15. Die Entscheidung einer Verkaufsleiterin
Ich wurde in einer kleinen Stadt in Südchina geboren. Mein Vater war ein bekannter Arzt in der Gegend und unsere Familie war ziemlich wohlhabend. Von klein auf genoss ich einen besseren Lebensstandard als meine Altersgenossen, was mir ein Gefühl der Überlegenheit gab. Seitdem ich denken kann, lehrte mich mein Vater oft: „Man muss die größten Nöte durchleiden, um unter allen Menschen der größte zu werden.“ Ich hörte mir die Geschichte meines Vaters an, wie er vom Land in die Stadt kam und sich dort etablierte, sah, wie immer wieder Leute zu uns nach Hause kamen, um sich bei meinem Vater einzuschmeicheln, und beobachtete, wie die Leute ihn bewunderten und überall herzlich willkommen hießen. In meiner jugendlichen Unwissenheit verstand ich allmählich den Wert, über andere hinauszuragen, und nahm mir fest vor, eine Person von Status zu werden, die von anderen bewundert und geachtet wird. Aber als ich 12 war, wurde mein Vater wegen angeblicher illegaler Geschäfte inhaftiert, und unser einst geschäftiges Zuhause wurde plötzlich trostlos. Meine Mutter, meine Schwester und ich mussten uns fortan aufeinander verlassen. Die Leute, die einst so herzlich zu uns waren, waren nirgends mehr zu sehen. Vor allem nachdem ich gesehen hatte, welche Mühsal meine Mutter auf sich nahm, um sich überall Geld zu leihen, überkamen mich Wellen der Trostlosigkeit, und ich fasste den festen Entschluss, fleißig zu lernen und mich hervorzutun, um ein beneidenswertes und bewundertes Leben als jemand zu führen, der über anderen steht, und um unsere Würde wiederzuerlangen. Meine harte Arbeit zahlte sich aus und ich schaffte es schließlich auf die Universität. Aber ich traute mich immer noch nicht, nachzulassen. Die Worte meines Vaters, „Man muss die größten Nöte durchleiden, um unter allen Menschen der größte zu werden“, motivierten mich weiterhin. Ich glaubte, wenn ich weiter hart arbeitete, würde ich eines Tages Erfolg haben und sowohl Ruhm als auch Gewinn erlangen.
Nach meinem Universitätsabschluss im Jahr 2006 kam ich allein nach Shanghai und begann in einer Firma im Vertrieb zu arbeiten. Um mehr Aufträge zu sichern, reiste ich regelmäßig in andere Städte, um Kunden zu besuchen. Wegen meiner Reisekrankheit war das Reisen in verschiedene Städte für mich sehr anstrengend, und nachdem ich aus dem Bus gestiegen war, musste ich immer noch meine ganze Energie aufbringen, um Kunden zu treffen. Neben der körperlichen Erschöpfung machten mich die ständigen Geschäftsessen und der Umgang mit Kollegen und Kunden noch erschöpfter. Um die Aufträge der Kunden zu sichern, kaufte ich die Bücher „Die Theorie der dicken Haut und des schwarzen Herzens“ und „Der Weg des Wolfs“. Aus diesen Büchern lernte ich viele versteckte Branchenregeln und Philosophien für weltliche Belange. Später, bei der Arbeit, konkurrierte ich intern mit Kollegen, sowohl offen als auch hinter den Kulissen, um sie zu übertreffen. Extern schmeichelte ich nicht nur den Kunden, sondern gab ihnen auch Schmiergelder und schloss Geschäfte unter der Hand ab. Anfangs war mir bei diesen Dingen unwohl – wenn sie aufgedeckt würden, würde es nicht nur den Ruf der Firma schädigen, sondern es könnte mich auch ins Gefängnis bringen, also war ich jeden Tag angespannt. Wenn der Druck zu groß wurde, wachte ich oft mitten in der Nacht von Albträumen auf. Ich lebte jeden Tag in ständiger Furcht und Unruhe. Manchmal, spät in der Nacht, wenn alles still war, dachte ich: „Der Druck im Vertrieb ist zu groß; vielleicht sollte ich den Beruf wechseln.“ Aber dann dachte ich bei mir: „Man muss die größten Nöte durchleiden, um unter allen Menschen der größte zu werden.“ Und ich ermutigte mich selbst: „Wenn ich erfolgreich sein will, muss ich diese Schmerzen ertragen; wie sonst kann ich in dieser Metropole voller talentierter Menschen jemals Erfolg und Ansehen erlangen?“ Also hielt ich durch. Zwei Jahre später wurde ich vom Neuling am Arbeitsplatz zur Spitzenverkäuferin meines Teams. Ich wurde nicht nur von meinen Vorgesetzten geschätzt und von meinen Kollegen beneidet, auch mein Gehalt wurde immer großzügiger, und ich lebte endlich das Leben einer erfolgreichen Angestellten, wie ich es mir gewünscht hatte. Meine Mutter sagte glücklich zu mir: „Mein Schatz, unsere schweren Tage sind endlich vorbei. Jetzt, wo du dich bewiesen hast, brauchen wir keine Angst mehr zu haben, schikaniert zu werden. Jetzt kann ich wieder stolz sein. Du musst weiter hart arbeiten!“ Ich sagte mir insgeheim: „Ich muss nicht nur ein Haus und ein Auto in Shanghai kaufen, sondern auch eine Branchenführerin werden, damit ich lange Zeit ein angesehenes Leben führen kann.“
Im Jahr 2008, nicht lange nach meiner Heirat, predigten mir meine Schwiegereltern das Evangelium des Allmächtigen Gottes in den letzten Tagen. Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, war ich tief bewegt von Gottes dreistufigem Werk der Errettung der Menschheit. Besonders als ich sah, dass die vom Allmächtigen Gott zum Ausdruck gebrachten Worte die Wahrheit sind und sie viele Geheimnisse offenbart haben, die die Menschheit nicht kannte, fühlte ich mich tief von den Worten des Allmächtigen Gottes angezogen, und zusammen mit meinem Mann nahmen wir das Evangelium an. Nachdem wir Gott gefunden hatten, versammelten wir uns, lasen Gottes Worte und sangen Hymnen, um Gott zu preisen. Brüder und Schwestern teilten auch ihr erfahrungsbasiertes Verständnis mit uns. Ich sah, wie jeder von ihnen so rein und arglos war, völlig anders als die Menschen, mit denen ich bei der Arbeit zu tun hatte. Es gab kein Einschmeicheln oder hinterhältiges Lästern unter ihnen, und sie sprachen offen aus, was sie dachten. Ich war glücklich, mit ihnen zu interagieren und mich auch mit ihnen zu versammeln und über Gottes Worte gemeinschaftlichen Austausch zu halten.
Im Juni 2008 nahmen mein Mann und ich einen Kredit auf, um ein Haus zu kaufen, und meine Kollegen, Kommilitonen und Familienmitglieder schauten mit Neid auf uns. Besonders als unsere Nachbarn herausfanden, dass wir Zugezogene waren und nach nur zwei Jahren ein Haus gekauft hatten, bewunderten und lobten sie uns noch mehr. Ich fühlte mich innerlich so geschmeichelt und dachte, dass ich dem Leben der Überlegenheit, von dem ich immer geträumt hatte, immer näher kam. Später wurde ich befördert, mein Titel auf meiner Visitenkarte änderte sich in „Verkaufsleiterin“, und mein Büro verlagerte sich von einer kleinen Ecke zu einem deutlich sichtbareren, eigenen Raum. Kollegen nickten und grüßten mich respektvoll, und Kunden sprachen mich auch als „Managerin Ye“ an. Ich ging mit aufrechtem Gang, fühlte plötzlich, dass ich anders war als alle anderen, und genoss dieses Gefühl des Hochmuts wirklich sehr. Zu dieser Zeit verbrachte ich, außer wenn ich zu Versammlungen ging, fast meine ganze Zeit auf der Arbeit. Ich dachte nur daran, schnell Geld zu verdienen, um den Kredit abzubezahlen, damit ich ein größeres Haus kaufen und meine Mutter zu uns holen konnte, damit sie dieses Leben der Überlegenheit mit uns genießen konnte. Als das Unternehmen wuchs, wurden die Regeln und Vorschriften strenger und komplizierter, und als Verkaufsleiterin musste ich an den verschiedenen Bewertungsmaßnahmen des Unternehmens teilnehmen und diese durchführen. In dieser Situation befand ich mich in einem Dilemma: Wenn ich meine Arbeit in der Firma gut machte, würde das mein Kirchenleben beeinträchtigen, aber wenn ich ein Kirchenleben führte, würde meine Arbeit darunter leiden. Und wenn ich meine Arbeit nicht gut machte, würde das überlegene Leben, das ich jetzt hatte, mit Sicherheit verschwinden. Anfangs konnte ich weiterhin zu den Versammlungen gehen, aber eines Tages hörte ich von meinen Kollegen, dass meine Untergebenen privat darüber lästerten, wie ich jeden Tag pünktlich die Arbeit verließ und dabei überhaupt nicht die Ausstrahlung einer Führungskraft hätte. Sie sagten auch, ich müsse irgendwelche Tricks angewendet haben, um den Vorgesetzten zu gefallen und diese Position zu bekommen. Als ich diese Kommentare hörte, fühlte ich mich sehr bedrückt und unruhig und dachte: „Der Wettbewerb auf dem Markt ist jetzt so hart. Wenn ich nicht härter arbeite, um diese Position zu halten, könnte mich eines Tages jemand ersetzen, und dieser prestigeträchtige, angesehene und beneidenswerte Job und das Leben, für die ich so hart gekämpft habe, wären dann verloren. Das geht nicht. Ich muss etwas Konkretes leisten.“ Danach begann ich, meine morgendlichen Andachten zu verkürzen, und manchmal hatte ich nicht einmal Zeit für Andachten und eilte einfach zur Arbeit. Nach der Arbeit versuchte ich, in der Firma zu bleiben und Überstunden zu machen, wenn keine Versammlung war. Außerdem versuchte ich, an jedem Essen mit Vorgesetzten und Kunden teilzunehmen, und zwang mich zu einem Lächeln, während ich bei ihnen war. In Wahrheit wusste ich, dass das, was ich tat, nicht mit Gottes Absicht übereinstimmte, und ich empfand Ekel vor mir selbst, weil ich anderen so schmeichelte, aber wenn ich daran dachte, dass dies der einzige Weg war, meine Position zu festigen, konnte ich nur weitermachen.
Während dieser Zeit kam ich fast immer auf den letzten Drücker zu den Versammlungen, und es gab sogar Zeiten, in denen ich wegen mehrtägiger Geschäftsreisen nicht an den Versammlungen teilnehmen konnte. Jedes Mal, wenn die Brüder und Schwestern nach meinem Zustand fragten, fühlte ich ein Schuldgefühl, aber ich konnte nichts dagegen tun. Die auf Dauer unregelmäßige Lebensweise und der psychische Druck führten dazu, dass sich meine Gesundheit verschlechterte. Zuerst war es nur Haarausfall, aber später nahm ich ständig zu, und meine Unterschenkel waren mit violetten Flecken übersät. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus wurden bei mir ein hoher Cholesterinspiegel und eine allergische Purpura diagnostiziert. Der Arzt sagte, meine Krankheit sei eng mit meinem Beruf verbunden. Der immense Arbeitsdruck und die unregelmäßige Lebensweise hätten mein Immunsystem gestört, und insbesondere die häufigen Geschäftsessen und die ungesunde Ernährung hätten zu einer Stoffwechselstörung geführt. Sie sagten, wenn ich diesen Lebensstil beibehielte und in diesem psychischen Zustand bliebe, würde sich die Krankheit nur verschlimmern, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und sogar mein Leben bedrohen. Ich machte mir Sorgen um meine Gesundheit, fühlte mich aber hilflos und dachte: „Um in der heutigen Gesellschaft über andere hinauszuragen, muss man einen Preis zahlen; man gewinnt etwas, verliert aber auch etwas. Wenn ich eines Tages keinen Druck mehr habe und keine geschäftlichen Termine wahrnehmen muss, dann werde ich definitiv keine Vorgesetzte mehr sein. Ich bin noch jung, mein Körper hält das aus. Ich werde diese Phase erst einmal durchstehen.“
Eines Tages im April 2009 fragte mich eine Kirchenleiterin: „Bist du bereit, die Pflicht zu tun, Neulinge zu bewässern?“ Ich dachte darüber nach, dass es die Verantwortung jedes geschaffenen Wesens ist, seine Pflicht zu tun, und man durch Pflichten mehr Wahrheiten verstehen kann, also stimmte ich freudig zu. Aber als ich erfuhr, dass fast jeden Abend eine Versammlung stattfinden würde, zögerte ich: „Das Unternehmen bewertet ständig die Anzahl der Kundenbesuche, und ich bin auch für die Anleitung des Vertriebs der Abteilung verantwortlich. Wenn ich jeden Tag Versammlungen habe, wie soll ich meine Arbeit schaffen? Wenn ich das Team nicht gut führe und die Verkaufsziele nicht erreiche, dann kann ich definitiv nicht als Verkaufsleiterin weitermachen. Werden dann nicht die Managerposition und das stabile, bequeme Leben, die ich mir so hart erarbeitet habe, einfach verschwinden? Wird es in Zukunft nicht noch schwerer werden, voranzukommen?“ Bei diesem Gedanken sagte ich zu der Schwester: „Ich muss darüber noch etwas nachdenken.“ In den nächsten Tagen dachte ich ständig über die Sache nach. Ich konnte nachts nicht gut schlafen und fühlte mich hin- und hergerissen und geplagt.
Während einer Versammlung teilte ich meine Not mit den Brüdern und Schwestern, und wir lasen Gottes Worte: „Der Mensch, der in solch einem dreckigen Land geboren wurde, wurde von der Gesellschaft heftig infiziert, von feudaler Ethik geprägt und an ‚höheren Bildungseinrichtungen‘ unterrichtet. Das rückständige Denken, die verdorbene Moral, die minderwertige Lebensanschauung, die verachtenswerte Philosophie für weltliche Belange, die äußerst wertlose Existenz, die niederen Sitten und das niedere Alltagsleben – all diese Dinge sind tief in das Herz des Menschen eingedrungen und haben sein Gewissen schwer geschädigt und angegriffen. Infolgedessen entfernt sich der Mensch immer weiter von Gott und widersetzt sich Ihm immer mehr. Die Disposition des Menschen wird von Tag zu Tag skrupelloser und es gibt keine einzige Person, die bereitwillig irgendetwas für Gott aufgibt, nicht eine einzige Person, die sich bereitwillig Gott unterwirft, und noch weniger gibt es eine einzige Person, die bereitwillig die Erscheinung Gottes sucht. Stattdessen strebt der Mensch unter der Macht Satans nach Herzenslust nach Vergnügungen und verdirbt sein Fleisch hemmungslos im Schlamm. Selbst wenn Menschen die Wahrheit hören, haben diejenigen, die in der Dunkelheit leben, kein Verlangen, sie zu praktizieren, und sie sind nicht geneigt zu suchen, selbst wenn sie sehen, dass Gott bereits erschienen ist. Wie könnte eine verdorbene Menschheit wie diese überhaupt noch Raum für ihre Errettung finden? Wie könnte eine derart dekadente Menschheit im Licht leben?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Eine unveränderte Disposition zu haben, bedeutet, in Feindschaft mit Gott zu sein). „Seit zehn, tausenden, zehntausenden Jahren bis heute, haben die Menschen auf diese Weise ihre Zeit verschwendet, wobei niemand ein perfektes Leben geschaffen hat und alle nur darauf aus sind, sich in dieser dunklen Welt gegenseitig abzuschlachten, auf das Wettrennen um Ruhm und Gewinn und darauf, gegeneinander zu intrigieren. Wer hat jemals nach den Absichten Gottes gesucht? Hat irgendjemand jemals auf Gottes Werk geachtet? Alle Bestandteile der Menschheit, die vom Einfluss der Dunkelheit eingenommen sind, sind längst zur menschlichen Natur geworden, somit ist es ziemlich schwierig, das Werk Gottes durchzuführen, und die Menschen beherzigen es noch weniger, das zu beachten, was Gott ihnen heute anvertraut hat“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Werk und Eintritt (3)). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, verfiel ich in tiefes Nachdenken. Wenn ich zurückblickte, war ich seit meiner Kindheit von den Vorstellungen beeinflusst, wie „Sich hervortun und seinen Vorfahren zur Ehre gereichen“, „Der Mensch kämpft sich aufwärts; Wasser fließt abwärts“ und „Man muss die größten Nöte durchleiden, um unter allen Menschen der größte zu werden.“ Ich hatte mir vorgenommen, mich hervorzutun, mir einen Namen zu machen und als Erwachsene ein Leben der Überlegenheit zu führen. Um das zu erreichen, lernte ich während meiner Studentenzeit bis spät in die Nacht, und nachdem ich ins Berufsleben eingestiegen war, gab ich meine Grundsätze auf, um Fuß zu fassen, und griff auf Geschäfte unter der Hand mit Kunden zurück, um Aufträge zu gewinnen. Ich war ständig besorgt, dass meine Handlungen aufgedeckt werden und ich in Ungnade fallen würde, und der immense Druck forderte seinen Tribut von meinem Körper und meiner Psyche. Als ich das hohe Gehalt und den Titel erlangte, von denen ich immer geträumt hatte, und die Bewunderung und den Neid derer um mich herum erntete, um meine Position zu festigen, intrigierte und wetteiferte ich weiterhin mit meinen Kollegen, schmeichelte Kunden und Vorgesetzten und stürzte mich jeden Tag in verschiedene geschäftliche Termine. Die langanhaltende unregelmäßige Lebensweise und ein ungesunder Lebensstil ließen meinen Körper Warnsignale aussenden. Aber um des Ruhmes und Gewinnes willen wagte ich nicht aufzuhören. Obwohl ich wusste, dass die Bewunderung und Schmeichelei anderer voller Falschheit waren, und obwohl ich wusste, dass Gott meine betrügerischen Handlungen und Lügen missbilligte, konnte ich mein Streben nach Ruhm und Gewinn nicht aufgeben. Selbst wenn es bedeutete, meine Gesundheit zu opfern, Versammlungen zu verpassen und mein geistliches Wachstum zu behindern, zog ich es vor, meine Arbeit sorgfältig aufrechtzuerhalten, was dazu führte, dass ich jeden Tag in Schmerz und Qual lebte. Dann überlegte ich: „Was nützt es, eine hohe Position oder mehr Reichtum zu haben?“ Ich dachte an Berühmtheiten, reiche Leute und Bekannte von mir, die, nachdem sie Ruhm, Reichtum und Ansehen erlangt hatten, aufgrund ihrer inneren Leere nach Nervenkitzel suchten. Einige verstießen wissentlich gegen das Gesetz und wurden inhaftiert, einige verstießen gegen moralische Gesetze, was zu zerbrochenen Familien und ruinierten Rufen führte, und einige wählten sogar den Selbstmord und stürzten sich somit in den Untergang. Mein Vater war ein lebendiges Beispiel dafür. Er hatte einst grenzenlosen Ruhm genossen und wurde von anderen weithin gelobt und bewundert, aber seine Gier verleitete ihn dazu, bösen Trends zu folgen, und schließlich verstieß er bei seinen Geschäften gegen das Gesetz und wurde inhaftiert. Ich sah, dass Ruhm, Gewinn und Status die Mittel sind, mit denen Satan die Menschen verdirbt. In diesem Augenblick erkannte ich, dass ich, obwohl ich scheinbar an Gott glaubte, in Wirklichkeit immer noch unter Satans Einfluss stand. Satan benutzte Ruhm und Gewinn, um mich zu locken und zu quälen, und ließ mich ohne Integrität und Würde oder selbst das grundlegendste Maß an Gewissen leben. Ich erkannte, dass das Streben nach Ruhm, Gewinn und Status mich nur in die Irre führen, in die Verdorbenheit stürzen und schließlich dazu bringen würde, Gott zu verlassen und zu verraten und meine Chance auf Errettung zu verlieren.
Später las ich weitere Worte Gottes: „Jene Männer und Frauen, die unter anderem persönlichen Ruhm und Gewinn genießen und persönlichen Status anstreben; jene reuelosen Menschen, die in der Sünde gefangen sind – können nicht alle von ihnen nicht mehr gerettet werden?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Praxis (7)). „Ihr seid in derselben Situation wie Ich, aber ihr starrt vor Dreck; in euch ist noch nicht einmal das kleinste bisschen des ursprünglichen Abbilds der Menschen enthalten, die am Anfang geschaffen wurden. Weil ihr darüber hinaus jeden Tag das Abbild dieser unreinen Geister nachahmt und das tut, was sie tun, und das sagt, was sie sagen, ist jeder Teil von euch – sogar eure Zungen und Lippen – von ihrem faulen Wasser durchtränkt, so sehr, dass ihr von solchen Flecken völlig bedeckt seid, und es gibt keinen einzigen Teil von euch, der für Mein Werk verwendet werden kann. Es ist so herzzerreißend! Ihr lebt in solch einer Welt voller Pferde und Rinder, dennoch seid ihr eigentlich nicht bekümmert; ihr seid voller Freude und ihr lebt frei und entspannt. Ihr schwimmt in diesem faulen Wasser, doch ihr merkt nicht wirklich, dass ihr in solch eine missliche Lage geraten seid. Jeden Tag verkehrst du mit unreinen Geistern und pflegst mit ‚Exkrementen‘ Umgang. Eure Leben sind ziemlich vulgär, dennoch ist dir eigentlich nicht bewusst, dass du überhaupt nicht innerhalb der menschlichen Welt existierst und dass du dich nicht im Griff hast. Weißt du nicht, dass dein Leben vor langer Zeit von diesen unreinen Geistern zertrampelt wurde oder dass dein Charakter vor langer Zeit durch faules Wasser beschmutzt wurde? Glaubst du, dass du in einem irdischen Paradies lebst, dass du dich mitten im Glück befindest? Weißt du nicht, dass du ein Leben an der Seite von unreinen Geistern gelebt hast und neben all dem existiert hast, was sie für dich vorbereitet haben? Wie könnte deine Lebensweise jegliche Bedeutung haben? Wie könnte dein Leben jeglichen Wert haben?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ihr habt alle einen so niederen Charakter!). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, erkannte ich, dass diejenigen, die jegliche Mittel einsetzen, um nach Ruhm, Gewinn und Status zu streben, in Gottes Augen niederträchtig und schmutzig sind, und sie sind unrettbar. Ich dachte an die Berühmtheiten, Politiker und Wirtschaftseliten der Welt. Die meisten von ihnen besitzen überlegene soziale Fähigkeiten und aalglatte Verhaltensweisen. Obwohl sie glamourös und beneidenswert erscheinen, sind die Dinge, die sie tun, verdorben, entartet, heimtückisch und niederträchtig, und sie sind die Art von Menschen, die Gott als unreine Geister entlarvt. Ich dachte darüber nach, wie ich im Laufe der Jahre verschiedene soziale Taktiken am Arbeitsplatz gelernt hatte, um Ruhm, Gewinn und Status zu erlangen – ob es sich um Geschäfte unter der Hand und das Bestechen von Kunden handelte oder um Schmeichelei und das Einschmeicheln bei Vorgesetzten und Kunden – das waren alles betrügerische Mittel, und es waren Tricks, um Menschen zu täuschen und zu manipulieren. Hatte ich nicht gelernt, ungerechte Dinge zu tun wie jene unreinen Geister? Worin unterschieden sich meine Handlungen noch von denen dieser unreinen Geister? Als ich das erkannte, war ich von Furcht und Schrecken erfüllt. Gott ist ein Gott, der das Böse verabscheut, und Sein Reich duldet keine Unreinheit. Wenn ich nicht Buße täte und im Strudel von Ruhm, Gewinn und Status gefangen bliebe, dann würde ich, egal wie hoch meine Position oder wie groß meine materiellen Vergnügen auch sein mögen, immer noch von Gott verflucht sein, und ich würde letztendlich meine Chance auf Errettung vollständig verlieren.
Später las ich Gottes Worte: „Meine Barmherzigkeit wird jenen kundgetan, die Mich lieben und sich selbst loslassen. Währenddessen ist die Bestrafung, die auf die Bösen niederkommt, genau der Beweis Meiner gerechten Disposition, und außerdem Zeugnis Meines Zornes. Wenn Unheil eintritt, werden alle, die sich Mir widersetzen, heulen, weil sie Hungersnot und Seuche zum Opfer fallen. Diejenigen, die alle Arten von bösen Taten begangen haben, Mir aber viele Jahre lang gefolgt sind, werden dem nicht entkommen, für ihre Sünden zu bezahlen. Auch sie werden in eine solche Katastrophe gestürzt werden, wie sie im Laufe von Millionen von Jahren nur selten gesehen wurde, und sie werden in einem ständigen Zustand von Panik und Angst leben. Und jene Meiner Anhänger, die Mir absolute Treue gezeigt haben, werden jubeln und Meiner Macht applaudieren. Sie werden eine unbeschreibliche Zufriedenheit erleben und inmitten einer Freude leben, wie Ich sie der Menschheit noch nie zuvor zuteilwerden ließ. Denn Ich schätze die guten Taten der Menschen und verabscheue ihre bösen Taten. Seit Ich begonnen habe, die Menschheit zu führen, habe Ich sehnlich gehofft, eine Gruppe Menschen zu gewinnen, die mit Mir eines Sinnes sind. Und Ich vergesse diejenigen nie, die nicht mit Mir eines Sinnes sind. In Meinem Herzen hasse Ich sie immerdar und erwarte die Gelegenheit, sie für ihre bösen Taten zur Rechenschaft zu ziehen, was Ich mit Genugtuung sehen werde. Jetzt ist Mein Tag endlich gekommen, und Ich muss nicht länger warten!“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Bereite genügend gute Taten für deinen Bestimmungsort vor). Gottes Worte ließen mich verstehen, dass diejenigen, die schließlich Gottes Segen erlangen können, diejenigen sind, die die Wahrheit erlangen und mit Gott eines Sinnes sind. Die Gelegenheit, die Gott mir heute gab, meine Pflicht zu tun, war dazu da, dass ich die Wahrheit erlange, danach strebe, Gott zu erkennen, und schließlich Gottes Errettung erlange. Wenn ich mich nur darauf konzentrierte, nach Ruhm und Gewinn zu streben, und mich nicht darauf konzentrierte, nach der Wahrheit zu streben und meine Pflichten zu erfüllen, um gute Taten vorzubereiten, würde ich meine Chance auf Errettung verpassen. An diesem Punkt verstand ich endlich Gottes Absicht, und ich erkannte, dass diese Gelegenheit, meine Pflicht zu tun, Gottes Rettung für mich war, die mir half, dem Sumpf von Ruhm, Gewinn und Status zu entkommen. Ich dankte Gott für Seine Erleuchtung, und mein Herz wurde viel leichter. Also betete ich zu Gott: „O Gott, danke für die Erleuchtung Deiner Worte. Ich werde nicht länger die Schwierigkeiten der Arbeit oder den Gewinn oder Verlust von Status bedenken. Ich bin bereit, mich Deinen Anordnungen zu unterwerfen und meine Pflicht zu tun.“ Später nahm ich die Pflicht an, Neulinge zu bewässern. Tagsüber arbeitete ich in der Firma, und nach der Arbeit versammelte ich mich mit Brüdern und Schwestern, um über Gottes Worte Gemeinschaft zu halten, und ich hörte so gut wie auf, an den gesellschaftlichen Veranstaltungen der Firma teilzunehmen. Obwohl meine Pflicht etwas hart und anstrengend war, war mein Herz ruhig und freudig. Was ich nicht erwartet hatte, war, dass mehrere Monate in Folge nicht nur die Leistung meines Teams die Ziele erreichte, sondern die Kunden, die ich nur telefonisch betreute, auch mehrere Aufträge unterzeichneten, und mein Vorgesetzter lobte mich sogar namentlich in einer Firmenbesprechung. Ich war sehr aufgeregt und glücklich und sah, wie Gottes Hand all diese Dinge orchestrierte und die Herrschaft darüber hatte.
Am 14. November 2009 wurde ich zur Kirchenleiterin gewählt. Ich wusste, dies war eine großartige Gelegenheit, die Wahrheitsrealitäten zu verstehen und in sie einzutreten, und dass ich Gott nicht enttäuschen durfte. Die Pflicht als Leiterin war sehr fordernd, und um sie gut zu erfüllen, konnte ich nicht gleichzeitig arbeiten. Mir wurde klar, dass ich kündigen musste. Gerade als ich den Mut fasste zu kündigen, gab die Firma bekannt, dass sie für uns langjährige Mitarbeiter eine örtliche Aufenthaltsgenehmigung beantragen könne und ich in meinem Fall direkt eine örtliche Haushaltsregistrierung beantragen könnte. Als ich diesen Vorteil sah, geriet ich ins Wanken. Ich dachte: „Eine örtliche Haushaltsregistrierung zu haben, ist etwas, wovon viele Zugezogene träumen! Ich würde nicht nur ein besseres Leben und Sozialleistungen genießen, sondern mein sozialer Status würde sich auch verbessern, und ich würde den Respekt von mehr Menschen gewinnen. Das ist eine seltene und einmalige Gelegenheit! Wenn ich kündige, werde ich nie wieder eine so gute Gelegenheit haben. Vielleicht sollte ich warten, bis meine Haushaltsregistrierung bearbeitet ist, und dann kündigen?“ Aber dann dachte ich an Gottes dringende Absicht, Menschen zu erretten, und erkannte, dass ich Gott enttäuschen würde, wenn ich weiterhin Pläne für Ruhm, Gewinn und Status schmieden würde. Wieder zuhause betete ich zu Gott und bat Ihn, mich zu führen, damit ich Seine Absicht verstehe und die richtige Wahl treffe.
Ich las Gottes Worte: „Da wir ein Teil der Menschheit und gläubige Christen sind, ist es die Verantwortung und Pflicht von uns allen, unseren Geist und Leib zu opfern, damit Gottes Auftrag erfüllt wird. Denn unser komplettes Wesen kam von Gott und existiert dank Gottes Souveränität. Wenn unser Geist und unser Leib weder Gottes Auftrag, noch der gerechten Sache der Menschheit gewidmet sind, dann werden unsere Seelen sich vor denen schämen, die für Gottes Auftrag zu Märtyrern wurden, und noch viel mehr vor Gott, der uns mit allem versorgt hat“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes. Anhang 2: Gott herrscht über das Schicksal der gesamten Menschheit). „Wenn du in der Lage bist, dein Herz, deinen Leib und all deine echte Liebe Gott darzubringen, sie Ihm zu Füßen zu legen, Ihm gegenüber völlig unterwürfig zu sein und absolute Rücksicht auf Seine Absichten zu nehmen – nicht für das Fleisch, nicht für die Familie und nicht für deine persönlichen Wünsche, sondern für die Interessen von Gottes Haus, wobei du Gottes Wort bei allem als Grundsatz und Grundlage nimmst – dann werden dadurch deine Absichten und deine Perspektiven alle am richtigen Platz sein, und dann wirst du vor Gott ein Mensch sein, der Seine Billigung empfängt“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Jene, die Gott wirklich lieben, sind jene, die sich Seiner Praktikabilität vollkommen unterwerfen können). „Das ist, was Ich nach wie vor von dir verlange, dass du dein gesamtes Wesen Meinem ganzen Werk opferst und erst recht, dass du das ganze Werk, das Ich in dir verrichtet habe, klar erkennst und ganz genau wahrnimmst und deine ganze Energie aufwendest, damit Mein Werk noch bessere Ergebnisse erzielen kann. Das ist es, was du verstehen musst. Sieh davon ab, mit anderen zu konkurrieren, nach einem Plan B zu suchen oder dich um Bequemlichkeit für dein Fleisch zu bemühen, um zu vermeiden, dass du Mein Werk verzögerst und deiner wunderbaren Zukunft Steine in den Weg legst. Das zu tun würde dir bei weitem keinen Schutz bringen, sondern könnte nur Vernichtung über dich bringen. Wäre das nicht töricht von dir?“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Das Werk der Verbreitung des Evangeliums ist ebenso das Werk der Rettung des Menschen). Nachdem ich Gottes Worte gelesen hatte, war es, als hörte ich Gottes Ruf. Gott hofft, dass wir all unsere Energie darauf verwenden, nach der Wahrheit zu streben und unsere Pflichten zu tun, und Er erwartet von uns, dass wir danach streben, unser Leben sinnvoll auszuleben. Wenn ich meinen Job kündigte, wären meine materiellen Verhältnisse vielleicht nicht mehr so gut wie zuvor und mein sozialer Status vielleicht nicht mehr so hoch, aber ich könnte in Gottes Haus leben, jeden Tag die Bewässerung und Nahrung Seiner Worte genießen, und ich könnte mit Brüdern und Schwestern zusammenarbeiten, während wir unsere Pflichten tun, und mit ihnen nach der Wahrheit streben. Durch meine Pflichten konnte ich die Wahrheit verstehen, Satans verdorbene Disposition ablegen und Gottes Errettung empfangen. Dies ist der richtige Weg im Leben und das sinnvollste Leben. In diesem Moment fühlte es sich an, als ob Gott auf meine Wahl, auf meine Antwort wartete. Mein Herz war tief von Gottes Worten bewegt, und ich fasste den Entschluss, bereitwillig alles aufzugeben, um Gott zufriedenzustellen. Ich betete zu Gott: „O Gott, ich sehe, dass ich keine Wahrheit habe und dass Du keinen Platz in meinem Herzen hast. Um eine örtliche Haushaltsregistrierung zu bekommen, bin ich fast wieder in die Falle von Ruhm, Gewinn und Status getappt. Danke, dass Deine Worte mich beschützt haben und mich haben verstehen lassen, dass die mir anvertraute Pflicht Deine Liebe zu mir ist, und mich haben erkennen lassen, dass das Streben nach der Wahrheit und das Erfüllen meiner Pflicht das Sinnvollste ist. Ich möchte Dir eine zufriedenstellende Antwort geben.“ Und so reichte ich meine Kündigung bei der Firma ein. Die Firmenleitung versuchte immer wieder, mich zum Bleiben zu überreden, aber ich ließ mich nicht beirren. Dank Gottes Schutz konnte ich die Versuchung überwinden.
In dem Moment, als ich die Firma verließ, blickte ich zum blauen Himmel und zu den üppigen Bäumen und empfand eine unbeschreibliche Freude. Ich fühlte mich wie ein kleiner Vogel, der aus seinem Käfig fliegt und frei in den Himmel aufsteigt, und ich dachte an eine Passage von Gottes Worten, die ich liebe: „Wenn Menschen die richtigen Lebensziele haben, nach der Wahrheit streben können und sich der Wahrheit entsprechend verhalten, wenn sie sich Gott uneingeschränkt fügen und nach Seinen Worten leben, wenn sie sich bis in die Tiefe ihrer Herzen geerdet und erhellt fühlen, wenn ihre Herzen frei von Finsternis sind und wenn sie ganz frei und befreit in Gottes Gegenwart leben können, nur dann erlangen sie ein echtes menschliches Leben, und nur solche Menschen sind diejenigen, die die Wahrheit und Menschlichkeit besitzen. Des Weiteren kommen alle Wahrheiten, die du verstanden und gewonnen hast, von Gottes Worten und von Gott selbst. Nur wenn du die Anerkennung von Gott, dem Höchsten, gewinnst – dem Schöpfer – und Er sagt, dass du ein geschaffenes Wesen bist, das dem Maßstab entspricht, und dass du das Abbild eines Menschen auslebst, wird dein Leben am bedeutsamsten sein“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Wie man die Natur des Menschen erkennt). Nur indem wir an Gott glauben und Ihn verehren, die Wahrheit verfolgen und dem dunklen Einfluss Satans entkommen, und das Leben nach Gottes Worten leben, können wir das wertvollste Leben führen, und nur dann können unsere Herzen wahren Frieden und Gelassenheit finden. Es waren Gottes Worte, die mich zur richtigen Wahl führten. Danke dem Allmächtigen Gott!