67. Ich kann mit meinen Hobbys richtig umgehen
Im März 2020 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt. Kurz darauf erfuhr ich, dass einige Brüder und Schwestern kommen würden, um Computerkenntnisse zu lehren und einige Computertechniker zu fördern. Das weckte sofort mein Interesse. Ich hatte mich schon immer für Computertechnik interessiert und mir in meiner Freizeit sogar einiges selbst beigebracht, daher verspürte ich den starken Wunsch, diese Fähigkeiten zu erlernen. Ich überlegte, dass ich von allen in unserer Kirche die Einzige mit Grundkenntnissen in diesem Bereich war. Wie großartig wäre es also, wenn ich diese Pflicht ausführen könnte! Ich dachte an meine jetzige Pflicht als Leiterin und daran, dass ich dabei nicht sehr redegewandt war. Wenn Brüder und Schwestern Fragen oder Schwierigkeiten hatten, wusste ich manchmal nicht, wie ich mit ihnen Gemeinschaft halten und ihre Probleme lösen sollte, was mir ziemlich peinlich war. Wenn ich eine technische Pflicht tun würde, wäre ich mit den nötigen Fähigkeiten eine technische Fachkraft, was mir Anerkennung einbringen würde. Daher sehnte ich mich danach, meine Fähigkeiten bei dieser computertechnischen Pflicht unter Beweis zu stellen. Als ich eine Schwester mit geringen Grundkenntnissen sah, die sich mit der Technik abmühte, blickte ich ein wenig auf sie herab und gab ihr beiläufig ein paar Tipps. Die Schwester reagierte mit einem überraschten Blick und sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass du dich mit so etwas auskennst!“ Ihr Lob tat mir gut und ich dachte bei mir: „Du hast mich wirklich unterschätzt. Wäre da nicht meine Pflicht als Leiterin, hätte ich längst angefangen, diese Technik zu lernen.“
Anfang Mai kam Bruder Zhang Ming in unsere Kirche, um Computerkenntnisse zu lehren, worüber ich mich sehr freute. Ich dachte: „Auch wenn ich nicht jeden Tag am Unterricht teilnehmen kann, finde ich bestimmt Zeit zum Lernen. Von jemandem mit Ahnung zu lernen, wird mir helfen, mehr Fähigkeiten zu erlangen, und sobald sich die Gelegenheit bietet, kann ich zeigen, was ich kann.“ Als ich das erste Mal zum Lernen hinging, bemerkte ich, dass einige der technischen Inhalte englische Fachbegriffe enthielten. Also konnte ich nicht anders, als mit meinen Englischkenntnissen anzugeben, indem ich für sie las und übersetzte. Die Brüder und Schwestern sahen mich mit ganz neuem Respekt an. Eine Schwester sagte: „Dein Englisch ist ja super! Du kennst sogar die Fachbegriffe. Du bist wirklich die Richtige dafür; du hast echt einen Vorteil!“ Ich nickte und sagte: „Das interessiert mich einfach.“ Als ich sah, wie die Schwestern beim Üben mit bestimmten Arbeitsschritten Schwierigkeiten hatten, gab ich ihnen ein paar Ratschläge und dachte dabei: „Da ich Leiterin bin und keine Zeit habe, kann ich nur ab und zu lernen. Sonst würde ich definitiv schneller lernen als ihr.“ Leider ging ich nur zwei oder drei Tage zum Unterricht, dann konnte ich nicht mehr weitermachen, weil ich mit der Kirchenarbeit beschäftigt war. Ich bedauerte das sehr und wollte mich damit nicht abfinden. Ich dachte: „Ich darf nicht hinter euch zurückfallen. Ich muss Zeit finden, um nachzuholen, was ich verpasst habe.“ Danach schaute ich mir Tutorials an, um zu lernen, und wenn ich etwas nicht verstand, klemmte ich mich richtig dahinter, um es herauszufinden. Wenn die Brüder und Schwestern mich nach Dingen fragten, die sie nicht verstanden, konnte ich ihnen ebenfalls ein paar Hinweise geben. Als ich von den Brüdern und Schwestern Komplimente bekam, fühlte ich mich stolz und fand sogar noch mehr Gefallen an Pflichten, die mit Computertechnik zu tun hatten. Bei meiner Pflicht als Leiterin stieß ich jedoch oft auf verschiedene Schwierigkeiten, die ich manchmal nicht lösen konnte, was mir peinlich war. Obwohl ich meine Pflicht tat, hatte ich dafür einfach nicht dieselbe Leidenschaft wie während meines Studiums der Computertechnik, und ich zerbrach mir auch nicht den Kopf, wie ich sie besser tun könnte. Stattdessen konzentrierte ich mich auf das Erlernen der Computertechnik. Manchmal hatte ich ein schlechtes Gewissen und dachte: „Vernachlässige ich hier nicht meine eigentliche Pflicht?“ Doch dann dachte ich daran, dass die Computertechniker in der Kirche nur durchschnittliche Fähigkeiten hatten und dass es auch dringend nötig war, den Brüdern und Schwestern bei Computerproblemen zu helfen. Bei diesem Gedanken verschwand mein schlechtes Gewissen. Eines Tages kümmerte ich mich erst um meine Pflicht, nachdem ich eine Weile am Computer herumgebastelt hatte. Danach bemerkte ich, dass ich eine ziemlich dringende Aufgabe übersehen hatte, was zu Verzögerungen führte. Erst da bekam ich Angst. Mir wurde klar: Die Verzögerung war allein meine Schuld, weil ich mich nicht auf meine Hauptaufgaben konzentriert hatte! Mir fielen auch andere Aufgaben ein, die hätten umgesetzt werden sollen, aber liegen geblieben waren, und andere, die ich hätte nachverfolgen müssen, was ich aber nicht getan hatte. Das hatte den Arbeitsfortschritt beeinträchtigt, und ich empfand Reue und dachte: „Als Leiterin habe ich meine Kraft nicht auf meine eigentliche Pflicht konzentriert, sondern ständig Computertechnik gelernt. Ich habe meine eigentlichen Verantwortlichkeiten wirklich vernachlässigt!“ Ich betete zu Gott: „Gott, ich bin bereit, mich wieder ganz auf meine Pflicht zu konzentrieren und nicht mehr nach meinen Vorlieben zu handeln. Von nun an werde ich meine Pflicht gewissenhaft und gut ausführen.“ Doch nur wenige Tage später entlarvte mich ein Vorfall erneut.
Eine Schwester stieß bei ihrer Pflicht auf einige Schwierigkeiten, und ich wusste nicht, wie ich mit ihr Gemeinschaft halten sollte. Da ich ihre Probleme nicht lösen konnte, hatte ich das Gefühl, ein wenig mein Gesicht verloren zu haben, und ich wurde auch etwas negativ. Ich dachte: „Als Leiterin kann ich nicht einmal ein einziges Problem lösen – das ist so demütigend. Wer weiß, wie die Schwester mich hinter meinem Rücken bewertet! Ich sollte lieber Technik lernen. Wenn die Brüder und Schwestern Computerprobleme haben, kann ich sie auf der Stelle lösen und bekomme dafür auch noch Lob und Bewunderung von allen.“ Bei diesem Gedanken wollte ich keine Leiterin mehr sein. Ein paar Tage später erfuhr eine Predigerin, dass einige Aufgaben nicht gut erledigt worden waren, weil ich meine Pflicht vernachlässigt hatte, und stutzte mich zurecht. Daraufhin äußerte ich meinen Wunsch, Computertechnik zu lernen. Sie hielt mit mir Gemeinschaft und bat mich, darüber nachzudenken, warum ich eine technische Pflicht übernehmen wollte, anstatt Leiterin zu sein. Während ich darüber nachdachte, las ich diese Worte Gottes: „Wenn die Pflicht, die du ausführst, etwas ist, worin du gut bist und was dir gefällt, dann denkst du, dass es deine Verantwortung und Verpflichtung ist, und dass es vollkommen normal und gerechtfertigt ist, ihr nachzukommen. Du bist fröhlich, glücklich und gelassen. Es ist etwas, wozu du bereit bist, und du kannst dich dem hingeben, und indem du es tust, spürst du, dass du Gott zufriedenstellst. Wenn du aber eines Tages vor einer Pflicht stehst, die dir nicht gefällt oder die du nie zuvor ausgeführt hast, wirst du dann hingebungsvoll sein können? Du wirst damit auf die Probe gestellt, um zu sehen, ob du die Wahrheit praktizierst. Nehmen wir zum Beispiel an, du führst deine Pflicht in der Hymnengruppe aus. Du kannst singen; das ist etwas, das dir Freude macht, und du bist bereit, diese Pflicht auszuführen. Wenn dir eine andere Pflicht übertragen würde, sagen wir, das Evangelium zu predigen, und die Arbeit wäre etwas schwierig, wärst du dann in der Lage, dich zu unterwerfen? Du willst das Evangelium nicht predigen, also sagst du immer wieder: ‚Ich singe gerne.‘ Wenn ein Leiter oder Mitarbeiter dich ermutigt und sagt: ‚Übe dich im Predigen des Evangeliums und rüste dich mit mehr Wahrheit aus, das wird für dein Wachstum im Leben vorteilhafter sein‘, dann bestehst du dennoch darauf und sagst, ‚Ich singe gern, und ich tanze gern.‘ Du willst das Evangelium nicht predigen, ganz gleich worüber er Gemeinschaft hält. Warum willst du nicht losziehen? (Weil das Interesse fehlt.) Du hast kein Interesse daran, also willst du nicht losziehen – worin liegt hier das Problem? Es besteht darin, dass du deine Pflicht nach deinen Vorlieben und nach deinem persönlichen Geschmack aussuchst und dich nicht unterwirfst. Ein Mangel an Unterwerfung ist das Problem. Wenn du nicht die Wahrheit suchst, um dieses Problem zu lösen, dann wirst du keine wahre Unterwerfung haben“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Durch das Lesen von Gottes Worten verstand ich: Bei Pflichten, die mich interessierten, in denen ich gut war, mich zeigen und die Bewunderung anderer gewinnen konnte, war ich bereit, mich anzustrengen, um sie gut zu machen. Bei Pflichten jedoch, die mich nicht interessierten und bei denen ich meine Fähigkeiten nicht zeigen konnte, war ich nicht bereit, mich den Herausforderungen zu stellen und sie zu überwinden. Das zeigte, dass ich meine Pflichten nach persönlichen Vorlieben auswählte und mir die Unterwerfung unter Gott fehlte. Wenn ich an mein Technikstudium zurückdachte, wurde mir klar: Sobald sich eine Gelegenheit bot, mich zu profilieren, stürzte ich mich voll in die Recherche. Hatte ich einen kleinen Erfolg erzielt, hielt ich mich für bemerkenswert. Das Lob und die Bewunderung der anderen schmeichelten meinem Ego. Doch wenn ich bei meiner Pflicht als Leiterin auf Schwierigkeiten und Probleme stieß und sie nicht lösen konnte, war es mir peinlich, und ich wollte mich der Situation widersetzen oder ihr ausweichen. Also versuchte ich stattdessen, mir Zeit zu nehmen, um meine Kenntnisse in Technologie zu vertiefen, was letztendlich meine eigentlichen Aufgaben verzögerte. Ich vernachlässigte wirklich meine eigentliche Pflicht! Als Kirchenleiterin hätte ich mich, wenn Brüder und Schwestern bei ihrer Pflicht auf Schwierigkeiten stießen und mein gemeinschaftlicher Austausch nicht fruchtete, auf Gott stützen und die Wahrheit suchen sollen oder Hilfe von denen suchen sollen, die die Wahrheit verstehen, um mich anzuleiten und zu unterstützen. Aber ich wollte ausweichen und mich zurückziehen, weil ich meinen Stolz und meinen Status in den Augen der Leute nicht wahren konnte. Ich tat meine Pflicht nach meinen Interessen und Vorlieben und strebte nur danach, meinen Status zu sichern und meinen Ruf zu verbessern, anstatt die Wahrheit zu praktizieren. Ich stand nicht auf dem Standpunkt eines geschaffenen Wesens, um mich Gott zu unterwerfen. Diese meine Haltung gegenüber meiner Pflicht war Gott zuwider. Nachdem ich ein wenig Verständnis erlangt hatte, betete ich zu Gott: „Gott, ich möchte nicht mehr nach meinen Vorlieben handeln. Ich bin bereit, mich wieder ganz auf meine Pflicht zu konzentrieren und sie gewissenhaft und gut zu tun.“ Danach beruhigte sich mein Herz ein wenig, und ich begann, mich gewissenhaft auf meine eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Wenn bei der Arbeit Schwierigkeiten auftraten, sprach ich mit den Brüdern und Schwestern, mit denen ich zusammenarbeitete, und suchte die Wahrheit, um sie zu lösen.
Als ich im April 2021 wegen mangelnder Effektivität in der Evangeliumsarbeit von der oberen Leitung zurechtgestutzt wurde, dachte ich nicht über mich selbst nach, sondern war stattdessen geneigt, aufzugeben und schlug meinen Rücktritt vor. Die obere Leitung sah, dass ich nicht nachdachte oder in die Wahrheit eintrat und extrem negativ geworden war, also stimmte sie meinem Rücktritt zu. Einige Tage später übernahm ich eine Pflicht im Bereich Computertechnik und war ziemlich glücklich. Ich dachte, diese Pflicht passte zu mir, und ich könnte meinen Wert zeigen. Ich vertiefte mich in das Studium der Technik, meisterte schnell einige grundlegende Fähigkeiten und konnte alle Computerprobleme für meine Brüder und Schwestern lösen. Wenn ich die Brüder und Schwestern unterrichtete, fühlte ich mich selbstbewusst und war in meinem Element, und ich empfand diese Pflicht als sehr erfüllend.
Unerwarteterweise stieß ich einige Monate später auf Sicherheitsrisiken und konnte meine Pflicht nicht mehr ausführen. Ich war oft niedergeschlagen und dachte: „Die Technik entwickelt sich so schnell weiter. Ich habe so viel Zeit verloren, jetzt bin ich bestimmt total abgehängt.“ Um nicht zu weit zurückzufallen, versuchte ich mein Bestes, die Technik zu lernen, in der Hoffnung, eines Tages wieder technische Pflichten ausführen zu können. Später, nachdem ich einen Abschnitt aus Gottes Worten gelesen hatte, begann ich, ein gewisses Verständnis für meinen Zustand zu entwickeln. Der Allmächtige Gott sagt: „Es gibt einen angeborenen Instinkt in den Menschen. Wenn sie nie erfahren, was ihre Stärken, Interessen und Hobbys sind, haben sie das Gefühl, keine Präsenz zu besitzen, können ihren eigenen Wert nicht verwirklichen und fühlen sich wertlos. Sie können ihren Wert nicht unter Beweis stellen. Sobald eine Person jedoch ihre Interessen und Hobbys entdeckt, wird sie diese zu einer Brücke oder einem Sprungbrett machen, um ihren Selbstwert zu realisieren. Sie ist bereit, den Preis zu zahlen, um ihre Bestrebungen zu verfolgen, ein wertvolleres Leben zu führen, ein nützlicher Mensch zu werden, sich von der Masse abzuheben und gesehen zu werden, bewundert und anerkannt zu werden und zu einer außergewöhnlichen Person zu werden. Auf diese Weise kann sie ein erfülltes Leben führen, in dieser Welt eine erfolgreiche Karriere haben und ihre Bestrebungen und Sehnsüchte erfüllen und somit ein wertvolles Leben führen. Wenn sie sich in der geschäftigen Menschenmenge umsehen, gibt es nur wenige, die von Natur aus so begabt sind wie sie selbst, die sich hohe Bestrebungen und Sehnsüchte gesetzt haben und diese auch schließlich durch unermüdliche Anstrengungen erreicht haben. Sie haben mit dem, was sie lieben, Karriere gemacht, haben den Ruhm, den Gewinn und das Prestige erlangt, das sie sich wünschten, ihren Wert bewiesen und ihren Selbstwert realisiert. Das ist das Bestreben der Menschen“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (8)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verstand ich, dass ich schon immer Pflichten ausführen wollte, die mit meinen Interessen und Hobbys zu tun hatten, um meine Ideale und Wünsche zu verwirklichen. Ich wollte ein technisches Talent werden, das von anderen bewundert wird, und letztendlich den Ruhm, den Gewinn und den Status erlangen, nach denen ich mich sehnte. Als ich entdeckte, dass ich mir mit Computerkenntnissen Lob und Bewunderung verdienen konnte, gab mir das ein starkes Gefühl von Geltung und Erfolg. Also interessierte ich mich immer mehr für Computertechnik und war bereit, hart zu arbeiten und von früh bis spät zu lernen, um meine Fähigkeiten zu verbessern. Ich versuchte, in diesem Bereich versiert zu werden, damit mich mehr Leute loben und bewundern würden. Bei meiner Pflicht als Leiterin hingegen merkte ich, dass ich einfach zu viel zu wünschen übrig ließ, und ich hatte keinen Willen, proaktiv zu sein. Wenn ich auf Schwierigkeiten und Rückschläge stieß, wurde ich negativ und zog mich zurück, kündigte sogar und wurde zur Deserteurin. Ich benutzte meine Interessen und Hobbys als Sprungbrett, um mir meinen eigenen Wert zu beweisen. Ich wollte die Bewunderung anderer gewinnen, indem ich Computertechnik lernte. Das geschah aus reinem Eigennutz, um mein Image und meinen Status in den Herzen der Menschen zu etablieren und meine eigenen Ambitionen und Begierden zu befriedigen!
Eines Tages stieß ich auf einen Abschnitt von Gottes Worten und erlangte ein gewisses Verständnis für die tieferen Beweggründe hinter meinem von Vorlieben geprägten Umgang mit meinen Pflichten. Der Allmächtige Gott sagt: „Die Art, wie Antichristen ihren Ruf und ihren Status schätzen, übertrifft bei weitem die gewöhnlicher Menschen und ist etwas, das in ihrer Dispositionsessenz liegt; es ist kein vorübergehendes Interesse oder eine flüchtige Auswirkung ihrer Umgebung – es ist etwas, das in ihrem Leben und in ihrem Innersten liegt, und daher ist es ihr Wesen. Das bedeutet, dass Antichristen bei allem, was sie tun, zuerst ihren eigenen Ruf und ihren eigenen Status berücksichtigen, und nichts anderes. Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben und das Ziel, nach dem sie ihr Leben lang streben. Bei allem, was sie tun, ist ihr erster Gedanke: ‚Was wird mit meinem Status passieren? Und mit meinem Ruf? Wird mir das, wenn ich es tue, einen guten Ruf verschaffen? Wird es meinen Status in den Köpfen der Menschen erhöhen?‘ Das ist das Erste, woran sie denken, und das ist ein hinreichender Beweis dafür, dass sie die Disposition und das Wesen von Antichristen haben – und nur deshalb betrachten sie die Dinge auf diese Weise. Man kann sagen, dass Ruf und Status für Antichristen keine zusätzlichen Anforderungen sind, geschweige denn Dinge, die außerhalb ihrer selbst liegen und auf die sie verzichten könnten. Sie sind Teil der Natur von Antichristen, sie liegen in ihrem Inneren, in ihrem Blut, sie sind ihnen angeboren. Antichristen ist es nicht gleichgültig, ob sie Ruf und Status besitzen; das ist nicht ihre Einstellung. Was ist dann ihre Einstellung? Ruf und Status sind eng mit ihrem täglichen Leben verbunden, mit ihrem täglichen Zustand, mit dem, wonach sie täglich streben. Für Antichristen sind Ruf und Status ihr Leben. Gleichgültig, wie sie leben, gleichgültig, in welchem Umfeld sie leben, gleichgültig, welche Arbeit sie verrichten, gleichgültig, wonach sie streben, was ihre Ziele sind, was die Richtung ihres Lebens ist, es dreht sich alles darum, einen guten Ruf und einen hohen Status zu haben. Und dieses Ziel ändert sich nicht; sie können solche Dinge nie beiseitelegen. Das ist das wahre Gesicht von Antichristen, das ist ihr Wesen“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 3)). Nachdem ich Gottes entlarvende Worte über Antichristen gelesen hatte, war ich tief bewegt. Ansehen und Status waren für mich so kostbar wie das Leben selbst, und ich strebte ständig nach der Bewunderung anderer. Ich war beeinflusst von satanischen Giften wie „Wie ein Baum seine Rinde braucht, so braucht ein Mensch seinen Stolz“ oder „Ein Mensch hinterlässt seinen Namen, wo immer er sich aufhält, genauso wie eine Gans gellend schnattert, wo immer sie fliegt.“ Immer strebte ich danach, einen Status und ein gutes Image in den Herzen der anderen zu haben. Ich war bereit, jede Pflicht auszuführen, die es mir erlaubte, mir einen Namen zu machen und bewundert zu werden. Ich war bereit, für eine solche Pflicht zu leiden und den Preis zu zahlen, aber ich vermied und lehnte jede Pflicht ab, die meinem Ansehen und Status schaden könnte. Wie bei der Computertechnik: Da sie mir erlaubte, mir einen Namen zu machen, war ich bereit, sie gewissenhaft zu lernen, starrte den ganzen Tag auf den Computerbildschirm, und selbst wenn meine Augen schmerzten und mein Nacken wehtat, biss ich mich einfach durch. Im Gegensatz dazu war ich bei meiner Pflicht als Leiterin sehr passiv, denn ich hatte Angst, mein gutes Ansehen bei den Brüdern und Schwestern zu verlieren, wenn ich die Probleme nicht lösen könnte. Um meinen Stolz und meinen Status zu schützen, war ich sogar in der Lage zu kündigen und zur Deserteurin zu werden. Gottes Absicht ist es, dass die Menschen nach der Wahrheit streben und ihre Verdorbenheit beseitigen, während sie ihre Pflichten ausführen. Doch ich strebte stattdessen nach Ansehen und Status, um meine Eitelkeit zu befriedigen, was gegen Gottes Anforderungen verstößt. Ich ging den Weg eines Antichristen, und selbst wenn meine Eitelkeit befriedigt worden wäre, hätte sich meine verdorbene Disposition nicht geändert, und letztendlich wäre ich trotzdem ausgemustert worden. Ich empfand große Reue, warf mich im Gebet vor Gott nieder, um Buße zu tun, und bat Gott, mich auf den Weg des Strebens nach der Wahrheit zu führen.
Daraufhin las ich zwei Abschnitte von Gottes Worten und verstand, wie ich mit meinen Interessen und Hobbys umgehen sollte. Der Allmächtige Gott sagt: „Von diesem Tag an bist du also ein echtes Mitglied von Gottes Haus; das heißt, du erkennst an, dass du eines der geschaffenen Wesen Gottes bist. Von diesem Tag an solltest du deine Lebenspläne neu formulieren – du solltest nicht länger deine vorherigen Bestrebungen, Wünsche und Ziele für dein Leben verfolgen. Stattdessen solltest du deine Identität und deine Perspektive ändern, und die Lebensziele und die Richtung im Leben planen, die du als geschaffenes Wesen haben solltest. In erster Linie sollten deine Ziele und deine Richtung nicht darin bestehen, eine Führungsrolle einzunehmen oder in irgendeiner Branche führend oder hervorragend zu sein oder eine berühmte Persönlichkeit zu werden, die einen bestimmten Beruf ausübt oder eine bestimmte professionelle Fähigkeit beherrscht. Stattdessen solltest du deine Pflicht von Gott annehmen – das heißt, du musst wissen, welche Arbeit du jetzt, in diesem Augenblick, tun solltest und welche Pflicht du jetzt, in diesem Augenblick, ausführen musst, und du musst Gottes Absichten suchen. Was auch immer Gott von dir verlangt und welche Pflicht dir auch immer in Seinem Haus zugewiesen wurde, du musst herausfinden und dir darüber klar werden, welche Wahrheiten du verstehen und welche Grundsätze du befolgen und erfassen solltest, um diese Pflicht gut auszuführen. Wenn du sie dir nicht merken kannst, kannst du sie aufschreiben, und wenn du Zeit hast, kannst du sie öfter durchsehen und mehr über sie nachdenken. Als eines von Gottes geschaffenen Wesen sollte dein Hauptziel im Leben darin bestehen, deine Pflicht als geschaffenes Wesen zu erfüllen und ein maßstabsgerechtes geschaffenes Wesen zu sein. Das ist das grundlegendste Lebensziel, das du haben solltest. Zweitens, und noch konkreter, geht es darum, wie du deine Pflicht als geschaffenes Wesen erfüllen und ein geschaffenes Wesen sein kannst, das dem Maßstab entspricht – das ist am wichtigsten. Diese Richtungen und Ziele, die von der verdorbenen Menschheit verfolgt werden – wie Ansehen, Status, Eitelkeit und persönliche Aussichten – sind alles Dinge, die du aufgeben solltest“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (7)). „Da du als Gottgläubiger bereit bist, nach der Wahrheit zu streben und Errettung zu erlangen, solltest du dein Streben, deine Bestrebungen und deine Sehnsüchte loslassen, diesem Weg, dem Weg des Strebens nach Ruhm und Gewinn, den Rücken kehren und diese Bestrebungen und Sehnsüchte loslassen. Du solltest nicht die Verwirklichung deiner Bestrebungen und Sehnsüchte als Lebensziel wählen, sondern nach der Wahrheit und der Erlangung der Errettung streben“ (Das Wort, Bd. 6, Über das Streben nach der Wahrheit: Wie man nach der Wahrheit strebt (8)). Ja. Als geschaffenes Wesen sollte mein Ziel sein, meine Pflichten als geschaffenes Wesen gut auszuführen, und nicht, nach Ansehen und Status zu streben oder meine Ideale zu verwirklichen, indem ich zu den Besten gehöre, eine Expertin oder ein echtes Technik-Ass werde. Von nun an muss ich alles, was die Kirche für mich arrangiert, von Gott annehmen und mich Seinen Orchestrierungen und Anordnungen unterwerfen. Computertechnik ist etwas, das mir Spaß macht. Wenn die Kirchenarbeit es erfordert, werde ich es gewissenhaft lernen und in meiner Pflicht anwenden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Aber ich muss auch alle falschen Absichten in mir beseitigen; denn wenn ich meine Pflicht mit einer verdorbenen Disposition ausführe, kann Gott das unmöglich gutheißen. Wenn die Kirche mich in Zukunft aufgrund von Arbeitserfordernissen mit anderen Pflichten betraut, sollte ich mich, selbst wenn sie nicht meinen Stärken entsprechen, den auftretenden Herausforderungen stellen und sie überwinden, mehr Mühe auf die Wahrheitsgrundsätze verwenden und von meinen Brüdern und Schwestern mehr über die Dinge lernen, die ich nicht kann. Also betete ich zu Gott, bereit, mein Ansehen und meinen Status loszulassen, mich jeder Pflicht zu unterwerfen, die Gottes Haus für mich arrangiert, und meine Pflichten nicht länger nach meinen Vorlieben auszuführen.
Später kehrte ich in meine Heimatstadt zurück und tat wieder meine Pflicht im Bereich der Computertechnik. Fünf Monate später erhielt ich einen Brief von der Leitung, in dem stand, dass dringend jemand für die textbasierte Pflicht benötigt wurde. Da die Leitung wusste, dass ich diese Pflicht schon einmal ausgeführt hatte, fragte sie mich, ob ich bereit wäre, sie zu übernehmen. Zu dieser Zeit lernte ich eine neue Technologie und galt in diesem Bereich innerhalb der Kirche als ziemlich herausragend. Also tat ich mich wirklich schwer, das aufzugeben, und für einen Moment befand ich mich wieder in einem Dilemma. Ich dachte darüber nach, wie ich früher nach Ansehen und Status gestrebt hatte, und wusste, dass ich dieses Mal die Wahrheit suchen musste, um meine Probleme zu lösen. Ich las diese Worte Gottes: „Wenn deine zugewiesene Pflicht angepasst wird, solltest du lernen, zu gehorchen. Nachdem du eine Weile deine neue Pflicht geübt und Ergebnisse bei ihrer Ausführung erzielt hast, wirst du feststellen, dass du dich für die Ausführung dieser Pflicht besser eignest, und erkennen, dass es ein Fehler war, dir Pflichten nach deinen eigenen Vorlieben auszusuchen. Ist das Problem damit nicht gelöst? Das Wichtigste ist, dass das Haus Gottes den Menschen nicht auf Grundlage ihrer Vorlieben die Ausführung bestimmter Pflichten zuteilt, sondern nach den Arbeitsbedürfnissen und danach, ob die Ausführung einer Pflicht durch eine bestimmte Person Ergebnisse erzielen kann. Würdet ihr sagen, dass das Haus Gottes Pflichten nach individuellen Vorlieben anordnen sollte? Sollten Menschen unter der Bedingung eingesetzt werden, dass es ihre persönlichen Vorlieben befriedigt? (Nein.) Welche dieser Vorgehensweisen entspricht den Grundsätzen des Hauses Gottes bei der Verwendung von Menschen? Welche entspricht den Wahrheitsgrundsätzen? Die Auswahl von Menschen gemäß den Erfordernissen der Arbeit im Haus Gottes und gemäß den Ergebnissen, die sie bei der Ausführung ihrer Pflichten erzielen. Du hast gewisse Vorlieben und Interessen, und du hast ein gewisses Verlangen, deine Pflichten auszuführen, aber sollten deine Wünsche, Interessen und Vorlieben Vorrang vor der Arbeit des Hauses Gottes haben? Wenn du stur darauf bestehst und sagst: ‚Ich muss diese Arbeit machen; wenn ich sie nicht machen darf, will ich nicht leben, will ich meine Pflicht nicht ausführen. Wenn ich diese Arbeit nicht machen darf, werde ich für nichts anderes Begeisterung und auch nicht vollen Einsatz zeigen‘, beweist das nicht, dass es ein Problem mit deiner Einstellung zur Ausführung deiner Pflicht gibt? Zeugt das nicht von einem kompletten Mangel an Gewissen und Vernunft? Um deine persönlichen Wünsche, Interessen und Vorlieben zu befriedigen, zögerst du nicht, die Kirchenarbeit zu beeinträchtigen und zu verzögern. Stimmt das mit der Wahrheit überein? Wie sollte man mit Dingen umgehen, die nicht mit der Wahrheit übereinstimmen? … Der andere, der wichtigste, ist, dass du, egal welchen Grad an Verständnis du erlangst oder ob du diese Dinge verstehen kannst, wenn Gottes Haus Anordnungen für dich trifft, zumindest zuerst eine Haltung des Gehorsams einnehmen musst, anstatt wählerisch oder pingelig zu sein oder deine eigenen Pläne und Entscheidungen zu haben. Das ist die Vernunft, die du vor allem besitzen musst“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: 12. Wenn sie keinen Status genießen oder nicht darauf hoffen können, Segnungen zu erhalten, wollen sie sich zurückziehen). Gottes Worte bewegten mich. Das Haus Gottes arrangiert Pflichten nicht nach persönlichen Vorlieben, sondern nach den Erfordernissen der Arbeit. Obwohl ich die technische Pflicht ausführen wollte, sollte ich meine Interessen nicht über die Arbeit der Kirche stellen. Außerdem gab es zu dieser Zeit keinen Mangel an Leuten für diese Aufgabe, aber es fehlten Leute für die Textarbeit. Ich hatte schon einmal Textarbeit gemacht, also hatte ich ein gewisses Verständnis für die entsprechenden Grundsätze. Ich sollte Gottes Absicht berücksichtigen, den Anordnungen der Kirche gehorchen und die Arbeit der Kirche in den Vordergrund stellen. Nachdem ich Gottes Absicht verstanden hatte, betete ich zu Gott, dass Er meinen verkehrten Zustand ändern möge, und übernahm dann die textbasierte Pflicht.
Es waren die Entlarvung und das Gericht von Gottes Worten, die mich meine fehlerhaften Bestrebungen erkennen ließen. Ich lernte auch, wie ich mit meinen Interessen und Hobbys richtig umgehen sollte. Dank sei Gott für Seine Führung! In Zukunft bin ich, egal welchen Umständen ich begegne, bereit, mich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen und die Wahrheit zu suchen, um meine Pflichten gut auszuführen.