Wie man nach der Wahrheit strebt (24) Abschnitt Zwei

Das Hauptthema, über das wir Gemeinschaft halten werden, betrifft folgende Aspekte des Lebens und der Existenz des menschgewordenen Gottes: Seine Grundsätze der Lebensführung und die Art und Weise, wie Er Dinge tut. Durch Meinen gemeinschaftlichen Austausch über diese beiden Aspekte werdet ihr sowohl die Normalität und Praktikabilität des menschgewordenen Gottes besser verstehen als auch mehr vom menschgewordenen Gott verstehen. In einer Hinsicht hat der menschgewordene Gott, während Er unter der Menschheit lebt, einen Grundsatz für Seine Lebensführung und auch einen Grundsatz dafür, wie Er Dinge tut. Diese Grundsätze sind sehr einfach. Mein Grundsatz für Meine Lebensführung lautet, Mein Leben regelkonform zu führen, und Mein Grundsatz für das Erledigen von Dingen lautet, sie pflichtbewusst zu erledigen. Mein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen – das sind Meine Grundsätze und Credos für Meine Lebensführung und für Meine Vorgehensweise. Wie viele Wörter sind das insgesamt? (Zehn Wörter.) Diese zehn Wörter sind sehr einfach, und ihre wörtliche Bedeutung ist ganz leicht zu verstehen. Sie sind überhaupt nicht abstrakt oder gehaltlos, überhaupt nicht tiefgründig und überhaupt nicht erhaben und grandios. Mein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen – das sind Meine Grundsätze und Credos für Meine Lebensführung und für Meine Vorgehensweise. Ich halte Mich bei Meiner Lebensführung an diese Grundsätze, und Ich halte Mich an sie, wenn Ich Dinge erledige; genau so mache Ich es. Könnt ihr erkennen, dass es sich hierbei um eine Tatsache handelt? Könnt ihr das mit den Tatsachen abgleichen? Wenn Ich predige und Gemeinschaft halte, mit den Menschen in Kontakt komme und mit ihnen interagiere und plaudere, sage Ich ihnen zum einen immer, dass sie ihr Leben auf diese Weise führen sollen. Zum anderen führe Ich Mein Leben auch Selbst so – Ich skandiere hier keine Parolen. Warum erzähle Ich den Menschen dann von diesen Grundsätzen? Weil Ich Selbst auf diese Weise Dinge erledige und Mein Leben so führe; mehr Tiefgründiges ist da nicht dabei. Manche Leute sagen: „Diese Credos von Dir für Deine Lebensführung sind ziemlich hausbacken; sie sind überhaupt nicht kultiviert. Sie können die Identität des menschgewordenen Gottes nicht repräsentieren!“ Ist das korrekt? (Nein.) Mein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen – das sind Grundsätze und Credos. Ich praktiziere sie sowohl in Meinem täglichen Leben als auch bei der Ausübung Meines Amtes, also wenn Ich wirke. Auf diese Art führe Ich Mein Leben, und auf diese Art erledige Ich Dinge. Lasst uns darüber einfach so sprechen, als würden wir plaudern und uns ungezwungen unterhalten, damit ihr euch ein wenig entspannen und von Mir ein wenig mehr über Mein Leben erfahren könnt. Ist das in Ordnung? (Ja.) Wenn einige von euch im Laufe unseres Gesprächs sagen: „Da widerspreche ich Dir! Was Du sagst, stimmt nicht mit Deinen Äußerungsformen überein“, dann werde Ich versuchen, es anders zu formulieren, und werde es korrigieren oder künftig berichtigen. Wenn einige von euch die Hand heben und sagen: „Da stimme ich zu! Was Du sagst, stimmt vollkommen mit dem überein, was wir Dich in Deinem Leben haben offenbaren sehen und hören; was Du sagst, ist eine Tatsache“, dann werde Ich so weitermachen. Ist das in Ordnung? (Ja.)

Mein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen – an diesen Credos halte Ich fest, ob im Leben oder bei Meinem Wirken. Ihr habt sie bei dem Werk, das Ich verrichte, wahrscheinlich schon recht gut wahrnehmen können; sprechen wir also zuerst darüber, wie sie in Meinem Leben zum Tragen kommen. Der menschgewordene Gott ist ein Mensch, der innerhalb der Menschheit eine besondere Identität besitzt, aber wenn Er Dinge erledigt, verhält Er Sich dabei überhaupt nicht so, als wäre Er etwas Besonderes. Er betrachtet Sich Selbst nie als eine besondere Persönlichkeit; Er ist einfach ein gewöhnlicher Mensch. Egal, in welchem Land Er Sich befindet, hält Er Sich an die Gesetze und Vorschriften dieses Landes. Wenn Er etwas erledigen muss, Sich damit aber nicht auskennt, erkundigt Er Sich umgehend und findet heraus, was die örtlichen Gesetze und Richtlinien vorschreiben, was gesetzeswidrig ist und was nicht, und geht dann auf eine angemessene Weise vor, ohne Sich dabei irgendwelche Privilegien einzuräumen. Ist es regelkonform und pflichtbewusst, Dinge auf diese Weise zu erledigen? (Ja.) Das bedeutet es, Sein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen. Wenn Er in einem freien und demokratischen Land etwas erledigen muss und dafür die einschlägigen Gesetze kennen muss, konsultiert Er einen Anwalt oder schlägt die Gesetze und Vorschriften nach. Er tut nichts Illegales und macht Sich auch keine Gesetzeslücken zunutze; Er hält Sich streng an die Gesetze und Vorschriften, weil die Gesetze und Vorschriften der meisten Länder die legitimen Rechte und Interessen des Einzelnen schützen und die Menschen sich an sie halten sollten. Wenn wir zum Beispiel draußen im Hof etwas bauen und dort etwas aufstellen müssen, müssen wir zuerst klären, welche Vorschriften die Regierung dafür festgelegt hat, ob es im Hof aufgestellt werden darf und, wenn ja, wo es angemessen wäre, es aufzustellen. Wenn die Einzelheiten geklärt sind, richten wir uns bei unserem Vorgehen nach den Vorschriften der Regierung. Wenn die Regierung es nicht erlaubt, dann tun wir es nicht. Wir versuchen nicht, deswegen grundlos Ärger zu machen, und wir werden erst recht nicht wissentlich gegen das Gesetz verstoßen, um es trotzdem zu tun. Wenn wir zum Beispiel irgendein Bauwerk errichten wollen, müssen wir dafür eine behördliche Genehmigung beantragen. Sobald die Regierung es genehmigt hat, kann mit dem Bau begonnen werden. Wenn das Bauvorhaben abgeschlossen ist, muss es noch behördlich geprüft werden. Besteht es diese Prüfung, können wir es ohne Sorge nutzen. So läuft der Prozess bei Bauvorhaben ab. Manche Leute sagen nun vielleicht: „Schreibt die Regierung bei einem so kleinen Bauvorhaben vor, dass wir eine Genehmigung einholen müssen? Wenn es freigestellt ist, müssen wir den Prozess nicht durchlaufen. Dann können wir uns die Mühe sparen.“ Ich sage: „Wir müssen das unbedingt genau klären. Was, wenn tatsächlich eine behördliche Genehmigung erforderlich ist und wir sie nicht einholen – würden wir damit nicht gegen die Vorschriften verstoßen? Das dürfen wir nicht. Da wir dieses Bauwerk errichten wollen, sollten wir versuchen, die Genehmigung einzuholen. Wenn die Regierung sagt, dass keine Genehmigung nötig ist, können wir ruhigen Gewissens darauf verzichten, sie zu beantragen. Wenn die Regierung sagt, dass eine Genehmigung erforderlich ist, ist es vernünftig und gesetzeskonform, sie zu beantragen.“ Bei allem, was Gesetze oder Regierungsvorschriften betrifft, müssen wir uns erkundigen und uns Gewissheit darüber verschaffen. Andernfalls gibt es großen Ärger, wenn etwas schiefgeht. Eine Grundregel für das Leben im Ausland lautet, nichts Illegales zu tun und nicht gegen Regierungsvorschriften zu verstoßen. Wenn wir zum Beispiel auf dem Land leben und Hühner oder Schafe halten wollen, müssen wir dafür eine behördliche Genehmigung einholen. Die Regierung hat dafür detaillierte Vorschriften, gegen die wir keinesfalls verstoßen dürfen; ebenso wenig dürfen wir versuchen, für uns Sonderrechte in Anspruch zu nehmen. Wenn wir gegen Regierungsvorschriften verstoßen und dabei erwischt werden, gibt das eine Menge Ärger. Wir müssen uns diesbezüglich also an die Gesetze halten; zugleich betrifft das auch die Grundsätze dafür, wie wir unser Leben führen und wie wir leben. Ganz gleich, wo wir leben, sollten wir unser Leben regelkonform führen und Dinge pflichtbewusst erledigen. Auch im täglichen Umgang mit Meinen Nachbarn verhalte Ich Mich regelkonform. Ich mache keinen Lärm und störe andere nicht. Was auch immer die Regierung vorschreibt, wir müssen uns daran halten. Selbst wenn man einen Hund hält, muss man sich richtig um ihn kümmern, damit er nicht ständig bellt und die Ruhe der Nachbarn stört. Besonders am Wochenende, wenn die Nachbarn alle zu Hause sind, muss man noch mehr darauf achten, sie nicht zu stören. Wenn es im Winter schneit, muss man bis nach acht Uhr morgens warten, bevor man mit dem Schneeräumen beginnt. Wer zu früh Schnee räumt, macht Lärm, stört damit die Ruhe der Nachbarn und verärgert sie. Wenn es ausdrückliche Vorschriften der Regierung gibt, musst du dich daran halten. Verstoße nicht absichtlich gegen die Vorschriften der Regierung; leg dich nicht mit der Regierung an. Das bedeutet es, sein Leben regelkonform zu führen. Ganz gleich, wo Ich wohne: Ich verursache im Grunde keinen Lärm. Ich spiele draußen nie Musik, mache keinen Krach und spreche nicht laut. Wenn Ich mit dem Hund spazieren gehe, lasse Ich ihn nicht ständig bellen. Ich tue Mein Bestes, um Meine Nachbarn nicht zu stören, ihr Leben nicht zu beeinträchtigen und sie nicht zu verärgern. Das bedeutet doch, sein Leben regelkonform zu führen, oder? (Ja.) Deshalb komme Ich nun schon seit vielen Jahren gut mit Meinen Nachbarn aus. Wir leben friedlich miteinander, grüßen uns, wenn wir uns sehen, und leben freundlich und einträchtig miteinander. Wo wir auch leben, wir müssen uns im Umgang mit unseren Nachbarn an die Regeln halten. Wir dürfen ihnen keinen Ärger bereiten, müssen ihnen gegenüber aber auch nicht unterwürfig sein – wir sollten andere korrekt behandeln und bei allem fair und gerecht vorgehen. Wenn wir das tun, wird es auch auf Dauer keine Konflikte geben.

Was die regelkonforme Lebensführung des menschgewordenen Gottes betrifft, sagen manche Leute: „Ist das nicht etwas ganz Normales?“, worauf Ich antworte: „Du hast völlig recht; es ist tatsächlich ganz normal.“ Woher kommt diese Normalität? Sie entspringt dem Gewissen und der Vernunft der Menschlichkeit. Was die Lebensführung betrifft – eine Angelegenheit, die die Menschen für sehr unscheinbar halten –, so ist auch der Grundsatz, an den Sich der menschgewordene Gott hält, sehr unscheinbar, und zwar gerade weil der menschgewordene Gott das optimierte Gewissen und die optimierte Vernunft der normalen Menschlichkeit besitzt. Er lautet: sich regelkonform zu verhalten. Manche Menschen sagen vielleicht, nachdem sie das gehört haben: „Was ist daran so wichtig? Ist es überhaupt erwähnenswert? Bedeutet das, normal und praktisch zu sein? Das sind triviale Angelegenheiten.“ Wie dem auch sei, die regelkonforme Lebensführung des menschgewordenen Gottes ist eine Äußerungsform Seiner Normalität und Praktikabilität, also lohnt es sich, darüber zu sprechen, und es lohnt sich für die Menschen, Kenntnis darüber zu haben. Die Menschen halten es für unscheinbar, dass Ich Mein Leben regelkonform führe. Aber was wäre, wenn Ich Mir in Meinem Leben überall eine Sonderbehandlung einräumen und Mich bei jeder Gelegenheit zur Schau stellen und sagen würde: „Ich bin Christus. Ich komme vom Himmel. Ich bin anders als alle anderen. Unter allen Menschen bin Ich einzigartig. Die gesamte Menschheit, alle Lebewesen und alle Geschöpfe müssen unter Meinen Füßen zertreten werden. Alle Dinge sind Mein Fußschemel. Ob jemand an Gott glaubt oder ein Nichtgläubiger ist, jeder muss sich verbeugen und Mich anbeten. Wenn die Menschen vor Mich treten, müssen sie alle ehrerbietig und respektvoll sein“? Wäre das normal? (Nein.) Das wäre abnormal. Findest du, dass Ich Mich so verhalte? (Nein.) So verhalte Ich Mich nicht. Ich komme mit jedem, mit dem Ich in Kontakt kommen kann, freundschaftlich aus, insbesondere mit Nichtgläubigen. Ich behandle sie und interagiere mit ihnen den Regeln und der Etikette entsprechend. Wenn Ich etwas mit Menschen bespreche oder sie zu etwas konsultiere, begegne Ich ihnen mit besonderem Respekt. Wenn Ich etwas nicht verstehe, frage Ich mehr nach und erkundige Mich weiter, und manche Leute helfen Mir sehr geduldig bei der Beantwortung Meiner Fragen. Natürlich führe Ich Mein Leben nicht nur deshalb regelkonform, um ihnen diese Behandlung zu vergelten; vielmehr hält Sich der menschgewordene Gott, während Er in dieser realen Umgebung lebt, im Umgang mit Menschen und beim Erledigen von Dingen von Sich aus an einen solchen Grundsatz. Nehmen wir zum Beispiel eine Bibliothek: Sie ist ein Ort zum Lesen und Lernen. Wenn man dorthin geht, sollte man sich an die dortigen Regeln halten. Man darf nicht laut sein und sollte versuchen, möglichst wenig zu sprechen. Wenn man sprechen möchte, sollte man die Stimme senken oder nach draußen gehen, und insbesondere wenn das Telefon klingelt, sollte man schnell nach draußen gehen, um den Anruf entgegenzunehmen – all das dient dazu, andere beim Lesen nicht zu stören oder zu beeinträchtigen. Das nennt man, sich an die Regeln zu halten. Wenn Ich in einer solchen Umgebung einen Anruf bekomme, gehe Ich nach draußen, um ihn entgegenzunehmen. Manche Leute sagen: „Wer weiß das denn nicht?“ Es gibt tatsächlich Menschen, die das nicht wissen. In einigen Restaurants, Supermärkten und an anderen Orten im Westen, die Menschen aufsuchen, um irgendetwas zu erledigen, kann man oft hören, wie manche Leute sehr laut sprechen, und die Bedienungen und Mitarbeiter dort finden das besonders abstoßend. Vor allem manche Asiaten verstehen die Regeln überhaupt nicht und wirken äußerst niveaulos. An manchen Orten gibt es klar ausgeschriebene Regeln, aber sie tun so, als hätten sie sie überhaupt nicht gesehen. Selbst wenn sie Regeln sehen, die in ihrer Muttersprache verfasst sind, halten sie sich nicht daran und verstoßen sogar gegen diese. Wenn Mitarbeiter sie darauf hinweisen, streiten sie sogar mit ihnen. Macht man sich so nicht zum Narren? Manche Leute sind es gewohnt, in ihrem Heimatland ihre Macht auszuspielen. Wenn sie in den Westen kommen, denken sie noch immer, sie seien in ihrem eigenen Revier, treten aggressiv auf, stolzieren wie Gorillas herum und halten sich überhaupt nicht an die Regeln. Das führt dazu, dass die Menschen sie abstoßend finden und sie verabscheuen, wohin sie auch gehen. Manche Leute machen sogar bei ihrer Führerscheinprüfung Ärger. Wenn sie danach ihre Landsleute treffen, verkünden sie sogar: „Wir Chinesen sind frei, wo wir auch hingehen. Wir möchten uns nie an die Regeln halten. Je ungezwungener wir sein können, desto besser. Wenn jemand versucht, mich zu maßregeln, mache ich einen riesigen Aufstand!“ Ist so jemand nicht ein leibhaftiger Teufel? Denkst du, du wärst in deinem Heimatland, wo du dich aufspielen kannst, wenn du Macht und Einfluss hast? Du bist im Ausland, in einem Rechtsstaat. Wenn du hier gegen Gesetze und Vorschriften verstößt, musst du die rechtliche Verantwortung tragen. Sich an Gesetze und Vorschriften zu halten, ist das Allermindeste, was ein Mensch tun sollte. Wenn jemand nicht einmal diese grundlegenden Regeln versteht, fehlt ihm jegliches Abbild eines Menschen.

Im Allgemeinen bin Ich an öffentlichen Orten sehr vorsichtig. Besonders wenn Ich zu Behörden gehe, um etwas zu erledigen, bin Ich vorsichtig und achte darauf, nicht gegen die dortigen Regeln zu verstoßen. Ganz gleich, welches Formular Ich ausfülle oder welche Fragen Ich beantworte, Ich halte Mich dabei immer an die Regeln. Nachdem Ich einige Male solche Angelegenheiten erledigt habe, habe Ich an Erfahrung gewonnen. Sich an die Regeln zu halten, ist einfach; beunruhigend ist es, wenn man die Regeln nicht versteht. Davon, dass man sich zum Narren macht, einmal abgesehen – könnte sich das nicht auch negativ auf die Erledigung der jeweiligen Angelegenheiten auswirken? Das ist möglich, deshalb muss man sein Leben regelkonform führen. Im Allgemeinen sind die Menschen im Westen in der Lage, all das zu tun. Der menschgewordene Gott besitzt eine normale Rationalität und ein normales Gewissen, also kann Er all das natürlich ebenfalls tun, und Er tut es auch von Sich aus. Er stuft Sich innerhalb der geschaffenen Menschheit nicht als Ausnahme ein, noch umgeht Er je diese Gesetze und Vorschriften, um Sich Privilegien zu verschaffen. Ganz gleich, was Ich bei einer Behörde erledige, Ich halte Mich immer an die vorgeschriebenen Verfahrensweisen. Ich stelle nie irgendwelche Forderungen und sage: „Ich habe einen besonderen Status und eine besondere Identität. Können Sie Mir eine Sonderbehandlung gewähren?“ Zum einen frage Ich niemanden nach Rat, um einen solchen Weg zu finden. Zum anderen bete Ich auch nie zum Gott im Himmel und sage: „Gott, kannst Du für Mich Zeichen und Wunder vollbringen und diese Angelegenheit sofort erledigen, damit Ich nicht wie die Menschen diese Prozesse durchlaufen muss?“ So bete Ich nie; stattdessen erledige Ich Angelegenheiten regelkonform entsprechend der jeweiligen Verfahrensweisen. Natürlich begegnen Mir bei der Erledigung solcher Angelegenheiten auch manchmal besondere Umstände. Besondere Umstände müssen besonders gehandhabt werden. Wenn eine Gebühr bezahlt werden muss, bezahle Ich sie. Wenn Ich warten muss, warte Ich. Wenn Ich erneut etwas bei der Behörde beantragen oder von ihr bestätigen lassen muss, dann beantrage Ich es erneut und lasse es erneut bestätigen. Auf jeden Fall werde Ich die Verfahrensweisen streng nach den Gesetzen und Vorschriften durchlaufen und dabei keine Instanz überspringen. Ob Ich nun in einem Supermarkt einkaufe oder etwas bei einer Behörde erledige: Wenn die Leute Schlange stehen, stelle Ich Mich mit ihnen an. Wenn Ich an der Reihe bin, trete Ich umgehend vor. Was auch immer sie von Mir verlangen, erledige Ich regelkonform und nach ihren Anforderungen. So führe Ich Mein Leben. Wenn Mir im Leben etwas begegnet, dann gehe Ich damit auf diese Weise um und erlebe es auch auf diese Weise. Auch wenn es besondere Situationen gibt, in denen Ich gewisse Kränkungen erleide, ändert das nichts an Meinen Credos, „Mein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen“. Ich tue weiterhin, was Ich tun sollte. Insbesondere habe Ich ein asiatisches Äußeres, bin von zierlicher Statur und sehe durchschnittlich aus, spreche nicht laut und wirke auf die Menschen gewöhnlich und durchschnittlich; Ich falle in einer Menschenmenge nicht auf und ziehe überhaupt keine Aufmerksamkeit auf Mich. Deshalb werde Ich bei der Erledigung von Angelegenheiten in manchen besonderen Umgebungen in unterschiedlichem Maße diskriminiert oder erfahre in unterschiedlichem Maße eine „Sonderbehandlung“. Was würdet ihr tun, wenn euch solche Dinge widerfahren würden? Würdet ihr mit diesen Leuten streiten, eine Beschwerde gegen sie einreichen oder zu Gott beten, dass Er sie verflucht? Welche Methode würdet ihr anwenden? (Wenn die Umstände es zulassen, würde ich vielleicht mit ihnen streiten.) Und würdet ihr in euren Herzen beten, dass sie verflucht werden? (So weit würde ich nicht gehen, aber innerlich wäre ich ziemlich wütend.) Wenn du anders behandelt oder diskriminiert wirst, solltest du die Sache erst einmal ruhen lassen. Was Mich betrifft, so bete Ich weder darum, dass sie verflucht werden, noch streite Ich mit ihnen oder trage Auseinandersetzungen mit ihnen aus. Stattdessen lasse Ich die Sache erst einmal ruhen und gehe richtig damit um. Innerlich werde Ich Mich etwas unwohl fühlen, aber nach einigen Tagen geht es Mir wieder gut; dann habe Ich die Sache selbst innerlich verarbeitet. Selbst wenn du eine Beleidigung deiner Würde und Integrität hinnehmen musst, darfst du nicht hitzköpfig werden; du darfst die Sache nicht hitzköpfig angehen. Wie solltest du dann damit umgehen? Wenn dich jemand diskriminiert oder beleidigt, solltest du ihm mit Geduld begegnen, dich von ihm fernhalten und nicht hitzköpfig werden; dann kann er dir nichts anhaben. Betrachte es einfach als eine Lektion, dass du dieses Mal ein wenig den Kürzeren gezogen hast. Wenn Mir so etwas widerfährt, werde Ich Mich aufgrund der Rationalität und des Gewissens Meiner normalen Menschlichkeit verletzt fühlen und auch das Gefühl haben, dass Meine Integrität und Würde einen Schlag erlitten haben. Innerlich werde Ich Mich unwohl fühlen und es wird wehtun. Aber Ich werde keinesfalls aufgrund Meiner besonderen Identität und Meines besonderen Status das Gefühl haben, Mir sei Unrecht getan worden, geschweige denn werde Ich diejenigen hassen oder verfluchen, die Mich diskriminieren. Je älter Ich werde, desto mehr habe Ich das Gefühl, dass solche Dinge völlig normal sind. Wenn man in dieser Menschenwelt unter einer derartig verdorbenen Menschheit lebt, sind solche Dinge völlig normal. Dass Ich diese Dinge für normal halte, liegt nicht daran, dass Ich Mich an sie gewöhnt habe und ihnen gegenüber abgestumpft bin, sondern daran, dass alle Menschen verdorben sind. Wenn sie dich diskriminieren, richtet sich das nicht gegen dich persönlich; vielmehr ist das gesamte Menschengeschlecht so. Sieh mal: In den USA, einem Land von Einwanderern mit Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, sagen Menschen jeder ethnischen Herkunft, dass sie diskriminiert worden sind; selbst Weiße behaupten das. Menschen werden bei verschiedenen Anlässen, in unterschiedlichen Umgebungen und unter verschiedenen Gruppen von Menschen diskriminiert. Manchmal werden sie von Menschen anderer ethnischer Herkunft diskriminiert, und manchmal erfahren sie auch innerhalb der eigenen ethnischen Gruppe Diskriminierung oder eine ungerechte Behandlung. Was du für Diskriminierung hältst, ist womöglich einfach die geläufigste Art und Weise, wie verdorbene Menschen miteinander umgehen. So ist diese Menschheit nun einmal, also nimm solche Dinge nicht zu ernst. Es ist normal, wütend zu sein, aber du solltest diese Dinge schnell durchschauen und sie dann loslassen. Geh nicht hitzköpfig damit um. Denk nicht darüber nach, dich an jemandem zu rächen, und bete nicht darum, dass jemand verflucht wird. Hab nicht das Gefühl, du seist etwas anderes als ein gewöhnlicher Mensch. Du bist ein gewöhnlicher Mensch, und als einen solchen behandeln dich die anderen. Wenn sie sehen, dass du ein leichtes Opfer bist, werden sie dich schikanieren. Ist das nicht völlig normal? Verlasse dich nicht auf deine Auffassungen und Vorstellungen, indem du denkst: „Ich bin kein gewöhnlicher Mensch. Ich bin so viel wert und habe einen solch hohen Status. Ich werde darum beten, dass jeder verflucht wird, der mich schikaniert. Wenn ich dir sagen würde, wer mir den Rücken stärkt, würdest du dich zu Tode erschrecken. Wenn ich in Zukunft Macht habe, werde ich dich auf die Knie zwingen und um Gnade flehen lassen, und ich werde dich Kotau machen lassen wie ein Huhn, das Reis pickt.“ Solche Gedanken habe Ich nie gehabt. Überall auf der Welt gibt es Diskriminierung. Die Diskriminierung durch Menschen richtet sich nicht allein gegen dich. Diese Welt selbst ist voller Ungerechtigkeit und Diskriminierung, erfüllt von allen Arten von Niederträchtigkeit und allen Arten von bösen Taten. Wenn Mir solche Dinge begegnen, fällt es Mir sehr leicht, sie loszulassen, weil Ich Mich nicht für irgendeine besondere Persönlichkeit halte. Das bedeutet doch auch, sich an die Credos „sein Leben regelkonform zu führen und Dinge pflichtbewusst zu erledigen“ zu halten, oder? (Ja.)

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