33. Nach den Lügen

Von Chen Shi, China

Der Allmächtige Gott sagt: „Ihr solltet wissen, dass Gott an einem ehrlichen Menschen Gefallen findet. Gott besitzt die Wesenheit der Treue, weshalb man Seinem Wort stets vertrauen kann. Darüber hinaus sind Seine Handlungen tadellos und unstrittig. Aus diesem Grund gefallen Gott jene, die vollkommen ehrlich mit Ihm sind. Ehrlichkeit bedeutet, Gott sein Herz zu geben; niemals falsches Spiel mit Ihm zu treiben; in allem offen mit Ihm zu sein, niemals die Wahrheit zu verheimlichen; nie etwas zu tun, was jene über einem täuscht und jene unter einem irreführt; und nie etwas zu tun, nur, um sich bei Gott beliebt zu machen. Kurz gesagt, ehrlich zu sein bedeutet, in seinen Handlungen und Worten von Unreinheiten abzusehen und weder Gott noch Mensch zu täuschen.“ („Drei Ermahnungen“ in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Der Herr Jesus sprach auch: „Wahrlich ich sage euch: Es sei denn, daß ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Matthäus 18,3). Aus den Worten Gottes können wir ersehen, dass Er treu ist, dass Er die Ehrlichen mag und Betrüger verabscheut und dass nur ehrliche Menschen gerettet werden und in das himmlische Königreich eintreten können. Deshalb verlangt Gott immer wieder, dass wir ehrlich sind und dass wir uns von unseren verlogenen und betrügerischen Motiven lösen. Immer wenn im wahren Leben etwas meinen Ruf und Status berührt hat, konnte ich allerdings nicht anders, als zu lügen und trügerisch zu sein. Ohne das Gericht und die Offenbarung der Worte Gottes, ohne Seine Züchtigung und Sein Disziplinieren hätte ich nie wahrlich Buße getan, mich nie von den Lügen abgewandt und nie die Wahrheit als ehrlicher Mensch praktiziert.

Vor ein paar Jahren habe ich die Pflicht einer Kirchenleiterin ausgeführt. Eines Tages hat mich meine Leiterin gebeten, an einer Mitarbeiterversammlung teilzunehmen. Ich war so glücklich. Ich dachte darüber nach, wie hart ich in letzter Zeit in der Kirche gearbeitet hatte, wie ich täglich Versammlungen abgehalten und Gemeinschaft gehalten hatte, und wie die meisten Brüder und Schwestern ihrer Pflicht aktiv nachgekommen waren. Einige Gruppen hatten große Fortschritte gemacht, deshalb dachte ich, dass ich bei dieser Versammlung definitiv die Gelegenheit hätte, mich zu zeigen. Ich konnte der Leiterin und den Mitarbeitern zeigen, wie fähig ich war, dass ich besser war als die anderen. Bei meiner Ankunft habe ich gesehen, wie Schwester Liu besorgt die Stirn gerunzelt hat und seufzend sagte: „Wie läuft deine Arbeit bei der Bewässerung und Unterstützung der Brüder und Schwestern? Wir haben Schwierigkeiten. Mir muss die Realität der Wahrheit fehlen. Es gibt viele Probleme, die ich einfach nicht lösen kann.“ Ich habe gelächelt und sagte: „Die Bewässerungsarbeit läuft in unserer Kirche ziemlich gut, viel besser als zuvor.“ Genau in dem Moment kam die Leiterin rein und hat angefangen, nach der Bewässerungsarbeit in den Kirchen zu fragen. Ich dachte, das wäre meine Chance zu glänzen, also musste ich mich von meiner besten Seite zeigen. Überraschenderweise hat sie uns nicht nach unseren Erfolgen bei der Bewässerungsarbeit gefragt, sondern danach, welche Schwierigkeiten aufgetreten waren, wie sie durch gemeinschaftlichen Austausch über die Wahrheit gelöst worden waren und welche Schwierigkeiten nicht gelöst worden waren. Ich hatte Panik. Ich habe generell nur die Arbeit organisiert und überhaupt keine Details gekannt, also hatte ich keine wirkliche Bewässerung durchgeführt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Was sollte ich sagen, wenn die Leiterin mich fragen würde? Wenn ich die Wahrheit sagen würde, würde sie denken, dass ich keine praktische Arbeit verrichtet habe? Ich hatte eben noch vor Schwester Liu angegeben, dass die Arbeit, für die ich verantwortlich war, gut gelaufen war. Wenn ich nichts zu den Details sagen könnte, würde sie sagen, dass meine Angeberei nur Schall und Rauch war? Was konnte ich tun? Meine Sorge wurde immer größer. Genau in dem Moment hat Bruder Zhou über einige Probleme gesprochen, auf die er bei der Bewässerungsarbeit in seiner Kirche gestoßen waren, und über die Verdorbenheit, die er bei seiner Arbeit offenbart hatte. Dann hat er erklärt, wie er die Wahrheit gesucht hatte, um diese Dinge zu lösen. Er hat es auf eine sehr praktische, detaillierte Weise erklärt, die uns einen Weg der Praxis aufgezeigt hat. Ich habe mich wirklich geschämt, nachdem ich seinen gemeinschaftlichen Austausch gehört hatte. Da ich wusste, dass ich keine praktische Arbeit verrichtet hatte, habe ich meinen Kopf gesenkt und wurde rot im Gesicht. Dann hat die Leiterin mir das Wort übergeben. Mein Herz ist fast stehen geblieben. Was sollte ich sagen? Es gab keine Details, die ich teilen konnte, und ein bloßer Überblick wäre der Beweis gewesen, dass ich keine praktische Arbeit verrichtet hatte. Was würden die Leute von mir denken, wenn ich die Wahrheit sagen würde? Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht offen sein konnte. Also sagte ich nur: „Meine Situation ist ziemlich gleich wie die von Bruder Zhou. Es ist unnötig, es zu wiederholen.“ Darauf hat die Leiterin nichts gesagt und die Versammlung begonnen, indem sie Gottes Worte vorgelesen hat. Bei dieser Versammlung hatte ich das Gefühl, als hätte ich etwas von jemandem gestohlen. Ich war wirklich nervös und hatte Angst vor dem Tag, an dem meine Leiterin meine Arbeit überprüfen oder überwachen würde und dabei herausfinden würde, dass meine Praxis nicht wie die von Bruder Zhou war, und mich aus meiner Pflicht entlassen würde, weil ich keine praktische Arbeit geleistet, gelogen und betrogen hatte. Meine Angst wurde größer, aber mir hat immer noch der Mut gefehlt, die Wahrheit zu sagen. Ich habe im Stillen beschlossen: „Ich muss unbedingt so wie Bruder Zhou arbeiten, um meine Unehrlichkeit von heute wiedergutzumachen.“

Als ich zur Kirche zurückgekommen bin, habe ich mich umgehend mit den Diakonen und Gruppenleitern getroffen, detaillierte, persönliche Gemeinschaft gehalten und sie sofort anfangen lassen. Dann bin ich mit dem Fahrrad zum Haus von Schwester Lyu gefahren. Ich habe ihr ausführlich über den Weg von Bruder Zhou erzählt und habe ihr gesagt, dass sie die Informationen über die Bewässerungspflicht an die anderen Brüdern und Schwestern weitergeben sollte. Drei Tage sind wie im Flug vergangen und ich wollte in freudiger Erwartung die Früchte meiner Arbeit ernten. Zu meiner Überraschung haben sie mir erzählt, dass sie bei ihrer Bewässerungsarbeit auf viele Probleme gestoßen waren, von denen sie einige nicht lösen konnten, und dass Neulinge auf die Lügen der KPCh und religiöser Pastoren hereingefallen waren, weil sie nicht rechtzeitig bewässert worden waren, und deshalb haben sie sich nicht mehr getraut, zu Versammlungen zu kommen. Mein Geist war wie aus der Bahn geworfen. Wie konnte das geschehen sein? Ich bin zum Haus von Schwester Lyu zurückgeeilt und als sie mich gesehen hat, sagte sie ängstlich: „Was sollen wir in Bezug auf diese Probleme bei unserer Bewässerungsarbeit tun? Ich weiß es wirklich nicht.“ Mir haben einfach die Worte gefehlt. Ich hatte sie durch gemeinschaftlichen Austausch speziell eingewiesen und hatte meinen gemeinschaftlichen Austausch bis ins kleine Detail dargelegt, aber sie hatte es trotzdem nicht verstanden. Ich habe mich gefragt, was mit diesen Leuten nicht stimmte. Ich hatte so klar Gemeinschaft geführt, aber sie hatten mich trotzdem nicht verstanden. Was würde die Leiterin von mir denken, wenn meine Arbeit nicht gut ausgeführt wäre? Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto frustrierter und deprimierter habe ich mich gefühlt. In dieser Nacht habe ich mich hin- und hergewälzt, konnte nicht schlafen und habe mich völlig kraftlos gefühlt. Schließlich kam ich im Gebet vor Gott: „Gott, ich habe in den letzten Tagen bei meiner Pflicht so viel härter gearbeitet, aber ich habe nichts erreicht. Ich kann Deine Führung nicht spüren und lebe in Finsternis. Gott, tue ich etwas gegen Deinen Willen, rufe ich Deine Abneigung und Deinen Hass hervor? Bitte erleuchte mich, damit ich meinen eigenen Zustand verstehen kann.“

Dann habe ich diese offenbarenden Worte von Gott gelesen: „Werden deine Ziele mit Blick auf Mich gesetzt? Halten deine Worte und Handlungen in Meiner Gegenwart stand? Ich überprüfe all deine Gedanken und Ideen. Fühlst du dich nicht schuldig? Du setzt eine bloße Fassade auf, damit andere sie sehen, und du nimmst ruhig eine selbstgerechte Haltung an; das tust du, um dich selbst zu schützen. Das tust du, um dein Böses zu kaschieren, und suchst sogar nach Möglichkeiten, dieses Böse auf jemand anderen abzuwälzen. Welch Heimtücke wohnt in deinem Herzen!“ („Kapitel 13“ von Kundgebungen Christi am Anfang in „Das Wort erscheint im Fleisch“). „Handelt nicht auf eine Weise vor dem Gesicht anderer, aber auf eine andere Weise hinter ihrem Rücken; Ich sehe genau alles, was du tust, und auch wenn du vielleicht andere zum Narren hältst, Mich kannst du nicht zum Narren halten. Ich sehe es alles deutlich. Es ist dir unmöglich, irgendetwas zu verbergen; alles liegt in Meinen Händen. Halte dich nicht für so besonders klug, weil du dafür sorgst, dass all deine belanglosen kleinen Berechnungen zu deinem Vorteil sind. Ich sage dir: Wie viele Pläne der Mensch auch schmiedet, ob tausend oder zehntausend, letzten Endes kann er Meiner Hand nicht entkommen. Alle Dinge und Ereignisse werden in Meinen Händen verwaltet, wie viel mehr erst recht ein Mensch! Versuche nicht, Mir auszuweichen oder dich zu verstecken, versuche nicht, Mich zu beschwatzen oder etwas zu verbergen. Kannst du nicht sehen, dass Mein herrliches Antlitz, Mein Zorn und Mein Urteil öffentlich offenbart worden sind? Ich werde umgehend und gnadenlos all jene richten, die Mich nicht aufrichtig wollen. Mein Erbarmen hat sein Ende gefunden und es ist nichts mehr übrig. Sei nicht mehr heuchlerisch und beende deine ungezügelten Weisen.“ („Kapitel 44“ von Kundgebungen Christi am Anfang in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Nachdem ich dies gelesen hatte, habe ich über mich nachgedacht. Ich hatte mich abgehetzt, Versammlungen abzuhalten und mit Diakonen und Gruppenleitern Gemeinschaft zu führen, aber wozu das alles? Habe ich es wirklich um der Kirchenarbeit willen getan, für das Leben meiner Brüder und Schwestern? Habe ich es getan, um ihre praktischen Probleme zu lösen? Dann dachte ich daran, wie ich bei dieser Versammlung gelogen hatte. Als die Leiterin mich nach der Bewässerungsarbeit gefragt hat, wusste ich genau, dass ich keine praktische Arbeit verrichtet hatte, aber ich war betrügerisch, um nicht wie ein Narr dazustehen, damit die anderen mich nicht durchschauen oder auf mich herabschauen würden. Ich war zurückgeeilt, um die Löcher meiner Arbeit zu flicken, nur damit die Leiterin nicht herausfinden würde, dass ich gelogen hatte. Da habe ich erkannt, dass ich nur so hart gearbeitet hatte, um meine Lüge zu vertuschen, um die Wahrheit zu verschleiern, dass ich keine praktische Arbeit verrichtet hatte, und wegen meines eigenen Rufs und Status. Ich hatte einfach den Weg genutzt, über den Bruder Zhou Gemeinschaft geführt hatte, anstatt die wirklichen Schwierigkeiten der Brüder und Schwestern wahrlich zu verstehen und ihre Probleme durch Gemeinschaft über die Wahrheit zu lösen. Ich war in meiner Pflicht nachlässig gewesen und hatte diese verachtenswerten Absichten gehegt. Wie konnte das im Einklang mit Gottes Willen sein? Gott sieht bis ins Innerste unserer Herzen, wie konnte Er also nicht von meinem Versuch abgeneigt sein, Ihn auf diese Weise zu betrügen, zu hintergehen und zum Narren zu halten? Die Finsternis, in die ich versunken war, war Gott, der mich gezüchtigt und diszipliniert hat. Diese Erkenntnis hat mir ein wenig Angst gemacht und ich dachte darüber nach, die Wahrheit zu praktizieren und bei der nächsten Versammlung offen zu sein. Doch beim Gedanken, dass ich so eine große Lüge erzählt hatte, habe ich auch eine gewisse Besorgnis gespürt. Was würden die anderen von mir denken, wenn ich sie eingestehen würde? Würden sie sagen, dass ich durchtrieben bin?

Dann habe ich eine weitere Passage von Gottes Worten gelesen. „Wenn du lügst, verlierst du nicht auf der Stelle das Gesicht, doch in deinem Herzen fühlst du, dass du völlig in Verruf gebracht wurdest, und dein Gewissen wird dich dafür beschuldigen, dass du unehrlich bist. Im tiefsten Innern wirst du dich verabscheuen, dich verachten und denken: ‚Wie kann ich so erbärmlich leben? Ist es wirklich so schwer, die Wahrheit zu sagen? Muss ich nur um meines Rufes willen so lügen? Warum ist das Leben so ermüdend für mich?‘ Du musst kein ermüdendes Leben führen, doch du hast keinen Weg der Leichtigkeit und Freiheit gewählt. Du hast einen Weg der Bewahrung deines Rufs und deiner Eitelkeit gewählt, sodass das Leben für dich sehr ermüdend ist. … Du kannst Dinge wie deinen Ruf und dein Ansehen nicht aufgeben, also kannst du sie nur mit Lügen aufrechterhalten. Du hast das Gefühl, dass du Lügen benutzen kannst, um an diesen Dingen festzuhalten, aber in Wirklichkeit kannst du es nicht. Nicht nur, dass es dir durch deine Unwahrheiten nicht gelungen ist, deine Integrität und Würde zu bewahren, sondern, du hast vor allem eine Gelegenheit vertan, die Wahrheit zu praktizieren. Selbst wenn du deinen Ruf und dein Ansehen aufrechterhalten hast, hast du die Wahrheit verloren; du hast eine Gelegenheit vertan, es in die Praxis umzusetzen, sowie eine Gelegenheit, ein ehrlicher Mensch zu sein. Das ist der größte Verlust von allen.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Jedes einzelne Wort Gottes hat mich direkt ins Herz getroffen. Ich habe meinen Ruf bewahrt, nachdem ich meine Lüge erzählt hatte, aber ich konnte nicht das geringste Glück empfinden. Stattdessen war ich besorgt und hatte wegen meiner Lüge ständig ein schlechtes Gewissen. Manchmal habe ich andere im Gespräch nicht angesehen, weil ich Angst hatte, sie würden meinen Betrug sehen und mir nicht mehr vertrauen. Ich habe sogar alles Mögliche versucht, um meine Lüge zu vertuschen, um sie glaubwürdig zu machen. Es war eine schwierige, anstrengende Art zu leben, und ich konnte keine Linderung finden. Ich hatte gelogen und war betrügerisch gewesen und ich habe auf eine verachtenswerte, unwürdige Weise gelebt. Weil ich mich selbst nicht mehr decken wollte, habe ich zu Gott gebetet, um zu beichten und Buße zu tun, und habe beschlossen, dass ich meinem Fleisch entsagen würde und offen sprechen würde, wenn ich die Brüder und Schwestern nächstes Mal sehen würde.

Die Leiterin ist ein paar Tage später zu einer Versammlung mit uns gekommen und ich habe gespürt, dass Gott mir dadurch eine Chance gegeben hat, um die Wahrheit zu praktizieren. Ich habe gebetet: „Oh Gott, ich bin bereit, meine Lüge und meinen Betrug zu offenbaren. Bitte gib mir die Entschlossenheit, die Wahrheit zu praktizieren.“ Nach meiner Ankunft habe ich erfahren, dass sie gekommen war, um unter uns Kirchenleitern eine Arbeitspartnerin auszuwählen. In meinem Innern ist ein Kampf entbrannt. Unter uns Kirchenleitern waren mein Kaliber und meine Leistungen etwas besser als die der anderen. Vielleicht hatten sie mich also schon als geeignete Kandidatin ins Auge gefasst. Wenn ich aber die Wahrheit sagen und meine Lüge offenbaren würde, würden sie dann weniger von mir halten? Würden sie mich für zu durchtrieben halten und mich nicht auswählen? Wie könnte ich je wieder den anderen unter die Augen treten, wenn jemand anderes ausgewählt würde? Ich habe beschlossen, nicht darüber zu reden. Gerade in dem Moment, als ich meinen Kopf gedankenversunken gesenkt hatte, hat mich die Leiterin gebeten, zu erzählen, wie es mir in letzter Zeit ergangen war. Ohne groß nachzudenken, habe ich es beschönigt. „Ich war in einem guten Zustand. Wenn ich auf Schwierigkeiten stoße, kann ich zu Gott beten und die Wahrheit suchen, um sie zu lösen. …“ Nach dieser Äußerung hatte ich das Gefühl, dass ich etwas Beschämendes getan hatte, und ich war voller Angst. Bei mir ist der Schweiß ausgebrochen. Als die Leiterin gesehen hat, wie ich mir die ganze Zeit den Schweiß weggewischt habe, hat sie mir eine Tasse heißes Wasser gebracht und freundlich gefragt, ob ich eine Erkältung hätte. Ich sagte: „Ich weiß nicht. Mir ist unwohl und ich kann nicht aufhören, zu schwitzen.“ Ich wusste natürlich sehr wohl, dass meine erneute Lüge der Grund war und ich die Wahrheit nicht praktiziert hatte. Ich habe im Stillen zu Gott gebetet: „Gott, ich habe ein ums andere Mal gelogen und mich hartnäckig geweigert, die Wahrheit zu praktizieren. Ich bin so unnachgiebig, so rebellisch. Bitte führe mich, damit ich die Wahrheit praktizieren und ein ehrlicher Mensch sein kann.“

Schwester Liu hat dann vorgeschlagen, dass wir eine Hymne von Gottes Worten singen. „1 Ehrlichkeit bedeutet, Gott sein Herz zu geben; niemals falsches Spiel mit Ihm zu treiben; in allem offen mit Ihm zu sein, niemals die Wahrheit zu verheimlichen; nie etwas zu tun, was jene über einem täuscht und jene unter einem irreführt; und nie etwas zu tun, nur, um sich bei Gott beliebt zu machen. Kurz gesagt, ehrlich zu sein bedeutet, in seinen Handlungen und Worten von Unreinheiten abzusehen und weder Gott noch Mensch zu täuschen. 2 Wenn deine Worte voller Entschuldigungen und wertlosen Rechtfertigungen sind, sage Ich, dass du jemand bist, der äußerst widerwillig die Wahrheit in die Praxis umsetzt. Wenn du viele Heimlichkeiten hast, die du ungern teilst, und du äußerst widerwillig deine Geheimnisse – das heißt, deine Schwierigkeiten – vor anderen offenlegst, um nach dem Weg des Lichtes zu suchen, dann sage Ich, bist du jemand, der die Errettung nicht leicht erhalten wird und der nicht leicht aus der Finsternis hervorkommen wird. Wenn es dir viel Freude bereitet, nach dem Weg der Wahrheit zu suchen, dann bist du jemand, der ständig im Licht lebt.“ („Gott segnet jene, die ehrlich sind“ in „Folge dem Lamm und singe neue Lieder“). Während ich diese Hymne gesungen habe, war ich sowohl betrübt als auch beschämt. Ich hatte vor der Versammlung gebetet, weil ich gestehen wollte, wie ich gelogen und betrogen hatte, aber als ich herausgefunden habe, dass die Leiterin jemanden auswählen würde, der mit ihr zusammenarbeiten sollte, wollte ich nichts verraten. Ich hatte Angst, dass die Leiterin und die Mitarbeiter erfahren würden, dass ich keine praktische Arbeit getan und sogar gelogen hatte, dass sie sagen würden, ich bin zu durchtrieben, und mich nicht für die Position auswählen würden. Dann hätte ich die Gelegenheit verpasst, eine Leiterin zu sein. Ich war so betrügerisch! Gott sieht alles. Vielleicht kann ich andere zum Narren halten, aber Gott? Diese Worte sind mir in Erinnerung geblieben: „Wenn du viele Heimlichkeiten hast, die du ungern teilst, und du äußerst widerwillig deine Geheimnisse – das heißt, deine Schwierigkeiten – vor anderen offenlegst, um nach dem Weg des Lichtes zu suchen, dann sage Ich, bist du jemand, der die Errettung nicht leicht erhalten wird und der nicht leicht aus der Finsternis hervorkommen wird.“ Da ging es mir noch schlechter. War ich nicht jemand mit vielen Geheimnissen, die ich nicht teilen wollte, so wie Gott sprach? Ich hatte ganz genau gewusst, dass ich die Einzelheiten der Bewässerungsarbeit nicht gekannt habe, aber als mich die Leiterin danach gefragt hat, habe ich mein Spiel mit ihr getrieben und wissentlich gelogen, und als ich zur Kirche zurückgekommen bin, habe ich mich den anderen nicht geöffnet, um meine Verdorbenheit und die Fehler bei meiner Arbeit zu offenbaren. Stattdessen hatte ich versucht, meine Lügen zu vertuschen und aufrechtzuerhalten, während ich den Eindruck erweckt habe, meine Pflicht zu tun. Inwiefern habe ich so meine Pflicht getan? Ich habe alles getan, um meinen Namen und Status zu schützen. Ich habe versucht, Gott zum Narren zu halten und die Menschen irrezuführen. Um diese neue Position zu gewinnen, habe ich erneut mein Gelöbnis nicht gehalten und sowohl Gott als auch Menschen hintergangen. Ich habe immer und immer wieder gelogen und betrogen! Diese Worte von Gott sind mir dann in den Sinn gekommen: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“ (Matthäus 5,37). „Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.“ (Johannes 8,44). Ich wusste sehr wohl, dass Gott ehrliche Menschen mag, aber ich hatte immer wieder gelogen und meine Lügen vertuscht und versucht, Gott und meine Brüder und Schwestern zu täuschen. Inwiefern war ich anders als Satan? Hatte ich auch nur einen Funken richtiger Menschlichkeit? Wenn ich nicht Buße tun und mich ändern würde, würde mir gewiss das gleiche Ende wie das von Satan blühen. Dieser Gedanke hat mich erschreckt, also habe ich zu Gott gebetet und ich habe den Mut zusammengenommen, um meinen eigenen Ruf in Fetzen zu reißen. Ich habe meine Lügen und Beschönigungen und meine verachtenswerten, verschlagenen Motive in allen Einzelheiten offenbart und nichts ausgelassen. Nachdem ich vollkommen ins Reine gekommen war, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen und ich war plötzlich viel entspannter. Ich habe in meinem Herzen Freiheit und Wohlbehagen gespürt.

Die Brüder und Schwestern haben mich nicht verachtet und die Leiterin hat mir sogar eine Passage von Gottes Worten vorgelesen. „Wenn Menschen Betrug an den Tag legen, welche Absichten ergeben sich daraus? Welche Art von Disposition offenbaren sie? Warum sind sie in der Lage, diese Art von Disposition auszudrücken? Was ist die Wurzel davon? Dass die Menschen ihre Selbstinteressen als wichtiger als alles andere erachten. Sie legen Betrug an den Tag, um selbst zu profitieren, und ihre betrügerischen Dispositionen werden dadurch enthüllt. Wie sollte dieses Problem gelöst werden? Zuerst musst du deine eigenen Interessen aufgeben. Nichts ist schwieriger, als Menschen dazu zu bringen, ihre eigenen Interessen aufzugeben. Die meisten Menschen streben nach nichts anderem als Profit; die Interessen der Menschen sind ihr Leben, und sie dazu zu bringen, diese Dinge aufzugeben, ist gleichbedeutend damit, sie zu zwingen, ihr Leben aufzugeben. Was solltest du also tun? Du musst lernen, zu verzichten, zu entsagen, zu leiden und den Schmerz zu ertragen, die Interessen, die du liebst, loszulassen. Sobald du diesen Schmerz ertragen hast und einige deiner Interessen aufgegeben hast, wirst du dich ein wenig erleichtert und etwas befreit fühlen, und auf diese Weise wirst du dein Fleisch überwinden. Wenn du jedoch an deinen Interessen festhältst und es nicht schaffst, loszulassen, und sagst: ‚Ich war betrügerisch, na und? Gott hat mich nicht bestraft, was also können die Menschen mir antun? Ich werde nichts aufgeben!‘ Wenn du nichts aufgibst, erleidet niemand sonst Verluste; du selbst bist es, der letztendlich schlecht wegkommt. Wenn du deine eigene verdorbene Disposition erkennst, ist dies in der Tat eine Gelegenheit für dich, einzutreten, voranzukommen und dich zu ändern; es ist eine Gelegenheit für dich, vor Gott zu kommen und Seine Prüfung, Sein Urteil und Seine Züchtigung anzunehmen. Ferner ist dies eine Gelegenheit für dich, die Rettung zu erlangen. Wenn du aufgibst, nach der Wahrheit zu suchen, dann ist das gleichbedeutend damit, eine Gelegenheit aufzugeben, Rettung zu erlangen und Urteil und Züchtigung anzunehmen. … Wenn die Menschen sich entscheiden, die Wahrheit zu praktizieren, dann erlangen sie Gottes Rettung und ewiges Leben, selbst wenn sie ihre Selbstinteressen verloren haben. Diese Leute sind die Klügsten. Wenn die Menschen auf Kosten der Wahrheit profitieren, dann verlieren sie das Leben und Gottes Rettung; diese Menschen sind die Törichtesten. Was eine Person letztendlich wählen wird – Selbstinteresse oder die Wahrheit – diese Angelegenheit offenbart einen Menschen mehr als jede andere. Diejenigen, die die Wahrheit lieben, werden die Wahrheit wählen; sie werden sich dafür entscheiden, sich vor Gott zu unterwerfen und Ihm zu folgen. Sie würden eher ihre eigenen Interessen aufgeben. Egal, wie sehr sie leiden müssen, sie sind entschlossen, Zeugnis abzulegen, um Gott zufriedenzustellen. Dies ist der elementare Weg, die Wahrheit zu praktizieren und in die Wirklichkeit der Wahrheit einzutreten.“ („Aufzeichnungen der Vorträge Christi“). Es hat mein Herz erhellt, diese Worte zu hören. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich immer wieder gelogen und betrogen hatte – vor allem, weil mir Ruf und Position zu wichtig waren und weil ich eine trügerische Natur hatte. Ich war von klein auf von Satan erzogen und indoktriniert worden und hatte so viele seiner Gifte aufgenommen, wie zum Beispiel „Jeder ist sich selbst der Nächste, und den Letzten holt der Teufel“, „So wie ein Baum für seine Rinde lebt, so lebt der Mensch für sein Gesicht“, „Eine Lüge wird zur Wahrheit, wenn sie zehntausend Mal wiederholt wird“, „Der Mensch kann nichts erreichen, ohne Lügen zu erzählen“, „Denke, bevor du sprichst, und sprich dann unter Vorbehalt“ und so weiter. Diese satanischen Philosophien waren zu meinen Überlebensgesetzen geworden. Ich hatte nach ihnen gelebt und war egoistischer, betrügerischer und falscher geworden. Ich dachte immer nur an meine eigenen Interessen und konnte zu diesem Zweck nicht anders, als zu lügen und zu betrügen. Obwohl ich nach den Lügen Schuldgefühle hatte und mich selbst getadelt habe und vor Gott Buße tun und zu den anderen offen sein wollte, habe ich mich aus Angst, beschämt und ausgelacht zu werden, weiterhin gedeckt und wie eine Blenderin gelebt. Ich war nicht bereit, mich zu öffnen und meine eigenen durchtriebenen Motive und mein eigenes trügerisches Verhalten zu offenbaren. Mir hat vor allem der Mut gefehlt, den Gesichtsverlust zu riskieren und ehrlich zu sein. Ich dachte, sobald ich die Wahrheit sagen würde, würden die Menschen mich so sehen, wie ich war, und sie würden nicht mehr viel von mir halten. Ich habe lieber in Finsternis und Schmerz gekämpft, anstatt die Wahrheit zu praktizieren und ehrlich zu sein. Ich habe erkannt, wie dermaßen ich von Satan verdorben war! Ohne Gott, der mich auf diese Weise entlarvt hat, ohne das Gericht und die Offenbarung Seiner Worte hätte ich nie erkannt, wie durchtrieben meine Natur war, und ich hätte nie die Motivation gefunden, die Wahrheit zu praktizieren und mein wahres Selbst zu offenbaren. Ich habe also eingesehen, dass Gott mich durch Sein Gericht und Seine Züchtigung beschützen und retten wollte, und ich habe gespürt, wie wichtig es ist, nach der Wahrheit zu streben und ehrlich zu sein.

Von da an habe ich mich darauf konzentriert, die Wahrheit zu sagen und ein ehrlicher Mensch zu sein. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass eine Leiterin, die an unseren Versammlungen teilgenommen hat, manchmal arrogant und selbstgerecht sein konnte und die Vorschläge anderer nicht ohne Weiteres akzeptiert hat. Ich wollte es ihr gegenüber ein paarmal erwähnen, aber dann dachte ich: „Es ist alles gut und recht, wenn sie akzeptiert, was ich sage, aber wenn nicht, was wird sie von mir halten?“ Ich habe beschlossen abzuwarten. Eines Tages hat sie mich gefragt: „Schwester, wir kennen uns schon eine ganze Weile. Wenn dir an mir irgendwelche Probleme auffallen, lass es mich bitte wissen. Das wäre hilfreich für mich.“ Ich habe sie angesehen und war kurz davor, zu sagen: „Ich habe nichts bemerkt. Du bist großartig.“ Aber mir wurde klar, dass das betrügerisch wäre, also habe ich zu Gott gebetet und mich bereit gemacht, Seine Prüfung anzunehmen. Ich konnte nicht weiter lügen und betrügen und so Gottes Abneigung anspornen. Also war ich offen und habe ihr von ihrem Problem erzählt. Sie hat zugehört und dann schnell genickt und gesagt: „Dank sei Gott! Hättest du es mir nicht gesagt, hätte ich das nie bemerkt. Ich muss wirklich über mich nachdenken und das verstehen.“ Ich war so glücklich, als ich gesehen habe, dass sie es annehmen konnte. Ich habe ein unbeschreibliches Gefühl von Frieden und Erlösung verspürt und habe wirklich erfahren, wie wunderbar es ist, die Wahrheit zu praktizieren und ein ehrlicher Mensch zu sein!

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