78. Meine Maske abzulegen, war solch eine Erleichterung

Von Xiaomei, China

Im März 2021 war ich für die Videoarbeit verantwortlich. Am Anfang hatte ich das Gefühl, viele Defizite zu haben. Wenn es etwas gab, das ich nicht verstand, fragte ich oft die Leiter oder andere Brüder und Schwestern. Einmal sah ich zufällig einen Brief, den die Leiter an jemand anderen geschrieben hatten. Darin stand, dass ich diese Pflicht zwar noch nicht lange ausführte, aber durchaus Kaliber hätte und beim Erstellen von Videos relativ schnell Fortschritte machte. Ich sei eine geeignete Kandidatin zur Förderung. In dem Brief wurden auch die Probleme anderer Brüder und Schwestern erwähnt. Ich war die Einzige, die gelobt wurde. Daraufhin veränderte sich meine innere Haltung allmählich. Ich hatte das Gefühl, besser zu sein als die anderen Brüder und Schwestern, und außerdem war ich ja eine Verantwortliche. Wenn sie also in Zukunft Fragen zur Videotechnik hätten, müsste ich sie auch lösen können. Einmal besprachen wir die Arbeit. Eine Schwester warf eine Frage auf, die ich nicht beantworten konnte. Ich dachte bei mir: „Wenn ich zugebe, dass ich das nicht weiß, werden sie dann auf mich herabschauen? Werden sie denken, ich sei nichts Besonderes und auch nicht wirklich besser als sie?“ Also fragte ich die anderen Brüder und Schwestern, ob sie irgendwelche Ideen hätten. Während die anderen ihre Meinungen austauschten, suchte ich eilig nach Informationen. Als sie fertig waren, ergänzte ich dann ein paar Lösungen, die sie nicht erwähnt hatten. Kaum hatte ich zu Ende gesprochen, sagten einige Schwestern: „Hätten wir das nicht mit dir besprochen, hätten wir diesen Aspekt wirklich nicht verstanden. Nachdem du mit uns darüber gesprochen hast, war uns alles viel klarer.“ Wann immer später jemand ein Problem oder Schwierigkeiten hatte, wollte er es mit mir besprechen. Das freute mich sehr. Ich dachte bei mir: „Jetzt bewundern sie mich alle. Sie finden bestimmt, dass ich eine gute Verantwortliche bin. Ich muss mich gut anstellen. Ich darf sie nicht enttäuschen.“

Einmal leitete mir eine Leiterin ein Video weiter, das von Schwester Xiao Ran produziert worden war und ein paar Fehler enthielt. Die Leiter waren besorgt, dass Xiao Rans technische Fähigkeiten für die Videobearbeitung nicht ausreichten, also baten sie mich, es gemeinsam mit ihr zu bearbeiten. Als ich die Probleme in dem Video sah, hatte ich einige Ideen für die Bearbeitung. Allerdings war ich mir bei einigen Techniken unsicher und ich wusste nicht genau, wie ich es gut bearbeiten sollte. Ich dachte bei mir: „Was werden die Leiter von mir denken, wenn ich es nicht gut bearbeite? Bisher hatten sie einen sehr guten Eindruck von mir. Wenn ich es nicht schaffe, dieses Video gut zu bearbeiten, werden sie dann denken, ich sei inkompetent und doch nicht so gut, wie sie dachten? Das geht nicht. Diesen Eindruck darf ich bei den Leitern auf keinen Fall hinterlassen.“ In dem Moment dachte ich: „Immerhin wurde dieses Video von Xiao Ran produziert. Warum lässt man Xiao Ran es nicht einfach selbst bearbeiten? Wenn es dann nicht gut bearbeitet ist, ist das ihr Problem. Wenn die Leiter später fragen, sage ich einfach, ich hätte andere wichtige Arbeit zu tun gehabt.“ Xiao Ran wusste aber nicht, wie sie das Video bearbeiten sollte, und fragte mich nach meiner Meinung. Ich dachte: „Was wird Xiao Ran von mir denken, wenn ich sage, dass ich die Techniken für dieses Video nicht beherrsche? Wird sie denken: ‚Sie ist eine Verantwortliche und kann nicht einmal das?‘“ Damit meine Schwester nicht merkte, was ich dachte, erwähnte ich nur meine groben Ideen für die Bearbeitung. Die konkreten technischen Schritte erklärte ich nur oberflächlich. Als ich Xiao Rans verwirrtes Gesicht sah, traute ich mich nicht, weiter nachzufragen. Ich hatte Angst, dass ich nicht wüsste, was ich tun sollte, wenn ich weitere Fragen stellte und sie mir dann andere Fragen stellte, die ich nicht beantworten konnte. Ich sagte ihr nur, sie solle oft zu Gott beten und sich auf Ihn verlassen. Später war Xiao Ran immer noch nicht in der Lage, die Bearbeitung vorzunehmen. Es half alles nichts. Ich musste meinen ganzen Mut zusammennehmen und es mit ihr zusammen bearbeiten. Damit Xiao Ran nicht merkte, dass ich es nicht konnte, suchte ich heimlich nach Informationen und Anleitungen. Ich war so beschäftigt, dass mir schwindelig wurde; mein Kopf schwoll förmlich an und ich war innerlich total erschöpft. Letztendlich zog sich die Bearbeitung dieses Videos fast einen Monat hin, bis es fertig war.

Später gaben uns die Leiter einige Lernmaterialien zu Videotechniken, damit wir sie besprechen und gemeinsam lernen konnten. Ich war mit dieser Art von neuer Videotechnik noch nie in Berührung gekommen und verstand einiges in den Lernmaterialien nicht. Aber ich wollte mich meinen Brüdern und Schwestern nicht öffnen und nicht darüber sprechen. Das führte dazu, dass mir das Lesen der Lernmaterialien immer schwerer fiel. Einmal besprachen wir eines der Lernmaterialien. Li Xin fragte mich, was die Techniken, Grundsätze und Anforderungen für eine bestimmte Art von Rendering seien. In dem Moment war ich mir nicht ganz sicher. Ich machte mir Sorgen, was Li Xin von mir denken würde, wenn ich nichts sagen könnte, also ließ ich mir nichts anmerken und gab eine sehr oberflächliche Antwort. An Li Xins fragendem Blick erkannte ich, dass meine Antwort ihr Problem nicht lösen konnte, also stellte ich schnell eine andere Frage, um ihre Aufmerksamkeit abzulenken. Li Xin sprach dann über andere Themen mit mir. Obwohl ich mir in dem Moment selbst Vorwürfe machte und wusste, dass so ein Verhalten unangemessen war, dachte ich nicht weiter darüber nach und ließ es einfach auf sich beruhen. Manchmal, wenn Schwierigkeiten auftraten, wollte ich die Leiter danach fragen. Aber dann dachte ich: „Wenn die Leiter denken, dass ich aufgrund meines Kalibers in der Lage sein sollte, dieses Problem zu lösen, ich aber einen Brief mit einer Anfrage schreibe, was werden sie dann von mir denken? Werden sie denken, mein Kaliber reiche nicht aus und ich mache keine Fortschritte? Dass ich auch nicht anders sei als die anderen Brüder und Schwestern?“ Mit diesen Gedanken im Kopf suchte ich bei Schwierigkeiten keine Hilfe bei meinen Vorgesetzten. Stattdessen überlegte ich, wie ich die Probleme selbst lösen könnte. Die Arbeit an einigen Videos kam ins Stocken, weil mir einfach keine Lösung einfiel. In diesem Zustand zu leben, machte mich extrem niedergeschlagen, als hätte Gott mich verlassen. Als ich die Worte Gottes las, gab es kein Licht, und manchmal fühlte sich mein Herz so bedrückt an, dass ich weinen wollte. Ich wollte mich meinen Schwestern öffnen und über meinen Zustand Gemeinschaft halten, aber dann überlegte ich es mir anders: „Sie haben alle viele Schwierigkeiten bei ihren Pflichten und sind alle ein wenig negativ. Wenn ich jetzt auch noch negativ bin, werden sie dann nicht noch negativer? Ich bin die Verantwortliche. Ich bin die Leiterin dieses Teams. Andere können negativ sein, aber als Verantwortliche muss ich durchhalten, egal auf welche Schwierigkeiten ich stoße.“ Als ich so dachte, brachte ich kein Wort über die Lippen. Ich musste mich zwingen, einige Worte und Glaubenslehren daherzusagen, um sie zu ermutigen, aber selbst für mich klangen sie hohl. Damals war mein Herz voller Qual, und ich empfand diese Pflicht als zu schwer. Manchmal brach ich auf dem Fahrrad in Tränen aus, und manchmal, wenn ich Brüder und Schwestern zu Hause besuchte, flüchtete ich ins Bad und weinte. Wenn ich fertig geweint hatte, wischte ich mir die Tränen ab und sah in den Spiegel. Als ich wieder herauskam, zwang ich mich, so zu tun, als wäre nichts geschehen. Damals unterdrückte ich ständig meinen Zustand und meine Schwierigkeiten. Mein Herz war sehr niedergeschlagen. Ich wusste nicht, in welcher verdorbenen Disposition ich lebte, die das alles verursacht hatte. Eines Tages im März 2022 kam ein Brief von den Leitern, in dem sie nach dem genauen Grund fragten, warum meine Pflichten schon seit Langem keine Ergebnisse mehr brachten. War ich etwa auf dem falschen Weg? Erst da begann ich, über mich selbst nachzudenken. Im Geist ging ich immer wieder jede Szene durch, die sich ereignet hatte, seit ich zur Verantwortlichen gemacht worden war. Ein Wort kam mir in den Sinn: Verstellung.

Später las ich diese Worte Gottes: „Es gibt ein gemeinsames Problem in der verdorbenen Disposition der Menschen, ein gemeinsames Problem, das in der Menschlichkeit eines jeden Menschen existiert – ein sehr schwerwiegendes Problem. Dieses gemeinsame Problem ist der schwächste, verhängnisvollste Teil ihrer Menschlichkeit, und in ihrer Wesensnatur ist es am schwierigsten auszugraben oder zu verändern. Worin besteht dieses Problem? Es besteht darin, dass die Menschen immer außergewöhnlich, übermenschlich und perfekt sein wollen. Die Menschen sind von Natur aus geschaffene Wesen. Können geschaffene Wesen Allmacht erlangen? Können sie zu Vollkommenheit und Makellosigkeit gelangen? Können sie in allem zur Meisterschaft gelangen, alles verstehen, alles klar erkennen und zu allem imstande sein? Das können sie nicht. Allerdings findet sich in den Menschen eine verdorbene Disposition, eine fatale Schwäche: Sobald die Menschen eine Fertigkeit oder einen Beruf erlernen, glauben sie, sie seien kompetent, sie hätten Ansehen und Wert und seien Fachleute. Ganz gleich, was ihr tatsächliches Maß ist, sie alle wollen sich als berühmte oder außergewöhnliche Person inszenieren, zu einer einigermaßen bekannten Persönlichkeit werden und andere glauben lassen, sie seien perfekt und makellos, ohne einen einzigen Fehler; sie wollen von anderen Menschen als eine fähige, mächtige, außergewöhnliche oder berühmte und große Person angesehen werden, als jemand, der ein großartiges und imposantes Image hat, der in der Lage ist, alles zu tun, und für den es nichts gibt, was er nicht tun kann. Sie haben das Gefühl, unfähig und minderwertig zu erscheinen, wenn sie die Hilfe anderer suchen würden, und dass die Menschen auf sie herabsehen würden. Aus diesem Grund wollen sie immer eine Fassade aufrechterhalten. Manche Menschen sagen, wenn sie gebeten werden, etwas zu tun, dass sie wissen, wie es geht, obwohl sie es in Wirklichkeit nicht wissen. Danach schauen sie es heimlich nach und versuchen zu lernen, wie man es macht, aber es stellt sich heraus, nachdem sie es mehrere Tage lang studiert haben, wissen sie immer noch nicht, wie sie es machen sollen. Auf die Frage, wie sie damit vorankommen, antworten sie: ‚Es ist fast fertig, fast!‘ Doch in ihrem Herzen denken sie: ‚Es ist nicht annähernd fertig, ich habe keine Ahnung, ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich darf die Katze nicht aus dem Sack lassen, ich muss mich weiterhin verstellen. Ich darf nicht zulassen, dass die Leute meine Unzulänglichkeiten und meine Unwissenheit sehen, ich darf nicht zulassen, dass sie auf mich herabschauen!‘ Was für ein Problem ist das? Man leidet, nur damit man um jeden Preis sein Gesicht wahrt. Was für eine Disposition ist das? Die Arroganz solcher Menschen kennt keine Grenzen, sie haben jegliche Vernunft verloren! Sie wollen keine üblichen Menschen sein; sie wollen keine gewöhnlichen Menschen, keine normalen Menschen sein, sondern Übermenschen, außergewöhnliche Individuen oder fähige Personen. Das ist ein sehr großes Problem! Was die Schwächen, Mängel, Unwissenheit, Dummheit und das mangelnde Verständnis innerhalb der normalen Menschlichkeit betrifft, so verbergen sie all das und lassen es andere Leute nicht sehen – sie verstellen sich unaufhörlich(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die fünf Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um den rechten Weg des Gottesglaubens einzuschlagen). Gott sagt, dass Menschen geschaffene Wesen sind und keine Allmacht erlangen können. Es ist auch nicht möglich, dass sie in allem Kompetenz erlangen und alles verstehen können. Doch den Menschen fehlt es an Selbsterkenntnis. Sie halten sich für etwas Unglaubliches, sobald sie ein kleines bisschen gelernt haben. Sie setzen eine Fassade auf und verstellen sich als große Persönlichkeit, die alles kann. Obwohl sie Mängel und Defizite haben, geben sie sich immense Mühe, sich zu verstellen, damit es niemand sieht. Das wird durch die arrogante Disposition der Menschen verursacht. Ich erinnerte mich daran, dass ich dachte, ich sei besser als meine anderen Brüder und Schwestern, sobald ich ein wenig Lob von den Leitern erhielt. Zudem war ich eine Verantwortliche und fand, ich müsste alle Probleme lösen können, die meine Brüder und Schwestern ansprachen. Also begann ich, so zu tun, als würde ich alles verstehen. Egal welche Schwierigkeiten oder Makel ich hatte, ich wollte niemanden davon wissen lassen. Die Leiter baten Xiao Ran und mich, das Video zu bearbeiten. Ich wollte meine Defizite und Unzulänglichkeiten nicht preisgeben und wälzte die Probleme deshalb auf Xiao Ran ab. Als sie mich nach meiner Meinung fragte, tat ich so, als ob ich das Problem verstünde, und vertröstete sie auf oberflächliche Weise. Als es am Ende keine andere Möglichkeit mehr gab, bearbeitete ich das Video doch mit ihr zusammen. Das führte dazu, dass sich die Fertigstellung der Bearbeitung des Videos um einen Monat verzögerte. Li Xin stellte mir eine knifflige Fachfrage, von der ich eindeutig nichts verstand. Doch aus Sorge, meine Schwester würde auf mich herabschauen, gab ich nur ein paar oberflächliche Worte zur Antwort. Als meine Schwester später noch einmal nachhakte, hatte ich Angst, aufzufliegen, und lenkte sie mit einer List ab. Wenn ich bei meiner Pflicht etwas nicht verstand, fragte ich meine Vorgesetzten nicht. Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich inkompetent wirken würde, wenn ich das täte, also setzte ich eine Fassade auf, damit die Leiter nichts davon erfuhren. Ich verstellte mich, damit es so aussah, als verstünde ich alles. Das führte dazu, dass einige Probleme lange ungelöst blieben und den Fortschritt der Videoproduktion direkt beeinträchtigten. Eigentlich hatte ich diese Pflicht gerade erst übernommen. Obwohl ich schon einige Fortschritte gemacht hatte, gab es Techniken, mit denen ich zuvor noch nicht in Berührung gekommen war. Es war also völlig normal, dass es ein paar Dinge gab, die ich nicht verstand. Jeder mit einem Funken Vernunft weiß, dass er nicht perfekt ist und unmöglich alles verstehen kann. Deshalb brauchen die Menschen bei ihren Pflichten die Anleitung und Hilfe anderer. Wenn sie Fragen haben, ergreifen sie von sich aus die Initiative und fragen andere – das ist absolut normal. Doch für mich war genau das zur größten Schwierigkeit geworden. Ich konnte mich meinen eigenen Defiziten und Unzulänglichkeiten nicht stellen und wollte kein normaler Mensch mit Makeln sein. Ständig wollte ich eine Fassade aufrechterhalten und eine perfekte Person sein. Ich verstellte mich bei jeder Gelegenheit. Ich dachte sogar, andere bei Schwierigkeiten um Hilfe zu bitten, sei ein Zeichen von Inkompetenz und würde ihnen eine Gelegenheit geben, auf mich herabzuschauen. Ich war einfach zu arrogant und zu heuchlerisch! Als meine Überlegungen diesen Punkt erreichten, hasste ich mich innerlich. Ich empfand das, was ich getan hatte, als wirklich abstoßend.

Später dachte ich auch über mich selbst nach: Warum habe ich mich ständig verstellt und eine Fassade aufgesetzt? Ich las einen Abschnitt aus Gottes Worten, durch den sich mein Herz heller und klarer anfühlte. Der Allmächtige Gott sagt: „Unabhängig vom Zusammenhang, ganz gleich, welche Pflicht sie ausführen: Antichristen werden versuchen, den Eindruck zu erwecken, dass sie nicht schwach sind, dass sie immer stark, voller Glauben und niemals negativ sind, damit die Menschen nie ihre wahre Größe oder ihre wahre Einstellung gegenüber Gott sehen. Glauben sie tatsächlich, in der Tiefe ihres Herzens, wirklich, dass es nichts gibt, was sie nicht tun können? Glauben sie wirklich, dass sie ohne Schwäche, Negativität oder Offenbarungen von Verdorbenheit sind? Absolut nicht. Sie sind gut darin, Theater zu spielen, geschickt darin, Dinge zu verbergen. Sie zeigen den Menschen gerne ihre starke und blendende Seite. Sie wollen nicht, dass sie ihre schwache und wahre Seite sehen. Ihre Absicht liegt auf der Hand: Es geht ganz einfach darum, ihre Eitelkeit und ihren Stolz zu wahren, den Platz zu sichern, den sie in den Herzen der Menschen haben. Sie glauben, wenn sie sich anderen gegenüber über ihre eigene Negativität und Schwäche öffnen, sowie über ihre rebellische und verdorbene Seite, würde das ihrem Status und Ruf ernsthaft schaden – und wäre mehr Ärger, als es wert ist. Deshalb würden sie eher sterben, als zuzugeben, dass sie hin und wieder schwach, aufsässig und negativ sind. Selbst wenn der Tag kommt, an dem jeder ihre schwache und aufsässige Seite sieht, wenn alle sehen, dass sie verdorben sind und sich überhaupt nicht geändert haben, werden sie trotzdem weiter Theater spielen. Sie denken, dass sie ihren Platz in den Herzen der Menschen verlieren, jedermanns Anbetung und Bewunderung verlieren und somit völlig versagt haben, wenn sie zugeben, verdorbene Dispositionen zu haben, ein gewöhnlicher Mensch zu sein, jemand Unbedeutendes. Und so werden sie sich, was auch immer geschieht, den Menschen nicht auf arglose Weise öffnen. Was auch immer geschieht, sie werden ihre Macht und ihren Status nicht an andere abtreten. Stattdessen werden sie versuchen, so hart wie möglich zu konkurrieren, und sie werden niemals aufgeben. … Antichristen stellen sich selbst als standhaft, willensstark und fähig dar, zu entsagen und zu leiden, als Menschen, die einfach makellos sind und ohne jegliche Fehler und Probleme. Wie gehen sie damit um, wenn jemand ihre Verdorbenheit und Unzulänglichkeiten aufzeigt, sie ebenbürtig behandelt wie einen normalen Bruder oder eine normale Schwester, sich ihnen öffnet und Gemeinschaft mit ihnen hält? Sie tun ihr Möglichstes, um sich zu verteidigen und zu rechtfertigen, um zu beweisen, dass sie Recht haben, und schließlich, um den Menschen zu zeigen, dass sie keine Probleme haben und dass sie perfekte, spirituelle Personen sind. Ist das nicht alles Hochstapelei? Alle, die sich selbst für makellos und heilig halten, sind allesamt Hochstapler. Warum sage Ich, dass sie allesamt Hochstapler sind? Sagt mir, gibt es jemanden inmitten der verdorbenen Menschheit, der makellos ist? Gibt es jemanden, der wahrhaft heilig ist? (Nein.) Absolut nicht. Wie kann der Mensch Makellosigkeit erreichen, wenn er so tief von Satan verdorben ist und außerdem nicht von Natur aus im Besitz der Wahrheit ist? Nur Gott ist heilig; die ganze verdorbene Menschheit ist besudelt. Wenn ein Mensch sich als jemanden Heiligen ausgeben und behaupten würde, er sei makellos, was wäre dieser Mensch dann? Er wäre ein Teufel, ein Satan, ein Erzengel – er wäre ein echter Antichrist. Nur ein Antichrist würde behaupten, ein makelloser und heiliger Mensch zu sein(Das Wort, Bd. 4, Antichristen entlarven: Punkt 9 (Teil 10)). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, war es, als wäre ein Dolch in mein Herz gestoßen worden. Antichristen halten Ansehen und Status für wichtiger als das Leben selbst. Ihre besondere Begabung liegt in Verstellung und Täuschung. Sie formen sich selbst zu einem perfekten Bild, ohne Schwächen oder Defizite und ohne eine Spur von Verdorbenheit zu offenbaren. Sie tun das, um ihr Ziel zu erreichen: von anderen verehrt und bewundert zu werden. Ich war genauso wie die Antichristen, die Gott enthüllt hatte. Auch ich zeige anderen besonders gern meine starke und glorreiche Seite, mag es, von anderen geschätzt und bewundert zu werden und in ihren Herzen einen hohen Stellenwert zu haben. Egal, ob die Leiter mich baten, ein Video zu bearbeiten, oder ob meine Brüder und Schwestern mir Fragen stellten – ich verstellte mich immer und tat so, als würde ich alles verstehen, selbst wenn es nicht stimmte. Ich habe meine Brüder und Schwestern sogar getäuscht und in die Irre geführt. Warum konnte ich nicht offen und ehrlich sein, wenn meine Brüder und Schwestern Fragen stellten und ich sie nicht verstand? Lag es nicht daran, dass ich Angst hatte, sie könnten meine Unzulänglichkeiten erkennen, dass sie mich für genauso gewöhnlich halten würden wie sie und mich nicht mehr bewundern oder zu mir aufsehen würden? Um mein Ansehen als Verantwortliche zu schützen, traute ich mich nicht, bei meiner Pflicht Fragen zu Dingen zu stellen, die ich nicht verstand. Ich hatte Angst, die Leiter würden denken, ich sei nicht die Person von gutem Kaliber, von der sie gesprochen hatten, und würden auf mich herabschauen. Ich litt bereits Qualen, weil ich in meinen Pflichten und meinem Lebenseintritt auf Schwierigkeiten stieß und keinen Ausweg sah, aber ich wollte lieber heimlich allein weinen, als meine Negativität und Schwächen vor anderen zu offenbaren. Ich hatte panische Angst davor, dass meine Brüder und Schwestern meine wahre Größe und mein wahres Kaliber erkennen und mich nicht mehr bewundern würden. Ich war wirklich zu heuchlerisch und zu geschickt im Verstellen! Alle geschaffenen Menschen haben Makel und Schwächen. Aber ich konnte meine eigene Unvollkommenheit nicht akzeptieren und setzte eine Fassade auf, um alle meine Defizite und Schwächen zu verbergen. Ich trug ständig eine Maske der Verstellung und gab mir den Anschein, ewig stark und voller Glauben zu sein. Mein Ziel dabei war es, in den Herzen der anderen einen hohen Stellenwert zu haben und sie dazu zu bringen, mich zu bewundern und zu mir aufzuschauen. Den ganzen Tag zerbrach ich mir den Kopf über mein eigenes Ansehen und meinen eigenen Status und machte mir Sorgen um Gewinne und Verluste, aber ich war lustlos, was die Arbeit anging, die wirklich meine Hauptpflichten betraf. Ich konnte keine echte Arbeit leisten. Weil ich Angst hatte, mein Gesicht zu verlieren, wenn ich das Video nicht gut bearbeiten könnte, zögerte ich es hinaus und traute mich nicht, es zu bearbeiten. Das beeinträchtigte den Fortschritt der Videoarbeit. Als Verantwortliche war es meine Hauptaufgabe, die verschiedenen Probleme, die bei der Ausführung unserer Pflichten auftauchten, gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern zu lösen und den reibungslosen Ablauf der Videoarbeit sicherzustellen. Aber ich kam meiner eigenen Verantwortung nicht nach und verstellte mich ständig. Mir mangelte es zu sehr an Menschlichkeit! Ich dachte an diese Worte Gottes: „Können geschaffene Wesen Allmacht erlangen? Können sie zu Vollkommenheit und Makellosigkeit gelangen?(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Die fünf Bedingungen, die erfüllt werden müssen, um den rechten Weg des Gottesglaubens einzuschlagen). Menschen sind unbedeutend. Sie können einfach keine Allmacht erlangen. Aber mein Verhalten war, einfach gesagt, ein Versuch, mich zu einer allmächtigen, perfekten Person zu machen. Als verdorbener Mensch dachte ich den ganzen Tag darüber nach, wie ich allmächtig werden könnte. Meine Natur war einfach so niederträchtig!

Später las ich diese Worte Gottes: „Wenn du dir im Herzen klar darüber bist, welche Art von Mensch du bist, was dein Wesen ist, was deine Makel sind und welche Verderbtheit du offenbarst, solltest du offen darüber mit anderen Menschen Gemeinschaft halten, sodass sie sehen können, was dein wahrer Zustand ist, was deine Gedanken und Meinungen sind, sodass sie wissen, welche Erkenntnisse du über solche Dinge hast. Was immer du tust, verstelle dich nicht und setze keine Fassade auf, verbirg deine eigene Verderbtheit und deine Makel nicht vor anderen, damit keiner etwas davon weiß. Diese Art von falschem Verhalten ist ein Hindernis in deinem Herzen, und es ist auch eine verderbte Disposition und kann Menschen daran hindern, Buße zu tun und sich zu ändern. Du musst zu Gott beten und die falschen Dinge wie etwa das Lob, das andere dir aussprechen, der Ruhm, mit dem sie dich überschütten, und die Krone, die sie dir verleihen zur Reflexion und Analyse vorlegen. Du musst sehen, wie diese Dinge dir schaden. Dabei wirst du dein eigenes Maß erkennen, du wirst Selbsterkenntnis erlangen und wirst dich nicht länger als ein Übermensch oder irgendeine große Persönlichkeit ansehen. Wenn du erst einmal eine solche Selbstwahrnehmung hast, wird es dir leichtfallen, die Wahrheit anzunehmen, in deinem Herzen Gottes Worte anzunehmen und das, was Gott vom Menschen verlangt. Es wird dir leicht fallen die Rettung des Schöpfers für dich anzunehmen, standhaft ein gewöhnlicher Mensch zu sein, jemand, der ehrlich und verlässlich ist, und eine normale Beziehung zwischen dir – einem geschaffenen Wesen – und Gott – dem Schöpfer – herzustellen. Das ist genau das, was Gott von den Menschen verlangt, und es ist etwas, das für sie gänzlich erreichbar ist. … Alles, was ihr tun müsst, ist, die Methode zu praktizieren, die Ich euch dargelegt habe. Sei ein gewöhnlicher Mensch, verstelle dich nicht, bete zu Gott und lerne, dich auf schlichte Art und Weise zu öffnen und mit anderen von Herzen zu reden. Ein solches Praktizieren wird auf natürliche Weise Früchte tragen. Nach und nach wirst du lernen, ein normaler Mensch zu sein, das Leben wird für dich nicht mehr erschöpfend sein und du wirst keine Qualen mehr erleiden und keine Schmerzen mehr haben. Alle Menschen sind gewöhnliche Menschen. Abgesehen davon, dass sich ihre persönlichen Gaben unterscheiden und sie in ihrem Kaliber ein wenig variieren, gibt es zwischen ihnen keinen Unterschied. Ohne Gottes Errettung und Schutz, würden sie alle Böses tun und dafür bestraft werden. Wenn du eingestehen kannst, dass du ein gewöhnlicher Mensch bist, wenn du die Einbildungen und gehaltlosen Illusionen des Menschen hinter dir lassen kannst und danach streben kannst, ein ehrlicher Mensch zu sein und ehrliche Taten zu vollbringen, wenn du dich Gott gewissenhaft unterwerfen kannst, dann wirst du keine Probleme haben und voll und ganz das Abbild eines Menschen ausleben. So einfach ist das, also warum gibt es da keinen Weg?(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). „Du musst lernen zu sagen: ‚Das kann ich nicht‘, ‚Das übersteigt meine Fähigkeiten‘, ‚Ich kann das nicht durchschauen‘, ‚Ich habe damit keine Erfahrung‘, ‚Ich weiß überhaupt nichts‘, ‚Warum bin ich so schwach? Warum tauge ich zu nichts?‘, ‚Mein Kaliber ist so armselig‘, ‚Ich bin so taub und begriffsstutzig‘, ‚Ich bin so dumm, dass ich mehrere Tage brauchen werde, bevor ich diese Sache verstehen und sie erledigen kann‘ und ‚Ich muss das mit jemandem besprechen‘. Du musst lernen, auf diese Weise zu praktizieren. Das ist das äußere Anzeichen deines Eingeständnisses, dass du ein normaler Mensch bist, und deines Verlangens danach, ein normaler Mensch zu sein(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). Nachdem ich die Worte Gottes gelesen hatte, begann ich nachzudenken. Als mich die Leiter in der Vergangenheit lobten, lag das tatsächlich nur daran, dass ich mich in dieser Zeit recht aktiv mit dem Studium fachlicher Fähigkeiten beschäftigt hatte, und einige Videos produziert und einige Fortschritte gezeigt hatte. Das ist wie bei einem Erstklässler, der ein paar Tage im Unterricht gut aufgepasst hat und dann ein paar Mal von den Lehrern gelobt wird: Das bedeutet absolut nicht, dass er besser ist als seine Klassenkameraden. Es bedeutet auch nicht, dass er bereits das gesamte Wissen aus allen Büchern gelernt hat. Von den Leitern gelobt zu werden bedeutete nicht, dass ich eine Expertin für Videotechnik war und keine Probleme mehr haben würde. In Wirklichkeit war ich immer noch eine Anfängerin, die die Techniken nur halb verstand. Ich hatte immer noch viele Defizite und Unzulänglichkeiten. Es gab noch so viel zu lernen und zu begreifen. Ich sollte mich selbst richtig behandeln und meine wahre Größe und mein tatsächliches Niveau klar erkennen. Wenn ich wegen des Lobes einer anderen Person mein eigenes Maß vergäße, würde ich am Ende nur zu einer arroganten Person ohne jegliche Vernunft werden. Bisher hatte ich ständig das Gefühl, dass es, weil ich eine Verantwortliche war, für andere in Ordnung war, negativ zu sein, aber nicht für mich. Egal welche Probleme auftraten, ich musste standhaft bleiben und durfte mir meine Schwäche nicht anmerken lassen. Eigentlich behandelte ich mich damit wie einen Übermenschen; das war kein Ausdruck normaler Menschlichkeit. Obwohl ich eine Verantwortliche war, bedeutete das nicht, dass ich besser war als meine Brüder und Schwestern: Es war nur ein Unterschied in der Pflicht und den Verantwortungen. Ob beim Lebenseintritt oder bei fachlichen Fähigkeiten, jeder hat Unzulänglichkeiten und Defizite. Es war völlig normal, dass ich manche Probleme nicht durchschauen oder verstehen konnte. Das ist kein Grund, so ein Aufheben darum zu machen. Ich sollte eine ehrliche Haltung einnehmen, meine Unzulänglichkeiten zugeben und gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern nach Lernmaterialien suchen. Ich sollte unsere Vorgesetzten zu allem befragen, was wir nicht verstanden haben, damit wir die Probleme lösen können und sie die Arbeit der Kirche nicht behindern.

In einer Versammlung öffnete ich mein Herz vor meinen Brüdern und Schwestern. Ich legte meinen Zustand der Verstellung und des Fassadenaufbaus aus dieser Zeit offen und analysierte ihn im Detail. Ich sprach über meine Defizite und Unzulänglichkeiten, damit meine Brüder und Schwestern mein Kaliber und meine Größe klar sehen konnten. Gleichzeitig änderte ich meine Einstellung zu meiner Pflicht. Wenn ich bei der Produktion eines Videos keine Ideen hatte, hörte ich auf, eine Fassade aufrechtzuerhalten. Stattdessen suchte ich gemeinsam mit meinen Brüdern und Schwestern nach Lösungen. Meine Brüder und Schwestern sagten etwas, ich sagte etwas, und manche Schwierigkeiten lösten sich auf, ehe wir uns versahen. Als ich meine Maske der Verstellung abnahm, fühlte ich mich bei meinen Pflichten entspannt. Ich fühlte mich nicht mehr so bedrückt oder gequält. Einmal fragte mich eine Schwester, wie man ein neues Videoformat produziert. Weil mir die Grundsätze und Anforderungen für diese Art von Video nicht so klar waren, hatte ich keine Ahnung, wie man es produzieren sollte. Ich dachte bei mir: „Wenn ich sage, dass ich es nicht verstehe, wird meine Schwester dann nicht denken: ‚Wie kann sie eine Verantwortliche sein, wenn sie nicht einmal dieses Fachwissen hat?‘ Würde meine Schwester dann nicht auf mich herabschauen?“ In diesem Moment erinnerte ich mich an diese Worte Gottes: „Du musst lernen zu sagen: ‚Das kann ich nicht‘, ‚Das übersteigt meine Fähigkeiten‘, ‚Ich kann das nicht durchschauen‘, ‚Ich habe damit keine Erfahrung‘. … Du musst lernen, auf diese Weise zu praktizieren. Das ist das äußere Anzeichen deines Eingeständnisses, dass du ein normaler Mensch bist, und deines Verlangens danach, ein normaler Mensch zu sein(Das Wort, Bd. 3, Die Diskurse des Christus der letzten Tage: Gottes Worte zu schätzen, ist das Fundament des Gottesglaubens). Als ich an meine frühere, qualvolle Erfahrung dachte, in diesem Zustand der Verstellung zu leben, wollte ich nicht mehr so weitermachen. Ich musste meine falschen Absichten und meine falschen Einstellungen zur Pflichtausführung korrigieren und ein normaler Mensch sein. Daraufhin öffnete ich mich meiner Schwester und sagte: „Ich verstehe das auch nicht, und die Produktionsgrundsätze für diese Art von Video sind mir nicht so klar.“ Danach suchten wir nach den Grundsätzen und relevanten Lernmaterialien in diesem Bereich, um sie gemeinsam zu studieren, und mir wurde die Produktionsrichtung klarer. Ich fühlte mich in meinem Herzen entspannt und befreit. Nach einer Weile kam ein Brief von den Leitern. Darin stand, dass mehrere der von uns produzierten Videos Fortschritte zeigten, und sie baten uns, so weiterzumachen. Als ich diesen ermutigenden Brief der Leiter sah, war ich wirklich bewegt und fing unwillkürlich an zu weinen. Einerseits schämte ich mich, weil der Zustand der Verstellung und des Fassadenaufbaus, in dem ich zuvor gelebt hatte, die Videoarbeit verzögert hatte. Andererseits erlebte ich die Heiligkeit Gottes. Als ich in meiner verdorbenen Disposition lebte und mich lange Zeit nicht änderte, führte Gott mich nicht. Als ich mich Gott zuwandte und bereit war, nach Seinen Worten zu praktizieren, sah ich Gottes lächelndes Gesicht. Jetzt habe ich ein gewisses Verständnis meiner eigenen verdorbenen Disposition, und mein Zustand des Fassadenaufbaus und der Verstellung hat sich etwas geändert. Diese Ergebnisse wurden alle durch die Führung der Worte Gottes erzielt.

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