10. Was steckt hinter meinem Widerwillen, eine Leiterin zu sein?
Anfang Mai 2024 erfüllte ich meine Pflicht in der Tanzgruppe der Kirche. Eines Abends teilte mir die Bezirksleiterin mit, dass ich zur Kirchenleiterin gewählt worden war. Als ich diese Nachricht hörte, raste mein Herz. Ich dachte mir: „Wie konnten die Brüder und Schwestern mich nur zur Leiterin wählen? Mir fehlen die Wahrheitsrealitäten, mein Kaliber ist gering und meine verdorbene Disposition ist ebenfalls schwerwiegend. Ich bin bei meinen Pflichten schon oft gescheitert und gestrauchelt. Wie könnte ich die Pflicht einer Leiterin übernehmen? Bedeutet das nicht, dass ich mit der Ausführung dieser Pflicht nur darauf warte, entlarvt und ausgemustert zu werden? Gerade die Arbeit in der Hymnen- und Tanzgruppe ist so wichtig, und mit meiner verdorbenen Disposition könnte ich eines Tages die Arbeit unterbrechen und stören. Dann könnte ich von den oberen Leitern zurechtgestutzt oder sogar entlassen werden. Würde ich damit letztendlich nicht völlig zugrunde gehen und am Ende meines Glaubensweges ankommen?“ Allein bei diesem Gedanken wurde mir das Herz schwer. Ich hegte sogar den Verdacht, dass Gott diese Pflicht benutzen würde, um mich auszumustern. Später trat ich im Gebet vor Gott, rief Ihn an und bat Ihn, mein Herz zu beruhigen und mir zu helfen, Seine Absicht zu verstehen. Im Gebet wurde mir klar, dass alle Dinge, Ereignisse und Menschen, denen ich jeden Tag begegnete, Teil von Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen waren und nicht dem Zufall überlassen waren. Gott kennt mein Kaliber und meine Größe nur zu gut, und da Er es zuließ, dass mir diese Pflicht zuteilwurde, muss darin eine Wahrheit liegen, die ich suchen und in die ich eintreten soll. Also musste ich dies zuerst annehmen und mich unterwerfen, nicht ablehnen oder mich widersetzen. Andernfalls würde es mir völlig an Vernunft mangeln. Obwohl ich mich nach dem Gebet nicht mehr vor der Pflicht als Leiterin drückte, war mein Herz immer noch schwer, als ob ein großer Stein darauf lastete, und ich war voller Schmerz und Sorge.
Am nächsten Tag sah ich während meiner Andacht ein Erfahrungszeugnis-Video, und die darin zitierten Worte Gottes ergriffen mein Herz. Gott sagt: „Manche Menschen denken: ‚Jeder, der Leiter sein will, ist töricht und unwissend und führt sein eigenes Verderben herbei, weil eine Tätigkeit als Leiter die Leute unweigerlich dazu bringt, eine für Gott sichtbare Verderbtheit zu offenbaren. Würde sich so viel Verderbtheit offenbaren, wenn sie diese Arbeit nicht verrichten würden?‘ Was für eine absurde Vorstellung! Wirst du keine Verderbtheit offenbaren, wenn du nicht als Leiter tätig bist? Wenn du kein Leiter bist, bedeutet das, dass du Rettung erlangt hast, selbst wenn du weniger Verderbtheit offenbarst? Nach dieser Argumentation sind all jene, die nicht als Leiter dienen, die, die überleben und gerettet werden können? Ist diese Aussage nicht wirklich lächerlich? Menschen, die als Leiter dienen, leiten Gottes auserwähltes Volk, damit es das Wort Gottes isst und trinkt und Gottes Wirken erlebt. Dieser geforderte Maßstab ist erhöht, also ist es unvermeidlich, dass Leiter ein paar verdorbene Zustände offenbaren, wenn sie mit ihrer Ausbildung anfangen. Das ist normal, und Gott verurteilt es nicht. Nicht nur verurteilt Gott es nicht, Er erhellt, erleuchtet und führt diese Menschen auch und lässt sie weitere Bürden tragen. Solange sie sich Gottes Leitung und Wirken unterwerfen können, werden sie im Leben schneller Fortschritte machen als normale Menschen. Wenn es Menschen sind, die nach der Wahrheit streben, dann können sie den Weg einschlagen, auf dem sie von Gott vervollkommnet werden. Das ist die Sache, die von Gott am meisten gesegnet wird. Manche Menschen können das nicht sehen und verdrehen die Tatsachen. Nach menschlichem Verständnis wird es Gott nicht kümmern, egal wie sehr sich ein Leiter ändert; es wird Gott nur kümmern, wie viel Verderbtheit Leiter und Mitarbeiter offenbaren, und sie nur anhand dessen verdammen. Und diejenigen, die keine Leiter und Mitarbeiter sind, wird Gott nicht verdammen, weil sie wenig Verderbtheit offenbaren, selbst wenn sie sich nicht ändern. Ist das nicht absurd? Ist das nicht Gotteslästerung? Wenn du dich Gott in deinem Herzen so stark widersetzt, kannst du dann gerettet werden? Du kannst nicht gerettet werden. Gott bestimmt das Ergebnis der Menschen hauptsächlich anhand dessen, ob sie die Wahrheit haben und echtes Zeugnis ablegen, und es hängt vor allem davon ab, ob es Menschen sind, die nach der Wahrheit streben. Wenn sie nach der Wahrheit streben und wirklich Buße tun können, nachdem sie gerichtet und gezüchtigt wurden, weil sie eine Verfehlung begangen haben, dann können sie mit Sicherheit Rettung erlangen, solange sie nichts sagen oder tun, was Gott lästert. Nach euren Vorstellungen können alle normalen Gläubigen, die Gott bis zum Ende folgen, Rettung erlangen, und diejenigen, die als Leiter dienen, müssen alle ausgemustert werden. Würde man euch bitten, Leiter zu sein, würdet ihr denken, es sei nicht okay, es nicht zu tun, aber dass ihr, wenn ihr als Leiter dient, unfreiwillig Verderbtheit offenbart und ihr euch damit quasi selbst zum Schafott schickt. Wird all das nicht durch eure Missverständnisse über Gott hervorgerufen? Würde das Ergebnis der Menschen anhand der Verderbtheit bestimmt werden, die sie offenbaren, könnte keiner gerettet werden. Worin bestünde in diesem Fall der Sinn von Gottes Rettungswerk? Wenn das wirklich zuträfe, wo wäre da die Gerechtigkeit Gottes? Die Menschheit könnte Gottes gerechte Disposition nicht sehen. Somit habt ihr alle Gottes Absichten missverstanden, was zeigt, dass ihr keine wahre Gotteserkenntnis habt“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). Gottes Worte brachten die Wahrheit über meinen Zustand genau auf den Punkt, und mir wurde endlich klar, dass in meinem Herzen Auffassungen, Vorstellungen und Missverständnisse über Gott verborgen waren. Ich dachte, wenn ich keine Leiterin im Haus Gottes wäre, würde ich weniger von meiner Verdorbenheit offenbaren und seltener von den oberen Leitern zurechtgestutzt werden. Auf diese Weise, so glaubte ich, wäre der Glaube an Gott sicherer und meine Hoffnung auf Errettung größer. Aber die Pflicht einer Leiterin zu tun, beinhaltet viele Wahrheitsgrundsätze, die Verantwortung ist größer, und ohne Wahrheitsrealitäten ist es unvermeidlich, dass ich Verdorbenheit offenbare. Ich wäre anfällig dafür, Dinge zu tun, die die Arbeit von Gottes Haus unterbrechen und stören würden, und würde entlarvt und ausgemustert werden. Ich sah, dass Gott diese Auffassungen als Missverständnisse und sogar als Lästerung Ihm gegenüber bezeichnete. Ich war schockiert und ein wenig verängstigt. Ich hatte nicht erkannt, wie ernst die Natur dieser Auffassungen war. Ich begann darüber nachzudenken, inwiefern diese Ansicht absurd war. Ich sah, dass einige Leiter Fehler machten, die Arbeit der Kirche ernsthaft unterbrachen und störten und entlassen oder sogar entfernt oder ausgeschlossen wurden. Also dachte ich, eine Leiterin zu sein, sei zu gefährlich, und dass man, sobald man einen Fehler machte, entlassen oder ausgemustert würde. Aber ich habe nie nach den Grundsätzen von Gottes Haus für die Entlassung von Menschen gesucht. In Wirklichkeit basiert die Entlassung einer Leiterin im Haus Gottes nicht auf ihrem momentanen Verhalten oder ihrer Leistung in einem einzelnen Vorfall, sondern vielmehr auf ihrem beständigen Streben und dem Weg, den sie geht. Ich dachte an eine Leiterin und zwei Verantwortliche in der Kirche, die entlassen worden waren. Obwohl es schien, als wären sie entlassen worden, weil sie bei einer bestimmten Aufgabe versagt und gegen Grundsätze verstoßen und die Arbeit unterbrochen und verzögert hatten, lag der wahre Grund darin, dass sie sich normalerweise nicht darauf konzentrierten, nach der Wahrheit zu streben. Sie handelten lange Zeit willkürlich, ohne bei ihren Pflichten nach Grundsätzen zu suchen, und infolgedessen unterbrachen und störten sie die Arbeit der Kirche, taten aber keine Buße. Deshalb wurden sie entlassen. Ich hatte mich nie mit der eigentlichen Ursache ihres Versagens befasst. Ich hatte gesehen, dass sie einen einzigen Fehler gemacht hatten und entlassen worden waren, und daraufhin begann ich, Gott misszuverstehen und mich vor Ihm in Acht zu nehmen. War das nicht völlig verdreht? Außerdem dachte ich meinen Auffassungen zufolge, dass jemand, der Verdorbenheit offenbart oder Verfehlungen begeht oder im Rahmen seiner Pflichten entlarvt und entlassen wird, dann von Gott auf ewig verurteilt werden würde, ohne Hoffnung auf Errettung. Das war auch ein Missverständnis meinerseits. Als ich jedoch genauer über meine eigenen Erfahrungen und die vieler Brüder und Schwestern nachdachte, und darüber, wie wir wegen des Offenbarens verdorbener Dispositionen bloßgestellt, entlarvt und verurteilt oder sogar entlassen wurden, wurde mir klar, dass dies notwendige Schritte sind, um Gottes Gericht und Züchtigung zu erfahren. Gott hatte uns deswegen jedoch nicht den Rücken gekehrt, sondern uns vielmehr Gelegenheiten zur Buße und Veränderung gegeben. Er benutzte Seine Worte, um uns zu erleuchten und zu führen, was es unseren Gedanken und Ansichten ermöglichte, sich allmählich zu ändern, und uns dazu befähigte, unsere verdorbenen Dispositionen nach und nach abzulegen. Diese Erkenntnisse gewann ich, indem ich Versagen und Enthüllung erfuhr. Ich sah, dass im Rahmen seiner Pflichten entlarvt zu werden nicht bedeutet, ausgemustert zu werden, sondern vielmehr eine Chance ist, die Wahrheit zu erlangen. Doch von Natur aus liebte ich die Wahrheit nicht und wollte nicht leiden. Ich war nicht bereit, Gottes Gericht und Züchtigung anzunehmen, und wollte einfach nur als eine gewöhnliche Gläubige in Frieden leben. Ich dachte, auf diese Weise würde ich große Misserfolge und Enthüllungen vermeiden, Leid oder Läuterung entgehen und so gerettet werden können. Aber ich erkannte nicht, dass ohne das Erfahren von Gericht und Züchtigung die eigene verdorbene Disposition nicht abgelegt werden kann, und die eigenen Perspektiven, Handlungen und Taten alle im Gegensatz zur Wahrheit bleiben. Wie kann ein solcher Mensch unter diesen Umständen gerettet werden? Mir wurde klar, dass ich die Wahrheit nicht verstand, Gottes gerechte Disposition nicht kannte und in meinen eigenen Auffassungen und Vorstellungen lebte. Meine Ansichten waren völlig absurd und abwegig. Gott bestimmt das Ergebnis eines Menschen nicht danach, wie viel Verdorbenheit er offenbart oder wie viele Verfehlungen er begangen hat, sondern danach, ob er nach der Wahrheit strebt und wahrhaftig Buße tut. Wenn ein Mensch Verdorbenheit offenbart, dann aber nach der Wahrheit strebt und echte Reue erlangt, gibt Gott ihm immer noch die Möglichkeit, gerettet zu werden. Aber ich machte mir Sorgen über meine vergangenen Verfehlungen bei meinen Pflichten, und auch jetzt offenbarte ich immer noch viel Verdorbenheit, weil ich die Wahrheit nicht verstand. Also hatte ich Angst, dass Probleme auftreten würden, wenn ich bei meiner Pflicht als Leiterin nicht vorsichtig wäre, und ich dann von Gott verabscheut und ausgemustert würde. Ich habe Gottes Gerechtigkeit wirklich mit meinen eigenen engstirnigen und kleinkarierten Ansichten beurteilt!
Ich las eine weitere Passage von Gottes Worten, die die Angst der Menschen, Verantwortung zu übernehmen, aufdeckt. Der Allmächtige Gott sagt: „Manche Menschen haben Angst davor, Verantwortung zu übernehmen, während sie ihre Pflicht ausführen. Wenn die Kirche ihnen eine Arbeit zu tun gibt, überlegen sie zuerst, ob die Arbeit von ihnen verlangt, Verantwortung zu übernehmen, und wenn das der Fall ist, nehmen sie die Arbeit nicht an. Ihre Bedingungen für die Ausführung einer Pflicht sind erstens, dass es eine gemächliche Arbeit sein muss, zweitens, dass sie nicht arbeitsreich oder ermüdend ist, und drittens, dass sie, egal was sie tun, keine Verantwortung übernehmen. Das ist die einzige Art von Pflicht, die sie auf sich nehmen. Was ist das für eine Art von Mensch? Ist das nicht ein gerissener, betrügerischer Mensch? Sie wollen nicht einmal das kleinste bisschen Verantwortung übernehmen. Sie fürchten sogar, dass ihnen die Blätter den Schädel brechen, wenn sie von den Bäumen fallen. Welche Pflicht kann ein solcher Mensch ausführen? Welchen Nutzen kann er im Haus Gottes haben? Die Arbeit des Hauses Gottes hat mit dem Kampf gegen Satan zu tun, sowie mit der Verbreitung des Evangeliums des Königreichs. Welche Pflicht ist nicht mit Verantwortung verbunden? Würdet ihr sagen, dass die Rolle eines Leiters mit Verantwortung verbunden ist? Ist seine Verantwortung nicht umso größer, und muss er nicht umso mehr Verantwortung übernehmen? Egal, ob du das Evangelium predigst, Zeugnis ablegst, Videos drehst und so weiter – egal, welche Arbeit du leistest – solange sie mit den Wahrheitsgrundsätzen zu tun hat, bringt es Verantwortung mit sich. Wenn du deine Pflicht ohne Grundsätze ausführst, wird dies die Arbeit des Hauses Gottes beeinträchtigen, und wenn du Angst hast, Verantwortung zu übernehmen, kannst du keine Pflicht ausführen. Ist die Art Person, die Angst davor hat, bei der Ausführung ihrer Pflicht Verantwortung zu übernehmen, feige, oder gibt es da ein Problem mit ihrer Disposition? Ihr müsst imstande sein, den Unterschied zu erkennen. In Wirklichkeit ist dies keine Frage der Feigheit. Wie kommt es, dass solche Menschen so kühn sind, wenn es darum geht, reich zu werden, oder wenn sie etwas zu ihrem eigenen Vorteil tun? Für diese Dinge gehen sie jedes Risiko ein. Aber wenn sie Dinge für die Kirche, für das Haus Gottes tun, gehen sie überhaupt kein Risiko ein. Solche Menschen sind selbstsüchtig und verachtenswert, die hinterlistigsten von allen. Jeder, der bei der Ausführung einer Pflicht keine Verantwortung übernimmt, ist Gott gegenüber nicht im Mindesten aufrichtig, ganz abgesehen davon, wie es um seine Treue bestellt ist. Welcher Typ Mensch traut sich, Verantwortung zu übernehmen? Welcher Typ Mensch hat den Mut, eine schwere Bürde auf sich zu nehmen? Jemand, der im entscheidendsten Moment im Werk des Hauses Gottes die Führung übernimmt, mutig voranstürmt, eine schwere Bürde auf sich nimmt und keine Angst hat, Schwierigkeiten und Gefahren zu ertragen, wenn er die Arbeit sieht, die am wichtigsten und entscheidendsten ist. Das ist jemand, der Gott gegenüber treu ist, ein guter Soldat Christi. Trifft es zu, dass jeder, der Angst hat, Verantwortung in seiner Pflicht zu übernehmen, es deswegen tut, weil er die Wahrheit nicht versteht? Nein, es ist ein Problem mit seiner Menschlichkeit. Er hat kein Gerechtigkeits- oder Verantwortungsgefühl. Es sind egoistische und verachtenswerte Menschen, sie sind keine, die aufrichtig an Gott glauben. Sie akzeptieren die Wahrheit nicht im Geringsten, und aus diesen Gründen können sie nicht gerettet werden“ (Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: 8. Sie wollen, dass die anderen sich nur ihnen unterwerfen, nicht der Wahrheit oder Gott (Teil 1)). Als ich die Offenlegung durch Gottes Worte sah, durchzog mich ein tiefer Schmerz im Herzen. Mir wurde klar, dass meine Angst, eine Leiterin zu sein, daher rührte, dass ich von einer selbstsüchtigen und hinterlistigen Disposition beherrscht wurde. Ich folgte dem Grundsatz, „Sieh zu, dass du nicht den Kürzeren ziehst“ – ich wollte Segen von Gott empfangen, aber keine großen Risiken eingehen. Im Wesentlichen war dies das Verhalten einer aalglatten und hinterlistigen Person. Ich hatte das Gefühl, dass das Tanzen nicht nur meinen persönlichen Interessen und Hobbys entsprach, sondern dass meine Ausführung dieser Pflicht auch Ergebnisse hervorbrachte. Ich war nicht die Hauptverantwortliche und trug keine großen Verantwortungen. Auf diese Weise, so dachte ich, könnte ich meine Pflichten in der Kirche sicher ausführen und so Hoffnung auf Errettung haben. Nachdem ich zur Leiterin gewählt worden war, fühlte ich mich, als wäre ich ins Auge des Sturms gestoßen worden, ständig in Gefahr zu kentern, also wollte ich dieser Pflicht einfach nur entfliehen und sie verweigern. In meinen Auffassungen dachte ich, dass eine unauffällige Pflicht zu tun, nicht aufzufallen und keine große Verantwortung zu übernehmen, die sicherste Option sei, und dass ich, solange ich bis zum Ende folgte, Hoffnung auf Errettung hätte. Aber Gott sagt, dass eine solche Person Angst hat, Verantwortung zu übernehmen, ein Problem mit ihrer Menschlichkeit hat und nicht wirklich an Ihn glaubt, und dass dies allein schon bedeutet, dass sie nicht gerettet werden kann. Endlich sah ich, dass meine Auffassungen und Vorstellungen im Widerspruch zur Wahrheit standen. Ich begann nachzudenken: „Warum sagt Gott, dass diejenigen, die Verantwortung meiden, Menschen mit schlechter Menschlichkeit sind und die Wahrheit überhaupt nicht akzeptieren?“ Bei der Ausführung meiner Pflichten im Haus Gottes habe ich mich immer an den Grundsatz gehalten, „Sieh zu, dass du nicht den Kürzeren ziehst“. Bei allem, was ich tat, und bei jeder Pflicht, die ich übernahm, wog ich erst einmal ab, ob es mir etwas nützte. Wenn ja, tat ich es, aber wenn nicht, wollte ich es nicht tun. Selbst wenn ich wusste, dass es die Arbeit und die Interessen von Gottes Haus betraf, blieb ich unwillig, die Bürde zu tragen. Inwiefern war ich mit Gott eines Herzens? War dies nicht das Verhalten einer selbstsüchtigen und verachtenswerten Person? Heute versorgt Gott die Menschen mit allem umsonst und gibt ihnen die Wahrheit ohne Gegenleistung, in der Hoffnung, dass die Menschen die Wahrheit praktizieren und mit aufrichtigem Herzen ihre Pflichten als geschaffene Wesen erfüllen können. Doch ich glaubte schon viele Jahre an Gott und genoss so viel von Seiner Versorgung, aber ich wusste überhaupt nicht, wie ich Ihm etwas zurückgeben sollte. Stattdessen hatte ich mich vor Gott in Acht genommen, war Ihm gegenüber berechnend und habe nur an meine eigene Zukunft, meine Gewinne oder Verluste gedacht und Pläne dafür geschmiedet. Inwiefern glaubte ich wirklich an Gott? War ich nicht nur eine selbstsüchtige, aalglatte Ungläubige? Mit einer solchen Denkweise und solchen Ansichten über den Glauben, wie konnte Gott mich nicht verabscheuen? Also betete ich: „Gott, ich sehe, dass ich wirklich hinterlistig und niederträchtig bin. Ich will nicht in meinen eigenen Auffassungen, Vorstellungen, Missverständnissen und Verdächtigungen leben. Ich bin bereit, Dir mein Herz zu geben und mich auf mein Gewissen zu verlassen, um meine Verantwortung zu tragen. Bitte hilf und führe mich.“
Dann sah ich in einem anderen Video mit Erfahrungszeugnissen zwei weitere Passagen aus Gottes Worten, und ich fand einen Weg der Praxis. Gott sagt: „Was sind die Äußerungsformen eines ehrlichen Menschen? Erstens haben sie keine Zweifel an Gottes Worten. Das ist eine der Äußerungsformen eines ehrlichen Menschen. Abgesehen davon, ist die wichtigste Äußerungsform, dass man in allen Belangen die Wahrheit sucht und praktiziert – das ist am entscheidendsten. Du sagst, dass du ehrlich bist, aber du verdrängst Gottes Worte immer und machst einfach, was du willst. Ist das die Äußerungsform eines ehrlichen Menschen? Du sagst: ‚Mein Kaliber ist zwar dürftig, aber ich habe ein ehrliches Herz.‘ Doch wenn dir eine Pflicht zufällt, hast du Angst, zu leiden und Verantwortung zu tragen, falls du sie nicht gut erfüllst, also erfindest du Ausreden, um dich vor deiner Pflicht zu drücken, oder schlägst vor, dass es jemand anderes macht. Ist das die Äußerungsform eines ehrlichen Menschen? Eindeutig nicht. Wie sollte sich also ein ehrlicher Mensch verhalten? Er sollte sich den Anordnungen Gottes unterwerfen, der Pflicht, die er ausführen soll, hingebungsvoll gegenüberstehen und danach streben, Gottes Absichten zufriedenzustellen“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Teil 3). „Ob dein Kaliber hoch oder niedrig ist und ob du die Wahrheit verstehst oder nicht, du musst in jedem Fall diese Einstellung haben: ‚Da mir diese Arbeit gegeben wurde, muss ich sie ernst nehmen, ich muss sie zu meiner Angelegenheit machen und sie gut erledigen, von ganzem Herzen und mit all meiner Kraft. Was das betrifft, ob ich sie perfekt ausführen kann, darf ich mir nicht anmaßen, eine Garantie dafür zu bieten, aber meine Einstellung ist die, dass ich mein Bestes tun werde, um sie gut auszuführen, und ich werde sicher nicht oberflächlich mit ihr umgehen. Falls bei der Arbeit ein Problem auftaucht, dann sollte ich die Verantwortung dafür übernehmen, darauf achten, dass ich eine Lehre daraus ziehe, und meine Pflicht gut erfüllen.‘ Das ist die richtige Einstellung“ (Das Wort, Bd. 5, Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern: Die Verantwortlichkeiten von Leitern und Mitarbeitern (8)). Nachdem ich diese beiden Passagen von Gottes Worten gelesen hatte, spürte ich, dass Gott das innerste Herz des Menschen wirklich genau prüft und die Bedürfnisse der Menschen so gut versteht. Als ich hörte, dass ich zur Leiterin gewählt worden war, kamen mir schnell zwei Ausreden in den Sinn: „Ich habe ein geringes Kaliber. Als Leiterin werde ich jeden Tag mit vielen Menschen, Ereignissen und Dingen konfrontiert sein, und ich werde auch viele Probleme zu bewältigen haben. Das schaffe ich definitiv nicht. Zweitens verstehe ich die Wahrheit nicht und kann die Dinge nicht durchschauen, inwiefern bin ich also qualifiziert, die Brüder und Schwestern zu leiten?“ Zuerst hielt ich mein Denken für ziemlich gerechtfertigt und meinte, es zeige Selbsterkenntnis, aber dann las ich Gottes Worte: „Ob dein Kaliber hoch oder niedrig ist und ob du die Wahrheit verstehst oder nicht, du musst in jedem Fall diese Einstellung haben: ‚Da mir diese Arbeit gegeben wurde, muss ich sie ernst nehmen, ich muss sie zu meiner Angelegenheit machen und sie gut erledigen, von ganzem Herzen und mit all meiner Kraft. …‘ Das ist die richtige Einstellung.“ Nachdem ich das gelesen hatte, war ich plötzlich sprachlos. Diese beiden Ausreden waren mir ziemlich stichhaltig erschienen, aber Gott sieht sie nicht als Ausreden oder Schwierigkeiten an, und schon gar nicht sollten sie mich davon abhalten, meine Pflicht anzunehmen. Es fühlte sich an, als würde Gott mich von Angesicht zu Angesicht, von Herz zu Herz ermahnen. Gott schaut nicht darauf, was für ein Kaliber ich habe oder wie viele Wahrheiten ich verstehe. Er verlangt, dass wir bei unseren Pflichten fleißig und verantwortungsbewusst sind und unser ganzes Herz und unsere ganze Kraft darauf verwenden, unsere Pflichten gut zu erfüllen. Mein Herz war tief bewegt, und ich spürte, dass ich keine Ausrede mehr hatte, meiner Pflicht zu entfliehen oder sie zu verweigern. Obwohl die Pflicht einer Leiterin schwierig für mich sein würde, war ich bereit, gemäß Gottes Worten ehrlich zu sein und damit zu beginnen, anzunehmen und mich zu unterwerfen.
Danach begann ich, mit meiner Schwester zusammenzuarbeiten. Ich war hauptsächlich für die Arbeit des Tanzteams verantwortlich, während die anderen Aufgaben wie Hymnen, Filmaufnahmen und allgemeine Angelegenheiten hauptsächlich von ihr erledigt wurden. Zu dieser Zeit hatte ein Tanzteam, für das ich verantwortlich war, seit zwei Monaten keine Programme mehr produziert. Anfangs war ich etwas nervös und hatte Angst, dass ich die Arbeit nicht bewältigen könnte. Ich betete immer wieder zu Gott und rief Ihn an, bat Ihn, mir den Glauben und die Entschlossenheit zur Unterwerfung zu geben, damit ich meine Pflicht auf mich nehmen konnte. In meinen Gebeten erinnerte ich mich an zwei Wendungen aus Gottes Worten, die ich früher gelesen hatte: Der eine war „positiv und proaktiv“ und der andere „nach besten Kräften“. Mir wurde klar, dass dies Gottes Erleuchtung und Führung war und dass ich eine positive und proaktive Haltung zu meiner Pflicht einnehmen sollte. Da mein Kaliber gering war, ich die Wahrheit nicht verstand und viele Probleme nicht finden oder lösen konnte, bedeutete dies, dass ich mich mehr auf Gott verlassen musste, um die Wahrheit zu suchen. Ich sollte zuerst das tun, was mir einfiel und wozu ich in der Lage war, und zwar nach besten Kräften. Danach vertraute ich meinen Zustand und meine Schwierigkeiten jeden Tag Gott an und konzentrierte mich mit einem Gefühl der Bürde auf die Zustände der Schwestern in der Gruppe. Wenn ich Probleme fand, suchte ich nach relevanten Grundsätzen, um mit ihnen Gemeinschaft zu halten und gemeinsam einzutreten. Und wenn sie bei der Programmgestaltung auf Schwierigkeiten stießen, hielt ich mit ihnen über Gottes Absichten Gemeinschaft und versuchte, Lösungen gemäß den Grundsätzen zu erkunden. Stück für Stück machte das Programm Fortschritte. Jeder Tag fühlte sich erfüllend und geerdet an. Mein Herz näherte sich allmählich Gott, und die Missverständnisse und Barrieren zwischen Gott und mir wurden stark verringert. Das Gefühl, eine Last auf dem Herzen zu haben, verschwand langsam. Das Tanzteam produzierte auch innerhalb eines Monats ein Programm, das online hochgeladen wurde und von den Leitern gut aufgenommen wurde. Ich war Gott so dankbar.
Aber unerwarteterweise, etwa drei Monate später, wurde meine Arbeitspartnerin entlassen, weil sie blind den falschen Anordnungen einer falschen Leiterin gefolgt war. Dies führte dazu, dass die Arbeit an den Hymnenaufnahmen für einige Tage ausgesetzt wurde, was die Arbeit ernsthaft unterbrach und behinderte. Außerdem stellten die oberen Leiter fest, dass ihr geringes Kaliber sie unfähig machte, echte Arbeit zu leisten. Als ich davon hörte, begann mein Herz wieder zu rasen, und ich dachte: „Es ist aus. Da meine Schwester entlassen wurde, muss ich die ganze Arbeit in der Kirche allein schultern. Mein Kaliber und meine Arbeitsvermögen reichen dafür einfach nicht aus! Ich hatte von den Problemen gehört, auf die meine Arbeitspartnerin bei ihrer Pflicht stieß, aber ich hatte ihre Fehler nicht gesehen. Wäre ich an ihrer Stelle gewesen, hätte ich die Arbeit ebenfalls verzögert, und wäre heute diejenige gewesen, die entlassen worden wäre. Mit meinem Kaliber und meiner Fähigkeit, die Dinge zu beurteilen, ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis ich von dieser Pflicht entlassen werde? Ich sollte am besten so schnell wie möglich zurücktreten und ungeschoren davonkommen, bevor ich großes Übel begehe.“ Aber als ich dies gedacht hatte, fühlte ich mich schuldig: „Ich wollte immer zurücktreten; das zeigt, dass es mir an Unterwerfung unter Gott und an Treue zu meiner Pflicht mangelte! Wenn ich zurücktreten und meine Pflicht aufgeben würde, würde die Arbeit dann nicht verzögert werden? Wenn ich zurücktreten würde, würde ich zwar meine eigene Last erleichtern, aber ich würde unverantwortlich gegenüber der Arbeit von Gottes Haus handeln.“ Nachdem ich dies gedacht hatte, wagte ich es nicht, zurückzutreten. Ich betete zu Gott und bat Ihn, mein Herz zu schützen, mich zu erleuchten und zu führen, um die Wahrheit zu verstehen und mich zu unterwerfen.
Die Situation, die Gott arrangierte, war ziemlich wundersam. An diesem Abend erhielten wir einen aus China weitergeleiteten Brief. Darin stand, dass der große rote Drache in China die an Gott Glaubenden wie wild verhaftete und dass Brüder und Schwestern ihre Pflichten nur ausführen konnten, indem sie sich versteckten und oft die Gastunterkünfte wechselten. Der Brief ermutigte auch die Brüder und Schwestern, die ins Ausland gegangen waren, die Gelegenheit, ihre Pflichten überhaupt ausführen zu können, zu schätzen, und ihre Pflichten zu erfüllen. Der Brief zitierte auch eine Passage aus Gottes Worten. Gott sagt: „Segnungen können nicht in einem oder zwei Tagen erlangt werden; man muss viele Preise bezahlen, um sie sich zu verdienen. Das heißt, ihr müsst eine Liebe aufweisen, die Läuterung durchlaufen hat, ihr müsst großen Glauben besitzen und ihr müsst über die vielen Wahrheiten verfügen, von denen Gott verlangt, dass ihr sie erlangt; außerdem müsst ihr euch der Gerechtigkeit zuwenden, ohne euch einschüchtern zu lassen oder ausweichend zu sein, und ihr müsst ein gottliebendes Herz aufweisen, das bis in den Tod beständig ist. Ihr müsst Entschlossenheit besitzen und in eurer Lebensdisposition müssen Veränderungen stattfinden, eure Verderbtheit muss geheilt werden, ihr müsst alle Orchestrierungen Gottes klaglos akzeptieren und ihr müsst, sogar bis in den Tod, unterwürfig sein. Das ist, was ihr erreichen solltet, das ist das endgültige Ziel von Gottes Werk, und ist das, was Gott von dieser Gruppe von Menschen verlangt“ (Das Wort, Bd. 1, Das Erscheinen und Wirken Gottes: Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?). Nachdem ich den Brief gelesen hatte, schämte ich mich zutiefst. Brüder und Schwestern in China riskieren ihr Leben und halten dennoch an ihren Pflichten fest, und sie schrieben sogar, um die Brüder und Schwestern im Ausland zu ermutigen, ihre Pflichten ordnungsgemäß zu erfüllen. Aber was war mit mir? Mir waren die Verhaftungen und Verfolgungen des großen roten Drachen erspart geblieben und ich konnte meine Pflicht in einer angenehmen Umgebung ausführen, aber als ich nur einer kleinen Schwierigkeit und etwas Druck in meiner Pflicht gegenüberstand, wollte ich davor fliehen und sie aufgeben. Machte mich das nicht zu einem Feigling? Wo war mein Rückgrat? Wo war mein Zeugnis? Gott sagte, dass man, um an Gott zu glauben und Ihm zu folgen, Läuterung erfahren und die Entschlossenheit haben muss, zu leiden. Und was noch wichtiger ist: Man muss nach der Wahrheit streben, eine Veränderung in der Lebensdisposition durchmachen und alle Orchestrierungen Gottes annehmen und sich ihnen unterwerfen. Ich hatte das Gefühl, dass Gott mit jedem Wort Forderungen an mich stellte. Dies waren die Wahrheiten, die ich an diesem Punkt praktizieren und in die ich eintreten sollte, und wenn ich zurücktreten würde, würde ich keine dieser Wahrheiten praktizieren. Würde das Gott nicht enttäuschen und anwidern? Am nächsten Tag wollte eine Leiterin eines Tanzteams zurücktreten, weil sie nicht harmonisch mit den anderen zusammenarbeiten konnte. Als ich mit ihr Gemeinschaft hielt, offenbarte ich meine eigenen Schwächen und Schwierigkeiten, und durch das Lesen von Gottes Worten wurde mein Herz allmählich bewegt. Mir wurde klar, dass Pflichten Gottes Auftrag sind und dass sie eine unumgängliche Verantwortung darstellen. Egal wie schmerzhaft oder schwer es wurde, ich konnte meine Pflicht nicht zurückweisen oder Gottes Herz verletzen.
Danach las ich eine Passage von Gottes Worten, die wirklich zu meinem Zustand passte und mir sehr half. Gott sagt: „Die Menschen müssen mit ehrlichem Herzen an ihre Pflichten und an Gott herangehen. Wenn sie das tun, werden sie Menschen sein, die Gott fürchten. Welche Haltung bringen Menschen mit ehrlichem Herzen Gott entgegen? Zumindest haben sie ein gottesfürchtiges Herz, ein Herz, das sich Gott in allem unterwirft; sie erkundigen sich nicht über Segnungen oder Unglück, sie reden nicht über Bedingungen, sie liefern sich der Gnade von Gottes Orchestrierung aus – das sind Menschen mit einem ehrlichen Herzen. Diejenigen, die Gott gegenüber immer skeptisch sind, Ihn immer genau prüfen, immer versuchen, mit Ihm zu verhandeln – sind das Menschen mit ehrlichem Herzen? (Nein.) Was wohnt in den Herzen solcher Menschen? Hinterlist und Niederträchtigkeit; sie prüfen immer ganz genau. Und was prüfen sie ganz genau? (Gottes Einstellung zu den Menschen.) Sie prüfen Gottes Einstellung zu den Menschen immer ganz genau. Welches Problem ist das? Und warum prüfen sie das ganz genau? Weil es um ihre grundlegenden Interessen geht. … Menschen, die insbesondere ihre eigenen Zukunftsaussichten, ihr Schicksal und ihre Interessen wertschätzen, prüfen immer ganz genau, ob Gottes Wirken ihren Zukunftsaussichten und ihrem Schicksal nützt und ob es ihnen Segen beschert. Was ist am Ende das Ergebnis ihrer genauen Prüfung? Alles, was sie tun, ist, sich gegen Gott aufzulehnen und sich gegen ihn zu stellen. Selbst wenn sie darauf bestehen, ihre Pflichten auszuführen, tun sie es oberflächlich, mit einer Laune, die Negativität ausstrahlt; im Herzen denken sie weiter darüber nach, wie sie daraus Vorteil ziehen und nicht auf der Verliererseite stehen können. Das sind ihre Motive, wenn sie ihre Pflichten ausführen, und dadurch versuchen sie, mit Gott etwas auszuhandeln. Was für eine Disposition ist das? Es ist Hinterlistigkeit, es ist eine niederträchtige Disposition. Das ist nicht länger eine gewöhnliche verdorbene Disposition, sie hat sich zu Niederträchtigkeit ausgeweitet. Und wenn es diese Art von niederträchtiger Disposition in einem Menschenherz gibt, dann ist das ein Kampf gegen Gott! Ihr solltet euch über dieses Problem im Klaren sein. Wenn die Menschen Gott immer ganz genau prüfen und versuchen, mit Ihm etwas auszuhandeln, wenn sie ihre Pflichten ausführen, können sie ihre Pflichten dann gut ausführen? Keinesfalls. Sie beten Gott nicht mit ihren Herzen und nicht mit Ehrlichkeit an, sie haben kein ehrliches Herz, sie beobachten, während sie ihre Pflichten ausführen, halten sich immer zurück – und was ist das Ergebnis? Gott wirkt nicht in ihnen, sie werden wirr und konfus, sie verstehen die Wahrheitsgrundsätze nicht, handeln nach ihren eigenen Neigungen, und gehen immer auf Abwege. Und warum gehen sie immer auf Abwege? Weil es ihren Herzen zu sehr an Klarheit mangelt, und wenn ihnen etwas passiert, dann reflektieren sie nicht über sich oder suchen die Wahrheit, um eine Lösung zu finden, und sie beharren darauf, so vorzugehen, wie sie es wollen, nach ihren eigenen Vorlieben – die Folge davon ist, dass sie immer auf Abwege geraten, wenn sie ihre Pflichten ausführen. Sie denken nie an die Arbeit der Kirche, noch an die Interessen von Gottes Haus. Sie planen stets insgeheim um ihrer selbst willen, sie schmieden immer Pläne, die ihre eigenen Interessen, ihren Stolz und Status betreffen, und führen nicht nur ihre Pflichten schlecht aus, sondern verzögern und beeinträchtigen auch die Arbeit der Kirche. Heißt das nicht, dass sie vom rechten Weg abkommen und ihre Pflichten vernachlässigen? Wenn jemand immer nur für seine eigenen Interessen und Aussichten plant, wenn er seine Pflicht ausführt, und nicht an die Arbeit der Kirche oder die Interessen von Gottes Haus denkt, dann ist das keine Pflichtausführung. Das ist das Verfolgen eigener Interessen, es ist ein Handeln zum eigenen Vorteil und um für sich selbst Segnungen zu erhalten. Dadurch ändert sich die Natur, die der Ausführung ihrer Pflicht zugrunde liegt. Es geht nur darum, ein Geschäft mit Gott zu machen und die Pflichtausführung zu nutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Mit dieser Vorgehensweise ist es sehr wahrscheinlich, dass die Arbeit von Gottes Haus gestört wird“ (Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Nur wenn man nach den Wahrheitsgrundsätzen sucht, kann man seine Pflicht gut ausführen). Gott sagt, dass „sie sich nicht über Segnungen oder Unglück erkundigen, sie nicht über Bedingungen reden, sie sich der Gnade von Gottes Orchestrierung ausliefern – das sind Menschen mit einem ehrlichen Herzen.“ Diese Worte trafen mich wirklich ins Herz. Gott verlangt, dass die Menschen Segen oder Unglück nicht in Betracht ziehen, aber ich legte zu viel Wert darauf, ob ich gesegnet würde oder Unglück erleiden müsste. Ich hatte schreckliche Angst, dass ich bei der Ausführung meiner Pflicht als Leiterin etwas Böses tun und dadurch die Arbeit stören und unterbrechen könnte, was Makel und Verfehlungen hinterlassen und dazu führen würde, dass ich von Gott verurteilt und ausgemustert werde. Und dass ich am Ende nicht nur nicht gerettet würde, sondern dem Unglück zum Opfer fiele. Dies spürte ich besonders stark, als ich herausfand, dass zwei der vorherigen drei Bezirksleiter bei ihren Pflichten willkürlich gehandelt und keine Wahrheitsgrundsätze gesucht hatten, wodurch sie die Arbeit von Gottes Haus ernsthaft störten und unterbrachen, was zu ihrer Entlassung führte. Nun, da auch meine Arbeitspartnerin entlassen worden war, hatte ich das Gefühl, dass, wenn man die Wahrheit nicht verstand und kein gottesfürchtiges Herz hatte, die Ausführung der Pflicht einer Leiterin äußerst riskant war und man leicht offenbart und ausgemustert werden konnte. Es war ungewiss, welches Ende oder welchen Bestimmungsort jemand in diesem Fall haben würde. Ich wollte meine Zukunft und meinen Bestimmungsort sichern, also plante ich, zurückzutreten, bevor ich Fehler machte, und so ungeschoren davonzukommen. Gott offenbart, dass dies tatsächlich ein Kampf gegen Ihn durch eine hinterlistige und niederträchtige Disposition ist! Erst da wurde mir klar, dass ständiges Planen für meine eigenen Interessen und meine Zukunft, ohne Rücksicht auf die Arbeit der Kirche oder die Interessen von Gottes Haus, nicht bedeutet, meine Pflicht auszuführen. Es ist der Versuch, Gott zu überlisten und sich Ihm zu widersetzen. Indem ich meine Pflicht mit einer solchen Denkweise und einem solchen Zustand ausführte – selbst wenn ich nicht als Leiterin diente und keine schwerwiegenden Fehler machte –, war mein Herz Ihm gegenüber berechnend und widersetzte sich Ihm. Dies ist eine böse Tat, und sie wird von Gott verabscheut und verurteilt. Gott zeigte mir einen sehr klaren Weg, nämlich, eine Person mit einem ehrlichen Herzen zu sein, nicht nach Segen oder Unglück zu fragen, keine Bedingungen zu stellen und mich Gottes Orchestrierung anzuvertrauen. Da das Haus Gottes mich nicht entlassen oder ausgemustert hatte, musste ich mich Gottes Herrschaft und Seinen Anordnungen unterwerfen und standhaft an meiner Pflicht festhalten, indem ich mein Äußerstes tat, um die Verantwortung zu tragen, die ich schultern sollte.
Am nächsten Tag schrieb ich einen Brief an die oberen Leiter, erwähnte aber nicht meinen Rücktritt. Stattdessen bekannte ich mich zu der Verantwortung, die ich für die Verzögerung bei der Hymnenarbeit tragen sollte, und gestand dies den Leitern ein, indem ich sagte, dass ich bereit sei, mich den Anordnungen von Gottes Haus zu unterwerfen. Nachdem ich den Brief geschrieben hatte, fühlte ich mich ruhig und gelassen, bereit, Gottes Orchestrierung anzunehmen. Wenn die oberen Leiter mich zurechtstutzen oder entlassen würden, würde ich es gelassen hinnehmen und die Verantwortung übernehmen. Wenn ich nicht entlassen würde, würde ich an meiner Pflicht festhalten und meine Verantwortung erfüllen. Zu meiner Überraschung entließen mich die oberen Leiter nicht, nachdem sie den Brief gelesen hatten, und ließen mich weiter an meiner Pflicht üben. Durch diese Erfahrung habe ich das Gefühl, mehr von Gottes gerechter Disposition verstanden zu haben, und mir ist klar geworden, dass Gott Wert darauf legt, ob das Herz eines Menschen die Wahrheit annehmen kann und ob dieser Mensch Ihm gegenüber einfach und ehrlich sein kann, ohne dabei für seine eigenen Interessen oder seine Zukunft zu planen oder darüber nachzudenken, sondern stattdessen an die Arbeit von Gottes Haus zu denken. Wenn die Absichten einer Person richtig sind, dann wird Gott, auch wenn diese Person manchmal törichte Dinge tut, sich nicht an diese Dinge erinnern, sondern ihr stattdessen die Chance geben, ihre Pflichten zu tun und ihre Mängel auszugleichen. Eine Weile später hatte die Kirche immer noch keine neue Leiterin gewählt, also betete ich und verließ mich auf Gott, um die Arbeit der Kirche weiterzuverfolgen. Wann immer es Probleme gab, arbeitete ich mit den Brüdern und Schwestern zusammen, um sie zu lösen. Ich stellte fest, dass, als ich bereit war, aktiv Verantwortung zu übernehmen und mehr Sorge und Gedanken in die Arbeit zu investieren, sich unbemerkt mein Gefühl der Bürde und Verantwortung für die Arbeit der Kirche, zusammen mit meiner Fähigkeit, Dinge zu beurteilen, und meinen Arbeitsvermögen, verbesserten. Es war, als wäre ich klüger geworden als zuvor. Die Arbeit zu erledigen war nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt hatte, und ich wusste, dass diese Ergebnisse durch das Wirken des Heiligen Geistes erzielt wurden. Ich erfuhr wirklich, dass Gott Sein Werk schützt und der Mensch einfach nur mitwirkt. Gott legt den Menschen keine Lasten auf, die zu groß für sie sind, und mein Glaube an Gott wuchs. Später wählte die Kirche eine neue Leiterin, und ich arbeitete mit ihr zusammen, um die Arbeit der Kirche weiterzuverfolgen.
Indem ich in diesen letzten Monaten die Pflicht einer Leiterin ausführte, habe ich Gottes Güte und Lieblichkeit gespürt, und ich habe einige meiner Auffassungen, Vorstellungen, Missverständnisse und meine inneren Vorbehalte Gott gegenüber losgelassen. Mehr noch, ich habe erfahren, dass Gott mir die Chance gab, die Pflicht einer Leiterin zu tun, nicht um mir Schwierigkeiten zu bereiten oder mich zu offenbaren, sondern um meine falschen Ansichten über den Glauben zu korrigieren und meine verdorbene Disposition zu reinigen. Es sollte mich anspornen, rücksichtsvoller zu sein und mehr darüber nachzudenken, wie ich die Interessen von Gottes Haus schützen und die Dinge auf eine Weise tun kann, die der Arbeit und den Brüdern und Schwestern zugutekommt. Darüber hinaus, im Hinblick auf die falschen Zustände der Brüder und Schwestern sowie ihre fachlichen Schwierigkeiten und Probleme, suchte ich nach Wahrheitsprinzipien, übte mich darin, Probleme mit der Wahrheit zu lösen, und unbemerkt wuchsen meine Einsicht und meine Größe ein wenig. Ich spürte, dass Gott mich durch diese Schulung zur Leiterin wirklich perfektionierte und dass es Gottes Liebe war. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich anfing, diese Pflicht zu tun, fühlte ich mich wirklich zaghaft und ängstlich. Ich missverstand sogar Gott und dachte, Er würde diese Pflicht benutzen, um mich auszumustern. Ich konnte wirklich nicht Gut von Böse unterscheiden! Ich war völlig unvernünftig! Jetzt habe ich keine Angst mehr, eine Leiterin zu sein. Egal, was ich in Zukunft erleben oder womit ich konfrontiert werden mag, ich werde mich einfach darauf konzentrieren, die Wahrheit zu suchen und zu praktizieren und die Pflicht zu erfüllen, die ich tun sollte. Dieses bisschen an Veränderung und Eintritt, das ich erreicht habe, war alles das Ergebnis der Führung von Gottes Worten. Dank sei Gott!