37. Sollten das Entsagen und die Aufwendung für Gott mit Segen vergolten werden?
Im Jahr 2022 lernte ich in einer Kirche Schwester Guo Li kennen. In unseren Gesprächen erfuhr ich, dass sie vor zehn Jahren ihr Zuhause verlassen hatte, um ihre Pflicht zu tun, und all die Jahre als Leiterin oder Mitarbeiterin gedient hatte. Wann immer eine Kirche Bewässerung und Unterstützung brauchte, wirkte sie stets aktiv mit und war in der Lage, Mühsal zu ertragen und einen Preis zu zahlen. Doch in den letzten Jahren war ein bösartiger Tumor an ihrem Arm gewachsen, und sie hatte innerhalb von drei Jahren vier Operationen durchgemacht. Ich war zutiefst beunruhigt, als ich das hörte. „Diese Schwester glaubt wahrhaftig an Gott, und sie ist fähig, bei ihrer Pflicht Dingen zu entsagen, sich aufzuwenden, Mühsal zu ertragen und einen Preis zu zahlen“, dachte ich. „Wie konnte Gott sie nicht behüten und beschützen und stattdessen zulassen, dass sie so eine schreckliche Krankheit bekommt? Ich habe auch jahrelang Dingen entsagt und mich aufgewendet. Ich gab meine Pflicht nicht auf, selbst als ich von meinem Mann verfolgt wurde. Jetzt bin ich fast 50, und meine Nackenprobleme und Schulterschmerzen werden schlimmer. Ich weiß nicht einmal, ob Gott mich in Zukunft bewahren wird! Was, wenn ich eines Tages so eine ernste Krankheit bekomme wie sie?“ Ich traute mich nicht, weiterzudenken, und wurde unweigerlich etwas niedergeschlagen. In dieser Zeit machte ich mir ständig Sorgen um Guo Lis Verfassung. Als ich erfuhr, dass sie inmitten ihrer Schmerzen die Wahrheit suchte, über ihre verdorbene Disposition nachdachte und sie verstand, dass sie sich Gott ohne Klagen unterwerfen konnte und immer noch ihre Pflicht tat, so gut sie konnte, ertappte ich mich bei der Hoffnung, dass Gott sie aufgrund ihres wahren Glaubens und all dessen, was sie für Ihn aufgewendet hatte, beschützen und ihre Krankheit heilen würde. Jedes Mal, wenn wir uns danach trafen, erkundigte ich mich als Erstes nach ihrer Verfassung. Einmal erzählte mir Guo Li, ihr Arzt habe gesagt, es gäbe keinen ernsthaften Grund zur Sorge mehr. Als ich diese Nachricht hörte, war ich besonders glücklich und dachte: „Es scheint, als würde Gott wirklich diejenigen beschützen, die sich aufrichtig für Ihn aufwenden. Obwohl Gottes Werk in diesem Stadium nicht wie das Werk des Herrn Jesus im Zeitalter der Gnade ist, in dem Er Kranke heilte und Dämonen austrieb, wird Gottes Werk des Gerichts, der Züchtigung, der Prüfungen und der Läuterung auch von Seinen Segnungen begleitet. Solange Menschen im Laufe ihrer Krankheit ihre Lektionen lernen, sich nicht über Gott beschweren und in ihrem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben, wird Er sie dennoch bewahren. Es ist genau wie damals, als Hiob Gottes Prüfungen durchmachte. Er verlor sein großes Vermögen und alle seine Kinder, und sein Körper war mit schmerzhaften Geschwüren bedeckt, dennoch pries er Gottes Namen ohne zu klagen und blieb in seinem Zeugnis für Gott standhaft. Am Ende wurde seine Krankheit geheilt, und Gott segnete ihn mit noch mehr Reichtum als zuvor. Seine Kinder waren schöner, und seine Lebenszeit verdoppelte sich. Gott ist so gerecht!“ Bei diesem Gedanken verschwand meine Niedergeschlagenheit sofort, und ich hatte wieder Kraft für meine Pflicht.
Zu meiner Überraschung hörte ich ein paar Monate später, dass Guo Lis Krebs zurückgekehrt war und ihr Arm amputiert werden musste. Mir wurde schwer ums Herz. „Wie konnte es zu diesem Ergebnis kommen? Guo Li glaubt wahrhaftig an Gott, sie hat den Dingen jahrelang entsagt und sich jahrelang aufgewendet, und selbst als sie schwer krank wurde, verriet sie Gott nicht und tat ihre Pflicht, so gut sie konnte. Warum hat Gott sie nicht vollständig geheilt? Warum musste ihr Arm amputiert werden?“ Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. „Sie ist in ihrem Zeugnis standhaft geblieben, warum hat Gott sie also nicht beschützt? Offenbar garantieren das Entsagen und das Sich-Aufwenden für Gott nicht Seine Fürsorge und Seinen Schutz! Gott gewährt denen, die wirklich an Ihn glauben, Dingen entsagen und sich aufwenden, nicht einmal besondere Belohnungen oder Segnungen. Wenn der Glaube an Gott zu einem Ende wie dem von Guo Li führt, ist es das einfach nicht wert!“ Ich konnte so ein Ergebnis damals nicht akzeptieren. Meine Auffassungen, Missverständnisse und Urteile über Gott kamen alle unkontrolliert in mir hoch. Ich wusste nicht einmal, worüber ich in Versammlungen Gemeinschaft halten sollte. Mein Herz fühlte sich eiskalt und wie ausgehöhlt an, und der Schmerz war unbeschreiblich. Ich war extrem niedergeschlagen. Ich dachte daran, wie auch ich meine Familie verlassen und meinen Job aufgegeben hatte, um jahrelang meine Pflicht zu tun. Jetzt hatte mein Mann eine andere Frau gefunden, und ich hatte nicht einmal ein Zuhause, in das ich zurückkehren konnte. Was würde ich tun, wenn ich eines Tages schwer krank würde und Gott mich nicht heilte? Ich konnte nicht anders, als mich zu grämen und mir Sorgen um meine eigene Zukunft zu machen und darüber, was aus mir werden würde. An jenem Tag konnte ich nicht einmal zu Abend essen, und ich hatte keine Lust, die Probleme zu lösen, die die Teammitglieder gemeldet hatten. Ich ging an diesem Abend sehr früh ins Bett. In dieser Zeit war ich immer sehr niedergeschlagen, wenn ich an Guo Lis Krankheit dachte, und verlor jede Motivation für meine Pflicht. Ich versäumte es, die Schwierigkeiten und Probleme der Neulinge rechtzeitig nachzuverfolgen und zu lösen, was dazu führte, dass mehr von ihnen nicht mehr regelmäßig an Versammlungen teilnahmen. Obwohl ich Selbstvorwürfe in meinem Herzen spürte, konnte ich nicht die Kraft aufbringen, meine Pflicht zu tun. Als das Wetter etwas kälter wurde und ich an einen weit entfernten Ort fahren musste, wollte ich nicht dorthin. Ich fragte mich einfach, warum ich mich noch so anstrengen sollte, wenn all mein Entsagen und meine Aufwendung mir nicht zwangsläufig Gottes Fürsorge und Schutz einbringen würden. Ich bereute sogar, alles aufgegeben zu haben, um herauszukommen und meine Pflicht zu tun, aus Angst, dass all die Jahre der Mühe umsonst gewesen wären, wenn ich wie Guo Li mit einer schweren Krankheit enden würde, die Gott nicht heilen würde. Mein Herz war in dieser Zeit in Finsternis gehüllt, und ich wusste nicht, was ich sagen sollte, wenn ich betete. Ich begann darüber nachzudenken, warum ich so mutlos geworden war, nachdem ich vom Wiederaufflammen von Guo Lis Krankheit erfahren hatte.
Eines Tages las ich während meiner Andachten eine Passage aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis für meinen Zustand. Gott sagt: „Manche Leute denken, dass der Glaube an Gott Frieden und Freude bringen sollte und dass sie, wenn sie mit einer Situation konfrontiert werden, nur zu Gott beten müssen und Gott sie anhören, ihnen Gnade und Segen gewähren und sicherstellen wird, dass alles friedlich und reibungslos für sie verläuft. Ihr Zweck beim Glauben an Gott ist es, Gnade zu suchen, Segen zu erlangen und Frieden und Glück zu genießen. Aufgrund dieser Ansichten entsagen sie ihren Familien oder kündigen ihre Arbeit, um sich für Gott aufzuwenden, und können Mühsal ertragen und einen Preis zahlen. Sie glauben, dass sie, solange sie Dingen entsagen, sich für Gott aufwenden, Mühsal ertragen und fleißig arbeiten und dabei bemerkenswertes Verhalten zeigen, Gottes Segnungen und Seine Gunst erlangen werden, und dass, egal auf welche Schwierigkeiten sie stoßen, Gott sie lösen und ihnen in allem einen Weg eröffnen wird, wenn sie nur zu Ihm beten. Das ist die Sichtweise der Mehrheit der Menschen, die an Gott glauben. Die Leute meinen, dass diese Sichtweise legitim und korrekt ist. Dass viele Menschen ihren Glauben an Gott jahrelang aufrechterhalten können, ohne ihren Glauben aufzugeben, hängt direkt mit dieser Sichtweise zusammen. Sie denken: ‚Ich habe so viel für Gott aufgewendet, mein Verhalten war so gut, und ich habe keine bösen Taten begangen; Gott wird mich sicher segnen. Weil ich für jede Aufgabe viel gelitten und einen hohen Preis bezahlt habe und alles gemäß Gottes Worten und Anforderungen getan habe, ohne Fehler zu machen, sollte Gott mich segnen; Er sollte sicherstellen, dass alles für mich reibungslos verläuft und dass ich oft Frieden und Freude in meinem Herzen habe und Gottes Gegenwart genieße.‘ Ist das nicht eine menschliche Auffassung und Einbildung? … Wenn das, was Gott tut, nicht mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt, entwickeln sie schnell Klagen und Missverständnisse über Ihn in ihren Herzen. Sie fühlen sich sogar ungerecht behandelt und fangen dann an, mit Gott zu streiten, und sie richten und verurteilen Ihn vielleicht sogar. Unabhängig davon, welche Auffassungen und Missverständnisse die Menschen entwickeln: Aus Gottes Perspektive behandelt Er niemanden gemäß menschlichen Auffassungen oder Wünschen, noch handelt Er selbst nach diesen Dingen. Gott tut immer, was Er zu tun wünscht, gemäß Seiner eigenen Art und basierend auf Seiner eigenen Dispositionsessenz. Gott hat Grundsätze dafür, wie Er eine jede Person behandelt; keine Seiner Handlungen gegenüber einer jeden Person basiert auf menschlichen Auffassungen, Einbildungen oder Vorlieben – das ist der Aspekt von Gottes Werk, der am meisten im Widerspruch zu menschlichen Auffassungen steht. … Wenn Menschen darauf bestehen, an ihren Auffassungen festzuhalten, entwickeln sie Widerstand gegen Gott – das geschieht ganz natürlich. Wo liegt die Wurzel des Widerstands? Sie liegt in der Tatsache, dass das, was die Menschen normalerweise in ihren Herzen haben, ohne Zweifel ihre Auffassungen und Einbildungen sind und nicht die Wahrheit. Daher können Menschen, wenn sie damit konfrontiert werden, dass Gottes Werk nicht mit menschlichen Auffassungen übereinstimmt, Gott trotzen und Urteile gegen Ihn fällen. Das beweist, dass die Menschen grundlegend kein Herz der Unterwerfung unter Gott haben, dass ihre verdorbene Disposition weit davon entfernt ist, gereinigt zu werden, und dass sie im Wesentlichen gemäß ihrer verdorbenen Disposition leben. Sie sind immer noch unglaublich weit davon entfernt, Rettung zu erlangen“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (16)). Erst nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, wurde mir klar, dass meine heftige Reaktion auf die Nachricht von Guo Lis erneutem Krebs und ihrer Armamputation darauf beruhte, dass mein Glaube an Gott schon immer auf meinen eigenen Auffassungen und Vorstellungen basierte. Ich glaubte, dass, solange jemand aufrichtig an Gott glaubte und in der Lage war, bei seiner Pflicht Dingen zu entsagen, sich aufzuwenden, zu leiden und einen Preis zu zahlen, Gott ihm Gnade und Segnungen gewähren und ihn sicher und wohlbehalten, frei von Krankheit und Katastrophen halten würde. Selbst wenn dieser Person irgendein Unheil widerführe, würde Er sie bewahren, solange sie aufrichtig zu Gott betete, sich auf Ihn verließ und bei ihrer Pflicht beharrlich war. Da ich sah, dass Guo Li jahrelang Dingen entsagt, sich aufgewendet, viel Mühsal ertragen und einen großen Preis gezahlt hatte, und besonders, dass sie inmitten ihrer Krankheit immer noch zu Gott beten, ihre Lektionen lernen und in ihrer Pflicht beharrlich sein konnte, hatte ich das Gefühl, dass Gott sie hätte segnen und beschützen sollen. Ich hatte nie erwartet, dass ihre Krankheit zurückkehren und ihr Arm amputiert werden würde. Das versetzte meinen Auffassungen einen schweren Schlag und zerstörte meine Hoffnung, durch den Glauben an Gott Segnungen zu erlangen. Ich dachte sofort: Wenn ich eines Tages wie Guo Li schwer krank würde und Gott mich trotz meiner Gebete nicht heilte, dann hätte der Glaube an Gott keinen Sinn. Ich entwickelte Auffassungen und Widerstand gegen Gott und urteilte in meinem Herzen, dass Er ungerecht sei. Ich wurde so negativ, dass ich jegliche Motivation verlor, meine Pflicht zu tun, anfing, mir Sorgen um meine eigene Zukunft zu machen, und sogar bereute, überhaupt allem entsagt zu haben, um meine Pflicht zu tun. Erst dadurch, dass Gott mich enthüllte, sah ich, dass mein Glaube an Ihn nur ein Versuch war, mit Ihm zu verhandeln. Ich wollte mein Entsagen und meine Aufwendung nutzen, um Seine Gnade und Segnungen einzufordern; ich tat überhaupt nicht die Pflicht eines geschaffenen Wesens. Es war genau wie bei Paulus, der glaubte: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit“ (2 Timotheus 4,7-8). Er benutzte sein Umherlaufen und seine Aufwendung als Verhandlungsmasse, um eine Krone der Gerechtigkeit von Gott zu fordern, und versuchte, mit Ihm zu verhandeln, als ob er ein Anrecht darauf hätte, und versuchte, Ihn zu benutzen, um sein eigenes verachtenswertes Ziel zu erreichen, Segnungen und Vorteile zu erlangen. Gott hat nie gesagt, dass Menschen in das Himmelreich eingehen können, nur weil sie umherlaufen und sich aufwenden. Paulus behandelte seine eigenen Auffassungen und Vorstellungen aus reinem Wunschdenken als die Wahrheit, die es anzustreben galt. Er glaubte überhaupt nicht an Gott, sondern an sich selbst. Der Weg, den er beschritt, war der des Widerstands gegen Gott, und am Ende erlitt er Gottes Bestrafung. Ich hatte mein Entsagen, mein Leiden und den Preis, den ich zahlte, als Verhandlungsmasse behandelt, um Gottes Segnungen zu erlangen. Ich behandelte Gott überhaupt nicht als den Schöpfer; ich hatte Ihn ständig getäuscht und benutzt. Dies verletzt Gottes Disposition, und wenn ich keine Buße täte, würde ich am Ende auch ausgemustert werden. Erst da wurde mir klar, dass es sehr gefährlich ist, an Gott zu glauben, ohne nach der Wahrheit zu streben, und blindlings Segnungen und Gnade zu suchen. Eines Tages könnte eine große Prüfung kommen, und ich könnte Gott verraten und enthüllt und ausgemustert werden.
Danach dachte ich weiter nach. Ich glaubte schon seit so vielen Jahren an Gott und wusste aus der Glaubenslehre, dass ich keine Geschäfte mit Gott machen sollte, aber warum war mein Verlangen nach Segnungen immer noch so tief verwurzelt? Während meiner Andachten las ich Gottes Worte: „In den Augen der Antichristen und ihren Gedanken und Ansichten nach muss es mit Vorteilen verbunden sein, wenn man Gott folgt; ohne Vorteile rühren sie keinen Finger. Wenn es keinen Ruhm, Gewinn oder Status zu genießen gibt, wenn keine der Arbeiten, die sie verrichten, oder der Pflichten, die sie tun, ihnen die Bewunderung anderer einbringt, dann hat es keinen Sinn, dass sie an Gott glauben und ihre Pflichten ausführen. … In ihrem Glauben möchten Antichristen nur gesegnet werden, und wollen keine Not leiden. Wenn sie jemanden sehen, der gesegnet ist, der Vorteile erlangt hat, dem Gnade zuteilgeworden ist und der mehr materielle Genüsse sowie große Vorteile erhalten hat, glauben sie, dass dies auf Gottes Tun zurückzuführen ist, und wenn sie keine solchen materiellen Segnungen erhalten, dann handelt es sich nicht um Gottes Tun. Gemeint ist: ‚Wenn du wirklich Gott bist, dann kannst du die Menschen nur segnen; du solltest die Not der Menschen verhindern und nicht zulassen, dass sie Leid erfahren. Nur dann hat es Wert und Sinn für die Menschen, an dich zu glauben. Wenn Menschen dir folgen und danach immer noch von Not heimgesucht werden, wenn sie immer noch leiden, was hat es dann für einen Sinn, an dich zu glauben?‘ Sie erkennen nicht an, dass alle Dinge und Ereignisse in Gottes Hand liegen, dass Gott über alles herrscht. Und warum erkennen sie das nicht an? Weil Antichristen Angst davor haben, Not zu leiden. Sie wollen nur profitieren, sich Vorteile verschaffen und Segnungen genießen; sie wollen Gottes Herrschaft oder Orchestrierung nicht annehmen, sondern nur Vorteile von Gott erhalten. Das ist die selbstsüchtige und verachtenswerte Sichtweise der Antichristen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 10 (Teil 6)). „Alle verdorbenen Menschen leben für sich selbst. Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel – das ist die Zusammenfassung der menschlichen Natur. Menschen glauben an Gott um ihrer selbst willen; wenn sie Dingen entsagen und sich für Gott aufwenden, ist es, um gesegnet zu werden, und wenn sie Ihm gegenüber hingebungsvoll sind, ist das immer noch nur, um belohnt zu werden. Alles in allem, erfolgt alles mit dem Ziel, gesegnet und belohnt zu werden und in das Himmelreich einzugehen. Innerhalb der Gesellschaft arbeiten die Menschen zu ihrem eigenen Nutzen und im Hause Gottes führen sie ihre Pflicht aus, um gesegnet zu werden. Dass Menschen allem entsagen und viel Leid ertragen können, gilt dem Erlangen von Segnungen: Es gibt keinen besseren Beweis für die satanische Natur des Menschen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gott entlarvt, dass Antichristen nur an Ihn glauben, um Segnungen und Vorteile von Ihm zu erlangen und vor Unglück beschützt zu werden. Wenn sie keine Segnungen erlangen können, haben sie das Gefühl, dass der Glaube an Gott bedeutungslos ist, und sie werden Ihm den Rücken kehren. Dies wird gänzlich durch die selbstsüchtige und verachtenswerte Natur der Antichristen bestimmt. Als ich über mich selbst nachdachte, sah ich, dass auch ich nach satanischen Giften wie „Jeder für sich und den Letzten holt der Teufel“ und „Wenn es ihnen keinen Nutzen bringt, rühren sie keinen Finger“ lebte. Alles, was ich tat, wurde von Eigeninteresse angetrieben und musste mir nützen. Bevor ich an Gott glaubte, war ich immer gebrechlich und kränklich. Aber nachdem ich angefangen hatte zu glauben und meine Pflicht zu tun, wurden all meine Krankheiten geheilt. Da ich solch eine große Gnade von Gott empfangen hatte, beschloss ich, ernsthaft zu glauben, da ich dachte, dass ich, solange ich das täte und Dingen entsagte und mich für Gott aufwendete, noch mehr Seiner Segnungen und Seines Schutzes empfangen würde. Deshalb tat ich aktiv meine Pflicht, egal, wie mein Mann mich verfolgte oder versuchte, mich aufzuhalten, und deshalb war ich bereit, jede Mühsal zu ertragen. Aber als ich sah, dass Guo Li nach so vielen Jahren der Pflichtausführung eine so schwere Krankheit bekommen hatte, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass das Entsagen und die Aufwendung nicht unbedingt Gottes Segnungen und Schutz mit sich brachten. Was hatte es also für einen Sinn, meine Pflicht zu tun? So lebte ich in Negativität und widersetzte mich Gott, verlor jegliche Motivation, meine Pflicht zu tun, und bereute sogar, von zu Hause weggegangen zu sein, um sie zu tun. Ich sah, dass meine Natur so selbstsüchtig und betrügerisch war; ich war einfach ein Mensch, der Eigeninteresse an die erste Stelle setzte! Es war Gottes Gnade, dass ich zu Seinem Haus kommen und eine Pflicht tun konnte. Gott hoffte, dass ich nach der Wahrheit streben würde, um eine Änderung meiner Disposition zu erreichen, mich vollständig von Satans Fesseln zu befreien und normale Menschlichkeit auszuleben. Aber ich strebte nicht im Geringsten nach der Wahrheit; ich dachte nur daran, Segnungen und Vorteile zu erlangen. Als ich Gottes Schutz und Gnade empfing, war ich bereit, Dingen zu entsagen, mich aufzuwenden und sogar zu leiden. Aber sobald Gottes Werk nicht mit meinen Auffassungen im Einklang stand und mein Verlangen nach Segnungen zerstört wurde, änderte sich meine Einstellung zu meiner Pflicht augenblicklich. Ich wurde negativ, widerständig und oberflächlich, und ich bereute sogar, meine Pflicht getan zu haben. Ich wurde ein völlig anderer Mensch. Ich sah, dass das Leben nach satanischen Regeln mich unglaublich selbstsüchtig und verachtenswert gemacht und mich jeder Menschlichkeit beraubt hatte. Mein Glaube war ein Versuch, Gott zu benutzen und zu täuschen, und ich beschritt den Pfad des Widerstands gegen Ihn. Wenn ich nicht umkehrte, würde ich nur ausgemustert werden. Ich dachte an Gottes Worte: „Inwiefern ist es falsch, das Streben nach Segnungen als Ziel zu betrachten? Es ist das völlige Gegenteil zur Wahrheit und stimmt nicht mit Gottes Absicht, die Menschen zu retten, überein“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Praktizieren der Wahrheit ist der einzige Weg, um den Lebenseintritt zu gewinnen). Gott rettet Menschen, um ihre verdorbenen Dispositionen zu reinigen und sie letztendlich in Sein Königreich zu bringen. Ich jedoch war nur auf unmittelbare Gnade und Segnungen fokussiert und strebte nicht nach der Wahrheit. War dies nicht ein Abweichen von Gottes Anforderungen? Am Ende würde ich sicherlich nichts gewinnen.
Später las ich zwei weitere Passagen aus Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis für Gottes gerechte Disposition. Der Allmächtige Gott sagt: „Gerechtigkeit ist keineswegs Fairness oder Vernunft. Sie ist nicht Gleichmacherei oder eine Frage dessen, dir bereitzustellen, was du verdienst, je nachdem, wie viel Arbeit du erledigt hast, oder dich für die geleistete Arbeit zu bezahlen oder dir den Anteil zu geben, je nachdem, welche Mühe du aufwendest. Dies ist keine Gerechtigkeit, es bedeutet nur, fair und vernünftig zu sein. Nur wenige Menschen sind fähig, Gottes gerechte Disposition zu erkennen. Angenommen, Gott hätte Hiob vernichtet, nachdem Hiob Ihn bezeugt hatte: Wäre das gerecht? Tatsächlich wäre es das. Warum nennt man dies Gerechtigkeit? Wie sehen Menschen Gerechtigkeit? Wenn etwas mit den Auffassungen der Menschen übereinstimmt, dann ist es für sie sehr leicht zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn sie hingegen meinen, etwas stimme nicht mit ihren Auffassungen überein – wenn es etwas ist, das sie nicht begreifen können –, dann wäre es für sie schwierig zu sagen, dass Gott gerecht ist. Wenn Gott Hiob damals vernichtet hätte, hätten die Menschen nicht gesagt, Er sei gerecht. Aber muss Gott Sich eigentlich rechtfertigen, wenn Er Menschen vernichtet, egal, ob sie verdorben sind oder nicht, ob sie zutiefst verdorben sind oder nicht? Muss Er den Menschen erklären, auf welcher Grundlage Er dies tut? Muss Gott den Menschen die Regeln erklären, die Er aufgestellt hat? Das ist nicht nötig. In Gottes Augen ist jemand, der verdorben ist und sich Gott widersetzen könnte, wertlos; wie Gott mit ihm umgeht, wird angemessen sein, und alles ist von Gott angeordnet. Wenn du in Gottes Augen missfällig wärst und Er sagen würde, dass Er dich nach deinem Zeugnis nicht mehr gebrauchen kann und dich deshalb vernichtet, wäre das auch Seine Gerechtigkeit? Das wäre es. … Alles, was Gott tut, ist gerecht. Auch wenn die Menschen nicht in der Lage dazu sein mögen, Gottes Gerechtigkeit wahrzunehmen, sollten sie nicht nach Belieben Beurteilungen vornehmen. Wenn Menschen etwas, das Er tut, unvernünftig erscheint, oder wenn sie irgendwelche Auffassungen dazu haben und sie das dann dazu bringt zu sagen, dass Er nicht gerecht ist, dann sind sie höchst unvernünftig“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Nichts, was Gott tut, ist falsch, und du musst Seine Gerechtigkeit preisen. Egal, was Gott tut, es ist immer richtig, und selbst wenn du Auffassungen über Gottes Taten hegst und glaubst, dass Sein Handeln keine Rücksicht auf menschliche Gefühle nimmt oder dir nicht gefällt, solltest du Gott dennoch preisen. Warum solltest du das tun? Ihr kennt den Grund nicht, oder? Das ist eigentlich sehr leicht zu erklären: Es ist, weil Gott Gott ist und du ein Mensch; Er ist der Schöpfer, du bist ein geschaffenes Wesen. Du bist nicht qualifiziert zu fordern, dass Gott auf eine bestimmte Weise handelt oder dass Er dich auf eine bestimmte Weise behandelt, wohingegen Gott qualifiziert ist, Anforderungen an dich zu stellen. Segen, Gnade, Belohnungen, Kronen – wie und wem all diese Dinge gegeben werden, das entscheidet Gott. … Die Identität, der Status und das Wesen Gottes können niemals mit der Identität, dem Status und dem Wesen des Menschen gleichgesetzt werden, noch werden diese Dinge jemals eine Veränderung erfahren – Gott wird für immer Gott sein, und der Mensch wird für immer Mensch sein. Wenn ein Mensch dies verstehen kann, was sollte er dann tun? Er sollte sich Gottes Souveränität und Seinen Anordnungen unterwerfen – das ist die rationalste Vorgehensweise, und daneben gibt es keinen anderen wählbaren Weg. Wenn du dich nicht unterwirfst, dann bist du rebellisch, und wenn du trotzt und argumentierst, dann bist du unerhört rebellisch und solltest vernichtet werden. Fähig zu sein, sich Gottes Souveränität und Seinen Anordnungen zu unterwerfen, zeigt, dass du Vernunft hast; das ist die Haltung, die Menschen haben müssen, und nur das ist die Haltung, die geschaffene Wesen haben sollten“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 12: Wenn sie keinen Status haben oder nicht darauf hoffen können, Segnungen zu erhalten, wollen sie sich zurückziehen). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, spürte ich, wie sie mein Herz durchbohrten, und ich sah, dass ich überhaupt kein Verständnis für Gottes gerechte Disposition hatte. In meinen Auffassungen bedeutete Gottes Gerechtigkeit, fair und vernünftig zu sein; dass man, wenn man sich anstrengte, belohnt würde. Ich glaubte, Gott sollte denen Gnade und Segnungen gewähren, die leiden und sich für Ihn aufwenden, und dass Er sie besonders dann, wenn sie bei Prüfungen in ihrem Zeugnis standhaft blieben, noch mehr segnen und beschützen und ihre Krankheiten heilen sollte. Da Guo Li beispielsweise ihre Familie verlassen und ihren Job aufgegeben hatte, um jahrelang ihre Pflicht zu tun, und nun eine schwere Krankheit hatte, dachte ich, Gott sollte sie angesichts all ihrer Jahre des Entsagens und des Sich-Aufwendens für Ihn beschützen und ihre Krankheit heilen. Aber am Ende ging es ihr nicht nur nicht besser, ihr Arm musste sogar amputiert werden. Also beschwerte ich mich, dass Gott rücksichtslos sei, und urteilte, dass Er ungerecht sei. Mein Maßstab für die Bemessung von Gottes Gerechtigkeit war, dass jemand, der sich anstrengte, belohnt werden musste, und dass Gott eine Anstrengung oder Aufwendung im gleichen Ausmaß zu belohnen hatte. Diese Sichtweise ist so verzerrt! Gott ist der Schöpfer, und ich bin ein geschaffenes Wesen. Alles, was ich genieße, sowie mein Leben selbst, ist von Gott gegeben. Es ist vollkommen natürlich und gerechtfertigt, dass ich Gott folge und meine Pflicht tue. Ob Gott mir Gnade und Segnungen gewährt, ist Seine eigene Angelegenheit. Ich habe kein Recht, Forderungen an Gott zu stellen; ich sollte Seine Herrschaft und Anordnungen bedingungslos akzeptieren, mit einem unterwürfigen Herzen. Außerdem hat alles, was Gott in den Menschen tut, eine Bedeutung und beinhaltet Seine Weisheit. Ich sollte die Dinge nicht aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes betrachten, und noch weniger sollte ich alles, was Gott tut, aufgrund meiner eigenen Auffassungen und Vorstellungen beurteilen. Es ist genau wie bei Hiob. Er fürchtete Gott und mied das Böse, doch er war mit dem Verlust seines Besitzes und dem Tod seiner Kinder konfrontiert, und sein eigener Körper war mit schmerzhaften Geschwüren bedeckt. In den Augen der Menschen erlitt er Unheil, aber Gott nutzte diese Prüfung, um seinen wahren Glauben an Ihn zu vervollkommnen. Hiob wurde in Gottes Augen ein vollkommener Mensch, und Satan hatte kein Recht mehr, ihn anzuklagen oder in Versuchung zu führen. Es gibt auch Gottes gute Absichten in der Krankheit, die Guo Li widerfahren ist. Obwohl sie krank wurde und ihr Fleisch litt, würde sich das Leiden lohnen, wenn sie die Wahrheit suchen, ihre Lektionen lernen und wahren Glauben an Gott und Unterwerfung unter Ihn erlangen könnte. Ich konnte die Dinge nicht länger aufgrund meiner eigenen Auffassungen und Vorstellungen betrachten. Gott ist immer gerecht, und egal, was Er tut, es beinhaltet Seine guten Absichten und Seine Weisheit. Als ich das verstand, hellte sich mein Herz erheblich auf.
Während meiner Andachten las ich Gottes Worte und verstand die richtige Sichtweise, die man beim Glauben an Gott haben sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Beim Erfahren von Gottes Werk geht es nicht darum, sich an Gnade zu erfreuen, sondern vielmehr darum, für deine Liebe zu Ihm zu leiden. Da du dich an Gottes Gnade erfreust, musst du dich auch an Seiner Züchtigung erfreuen – du musst alles davon erfahren. Du kannst Gottes Erleuchtung in dir erfahren, und du kannst auch erfahren, wie Er mit dir umgeht und dich richtet. Auf diese Weise wird deine Erfahrung allumfassend sein. Gott hat Sein Werk des Gerichts und der Züchtigung an dir durchgeführt. Gottes Wort hat sich mit dir befasst, doch nicht nur das – es hat dich auch erleuchtet und erhellt. Wenn du negativ und schwach bist, macht Gott Sich Sorgen um dich. Dieses gesamte Werk soll dich wissen lassen, dass alles, was den Menschen betrifft, innerhalb der Orchestrierungen Gottes liegt. Du magst glauben, dass es beim Glauben an Gott um Leiden geht oder darum, alle möglichen Dinge für Ihn zu tun; du magst denken, der Zweck im Glauben an Gott liege darin, dass dein Fleisch in Frieden sein kann oder damit alles in deinem Leben glattläuft oder damit du es in allen Dingen bequem hast und dich wohlfühlst. Doch die Menschen sollten ihren Glauben an Gott mit keinem dieser Zwecke behaften. Wenn du dieser Zwecke wegen glaubst, dann ist deine Sichtweise falsch und es ist schlichtweg unmöglich, dass du vervollkommnet wirst. Gottes Handlungen, Gottes gerechte Disposition, Seine Weisheit, Seine Worte und Seine Wunderbarkeit und Unergründlichkeit sind alles Dinge, die die Menschen verstehen sollten. Da du dieses Verständnis hast, solltest du es nutzen, um dein Herz von allen persönlichen Forderungen, Hoffnungen und Auffassungen zu befreien. Nur indem du diese Dinge beseitigst, kannst du die von Gott geforderten Bedingungen erfüllen, und nur dadurch kannst du über Leben verfügen und Gott zufriedenstellen. Der Zweck, an Gott zu glauben, liegt darin, Ihn zufriedenzustellen und die Disposition auszuleben, die Er verlangt, damit Seine Handlungen und Seine Herrlichkeit durch diese Gruppe unwürdiger Menschen verwirklicht werden können. Das ist die richtige Sichtweise für den Glauben an Gott und es ist auch das Ziel, das du verfolgen solltest. Du solltest die richtige Ansicht zum Glauben an Gott haben und du solltest danach streben, Gottes Worte zu erlangen. Du musst Gottes Worte essen und trinken und du musst die Wahrheit ausleben können, und insbesondere musst du Seine praktischen Taten sehen können, Seine wundervollen Taten im ganzen Universum sowie das praktische Werk, das Er im Fleisch vollbringt. Durch ihre praktischen Erfahrungen können die Menschen schätzen, wie Gott Sein Werk an ihnen vollbringt und was Sein Wille für sie ist. Der Zweck liegt bei all dem darin, die verdorbene satanische Disposition der Menschen zu beseitigen. Mit der ganzen Unreinheit und Ungerechtigkeit in dir abgestoßen und deinen falschen Absichten verworfen und einem entstandenen wahren Glauben an Gott – nur mit einem wahren Glauben kannst du Gott wirklich lieben“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Diejenigen, die vervollkommnet werden sollen, müssen Läuterung unterzogen werden). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass der Glaube an Gott nicht dazu dient, Segnungen von Ihm zu empfangen. Die Hauptsache ist, Gottes Gericht, Züchtigung, Prüfungen und Läuterung zu erfahren, um die eigene verdorbene Disposition abzulegen und Seine Errettung zu erlangen. Wenn ich an meine Jahre des Glaubens zurückdenke, hatte ich so viel von der Bewässerung und Versorgung durch Gottes Worte genossen, aber nicht nach der Wahrheit gestrebt. Ich war darauf aus, Gottes Gnade und Segnungen zu genießen, und meine Lebensdisposition hatte sich nicht im Geringsten geändert. Guo Lis Krankheit diente wahrlich als Offenbarung meines eigenen Zustands. Von nun an muss ich mich darauf konzentrieren, Gottes Werk in den Dingen zu erfahren, die mir passieren. Besonders in Angelegenheiten, die nicht mit meinen eigenen Auffassungen im Einklang stehen, muss ich die Wahrheit suchen, über mich selbst nachdenken, mich selbst erkennen und meine verdorbenen Dispositionen beseitigen. Sobald ich diese Dinge verstanden hatte, machte ich mir keine Sorgen mehr darüber, ob ich in Zukunft Segnungen empfangen würde. Ich war auch in der Lage, mein Herz meiner Pflicht zu widmen und darüber nachzudenken, wie ich die Neulinge gut bewässern und meine Pflicht so erfüllen konnte, dass ich Gott zufriedenstellte. Egal, welche Krankheit oder welches Unglück mir in Zukunft widerfährt, ich bin bereit, es mit einem Gott unterwürfigen Herzen zu erfahren, wobei ich mich darauf konzentriere, nach der Wahrheit zu streben und meine Pflicht gut zu tun.
Im Juli 2023 sah ich Guo Li wieder. Obwohl einer ihrer Arme amputiert worden war, hielt sie weiterhin an ihrer Gastgeberpflicht fest. Als wir darüber sprachen, wie sie sich angesichts der Amputation fühlte, sagte sie mir ruhig und gelassen: „Gott sei Dank! Ich bin über siebzig Jahre alt. Die anderen, die zur gleichen Zeit wie ich krank wurden, sind alle verstorben, aber ich lebe noch. Das ist Gottes größter Schutz. Obwohl ich diese schwere Krankheit hatte, habe ich so viel daraus gewonnen. In diesem Leben so viele von Gottes Worten hören zu können und meine Pflicht tun zu können – das ist genug. Das ist Gottes Gnade! Ich bitte um nichts anderes. Ich bitte nur darum, dass ich an jedem Tag, den ich lebe, meine Pflicht so tun kann, dass ich Gott zufriedenstelle!“ Als ich Guo Lis Worte hörte, fühlte ich mich sowohl beschämt als auch tief inspiriert, und ich gewann auch die Zuversicht, Gottes Werk zu erfahren. Dank sei Gott!