84. Ich muss nicht länger die schöne Fassade wahren

Von Yao Yongxin, China

Noch bevor ich geboren wurde, starb mein Vater an einer Krankheit, und meine Mutter musste uns fünf Kinder allein durchbringen und hatte es sehr schwer. Niemand im Dorf respektierte uns. Soweit ich mich zurückerinnern kann, lehrte uns meine Mutter ständig: „Ein Mensch muss Würde haben. Obwohl wir arm sind, dürfen wir unsere Willenskraft nicht verlieren.“ „‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.‘ Man muss sich im Leben einen guten Namen machen. Wenn man keinen guten Ruf hat, was hat das Leben dann noch für einen Sinn? Wo auch immer du hingehst, musst du bei den Leuten einen guten Eindruck hinterlassen. Was auch immer du tust, lass nicht zu, dass die Leute schlecht über dich reden. Sorg stattdessen dafür, dass die Leute sich an deine Güte erinnern.“ Durch die langjährigen und eindringlichen Belehrungen meiner Mutter verwurzelte sich das Sprichwort „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“ tief in meinem Herzen. Es wurde zur Richtschnur für mein Verhalten und Auftreten, und ich achtete bei allem, was ich tat, sehr auf mein Ansehen in den Augen anderer. Ich erinnere mich, wie ich als Teenager zufällig mithörte, wie meine Schwägerin sich darüber beschwerte, dass meine Mutter und meine ältere Schwester ihr nicht bei der Kinderbetreuung halfen. Ich dachte, ich könne nicht zulassen, dass sie hinter meinem Rücken schlecht über mich redete, also passte ich proaktiv auf ihre Kinder auf, wusch ihre Wäsche und gab ihnen zu essen. Später lobte mich meine Schwägerin oft vor anderen und sagte, ich sei die Beste in der Familie. Auch die Dorfbewohner machten mir Komplimente. Das alles zu hören, machte mich sehr glücklich. Nach meiner Hochzeit war meine Schwiegermutter bettlägerig, und nachdem ich sie eine Zeit lang gepflegt hatte, konnte mein Körper einfach nicht mehr. Als ich meine Mutter besuchte, beklagte ich mich bei ihr. Sie riet mir: „Du musst gut zu deiner Schwiegermutter sein, damit du keinen schlechten Ruf bekommst.“ Ich dachte über die Worte meiner Mutter nach und stimmte ihr zu. Im Leben geht es doch darum, einen guten Namen zu hinterlassen und einen schlechten Ruf zu vermeiden. Eigentlich sollten sich meine beiden Schwägerinnen und ich bei der Pflege der Schwiegermutter abwechseln. Aber um mir im Dorf einen guten Ruf zu verschaffen, nahm ich es auf mich, sie zehn Jahre lang allein zu pflegen, bis sie verstarb. Und so erhielt ich das Lob der Dorfbewohner und den guten Ruf, den ich mir gewünscht hatte.

Nachdem ich meinen Glauben an Gott angenommen hatte, hielt ich mich weiterhin an die Lehren meiner Mutter. Ich legte großen Wert darauf, was die Brüder und Schwestern in der Kirche von mir dachten, aus Angst, dass ich mit irgendeinem Fehler einen schlechten Eindruck bei ihnen hinterlassen könnte. Damals strebte ich eifrig in meinem Glauben, las fleißig Gottes Wort und nahm während der Versammlungen aktiv am gemeinschaftlichen Austausch teil. Bald schon trat ich meine Pflicht als Kirchenleiterin an. Um mein gutes Ansehen in den Herzen der Brüder und Schwestern zu wahren, konzentrierte ich mich noch mehr auf das Essen und Trinken von Gottes Wort, damit sie sehen würden, dass ich über die Wahrheit Gemeinschaft halten konnte und eine kompetente Leiterin war. Ich bemühte mich auch sehr, gute Beziehungen zu meinen Kollegen zu pflegen. Wann immer sie mich um Hilfe baten, tat ich mein Bestes, um ihnen zu helfen. Manchmal versäumten sie aus persönlichen Gründen die Gruppentreffen oder sie brachten ungelöste Probleme zu mir und baten mich, durch gemeinschaftlichen Austausch eine Lösung zu finden, anstatt sie selbst zu lösen. Auch diese Aufgaben übernahm ich. Aufgrund der gestiegenen Arbeitsbelastung verließ ich das Haus jeden Tag früh und kam immer erst spät zurück. Eigentlich wollte ich gar nicht jeden Tag so viel zu tun haben. Außerdem hinderte mich mein Mann daran, meine Pflichten zu tun, und schimpfte häufig mit mir, wenn ich nach Hause kam. Obwohl ich mich verbittert und erschöpft fühlte, versprach ich meinen Kollegen stets zu helfen, egal wie schwierig es war, nur um ihre gute Meinung von mir aufrechtzuerhalten. Wann immer die Brüder und Schwestern Kummer in ihrem Leben oder Schwierigkeiten bei ihren Pflichten hatten, kamen sie zu mir, und ich tröstete sie und suchte einige von Gottes Worten heraus, um mit ihnen Gemeinschaft zu halten. In der Kirche verdiente ich mir das einhellige Lob der Brüder und Schwestern.

Einmal, als ich mit Schwester Zheng Lu über meinen Zustand sprach, erwähnte sie, dass mehrere Brüder und Schwestern gesagt hatten, ich sei arrogant und hätte einen harten Tonfall. Ich war fassungslos und versuchte zu erraten, wer so etwas über mich dachte. Ich dachte über jede einzelne Interaktion mit den Brüdern und Schwestern nach. Ich erinnerte mich, dass ich vor Kurzem bei der Bearbeitung eines Berichts basierend auf meinen eigenen Auffassungen und Vorstellungen ein vorschnelles Urteil gefällt hatte, ohne die Einzelheiten zu prüfen. Ich hatte andere dann gezwungen, dem zuzustimmen. Ich war tatsächlich arrogant und eingebildet gewesen. Doch zu erkennen, dass die Brüder und Schwestern so über mich dachten, war für mich etwas schwer zu akzeptieren, und ich fühlte mich sehr niedergeschlagen. Ich dachte: „Ich hatte immer geglaubt, ein recht gutes Ansehen in den Herzen der Brüder und Schwestern zu haben. Aber jetzt stellt sich heraus, dass es ganz schrecklich ist. Das ist wirklich beschämend! Wie kann ich ihnen in Zukunft noch unter die Augen treten?“ Meine Stimmung sank augenblicklich auf den Tiefpunkt und ich war sehr frustriert. Meine Gedanken kreisten nur noch um ihre negative Meinung über mich. In dieser Nacht wälzte ich mich im Bett hin und her, konnte nicht schlafen und weinte heimlich. Ich erwog sogar, meine Pflicht aufzugeben. Ich fühlte mich, als hätte man mir die Luft rausgelassen. Um mein Ansehen in den Herzen der Brüder und Schwestern wiederherzustellen, achtete ich bei den Versammlungen, als ich wieder teilnahm, besonders auf meinen Tonfall und meinen Gesichtsausdruck. Wenn ich mit ihnen sprach, versuchte ich, in einem sanften und leisen Ton zu sprechen. Wenn ich Probleme bei ihren Pflichten bemerkte, vermied ich es, direkt darauf hinzuweisen oder sie offen aufzudecken. Stattdessen redete ich ihnen gut zu, damit sie die Dinge erledigten, in der Hoffnung, sie würden mich als nahbar und nicht als arrogant und eingebildet empfinden. Einmal kam eine Gruppenleiterin aufgrund von Familienangelegenheiten sehr spät zu einer Versammlung zur Arbeitsumsetzung, was die Versammlung verzögerte. Einige Brüder und Schwestern hatten berichtet, dass sie keine Last für ihre Pflicht trug und oft zu spät zu Versammlungen kam. Ich wollte sie darauf hinweisen und sie zurechtstutzen, doch dann dachte ich: „Wenn ich sie zurechtstutze, wird sie dann nicht schlecht über mich bei den Brüdern und Schwestern reden und sagen, wie streng ich bin und wie ich sie zurechtstutze? Würde das nicht bei noch mehr Brüdern und Schwestern einen schlechten Eindruck von mir hinterlassen?“ Um meinen Stolz und meinen Status zu wahren, zügelte ich mich und sagte mit Sanftmut zu der Gruppenleiterin: „Sei bitte das nächste Mal pünktlich, sonst verzögert das die Arbeit.“ Nachdem ich das gesagt hatte, wurde mir bewusst, dass es das Kirchenleben beeinträchtigen könnte, wenn ich ihre Probleme auf diese Weise weiterhin nicht ansprach. Aber aus Angst, sie könnte einen schlechten Eindruck von mir bekommen, wies ich sie nicht darauf hin. Nach dem Ende der Versammlung war ich sehr erschöpft, weil ich mich so verstellen musste. Die Gruppenleiterin änderte sich danach nicht; sie ließ bei ihrer Pflicht weiterhin die Zügel schleifen und zeigte keinerlei Gefühl der Bürde. Ich fühlte mich auch innerlich bedrückt und gequält und hatte sogar das Gefühl, diese Pflicht nicht mehr fortsetzen zu können, weil sie einfach zu anstrengend war.

Eines Tages las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Die Familie trichtert den Menschen nicht nur ein oder zwei Sprüche ein, sondern eine ganze Reihe von bekannten Zitaten und Aphorismen. Erwähnen deine Familienältesten und Eltern zum Beispiel oft den Spruch ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘? (Ja.) Sie sagen dir: ‚Die Menschen müssen für ihren Ruf leben. Menschen sollten in ihrem Leben nach nichts anderem suchen, als sich im Kopf anderer einen guten Ruf zu verschaffen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Mit wem auch immer du sprichst, sprich angenehme Worte zu ihm, sprich nur schmeichelhafte und freundliche Worte und beleidige ihn nicht. Tue stattdessen mehr Gutes und Freundliches.‘ Diese besondere Prägung durch die Familie hat einen gewissen Einfluss auf das Verhalten oder die Verhaltensgrundsätze der Menschen, mit der unvermeidlichen Folge, dass sie Ruhm und Gewinn große Bedeutung beimessen. Das heißt, sie legen großen Wert auf ihren eigenen Ruf, ihr Ansehen, den Eindruck, den sie in den Köpfen der Menschen hinterlassen, und die Beurteilung der anderen von allem, was sie tun und jede Meinung, die sie äußern. Die Menschen messen Ruhm und Gewinn große Bedeutung bei, sodass die Worte jener bekannten Sprüche und Grundsätze des Umgangs mit Dingen in der traditionellen Kultur eine dominante Position in ihrem Herzen einnehmen und sie sogar vollständig einnehmen. Unmerklich sehen sie es schließlich als unwichtig an, ob sie ihre Pflicht in Übereinstimmung mit der Wahrheit und den Grundsätzen ausführen, und sie geben solche Überlegungen sogar gänzlich auf. In ihren Herzen werden jene satanischen Philosophien und bekannten Sprüche der traditionellen Kultur, wie zum Beispiel ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘ besonders wichtig. Diese satanischen Sprüche besetzen dein Herz und bewirken, dass du dir besonders Sorgen um die Beurteilungen anderer Menschen über dich machst, und insbesondere darum, wie dich diejenigen beurteilen, die dir am wichtigsten sind. Dies ist etwas, das du jeden Augenblick, jeden Tag wissen willst, und du lässt kein einziges Detail los. Vor allem achten manche Menschen besonders darauf, was andere hinter ihrem Rücken tatsächlich über sie sagen, was so weit geht, dass sie an den Wänden lauschen, bei halb geöffneter Türe mithören und sogar einen heimlichen Blick auf das werfen, was andere über sie schreiben. Sobald jemand ihren Namen erwähnt, denken sie: ‚Ich muss schnell mithören, was sie über mich sagen und ob sie eine gute Meinung von mir haben. Oh je, sie haben gesagt, dass ich faul bin und gerne gutes Essen esse. Dann muss ich mich ändern, ich darf in Zukunft nicht mehr faul sein, ich muss fleißig sein.‘ Nachdem sie eine Weile fleißig waren, denken sie bei sich: ‚Ich habe mir angehört, ob alle sagen, dass ich faul bin, und anscheinend hat das in letzter Zeit niemand gesagt.‘ Aber trotzdem sind sie beunruhigt, also lassen sie es beiläufig in ihre Gespräche mit den Menschen um sie herum einfließen und sagen: ‚Ich bin ein bisschen faul.‘ Und sie antworten: ‚Du bist nicht faul, du bist jetzt viel fleißiger als früher.‘ Daraufhin sind sie sofort beruhigt, überglücklich und getröstet. ‚Sieh mal einer an, die Meinung aller über mich hat sich geändert. Es hat wohl jeder gemerkt, dass mein Verhalten sich gebessert hat.‘ Die Absicht hinter allen deinen Handlungen besteht weder darin, die Wahrheit zu praktizieren noch darin, Gott zufriedenzustellen, sondern darin, deinen eigenen Ruf zu schützen. Wozu ist auf diese Weise alles, was du tust, tatsächlich geworden? Tatsächlich ist alles zu einer religiösen Handlung geworden. Was ist aus deinem Wesen geworden? Du bist zum Archetyp eines Pharisäers geworden. Was ist aus deinem Weg geworden? Er ist zum Weg der Antichristen geworden. So charakterisiert Gott das. Das Wesen aller deiner Handlungen ist also befleckt geworden, es ist nicht mehr dasselbe; du praktizierst nicht die Wahrheit und du strebst nicht nach ihr, stattdessen strebst du nach Ruhm und Gewinn. Schlussendlich ist Gottes Ansicht nach die Art und Weise, wie du deine Pflicht ausführst, – kurz gesagt – nicht maßstabsgerecht. Warum ist das so? Weil du dich nur deinem eigenen Ruf hingibst, nicht dem, was Gott dir anvertraut hat, oder deiner Pflicht als geschaffenem Wesen. Was empfindest du in deinem Herzen, wenn Gott eine solche Definition vorbringt? Dass dein Glaube an Gott all diese Jahre vergebens war? Bedeutet das also, dass du gar nicht nach der Wahrheit gestrebt hast?(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (12)). Aus Gottes Wort verstand ich, dass Menschen, die von dem Sprichwort „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“ beeinflusst sind, besonderen Wert darauf legen, wie andere sie beurteilen. Sie konzentrieren sich auf ihren eigenen Status und ihr Ansehen in den Herzen anderer und bemühen sich stets, durch ihre Worte und Taten einen guten Eindruck zu hinterlassen und einen guten Ruf zu erlangen. Ich konnte nicht umhin, über mein beständiges Streben nach einem guten Ansehen in den Herzen anderer nachzudenken, und erkannte, dass es von genau dieser Denkweise und diesem Standpunkt beeinflusst war. Als ich jung war, hörte ich zufällig mit, wie meine Schwägerin schlecht über meine Mutter und meine ältere Schwester sprach. Um zu verhindern, dass meine Schwägerin schlecht über mich redete, ergriff ich die Initiative, die Kleidung ihrer Kinder zu waschen und sie zu füttern. Nachdem ich geheiratet hatte, kümmerte ich mich freiwillig zehn Jahre lang um meine bettlägerige Schwiegermutter, um mir unter den Leuten einen guten Ruf zu verschaffen. Obwohl ich erschöpft war und es mir widerstrebte, ertrug ich diese Leiden, egal wie schwierig es war. Nachdem ich meinen Glauben an Gott angenommen hatte, strebte ich eifrig weiter nach meinem Glauben und tat aktiv meine Pflicht, um bei den Brüdern und Schwestern einen guten Eindruck zu hinterlassen. Wenn meine Kollegen ihre Pflicht wegen persönlicher Dinge aufschoben, wies ich nicht darauf hin, sondern half ihnen stattdessen, sie zu erledigen. Das Lob anderer zu hören, machte mich überglücklich und motivierte mich, meine Pflicht zu tun, bereit, jedes Leid zu ertragen. Als ich dann aber negative Beurteilungen von den Brüdern und Schwestern hörte, war ich so niedergeschlagen, dass ich sogar meine Pflicht aufgeben wollte. Ich konzentrierte mich nur noch darauf, mein Ansehen in ihren Herzen wiederherzustellen. Wenn ich die Brüder und Schwestern traf, sprach ich vorsichtig mit ihnen, versuchte, meinen Tonfall so sanft wie möglich zu halten und begrüßte sie mit einem Lächeln, damit sie mich als nahbar ansahen. Als ich sah, dass die Gruppenleiterin oft zu spät zu den Versammlungen kam und unverantwortlich war, hätte ich ihre Probleme ansprechen und sie aufdecken sollen. Doch ich fürchtete, dass es bei den anderen einen schlechten Eindruck von mir hinterlassen würde, wenn ich sie zurechtstutzte. Also drückte ich ein Auge zu, spielte die Sache herunter und sprach sie auf milde und sanfte Weise an, damit alle einen guten Eindruck von mir bekamen. Ich sah, dass die Brüder und Schwestern ihre Pflicht nachlässig erfüllten und die Arbeit verzögerten. Als Kirchenleiterin hätte ich mit ihnen Gemeinschaft halten, auf ihre Probleme hinweisen und sie zurechtstutzen sollen, damit sie ihre Probleme erkennen und umgehend beheben konnten. Um jedoch bei allen einen guten Eindruck zu hinterlassen und einen guten Ruf zu wahren, hatte ich nicht gezögert, gegen Gottes Anforderungen zu verstoßen, um ihnen nachzugeben und sie gewähren zu lassen. Ich hatte die Arbeit der Kirche überhaupt nicht berücksichtigt. Wie konnte ich mit einer solchen Pflichtausführung Gottes Absichten entsprechen? Als ich über mein Handeln nachdachte, wurde mir klar, dass es wirklich abscheulich war!

Ich las weiter in Gottes Worten und erlangte ein tieferes Verständnis meines Verhaltens. Der Allmächtige Gott sagt: „Du hast nicht nach der Wahrheit gestrebt, stattdessen hast du besonders auf deinen eigenen Ruf geachtet, und an der Wurzel davon liegen die Prägungen, die von deiner Familie herrühren. Welcher Spruch, der dir eingetrichtert wurde, herrscht am meisten vor? Der Spruch, ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, hat tiefe Wurzeln in deinem Herzen geschlagen und ist zu deinem Motto geworden. Von klein auf hat dich dieser Spruch beeinflusst und geprägt, und selbst nachdem du erwachsen geworden bist, wiederholst du diesen Spruch häufig, um die nächste Generation deiner Familie und die Menschen um dich herum zu beeinflussen. Noch schwerwiegender ist natürlich, dass du es als deine Methode und deinen Grundsatz für dein Verhalten und deinen Umgang mit den Dingen übernommen hast, und sogar als das Ziel und die Richtung, die du im Leben verfolgst. Dein Ziel und deine Richtung sind falsch, und somit ist das Endergebnis mit Sicherheit negativ. Denn im Wesentlichen gelten alle deine Handlungen einzig deinem Ruf und einzig dem Zweck, den Spruch, ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, in die Praxis umzusetzen. Du strebst nicht nach der Wahrheit, und doch ist dir das selbst nicht klar. Du denkst, dass es an diesem Spruch nichts auszusetzen gibt, denn sollten die Menschen nicht um ihres Rufes willen leben? Wie es in dem gängigen Spruch doch so schön heißt: ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.‘ Dieser Spruch scheint sehr positiv und legitim zu sein, daher akzeptierst du unbewusst die Prägung durch ihn und hältst ihn für etwas Positives. Wenn du diesen Spruch einmal für etwas Positives hältst, strebst du danach und praktizierst ihn, ohne dass dir das bewusst ist. Unwissentlich und verworren verkennst du ihn gleichzeitig als Wahrheitskriterium. Wenn du ihn als Wahrheitskriterium betrachtest, hörst du nicht mehr auf das, was Gott sagt, noch kannst du es verstehen. Du setzt dieses Motto, ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, blindlings in die Praxis um und handelst danach, und was du ihm letztendlich abgewinnst, ist ein guter Ruf. Du hast erlangt, was du erlangen wolltest, aber dabei hast du gegen die Wahrheit verstoßen und sie aufgegeben und die Chance auf Errettung verpasst. Angesichts dieses Endergebnisses solltest du die Idee ‚Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt‘, die deine Familie dir eingetrichtert hat, loslassen und aufgeben. Sie ist weder etwas, woran du festhalten solltest, noch sind es ein Spruch oder eine Idee, in die du dein Leben lang Mühe und Zeit investieren solltest, um sie in die Praxis umzusetzen. Diese Idee und diese Ansicht, die dir eingeimpft und eingetrichtert wurden, sind falsch, also solltest du sie loslassen. Der Grund, warum du sie loslassen solltest, ist nicht nur, dass sie nicht die Wahrheit sind, sondern sie werden dich auch in die Irre führen und am Ende deine Zerstörung verursachen, also sind die Konsequenzen sehr ernst. Für dich ist es nicht nur ein einfacher Spruch, sondern ein Krebs – ein Mittel und eine Methode, die die Menschen verderben. Denn in Gottes Worten hat Gott unter all Seinen Anforderungen an die Menschen niemals verlangt, dass sie nach einem guten Ruf streben oder sich um Ansehen bemühen oder einen guten Eindruck auf die Menschen machen oder die Zustimmung der Menschen gewinnen oder von den Menschen anerkannt werden, noch hat Er jemals verlangt, dass die Menschen für Ruhm leben oder dafür, einen guten Ruf zu hinterlassen. Gott will nur, dass die Menschen ihre Pflicht gut ausführen und sich Ihm und der Wahrheit unterwerfen. Daher ist dieser Spruch, was dich betrifft, eine Art von Prägung durch deine Familie, die du loslassen solltest(Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (12)). Als ich über Gottes Worte nachdachte, war ich tief bewegt. Das Sprichwort: „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“ richtet bei den Menschen wirklich großen Schaden an. Ich dachte darüber nach, wie ich seit meiner Kindheit die Lehren meiner Mutter in mich aufgenommen hatte, und infolgedessen verfolgte ich das Motto: „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ Um mir unter den Leuten einen guten Ruf zu verschaffen, hatte ich mich selbst bei Dingen, die ich eindeutig nicht tun wollte oder nicht tun sollte, auf Kompromisse eingelassen und sie trotzdem getan. Nachdem ich meinen Glauben an Gott angenommen hatte, hielt ich dieses Sprichwort immer noch für eine Weisheit und räumte meinem Ansehen in den Herzen anderer stets Vorrang vor meinen Pflichten ein. Als die Schwester auf meine arrogante Disposition und meinen harten Tonfall hinwies, beabsichtigte sie, mir dabei zu helfen, über mich selbst nachzudenken und meine verdorbene Disposition durch das Praktizieren der Wahrheit abzulegen. Aber anstatt über mich nachzudenken, vertuschte ich meine Mängel und verstellte mich und führte so die Brüder und Schwestern mit meinem falschen äußeren Erscheinungsbild in die Irre. Als ich bemerkte, dass einige Brüder und Schwestern bei der Ausführung ihrer Pflicht unverantwortlich waren und die Arbeit der Kirche verzögerten, wies ich sie nicht darauf hin und half ihnen nicht, sondern redete ihnen weiterhin gut zu und tat so, als wäre ich liebevoll und geduldig, um von den Brüdern und Schwestern hoch angesehen zu werden. In Wirklichkeit waren all meine Handlungen bloß oberflächliche Zurückhaltung und Verstellung, voller Heuchelei. Ich führte die Brüder und Schwestern in die Irre und, was noch wichtiger ist, ich täuschte Gott. Das erinnerte mich an die Pharisäer, die nach außen hin fromm, bescheiden und liebevoll erschienen. Sie beteten absichtlich an den Kreuzungen und lehrten täglich die Schriften in den Tempeln, um ihre Frömmigkeit und ihre Treue zu Gott zu zeigen, damit alle sie unterstützen würden. Was sie jedoch taten, war nicht, den Worten Gottes zu folgen, sondern sich nur eine Fassade aus gutem Verhalten aufzubauen, um andere zu betrügen und irrezuführen. Ich erkannte, dass mein Verhalten dem der Pharisäer glich. Wenn ich keine Veränderung meiner Disposition anstrebte und es versäumte, in meinen Pflichten die Wahrheit zu praktizieren, würde mein Ende, egal wie gut ich mich verstellte oder wie viel Bewunderung ich von anderen erhielt, wie das der Pharisäer sein – von Gott verflucht und bestraft. Gott erwies mir Gnade, indem Er mir die Gelegenheit gab, mich als Leiterin zu schulen, was mir helfen sollte, meine Pflichten gut zu tun und die Arbeit der Kirche aufrechtzuerhalten. Wenn ich die Probleme bei den Pflichten der Brüder und Schwestern sah, sollte ich darauf hinweisen und mit ihnen Gemeinschaft halten, um diese Probleme zu lösen. Das ist meine Verantwortung und Gottes Anforderung an mich. Ich jedoch strebte einzig nach meinem eigenen Ruhm und Gewinn und lebte ohne jegliche Integrität und Würde. Ich wollte nicht länger von Satan zum Narren gehalten werden. Ich musste meine Pflicht gut ausführen.

Später las ich einen weiteren Abschnitt aus Gottes Worten, der mir einen Weg der Praxis aufzeigte. Der Allmächtige Gott sagt: „Gottes auserwähltes Volk sollte zumindest Gewissen und Vernunft besitzen und mit anderen gemäß den Grundsätzen und Maßstäben, die Gott von den Menschen verlangt, interagieren, Kontakt haben und zusammenarbeiten. Das ist die beste Herangehensweise, und so kann man Gott zufriedenstellen. Was sind also die von Gott geforderten Wahrheitsgrundsätze? Dass Menschen verständnisvoll gegenüber anderen sind, wenn diese schwach und negativ sind, dass sie deren Schmerz und Schwierigkeiten berücksichtigen und sich dann nach diesen Dingen erkundigen, Hilfe und Unterstützung anbieten und ihnen Gottes Worte vorlesen, um ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen – und es ihnen auf diese Weise zu ermöglichen, Gottes Absichten zu verstehen und nicht mehr schwach zu sein, und sie vor Gott zu bringen. Steht diese Art der Praxis nicht mit den Grundsätzen im Einklang? Diese Art der Praxis steht im Einklang mit den Wahrheitsgrundsätzen, und Beziehungen dieser Art stehen natürlich erst recht mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn Menschen absichtlich Störungen und Unterbrechungen verursachen oder absichtlich ihre Pflicht oberflächlich ausführen und du das siehst und in der Lage bist, sie gemäß den Grundsätzen darauf hinzuweisen, sie zurechtzuweisen und ihnen zu helfen, dann steht das mit den Wahrheitsgrundsätzen im Einklang. Wenn du ein Auge zudrückst, ihr Verhalten duldest, sie deckst und sogar so weit gehst, nette Dinge zu sagen, um sie zu loben und Beifall zu spenden, dann stehen diese Arten der Interaktion mit Menschen, die Auseinandersetzung mit Angelegenheiten und der Umgang mit Problemen eindeutig im Widerspruch zu den Wahrheitsgrundsätzen und haben keine Grundlage in den Worten Gottes. Mit Menschen und Angelegenheiten auf diese Weise umzugehen, ist eindeutig unangemessen, und wenn diese Herangehensweisen nicht anhand der Worte Gottes im Detail analysiert und unterschieden werden, ist es wirklich nicht leicht, das zu erkennen(Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (14)). Aus Gottes Worten verstand ich, dass Gott von uns verlangt, im Umgang miteinander die Wahrheitsgrundsätze zu befolgen. Wenn wir sehen, dass die Brüder und Schwestern negativ eingestellt, schwach sind oder Mängel haben, sollten wir mit Liebe Gemeinschaft halten, um ihnen zu helfen, damit sie Gottes Absichten verstehen, über ihre Probleme nachdenken, sie erkennen und im Lebenseintritt Fortschritte machen können. Wenn jemand eine problematische Einstellung zu seinen Pflichten hat und dadurch Störungen, Unterbrechungen oder Verzögerungen bei der Arbeit verursacht, müssen wir ihn gemäß den Grundsätzen aufdecken und zurechtstutzen. Wir dürfen nicht um unseres eigenen Stolzes und Status willen ein Auge zudrücken. So wie bei der Gruppenleiterin, die häufig zu spät zu den Versammlungen kam und das Kirchenleben beeinträchtigte: ich hätte sie zurechtstutzen, aufdecken und ihr Verhalten sezieren sollen. Und wenn die Brüder und Schwestern auf meine Probleme hinwiesen, sollte ich sie annehmen, ernsthaft über meine arrogante Disposition nachdenken und die Wahrheit praktizieren, um meine Verdorbenheit abzulegen, anstatt mich zu verstellen, um mein gutes Ansehen in ihren Herzen zu wahren. Nachdem ich diese Grundsätze der Praxis verstanden hatte, fühlte ich mich entspannt und erleichtert.

Als ich später in eine andere Kirche ging, um die Evangeliumsarbeit nachzuverfolgen, erfuhr ich, dass die Evangeliumsdiakonin unverantwortlich war und keine Last für ihre Pflicht trug. Sie sträubte sich sogar, als die Kirchenleiter ihre Arbeit beaufsichtigten und nachverfolgten. Angesichts dieser Situation hätte ich sie darauf hinweisen, ihr helfen, sie aufdecken und zurechtstutzen sollen. Doch ich dachte, ich sei ja zum ersten Mal bei dieser Versammlung dabei. Was würden alle von mir denken, wenn ich ihre Probleme gleich bei meiner Ankunft aufdeckte? Wie könnte ich in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten, wenn sie beim ersten Treffen keinen guten Eindruck von mir hätten? Als ich diese Gedanken hatte, erkannte ich, dass ich mir schon wieder Sorgen um meinen Ruf und meinen Status machte. Ich erinnerte mich an Gottes Worte: „Du solltest zuerst an die Interessen von Gottes Haus denken, Rücksicht auf Gottes Absichten nehmen und die Arbeit der Kirche mit in Betracht ziehen. Setze diese Dinge an allererste Stelle; erst danach kannst du darüber nachdenken, wie solide dein Status ist oder wie andere dich betrachten(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Freiheit und Befreiung können nur erlangt werden, indem man seine verdorbenen Dispositionen ablegt). Ich dachte über Gottes Worte nach und verstand, dass ich unter allen Umständen den Interessen der Kirche Vorrang geben musste. Die Evangeliumsdiakonin war bei ihrer Pflicht unverantwortlich und verlangsamte den Fortschritt der Evangeliumsarbeit. Mehr noch, sie weigerte sich, eine Beaufsichtigung zu akzeptieren. Wenn ich ihre Probleme nicht ansprach, würde das die Evangeliumsarbeit verzögern und ihrem eigenen Lebenseintritt keinen Nutzen bringen. Ich durfte nicht länger mein Ansehen und meinen Status in den Herzen anderer wahren. Unabhängig davon, wie die Schwester über mich denken mochte, musste ich die Wahrheit praktizieren und die Interessen der Kirche wahren. Daraufhin wies ich auf die Probleme der Schwester bei ihrer Pflicht hin und hielt Gemeinschaft über die Bedeutung der Beaufsichtigung und Nachverfolgung der Arbeit durch Leiter und Mitarbeiter, die Verantwortlichkeiten einer Evangeliumsdiakonin und wie man seine Pflichten verantwortungsbewusst erfüllt. Nach meinem gemeinschaftlichen Austausch erkannte die Schwester, dass sie ihre Pflicht nachlässig ausgeführt hatte. Sie öffnete sich bezüglich ihres Zustands und drückte ihre Bereitschaft zur Umkehr aus. Später wurde sie in ihrer Pflicht proaktiver, und die Evangeliumsarbeit begann, Fortschritte zu machen.

Durch diese Erfahrungen erkannte ich, dass es entscheidend ist, die Wahrheit zu praktizieren und seine Pflicht gemäß den Grundsätzen zu erfüllen. Wenn ich bei der Ausführung meiner Pflicht immer meine persönlichen Interessen schütze und meinen Stolz und Status wahre, schade ich nicht nur der Arbeit der Kirche, sondern auch den Brüdern und Schwestern und mir selbst. Es sind Gottes Worte, die mir zu dieser Erkenntnis und Wandlung verholfen haben. Dank sei Gott!

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