Mein Geist wird befreit
Von Mibu, Spanien „Wenn der Mensch in seinem Leben gesäubert werden und Änderungen in seiner Disposition erreichen möchte, wenn er ein...
Wir begrüßen alle Suchenden, die sich nach Gottes Erscheinen sehnen!
Früher war ich stellvertretende Chefärztin in der Orthopädie eines Krankenhauses. Vier Jahrzehnte lang widmete ich mich meiner Arbeit mit Leib und Seele und sammelte dabei umfassende klinische Erfahrung. Patienten wie Kollegen schätzten meine medizinische Fachkenntnis sehr, und überall, wo ich hinkam, genoss ich hohes Ansehen und Respekt. Ich hatte das Gefühl, aus der Masse herauszustechen und anderen überlegen zu sein. Nachdem ich das Werk des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen angenommen hatte, sah ich, dass einige Brüder und Schwestern als Kirchenleiter und Diakone dienten und oft mit anderen Gemeinschaft über die Wahrheit hielten, um bei der Lösung von Problemen zu helfen. Einige Brüder und Schwestern leisteten Textarbeit oder produzierten Videos. Ich beneidete sie wirklich und dachte, dass die Leute sicher viel von ihnen halten mussten, weil sie diese Pflichten taten. Auf die Gastgeberpflicht oder das Erledigen allgemeiner Aufgaben sah ich herab, da diese Pflichten in meinen Augen zu gewöhnlich und unauffällig waren. Ich dachte: „So eine Pflicht könnte ich niemals tun. Ich habe gesellschaftliches Ansehen und eine gute Bildung. Meine Pflicht muss zu meiner Identität und meinem Status passen.“
Nach dem chinesischen Neujahrsfest 2020 sagte ein Kirchenleiter zu mir: „Es gibt ein paar Schwestern in der Textarbeit, die keine sichere Bleibe haben. Da dein Glaube an Gott nicht weithin bekannt ist, sollte dein Haus relativ sicher sein. Könntest du diese Schwestern bei dir aufnehmen?“ Ich dachte: „Ich bin zwar bereit, meine Pflicht zu tun, aber wie kann eine würdevolle stellvertretende Chefärztin wie ich, eine Expertin auf ihrem Gebiet, dazu degradiert werden, Gastgeberin für Brüder und Schwestern zu sein, mich jeden Tag mit Töpfen und Pfannen herumzuschlagen und am heißen Herd zu schuften? Ist das nicht dasselbe, wie ein Dienstmädchen zu sein?“ Es widerstrebte mir zutiefst und ich dachte: „Jede Pflicht ist würdevoller als die Gastgeberpflicht. Was auch immer geschieht, man muss mir eine Pflicht zuweisen, die Status hat oder ein gewisses Können erfordert. Nur so verliere ich meine Würde nicht! Ist es nicht eine Verschwendung meines Talents, Gastgeberin für die Schwestern zu sein? Wenn meine Freunde und Familie wüssten, dass ich meinen Status als Expertin aufgegeben habe, nur um zu Hause zu bleiben und für andere Leute zu kochen, würden sie sich da nicht kaputtlachen?“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr fühlte ich mich gekränkt. Doch damals brauchte die Kirche dringend eine Gastunterkunft. Obwohl mir diese Pflicht also gar nicht zusagte, konnte ich in einer solch kritischen Zeit nicht ablehnen – das würde von mangelnder Menschlichkeit zeugen. Später kam mir der Gedanke, dass meine Größe gering war und ich nur wenig Verständnis der Wahrheit besaß. Doch wenn ich ständig mit diesen Schwestern aus der Textarbeit zu tun hätte, könnte ich von ihnen lernen. Dann würde die Kirche vielleicht veranlassen, dass auch ich Textarbeit leiste. Meine Rolle als Gastgeberin für die Schwestern wäre ja nur vorübergehend. Außerdem war der Verdienst im Krankenhaus zu dieser Zeit nicht besonders gut, und ich hatte ohnehin keine Lust mehr, arbeiten zu gehen. Also kündigte ich meine Stelle und übernahm bereitwillig die Gastgeberpflicht.
Früher war ich immer mit der Arbeit beschäftigt gewesen und hatte kaum gekocht. Doch damit die Schwestern schmackhaftes Essen bekamen, kniete ich mich richtig hinein und lernte kochen. Wenn das Essen dann aber fertig war, wollte ich es nicht auf den Tisch bringen, weil ich immer das Gefühl hatte, anderen zu dienen. In meiner Zeit am Krankenhaus bereiteten andere das Essen für mich zu. Sobald ich eine Abteilung betrat, erhoben sich die Kollegen, um mit mir zu sprechen, und ich wurde überall hochgeschätzt. Doch nun stand ich jeden Tag in einer Schürze und mit ölfleckiger Kleidung da und schrubbte fettige Töpfe und Pfannen, während die Schwestern in sauberer Kleidung vor ihren Computern saßen. Das tat mir im Herzen weh und ich fühlte mich zutiefst gekränkt. Ich dachte: „‚Diejenigen, die geistig hart arbeiten, herrschen über andere, und diejenigen, die mit ihren Händen hart arbeiten, werden von anderen beherrscht‘, und ‚Gleich und Gleich gesellt sich gern‘. Kochen und die Gastgeberpflicht zu erfüllen, ist reine körperliche Arbeit und steht absolut nicht auf derselben Stufe wie das, was die Schwestern taten.“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto elender fühlte ich mich. Es war, als trüge ich eine schwere Last, die ich einfach nicht ablegen konnte, und ich wollte diese Pflicht auf keinen Fall langfristig ausführen. Ich dachte bei mir: „Ich habe medizinische Fachartikel verfasst und in meinem Fachgebiet viel Lob geerntet, also können meine Schreibfähigkeiten gar nicht so schlecht sein. Wenn es mir gelingt, ein paar gute Erfahrungszeugnis-Artikel zu schreiben, sieht der Leiter vielleicht mein Talent und teilt mich für die Textarbeit ein.“ Also stand ich von da an früh auf und blieb bis spät in die Nacht wach, um Erfahrungsartikel zu verfassen. Die Schwestern lasen sie und meinten, mein Schreibstil sei wirklich gut. Ich war überglücklich und schickte die Artikel an den Leiter. Ich wartete und wartete, doch der Leiter teilte mich noch immer nicht für die Textarbeit ein. Ich war zutiefst enttäuscht und verlor allmählich die Begeisterung fürs Schreiben.
Ein paar Tage später hörte ich, dass die Kirche dringend Mitarbeiter für die Videoproduktion suchte, und dachte: „Videoproduktion ist eine Aufgabe, die gewisses Können erfordert. Das ist eine Gelegenheit. Wenn ich lerne, wie man Videos produziert, verfüge ich wieder über eine fachliche Qualifikation.“ Also stand ich abermals früh auf und blieb bis tief in die Nacht wach, um mir mühsam die Fähigkeiten zur Videoproduktion anzueignen. Doch da ich schon älter bin, war ich nicht schnell genug, um mit den jungen Leuten mitzuhalten. Somit zerschlug sich auch diese Hoffnung. Ich war völlig entmutigt. Es schien, als wäre es mir einfach nicht vergönnt, eine „höherwertige“ Pflicht zu erhalten, und als säße ich in der körperlichen Arbeit fest. Ich fühlte mich zurückgesetzt und konnte einige Tage lang weder richtig essen noch gut schlafen. Mitten beim Kochen vergaß ich andauernd, was ich gerade tat, und konnte mich auf nichts mehr konzentrieren. Manchmal schnitt ich mich beim Gemüseschneiden oder verbrannte mir die Hand. Ständig fielen mir Schüsseln, Löffel oder Topfdeckel auf den Boden und machten einen furchtbaren Lärm, bei dem ich selbst zusammenzuckte. Wenn die Schwestern den Krach hörten, ließen sie alles stehen und liegen, woran sie gerade arbeiteten, und eilten herein, um mir beim Aufräumen zu helfen. Als ich sah, wie sehr ich die Schwestern bei der Ausführung ihrer Pflicht beeinträchtigte, hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. In meinem Elend betete ich zu Gott: „Gott! Dadurch, dass ich diesen Schwestern als Gastgeberin diene, fühle ich mich anderen gegenüber ständig minderwertig. Ich fühle mich gekränkt und kann mich nicht unterwerfen. Ich weiß nicht, wie ich das durchstehen soll. Bitte führe mich.“
Später las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Was auch immer deine Pflicht ist, mach keinen Unterschied zwischen hoch und niedrig. Angenommen, du sagst: ‚Auch wenn diese Aufgabe ein Auftrag Gottes ist und die Arbeit von Gottes Haus, wenn ich sie verrichte, könnten die Leute auf mich herabschauen. Andere bekommen Arbeit, die sie glänzen lässt. Diese Aufgabe wurde mir zugeteilt. Mit ihr kann ich nicht glänzen, und hinter den Kulissen muss ich mich anstrengen. Das ist unfair! Ich will diese Pflicht nicht tun. Meine Pflicht muss eine sein, die mich vor anderen glänzen lässt und mir ermöglicht, mir einen Namen zu machen – und selbst wenn ich mir keinen Namen mache oder glänze, muss ich daraus einen Nutzen ziehen und mich körperlich wohl fühlen.‘ Ist das eine vertretbare Einstellung? Wählerisch zu sein, bedeutet, die Dinge nicht von Gott anzunehmen; es bedeutet, Entscheidungen deinen eigenen Vorlieben entsprechend zu treffen. Das ist keine Annahme deiner Pflicht; es ist die Verweigerung deiner Pflicht, ein Ausdruck deiner Aufsässigkeit gegenüber Gott. Ein derart wählerisches Verhalten ist durch deine individuellen Vorlieben und Wünsche verfälscht. Wenn du auf deinen Stolz und deinen Status, deine eigenen Interessen und andere derartige Dinge Rücksicht nimmst, hast du gegenüber deiner Pflicht keine Haltung der Unterwerfung“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie sieht eine maßstabsgerechte Ausführung der eigenen Pflicht aus?). Was Gottes Worte enthüllten, war ein exaktes Spiegelbild meines eigenen Zustands. Ich hielt mich für eine Expertin mit hohem Status, die überall geschätzt wurde und zu der man aufsah. Auf dieser Grundlage hatte ich das Gefühl, aus der Masse herauszustechen. Als man mich dann für die Gastgeberpflicht der Schwestern einteilte, hatte ich das Gefühl, meinen Status als „Expertin“ verloren zu haben, und empfand das als große Ungerechtigkeit. Durch das Gericht und die Enthüllung von Gottes Worten erkannte ich, dass der Grund, warum ich so sehr auf die Gastgeberpflicht herabsah, darin lag, dass ich Pflichten immer aus der Sichtweise einer Nichtglaubenden betrachtete. Ich beurteilte Pflichten danach, ob sie hoch oder niedrig angesehen waren, und teilte sie in eine Hierarchie ein. Ich war gerne bereit, jede Pflicht zu tun, die mir Anerkennung und Ruhm einbringen konnte, sah aber auf unauffällige Pflichten herab. Da ich von diesen Sichtweisen gefesselt war, tat ich meine Pflicht nur widerwillig und dachte sogar darüber nach, sie ganz aufzugeben. Ich erkannte, dass ich bei der Erfüllung meiner Pflicht nicht im Geringsten auf Gottes Absichten Rücksicht nahm. Es ging mir offensichtlich nur darum, aus der Masse herauszustechen und nach Ruf und Status zu streben. Es war Gottes Gnade, die mir die Gelegenheit gab, meine Pflicht zu tun, aber ich war wählerisch und entschied nach meinen ganz persönlichen Vorlieben. Mir mangelte es wirklich an jeglicher Vernunft. Als mir das klar wurde, fühlte ich mich Gott gegenüber zutiefst in der Schuld. Ich nahm mir im Stillen vor, mein Herz zur Ruhe kommen zu lassen und mein Bestes zu geben, um meine Pflicht zu tun.
Danach aß und trank ich bewusst Gottes Worte, betete zu Ihm wegen meines Zustands und konnte mich endlich darauf einlassen, den Schwestern als Gastgeberin zu dienen. Doch was dann geschah, warf mich erneut aus der Bahn. Eine der Schwestern, die ich beherbergte, wurde zur Kirchenleiterin gewählt. Ich beneidete sie wirklich und dachte: „Ich sehe, dass Leute in der Textarbeit sehr geschätzt werden. Sie sind hoch angesehen, stechen hervor und können sogar Kirchenleiterin werden. Aber sieh mich an, ich diene den Schwestern nur als Gastgeberin – welche Chance habe ich da schon, mich hervorzutun? Jeden Tag trug ich eine Schürze und roch ständig nach Öl und Bratendunst. Jedes Mal, wenn ich hinausging, um Lebensmittel einzukaufen, hatte ich Angst, von einem Bekannten erkannt und gefragt zu werden, warum eine so gute Ärztin mit solch großartigen medizinischen Fähigkeiten wie ich nicht arbeite. Wenn ich also das Haus verließ, hielt ich den Kopf gesenkt, drückte mich eng an die Hauswände und versuchte, unbemerkt vorbeizuhuschen. Erst wenn ich wieder zu Hause war, konnte ich endlich erleichtert aufatmen. Früher stand ich bei jedem Anlass im Vordergrund und stand oft auf der Bühne, um eine Rede zu halten. Und wo immer ich hinkam, reichten mir alle von sich aus die Hand. Doch jetzt wollte ich von niemandem gesehen werden, und wenn ich Gemüse einkaufte, kam ich mir vor, als würde ich herumschleichen.“ Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr litt ich innerlich. Ich musste unweigerlich an meinen einstigen Ruhm in der weltlichen Gesellschaft denken und vermisste besonders Titel wie „Expertin“, „Direktorin“ und „Professorin“. Ich konnte nicht anders, als an die Vorgesetzten zurückzudenken, die große Stücke auf mich hielten, an die Kollegen, die mich lobten, und an die Patienten, die mich mit Dankesworten überhäuften, was mir das Gefühl gab, ein anständiges und würdevolles Leben zu führen. Ich hatte das Gefühl, von ganz oben nach ganz unten gefallen zu sein, und fragte mich, wann meine jetzige Pflicht wohl endlich vorbei sein würde. Eine tiefe Traurigkeit überkam mich. Ich sah zwar, dass die Schwestern ihr Essen genossen, aber ich selbst hatte keinen Appetit und nahm bald ziemlich viel ab. Dann erhielt ich einen unerwarteten Anruf vom Krankenhausdirektor, der mich bat, wieder zur Arbeit zu kommen. Das brachte mich erneut völlig aus dem Gleichgewicht, und ich dachte: „Es wäre wohl besser, wieder arbeiten zu gehen, das Leben zu führen, in dem die Leute zu mir aufsehen, und mein Ansehen als Expertin zurückzugewinnen. Aber die Gastgeberpflicht ist ziemlich wichtig. Ich muss zu Hause sein und die Sicherheit der Schwestern gewährleisten. Wenn ich wieder arbeiten ginge, könnte ich diese Pflicht nicht mehr ausführen.“ Hastig wandte ich mich im Gebet an Gott: „Gott! Ich kann den Status und den Ruhm meiner Vergangenheit einfach nicht loslassen. Bitte führe mich darin, mich selbst zu erkennen und mich zu unterwerfen.“
In meiner Suche las ich einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Denkt einmal darüber nach – wie solltet ihr den Wert des Menschen, seinen sozialen Status und seinen familiären Hintergrund behandeln? Welche Haltung solltet ihr diesen Dingen gegenüber einnehmen? Zuerst müsst ihr anhand von Gottes Worten erkennen, wie Er an diese Dinge herantritt; nur so werdet ihr die Wahrheit verstehen können und nichts tun, was der Wahrheit widerspricht. Wie betrachtet Gott also den familiären Hintergrund, den sozialen Status und die Bildung, die jemand genossen hat, und den Reichtum, den er in der Gesellschaft besitzt? Wenn du Dinge nicht anhand von Gottes Worten betrachtest und dich nicht auf Gottes Seite stellst und die Dinge von Gott annimmst, dann wird deine Sichtweise mit Sicherheit um einiges von Gottes Absichten entfernt sein. Wenn sie nicht weit entfernt ist und es nur eine kleine Abweichung gibt, dann ist das kein Problem; wenn deine Sichtweise jedoch völlig im Widerspruch zu Gottes Absichten steht, dann ist sie nicht im Einklang mit der Wahrheit. Was Gott anbelangt, ist das, was Er den Menschen gibt und wie viel Er ihnen gibt, Seine Entscheidung, und der Status, den Menschen in der Gesellschaft haben, ist ebenfalls von Gott festgelegt und wird definitiv nicht von irgendeiner Person bestimmt. Wenn Gott dafür sorgt, dass jemand Schmerz und Armut erleidet, bedeutet das dann, dass diese Person keine Hoffnung auf Rettung hat? Wenn sie von geringem Wert und niedrigem sozialen Status ist, wird Gott diese Person dann nicht retten? Wenn sie in der Gesellschaft einen niedrigen Status hat, hat sie dann auch in Gottes Augen einen niedrigen Status? Nicht unbedingt. Wovon hängt das ab? Es hängt von dem Weg ab, den diese Person geht, von dem, wonach sie strebt, und von ihrer Haltung zur Wahrheit und zu Gott. Wenn jemand einen sehr niedrigen sozialen Status hat, seine Familie sehr arm ist und er ein niedriges Bildungsniveau hat, er aber in bodenständiger Weise an Gott glaubt und die Wahrheit und positive Dinge liebt, hat er dann in Gottes Augen einen hohen oder niedrigen Wert? Ist er edel oder unedel? Er ist wertvoll. Aus dieser Perspektive betrachtet: Ob hoch oder gering, nobel oder niedrig – wovon hängt der Wert eines Menschen ab? Davon, wie Gott dich sieht. Wenn Gott dich als jemanden sieht, der nach der Wahrheit strebt, dann hast du Wert und bist wertvoll – du bist ein wertvolles Gefäß. Wenn Gott sieht, dass du nicht nach der Wahrheit strebst und dich nicht aufrichtig für Ihn aufwendest, dann bist du wertlos und unedel – du bist ein unehrenhaftes Gefäß. Egal, wie hoch gebildet du bist oder wie hoch dein Status in der Gesellschaft ist: Wenn du nicht nach der Wahrheit strebst und sie nicht verstehst, dann kannst du niemals von hohem Wert sein; selbst wenn viele Menschen hinter dir stehen, dich hochloben und dich verehren, bist du dennoch ein Stück Dreck. Warum also sieht Gott die Menschen auf diese Weise? Warum wird eine ‚noble‘ Person, mit einem so hohen gesellschaftlichen Status, die von so vielen Menschen erhöht und bewundert wird, die auch enorm hohes Ansehen genießt, von Gott als niedrig angesehen? Warum steht Gottes Sicht der Menschen im kompletten Gegensatz dazu, wie die Menschen andere sehen? Stellt Gott sich absichtlich gegen die Menschen? Absolut nicht. Es liegt daran, dass Gott die Wahrheit und Gerechtigkeit ist, während der Mensch verdorben ist und weder Wahrheit noch Gerechtigkeit besitzt. Gott misst den Menschen anhand Seines eigenen Maßstabs, und Sein Maßstab für die Beurteilung ist die Wahrheit“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 7: Sie sind niederträchtig, heimtückisch und hinterlistig (Teil 1)). Gottes Worte erhellten mein Herz. Die eigentliche Ursache für mein Leiden war, dass ich die Dinge nicht auf der Grundlage von Gottes Worten und der Wahrheit betrachtete. Stattdessen bediente ich mich Satans Sichtweise, um Pflichten als hoch oder niedrig einzustufen, und teilte sie in eine Hierarchie ein. Gesellschaftlichen Status, Ansehen, Bildung und berufliche Erfolge machte ich zu meinen Maßstäben für Erfolg. Von diesen Sichtweisen beherrscht, hielt ich mich für etwas Besseres und fühlte mich anderen überlegen. Ich betrachtete mich als Expertin mit Status und einer guten Position, hatte das Gefühl, aus der Masse herauszustechen und besser als andere Menschen zu sein. Sogar nachdem ich zum Glauben an Gott gekommen war, behielt ich diese Sichtweise bei. Daher hielt ich Pflichten wie die von Leitern und Mitarbeitern oder solche, die hohe fachliche Fähigkeiten erforderten, für wichtig. Die Gastgeberpflicht oder das Erledigen allgemeiner Aufgaben waren in meinen Augen jedoch unbedeutend, und ich empfand sie als minderwertige Positionen, die nicht zu meinem gesellschaftlichen Ansehen passten. Als der Leiter wollte, dass ich den Schwestern als Gastgeberin diene, konnte ich mich nicht unterwerfen. Bei der Erfüllung meiner Pflicht vermisste ich mein einstiges Ansehen, sodass ich weder richtig essen noch gut schlafen konnte. Ich war völlig verzweifelt und nahm stark ab. Es war unerträglich schmerzhaft. Aber durch die Enthüllung und das Gericht von Gottes Worten sah ich Seine Gerechtigkeit. Ihn kümmert es nicht, ob der Status eines Menschen hoch oder niedrig ist, oder um dessen Qualifikationen oder Bildungsabschlüsse. Gott achtet vielmehr darauf, ob die Menschen nach der Wahrheit streben und auf welchem Weg sie sich befinden. Ganz gleich, wie hoch ihr Status ist oder wie beeindruckend ihre akademischen Erfolge und ihr Ansehen auch sein mögen – wenn sie die Wahrheit nicht lieben und der Wahrheit abgeneigt sind, gelten sie in Gottes Augen als gering. Gott schätzt diejenigen, die nach der Wahrheit streben und sie erlangen, selbst wenn sie überhaupt keinen Status haben. Mir wurde klar: Ganz gleich, wie viele Menschen mich unterstützen und loben, und wie hoch mein Status auch sein mag – wenn ich mich Gott nicht unterwerfen und die Pflicht eines geschaffenen Wesens nicht tun kann, bin ich absolut wertlos.
Später fragte ich mich, warum ich – obwohl mir meine falsche Sichtweise völlig klar war – trotzdem nicht anders konnte, als nach prestigeträchtigeren Pflichten zu streben, durch die ich mich von der Masse abheben konnte. In meiner Suche stieß ich auf einen Abschnitt aus Gottes Worten: „Satan benutzt Ruhm und Gewinn, um die Gedanken der Menschen zu kontrollieren, er lässt sie an nichts anderes als an diese beiden Dinge denken und bringt sie dazu, um Ruhm und Gewinn zu ringen, für Ruhm und Gewinn Härten zu erleiden, für Ruhm und Gewinn Erniedrigung zu erdulden und schwere Lasten zu tragen, für Ruhm und Gewinn alles zu opfern, was sie haben, und jegliches Urteil oder jegliche Entscheidung um des Ruhms und Gewinns willen zu treffen. Auf diese Weise legt Satan den Menschen unsichtbare Fesseln an, und unter diesen Fesseln haben sie weder die Fähigkeit noch den Mut, sich zu befreien. Unwissentlich tragen sie diese Fesseln, während sie mit großen Schwierigkeiten Schritt für Schritt immer weiter voranstapfen. Um des Ruhmes und des Gewinns willen entfernt sich die Menschheit von Gott und verrät Ihn und wird immer niederträchtiger. Auf diese Weise wird eine Generation nach der anderen inmitten von Satans Ruhm und Gewinn vernichtet“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige VI). Durch die Enthüllung von Gottes Worten erkannte ich, dass Satan mich durch Ruhm und Gewinn quälte und fesselte und mich fest im Griff hielt. Seit ich jung war, akzeptierte ich die Dinge, die mir von meinen Eltern eingeflößt, in den Schulen gelehrt und von der weltlichen Gesellschaft vermittelt wurden, wie „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“, „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt“ und „Diejenigen, die geistig hart arbeiten, herrschen über andere, und diejenigen, die mit ihren Händen hart arbeiten, werden von anderen beherrscht“. Schon sehr früh hatten diese satanischen Philosophien und Trugschlüsse in meinem Herzen Wurzeln geschlagen. Dies führte dazu, dass ich Ruhm, Gewinn und Status als die richtigen Lebensziele betrachtete und glaubte, wenn ich sie erst erreichte, würden andere große Stücke auf mich halten und mich unterstützen. Ob in der Schule, in der Gesellschaft oder in der Kirche – Rang und Status waren für mich von größter Bedeutung. Ich arbeitete hart daran, mir fachliche Fähigkeiten anzueignen, in der Hoffnung, dadurch einen höheren Status und mehr Ansehen in der Gruppe zu erlangen. Für mich war das die einzige Art zu leben, die den Wert meiner Existenz widerspiegelte. Konnte ich Ruhm, Gewinn und Status nicht erlangen, erschien mir die Zukunft düster und trostlos, und ich war beim Ausführen meiner Pflicht nur noch gleichgültig. Status, Ruhm und Gewinn waren wie Fesseln, die mich ständig beherrschten, sodass ich nicht anders konnte, als Gott zu meiden und Ihn zu verraten. Mir wurde auch klar: Obwohl es ziemlich gewöhnlich erschien, den Schwestern als Gastgeberin zu dienen, half mir dieses Umfeld dabei zu erkennen, dass hinter meinem Streben eine abwegige und absurde Sichtweise steckte. So war ich in der Lage, bei der Ausführung meiner Pflicht nach der Wahrheit zu streben und die Fesseln von Ruhm und Gewinn abzuwerfen. Als ich Gottes mühevolle und gewissenhafte Absichten verstand, dankte ich Ihm aus tiefstem Herzen und war voller Reue. Ich betete zu Ihm: „Gott, ich danke Dir, dass Du dieses Umfeld eingerichtet hast, um die falsche Sichtweise hinter meinem Streben aufzudecken. Ich möchte Buße tun und nicht länger nach Status und Ansehen streben. Ich möchte mich unterwerfen und meine Pflicht gut tun.“ Daraufhin lehnte ich das Angebot des Krankenhauses höflich ab, blieb weiterhin zu Hause und tat meine Pflicht.
Danach las ich zwei weitere Abschnitte aus Gottes Worten: „Welche Art von Menschen will Gott? Will Er Menschen von Größe, Berühmtheiten, vornehme Menschen oder Menschen, die die Welt bewegen? (Nein.) Welche Art von Menschen will Gott also? (Jemand, der die Rolle eines maßstabsgerechten geschaffenen Wesens auf bodenständige Weise erfüllt.) Genau, und was noch? (Gott will einen ehrlichen Menschen, der Ihn fürchtet, das Böse meidet und sich Ihm unterwirft.) (Jemand, der in allen Belangen auf der Seite Gottes steht, der nach Liebe zu Gott strebt.) Diese Antworten sind ebenfalls richtig. Es ist jeder, der das gleiche Herz und die gleiche Denkweise wie Gott hat“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Verdorbene Dispositionen können nur aufgelöst werden, wenn man die Wahrheit annimmt). „Ob eine Person letztendlich Rettung erlangen kann, hängt nicht davon ab, welche Pflicht sie tut, sondern davon, ob sie die Wahrheit verstehen und erlangen kann und es letztendlich schafft, sich Gott absolut zu unterwerfen, sowie sich Seinen Orchestrierungen ausliefern kann, keine Rücksicht mehr auf ihre Zukunft und ihr Schicksal nimmt und zu einem geschaffenen Wesen wird, das den Anforderungen entspricht. Gott ist gerecht und heilig. Er verwendet diesen Maßstab, um die ganze Menschheit zu messen, und dieser Maßstab wird sich niemals ändern – das darfst du nie vergessen. Behalte diesen Maßstab immer fest vor Augen und denke niemals daran, den Weg des Strebens nach der Wahrheit zu verlassen, um diesen unechten Dingen nachzustreben. Gottes geforderter Maßstab für alle, die gerettet werden sollen, ist für immer unveränderlich. Er bleibt, wie er ist, ganz gleich, wer du bist“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Ich erkannte, dass Gott keine vornehmen Menschen will. Er möchte Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen und die Pflicht eines geschaffenen Wesens erfüllen können. Obwohl ich im weltlichen Alltag eine gewisse Identität und einen Status hatte, war mein Verständnis der Wahrheit viel zu oberflächlich. Um Leiter und Mitarbeiter zu sein oder Textarbeit zu leisten, bedarf es eines Verständnisses der Wahrheit. Das lässt sich nicht allein mit Status, Wissen und Bildung bewerkstelligen. Ich sollte vernünftig sein und jede Pflicht tun, zu der ich in der Lage war. Da mein Zuhause als Gastunterkunft geeignet war, sollte ich den Schwestern auf bodenständige Weise als Gastgeberin dienen und mein Bestes tun, um nach der Wahrheit zu streben. Das war die Vernunft, die ich besitzen sollte. Ganz gleich, welche Pflicht wir tun – auch wenn die Titel und Aufgaben unterschiedlich sind, bleiben Identität und Wesen eines geschaffenen Wesens unverändert. Früher hatte ich eine völlig überzogene Meinung von mir selbst und hielt mich für ach so vornehm. Ich betrachtete mich immer als Expertin und angesehene Ärztin, als wäre ich etwas Besseres als alle anderen. Ich fand, dass die Gastgeberpflicht für Brüder und Schwestern mit einem niedrigen Status verbunden war, und sehnte mich nach einer prestigeträchtigeren und prominenteren Pflicht. Ich dachte immer, anderswo sei das Gras grüner, und war unfähig, auf dem Boden zu bleiben und meine Pflicht gut zu tun. In meinem Herzen widersetzte ich mich sogar Gott. Ich war so arrogant, dass ich völlig unvernünftig wurde. Ich dachte an Hiob, den Größten unter allen Männern des Ostens. Er besaß einen hohen Status und großen Ruhm, aber er definierte sich nicht über seinen Status und scherte sich nicht um das Ansehen, das er ihm einbrachte. Ganz gleich, ob er einen Status innehatte oder nicht, Hiob war in der Lage, Gott zu fürchten und Gott als groß zu ehren. Hiob war rational. Auch wenn ich mich nicht mit Hiob messen kann, möchte ich seinem Beispiel folgen und danach streben, ein geschaffenes Wesen zu sein, das dem Maßstab entspricht. Sobald ich aufhörte, nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben, änderte sich auch meine Einstellung. Ich sah, dass jede Pflicht wichtig und sogar unverzichtbar ist. Wenn niemand die Gastgeberrolle übernimmt, finden die Brüder und Schwestern kein geeignetes Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen und ihre Pflicht tun können. Danach bemühte ich mich bewusst, gegen mich selbst aufzubegehren, und setzte alles daran, gute Mahlzeiten zuzubereiten und die Sicherheit der Schwestern zu gewährleisten, damit sie in Frieden ihre Pflicht ausführen konnten. Allmählich spürte ich kein Statusgefälle mehr zwischen uns und sang beim Kochen leise Hymnen für mich hin. Nach getaner Arbeit las ich betend Gottes Worte, ließ mein Herz zur Ruhe kommen, dachte über das nach, was ich durch meine Erfahrung gewonnen hatte, und schrieb dann meine Erfahrungsartikel. Jeder Tag meines Lebens ist nun ziemlich erfüllt. Ich empfinde diese Art zu leben als sehr friedvoll, und mein Herz ist befreit worden.
Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?
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