zu klagen oder mit seinen Worten zu sündigen, dann wirst du in deinem Zeugnis standhaft bleiben. Wenn du dich bis zu einem gewissen Grad Läuterungen unterziehst und wie Hiob sein kannst, vollkommen unterwürfig vor Gott und ohne weitere Forderungen an Ihn oder ohne deine eigenen Auffassungen, dann wird Gott dir erscheinen(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). „Aus Sicht des Menschen macht Gott vieles, was unverständlich und sogar unglaublich ist. Wenn Gott jemanden orchestrieren will, stimmt diese Orchestrierung oft nicht mit den Auffassungen des Menschen überein und ist für ihn unverständlich, doch gerade diese Nicht-Übereinstimmung und Unbegreiflichkeit sind Gottes Prüfung und Test des Menschen. Abraham war indes in der Lage, Unterwerfung unter Gott zu demonstrieren, der die grundlegendste Voraussetzung dafür war, dass er Gottes Forderung befriedigen konnte. … Obwohl Gott in verschiedenen Zusammenhängen verschiedene Arten von Prüfung auf jeden Menschen anwendet, sah Gott in Abraham das, was Er wollte, nämlich, dass Abrahams Herz wahrhaftig war und dass seine Unterwerfung bedingungslos war. Es war genau dieses ‚bedingungslos‘, das Gott wollte. Einige Leute sagen oft: ‚Ich habe schon dies geopfert, ich habe jenem schon entsagt – warum ist Gott immer noch nicht zufrieden mit mir? Warum unterzieht Er mich weiterhin Prüfungen? Warum testet Er mich weiterhin?‘ Das zeigt eine Tatsache: Gott hat dein Herz nicht gesehen und hat dein Herz nicht erlangt. Das heißt, Er hat nicht die Art von aufrichtigem Herz gesehen, die Abraham hatte, als er imstande war, sein Messer zu heben, um seinen Sohn durch seine eigene Hand zu töten und Gott zu opfern. Er hat deine bedingungslose Unterwerfung nicht gesehen und ist nicht von dir getröstet worden. So ist es nur natürlich, dass Gott dich dann weiterhin prüft(Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gottes Werk, Gottes Disposition und Gott Selbst II). Durch Gottes Worte verstand ich, dass Gott diejenigen segnet, die sich aufrichtig für Ihn aufwenden. Ganz gleich, wie Gott handelt, sie unterwerfen sich bedingungslos Seinen Orchestrierungen und Anordnungen, ohne Forderungen, Bitten oder persönliche Hintergedanken. Das ist ein wahres Zeugnis. Ich musste an Hiob denken. Er hatte nur von Gott gehört, doch als er all seinen Besitz und seine Kinder verlor, mit Geschwüren bedeckt war und sogar von seiner Frau verspottet wurde, hielt er dennoch an dem Weg fest, Gott zu fürchten und das Böse zu meiden, und sagte: „Jehova hat’s gegeben, Jehova hat’s genommen; der Name Jehovas sei gelobt“ (Hiob 1,21). Hiob versuchte nicht, mit Gott zu verhandeln oder Dinge von Ihm zu fordern; er bewahrte Ihm gegenüber ein reines Herz. Ich dachte auch an Abraham. Er war hundert Jahre alt, als er seinen Sohn Isaak bekam, den er innig liebte. Als Gott ihn bat, Isaak als Opfer darzubringen, empfand er zwar Zuneigung für seinen Sohn, aber er ließ sich nicht von dieser Zuneigung leiten. Er opferte Isaak bereitwillig auf dem Altar. Abrahams und Hiobs Glaube und Unterwerfung unter Gott waren absolut und bedingungslos, ohne Verhandeln oder Forderungen. Was sie taten, diente einzig und allein dazu, dem Weg Gottes zu folgen, nicht dazu, Segnungen oder persönlichen Gewinn zu erlangen. Ihre Zeugnisse waren wahrhaft lobenswert und bewundernswert. Ich hatte es jedoch immer falsch verstanden. Ich dachte, solange ich angesichts von Krankheit oder Unheil meine Pflichten ohne Klagen aufrechterhalten konnte, würden diese guten Verhaltensweisen ausreichen, um in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben und Gott zufriedenzustellen, und ich würde Seine Segnungen empfangen. Hinter meinem Aufwenden steckte keine Aufrichtigkeit oder Unterwerfung unter Gott. Meine Opfer waren vollständig von Betrug, Verhandeln und dem Fordern von Dingen getrieben. Es war überhaupt kein echtes Zeugnis, und dieses Verhalten war für Gott abscheulich, und ich verdiente Seine Segnungen nicht. In der Vergangenheit hatte ich unzählige Male von Hiobs und Abrahams Zeugnissen gelesen, aber ich richtete mein Augenmerk nicht darauf, wie sie dem Weg Gottes folgten, Ihn fürchteten, das Böse mieden und Gott gegenüber treu und unterwürfig blieben. Stattdessen schaute ich auf die Segnungen, die sie empfingen, nachdem sie in ihrem Zeugnis standhaft geblieben waren. Das lag alles daran, dass ich von meiner eigennützigen satanischen Natur getrieben wurde. Durch die Enthüllung in Gottes Worten erlangte ich eine gewisse Erkenntnis darüber, was ein echtes Zeugnis ausmacht.

Später dachte ich nach: In den Jahren meines Glaubens an Gott dachte ich immer, wenn ich mich für Gott aufwenden würde und Opfer brächte, dann sollte Gott mich segnen; das sei es, was Gottes Gerechtigkeit ausmache. Als mein Sohn also nicht gesund wurde und sich sein Zustand stattdessen verschlechterte, war mein Herz voller Vorwürfe und Missverständnisse, und ich verweigerte sogar meine Pflicht. Wie sollte ich also zu einem richtigen Verständnis von Gottes Gerechtigkeit gelangen? Während meiner Suche stieß ich auf eine Passage aus Gottes Worten: „Gerechtigkeit ist keineswegs Fairness oder Vernunft. Sie ist nicht Gleichmacherei oder dass du das bekommst, was du für deine Arbeit verdienst, oder dass du für die geleistete Arbeit bezahlt wirst oder den Anteil bekommst, je nachdem, welche Mühe du aufwendest. Dies ist keine Gerechtigkeit, es bedeutet nur, fair und vernünftig zu sein. Nur wenige Menschen sind fähig, Gottes gerechte Disposition zu erkennen. Angenommen, Gott hätte Hiob vernichtet, nachdem Hiob Ihn bezeugt hatte: Wäre das gerecht? Tatsächlich wäre es das. Warum nennt man dies Gerechtigkeit? Wie sehen Menschen Gerechtigkeit? Wenn etwas mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt, dann ist es für sie sehr leicht zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn sie hingegen meinen, etwas stimme nicht mit ihren Auffassungen überein – wenn es etwas ist, das sie nicht verstehen können –, dann wäre es für sie schwierig zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn Gott Hiob damals vernichtet hätte, würden die Menschen nicht sagen, Er sei gerecht. Aber muss Gott sich eigentlich rechtfertigen, wenn Er Menschen vernichtet, egal, ob sie verdorben sind oder nicht, ob sie zutiefst verdorben sind oder nicht? Muss Er den Menschen erklären, auf welcher Grundlage Er dies tut? Muss Gott den Menschen die Gesetze erklären, die Er aufgestellt hat? Das ist nicht nötig. In Gottes Augen ist jemand, der verdorben ist und sich Gott widersetzen könnte, wertlos; wie Gott mit ihm umgeht, wird angemessen sein, und es geschieht alles gemäß Gottes Anordnungen. Wenn du in Gottes Augen missfällig wärst und Er sagen würde, dass Er dich nach deinem Zeugnis nicht mehr gebrauchen kann und dich deshalb vernichtet, wäre das Seine Gerechtigkeit? Auch das wäre es. Du kannst das von der Sichtweise auf die Tatsachen jetzt vielleicht nicht gleich verstehen, aber du musst es in der Glaubenslehre verstehen. … Alles, was Gott tut, ist gerecht. Auch wenn die Menschen nicht in der Lage dazu sein mögen, das wahrzunehmen, sollten sie nicht nach Belieben Beurteilungen vornehmen. Wenn Menschen etwas, das Er tut, unvernünftig erscheint, oder wenn sie irgendwelche Auffassungen dazu haben und dann sagen, dass Er nicht gerecht ist, sind sie höchst unvernünftig. Du siehst, auch Petrus fand einiges unergründlich, doch er war sich sicher, dass in diesen Dingen Gottes Weisheit lag und sie Seine guten Absichten beinhalteten, dass die Menschen sie nicht ergründen konnten und dass es wenige Dinge gab, die sie ergründen konnten. Somit ist, Gottes Disposition zu kennen, keine einfache Sache(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Als ich über die Enthüllung in Gottes Worten nachdachte, erkannte ich, dass ich kein reines Verständnis von Gottes gerechter Disposition hatte. Früher dachte ich, wenn wir uns für Gott aufwenden und in unserem Zeugnis standhaft bleiben, dann sollte Gott uns segnen, uns all unsere Schwierigkeiten und all unser Leid nehmen und uns erlauben, in Seinem Segen zu leben. Das erschien mir fair und vernünftig; ich dachte, das sei Gottes Gerechtigkeit. Diese Art von Verständnis stimmt jedoch nicht mit Gottes Absicht überein. Gott ist der Schöpfer, und Menschen sind geschaffene Wesen. Wie Gott uns behandelt, ist Seine eigene Angelegenheit, und wir sollten keine unvernünftigen Forderungen an Gott stellen. Genauso wie damals, als Hiob in seinem Zeugnis standhaft blieb: Dass Gott Hiob segnete, war Seine Gerechtigkeit, und selbst wenn Er Hiob nicht gesegnet hätte, wäre Er dennoch gerecht gewesen. Gottes Dispositionsessenz ist Gerechtigkeit. Ich hatte das jedoch nicht erkannt. Ich glaubte, dass Gerechtigkeit Gleichbehandlung, Fairness und Vernunft bedeute. Ich dachte, wenn ich für Gott Opfer brächte, sollte Gott mich belohnen und segnen. Diese Denkweise war von Tauschgeschäften geprägt. Als mein Sohn krank wurde, tat ich zwar beharrlich meine Pflichten, aber dahinter steckte meine persönliche Absicht – Gnade von Gott zu fordern, damit Gott die Krankheit meines Sohnes beseitigte. Das war eigentlich ein Tauschgeschäft, kein Zeugnis. Wäre mein Kind nicht krank gewesen, wären meine niederträchtigen Motive, mit Gott verhandeln zu wollen, nicht enthüllt worden. Ich sah Gottes Weisheit am Werk und erkannte meinen Mangel an Gewissen und Vernunft. Also fasste ich einen Entschluss: Ungeachtet der Krankheit meines Kindes würde ich mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen und meine Pflichten als geschaffenes Wesen erfüllen.

Später las ich eine weitere Passage aus Gottes Worten: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Pflicht des Menschen und der Tatsache, ob er Segnungen empfängt oder Weh begegnet. Pflicht ist, was der Mensch erfüllen sollte; es ist seine vom Himmel gesandte Berufung und er sollte sie ausführen, ohne Belohnungen zu suchen und ohne Bedingungen oder Ausreden. Nur das kann als die Ausführung der eigenen Pflicht bezeichnet werden. Segnungen zu empfangen bezieht sich auf die Segnungen, die ein Mensch genießt, wenn er nach dem Erlebnis des Gerichts vervollkommnet wird. Weh begegnen bezieht sich auf die Strafe, die ein Mensch erhält, wenn sich seine Disposition nach dem Durchlaufen der Züchtigung und des Gerichts nicht ändert – das heißt, wenn er nicht vervollkommnet wird. Jedoch unabhängig davon, ob sie Segnungen empfangen oder Weh begegnen, sollten geschaffene Wesen ihre Pflicht erfüllen, tun, was sie tun sollten, und tun, was sie tun können; dies ist das Mindeste, das eine Person – eine Person, die nach Gott strebt – tun sollte. Du solltest deine Pflicht nicht ausführen, um Segnungen zu empfangen, und du solltest dich nicht weigern, deine Pflicht auszuführen, aus Angst, Weh zu begegnen. Lasst Mich euch das Eine sagen: Die Pflichtausführung des Menschen ist, was er tun sollte. Und wenn er seine Pflicht nicht ausführt, dann ist das seine Aufsässigkeit(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Der Unterschied zwischen dem Amt des fleischgewordenen Gottes und der Pflicht des Menschen). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass die Erfüllung der eigenen Pflicht eine gottgegebene Berufung ist. Sie hat nichts mit Segen oder Unheil zu tun; es ist das, was wir tun sollten. In der Vergangenheit lebte ich mit Auffassungen und Vorstellungen und glaubte, wenn ich bei meinen Pflichten auch bei Unglück ohne zu hadern ausharren könnte, dann verdiente ich Gottes Segen, und Gott sollte meine Familie beschützen. Jetzt verstand ich, dass dies eine falsche Sichtweise war. Ganz gleich, ob sich die Krankheit meines Kindes besserte oder wie sein Zustand enden würde, ich sollte nicht versuchen, mit Gott zu verhandeln. Von da an war ich bereit, mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen und meine Pflichten und Verantwortlichkeiten zu erfüllen. Drei Tage später erhielt ich einen Brief von der oberen Leitung, in dem stand, dass es dringende Arbeit für mich zu tun gäbe. Obwohl ich mein Kind nur ungern verließ, verstand ich, dass ich nicht auf Basis meiner Zuneigung leben sollte. Ich hatte meine Pflicht zu tun, und die Krankheit meines Kindes lag in Gottes Händen. Ich war bereit, mein Kind Gott anzuvertrauen und mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Danach ging ich fort, um meine Pflicht zu tun.

Drei Monate später kehrte ich nach Hause zurück, um meinen Sohn zu besuchen, und erfuhr, dass mein Mann ihn zur Behandlung zu einem Dorfarzt gebracht hatte. Es ging ihm Tag für Tag allmählich besser. Ende des Jahres sagte der Arzt: „Dieses Kind hat sich sehr schnell erholt. Seine Krankheit ist geheilt.“ Als ich dies hörte, war ich so überwältigt, dass ich es kaum in Worte fassen konnte.

Nach dieser Erfahrung erlangte ich eine gewisse Erkenntnis über Gottes gerechte Disposition. Ich erkannte auch, dass das Streben, die Wahrheit zu erlangen und die eigenen Pflichten als geschaffenes Wesen zu erfüllen, die wichtigsten Teile des Glaubens an Gott sind. Wir sollten Gott nicht um körperliche Vorteile, Familienfrieden, Freiheit von Krankheit und Katastrophen oder günstige Ergebnisse und Bestimmungsorte bitten. Das sind unvernünftige Forderungen. Wenn wir uns in unserem Glauben auf Auffassungen und Vorstellungen verlassen, können wir niemals in die Wahrheitsrealität eintreten. Nur indem wir das Gericht und die Züchtigung sowie Prüfungen und Läuterung durch Gottes Worte erfahren, können wir die Wahrheit erlangen und Verdorbenheit ablegen. Ich hatte zwar durch die Krankheit meines Sohnes Schmerz und Läuterung ertragen, doch dies enthüllte meine langjährigen verdorbenen Unreinheiten und die abwegigen und absurden Sichtweisen, die ich über den Glauben an Gott hatte. Diese Erfahrung half mir, mich selbst zu erkennen, die Wahrheit zu suchen und zu erkennen, welche Art von Zeugnis Gott gutheißt. Sie ermöglichte mir, meine falschen Sichtweisen umgehend zu korrigieren und den richtigen Pfad zu beschreiten. Das ist Gottes Güte mir gegenüber!

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