9. Meine Bedenken bei der Entlassung falscher Leiter
Im September 2020 tat ich in der Kirche meine Pflicht als Predigerin und war für die Arbeit von vier Kirchen zuständig. Li Ying, die Leiterin einer dieser Kirchen, hatte gutes Kaliber und war bei ihrer Pflicht sehr eifrig, weshalb ich einen großartigen Eindruck von ihr hatte. Doch nach einer Weile bemerkte ich, dass es in dieser Kirche einige eindeutige Ungläubige und böse Menschen gab, die immer noch nicht entfernt worden waren und die das Kirchenleben störten. Also hielt ich mit Li Ying Gemeinschaft und deckte ihren Zustand auf und erklärte ihr das Wesen und die Konsequenzen, wenn man die Bereinigungsarbeit unterlässt. Li Ying stimmte zu, diese Ungläubigen und bösen Menschen so schnell wie möglich aus der Kirche entfernen. Doch als ich zwei Monate später ihre Arbeit erneut überprüfte, stellte ich fest, dass Li Ying es immer noch nicht getan hatte. Sie stellte sich sogar auf die Seite der Ungläubigen sowie der bösen Menschen und rechtfertigte ihre Fälle. Das Ergebnis war, dass die Leute, die entfernt hätten werden sollen, immer noch da waren und es ihnen gestattet war, weiterhin für Unterbrechungen und Störungen in der Kirche zu sorgen. Zudem gab es Probleme bei den Pflichten der Brüder und Schwestern, doch Li Ying hielt nie über die Wahrheit Gemeinschaft, um diese Probleme zu beseitigen, und stutzte diese Leute auch nicht zurecht. Stattdessen nahm sie Rücksicht auf ihr Fleisch, war nachgiebig und nachsichtig. Das führte dazu, dass die Brüder und Schwestern ihre Pflichten nicht mehr verantwortungsvoll ausführten, wodurch die Kirchenarbeit beeinträchtigt wurde. Ihrem durchgängigen Verhalten nach zu urteilen, war Li Ying eine falsche Leiterin, die keine echte Arbeit leistete und den Grundsätzen nach sofort entlassen werden sollte. Aber ich dachte mir: „Sie ist die einzige Leiterin in dieser Kirche. Wenn ich sie jetzt entlasse, werde ich mir Sorgen über die verschiedenen Arbeitsaufgaben dieser Kirche machen müssen. Und einige Aufgaben erfordern es, dass ich sie persönlich umsetze. Woher soll ich die Zeit und die Kraft dafür nehmen? Außerdem muss ich auch die Arbeit in mehreren anderen Kirchen im Auge behalten. Ich werde so viel Arbeit haben. Ich bin schon über sechzig und mein Gesundheitszustand ist nicht allzu gut. Wenn ich mich überarbeite, macht mein Körper das vielleicht nicht mit! Wenn ich Li Ying dabei behalte, kann sie sich zumindest um die allgemeinen Angelegenheiten kümmern und ich werde mich etwas entspannen können.“ Mit diesem Gedanken im Hinterkopf entließ ich sie nicht. Im Dezember fing dann Li Yings nichtgläubiger Ehemann an, sie zu überwachen und zu verfolgen. Sie wusste genau, dass er eine geringe Menschlichkeit hatte, aber sie kam trotzdem immer wieder zu den Versammlungsorten, ohne jegliche Rücksicht auf die Sicherheit der anderen zu nehmen. Dadurch brachte sie etliche Versammlungsgruppen in Gefahr. Da wurde mir endlich bewusst, wie schwerwiegend Li Yings Problem war, und ich beendete ihre Arbeit sofort. Danach bekam ich Angst. Mir wurde klar, dass dies eine Folge davon war, dass ich Li Ying nicht schnell genug entlassen hatte. Dafür trug auch ich die Verantwortung!
Bei meiner geistlichen Andacht las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten. Gott sagt: „Wie du Gottes Aufträge behandeln solltest, ist äußerst wichtig. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Wenn du nicht erfüllen kannst, was Gott dir anvertraut hat, dann eignest du dich nicht dazu, in Seiner Gegenwart zu leben, und solltest deine Strafe akzeptieren. Es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass die Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Aufträge erfüllen. Das ist die oberste Verantwortung der Menschen, und sie ist genauso wichtig wie ihr eigenes Leben. Wenn du Gottes Aufträge auf die leichte Schulter nimmst, dann ist das ein schwerster Verrat an Gott. Hierin bist du erbärmlicher als Judas und solltest verflucht werden. Die Menschen müssen ein gründliches Verständnis dafür erlangen, wie man mit Gottes Aufträgen umgehen sollte, und sie müssen zumindest Folgendes verstehen: Dass Gott dem Menschen Aufträge anvertraut, ist Seine Erhöhung des Menschen und Seine Gnadenerweisung an den Menschen; das ist das Herrlichste, was es gibt, und alles andere kann aufgegeben werden – selbst das eigene Leben – aber Gottes Aufträge müssen erfüllt werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Aus Gottes Worten verstand ich, dass die Pflicht dem Menschen von Gott anvertraut wird und dass sie wichtiger als alles andere ist. Sie leichtfertig zu behandeln und unverantwortlich zu sein, bedeutet, Gott zu verraten. So zu handeln ist im Grunde vergleichbar mit Judas, und man wird dafür verflucht werden. Dass ich in der Kirche als Predigerin praktizieren durfte, war Gottes Gunst. Wenn ich Leiter in der Kirche entdeckte, die keine echte Arbeit leisteten, sollte ich sie nach Bedarf entlassen oder versetzen. Das war meine Pflicht und meine Verantwortung. Als Kirchenleiterin erkannte Li Ying Probleme, hielt aber nicht über die Wahrheit Gemeinschaft, um sie zu lösen, und behinderte sogar die Bereinigungsarbeit. Sie verzögerte es, offensichtliche Ungläubige und böse Menschen zu entfernen, und trat sogar für sie ein. Das bestätigte, dass sie eine falsche Leiterin war und umgehend entlassen werden sollte. Ich aber machte mir Sorgen, dass ich, wenn ich sie entließe, eine Zeit lang keinen passenden Ersatz finden würde und ich mir über die Kirchenarbeit mehr Sorgen machen müsste. Also entließ ich sie nicht rechtzeitig, was zu Sicherheitsrisiken und Behinderungen der Kirchenarbeit führte. Mir war völlig klar, dass falsche Leiter und Antichristen Hindernisse und Stolpersteine für den Lebenseintritt der Brüder und Schwestern sind und dass man sie, sobald man einen findet, entlassen und ausmustern muss – sie dürfen auf keinen Fall toleriert werden. Aber um mir selbst ein paar Sorgen und Mühen zu ersparen, entließ ich Li Ying nicht, obwohl ich wusste, dass sie eine falsche Leiterin war. Ich erkannte, dass ich wirklich selbstsüchtig und verachtenswert war. Diese Haltung gegenüber meiner Pflicht widerte Gott wirklich an. Diese Erkenntnisse machten mir ziemlich Angst, also betete ich zu Gott und tat Buße, und entließ Li Ying umgehend. Ich deckte auch das Wesen und die Konsequenzen ihres Handelns auf und hielt darüber Gemeinschaft, woraufhin die anderen eine bessere Einsicht über sie erlangten. Danach wählte die Kirche eine andere Leiterin, und die Kirchenarbeit kam allmählich wieder in Gang.
Im Februar 2021 wurde die Predigerin, die für die Kirche in Chengxi zuständig war, entlassen, weil sie keine echte Arbeit leisten konnte, und die Leiterin übertrug mir die Verantwortung für die Arbeit dieser Kirche. Nachdem ich diese Aufgabe übernommen hatte, erzählte mir Schwester Xue Ming von Problemen mit der Kirchenleiterin und der Bewässerungsdiakonin: „Die Bewässerungsdiakonin ist bei ihrer Pflicht immer unverantwortlich und oberflächlich. Die Neulinge, für die sie zuständig ist, hat sie seit über zwanzig Tagen nicht bewässert. Einige von ihnen haben haltlosen Gerüchten Glauben geschenkt und den Glauben aufgegeben. Die Kirchenleiterin ist ständig mit ihrer normalen Arbeit beschäftigt und versammelt sich nur selten mit den anderen oder kümmert sich um die Nachverfolgung der Arbeit. Die Brüder und Schwestern haben sie ermahnt und mit ihr Gemeinschaft gehalten, aber sie will nicht hören. Außerdem ist ihr bewusst, dass die Bewässerungsdiakonin keine echte Arbeit leistet und entlassen werden sollte, aber statt sie zu entlassen, stellt sie sich sogar auf ihre Seite und verteidigt sie. Wir haben hier also eine falsche Leiterin und eine falsche Mitarbeiterin, die keine tatsächliche Arbeit leisten und dadurch die Kirchenarbeit bereits verzögert haben.“ Nachdem ich Xue Mings Bericht gehört hatte, dachte ich: „Angesichts ihres Verhaltens sollten diese beiden entlassen werden. Aber neue Leiter und Mitarbeiter zu wählen, ist keine leichte Aufgabe. Wenn ich beide entlasse und wir eine Zeit lang keinen passenden Ersatz wählen können, muss ich mich dann nicht um die Arbeit dieser Kirche kümmern? Meine Kraft ist begrenzt, also muss ich die Sache Schritt für Schritt angehen, egal wie dringend sie ist.“ Als Xue Ming sah, dass ich nicht reagierte, sagte sie besorgt: „Wenn falsche Leiter und Mitarbeiter in der Kirche nicht umgehend entlassen werden, wird das sowohl die Kirchenarbeit als auch den Lebenseintritt der Brüder und Schwestern beeinträchtigen. Fühlst Du denn keine Unruhe oder Dringlichkeit? Ist es dir nicht wichtig? Sei bloß nicht wie die Predigerin davor, die keine echte Arbeit geleistet hat!“ Als ich diese Kritik auf mich niederhageln hörte, spürte ich, wie mir das Blut ins Gesicht schoss, und dachte: „Ich bin doch gerade erst hier angekommen, es gibt noch vieles, was ich nicht verstehe. Ich kann mir nicht mehr aufhalsen, als ich schaffen kann. Ich muss diese Arbeit Schritt für Schritt erledigen. Außerdem habe ich ja nicht gesagt, dass ich mich nicht darum kümmern würde.“ Später wurde mir klar, dass mein Zustand falsch war, also betete ich schnell zu Gott: „Gott, die Situation, in der ich mich heute befand, hast Du zugelassen, aber ich suche immer wieder Ausreden für mich. Ich weiß, dass dies nicht Deiner Absicht entspricht. Bitte führe mich zur Unterwerfung, damit ich über mich nachdenken und daraus lernen kann.“ Nach dem Gebet erinnerte ich mich an einen Abschnitt aus Gottes Worten. Gott sagt: „Momentan gibt es einige, die keine Bürden für die Kirche tragen. Diese Leute sind nachlässig und schlampig, und kümmern sich nur um ihr eigenes Fleisch. Solche Menschen sind äußerst selbstsüchtig und sind außerdem blind. Du wirst keine Bürde tragen, wenn du nicht imstande bist, diese Sache klar zu erkennen. Je mehr Rücksicht du auf Gottes Absichten nimmst, desto größer ist die Bürde, die Er dir anvertrauen wird. Selbstsüchtige Menschen sind nicht bereit, solche Dinge zu durchleiden; sie sind nicht bereit, den Preis zu zahlen, und infolgedessen werden sie Gelegenheiten verpassen, von Gott vervollkommnet zu werden. Schaden sie sich nicht selbst? Wenn du jemand bist, der auf Gottes Absichten Rücksicht nimmt, wirst du eine wahre Bürde für die Kirche entfalten. Anstatt dies eine Bürde zu nennen, die du für die Kirche trägst, wäre es tatsächlich besser, es eine Bürde zu nennen, die du deines eigenen Lebens willen trägst – denn der Zweck dieser Bürde, die du für die Kirche entfaltest, ist, dass du solche Erfahrungen verwendest, um von Gott vervollkommnet zu werden. Wer auch immer die größte Bürde für die Kirche trägt, wer auch immer eine Bürde für den Lebenseintritt trägt – diese Menschen werden folglich jene sein, die von Gott vervollkommnet werden. Hast du das klar erkannt? Wenn die Kirche, bei der du bist, wie Sand zerstreut ist, du aber weder besorgt noch beunruhigt bist, und sogar wegschaust, wenn deine Brüder und Schwestern Gottes Worte nicht auf normale Weise essen und trinken, dann trägst du keine Bürden. An solchen Menschen erfreut sich Gott nicht. Gott erfreut sich an solchen Menschen, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten und Rücksicht auf Gottes Absichten nehmen“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nimm auf Gottes Absichten Rücksicht, um Vollkommenheit zu erlangen). Als ich über Gottes Worte nachdachte, erfüllte mich große Scham. Ist es nicht so, dass ich weder besorgt noch beunruhigt wegen der Arbeit der Kirche gewesen war? Als ich Xue Mings Bericht über die Probleme der Leiterin und der Bewässerungsdiakonin hörte, dachte ich nicht an die Kirchenarbeit, habe nicht rasch nachgeforscht und die falsche Leiterin und die falsche Mitarbeiterin nicht entlassen. Stattdessen dachte ich zuerst an meine fleischlichen Interessen und machte mir Sorgen, dass nach ihrer Entlassung ein Ersatz gewählt werden müsste. Ich müsste mir Sorgen machen und Energie dafür aufwenden, und meine Arbeitslast würde sich erhöhen. Um mir zu ersparen, einen Preis zu zahlen und körperliche Mühsal zu erleiden, verspürte ich keine Dringlichkeit, sie zu entlassen, obwohl ich wusste, dass sie falsche Leiterinnen und Mitarbeiterinnen waren. Im Wesentlichen habe ich sie heimlich geschützt und habe sie einfach gewähren lassen und ließ sie in der Kirche nach Belieben ihr Unwesen treiben und die Arbeit der Kirche unterbrechen und stören. Dass Xue Ming mich dafür zurechtstutzte, dass ich meine Pflicht nicht mit der nötigen Dringlichkeit behandelte, war eine hilfreiche Warnung für mich. Es ermöglichte mir, schnell über meine verdorbene Disposition nachzudenken, sie zu erkennen und vor Gott Buße zu tun. Wenn falsche Leiter und Mitarbeiter in der Kirche behalten würden, wer weiß, wie groß der Schaden für die Kirchenarbeit wäre. Mir wurde auch bewusst, dass ich beim vorherigen Anlass ebenfalls auf mein Fleisch Rücksicht genommen hatte. Dass ich es versäumt hatte, eine falsche Leiterin rechtzeitig zu entlassen, behinderte die Kirchenarbeit. Machte ich nicht denselben Fehler schon wieder? Um mir körperliche Mühsal zu ersparen, dachte ich überhaupt nicht an die Kirchenarbeit oder an den Schaden, der dem Lebenseintritt der Brüder und Schwestern dadurch entstand. Ich leistete auch keine echte Arbeit; ich verhielt mich wie eine falsche Leiterin. Meine Haltung gegenüber meiner Pflicht widerte Gott wirklich an. Wenn ich nicht zurechtgestutzt worden wäre, hätte ich nicht gewusst, dass ich über mich selbst nachdenken muss. Als mir das alles klar wurde, betete ich im Stillen zu Gott und sagte, dass ich Buße tun und meine Pflicht gut ausführen wolle. Am nächsten Tag ging ich mit Xue Ming zur Kirche. Nach einigen Nachforschungen bestätigte ich, dass die Leiterin und die Bewässerungsdiakonin tatsächlich keine echte Arbeit leisteten. Sie vertraten dieselben Ansichten wie Ungläubige, überanalysierten Menschen und Dinge und nahmen die Wahrheit nicht an. Sie waren eine falsche Leiterin und eine falsche Mitarbeiterin. Sie wurden kurz darauf entlassen, und es wurde ein Ersatz für sie gewählt.
Nach all dem fragte ich mich: „Wie kommt es, dass ich, immer wenn ich falsche Leiter und Mitarbeiter in der Kirche finde, die keine echte Arbeit leisten, diese nicht umgehend entlasse? Was genau ist die Ursache dafür?“ Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Bevor die Menschen Gottes Werk erfahren und die Wahrheit verstehen, ist es Satans Natur, die das Kommando übernimmt und sie von innen heraus beherrscht. Was beinhaltet diese Natur im Einzelnen? Warum bist du zum Beispiel selbstsüchtig? Warum verteidigst du deinen eigenen Status? Warum bist du so sehr von deinen Gefühlen beeinflusst? Warum magst du jene ungerechten Dinge und jene bösen Dinge? Was ist die Grundlage dafür, dass du solche Dinge magst? Woher kommen diese Dinge? Warum magst und akzeptierst du sie? Inzwischen habt ihr alle verstanden: Der Hauptgrund ist, dass Satans Gifte im Menschen sind. Was also sind Satans Gifte? Wie äußern sie sich? Wenn du zum Beispiel fragst, ‚Wie sollten die Menschen leben? Wofür sollten die Menschen leben?‘, werden alle antworten, ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘. Allein diese einfache Redensart drückt die eigentliche Wurzel des Problems aus. Satans Philosophie und Logik sind zum Leben der Menschen geworden. Was es auch sein mag, wonach die Menschen streben, sie tun es tatsächlich für sich selbst – und deshalb leben sie alle für sich selbst. ‚Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel‘ – das ist die Lebensphilosophie des Menschen, und es repräsentiert auch die menschliche Natur. Diese Worte sind zur Natur der verdorbenen Menschheit geworden und sie beschreiben zutreffend die satanische Natur der verdorbenen Menschheit. Diese satanische Natur ist gänzlich zur Grundlage der Existenz der verdorbenen Menschheit geworden. Seit mehreren tausend Jahren und bis heute lebt die verdorbene Menschheit nach diesem Gift Satans“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man den Weg des Petrus beschreitet). Als ich über Gottes Worte nachdachte, wurde mir klar, dass ich falsche Leiter und Mitarbeiter hauptsächlich deshalb nicht entließ, weil ich selbstsüchtig und faul war. Was auch immer ich tat, ich wollte es mir leicht machen und nicht leiden oder einen Preis zahlen. „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und „Trink heute den Wein von heute und sorge dich morgen um morgen“ – das sind die satanischen Philosophien, nach denen ich lebte. Ich dachte nur an meine eigenen Vorteile und sehnte mich nach körperlichem Genuss. An die Kirchenarbeit dachte ich überhaupt nicht. Bei diesen beiden letzten Gelegenheiten, falsche Leiter und Mitarbeiter zu entlassen, war mir völlig klar, dass sie keine echte Arbeit leisteten und umgehend entlassen werden sollten, aber ich machte mir ständig Sorgen, dass wir eine Zeit lang keinen passenden Ersatz finden könnten. Dann müsste ich mir mehr Sorgen um die Arbeit dieser Kirchen machen, ganz zu schweigen von dem körperlichen Tribut, den ich zahlen musste. Ich war schon über sechzig und meine Gesundheit war nicht die beste. Wenn ich mich zu sehr anstrengen würde, würde es mir schlecht ergehen. Um also meinem Körper eine Pause zu gönnen und mir etwas Mühsal zu ersparen, behielt ich sie widerwillig im Amt und beeilte mich nicht, sie zu ersetzen. Ich dachte, solange sie die Arbeit in diesen Kirchen unterstützten, müsste ich mir weniger Sorgen machen und müsste weniger leiden. Ich erkannte, dass ich bei meiner Pflicht nur an meine fleischlichen Interessen dachte und dass ich, um Rücksicht auf mein Fleisch zu nehmen, falsche Leiter und Mitarbeiter heimlich abschirmte und schützte und sie einfach gewähren ließ, während sie weiterhin die Arbeit der Kirche störten und unterbrachen. Ich tat nicht meine Pflicht; ich tat Böses! Früher machte ich mir immer Sorgen wegen meines Alters, und dass mein Körper eine hohe Arbeitsbelastung nicht bewältigen könnte. Aber in Wirklichkeit suchte ich nur Ausreden, um unverantwortlich zu sein und keine Rücksicht auf Gottes Absicht zu nehmen. Gott sagt: „Gott gibt den Menschen keine Last, die zu schwer ist, um sie zu tragen. Das ist der Grundsatz von Gottes Handeln. Wenn du zum Beispiel fünfzig Kilogramm tragen kannst, wird Gott dir mit Sicherheit keine Last auferlegen, die schwerer als fünfzig Kilogramm ist. Er wird keinen zusätzlichen Druck auf dich ausüben. So ist Gott mit jedem Menschen. Die Menschen sollten Gottes Absichten verstehen. Du musst dich von keiner Person einschränken lassen, und du solltest dich nicht von irgendeinem Gedanken oder einer Ansicht einschränken lassen. Du bist frei“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Was es bedeutet, nach der Wahrheit zu streben (15)). Obwohl meine Gesundheit nicht die beste war und ich manchmal, wenn die Arbeit zunahm, etwas müde wurde, war ich in der Lage, mit diesen Dingen fertigzuwerden. Meine Verantwortlichkeiten lagen absolut im Rahmen meiner Fähigkeiten. Solange ich meine Zeit vernünftig einteilte und mehr mit den anderen zusammenarbeitete, konnte ich die Arbeitslast körperlich bewältigen. Früher habe ich so gedacht, hauptsächlich weil ich faul war und zu sehr auf mein Fleisch Rücksicht nahm, was mich dazu brachte, mich bei meiner Pflicht vor Druck und Mühsal zu drücken und keinen Preis zahlen zu wollen. Ich dachte daran, wie Gott Mose beauftragte, die Israeliten aus Ägypten zu führen. Mose war bereits achtzig Jahre alt, aber er sagte nicht, er sei zu alt, und lehnte Gottes Auftrag nicht ab, weil er sich Sorgen um die körperliche Anstrengung machte. Im Gegenteil, er nahm Gottes Ruf an und erfüllte Seinen Auftrag nach besten Kräften, so wie Gott es verlangt hatte. Am Ende führte er die Israeliten aus Ägypten. Einige der anderen Brüder und Schwestern waren ziemlich genau in meinem Alter, manche sogar älter als ich, und sie übernahmen große Arbeitslasten. Sie gaben bei ihren Pflichten trotzdem wie eh und je alles, und ich habe nie erlebt, dass jemand wegen seiner Pflichten wirklich erschöpft war. Mussten sie nicht viel mehr Mühsal und Leid ertragen als ich? Ich aber benutzte mein Alter und meine schlechte Gesundheit als Ausreden, um diese falschen Leiter und Mitarbeiter nicht zu entlassen, und zog es vor, sie in der Kirche zu behalten, wodurch die Arbeit und der Lebenseintritt der Brüder und Schwestern verzögert wurden. Ich war wirklich selbstsüchtig und verachtenswert. Tatsächlich kannte Gott mein Alter und wusste, zu welchen Pflichten ich fähig war. Ob ich erschöpft sein würde, lag allein in Seiner Hand. Als eine der Leiterinnen und Mitarbeiterinnen der Kirche musste ich meine Pflicht jederzeit nach den Grundsätzen ausführen und die Kirchenarbeit schützen. Wie auch immer mein Gesundheitszustand war, ich sollte mich immer Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen. Nur das ist die Vernunft, die ein geschaffenes Wesen besitzen sollte. Als ich Gottes Absicht und Seine Anforderungen verstand, wollte ich nur noch die Wahrheit praktizieren, mich gegen mein Fleisch auflehnen und meine Pflicht gut ausführen.
Danach dachte ich weiter nach. Wenn ich falsche Leiter und Mitarbeiter fand, warum setzte ich sie weiterhin ein und beeilte mich nicht, sie zu entlassen? Als ich darüber nachdachte, stellte ich fest, dass ich eine falsche Auffassung hatte. Ich hatte gedacht, dass es schwierig sein würde, falsche Leiter und Mitarbeiter zu entlassen und andere Leute zu wählen, die ihre Arbeit übernehmen. Wenn ich sie eine Zeit lang im Amt ließe, könnten sie zumindest allgemeine Angelegenheiten erledigen, was besser war, als niemanden zu haben. Eine Schwester schickte mir einen Abschnitt aus Gottes Wort, der sich auf dieses Problem bezog, und er machte mir die Sache viel klarer. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Art von Person, die ein falscher Leiter ist, leistet keine echte Arbeit und ist unfähig, echte Arbeit zu leisten. Ihr Kaliber ist gering, ihre Augen und ihr Verstand sind blind, sie sind unfähig, Probleme zu entdecken, und können verschiedene Arten von Menschen nicht durchschauen, sodass sie nicht in der Lage sind, die wichtige Arbeit der Beförderung und Förderung verschiedener Arten von talentierten Menschen zu schultern. Somit sind sie nicht in der Lage, die Arbeit der Kirche gut zu machen, und werden den Auserwählten Gottes bei ihrem Lebenseintritt viele Schwierigkeiten bereiten. In Anbetracht dieser Faktoren ist es klar, dass falsche Leiter ungeeignet sind, Kirchenleiter zu sein. Es gibt andere falsche Leiter, die keine spezifische Arbeit der Kirche verrichten und keinen Kontakt zu den Verantwortlichen spezifischer Arbeit aufnehmen, sodass sie nicht wissen, welche talentierten Personen fähig sind, welche Arbeit zu tun, welche Personen für welche Arbeit geeignet sind oder ob ihre Arbeit mit den Grundsätzen übereinstimmt. Sie sind daher unfähig, talentierte Menschen zu befördern und zu fördern. Wie also könnten solche Leute die Arbeit der Kirche gut machen? Der Hauptgrund, warum falsche Leiter keine echte Arbeit leisten können, ist, dass ihr Kaliber gering ist; sie haben keinen Einblick in irgendetwas und wissen nicht, was echte Arbeit ist. Dies führt zu häufigen Zuständen der Stagnation oder Lähmung in der Arbeit der Kirche. Diese hängen direkt mit dem Versäumnis der falschen Leiter zusammen, echte Arbeit zu leisten. In den letzten Jahren hat das Haus Gottes immer wieder betont, dass die Kirche von bösen Menschen und Ungläubigen bereinigt werden muss und dass die falschen Leiter und falschen Mitarbeiter entlassen werden müssen. Warum muss die Kirche von den verschiedenen bösen Menschen und Ungläubigen bereinigt werden? Weil diese Menschen nach Jahren des Glaubens an Gott die Wahrheit überhaupt nicht annehmen und den Punkt erreicht haben, an dem sie jenseits der Hoffnung auf Errettung sind. Und warum müssen alle falschen Leiter und falschen Mitarbeiter entlassen werden? Weil sie keine echte Arbeit leisten und niemals diejenigen befördern oder fördern, die nach der Wahrheit streben; stattdessen bemühen sie sich nur vergeblich. Dies führt dazu, dass die Arbeit der Kirche ins Chaos gestürzt und gelähmt wird, wobei bestehende Probleme ungelöst fortbestehen, und es verlangsamt auch den Lebenseintritt von Gottes auserwähltem Volk. Wenn all diese falschen Leiter und falschen Mitarbeiter entlassen würden und wenn all diese bösen Menschen und Ungläubigen, die die Kirche stören, entfernt würden, würde die Arbeit der Kirche von Natur aus reibungslos verlaufen, das Leben der Kirche würde von Natur aus viel besser werden, und Gottes auserwähltes Volk wäre in der Lage, normal die Worte Gottes zu essen und zu trinken, seine Pflichten auszuführen und den richtigen Weg des Glaubens an Gott einzuschlagen. Das ist es, was Gott gerne sehen würde“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (5)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass falsche Leiter und Mitarbeiter keine echte Arbeit leisten und auch nicht leisten können. Selbst wenn man sie widerwillig im Amt behält, ist der Schaden größer als der Nutzen. Sie können die Kirchenarbeit nicht nur nicht schützen, sondern sie können sie nur stören und unterbrechen. Bei der Entlassung von Li Ying machte ich mir Sorgen, dass leicht die Arbeit verzögert werden könnte, wenn ich diese falsche Leiterin entließe und nicht sofort einen guten Ersatz wählen könnte. Ich dachte, wenn ich sie vorerst im Amt ließe, könnte sie die Arbeit zumindest aufrechterhalten, was besser sei, als niemanden zu haben. Dank der Entlarvung durch Gottes Worte und der Offenbarung der Tatsachen erkannte ich schließlich, dass diese Ansicht nicht nur falsch, sondern auch absurd, abwegig und überhaupt nicht im Einklang mit der Wahrheit war. Sobald falsche Leiter und Mitarbeiter gefunden werden, sollten sie umgehend entlassen und so schnell wie möglich ein geeigneter Ersatz gewählt werden, der die Arbeit übernimmt. Selbst wenn nicht sofort ein Ersatz gewählt werden kann, ist es weitaus besser, jemanden zu fördern, als einen falschen Leiter zu behalten. Das bedeutet, die Kirchenarbeit zu schützen. Das konnte ich vorher nicht klar erkennen. Ich hatte gedacht, dass es mir etwas Arbeit abnehmen würde und ich mich ein wenig entspannen könnte, wenn ich diese falschen Leiter behielte. Jetzt sah ich, dass mir das nicht nur keine Mühe erspart hatte, sondern mich müder und beschäftigter gemacht hatte als zuvor, denn es gab immer viele Abweichungen und Mängel in ihrer Arbeit. Am Ende mussten trotzdem viele Probleme gelöst werden. Erst nachdem sie ersetzt worden waren, verbesserte sich die Arbeit der Kirchen allmählich. Außerdem waren meine Anforderungen an Leiter zu hoch gewesen. Ich dachte, dass Leiter sofort nach ihrer Wahl in der Lage sein sollten zu arbeiten, also hatte ich nie das Gefühl, dass es geeignete Kandidaten gab, und zögerte die Ersetzung dieser falschen Leiter hinaus. Aber in Wirklichkeit kann man jemanden fördern, solange er nach der Wahrheit strebt, die richtigen Absichten hat, ein Mensch vom richtigen Schlag ist und über ausreichendes Kaliber verfügt. Es spielt keine Rolle, ob er noch nicht lange an Gott glaubt oder noch nie ein Leiter oder Mitarbeiter war, denn ein solcher Mensch kann leicht das Wirken des Heiligen Geistes erlangen, da er nach der Wahrheit strebt, und bei seinen Pflichten kontinuierlich Fortschritte machen. Als ich das alles erkannte, wurde meine falsche Ansicht, dass „ein falscher Leiter besser als kein Leiter“ ist, gründlich korrigiert.
Später berichteten die Brüder und Schwestern einer Kirche, dass eine Leiterin namens Liu Li keine echte Arbeit leistete und eine falsche Leiterin war. Sie wollten, dass ich der Sache nachginge und sie so schnell wie möglich entließe. Ich dachte mir: „In dieser Kirche fehlen bereits Diakone und Leiter, und ich soll noch jemanden entlassen? Muss ich mir dann nicht schon wieder um die Wahl von Nachfolgern Sorgen machen? Außerdem braucht eine andere Kirche immer noch einen Leiter, was an sich schon viel Arbeit ist. Wenn ich Liu Li entlasse, erhöht das nicht meine Arbeitslast?“ Ich wollte wieder auf mein Fleisch Rücksicht nehmen, aber dann wurde mir klar, dass mein Zustand nicht in Ordnung war. Ich betete schnell zu Gott: „Allmächtiger Gott! Jedes Mal, wenn ich einen Leiter entlassen muss, nehme ich Rücksicht auf mein Fleisch. Ich bin unfähig, Deine Absicht zu berücksichtigen oder die Kirchenarbeit zu schützen. Gott, bitte gib mir die Kraft, mich gegen mein Fleisch aufzulehnen, die Wahrheit zu praktizieren und Dich zufriedenzustellen.“ Nach dem Gebet erinnerte ich mich, dass Gottes Wort besagt: „Für alle, die eine Pflicht ausführen, unabhängig davon, wie tiefgründig oder oberflächlich ihr Verständnis von der Wahrheit ist, besteht die einfachste Art der Praxis, um in die Wahrheitsrealität einzutreten, darin, bei jeder Gelegenheit an die Interessen von Gottes Haus zu denken, ihre selbstsüchtigen Wünsche, persönlichen Absichten und Motive sowie ihren Stolz und ihren Status loszulassen und die Interessen von Gottes Haus an erste Stelle zu stellen – das ist das Mindeste, was sie tun sollten. Wenn ein Mensch, der eine Pflicht erfüllt, nicht einmal so viel tun kann, wie kann man dann von ihm behaupten, dass er seine Pflicht erfüllt? Das kann man nicht als Erfüllung der eigenen Pflicht bezeichnen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Freiheit und Befreiung können nur erlangt werden, indem man seine verdorbene Disposition ablegt). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass ich, wenn meine persönlichen Interessen mit der Arbeit der Kirche in Konflikt geraten, meine persönlichen Interessen beiseitelegen und die Arbeit der Kirche an die erste Stelle setzen sollte. Ich sollte zuerst Gottes Absicht berücksichtigen und falsche Leiter umgehend entlassen. Nur das entspricht Gottes Absicht. Also begann ich damit, mit Liu Li Gemeinschaft zu halten und das Wesen und die schwerwiegenden Konsequenzen ihrer unterlassenen echten Arbeit aufzudecken und im Detail zu analysieren. Aber nach einer Weile sah ich, dass sie sich immer noch überhaupt nicht geändert hatte, also entließ ich sie gemäß den Grundsätzen. Ich hielt auch mit den anderen Gemeinschaft und wir wählten eine neue Leiterin. Als ich nach Gottes Anforderungen praktizierte, fühlte ich mich nicht nur nicht erschöpft, sondern ruhig und friedlich. Dass ich diese Kehrtwenden machen und auf diese Weise eintreten konnte, ist allein der Führung durch Gottes Worte zu verdanken. Dank sei Gott!