28. Können Eltern das Schicksal ihrer Kinder ändern?
Nachdem ich das Werk des Allmächtigen Gottes der letzten Tage angenommen hatte, wurde mir durch das Essen und Trinken von Gottes Worten klar, dass die Menschheit nur durch den Glauben an Gott und die Anbetung Gottes ein gutes Schicksal und einen guten Bestimmungsort finden kann. Ich begriff, dass in dieser finsteren und bösen Welt der Glaube an Gott der einzig richtige Lebensweg ist. Mein Sohn ging damals in die Mittelschule, und ich sprach oft mit ihm über den Glauben an Gott. Ich sagte ihm, dass die Menschen von Gott erschaffen wurden und Ihn deshalb anbeten und an Ihn glauben sollten. Im Herzen hoffte ich, dass mein Sohn gemeinsam mit mir an Gott glauben würde. So, dachte ich, könnte er Gottes Fürsorge und Schutz empfangen und einen guten Bestimmungsort haben. Schon kurz nachdem ich zu Gott gefunden hatte, begann ich, meine Pflicht in der Kirche zu tun. Doch weil die KPCh Christen verhaftete, verfolgte und überall haltlose Gerüchte verbreitete, fing mein Mann an, mich zu behindern und zu verfolgen. Er fürchtete, ich könnte wegen meines Glaubens verhaftet werden und die Familie mit hineinziehen, weshalb er oft mit mir stritt. Mein Sohn unterstützte meinen Glauben jedoch sehr und versuchte häufig, seinen Vater davon zu überzeugen, sich mir nicht in den Weg zu stellen. Immer wenn mein Sohn am Wochenende nach Hause kam, nutzte ich jede freie Minute, um ihm Bibelgeschichten zu erzählen und mit ihm Gottes Worte zu lesen. Manchmal, wenn ich sah, dass er fernsah und nicht von sich aus in Gottes Worten las, machte ich mir Sorgen und bat ihn immer wieder, mit mir zu lesen. Er stimmte zwar zu, rührte sich dann aber nicht vom Fleck. Das machte mich wütend, und manchmal schimpfte ich auch mit ihm. Sobald er merkte, dass ich verärgert war, kam er schnell herüber, um ein paar Abschnitte aus Gottes Worten zu lesen. Ich konnte sehen, dass er nur pro forma mitmachte, aber ich dachte mir, es sei auf jeden Fall besser, als wenn er Gottes Worte gar nicht lesen würde. Als mein Sohn auf die Oberschule kam, begann ich, meine Pflicht in einer nahegelegenen Kirche zu tun und versuchte, an den Wochenenden immer nach Hause zu kommen, um mit ihm über den Glauben an Gott zu sprechen. Später, als mein Sohn an der Universität war, kaufte ich ihm einen MP5-Player, damit er ihn mitnehmen und Zeit finden konnte, Gottes Worte zu lesen. Ab und zu rief ich ihn an und ermahnte ihn, „ein paar Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen“, um anzudeuten, dass er mehr von Gottes Worten lesen sollte. Wenn mein Sohn in den Ferien nach Hause kam, fragte ich ihn als Erstes: „Hast du in der Uni Gottes Worte gelesen?“ Als er sagte, dass er sie las, wenn er Zeit hatte, war ich beruhigt.
Im Frühjahr 2011 meldete jemand meinen Glauben den Behörden. Um einer Verhaftung durch die KPCh zu entgehen, musste ich mein Zuhause verlassen, um meine Pflicht zu tun. Mein Sohn war zu der Zeit im zweiten Studienjahr an einer weit entfernten Universität. Ich legte Dutzende von Meilen zurück, nur um ihn von einem öffentlichen Telefon aus anzurufen und ihn zu ermahnen: „Vergiss nicht, deine ‚Nahrungsergänzungsmittel‘ zu nehmen.“ Als er das versprach, war ich beruhigt. Ich hatte immer gehofft, dass er nach seinem Abschluss mit mir gemeinsam an Gott glauben würde. Oft betete ich zu Gott und bat Ihn, das Herz meines Sohnes zu bewegen und ihn zum Glauben zu führen. Doch es kam anders, als ich es mir wünschte. Im Herbst 2013, nach seinem Abschluss, ging mein Sohn auf eine Militärakademie. Da machte ich mir Sorgen: „Die KPCh ist eine atheistische Partei, die Militärangehörigen keinen Glauben gestattet. An der Akademie wird es meinem Sohn nicht nur verboten sein, Gottes Worte zu lesen, sondern er wird auch täglich der Gehirnwäsche der KPCh ausgesetzt und mit atheistischen Ideen indoktriniert werden. Wenn das so weitergeht, wird er sich Gott sicher immer mehr entfremden. Wird er dann überhaupt noch zum Glauben finden können? All die Jahre habe ich gehofft, mein Sohn würde an Gott glauben und einen guten Bestimmungsort haben, doch nun war dieser Wunsch vollkommen zerstört.“ Bei dem Gedanken, dass mein Sohn in dieses Höllenloch ging, verging mir der Appetit, ich fand keinen Schlaf und konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Ich dachte daran zurück, wie er während seiner Oberschulzeit alle zwei Wochen nach Hause kam und ich wegen meiner Pflichten oft nicht rechtzeitig da sein konnte. Später, als ich von zu Hause wegging, um meine Pflicht zu tun, hatte ich gar keine Zeit mehr, mit ihm Gemeinschaft zu halten. Ich spürte, dass ich, wenn ich meine Pflichten vor Ort getan hätte, mehr von Gottes Worten mit ihm hätte lesen und ihn besser hätte führen können, und er dann vielleicht nicht vom rechten Weg abgekommen wäre. Bei diesen Gedanken fühlte ich mich, als hätte ich meine Verantwortlichkeiten als Mutter nicht erfüllt, und fühlte mich meinem Sohn gegenüber schuldig. Mehr noch sorgte ich mich um seine Zukunft und sein Schicksal. Später sah ich in der Kirche viele junge Brüder und Schwestern, die ungefähr im Alter meines Sohnes waren. Ich sah, wie sie an Gott glaubten und den richtigen Weg gingen, während mein Sohn der Welt nachjagte. Wenn ich an ihn dachte, empfand ich immer tiefes Bedauern und machte mir Vorwürfe, dass ich mich nicht mehr um ihn bemüht und nicht mehr von Gottes Worten mit ihm gelesen hatte. Wenn ich nicht mit meiner Pflicht beschäftigt war und an ihn dachte, überkamen mich Schuldgefühle und Traurigkeit.
Später las ich zwei Abschnitte aus Gottes Worten und konnte meine Sorgen um meinen Sohn etwas loslassen. Der Allmächtige Gott sagt: „Neben Geburt und Erziehung ist die Verantwortung der Eltern während des Lebens ihrer Kinder nur, ihnen äußerlich eine Umgebung zu bieten, in der sie aufwachsen können, und das ist alles, denn nichts außer der Vorherbestimmung des Schöpfers hat einen Einfluss auf das Schicksal eines Menschen. Niemand hat die Kontrolle darüber, welche Art von Zukunft ein Mensch haben wird; es wird weit im Voraus vorherbestimmt und nicht einmal die eigenen Eltern können das Schicksal ihrer Kinder ändern. Was das Schicksal betrifft, ist jeder unabhängig und jeder hat sein eigenes Schicksal. Somit können die Eltern eines Menschen dessen Schicksal im Leben in keiner Weise behindern, und sie können ihn auch nicht im Geringsten in der Rolle, die er im Leben spielt, vorantreiben“ (Das Wort, Bd. 2, Über Gotteskenntnis: Gott Selbst, der Einzigartige III). „Es ist falsch, zu sagen, ‚Wenn die Kinder nicht dem rechten Weg folgen, hat das etwas mit ihren Eltern zu tun.‘ Egal um wen es geht, wenn derjenige ein bestimmter Menschentyp ist, dann wird er einen bestimmten Weg gehen. Ist das nicht gewiss? (Ja.) Der Weg, den ein Mensch nimmt, legt fest, wer er ist. Der Weg, den er geht, und die Art von Mensch, die er wird, hängen von ihm ab. Es sind Dinge, die vorherbestimmt und angeboren sind und die mit der Natur des Menschen zu tun haben. Wozu also ist die elterliche Erziehung gut? Kann sie die Natur eines Menschen steuern? (Nein.) Die elterliche Erziehung kann die menschliche Natur nicht steuern und das Problem, welchen Weg ein Mensch nimmt, nicht lösen. Was ist die einzige Erziehung, die Eltern anbieten können? Ein paar einfache Verhaltensweisen im Alltag ihrer Kinder, ein paar recht oberflächliche Gedanken und Verhaltensregeln – das sind Dinge, die etwas mit den Eltern zu tun haben. Bevor ihre Kinder das Erwachsenenalter erreichen, sollten die Eltern ihrer nötigen Verantwortung nachkommen, nämlich, ihre Kinder dazu zu erziehen, dem rechten Weg zu folgen, fleißig zu lernen und danach zu streben, die anderen, wenn sie erwachsen sind, überragen zu können, nichts Böses zu tun oder schlechte Menschen zu werden. Eltern sollten außerdem das Verhalten ihrer Kinder regulieren, ihnen beibringen, höflich zu sein und die Älteren zu grüßen, wann immer sie sie sehen, und ihnen andere Dinge beibringen, die das Verhalten betreffen – dieser Verantwortung sollten Eltern nachkommen. Sich um das Leben ihres Kindes zu kümmern und ihnen ein paar Verhaltensgrundregeln beizubringen – darauf läuft der Einfluss der Eltern hinaus. Was die Persönlichkeit ihres Kindes angeht, diese können die Eltern nicht lehren. Manche Eltern sind gelassen und gehen alles gemächlichen Schrittes an, währenddessen ihre Kinder ganz ungeduldig sind und nicht einmal eine kurze Zeitlang stillhalten können. Wenn sie 14 oder 15 sind, gehen sie alleine weg, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, entscheiden alles selber, brauchen ihre Eltern nicht und sind sehr selbständig. Haben ihre Eltern ihnen das beigebracht? Nein. Deshalb haben die Persönlichkeit eines Menschen, seine Disposition und sogar sein Wesen als auch der Weg, für den er sich in Zukunft entscheidet, absolut nichts mit seinen Eltern zu tun. … Es gibt ein Problem mit der Redewendung ‚Zu ernähren, ohne zu lehren, ist die Schuld des Vaters‘. Obwohl die Eltern dafür verantwortlich sind, ihre Kinder zu erziehen, wird das Schicksal eines Kindes nicht durch dessen Eltern bestimmt, sondern von der Natur des Kindes. Kann Erziehung das Problem, was das Kind für eine Natur hat, lösen? Das kann sie überhaupt nicht. Der Weg, den ein Mensch im Leben geht, wird nicht von seinen Eltern festgelegt, sondern ist von Gott vorherbestimmt. Es heißt, dass ‚das Schicksal des Menschen vom Himmel bestimmt wird‘, und diese Aussage ist das Fazit menschlicher Erfahrung. Bevor ein Mensch das Erwachsenenalter erreicht, kann man nicht sagen, welchen Weg er nehmen wird. Sobald er erwachsen wird, überlegt und über Probleme reflektieren kann, wird er entscheiden, was er draußen in der größeren Gemeinschaft tun will. Manche sagen, sie wollen leitende Beamte werden, andere sagen, sie wollen Anwälte werden, und wiederum andere sagen, sie wollen Schriftsteller werden. Jeder trifft seine eigenen Entscheidungen und hat seine eigenen Vorstellungen. Keiner sagt: ‚Ich warte einfach darauf, dass meine Eltern mich anlernen. Ich werde das, wozu meine Eltern mich ausbilden.‘ Keiner ist so töricht. Nachdem ein Mensch das Erwachsenenalter erreicht hat, beginnen sich Ideen in ihm zu regen, und er gelangt allmählich zu Reife, und somit werden der Weg und die Ziele, die vor ihm liegen, zunehmend klar. Zu diesem Zeitpunkt wird Stück für Stück offenkundig und wahrnehmbar, was für ein Typ Mensch er ist und zu welcher Gruppe er gehört. Von diesem Zeitpunkt an wird die Persönlichkeit eines Menschen nach und nach klar definiert, ebenso wie seine Disposition als auch der Weg, den er verfolgt, die Richtung seines Lebens und die Gruppe, der er angehört. Worauf beruht all das? Letztlich ist es das, was Gott vorherbestimmt hat – es hat nichts mit den Eltern zu tun“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 1)). Aus Gottes Worten erkannte ich, dass Eltern dafür verantwortlich sind, ihre Kinder zur Welt zu bringen und aufzuziehen, ein gutes Umfeld für ihr Wachstum zu schaffen und ihnen beizubringen, vor dem Erwachsenwerden gute Menschen zu sein, den richtigen Weg zu gehen, und nichts Schlechtes zu tun. Außerdem sollen sie ihnen beibringen, wie man sich anständig verhält. Das Schicksal eines Kindes und der Weg, den es im Leben einschlägt, sind jedoch von Gott vorherbestimmt; Eltern können darüber weder entscheiden noch es kontrollieren. Wenn Kinder erwachsen werden, entwickeln sie ihre eigenen Vorstellungen und treffen ihre eigenen Entscheidungen. Dann wird deutlich, was für Menschen sie sind, zu welcher Gruppe sie gehören und welchen Weg sie einschlagen. Ich aber glaubte absurderweise, es sei mein Versagen als Mutter, dass mein Sohn, nachdem er erwachsen war, nicht an Gott glaubte und nicht den richtigen Weg ging. Ich dachte, es läge daran, dass ich ihm nicht mehr von Gottes Worten vorgelesen oder ihn konsequenter geführt hatte, und ihn so auf den Weg der Welt gebracht hatte. In den letzten zehn Jahren lebte ich mit tiefen Schuldgefühlen und hatte ständig das Gefühl, in seiner Schuld zu stehen. Obwohl ich schon viele Jahre an Gott glaubte, betrachtete ich Menschen und Dinge nicht gemäß Seinen Worten. Das war wirklich beschämend! Dass mein Sohn sich gegen den Weg des Glaubens entschied, wurde von seiner Natur bestimmt, die die Wahrheit nicht liebt. Tatsächlich hatte ich zu Hause oft mit ihm über den Glauben gesprochen, aber Gottes Worte interessierten ihn nicht. Jedes Mal musste ich ihn rufen und drängen, und er las nur ein wenig, um mich zu beschwichtigen. Als er heranwuchs, fand er Gefallen an der Welt, an Ruhm und Gewinn, und so war es nur natürlich, dass er den Weg der Welt einschlug. Selbst wenn ich nicht von zu Hause weggegangen wäre, um meine Pflicht zu tun, sondern ihm jeden Tag Gottes Worte vorgelesen hätte, wäre er trotzdem nicht zum Glauben an Gott gekommen. Sein Schicksal und der Weg, den er geht, sind nichts, was ich als seine Mutter lenken kann. Das hängt mit seiner Natur zusammen und unterliegt auch Gottes Prädestination. Da war zum Beispiel eine Schwester, die sich nach ihrem Hochschulabschluss ganz ihrer Pflicht widmete, aber von ihrem nichtgläubigen Vater zur Polizei gebracht wurde. Nach ihrer Freilassung glaubte sie weiter an Gott und tat ihre Pflicht. Eine andere Schwester besuchte eine renommierte Universität. Als sie Gottes Worte hörte, war sie tief bewegt und fest entschlossen, an Gott zu glauben. Sie gab ihr Aufbaustudium auf, um ihre Pflicht zu tun und sich ganz für Gott aufzuwenden. An diesen Beispielen erkannte ich, dass der Weg, den ein Mensch wählt, wirklich nichts mit seinen Eltern zu tun hat.
Eines Tages las ich während meiner Andacht diese Worte Gottes: „Manche Eltern stellen folgende Anforderungen an ihre Kinder: ‚Unsere Kinder sollten den richtigen Weg einschlagen, sie sollten an Gott glauben, der säkularen Welt den Rücken kehren und ihre Arbeit aufgeben. Wenn wir in das Himmelreich eingehen, werden sie andernfalls nicht hineingelangen können, und wir werden von ihnen getrennt werden. Es wäre so wunderbar, wenn unsere ganze Familie gemeinsam in das Himmelreich eingehen könnte! Wir könnten zusammen im Himmel sein, so wie wir hier auf Erden zusammen sind. Während wir im Himmelreich sind, dürfen wir einander nicht verlassen, wir müssen für alle Zeiten zusammenbleiben!‘ Dann stellt sich heraus, dass ihre Kinder nicht an Gott glauben, sondern weltliche Dinge verfolgen und bestrebt sind, viel Geld zu verdienen und sehr reich zu werden; sie tragen, was gerade modern ist, sie tun das und sprechen über das, was gerade angesagt ist, und sie erfüllen nicht die Wünsche ihrer Eltern. Folglich sind diese Eltern aufgebracht, sie beten und fasten deswegen. Sie fasten eine Woche, zehn Tage oder zwei Wochen lang und stecken um ihrer Kinder willen viel Mühe in diese Angelegenheit. Sie sind oft so hungrig, dass ihnen schwindelig wird, und sie beten oft vor Gott, während sie weinen. Aber egal, wie sie beten oder wie viel Mühe sie sich geben, ihre Kinder sind ungerührt und wissen nicht, wie sie aufwachen können. Je mehr ihre Kinder sich weigern zu glauben, desto mehr denken diese Eltern: ‚Oh nein, ich habe meine Kinder im Stich gelassen, ich habe sie enttäuscht. Ich habe es nicht geschafft, das Evangelium an sie weiterzugeben, und ich habe sie nicht mit auf den Weg der Errettung genommen. Diese Dummköpfe – es ist der Weg, der zur Errettung führt!‘ Sie sind keine Dummköpfe; sie haben dieses Bedürfnis einfach nicht. Es sind diese Eltern, die Dummköpfe sind, weil sie versuchen, ihre Kinder auf diesen Weg zu zwingen, oder nicht? Wenn ihre Kinder dieses Bedürfnis hätten, wäre es dann nötig, dass diese Eltern über diese Dinge sprechen? Ihre Kinder würden von selbst anfangen zu glauben. Diese Eltern denken ständig: ‚Ich habe meine Kinder im Stich gelassen. Ich habe sie von klein auf ermutigt, eine Universität zu besuchen, und seit sie auf der Uni waren, sind sie nicht umgekehrt. Sie wollen nicht aufhören, nach weltlichen Dingen zu streben, und immer, wenn sie zurückkommen, reden sie nur über die Arbeit, darüber, Geld zu verdienen, wer befördert worden ist oder ein Auto gekauft hat, wer reich geheiratet hat, wer zum fortgeschrittenen Studieren oder als Austauschstudent nach Europa gegangen ist, und erzählen davon, wie großartig das Leben anderer Menschen läuft. Immer, wenn sie nach Hause kommen, reden sie über diese Dinge, und ich will sie nicht hören, aber ich kann nichts dagegen tun. Egal, was ich sage, um sie zum Glauben an Gott zu bringen, sie hören einfach nicht zu.‘ Infolgedessen zerstreiten sie sich mit ihren Kindern. Wann immer sie ihre Kinder sehen, verfinstern sich deren Gesichter; wann immer sie mit ihren Kindern reden, machen diese ein verdrießliches Gesicht. Einige Kinder wissen nicht, was sie tun sollen, und sie denken: ‚Ich weiß nicht, was mit meinen Eltern los ist. Wenn ich nicht an Gott glaube, dann glaube ich eben nicht an Ihn. Warum behandeln sie mich immer mit dieser Haltung? Ich dachte, je mehr jemand an Gott glaubt, desto besser wird er als Mensch. Wie können Gläubige an Gott so wenig Zuneigung zu ihren Familien haben?‘ Diese Eltern sind so besorgt um ihre Kinder, dass ihnen beinahe eine Ader platzt, und sie sagen: ‚Sie sind nicht meine Kinder! Ich breche den Kontakt zu ihnen ab, ich verleugne sie!‘ Sie sagen das, aber es ist nicht das, was sie wirklich empfinden. Sind Eltern wie diese nicht töricht? (Ja.) Sie wollen immer alles kontrollieren und in der Hand haben, sie wollen immer die Zukunft ihrer Kinder, deren Glauben und die Wege, die sie gehen, in der Hand haben. Das ist so töricht! Es ist nicht angemessen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (18)). Was Gott aufdeckt, ist absolut zutreffend. Genau das hatte ich mir im Herzen gedacht, und genau so hatte ich gehandelt. Schon als mein Sohn zur Schule ging, hatte ich mir alles ausgemalt. Ich dachte, nach seinem Abschluss würden wir gemeinsam an Gott glauben und als Mutter und Sohn ins Königreich eingehen. Wie wunderbar das wäre! Deshalb nahm ich mir, wenn er zu Hause war, Zeit, um mit ihm über den Glauben an Gott zu sprechen. Ich drängte ihn immer wieder, Gottes Worte zu lesen, und wenn er nicht hörte, wurde ich wütend und schimpfte manchmal sogar mit ihm. Als er an einer Universität in einer anderen Stadt studierte, legte ich Dutzende von Meilen zurück, nur um ihn anzurufen und ihn ans Lesen von Gottes Worten zu erinnern. Ich betete sogar unvernünftig zu Gott und stellte Forderungen an Ihn, Er möge das Herz meines Kindes berühren und es zum Glauben führen. Ich konnte nicht einmal mein eigenes Schicksal lenken, versuchte aber ständig, das meines Sohnes zu orchestrieren und zu manipulieren, damit er den von mir geplanten Weg einschlug. Das war wirklich arrogant und vermessen von mir! Als ich erfuhr, dass mein Sohn den Weg der Welt gewählt hatte, wurde ich unruhig und war außer mir. Ich konnte weder essen noch schlafen und bereute es, mich nicht mehr angestrengt zu haben, um ihn auf den Weg des Glaubens zu führen. In Wahrheit war ich nur deshalb so unruhig, weil ich Angst hatte, mein Kind könnte in die Katastrophe stürzen, wenn es nicht an Gott glaubte. Ich war von meinen Gefühlen beherrscht, missachtete Gottes Absichten und wollte mein Kind hartnäckig und gegen seinen Willen in den Glauben hineinzwingen. Ich betete sogar unvernünftig zu Gott, Er möge mir helfen, meinen Traum vom gemeinsamen Eintritt ins Königreich zu verwirklichen. All mein Handeln war zutiefst töricht und für Gott äußerst abscheulich!
Später las ich weitere Worte Gottes: „Was die Einstellung angeht, die man als Eltern gegenüber erwachsenen Kindern pflegen sollte – außer sie im Stillen zu segnen und gute Erwartungen für sie zu haben –, so spielt es keine Rolle, welche Art von Lebensunterhalt ihre Kinder haben, welche Art von Schicksal oder Leben sie haben. Eltern können diese Dinge nur geschehen lassen. Väter und Mütter können nichts davon ändern, noch können sie es kontrollieren. Obwohl du deine Kinder geboren und aufgezogen hast, sind Eltern, wie wir bereits besprochen haben, nicht die Gebieter über das Schicksal ihrer Kinder. Eltern zeugen den physischen Körper ihrer Kinder und ziehen sie groß, bis sie erwachsen sind, aber welche Art von Schicksal ihre Kinder haben, ist nichts, was Eltern geben oder auswählen, und ganz gewiss wird es nicht von den Eltern entschieden. Du wünschst dir Glück für deine Kinder, aber garantiert das, dass sie glücklich sein werden? Du wünschst dir nicht, dass ihnen Missgeschick und Unglück zustoßen, alle Arten von unglücklichen Ereignissen, aber bedeutet das, dass sie es vermeiden können? Unabhängig davon, was deinen Kindern begegnet, nichts davon unterliegt dem menschlichen Willen, noch wird es von deinen Bedürfnissen und Erwartungen bestimmt. Was sagt dir das? Ab dem Moment, in dem Kinder erwachsen geworden und in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, eigene Gedanken, Ansichten zu Dingen, Grundsätze für das eigene Verhalten und Lebensanschauungen zu haben und nicht mehr von ihren Eltern beeinflusst, beherrscht, eingeschränkt oder betreut zu werden, sind sie wirklich erwachsen. Was bedeutet das, ‚sie sind erwachsen‘? Es bedeutet, dass ihre Eltern loslassen sollten. In geschriebener Sprache nennt man das ‚loslassen‘, den Kindern erlauben, eigenständig ihren eigenen Weg im Leben zu erkunden und einzuschlagen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). „Wenn du als jemand, der an Gott glaubt, nach der Wahrheit streben und Rettung erlangen möchtest, dann sollten die Energie und die Zeit, die du in deinem restlichen Leben zur Verfügung hast, für die Pflicht, die du tust, und für alles, was Gott dir anvertraut hat, aufgewendet werden; du solltest keine Zeit auf deine Kinder verwenden. Dein Leben gehört nicht deinen Kindern, und es sollte nicht für ihr Leben oder Überleben aufgezehrt werden, noch um deine Erwartungen an sie zu erfüllen. Stattdessen sollte es der Pflicht und der dir von Gott anvertrauten Aufgabe gewidmet sein, sowie der Mission, die du als geschaffenes Wesen erfüllen sollst. Hierin liegen der Wert und die Bedeutung deines Lebens. Wenn du bereit bist, deine eigene Würde zu verlieren und ein Sklave deiner Kinder zu werden, dich um sie zu sorgen und alles für sie zu tun, um deine eigenen Erwartungen an sie zu erfüllen, dann ist das alles sinnlos und hat keinen Wert und wird nicht in Erinnerung bleiben. Wenn du darauf bestehst, diese Dinge zu tun, und diese Ideen und Handlungsweisen nicht loslässt, kann das nur bedeuten, dass du kein Mensch bist, der nach der Wahrheit strebt, dass du kein dem Maßstab entsprechendes geschaffenes Wesen und ziemlich aufsässig bist. Du schätzt weder das Leben noch die Zeit, die dir von Gott gegeben wurden. … Sobald diese Verpflichtung erfüllt ist und deine Kinder erwachsen sind, hat es nichts mehr mit dir zu tun, ob sie sehr erfolgreich werden oder einfach schlichte und gewöhnliche Individuen bleiben, denn ihr Schicksal ist nichts, was du bestimmen kannst, noch ist es deine Wahl, und noch weniger wird es ihnen von dir verliehen – es ist von Gott vorherbestimmt. Da es von Gott vorherbestimmt ist, solltest du nicht in ihr Leben oder Überleben eingreifen oder deine Nase in alles stecken. Ihre Gewohnheiten, tägliche Routine und ihre Einstellung zum Leben, welche Überlebensstrategien, welche Lebensanschauung, welche Haltung sie auch immer gegenüber der Welt haben, welchen Weg sie auch immer verfolgen – das geht dich nichts an. Du hast keine Verpflichtung, zu leiden, weil du diese Angelegenheiten auf dich nimmst, und du hast auch keine Mittel, um sicherzustellen, dass sie jeden Tag glücklich leben. All deine Bemühungen in dieser Hinsicht sind unnötig. Das Schicksal eines jeden Menschen ist von Gott vorherbestimmt; daher können sie selbst nicht vorhersehen oder ändern, wie viel Leid oder Segen sie im Leben erfahren, welche Art von Familie, Ehe oder Kindern sie haben, welche Dinge sie in der Gesellschaft erleben, und welche Ereignisse sie im Leben erfahren, und somit sind Eltern erst recht nicht in der Lage, diese Dinge zu ändern“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (19)). Gottes Worte machen sehr deutlich, welche Haltung wir unseren Kindern gegenüber einnehmen sollten. Sobald Eltern ihre Kinder bis ins Erwachsenenalter aufgezogen haben, ist ihre Verantwortung erfüllt. Welchen Weg ihre Kinder einschlagen oder welches Schicksal sie erwartet, können nicht die Eltern entscheiden. Meine Verantwortung meinem Sohn gegenüber war längst erfüllt, also sollte ich mich nicht unvernünftig in sein Leben oder seinen Weg einmischen. Ich musste mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen und alles von Ihm annehmen. Ich dachte an Hiob. Auch er hoffte als Vater, dass seine Kinder wie er an Gott glauben und Ihn anbeten würden, aber Hiob behandelte seine Kinder nach Grundsätzen. Er predigte ihnen lediglich das Evangelium und erfüllte so seine väterliche Verantwortung. Betreffend ihren Glauben an Gott versuchte Hiob nicht, sie gegen ihren Willen zum Glauben zu zwingen, und er mischte sich nicht in den Weg ein, den sie wählten. Er betete nicht vor Gott für seine Kinder und flehte Ihn nicht an, ihre Herzen zum Glauben zu bewegen. Er unterwarf sich schlicht Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen. Hiobs Praktizieren war im Einklang mit Gottes Absichten. Als ich mich mit Hiob verglich, schämte ich mich. Ich hatte so viele von Gottes Worten gegessen und getrunken, doch in meinem Herzen hatte Gott keinen Platz. Angesichts von Situationen suchte ich nicht nach der Wahrheit, begriff Gottes Absichten nicht, sondern handelte stattdessen blind nach meinem eigenen Willen. Ich musste Hiobs Beispiel folgen und meinen Sohn gemäß den Wahrheitsgrundsätzen behandeln.
Mein Sohn jagt zwar immer noch der Welt nach, aber ich sorge mich nicht mehr um seine Zukunft oder sein Schicksal, noch bin ich seinetwegen traurig oder bekümmert. Es waren Gottes Worte, die meine abwegigen und absurden Ansichten zurechtrückten. Dank sei Gott!