Wie man nach der Wahrheit strebt (4) Abschnitt Eins
Die erste Praxis, um nach der Wahrheit zu streben: Loslassen
Die Barrieren zwischen sich und Gott und die eigene Feindseligkeit Ihm gegenüber loszulassen
I. Die eigenen Auffassungen und Vorstellungen über Gott loslassen: Die eigenen Auffassungen und Vorstellungen über Gottes Werk loslassen
F. Gottes Werk verändert nicht die angeborenen Voraussetzungen der Menschen; es zielt darauf ab, ihre verdorbenen Dispositionen zu verändern
Bei unserer letzten Zusammenkunft haben wir die Gemeinschaft über das Thema „Wie man nach der Wahrheit strebt“ fortgesetzt. Was war der Hauptinhalt dieser Gemeinschaft? Wir haben über die Unterschiede zwischen den angeborenen Voraussetzungen eines Menschen und seinen verdorbenen Dispositionen Gemeinschaft gehalten und sind dabei auch gezielt auf diese beiden Aspekte eingegangen. Habt ihr durch diese Gemeinschaft ein gewisses Verständnis davon gewonnen, welches Werk Gott zu tun beabsichtigt und welche Aspekte der Menschen Er im Prozess ihrer Errettung verändern möchte? (Ja. Durch Gottes letzte Gemeinschaft habe ich verstanden, dass Gott mit Seinem Werk die verdorbenen Dispositionen der Menschen verändern will.) Bei der Errettung der Menschen beabsichtigt Gott sie von ihren verdorbenen Dispositionen zu befreien; Er will nicht ihre angeborenen Voraussetzungen verändern, richtig? (Richtig.) Gott drückt die Wahrheit aus, versorgt die Menschen mit der Wahrheit und wendet verschiedene Arbeitsmethoden an – all das zielt auf die verdorbenen Dispositionen des Menschen ab. Durch Sein Werk befähigt Gott die Menschen, jene von Satan verdorbenen Dispositionen abzulegen, auf die sie sich zum Überleben verlassen. Auf diese Weise werden Gottes Worte und die Wahrheit in die Menschen hineingewirkt und werden zu ihrem Leben. Das ist das endgültige Ergebnis, das Gottes Werk zu erreichen anstrebt. Was habt ihr aus der Gemeinschaft über diesen Aspekt begriffen? Welcher Inhalt hat bei euch den tiefsten Eindruck hinterlassen? Denkt kurz darüber nach. (Gottes letzte Gemeinschaft hat mir geholfen, eine abwegige und absurde Sichtweise zu korrigieren. Früher dachte ich, Gott würde das angeborene Kaliber, die Fähigkeiten und die Persönlichkeit eines Menschen verändern, aber durch Gottes Gemeinschaft habe ich verstanden, dass Gott kein übernatürliches Werk vollbringt. Gottes Werk besteht darin, die von Satan stammenden verdorbenen Dispositionen der Menschen sowie ihre verschiedenen abwegigen und absurden, von Satan stammenden Gedanken und Sichtweisen zu verändern. Indem sie Gottes Worte praktizieren, wird ihre normale Menschlichkeit wiederhergestellt, und ihr Gewissen und ihre Vernunft werden zunehmend normal. Gleichzeitig habe ich auch verstanden, wie wichtig es ist, nach der Wahrheit zu streben. Nur indem wir nach der Wahrheit streben und die Wahrheit praktizieren, können unsere verdorbenen Dispositionen beseitigt werden. Wenn Gottes Worte zu unserem Leben werden, erlangen wir Gottes Errettung. Diese beiden Aspekte von Gottes Gemeinschaft haben einen ziemlich tiefen Eindruck bei mir hinterlassen.) Der Inhalt der letzten Gemeinschaft berührte eine Wahrheit, die mit Visionen zusammenhängt; es ging um einige spezifische Aspekte von Gottes Werk, die Empfänger Seines Werkes und die Ergebnisse, die es zu erreichen anstrebt. Aus dem, was im gemeinschaftlichen Austausch besprochen wurde, ergaben sich einige konkrete Fragen. Darunter folgende: Welche Äußerungsformen im täglichen Leben sind angeborene Voraussetzungen, welche Äußerungsformen spiegeln den eigenen Charakter oder die eigene Menschlichkeitsessenz wider – also das, was wir gemeinhin als Äußerungsformen dafür bezeichnen, ob die Menschlichkeit eines Menschen gut oder schlecht ist – und welche Äußerungsformen sind Offenbarungen verdorbener Dispositionen. Das sind konkrete Fragen, nicht wahr? Obwohl wir bei unserer früheren Gemeinschaft über dieses Thema einige Beispiele angeführt haben, waren sie nicht sehr zielgerichtet oder spezifisch. Heute werden wir speziell über dieses Thema Gemeinschaft halten, um zwischen den von den Menschen offenbarten Äußerungsformen zu unterscheiden, die angeborenen Voraussetzungen sind, solchen, die zu ihrem Charakter gehören, und solchen, die in die Kategorie der verdorbenen Dispositionen fallen, wobei wir die spezifischen Äußerungsformen dieser drei Aspekte unterscheiden werden. Auf diese Weise wird klarer, wie die Menschen die vielzähligen Probleme ihres täglichen Lebens auf der Grundlage von Gottes Worten und der Wahrheit einordnen sollten. Das schließt ein, welche Offenbarungen eines Menschen angeborene Aspekte der normalen Menschlichkeit sind, die weder behandelt noch gezügelt werden müssen; welche Aspekte Offenbarungen von Problemen der Menschlichkeit sind und wie man sie ändern, korrigieren oder durch das Suchen nach der Wahrheit lösen sollte; und welche Äußerungsformen in die Kategorie der verdorbenen Dispositionen fallen und wie die Menschen durch das Annehmen und Praktizieren der Wahrheit das Wesen dieser Dispositionen verstehen und sie beseitigen und ablegen sollten. Diese haben alle spezifische Äußerungsformen, und natürlich gibt es dafür auch spezifische Wege der Praxis. Entsprechend den unterschiedlichen Äußerungsformen der Menschen werden wir über die Grundsätze und Wege der Praxis Gemeinschaft halten, damit die Menschen verstehen können, wie sie diese Probleme angehen und lösen können, und damit sie für verschiedene Probleme konkretere Haltungen und Wege der Praxis finden. Hört sich das nach einer guten Art und Weise an, Gemeinschaft zu halten? (Ja.)
4. Was angeborene Voraussetzungen sind
Wir haben bereits zweimal über die drei Themen angeborene Voraussetzungen, Menschlichkeit und verdorbene Dispositionen Gemeinschaft gehalten. Obwohl wir nicht gezielt erklärt haben, zu welchem dieser drei Themen die Äußerungsformen und Offenbarungen der Menschen gehören, haben wir doch beim gemeinschaftlichen Austausch über jedes Thema einige Beispiele angeführt. Auch in früheren Gemeinschaften haben wir, wenn wir diese drei Themen berührten, über ihr Wesen oder die Wege und Grundsätze der Praxis Gemeinschaft gehalten. Was die drei Themen angeht, die Ich gerade erwähnt habe, möchte Ich, dass ihr alle zuerst besprecht, was mit angeborenen Voraussetzungen gemeint ist. Ihr könnt grob darüber Gemeinschaft halten, um zunächst ein grundlegendes Konzept zu entwickeln. (Gott, beziehen sich angeborene Voraussetzungen auf das Kaliber, die Fähigkeiten, die angeborene Persönlichkeit und die Instinkte eines Menschen?) Über diesen Inhalt haben wir schon einmal Gemeinschaft gehalten, daher sollte er euch vertraut sein. Gibt es noch mehr? Zählen Stärken und das Erscheinungsbild zu den angeborenen Voraussetzungen? (Ja.) Wie sieht es mit dem familiären Hintergrund aus? (Ja, der auch.) Und Lebensgewohnheiten und Lebensroutinen, richtig? Sonst noch etwas? (Auch Interessen und Hobbys.) Zwischen Interessen und Hobbys und Stärken gibt es einen kleinen Unterschied. Interessen und Hobbys hinzuzufügen, bringt mehr Details ins Spiel. Lasst sie uns der Reihe nach aufzählen: Erstens, der familiäre Hintergrund. Zweitens, das Erscheinungsbild. Drittens, die Persönlichkeit. Viertens, die Instinkte. Fünftens, das Kaliber. Sechstens, die Stärken. Siebtens, die Interessen und Hobbys. Achtens, die Fähigkeiten. Und dann die Lebensgewohnheiten und Lebensroutinen. Diese beiden letzten sind ähnlich, weisen aber einige spezifische Unterschiede auf. Insgesamt sind das zehn. Lest sie bitte vor. (Erstens: familiärer Hintergrund. Zweitens: Erscheinungsbild. Drittens: Persönlichkeit. Viertens: Instinkte. Fünftens: Kaliber. Sechstens: Stärken. Siebtens: Interessen und Hobbys. Achtens: Fähigkeiten. Neuntens: Lebensgewohnheiten. Zehntens: Lebensroutinen.) All dies sind angeborene Voraussetzungen des Menschen. Sollten wir nicht auch im Detail über die angeborenen Voraussetzungen Gemeinschaft halten? Könnt ihr ohne Gemeinschaft selbst die richtigen Unterscheidungen treffen? (Nein.) In welchen Situationen könnt ihr nicht unterscheiden? (Manchmal, wenn wir bei jemandem bestimmte Äußerungsformen sehen, können wir nicht unterscheiden, ob sie seine Persönlichkeit oder seine Instinkte widerspiegeln oder ob es sich um Offenbarungen verdorbener Dispositionen handelt.) (Auch bei Lebensgewohnheiten und Lebensroutinen – früher dachte ich, diese würden durch erworbene Lebensumstände und den Hintergrund geprägt; mir war nicht klar, dass es angeborene Voraussetzungen sein könnten.) Siehst du, wenn man ein großes Thema in detaillierte und spezifische Inhalte aufschlüsselt, scheint es oberflächlich betrachtet so, als würdest du diese Einzelheiten kennen. Aber im wirklichen Leben bringst du sie ein wenig durcheinander und weißt immer noch nicht genau, wie du sie unterscheiden sollst, richtig? (Richtig.) Über dieses Thema müssen wir noch detaillierter Gemeinschaft halten.
5. Der Unterschied und die Beziehung zwischen angeborenen Voraussetzungen, Menschlichkeit und verdorbenen Dispositionen
Bezüglich der drei soeben erwähnten Aspekte – angeborene Voraussetzungen, Menschlichkeit und verdorbene Dispositionen – wollen wir einige spezifische Inhalte zu den angeborenen Voraussetzungen auflisten und uns nacheinander im Detail gemeinschaftlich darüber austauschen. Für die Menschlichkeit und die verdorbenen Dispositionen werden wir diese nicht auflisten. Während wir über die spezifischen Inhalte und Äußerungsformen der angeborenen Voraussetzungen Gemeinschaft halten, werden wir auch einige Äußerungsformen der Menschlichkeit und die Offenbarungen von verdorbenen Dispositionen ansprechen. Wenn wir darüber Gemeinschaft halten, könnt ihr unterscheiden und differenzieren, ob sie zu den angeborenen Voraussetzungen gehören, die nicht verändert werden müssen, oder ob es sich um Probleme des Charakters der Menschen oder der verdorbenen Dispositionen handelt, die durch das Suchen nach der Wahrheit gelöst werden müssen. Indem wir anhand konkreter Beispiele und Probleme gezielt Gemeinschaft halten, werden die Unterscheidungen klarer, nicht wahr? (Ja.)
Beispiel 1: Arm aufwachsen und reich aufwachsen
Manche Menschen stammen aus armen Familien und sind wirtschaftlich benachteiligt. Sie leben in einfachen Verhältnissen, sind immer knapp bei Kasse und müssen jede Ausgabe genau kalkulieren und planen. Ihre Herangehensweise beim Geldausgeben ist darauf bedacht, jeden Pfennig zweimal umzudrehen. Sie wurden in solche Familien und unter solchen Voraussetzungen geboren. Zu welchem der drei Aspekte, über die wir Gemeinschaft gehalten haben, gehört das? Ist es eine angeborene Voraussetzung, ist es Menschlichkeit oder ist es eine verdorbene Disposition? Das ist ein Aspekt ihres familiären Hintergrundes, was eine angeborene Voraussetzung ist, richtig? (Ja.) Ist dieser familiäre Hintergrund gut oder schlecht? (Aus menschlicher Sicht ist er schlecht.) Sie haben es schwer, über die Runden zu kommen, ihre Familien sind arm, ihre wirtschaftlichen Verhältnisse sind nicht wohlhabend oder gut situiert – das sind Probleme, die mit ihrem familiären Hintergrund zusammenhängen. Obwohl diese Art von Mensch in eine arme Familie hineingeboren wurde, nie Delikatessen und Spezialitäten gegessen, nie Markenkleidung getragen und nie verschiedene Luxusgüter genossen hat und nie mit etwas Hochwertigem oder mit wohlhabenden oder berühmten Personen in Kontakt gekommen ist, besitzt sie Gewissen und Vernunft. Im Umgang mit anderen nutzt sie diese nie aus. Wenn sie jemanden sieht, der sich an schönen Dingen erfreut, oder jemanden, der wohlhabend ist, empfindet sie zwar Neid, denkt aber nie daran, zu stehlen oder fremdes Eigentum an sich zu reißen. Auf welchen Aspekt bezieht sich die Offenbarung eines solchen Menschen? (Seinen Charakter, seine Menschlichkeit.) Sie bezieht sich auf seine Menschlichkeit. Ist die Äußerungsform seiner Menschlichkeit in diesem Aspekt gut oder schlecht? (Seine Menschlichkeit ist gut und aufrichtig.) Man kann sie noch nicht als aufrichtig bezeichnen; es bedeutet nur, dass er keine kleinen Vorteile ausnutzt und den Reichen nicht schmeichelt. Er ist in der Lage, solche Angelegenheiten korrekt zu handhaben. Wie steht es um die Menschlichkeit eines solchen Menschen? (Seine Menschlichkeit ist relativ gut.) Das ist eine objektive Aussage; seine Menschlichkeit ist relativ gut, was bedeutet, dass er in Bezug auf seinen Charakter relativ viel Integrität und Würde besitzt. Obwohl sein familiärer Hintergrund arm und nicht vornehm ist, verachtet er weder die Armen oder bevorzugt die Reichen, noch nutzt er andere aus. Es gibt eine andere Art von Mensch: Menschen dieser Art wurden in eine wohlhabende Familie geboren oder, wie Nichtgläubige sagen würden, „mit einem goldenen Löffel im Mund“. Sie mussten sich nie um Essen oder Kleidung sorgen, und alles ist für sie leicht verfügbar; was auch immer sie essen möchten, ist zur Hand. Ihre familiären Verhältnisse sind besonders gut, und ihre Eltern behandeln sie sehr gut. Auf welchen Aspekt bezieht sich das? (Es bezieht sich auch auf ihren familiären Hintergrund.) Der eigene familiäre Hintergrund ist eine angeborene Voraussetzung. Obwohl ein solcher Mensch einen besonders guten familiären Hintergrund hat, mit guten wirtschaftlichen Verhältnissen und ohne Sorgen um Essen oder Kleidung, und gute Dinge gesehen und die Welt erlebt hat, empfindet er Eifersucht, wenn er im Umgang mit anderen jemanden sieht, der besser und fähiger ist als er selbst oder der in einem Bereich besonders hervorsticht oder der unter den Menschen Ansehen genießt, und zerbricht sich den Kopf darüber, wie er denjenigen herabsetzen kann. Auf welchen Aspekt beziehen sich diese Äußerungsformen? (Ich denke, sie beziehen sich sowohl auf verdorbene Dispositionen als auch auf die Menschlichkeit.) Das ist richtig. Diese Äußerungsformen beziehen sich sowohl auf seine Menschlichkeit als auch auf seine verdorbenen Dispositionen. Wenn ein solcher Mensch jemanden sieht, der besser ist als er selbst, empfindet er Eifersucht und Hass und will diese Person unterdrücken, quälen und ausschließen; er will sie übertreffen. Wenn er nur diese Gedanken hat, aber nicht danach handelt, ist er ein Mensch mit schlechter Menschlichkeit – ist seine Menschlichkeit böse? (Ja.) Wenn er sich auf der Grundlage dieser bösen Menschlichkeit widerspenstig fühlt, wenn er jemanden sieht, der besser ist als er selbst, hinter dessen Rücken über ihn urteilt und sogar zu zwielichtigen Manövern greift, um ihn zu unterdrücken, dann sind das spezifische Äußerungsformen einer verdorbenen Disposition. Was ist das Wesen dieser verdorbenen Disposition? Es ist Bösartigkeit. Diese Äußerungsformen gehören sowohl zur Menschlichkeit als auch zu einer verdorbenen Disposition. Obwohl die familiären Verhältnisse eines solchen Menschen gut sind und er gut isst und sich gut kleidet und du von ihm erwarten könntest, dass er Einsicht und Toleranz gegenüber anderen besitzt, will er im Umgang mit Menschen immer Vorteile aus ihnen ziehen und ist immer übermäßig berechnend. Wenn er mit anderen ausgeht, streitet er sich darüber, wer mehr Geld ausgegeben und wer die Reisekosten bezahlt hat, und ist nicht bereit, auch nur einen Cent mehr auszugeben. Wenn er mit anderen zusammenarbeitet, rechnet er immer nach, wer mehr und wer weniger getan hat, und er denkt immer darüber nach, wie er sich vor der Arbeit drücken kann. Welchen Aspekt betrifft das? (Es betrifft seine Menschlichkeit.) Welchen Aspekt der Menschlichkeit? (Selbstsucht und Niedertracht.) Selbstsucht und Niedertracht, die Vorliebe, andere auszunutzen, ein Mangel an Integrität und Würde – diese Dinge betreffen seinen Charakter. Im Umgang mit Menschen ist er berechnend und liebt es, andere auszunutzen, selbst wenn der zu gewinnende Vorteil nur einen Cent beträgt. Er sucht nach jeder Gelegenheit, sich einen Vorteil zu verschaffen. Unabhängig davon, ob es sich um eine öffentliche oder private Quelle handelt oder ob es sich um junge oder alte Menschen handelt, er nutzt jeden aus. Egal, um wen es sich handelt, er hält sich nicht zurück und nutzt die Gelegenheit, wann immer sie sich bietet. Er ist in seinem Umgang mit anderen besonders kleinlich und berechnend. Zum Beispiel hast du ihn das letzte Mal um einen Gefallen gebeten, und nun meint er, du stündest in seiner Schuld. Er wird alles daransetzen, dich dazu zu bringen, den Gefallen zu erwidern, und es muss ein noch größerer Gefallen sein als der, den er dir getan hat; nur dann hat er das Gefühl, dass es ein faires Geschäft ist. Ist das nicht übermäßig berechnend? (Ja.) Das ist übermäßig berechnend, besonders kleinlich gegenüber anderen und sehr intrigant. Obwohl es ihm in Bezug auf Essen und Kleidung an nichts mangelt und er in allen Aspekten ein besseres Leben genießt als andere, will er, wann immer er jemanden mit etwas sieht, das er noch nie zuvor gesehen hat, es sofort einmal ausprobieren und für eine Weile benutzen. Er hat das Bedürfnis, alles zu besitzen, was andere haben. Wenn er es nicht besitzt, fühlt er sich in seinem Herzen unwohl und unausgeglichen, so sehr, dass er seinen Appetit verliert und nicht schlafen kann; erst wenn er es selbst besitzt, fühlt er sich zufrieden. Was für ein Problem ist das? (Das ist immer noch ein Problem mit der Menschlichkeit.) Diese spezifischen Äußerungsformen sind Probleme mit seiner Menschlichkeit, nicht mit seinen angeborenen Voraussetzungen. Angeborene Voraussetzungen beziehen sich nur auf den familiären Hintergrund und die familiären Umstände, die er genießen kann, während seine Art, sich zu verhalten und mit Dingen umzugehen, seine Menschlichkeit betrifft. Seine Offenbarungen und Äußerungsformen, wie z. B. seine Haltungen, Methoden und Beweggründe für sein Verhalten und seinen Umgang mit Dingen, betreffen seinen Charakter; sie erreichen noch nicht den Grad verdorbener Dispositionen. Er ist selbstsüchtig, kleinlich, übermäßig berechnend, intrigant und liebt es, andere auszunutzen – sind das Äußerungsformen einer guten oder schlechten Menschlichkeit? (Das sind Äußerungsformen einer schlechten Menschlichkeit.) All dies sind Äußerungsformen eines niedrigen Charakters und einer schlechten Menschlichkeit. Sind diese Äußerungsformen einer schlechten Menschlichkeit für andere sichtbar und wahrnehmbar? (Ja.)
Beispiel 2: Gutes Aussehen und hohe akademische Qualifikationen
Manche Menschen haben markante Gesichtszüge und wurden mit großen, strahlenden und intelligenten Augen geboren, die lebhaft und ausdrucksstark wirken. Seit ihrer Kindheit sind sie ziemlich beliebt. Welchem Aspekt ist das zuzuordnen? (Das gehört zu ihrem Erscheinungsbild.) Das Erscheinungsbild gehört zu den angeborenen Voraussetzungen, richtig? (Ja.) Große Augen und markante Gesichtszüge zu haben, von Natur aus den Vorteil guten Aussehens zu besitzen – ist das ein Aspekt von verdorbenen Dispositionen? (Nein.) Hat es etwas mit Problemen mit der Menschlichkeit zu tun? (Nein, das hat es nicht.) Es hat weder mit der Menschlichkeit noch mit verdorbenen Dispositionen zu tun, also muss nichts verändert werden. Angeborene Voraussetzungen sind angeboren; sie wurden mit diesem Erscheinungsbild geboren und haben keine künstliche Verbesserung oder Veränderung erfahren. So sind sie einfach. Obwohl sie von Natur aus gut aussehen, sind sie im Umgang mit komplexen Problemen des täglichen Lebens immer durcheinander und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Ihnen fehlt auch das Urteilsvermögen in Bezug auf Menschen, Ereignisse und Dinge. Sie wissen nicht, mit wem sie verkehren können und wen sie meiden sollten. Sie wissen nicht, wer böse ist und welche Bekanntschaften ihnen Ärger bereiten könnten. Mit Anfang zwanzig wissen sie diese Dinge nicht, und selbst mit dreißig oder vierzig wissen sie es immer noch nicht, obwohl sie einige Lebenserfahrung haben. Obwohl sie große, ausdrucksstarke Augen haben, ist ihr Verstand ziemlich wirr. Was für ein Problem ist das? (Ist das ein Problem mit ihrem angeborenen Kaliber?) Ihr angeborenes Kaliber ist nicht sehr gut. Sie können nie die Grundsätze finden, wenn sie mit anderen interagieren und Dinge erledigen, und sie können verschiedene Arten von Menschen nicht durchschauen. Sie werden oft von anderen betrogen, hereingelegt und ausgenutzt. Wie steht es um das Kaliber eines solchen Menschen? (Sein Kaliber ist relativ schlecht.) Sein Kaliber ist nicht gut. Ausdrucksstarke Augen zu haben bedeutet nicht unbedingt, einen weisen Verstand zu haben. Obwohl solche Menschen im Hinblick auf ihre angeborene Voraussetzung gut aussehen, ist ihr Kaliber nicht herausragend. Es gibt jedoch eine Sache: Während ihrer Schulzeit waren sie hervorragend darin, sich Wissen aus Lehrbüchern anzueignen; sie konnten sich Literatur schnell merken, und verstanden Mathematik, Physik und Chemie oder eine neue Sprache im Nu. Sie schafften problemlos den Sprung an die Universität, absolvierten einen Master-Abschluss und erlangten einen Doktortitel. Wozu sollte das gehören? Kann man es ihrem guten Kaliber zuschreiben? (Nein.) Wozu gehört es also? (Es gehört zu ihren Stärken, die sich aus ihren angeborenen Voraussetzungen ergeben.) Das ist zutreffend. Ein solcher Mensch ist besonders gut im Lernen, im Aneignen von Wissen und in akademischen Fächern. Er erfasst schnell Lehrbuchwissen und theoretische, auf Vorschriften basierende Dinge, wie Aspekte im Zusammenhang mit beruflichen Fähigkeiten und Technologie oder Formeln und Vorschriften für Mathematik, Physik und Chemie, und merkt sie sich hervorragend. Ein solcher Mensch zeichnet sich durch schnelles Lernen dieser Dinge aus und hat ein besonderes Talent dafür. Er versteht diese Dinge auf Anhieb, und besonders in Prüfungen und beim Beantworten von Fragen glänzt er; Fragen beantwortet er mühelos – hier kann er seine Stärken am besten zur Geltung bringen. Man könnte sagen, dass ein solcher Mensch sich im Meer des Wissens wohlfühlt. Repräsentieren diese Äußerungsformen sein Kaliber? (Nein.) Sie repräsentieren nur seine besondere Stärke. Ein solcher Mensch zeigt auf dem Gebiet des Wissens besonders herausragende Leistungen und lässt andere deutlich erkennen, dass seine Stärke auf diesem Gebiet deutlich hervorsticht. Weil er diese Stärke hat und weil er bestimmte Erfolge erzielt hat – einen Master- und einen Doktortitel sowie ein hohes Bildungsniveau – sieht er sich unter anderen Menschen als gebildete Person, als Gelehrter und als hochgebildeter Intellektueller. Je mehr Bücher er liest, desto mehr hat er das Gefühl, eine renommierte Persönlichkeit, ein überlegener Mensch zu sein, und dass alle anderen gewöhnlich sind, ohne Wissen, unfähig, seinen Verstand zu verstehen oder ihn zu durchschauen, und nicht auf demselben Niveau wie er. Infolgedessen fühlt er sich anderen oft überlegen und hält sich für außergewöhnlich und außerordentlich. Was für eine Äußerungsform ist das? (Eine verdorbene Disposition.) Welcher Aspekt verdorbener Dispositionen? (Arroganz.) Seine arrogante, verdorbene Disposition führt dazu, dass er nach Erlangung eines hohen Bildungsniveaus noch mehr auf die Massen und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten herabblickt. Aufgrund seines hohen Abschlusses und seines Diploms will er, nachdem er an Gott zu glauben begonnen hat, in der Kirche immer das letzte Wort haben und strebt danach, ein Leiter zu sein. Bei jeder Wahl hofft er, gewählt zu werden. Wenn er nicht gewählt wird, wird er negativ und gibt sich selbst als hoffnungslos auf. Was auch immer die Leiter und Mitarbeiter sagen, er will nicht darauf hören und will sich widersetzen. Egal, welche Pflicht ihm zugewiesen wird, er empfindet Abneigung gegen diese Zuweisung und fällt hinter vorgehaltener Hand Urteile. In seinem Herzen denkt er: „Du hast nicht viel Wissen. Deinen Worten fehlt es an Logik. Im Grunde meines Herzens verachte ich dich als Kirchenleiter. Ich weigere mich, mich dir zu fügen! Denk nicht, du wärst besser als ich. Lass uns vergleichen – mal sehen, wer das Zeug dazu hat. Mal sehen, wer mehr von Gottes Worten rezitieren kann und wer ein größeres Verständnis vermitteln kann. Wenn dein gemeinschaftlicher Austausch nicht so gut ist wie meiner, werde ich mich dir nicht fügen! Auch wenn du zum Leiter gewählt wurdest, muss ich nicht auf alles hören, was du von mir verlangst, oder es umsetzen oder befolgen!“ Was für eine Äußerungsform ist das? (Eine verdorbene Disposition.) Das ist eine spezifische Offenbarung einer verdorbenen Disposition. Betrifft dies die Menschlichkeit? Weil ein solcher Mensch eine natürliche Stärke hat und auf dieser Grundlage ausgiebig studiert, viel Wissen erwirbt und sozialen Status erlangt, fühlt er sich anderen überlegen, einzigartig und will von einer Position über allen anderen sprechen und beherrschend auftreten; unter den Menschen will er immer derjenige sein, der führt, damit die anderen auf ihn hören – hat ein solcher Mensch ein Problem mit seinem Gewissen und seiner Vernunft? (Ja, das hat er.) Was für ein Problem ist das? Seine Stärke machte es ihm sehr leicht, durch Studieren ein hohes Bildungsniveau zu erreichen. Ist diese Stärke an sich ein Problem? Ist die Stärke an sich ein Aspekt verdorbener Dispositionen? Ist sie eine Äußerungsform einer schlechten Menschlichkeit? (Nein.) Doch weil er diese Stärke hat, erwarb er viel Wissen und erreichte ein hohes Bildungsniveau, was der gesellschaftlichen Bewertung und Definition von Status entspricht. Das führte ihn zu der Annahme, dass er in der Kirche das letzte Wort haben sollte, in jeder Gruppe von Menschen zur Elite gehören und über allen anderen stehen sollte. Hat eine solche Menschlichkeit irgendeine Vernunft? Ist eine solche Menschlichkeit gut? (Seine Menschlichkeit ist nicht gut.) Inwiefern ist seine Menschlichkeit nicht gut? (Ihm fehlt es an Vernunft und Gewissen; er will immer über anderen stehen.) Immer über anderen stehen zu wollen, ist einerseits auf eine verdorbene Disposition zurückzuführen. Ist dies andererseits aus der Perspektive der Menschlichkeit betrachtet nicht auch etwas schamlos? (Ja.) Das Haus Gottes ist nicht die Gesellschaft. Vergleicht das Haus Gottes bei der Wahl von Leitern akademische Qualifikationen? (Nein.) Worauf stützt sich das Haus Gottes bei der Wahl von Leitern? Es stützt sich auf die Wahrheitsgrundsätze, nicht wahr? (Ja.) Im Haus Gottes basiert die Wahl von Leitern auf den Wahrheitsgrundsätzen, nicht darauf, wer höhere akademische Qualifikationen hat. Kennt dieser Mensch die Grundsätze für die Wahl von Leitern? Ja, aber er behandelt diese Grundsätze als bloße bürokratische Phrasen und als reine Theorien und weiß nicht, wie er sie im täglichen Leben praktizieren oder anwenden sollte. Er verbreitet ständig die Vorstellung, dass nur diejenigen mit hohen akademischen Qualifikationen ein gutes Kaliber haben, die Wahrheit verstehen und andere führen können. Weil er hohe akademische Qualifikationen, etwas Wissen und sozialen Status hat und denkt, dass das Haus Gottes genauso funktioniert wie die Gesellschaft, benutzt er sein Wissen und seine hohen akademischen Qualifikationen als Kapital, um im Haus Gottes das letzte Wort zu haben. Er will die Grundsätze für die Wahl von Leitern im Haus Gottes durch seine eigenen Arten, Menschen zu sehen und mit Dingen umzugehen, und seine eigenen Herangehensweisen, Perspektiven und Ansichten zu sozialem Ansehen und Status ersetzen. Ist das nicht unvernünftig? (Ja.) Wie kann man einen Mangel an Vernunft noch beschreiben? (Als schamlos.) Einfach ausgedrückt ist es Schamlosigkeit; anders gesagt, ein solcher Mensch hat eine sehr schlechte Rationalität. Siehst du, obwohl er eine sogenannte höhere Bildung genossen und viele Bücher gelesen hat, hat ihm keines dieser Bücher oder irgendein Lehrer oder Erzieher jemals beigebracht, vernünftig zu handeln. Nachdem er viele Dinge aus Büchern gelernt hat, hat er stattdessen das Gefühl, Kapital gewonnen zu haben und gewöhnlichen Menschen überlegen zu sein. Obwohl seine Stärke keine negative Sache und eine angeborene Voraussetzung ist, kann diese Stärke leicht zu einer bestimmten Konsequenz führen – sie bewirkt, dass er arrogant und eingebildet wird, seine Vernunft verliert und dreist und schamlos wird. Obwohl er viele Bücher gelesen und sich umfangreiches Wissen angeeignet hat, versteht er die Bedeutung des Wortes „Scham“ nicht. Daher benutzt er, nachdem er einige akademische Qualifikationen erworben hat, diese als Kapital, um überall anzugeben, und er will sie benutzen, um im Haus Gottes Status zu erlangen und das letzte Wort zu haben. Er denkt: „Ich habe hohe akademische Qualifikationen und lerne schnell, was bedeutet, dass ich ein gutes Kaliber habe. Außerdem bin ich sehr gebildet, habe viel von der Welt gesehen und bin schlagfertig, also bin ich qualifiziert, andere zu führen.“ Die unausgesprochene Folgerung ist, dass sein Wissen und seine Stärken die Wahrheit sind. All dies sind Äußerungsformen eines Mangels an Vernunft. Hat ein solcher Mensch, dem es an Vernunft mangelt, Integrität? Hat er Würde? (Nein.) Mangel an Integrität und Würde – ist das eine Äußerungsform einer guten Menschlichkeit oder einer verachtenswerten, gemeinen Menschlichkeit? (Es ist eine Äußerungsform einer verachtenswerten Menschlichkeit.) Solche Menschen besitzen keine gute Menschlichkeit. Was sie am meisten schätzen, sind ihre akademischen Qualifikationen, ihr sozialer Status, ihr persönlicher Wert und ihr Ansehen. Mit diesen Dingen als Kapital sind sie extrem arrogant und eingebildet und wollen das letzte Wort haben. Das ist eine Äußerungsform einer verachtenswerten Menschlichkeit. Dieses Problem umfasst zwei Aspekte: Der eine betrifft ihre Menschlichkeit und der andere ihre verdorbene Disposition. Ihre Sichtweise auf Probleme und ihre Haltung und Ansichten im Umgang mit Problemen hängen mit ihrer Menschlichkeit zusammen. Diese Art von Menschlichkeit führt dazu, dass sie spezifische Handlungen, Äußerungsformen und Offenbarungen entwickeln, die Ausdruck einer verdorbenen Disposition sind.
Dank sei Gott, dass Er dich hierher geführt hat. Heute Abend um 20:00 Uhr findet unsere kostenlose Online-Predigt statt. Das Thema lautet: Wie man die Wiederkunft des Herrn willkommen heißt und sich von einem Leben voller Schmerz befreit. Möchtest du die Worte Gottes hören und Segen empfangen?