Eine Wahl, die ich nicht bereue

Mai 24, 2026

Von Jinxin, China

Ich bin in den 90er Jahren geboren. In der Mittelstufe war ich süchtig nach Liebesfilmen. Wenn ich die unerschütterliche Liebe zwischen den Hauptfiguren sah, besonders wie der Mann für die Frau sorgte, wurde ich ganz neidisch. Ich hoffte, eines Tages auch so eine Liebe zu finden. Jemanden zu finden, der mich liebt und mit mir durch dick und dünn geht – das hielt ich für das größte Glück und den Sinn des Lebens.

Im April 2009, kurz nachdem ich zu Gott gefunden hatte, lernte ich Wenbin kennen. Er war vier Jahre älter als ich, ein argloser, aufrichtiger Mensch. Er wirkte reif und gefestigt und war sehr rücksichtsvoll und fürsorglich zu mir. Wann immer ich ihm gegenüber schlechte Laune hatte, war er immer nachsichtig mit mir. Wenn etwas anstand, fragte er meist zuerst nach meiner Meinung. Er richtete sich nach mir und respektierte meine Entscheidungen. Ich fühlte mich bei ihm wohl. Unsere Verwandten und Freunde beneideten mich auch. Sie sagten, Wenbin sei immer so zuvorkommend und so jemanden finde man heutzutage selten. Ich schwelgte im Liebesglück und schätzte mich oft glücklich, einen so rücksichtsvollen Freund zu haben.

Als ich mehr von Gottes Worten las, verstand ich, dass Gottes Werk in den letzten Tagen durch Seine Menschwerdung darin besteht, die Menschheit zu erretten und zu vervollkommnen. Er will jene, die aufrichtig an Ihn glauben und Sein Gericht annehmen und gereinigt werden können, in das nächste Zeitalter führen. Das ist der letzte Schritt in Gottes Werk zur Errettung der Menschheit. Auch meine Eltern hielten oft mit mir Gemeinschaft über die Bedeutung des Glaubens an Gott. Sie erinnerten mich daran, diese überaus seltene Gelegenheit zu schätzen. Ich wollte Wenbin das Evangelium predigen. Was für eine Freude wäre es, wenn wir beide an Gott glauben, zusammen nach der Wahrheit streben und am Ende gemeinsam gerettet würden und in das Königreich eingehen könnten! Also versuchte ich vorsichtig, seine Einstellung zum Glauben herauszufinden. Er glaubte nicht an Gott und war überzeugt, dass das Schicksal eines Menschen in den eigenen Händen liegt. Er sagte: „Wir sind jung, da sollte sich alles ums Geld drehen.“ Er riet mir auch, nicht auf meine Eltern zu hören, wenn sie über den Glauben an Gott redeten, und sagte, dass es keinen Gott auf dieser Welt gäbe. Seine Worte lösten ein unbeschreibliches Unbehagen in mir aus. Ich hatte ursprünglich gedacht, wir könnten beide an Gott glauben, doch ich hätte nie erwartet, dass er Atheist war. Was sollte ich tun? Ich hatte gesehen, wie Brüder und Schwestern, deren Familien nicht an Gott glaubten, von diesen behindert und verfolgt wurden, was so schmerzhaft war! Genau wie bei meiner Cousine: Bevor sie heiratete, tat sie aktiv ihre Pflichten und predigte das Evangelium an verschiedenen Orten, aber ihr Mann, ein Atheist, verfolgte und behinderte ihren Glauben nach der Hochzeit. Jeden Tag stritten sie sich oder wurden handgreiflich. Später konnte meine Cousine nicht einmal mehr an Versammlungen teilnehmen. Am Ende war sie gezwungen, sich scheiden zu lassen, und das Kind wurde dem Vater zugesprochen. Jedes Mal, wenn sie an ihr Kind dachte, war sie sehr traurig. Solch eine Ehe oder solches Leid wollte ich nicht ertragen. Wenbin glaubte nicht an Gott. Wenn er mich nach unserer Hochzeit verfolgen würde, könnte ich dann standhaft bleiben? Eine Zeitlang wusste ich nicht, was ich tun sollte. In meinem Schmerz betete ich zu Gott: „Gott, ich habe nicht erwartet, dass Wenbin Atheist ist. Wir sind schon so lange zusammen, ich habe so viele Gefühle investiert. Ich kann es nicht ertragen, diese Beziehung loszulassen. Aber wenn ich bei ihm bleibe und er meinem Glauben im Weg steht, weil wir verschiedene Wege gehen, was soll ich dann tun? Gott, meine geistige Größe ist zu gering. Bitte führe mich, die richtige Wahl zu treffen.“ In den darauffolgenden Tagen las ich immer wieder Gottes Worte darüber, wie man an die Ehe herangehen sollte, und ich verstand, dass es bei der Partnerwahl Grundsätze gibt. Es ist wichtig, jemanden zu finden, der gleichgesinnt ist, eine gute Menschlichkeit besitzt und meinem Glauben nicht im Weg steht. Da Wenbin nicht an Gott glaubte, waren wir weder gleichgesinnt noch auf demselben Weg, und würden uns früher oder später trennen. Je mehr Gefühle ich investierte, desto mehr Leid würde ich später empfinden. Wann immer ich in dieser Zeit daran dachte, tat mir das Herz weh. Ich konnte den Gedanken an eine Trennung nicht ertragen, aber wenn wir zusammenblieben, würden wir unterschiedliche Wege gehen. Mein Herz war wirklich zerrissen, also erzählte ich Gott von meinem Leid und meinen Schwierigkeiten und bat um Seine Hilfe.

Ehe ich mich versah, war es März 2011, und Wenbins Familie drängte uns zur Verlobung. Ich musste mich entscheiden. In meinem Herzen wusste ich klar, dass Wenbin nicht an Gott glaubte und wir nicht denselben Weg bis zum Ende gehen konnten. Aber ich hegte noch etwas Hoffnung und dachte: „Ich habe ihm noch nie formell von Gottes Werk Zeugnis abgelegt und bin mir seiner Einstellung zur Wahrheit nicht sicher. Wenn er nicht an Gott glaubt, aber meinen Glauben nicht behindert, könnten wir trotzdem zusammenbleiben.“ Also beschloss ich, mit ihm über meinen Glauben an Gott zu sprechen, um zu sehen, wie er reagieren würde. Ich hätte seine Reaktion niemals erwartet. Sobald er hörte, dass ich an Gott glaubte, ballte er wütend die Faust und schlug gegen die Wand. Sein Verhalten schockierte mich, und als ich wieder zu mir kam, blutete seine Hand bereits. Als ich sah, dass er weiter gegen die Wand schlagen wollte, griff ich schnell nach seiner Hand, doch er riss sie mir mit Gewalt weg. Angesichts seines seltsamen Verhaltens, seines eiskalten Ausdrucks und des Hasses in seinen Augen, kam er mir wie ein Fremder vor. Ich bekam Angst und dachte: „Ist das noch der Freund, der mir früher bei allem zustimmte? Warum legt er so eine Haltung an den Tag, nur weil er hört, dass ich an Gott glaube? Ich glaube doch nur an Gott und habe nichts Falsches getan. Warum reagiert er so?“ In meinem Herzen betete ich unablässig: „Gott, wenn er meinen Glauben wirklich behindert, bin ich bereit, mich von ihm zu trennen. Aber meine geistige Größe ist zu gering und ich kann diese zweijährige Beziehung nicht einfach loslassen. Bitte gib mir die Kraft, die richtige Wahl zu treffen.“ Nach dem Gebet erzählte ich ihm von meiner Erfahrung, wie Gott mich beschützt hatte, und machte meinen Standpunkt klar. Er schwieg eine Weile, dann willigte er ein, meinem Glauben nicht im Weg zu stehen. Wir vereinbarten, dass wir uns trennen würden, falls er jemals versuchen sollte, meinen Glauben zu behindern. Als er das hörte, war er zunächst fassungslos, stimmte aber dennoch zu.

Wenbins Bruder und Schwägerin hatten eine gute Menschlichkeit und glaubten an die Existenz Gottes, also legte ich ihnen gegenüber Zeugnis von Gottes Werk der letzten Tage ab. Als Wenbin das herausfand, explodierte er vor Wut. Vor seiner ganzen Familie schrie er mich an, ich solle verschwinden, und sagte, dass er mich nie wiedersehen wolle. Er schleuderte sein Handy mit voller Wucht vor mir zu Boden. So wütend hatte ich ihn noch nie erlebt. Mit Hass in der Stimme sagte er: „Ich stehe deinem Glauben nicht im Weg, aber versuch nicht, meiner Familie zu predigen!“ Als ich sah, wie groß sein Widerstand gegen meinen Glauben war, machte ich mir Sorgen und dachte: „Er hat gesagt, er würde meinem Glauben nicht im Weg stehen, aber das nur, weil er nicht weiß, dass ich zu Versammlungen gehe und meine Pflichten tue. Wenn er das herausfindet, wird er dann versuchen, mich aufzuhalten? Wenn ja, werden wir unweigerlich streiten und unsere Ehe könnte zerbrechen. Was soll ich dann tun?“ Mein Herz war zerrissen. Wenn wir uns trennten, würde ich vielleicht nie wieder jemanden finden, der mich so liebt wie er. Welchen Sinn hätte mein Leben dann noch? Aber wenn wir zusammenblieben, würden wir mit Sicherheit weiter streiten. Welches Glück könnte es in so einem Leben geben? Schon der bloße Gedanke daran verursachte mir seelische Qualen, und ich steckte in einem Dilemma. Später wurde mir klar, dass wir bei manchen Dingen offensichtlich unterschiedliche Ansichten hatten. Zum Beispiel sagte er, dass wir nach der Hochzeit ein Restaurant eröffnen und Geld verdienen sollten, um ein Auto, ein Haus und so weiter zu kaufen. Ich erwiderte: „Wie viel Geld ein Mensch verdienen kann, ist vom Himmel bestimmt. Wir brauchen nur genug zum Leben. Geld ist nicht das Wichtigste im Leben. An Gott zu glauben und Ihn anzubeten, das ist der richtige Weg im Leben.“ Unzufrieden sagte er: „Welchen Sinn hat das Leben, wenn man kein Geld verdient? Wie willst du ohne Geld essen oder trinken? Du hast keinerlei Ehrgeiz!“ Solche Streitereien kamen häufig vor, und ich fühlte mich erschöpft. Jedes Mal, wenn eine Meinungsverschiedenheit zu Unzufriedenheit führte, fragte ich mich: „Ist das das Glück, das ich wollte? Warum kann ich mich nicht glücklich fühlen? Was ist das Sinnvollste, wonach man im Leben streben sollte? Wie kann ich vermeiden, dieses Leben zu verschwenden?“ Ich betete zu Gott: „Gott, ich dachte ursprünglich, mit Wenbin zu leben würde mir Glück bringen und dass dies das Leben wäre, von dem ich immer geträumt hatte, aber die Dinge sind nicht so, wie ich dachte. Wir gehen verschiedene Wege und haben keine gemeinsame Basis, sodass mein Herz nie Befreiung finden kann. Jeden Tag muss ich heimlich Deine Worte lesen und an Versammlungen teilnehmen, weil ich Angst habe, deswegen zu streiten. Gott, ich leide sehr und möchte mich von dieser Zuneigung befreien, aber tief im Inneren kann ich es nicht ertragen, diese Beziehung loszulassen. Bitte hilf mir.“

Später schien Wenbin etwas zu ahnen. Mehrmals, wenn ich von draußen zurückkam, stellte er mir alle möglichen Fragen. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei, bis ich mich eines Tages früh fertig machte und zu einer Versammlung aufbrechen wollte. Sein sonst so sanfter Tonfall war verschwunden. Er sah mich sehr ernst an und fragte: „Sag mir die Wahrheit, gehst du wieder zu einer Versammlung?“ Ich sagte: „Ja, das tue ich. Was ist dabei? Hast du nicht gesagt, du würdest mich nicht davon abhalten, an Gott zu glauben?“ Er sagte: „Hätte ich damals nicht zugestimmt, hättest du mit mir Schluss gemacht. Was hätte ich denn anderes sagen sollen? Ich dachte, mit der Zeit würde dein Wille, an Gott zu glauben, schwächer werden und du würdest deinen Glauben aufgeben. Ich hätte nie erwartet, dass du in den letzten sechs Monaten noch besessener werden würdest! Ich halte das nicht mehr aus. Du musst dich zwischen mir und deinem Glauben entscheiden. Wenn du dich für mich entscheidest, musst du deinen Glauben aufgeben!“ Ich wusste, wenn wir zusammenblieben, würde es ständig Streit geben, und diese Auseinandersetzung wäre nur der Anfang. Aber wenn wir uns wirklich trennten, würde es mir immer noch unendlich schwerfallen, diese Beziehung aufzugeben. Wenn ich mich aber für Wenbin entschied, müsste ich meinen Glauben aufgeben. Das war der entscheidende Moment, in dem Gott die Menschen vervollkommnete. Und ich war fest davon überzeugt, dass die Worte des Allmächtigen Gottes die Wahrheit, der Weg und das Leben sind. In meiner Erfahrung mit Seinem Werk hatte ich erlebt, wie Gottes Worte die Menschen reinigen und ihre verdorbene Disposition auflösen können. Sie weisen den Menschen in die richtige Richtung und auf den richtigen Weg für ihr Verhalten und ihre Lebensführung. Die Wahrheit, die Gott den Menschen gibt, ist wirklich kostbar. Wenn ich diese Gelegenheit verpasste, würde ich es ein Leben lang bereuen! Wie sollte ich mich zwischen meinem Glauben und meiner Ehe entscheiden? Ich war hin- und hergerissen und betete still zu Gott. Ich dachte an eine Passage aus Gottes Worten, die ich bei einer Versammlung gelesen hatte: „Hinter jeder Stufe des Werkes, das Gott an euch vollbringt, steht Satans Wette mit Gott – dahinter steht ein Kampf. … Wie solltest du, wenn sich Gott und Satan in der geistlichen Welt ein Gefecht liefern, Gott zufriedenstellen und in deinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben? Du solltest wissen, dass alles, was dir widerfährt, eine große Prüfung für dich darstellt sowie den Zeitpunkt, an dem Gott dein Zeugnis braucht(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Nur Gott zu lieben, ist wahrlich an Gott zu glauben). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass es oberflächlich betrachtet so aussah, als würde Wenbin mich davon abhalten, Gott zu folgen, aber in Wirklichkeit war es Satan, der im Hintergrund Unruhe stiftete. Sowohl Gott als auch Satan beobachteten, wie ich mich entscheiden würde, und ich musste für Gott Zeugnis ablegen. Ich bekam meine Gefühle in den Griff und sagte ruhig: „Ich entscheide mich für den Glauben an Gott!“ Wenbin machte seinen Standpunkt klar: Er würde sich lieber trennen, als mir zu erlauben, an Gott zu glauben. Ich war zutiefst niedergeschlagen und konnte danach nicht anders, als in Tränen auszubrechen. Ich hatte nicht erwartet, dass unsere Beziehung nach all den Jahren tatsächlich an diesen Punkt kommen würde. In meinem Leid betete ich zu Gott und bat Ihn, mir zu helfen, Seine Absicht in dieser Angelegenheit zu verstehen und in meinem Zeugnis standhaft zu bleiben.

Später las ich Gottes Worte und verstand, wonach ich in meinem Glauben streben sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Du musst für die Wahrheit Mühsal erleiden, du musst dich für die Wahrheit opfern, du musst für die Wahrheit Erniedrigungen ertragen, und um mehr von der Wahrheit zu erlangen, musst du dich noch mehr Leiden unterziehen. Das ist es, was du tun solltest. Du darfst die Wahrheit nicht um des Genusses der familiären Harmonie willen wegwerfen, und du darfst nicht um des vorübergehenden Genusses willen die Würde und Integrität deines ganzen Lebens verlieren. Du solltest all das anstreben, was schön und gütig ist, und du solltest einen Lebensweg verfolgen, der bedeutungsvoller ist. Wenn du so ein banales und weltliches Leben führst und kein Ziel hast, nach dem du streben kannst, verschwendest du dann nicht dein Leben? Was kannst du von einem solchen Leben erlangen? Du solltest allen Freuden des Fleisches einer einzigen Wahrheit wegen entsagen und du solltest nicht alle Wahrheiten für ein wenig Vergnügen wegwerfen. Solche Menschen haben keine Integrität oder Würde. Es gibt keinen Sinn in ihrem Dasein!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Die Erfahrungen von Petrus: Seine Erkenntnis über Züchtigung und Gericht). Als ich über Gottes Worte nachdachte, verstand ich, dass die Ehe nicht das Wichtigste im Leben ist, sondern dass der Glaube an Gott, das Erlangen der Wahrheit und die Erkenntnis Gottes dem Leben einen Sinn geben. In den letzten Tagen ist der menschgewordene Gott unter die Menschen gekommen, um die Wahrheit auszudrücken und die Menschen zu richten und zu reinigen, um sie von Satans Macht zu erretten und ihnen ewiges Leben zu schenken. Ich aber konzentrierte mich nur auf vorübergehenden körperlichen Genuss. Ich war nicht bereit, zu leiden und einen Preis zu zahlen, um die Wahrheit und das Leben zu erlangen. Was könnte ich am Ende gewinnen, wenn ich so lebte? Wenn die großen Katastrophen kommen, wer könnte mich dann retten? Früher dachte ich, die Ehe sei etwas Wunderschönes und das Leben mit jemandem zu verbringen, der einen liebt, mache das Leben sinnvoll, doch jetzt wurde mir klar, dass ich zu naiv gewesen war. Wenbin und ich waren auf unterschiedlichen Wegen. Wenbin glaubte nicht an Gott, er verehrte die Wissenschaft und suchte nach Wegen, Geld zu verdienen und ein privilegiertes Leben zu führen. Ich hingegen glaubte daran, dass man zufrieden sein sollte, wenn man nur Nahrung und Kleidung hat, und dass die Menschen nach der Wahrheit streben und versuchen sollten, im Leben ein wahres Abbild eines Menschen auszuleben, die Pflichten von geschaffenen Wesen zu erfüllen und die Billigung des Schöpfers zu erlangen. Unsere Ansichten und die Ziele unseres Strebens waren völlig unterschiedlich, sodass wir keine gemeinsame Basis hatten. Obwohl er sehr rücksichtsvoll und fürsorglich zu mir war, empfand ich innerlich trotzdem Leid und war bedrückt. Wenn ich bei ihm war, musste ich heimlich an Versammlungen teilnehmen und Gottes Worte lesen, aus Angst, dass er mit mir streiten würde, und ich fühlte mich innerlich extrem eingeschränkt und erschöpft. Ein Leben lang so leben zu müssen, wäre zu schmerzhaft. Gottes Worte ließen mich verstehen, dass das Wichtigste im Leben darin besteht, nach der Wahrheit zu streben, die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu erfüllen und die Mission zu vollenden, die der Schöpfer uns gegeben hat. Ein solcher Mensch wird in den Augen des Schöpfers als kostbar angesehen und führt ein sinnvolles und wertvolles Leben. Genau wie Petrus, der sein Leben darauf ausrichtete, nach der Wahrheit zu streben und seine Pflicht zu erfüllen, um Gott zufriedenzustellen, und am Ende Gottes Billigung erhielt. Nachdem ich das verstanden hatte, war ich mir noch sicherer, dass die Entscheidung, den Weg des Glaubens an Gott zu gehen, die richtige Wahl war. Danach reihte ich mich aktiv bei denen ein, die ihre Pflichten taten.

Nach einiger Zeit kamen Wenbin und seine Eltern plötzlich zu mir nach Hause. Wenbin sagte mit tränenüberströmtem Gesicht: „Ich kann diese Beziehung nicht loslassen, aber ich kann deinen Glauben einfach nicht akzeptieren. Kannst du nicht mir zuliebe deinen Glauben aufgeben? Lass uns ein gutes Leben zusammen führen.“ Auch seine Eltern drängten mich, meinen Glauben aufzugeben. Mir wurde klar, dass dies eine weitere Entscheidung war, die ich treffen musste. Ich beruhigte mich und dachte: „Wenn Wenbin mich wirklich liebt, sollte er meinen Glauben unterstützen. Aber er ist so sehr dagegen – ist das wahre Liebe? Nein, ich kann keine Kompromisse eingehen.“ Also legte ich ruhig meinen Standpunkt dar: „Ich entscheide mich dafür, an Gott zu glauben, und ich werde meine Wahl nicht bereuen.“ Bevor er ging, fragte mich Wenbin, warum ich mich nicht für ihn entschieden hätte und ob er nicht gut genug zu mir gewesen sei. Ich sagte: „Nein, du warst gut zu mir. Früher dachte ich, die Ehe sei ein großer Teil des Lebens, aber nachdem ich zu Gott gefunden hatte, verstand ich, dass Heiraten nicht das Wichtigste im Leben ist. Wenn ich meinen Glauben aufgäbe, um bei dir zu sein, dann mag das Leben oberflächlich betrachtet einfach und glückselig erscheinen, voller körperlichem Genuss, aber welchen Sinn hätte ein solches Leben? Würde ich dann nicht wie eine wandelnde Leiche leben? Besteht das Leben nur daraus, zu essen, zu trinken und Spaß zu haben, sich irgendwie durchzuschlagen und auf den Tod zu warten? Welchen Wert hätte so ein Leben? Du strebst nach körperlichem Genuss und einem privilegierten Leben, aber das sind nicht die Dinge, die ich will. Ich möchte ein wahres Leben führen, ein wahres Abbild eines Menschen ausleben und die Billigung des Schöpfers erhalten. Wir gehen unterschiedliche Wege und werden niemals denselben Bestimmungsort erreichen.“ Als Wenbin das hörte, schwieg er, und unsere Beziehung ging zu Ende.

Später dachte ich darüber nach, warum es mich so quälte, dass ich zwischen Ehe und Glauben wählen musste. Ich stieß auf eine Passage aus Gottes Worten: „Die schädlichen Einflüsse und die feudale Denkweise, die durch Tausende von Jahren des ‚erhabenen Geistes des Nationalismus‘ tief im menschlichen Herzen zurückgeblieben sind, haben den Menschen Fesseln und Ketten angelegt und ihnen jedes Quäntchen Freiheit genommen, ohne Ehrgeiz oder Beharrlichkeit und ohne den Wunsch, Fortschritte zu machen. Stattdessen sorgen sie dafür, dass sie negativ und rückschrittlich und festgefahren in einer Sklavenmentalität bleiben und so weiter. Diese objektiven Faktoren haben der ideologischen Anschauung, den Bestrebungen, den Moralvorstellungen und der Disposition der Menschheit einen unauslöschlichen schmutzigen und hässlichen Anstrich verliehen. Es scheint, als würden die Menschen in einer dunklen Welt des Terrorismus leben, und keiner von ihnen denkt darüber nach, sie zu transzendieren oder in eine ideale Welt weiterzuziehen; vielmehr verbringen die Menschen ihre Tage in Zufriedenheit gegenüber ihrem Los im Leben: Kinder zu gebären und aufzuziehen, sich zu bemühen, zu schwitzen, ihrer Arbeit nachzugehen und von einer behaglichen und glücklichen Familie zu träumen, von ehelicher Zuneigung und Kindern, die ihre Eltern ehren, von Freude in ihrem Lebensabend und davon, ihr Leben friedlich ausklingen zu lassen … Seit Dekaden, Tausenden, Zehntausenden von Jahren bis heute haben die Menschen ihre Zeit auf diese Weise vergeudet, ohne dass jemand das bestmögliche menschliche Leben geschaffen hat. Sie sind in dieser finsteren Welt nur auf gegenseitiges Abschlachten bedacht, auf den Wettlauf um Ruhm und Gewinn und darauf, gegeneinander zu intrigieren. Wer hat jemals nach den Absichten Gottes gesucht? Hat irgendjemand jemals auf Gottes Werk geachtet? Alle Bestandteile der Menschen, die vom Einfluss der Dunkelheit eingenommen sind, sind längst zur menschlichen Natur geworden, somit ist es ziemlich schwierig, das Werk Gottes durchzuführen, und die Menschen beherzigen es noch weniger, das zu beachten, was Gott ihnen heute anvertraut hat(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (3)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, warum es mir so schwergefallen war, zwischen Ehe und Glauben zu wählen. Ich war von klein auf durch Fernsehserien indoktriniert worden, die mich lehrten: „Das Leben ist kostbar; die Liebe noch mehr“ und „Die Liebe ist das Höchste“. Diese Ideen hatten meinen Verstand beeinflusst und vergiftet. Ich dachte, das größte Glück im Leben sei es, jemanden zu finden, der einen liebt, gemeinsam alt zu werden und sich gegenseitig zu stützen. Besonders wenn ich sah, wie die weiblichen Hauptdarstellerinnen von den männlichen Hauptdarstellern in jeder Hinsicht umsorgt wurden, dachte ich, sie wären sehr glücklich. Ich glaubte fälschlicherweise, dass man nicht umsonst gelebt hätte, wenn man nur jemanden fände, der einen liebte. Zu sehen, wie sehr sich Wenbin meinem Glauben widersetzte und mich zwang, zwischen ihm und meinem Glauben zu wählen, rief in mir schmerzliche Gefühle hervor und ich fühlte mich innerlich zerrissen. Ich dachte, wenn ich mein Leben nicht mit jemandem verbringen könnte, der mich liebt, dann hätte mein Leben keinen Sinn mehr. Durch das Essen und Trinken von Gottes Worten verstand ich schließlich, dass es nicht die Liebe ist, die ein Leben sinnvoll macht. Genau wie bei Wenbin: Obwohl er immer rücksichtsvoll und fürsorglich zu mir war, fühlte ich mich oft leer und hilflos. Nur durch das Lesen von Gottes Worten fand mein Herz Trost. Ich erkannte, dass die Leere des Herzens weder durch materiellen Genuss noch durch die Fürsorge eines Partners gefüllt werden kann. Vorstellungen wie „Die Liebe ist das Höchste“ und „Das Leben ist kostbar; die Liebe noch mehr“ sind allesamt teuflische Worte Satans, um die Menschen zu täuschen. Satan versucht, uns damit in Versuchung zu bringen und zu täuschen, damit wir blindlings nach der Liebe und der Ehe streben und diese Dinge als die richtigen Ziele betrachten. Das führt letztendlich dazu, dass wir uns von Gott entfernen, Gott verraten und unsere Chance auf Errettung verlieren. Ohne die Erleuchtung und Führung durch Gottes Worte hätte ich mich für die Ehe entschieden und die Chance verpasst, nach der Wahrheit zu streben und von Gott gerettet zu werden. Als ich darüber nachdachte, wurde mein Entschluss, Gott zu folgen und an Ihn zu glauben, noch fester.

Dadurch, dass Wenbin sich meinem Glauben wiederholt in den Weg stellte, durchschaute ich allmählich sein Wesen. Wenbin wirkte sanft, zugänglich und freundlich, aber er war ein Atheist. Wann immer er von meinem Glauben hörte, stieg ihm die Zornesröte ins Gesicht. Was er offenbarte, war voller Feindseligkeit; er hatte das Wesen eines Dämons. Wie Gott sagt: „All jene, die nicht glauben, nebst denen, die die Wahrheit nicht praktizieren, sind Dämonen!(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gott und Mensch werden gemeinsam in die Ruhe eingehen). Ein normaler Mensch wird nicht feindselig, auch wenn er den Glauben nicht annimmt. Nur Dämonen hassen Gott, und Wenbin hatte wahrlich das Wesen eines Dämons. Dann las ich Gottes Worte: „Warum liebt ein Ehemann seine Frau? Warum liebt eine Ehefrau ihren Ehemann? Warum sind Kinder ihren Eltern gegenüber pflichtbewusst? Warum liegen Eltern ihre Kinder so sehr am Herzen? Was ist das eigentliche Ziel der menschlichen Absichten? Zielen ihre Absichten nicht alle nur darauf ab, ihre eigenen Pläne und egoistischen Begierden zu erfüllen?(Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Gott und Mensch werden gemeinsam in die Ruhe eingehen). Ich dachte darüber nach, dass Wenbin nett zu mir war, weil ich nicht wie andere Mädchen leichtfertig Geld ausgab und keine schlechten Angewohnheiten hatte. Ich war auch gut zu seinen Eltern, arbeitete hart für seine Familie und scheute mich nicht davor, mir die Hände schmutzig zu machen oder ins Schwitzen zu kommen. All das kam ihm zugute. Aber als er herausfand, dass ich an Gott glaubte, machte er sich Sorgen, dass ich nicht mehr mit ihm zusammen Geld verdienen würde. Und da dies seine Interessen berührte, wurde er besonders verärgert und widerständig. Wann immer ich den Glauben erwähnte, beschimpfte und erniedrigte er mich, ohne im Geringsten auf meine Gefühle Rücksicht zu nehmen. Wir waren noch nicht verheiratet und ich hatte seine Interessen noch nicht wirklich beeinträchtigt, und doch behandelte er mich schon so. Wenn ich mich nach unserer Heirat meiner Pflicht gewidmet hätte, hätte er mich sicher noch mehr behindert und verfolgt und sich vielleicht sogar von mir scheiden lassen. Wie könnte es irgendein Glück mit jemandem geben, der persönliche Interessen über alles stellt und Gott hasst?

Nachdem ich mich von Wenbin getrennt hatte, fühlte ich viel mehr inneren Frieden. Ich konnte uneingeschränkt Gottes Worte lesen, Versammlungen besuchen und meine Pflichten tun. Ich dachte darüber nach, dass es ein wahrhaft großer Segen ist, Gottes Erscheinen in diesem letzten Zeitalter miterleben zu dürfen, es anzunehmen, durch Gottes Worte gereinigt und vervollkommnet zu werden und die Pflicht eines geschaffenen Wesens zu erfüllen. Mein Herz war erfüllt von süßer Glückseligkeit und Freude. Jetzt kann ich mich voll und ganz meinem Glauben und meiner Pflicht widmen. Das ist Gottes Liebe und Errettung für mich, und ich danke Gott von ganzem Herzen!

Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?

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