64. Wie man inmitten von Gefahr seiner Pflicht treu bleibt
Im Juli 2023 war ich gerade eine Leiterin in der Kirche geworden. Am 13. August kehrte ich nach meiner Arbeit zu meiner Gastfamilie zurück. Als ich die Tür öffnete, zuckte ich bei dem Anblick, der sich mir bot, zusammen. Drinnen war alles auf den Kopf gestellt, ein einziges Chaos, und im Wohnzimmer und in der Küche brannte noch Licht. Schlagartig wurde mir klar: „Oh nein, es ist etwas passiert! Meine Arbeitspartnerin, die Predigerin Sun Fei und unsere Gastgeberin sind vielleicht verhaftet worden.“ Ich stürmte ins Schlafzimmer und sah, dass auch dieser Raum auf den Kopf gestellt worden war. Ich wurde unwillkürlich nervös und dachte: „Wenn die Polizei eine Kamera im Haus installiert hat und sieht, dass ich hierherkomme, weiß sie, dass ich eine wichtige Pflicht tue. Sie werden bestimmt kommen und mich verhaften.“ In Panik packte ich hastig ein paar Kleider und ging. Ich ging zu einer anderen Gastunterkunft. In dieser Nacht wälzte ich mich hin und her und fand keinen Schlaf. Ich dachte bei mir: „Die verhafteten Schwestern kennen die Einzelheiten über das Personal mehrerer Kirchen und wissen auch, in welchem Haus die Bücher aufbewahrt werden. Außerdem enthalten ihre Computer Informationen über die Identitäten von Brüdern und Schwestern. Wenn keine Zeit war, die Computer herunterzufahren, könnten diese Informationen der Polizei in die Hände gefallen sein, und noch mehr Brüder und Schwestern könnten verhaftet werden. Es müssen jetzt schnellstmöglich die Nachwirkungen bewältigt werden. Zuerst muss ich die Brüder und Schwestern benachrichtigen, deren Sicherheit gefährdet ist, damit sie sich schnell verstecken, und dann muss ich die Bücher mit den Worten Gottes wegschaffen.“ Doch dann dachte ich daran, dass ich mich ganz allein um all diese Nachwirkungen kümmern musste, ohne jemanden zu haben, mit dem ich mich besprechen konnte. Ich tat diese Pflicht noch nicht lange, verstand viele Aufgaben nicht und hatte bei vielen noch nicht den rechten Durchblick. Wie sollte ich die Nachwirkungen bewältigen? Beim Gedanken an diese echten Schwierigkeiten fühlte es sich an, als würde ein Felsbrocken auf meinem Herzen lasten; ich fühlte mich sehr bedrückt. Ich hatte auch etwas Angst. Ich befürchtete, die Polizei würde die Aufnahmen der Überwachungskameras prüfen, mich entdecken und verhaften. Wenn ich verhaftet würde, der Folter der Polizei nicht standhalten könnte, Gott verriete und zu einem Judas würde, dann würde ich nach meinem Tod sogar zur Bestrafung in die Hölle geworfen werden. Ich glaubte seit einem Jahrzehnt an Gott und wollte nicht, dass mein Ende so aussieht. Ich wollte Gott bis zum Ende folgen und den Tag erleben, an dem Gott verherrlicht wird. Angesichts dieser echten Schwierigkeiten und der Ungewissheit der Zukunft lebte ich in Angst und Panik und verbrachte so eine lange Nacht.
Am nächsten Tag erzählte mir eine andere Predigerin, Li Xue, dass die Predigerin Sun Fei und meine Arbeitspartnerin tatsächlich verhaftet worden waren. Als ich diese Nachricht hörte, wusste ich, dass Gottes Schutz mir geholfen hatte, diesem Unheil zu entkommen. Sonst wäre ich eine der Verhafteten gewesen. Doch sobald ich daran dachte, die Bücher wegschaffen zu müssen, bekam ich es etwas mit der Angst zu tun: „Wenn die Verhafteten zu Judassen werden und das Haus preisgeben, in dem die Bücher aufbewahrt werden, laufe ich dann nicht geradewegs in die Höhle des Löwen, wenn ich dorthin gehe? In der Vergangenheit sind einige Leute, die verhaftet wurden, zu Judassen geworden. Einige unterschrieben die ‚Drei Erklärungen‘ und verrieten Gott. Sie wurden mit dem Malzeichen des Tieres gebrandmarkt. Sie alle hatten länger an Gott geglaubt als ich. Wenn sie bei ihrer Verhaftung schon nicht standhaft bleiben konnten, welche Hoffnung würde mir dann bleiben? Wenn ich verhaftet werde und Gott verrate, indem ich zu einem Judas werde, habe ich keine Chance mehr auf Errettung. Hätte ich dann nicht all die Jahre umsonst geglaubt?“ Bei diesem Gedanken wurde mir bange und ich traute mich nicht, dorthin zu gehen. Doch dann dachte ich: „Ich bin jetzt die Einzige, die das Haus kennt, in dem die Bücher aufbewahrt werden. Wenn ich nicht hingehe und die Bücher mit den Worten Gottes wegschaffe und sie von der Polizei beschlagnahmt werden, wird mein Gewissen für den Rest meines Lebens keine Ruhe finden, und ich werde bis zu meinem Tod in Reue, Schuld und Selbstvorwürfen leben.“ Ich erinnerte mich an die Worte Gottes: „Wie du Gottes Aufträge behandeln solltest, ist äußerst wichtig. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Wenn du nicht erfüllen kannst, was Gott dir anvertraut hat, dann bist du nicht würdig, in Seiner Gegenwart zu leben, und solltest deine Strafe akzeptieren. Es ist vollkommen normal und gerechtfertigt, dass die Menschen die ihnen von Gott anvertrauten Aufträge erfüllen. Das ist die oberste Verantwortung der Menschen, und sie ist genauso wichtig wie ihr eigenes Leben. Wenn du Gottes Aufträge auf die leichte Schulter nimmst, dann ist das ein schwerster Verrat an Gott. Wenn du das tust, bist du erbärmlicher als Judas und solltest verflucht werden. Die Menschen müssen ein gründliches Verständnis dafür erlangen, wie man mit Gottes Aufträgen umgehen sollte, und sie sollten zumindest Folgendes verstehen: Dass Gott dem Menschen Aufträge anvertraut, ist Seine Erhöhung des Menschen und eine Art besonderer Gnade, die Er den Menschen zeigt; das ist das Herrlichste, was es gibt, und alles andere kann aufgegeben werden – selbst das eigene Leben – aber Gottes Aufträge müssen erfüllt werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass Gottes Auftrag an den Menschen dessen Verantwortung und Mission ist. Der Mensch ist verpflichtet, sich seiner Verantwortung nicht zu entziehen, sich mutig gefährlichen Umgebungen zu stellen, seine Treue anzubieten und die Bücher mit den Worten Gottes zu schützen. Ich war meiner Pflicht jedoch nicht mit Treue begegnet. Ich war die Einzige, die von dem Haus wusste, in dem die Bücher gelagert waren. Ich musste die Bücher mit den Worten Gottes so schnell wie möglich von dort wegschaffen, doch um mich selbst zu schützen, war ich nicht bereit gewesen, mich um die Nachwirkungen zu kümmern, ungeachtet des Risikos, dass die Bücher von der Polizei mitgenommen werden könnten. Mein Verhalten war ein Verrat an Gott. Welches Fünkchen Gewissen und Vernunft besaß ich noch? Ein Mensch, der wirklich Gewissen und Vernunft besäße, wäre, wenn er in eine gefährliche Umgebung geriete, imstande, für den Schutz der Interessen von Gottes Haus einzustehen, und sich auf Gott zu verlassen, um seine Pflicht gut zu tun. Wenn ich mich nicht traute, loszugehen und die Bücher wegzuschaffen, weil ich den Tod fürchtete und am Leben hing, und dies dazu führte, dass die Bücher dem großen roten Drachen in die Hände fielen, wäre ich eine Sünderin, die für alle Zeiten verdammt ist, die Flüche verdient und noch verabscheuungswürdiger ist als Judas. In diesem Moment erinnerte ich mich an die Worte Gottes: „Du solltest wissen, dass deine gesamte Umgebung von Mir zugelassen und arrangiert ist. Sei dir darüber im Klaren und stell Mein Herz in dem Umfeld zufrieden, das Ich dir gegeben habe. Fürchte dich nicht vor diesem oder jenem, denn der Allmächtige Gott der Heerscharen wird gewiss mit dir sein; Er ist eure Rückendeckung und Er ist euer Schutzschild“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 26). „Du solltest dich nicht vor diesem und jenem fürchten. Ganz gleich wie vielen Schwierigkeiten und Gefahren du gegenüberstehen magst, solltest du in der Lage sein, vor Mir standfest zu bleiben und dich durch kein Hindernis aufhalten zu lassen, sodass Mein Wille ungehindert ausgeführt werden kann. Das ist deine Pflicht; ansonsten werde Ich Meinen Zorn über dich bringen und mit Meiner Hand werde Ich … Du wirst dann endlose seelische Qual erleiden. Du musst alles ertragen; für Mich musst du bereit sein, allem zu entsagen und Mir mit all deiner Kraft zu folgen und bereit sein, jeden Preis zu zahlen. Jetzt ist die Zeit, in der Ich dich prüfe: Wirst du Mir deine Treue darbringen? Kannst du Mir treu bis ans Ende des Weges folgen? Fürchte dich nicht; mit Mir als deiner Stütze, wer könnte je diesen Weg blockieren? Erinnere dich daran! Erinnere dich! Alles enthält Meine guten Absichten und unterliegt Meiner genauen Prüfung. Folgt alles, was du sagst und tust, Meinem Wort? Wenn die Feuerprüfungen über dich kommen, wirst du dich hinknien und rufen? Oder wirst du dich zusammenkauern, unfähig, dich vorwärts zu bewegen?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 10). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass Gott es so zulässt, dass die Kirche die Verhaftungen und die Verfolgung durch die KPCh erleidet, dass wir darauf vertrauen müssen, dass Gott mit uns ist, und dass eine solche Umgebung dazu dient, uns auf die Probe zu stellen. Nun, da es in der Kirche zu Verhaftungen gekommen war, bestand meine Pflicht darin, mich gut um die Nachwirkungen zu kümmern und die Bücher mit den Worten Gottes zu schützen. Es war eine Verantwortung und eine Verpflichtung, die ich erfüllen sollte. Ich durfte nicht in meinem bangen Zustand verharren; ich musste darauf vertrauen, dass alles in Gottes Händen liegt. Dann wurde mir klar, dass ich an jenem Tag zufällig außer Haus war, um etwas zu erledigen, und meine Schwestern am nächsten Tag verhaftet wurden. Nur dank Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen war ich der Verhaftung entgangen und konnte vor Ort bleiben, um mich um die Nachwirkungen zu kümmern. Als mir das klar wurde, hatte ich Glauben und spürte einen regelrechten Energieschub in meinem Herzen. Ich dachte: „Ob ich heute verhaftet werde, wenn ich die Bücher wegschaffe, liegt bei Gott. Alles liegt in Gottes Händen. Es ist jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit. Ich darf keine Sekunde zögern. Je eher die Bücher weggeschafft sind, desto eher sind sie in Sicherheit. Sonst könnten sie jeden Moment von der Polizei beschlagnahmt werden.“ Danach besprach ich die Sache mit meinen Schwestern, und wir teilten uns auf, um zu handeln. Während ich unterwegs war, um die Bücher wegzuschaffen, betete ich ununterbrochen. Ich wagte es nicht, mein Herz auch nur für eine Sekunde von Gott abzuwenden. Dank Gottes Schutz brachten wir die Bücher sicher von dort weg. Etwa zwei Wochen später hörte ich, dass die Polizei gekommen war, um das Haus zu durchsuchen, aber nichts gefunden hatte. Als ich diese Nachricht hörte, war ich sehr froh. Wären die Bücher von der Polizei beschlagnahmt worden, hätte ich das mein Leben lang bereut. Es wäre eine ewige Verfehlung gewesen!
Am Morgen des 3. September kam Li Xue und überbrachte mir weitere Neuigkeiten. Sie sagte, dass vor zwei Tagen eine weitere Person verhaftet und zum Judas geworden war und die Standorte der Häuser preisgegeben hatte, in denen die Kirche die Bücher aufbewahrte. Auch das Haus, in das ich die Bücher gerade erst gebracht hatte, war verraten worden. Die Bücher mussten dringend erneut weggeschafft werden. Als ich diese Nachricht hörte, war ich fassungslos und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich konnte nicht anders, als ängstlich zu werden: „Es jagt wirklich ein Unglück das nächste. Jetzt muss ich die Bücher dringend wegschaffen, sonst ist es zu spät, wenn der Judas die Polizei direkt dorthin führt.“ Aber dann dachte ich: „Dieser Verräter hat bereits die Häuser preisgegeben, in denen die Kirche die Bücher aufbewahrt. Ich weiß nur nicht, in welchen Häusern die Polizei schon war und in welchen nicht. Wenn ich jetzt der Polizei in die Arme laufe, während ich die Bücher wegschaffe, kann ich nicht mehr entkommen, selbst wenn ich wollte. Wenn ich verhaftet werde und die Polizei herausfindet, dass ich eine Leiterin bin, werden sie mich sicher nicht einfach so davonkommen lassen. Wenn das passiert und ich der Folter nicht standhalten kann und zu einem Judas werde, dann werde ich überhaupt kein gutes Ende und keinen guten Bestimmungsort haben.“ Bei diesem Gedanken traute ich mich nicht mehr, loszugehen und die Bücher wegzuschaffen. Während ich das dachte, spürte ich Selbstvorwürfe in meinem Herzen, also betete ich zu Gott: „Lieber Gott, angesichts dieser plötzlichen Situation wird mir ganz bange. Ich habe Angst, dass ich kein gutes Ende und keinen guten Bestimmungsort haben werde, wenn ich verhaftet werde, der Folter nicht standhalten kann und Gott verrate. Nun sind die Bücher mit den Worten Gottes in Gefahr und müssen weggeschafft werden, aber ich bin egoistisch und verachtenswert und denke nur daran, wie ich meinen eigenen Hals retten kann. Ich habe wirklich kein Gewissen und keine Vernunft! Lieber Gott, mögest Du mir Glauben und Kraft geben, um Dich in dieser Angelegenheit zufriedenzustellen.“ Danach erinnerte ich mich an die Worte Gottes: „Der Glaube ist wie eine Brücke, die aus einem einzigen Baumstamm besteht: Diejenigen, die sich an ihr Leben klammern und den Tod fürchten, werden Schwierigkeiten haben, sie zu überqueren, doch diejenigen, die bereit sind, ihr Leben zu geben, können sicheren Fußes und sorglos hinübergehen. Wenn die Menschen zaghafte und ängstliche Gedanken hegen, dann deshalb, weil Satan sie getäuscht hat; Satan fürchtet, dass wir die Brücke des Glaubens überqueren werden, um in Gott einzutreten“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Kundgebungen Christi am Anfang, Kapitel 6). Ich hatte zu wenig Glauben an Gott. Jedes Mal, wenn ich in eine gefährliche Umgebung geriet, dachte ich nur an die Interessen des Fleisches; ich machte mir Sorgen, dass ich meine Chance auf Rettung verlieren würde, wenn ich verhaftet würde, der Folter nicht standhalten könnte und Gott verriete, indem ich zum Judas würde. Ich dachte nicht daran, wie ich meine Brüder und Schwestern, die Bücher mit den Worten Gottes und die Interessen des Hauses Gottes schützen könnte. Ich erkannte, dass meine Gedanken zu verachtenswert und schmutzig waren und dass ich kein Verständnis von Gottes Allmacht und Herrschaft hatte. Ich dachte daran, wie ängstlich ich auch beim letzten Mal gewesen war, als ich die Bücher wegschaffte, und wie die Worte Gottes mir Glauben und Mut gaben, sodass ich die Bücher schließlich sicher von dort wegschaffte. Nicht lange danach tauchte die Polizei bei dem Haus auf, in dem die Bücher aufbewahrt worden waren. Ich sah, dass es Satan ohne Gottes Erlaubnis nicht wagt, auch nur einen halben Schritt zu weit zu gehen, und dass alle Menschen, Ereignisse und Dinge in Gottes Hand liegen. Als mir das klar wurde, hatte ich den Glauben, die Nachwirkungen zu bewältigen.
An diesem Abend dachte ich darüber nach, was ich in dieser Zeit offenbart hatte, und las die Worte Gottes: „Ist es im Umfeld des chinesischen Festlandes möglich, jegliche Risiken zu vermeiden und sicherzustellen, dass nichts Schlimmes passiert, während man seine Pflicht ausführt? Selbst die vorsichtigste Person kann das nicht garantieren. Doch Vorsicht ist notwendig. Eine gute Vorbereitung im Voraus kann die Situation etwas verbessern und kann helfen, Verluste zu minimieren, wenn etwas schiefgeht. Völlig ohne Vorbereitungen werden die Verluste erheblich sein. Könnt ihr den Unterschied zwischen diesen beiden Situationen klar erkennen? Deshalb sollte man am besten immer vorsichtig sein, egal ob es um Versammlungen oder die Ausführung irgendeiner Pflicht geht, und es ist notwendig, einige vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Eine treue Person, die ihre Pflicht ausführt, kann über diese umfassender und gründlicher nachdenken. Sie will für diese Dinge so gut wie möglich Vorkehrungen treffen, damit, falls etwas schiefläuft, die Verluste minimiert werden. Sie ist davon überzeugt, dass sie dieses Ergebnis erreichen muss. Wenn jemand keine Treue hat, berücksichtigt er diese Dinge nicht. Er denkt, dass sie keine Rolle spielen, und er hält sie nicht für seine Verantwortung oder seine Pflicht. Wenn etwas schiefläuft, fühlt er keinerlei Schuld. Das ist eine Erscheinungsform von fehlender Treue. Antichristen zeigen keine Treue gegenüber Gott. Wenn ihnen Arbeit zugewiesen wird, nehmen sie diese recht bereitwillig an und machen einige schönklingende Erklärungen, aber wenn Gefahr im Anzug ist, laufen sie am schnellsten weg; sie sind die Ersten, die fliehen, die Ersten, die sich aus dem Staub machen. Das zeigt, dass ihr Egoismus und ihre Verächtlichkeit besonders schwerwiegend sind. Sie haben überhaupt kein Verantwortungsbewusstsein und keine Treue. Wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden, wissen sie nur, wie sie fliehen und sich verstecken können, und denken nur daran, sich selbst zu schützen, ohne jemals Rücksicht auf ihre Verantwortung oder ihre Pflichten zu nehmen. Um ihrer eigenen Sicherheit willen zeigen Antichristen konsequent ihre egoistische und verachtenswerte Natur. Sie stellen weder das Werk des Hauses Gottes noch ihre eigenen Pflichten an erste Stelle, geschweige denn die Interessen des Hauses Gottes. Stattdessen ist ihre Priorität ihre eigene Sicherheit“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 2)). Gott entlarvt, dass Antichristen voller Freude sind, wenn sie Status haben. Sie schätzen und genießen ihren Status. Aber wenn man sie bittet, ein Risiko einzugehen, verstecken sie sich oder fliehen bei der erstbesten Gelegenheit, um ihre eigene Sicherheit zu schützen. Dabei zeigen sie nicht den geringsten Hauch von Loyalität gegenüber ihrer Pflicht und vergessen die Interessen des Hauses Gottes völlig. Sie sind äußerst egoistisch und verachtenswert. War der Zustand, den ich offenbart hatte, nicht genau dieser? Gott hatte mir die Gnade erwiesen, die Pflicht einer Leiterin zu tun, und mir eine Gelegenheit gegeben, mich zu üben. Gott hoffte, dass ich in meiner Pflicht treu und unterwürfig sein würde. Aber als die Bücher mit den Worten Gottes von der Polizei beschlagnahmt zu werden drohten und ich als Leiterin die Interessen des Hauses Gottes schützen und meine Treue beweisen musste, war mein erster Gedanke nicht, wie ich die Bücher wegschaffen könnte, um die Verluste zu minimieren. Stattdessen hatte ich Angst, dass ich kein gutes Ende und keinen guten Bestimmungsort haben würde, wenn ich verhaftet würde, der Folter nicht standhalten könnte, Gott verriete und zu einem Judas würde. Also machte ich einen Rückzieher. Zeigte ich auch nur einen Funken Gewissen oder Vernunft? Ich war genauso wie die von Gott entlarvten Antichristen – äußerst egoistisch und verachtenswert und ohne jede Menschlichkeit. Ich las weitere Worte Gottes: „Wenn du nie die Wahrheit praktizierst und wenn deine Verfehlungen immer zahlreicher werden, dann steht dein Ergebnis fest. Es ist eindeutig zu erkennen, dass all deine Verfehlungen, der falsche Weg, den du gehst, und deine hartnäckige Weigerung, Buße zu tun, zu einer Vielzahl von bösen Taten führen, und dass dein Ergebnis ist, dass du es verdienst, zur Hölle zu fahren und bestraft zu werden“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verspürte ich Angst in meinem Herzen. Obwohl ich oberflächlich betrachtet an Gott glaubte und meine Pflicht tat, schützte ich im entscheidenden Moment nicht die Arbeit der Kirche und zeigte Gott gegenüber keine Treue. Wie könnte ich da noch gerettet werden? Ich wollte nicht länger nach meiner egoistischen und verachtenswerten verdorbenen Disposition leben. Ich wollte keine Schildkröte sein, die sich in ihren Panzer verkriecht, um die eigene Haut zu retten. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug die Interessen der Kirche schützen.
Ich dachte auch darüber nach, dass der Grund für meine Bangigkeit und Angst darin lag, dass ich befürchtete, bei einer Verhaftung der Folter nicht standhalten zu können; ich hatte Angst, zu einem Judas zu werden, und dadurch kein gutes Ende und keinen guten Bestimmungsort zu haben. Bei meiner Suche las ich die Worte Gottes: „Gott hat für jeden seiner Anhänger Anordnungen getroffen. Jeder von ihnen hat ein für ihn von Gott vorbereitetes Umfeld, um seine Pflicht auszuführen, und er hat die Gnade und Gunst Gottes, die er genießen kann. Er hat auch besondere Umstände, die Gott für ihn vorbereitet, und es gibt viel Leid, das er ertragen muss – es ist nicht annähernd so reibungslos, wie der Mensch es sich vorstellt. Darüber hinaus, wenn du zugibst, dass du ein geschaffenes Wesen bist, musst du dich darauf vorbereiten, zu leiden und einen Preis zu zahlen, um deiner Verantwortung nachzukommen, das Evangelium zu predigen, und um deine Pflicht gut auszuführen. … Wie kamen jene Jünger des Herrn Jesus ums Leben? Unter den Jüngern gab es jene, die gesteinigt, hinter einem Pferd hergeschleift, kopfüber gekreuzigt, von fünf Pferden gevierteilt wurden – verschiedene Todesarten ereilten sie. Was war der Grund für ihren Tod? Liegt es daran, dass sie etwas Falsches getan hatten und dann nach geltendem Recht hingerichtet wurden? Nein. Sie verkündeten das Evangelium des Herrn, doch die weltlichen Menschen nahmen es nicht an und haben sie stattdessen verurteilt, geschlagen, beschimpft und sogar hingerichtet – so starben sie den Märtyrertod. … Es zehrt an den Herzen der Menschen, wenn sie an den Tod dieser Märtyrer denken, doch das sind nun einmal die Tatsachen. Welche Erklärung sollte dafür gegeben werden, dass Gottgläubige auf diese Weise gestorben sind? Wenn wir dieses Thema ansprechen, versetzt ihr euch in ihre Lage; seid ihr also in euren Herzen betrübt und verspürt ein gewisses Maß an verborgenem Schmerz? Ihr denkt: ‚Diese Menschen taten ihre Pflicht, um Gottes Evangelium zu verkünden, und sollten als gute Menschen gelten, wie also fanden sie so ein Ende, kamen sie zu so einem Ergebnis?‘ Tatsächlich starben ihre Körper so und schieden dahin; auf diese Weise verließen sie die Menschenwelt, aber das bedeutet nicht, dass ihr Ende auch so war. Unabhängig davon, auf welche Art ihr Tod und ihr Ableben erfolgten oder wie dies geschah, das war nicht, wie Gott das Endergebnis dieser Leben, dieser geschaffenen Wesen, festgelegt hatte. Das musst du klar erkennen. Im Gegenteil, das war genau die Art, auf die sie diese Welt verdammten und Gottes Taten bezeugten. Diese geschaffenen Wesen setzten ihr höchst kostbares Leben ein – sie nutzten den letzten Moment ihres Lebens –, um Gottes Taten zu bezeugen, um Gottes große Macht zu bezeugen und Satan und der Welt zu verkünden, dass Gottes Taten richtig sind, dass der Herr Jesus Gott ist, dass Er der Herr und Gottes menschgewordenes Fleisch ist. Bis hin zum letzten Augenblick ihres Lebens leugneten sie niemals den Namen des Herrn Jesus. War das nicht eine Form von Gericht über diese Welt? Sie setzten ihr Leben ein, um der Welt zu verkünden, um Menschen gegenüber zu beweisen, dass der Herr Jesus der Herr ist, dass der Herr Jesus Christus ist, dass Er Gottes menschgewordenes Fleisch ist, dass das Werk der Erlösung der gesamten Menschheit, das Er verrichtet hat, diese Menschheit fortbestehen lässt – diese Tatsache ist auf ewig unveränderbar. In welchem Ausmaß führten jene, die den Märtyrertod starben, weil sie das Evangelium des Herrn Jesus verkündeten, ihre Pflicht aus? Gingen sie bis zum Äußersten? Wie zeigte sich, dass sie bis zum Äußersten gingen? (Sie opferten ihr Leben.) Das stimmt, sie bezahlten den Preis mit ihrem Leben. Familie, Reichtum und die materiellen Dinge dieses Lebens, das sind alles äußerliche Dinge; das Einzige, das zu einem selbst gehört, ist das Leben. Für jeden lebenden Menschen ist das Leben das, was es am allermeisten wert ist, geschätzt zu werden, das Kostbarste, und tatsächlich konnten diese Menschen ihren wertvollsten Besitz als Bestätigung und Zeugnis für Gottes Liebe zur Menschheit opfern. Bis hin zu ihrem Tod leugneten sie weder Gottes Namen noch leugneten sie Gottes Werk, und sie nutzten die letzten Augenblicke des Lebens, um die Existenz dieser Tatsache zu bezeugen – ist das nicht die höchste Form des Zeugnisses? Das ist die beste Art und Weise, seine Pflicht auszuführen; das heißt, seiner Verantwortung nachzukommen. Als Satan sie bedrohte und terrorisierte und sie am Ende sogar mit ihrem Leben bezahlen ließ, kündigten sie ihre Verantwortung nicht auf. Das heißt, seine Pflicht bis zum Äußersten zu erfüllen. Was meine Ich damit? Meine Ich, ihr sollt dieselbe Methode anwenden, um Gott zu bezeugen und Sein Evangelium zu verkünden? Das musst du nicht unbedingt tun, aber du musst verstehen, dass das deine Verantwortung ist, dass du es als etwas annehmen solltest, zu dem du verpflichtet bist, wenn Gott es von dir benötigt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Das Predigen des Evangeliums ist die Pflicht, zu deren Erfüllung alle Gläubigen verpflichtet sind). Aus Gottes Worten verstand ich, dass die eigentliche Ursache dafür, dass ich Angst hatte, verhaftet zu werden, der Folter nicht standzuhalten und zu einem Judas zu werden, darin lag, dass ich zu sehr an meinem Leben hing. Obwohl meine Lippen bekannten, dass das Leben eines Menschen in Gottes Händen liegt, glaubte mein Herz dies nicht wahrhaftig, und so wollte ich fliehen, wenn gefährliche Situationen auf mich zukamen. Tatsächlich liegt es alles in Gottes Herrschaft, ob ich verhaftet werde, wie sehr ich gefoltert werde und ob ich zu Tode geprügelt werde: Ich muss mich unterwerfen und alles akzeptieren. Ich dachte an die Jünger des Herrn Jesus. Einige wurden hinter Pferden zu Tode geschleift, andere wurden kopfüber gekreuzigt. Sie erlitten alle möglichen Arten der Folter, aber sie blieben bis zum Tod treu und standen fest in ihrem Zeugnis für Gott. Sie fürchteten den Tod nicht und betrachteten die Verbreitung des Evangeliums des Herrn als ihre persönliche Verantwortung und Mission. Sie waren in der Lage, alles für Gott aufzugeben und nicht an ihr eigenes Leben oder ihren Tod zu denken. Ich dachte auch daran, wie einige Brüder und Schwestern verhaftet wurden, aber in der Lage waren, zu Gott zu beten, um sich unterwerfen zu können, und diese Situation erlebten, indem sie sich auf Gott verließen, und Seine Führung und Leitung erkannten. Einige beteten zu Gott, als sie so sehr gefoltert wurden, dass sie es nicht mehr ertragen konnten; ihre Seele verließ vorübergehend ihren Körper, und das Fleisch konnte keinen Schmerz mehr spüren. Einige wurden verhaftet, und obwohl ihr Fleisch zu Tode gefoltert wurde, gewannen sie Gottes Anerkennung. Im Gegensatz dazu verrieten diejenigen, die bei ihrer Verhaftung als Judasse entlarvt wurden, die Interessen des Hauses Gottes und verrieten Gott, weil sie an ihrem eigenen Leben hingen und sich selbst schützen wollten. Obwohl sie im Fleisch weiterleben, sind sie in den Augen Gottes bereits tot. Sie sind wandelnde Leichen, die sich ewige Bestrafung zugezogen haben. Genau wie der Herr Jesus sagte: „Wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird’s finden“ (Matthäus 16,25). Ich dachte darüber nach, wie ich mich ständig nur selbst schützen wollte, die Arbeit der Kirche nicht schützte und Gott im entscheidenden Moment verriet. War die Natur meines Verhaltens nicht dieselbe wie die eines Judas? Als ich über Gottes Worte nachdachte, ergründete ich die Angelegenheit des Todes ein Stück weit und hatte keine Sorgen und keine Angst mehr davor, verhaftet zu werden. Ich vertraute darauf, dass alles in Gottes Händen liegt, und war bereit, mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Als Nächstes steckte ich all meine Kraft in die Bewältigung der Nachwirkungen.
Am Abend erfuhr ich, dass mehrere weitere Brüder und Schwestern verhaftet worden waren. Ich sah, dass die Lage immer schlimmer wurde und dass ich mich beeilen musste, die Bücher mit den Worten Gottes wegzuschaffen. Es blieb keine Zeit mehr, andere Kirchen zu kontaktieren, und ich war innerlich wie aufgezehrt vor Angst. Plötzlich fiel mir ein, dass die Leute, die verhaftet worden und zu Verrätern geworden waren, nichts von meinem Zuhause wussten. Wenn ich die Bücher mit nach Hause nähme, wären sie zumindest vorerst sicher, und dann könnte ich Kontakt zu anderen Kirchen aufnehmen und sie in ein sicheres Haus bringen. Am nächsten Tag brachte ich die Bücher zu mir nach Hause. Anschließend verließen wir uns auf Gott, um die Bücher sicher wegzubringen, und mein Herz, das bis dahin wie auf glühenden Kohlen gesessen hatte, kam etwas zur Ruhe.
Wenn ich auf meine Erfahrungen in dieser Zeit zurückblicke, erkannte ich Gottes Allmacht und Herrschaft und erlangte ein gewisses Verständnis meiner egoistischen und verachtenswerten verdorbenen Dispositionen. Gleichzeitig verstand ich auch die Bedeutung und den Wert des Todes, und mein Herz fand Befreiung. Dass ich diese Erfahrung und dieses Verständnis erlangen konnte, war Gottes Gnade zu verdanken.