Wie man nach der Wahrheit strebt (21) Abschnitt Zwei
Menschen, die andere nicht ausnutzen, zeigen eine weitere Äußerungsform. Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine relativ wohlhabende Person ihnen etwas anbietet, das sie übrig hat oder das bei ihr nur herumliegt. Da sie der Meinung sind, dass sie andere nicht ausnutzen können, ohne etwas zurückzugeben, und sie bei niemandem in der Schuld stehen wollen, sagen sie: „Ich brauche das momentan nicht wirklich, aber danke für deine Güte.“ Denkst du, dass die Menschen gierig sind? Wenn Menschen schöne Dinge sehen, gefallen ihnen diese Dinge, und wollen sie diese genießen? Jeder mag solche Dinge und will sie genießen, aber es gibt Unterschiede zwischen den Menschen. Zum Beispiel benutzen die meisten Menschen gerne Markencomputer, die von guter Qualität und schnell sind und ein Display mit scharfer Darstellung haben. Manche Leute haben nicht das nötige Geld und können sich keinen leisten, also wollen sie immer andere ausnutzen. Wenn sie sehen, dass jemand einen Markencomputer benutzt, bitten sie oft darum, ihn sich auszuleihen, und benutzen ihn sogar ohne die Erlaubnis des Besitzers oder wenn der Besitzer nicht da ist. Wenn der Besitzer ihn benutzen muss, erfinden sie sogar Ausreden und drängen dem Besitzer stattdessen ihren eigenen Computer auf. Der Besitzer, der sieht, dass sie den Computer einfach weiterhin benutzen und nicht zurückgeben werden, hat keine andere Wahl, als einen neuen zu kaufen. Und so einfach reißen sie den Computer des ursprünglichen Besitzers an sich, ohne den geringsten Vorwurf ihres Gewissens zu verspüren. Besitzt so jemand Menschlichkeit? Hat er ein Gewissen? (Nein.) Ist er ein rechtschaffener und gütiger Mensch? (Nein.) Ein rechtschaffener und gütiger Mensch würde so etwas absolut nicht tun. Angenommen, jemand anderes kauft einen neuen Computer und da er sieht, dass dieser rechtschaffene und gütige Mensch einen langsamen Computer benutzt, bietet er ihm seinen alten Computer an. Der rechtschaffene und gütige Mensch hat das Gefühl, dass er diese Person ausnutzen würde, wenn er ihn annimmt, und lehnt den Computer ab. Die andere Person sagt, er könne ihr einfach ein paar Dutzend Yuan dafür bezahlen, aber der rechtschaffene Mensch weiß, dass es sich hier eindeutig um ein Almosen handelt, und ist der Meinung, dass er das nicht ausnutzen darf. Also überlegt er sich Möglichkeiten, um Geld zu sparen. Er geht davon aus, dass es schon als Kauf zu einem Gebrauchtpreis gelten kann, wenn er wenigstens ein paar Hundert Yuan für den Kauf eines Computers zusammenspart. Wenn die andere Person das Geld ablehnt, dann wird er ihr Angebot nicht annehmen; er wird definitiv keine Almosen annehmen. Sagt Mir: Ist er stur? Nichtgläubige sagen, diese Art Mensch sei stur und kompromisslos, aber in dieser mangelnden Kompromissbereitschaft spiegelt sich ein Vorzug hinsichtlich der Eigenschaften der Menschlichkeit wider. Welcher Vorzug? Solche Menschen glauben, dass sie unter allen Umständen ihre Grundsätze für ihr Verhalten und ihre Grenzen in ihrem Verhalten einhalten müssen; nur dann können sie inneren Frieden finden und sich geerdet fühlen. Sie sind der Meinung, dass es unfair wäre, wenn sie andere ausnutzen würden, und dass sie sich nicht dazu durchringen könnten, ihnen unter die Augen zu treten. Und wenn sie die Sachen anderer Leute benutzen würden, würden sie sich dabei unwohl fühlen, die Schamesröte würde ihnen ins Gesicht steigen und sie würden sich innerlich unbehaglich fühlen. Manche Leute sagen: „Aber die andere Person ist doch bereit, sie den Computer benutzen zu lassen.“ Wenn die andere Person dazu bereit ist, heißt das dann, dass man sie nicht ausnutzen würde? Selbst wenn die andere Person dazu bereit ist, würde man sie immer noch ausnutzen. Wenn man jemanden ausnutzt, dann nutzt man jemanden aus; die Natur davon ändert sich nicht dadurch, dass die andere Person dazu bereit ist – das Wesen davon bleibt dasselbe. Sie denken bei sich: „Einen so guten Computer für ein paar Dutzend Yuan zu kaufen, würde eindeutig diese Person ausnutzen. Ich kann ihn unmöglich annehmen. Wenn ich genug Geld spare, werde ich ihn kaufen. Wenn ich das nicht schaffe, benutze ich einfach meinen eigenen alten Computer, allein schon für meinen inneren Frieden.“ Siehst du? Ist das nicht eine Grenze in ihrem Verhalten? (Ja.) Sie können diese Grenze unter allen Umständen einhalten. Jemand möchte ihnen so etwas Tolles geben, sie haben die Chance, so etwas Gutes zu ergattern. Nichtgläubige sehen das so: „Du bist ein Narr, wenn du das nicht nimmst. Es wäre Verschwendung, das nicht auszunutzen!“ Aber diese Menschen denken nicht so. Sie glauben, dass das keine Torheit ist und dass sie sich nicht selbst täuschen dürfen – Ausnutzen ist Ausnutzen. Sie denken bei sich: „Wenn ich diese Person ausnutzen würde, würde ich in meinem Herzen keine Ruhe finden, könnte nicht mehr entspannt leben und würde mich unwohl dabei fühlen, den Computer zu benutzen. So kann ich mich einfach nicht verhalten.“ Wie du siehst, werden sie in ihrem Verhalten diese Grenze nicht überschreiten – ist da nicht ihr Gewissen in ihnen am Werk? (Ja.) Sie besitzen die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte in ihrer Menschlichkeit, und ihr Gewissen erfüllt seine Funktion, sodass sie in der Lage sind, diese Grenze einzuhalten. Das heißt, der Grund dafür, dass sie diese Grenze einhalten können, ist, dass ihr Gewissen ständig seine Funktion erfüllt, ihnen ein Gespür dafür gibt und ihnen das Gefühl gibt: „Es ist falsch, das zu tun, es ist nicht angemessen. Das darf ich nicht tun.“ Ihr Gewissen mahnt sie ständig, zügelt sie und reguliert sie, was es ihnen ermöglicht, in ihrem Verhalten eine Grenze einzuhalten. Am Ende können sie es sich vielleicht leisten, das Angebotene zu kaufen, und benutzen es dann, oder vielleicht können sie es sich nie leisten und es wird von jemand anderem benutzt, in welchem Fall sie das nicht betrübt. Zumindest in dieser Angelegenheit haben sie in ihrem Verhalten diese Grenze und diesen Grundsatz eingehalten. Ein Mensch mit den Eigenschaften der Menschlichkeit legt Grundsätze und Grenzen für sein Verhalten fest und hält sie ständig aufrecht. Selbst wenn er mit einer Situation konfrontiert wird, die seine Interessen betrifft, und er in diesem Moment in Versuchung gerät, wird sein Gewissen ihn ständig mahnen und zügeln. Und selbst wenn andere denken, dass die Interessen dieses Menschen geschädigt wurden oder dass sich jemand anderes einen Vorteil verschafft hat, und dieser Mensch für einen Moment etwas betrübt oder unzufrieden sein könnte, wird sich sein Herz letztendlich aufgrund seines funktionierenden Gewissens schnell beruhigen. Er wird bei sich denken: „Es ist immer besser, andere nicht auszunutzen. Zumindest habe ich inneren Frieden und keine Gewissensbisse.“ Das ist es, wonach er strebt. Das ist die Funktion, die das Gewissen in den Menschen erfüllt: Es reguliert und zügelt sie ständig und ermöglicht es ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Angesichts der eigenen Interessen, der Moralvorstellungen oder sogar einiger Versuchungen wird das Gewissen das eigene Verhalten ständig zügeln, regulieren und korrigieren. Letztendlich werden sich Menschen mit den Eigenschaften der Menschlichkeit in der überwiegenden Mehrheit der Fälle dafür entscheiden, ihren eigenen Interessen zu entsagen, um ihrem Gewissen Frieden und Ruhe zu verschaffen. Unter besonderen Umständen haben einige dieser Menschen auch Momente, in denen sie eine Grenze ihres Gewissens überschreiten, aber darauf folgen die Gewissensbisse und das Unbehagen in ihrem Gewissen; manche tragen dieses Unbehagen und diese Schuldgefühle sogar für den Rest ihres Lebens mit sich. Das ist die Funktion des Gewissens. Das heißt, Menschen mit den Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte in ihrer Menschlichkeit können gelegentlich Fehler machen, andere ausnutzen und unter manchen besonderen Umständen auch die Grenze ihrer Menschlichkeit überschreiten und gegen die Grundsätze für ihr eigenes Verhalten verstoßen. Aber die Folge davon ist, dass sie die Verurteilung ihres Gewissens ertragen müssen. Wenn sie keine Gelegenheit finden, diese Sache wiedergutzumachen, oder ihre Umstände es nicht zulassen, werden sie mit innerer Anklage, Unbehagen, Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen leben. Das sind unter allen Umständen normale Äußerungsformen, die ein Mensch an den Tag legt, der Gewissen und Vernunft hat und die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte in seiner Menschlichkeit besitzt.
Diese Äußerungsformen von Menschen, die die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte besitzen – die Äußerungsformen, über die wir gerade Gemeinschaft halten –, sind aus der Perspektive der Menschlichkeit relativ gewöhnlich und alltäglich, nicht erhaben oder übernatürlich und auch nicht gerade edelmütig, und bedeuten in den Augen der Menschen nur, dass jemand ein bisschen Integrität hat und mit ein bisschen Würde lebt. In Gottes Augen jedoch sind die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte innerhalb der Menschlichkeit, die von solchen Menschen ausgelebt werden, kostbar. Da diese Menschheit Niederträchtigkeit verehrt und sich niemand um Gewissen oder Vernunft schert, werden Menschen, die rechtschaffen und gütig sind, in der Gesellschaft ausgegrenzt. Die grundlegenden Grundsätze für das eigene Verhalten, an die sie sich halten und die sie ausleben, werden von den Massen der Gesellschaft verspottet, verachtet und verurteilt. Wie werden sie von den Menschen verspottet? (Die Leute sagen, sie seien Narren, starrsinnig und begriffsstutzig.) Genauso ist es. In dieser Gesellschaft werden Menschen mit normaler Menschlichkeit von anderen verspottet, verhöhnt, verachtet und verurteilt; sie können weder die Anerkennung anderer Menschen noch deren Billigung erlangen. Wenn du innerhalb einer Gruppe von Menschen immer an deinen Grundsätzen für dein eigenes Verhalten festhältst, führst du ein sehr anstrengendes Leben. Ganz gleich, mit was du konfrontiert wirst, fühlst du dich jeden Tag eingeengt und bist empört, und du fragst dich: „Was ist falsch daran, dass ich mich auf diese Weise verhalte? Warum verspotten mich die anderen? Die Leute sagen immer: ‚Wie viel ist ein Gewissen schon wert?‘ Das Gewissen ist das Kostbarste, was es gibt. Ist jemand überhaupt ein Mensch, wenn er kein Gewissen hat?“ Menschen wie du sind Ziele des Spotts und der Ausgrenzung in jeder Gruppe von Nichtgläubigen; niemand stimmt dir zu, und niemand stellt sich auf deine Seite. Du bist in deinem Verhalten rechtschaffen und hältst dich an die Grundsätze, und die Leute sagen: „Kann man sich davon etwas kaufen, wenn man sich an die Grundsätze hält? Wirst du dadurch die Wertschätzung der Chefetage erlangen? Werden alle dir zustimmen, wenn du dich an die Grundsätze hältst? Wenn du dich in dieser Gesellschaft an die Grundsätze hältst, bist du der größte Narr weit und breit; du wirst immer untergebuttert werden und am Ende keine Möglichkeit haben, über die Runden zu kommen!“ Also fragst du dich: „Was ist falsch daran, dass ich mich an die Grundsätze halte? Warum werde ich als rechtschaffener und gütiger Mensch verspottet, ausgegrenzt und unten gehalten?“ Letztendlich kommst du zu dem Schluss, dass die Menschen bis ins Mark verkommen sind, dass kein einziger unter ihnen ein guter Mensch ist und dass sie alle Teufel und Satane sind! Du sagst, dass dein Verhalten dir ein reines Gewissen gibt, dass du dich auf eine würdevolle und rechtschaffene Weise verhalten willst, dass du alles vorschriftsmäßig handhaben willst und dich auf deine eigenen Fähigkeiten verlässt, um deinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne irgendetwas Zwielichtiges zu machen. Aber wenn du dich auf diese Weise verhältst, passiert es schnell, dass du in der Gesellschaft herumgeschubst wirst; die Leute müssen nur ein bisschen taktieren, um dich ganz leicht auszuspielen. Ganz gleich, welche Fähigkeiten du hast, du wirst ausgegrenzt und unterdrückt. Du hast das Gefühl, dass es in dieser Menschenwelt keinen Ort gibt, an dem man seine Sache vorbringen kann, und dass es zu erdrückend ist, so zu leben. Unter diesen Menschen zu leben ist nicht, als befände man sich in einer riesigen Kloake, sondern in einem Fleischwolf – du wirst bei lebendigem Leib zermalmt. Selbst wenn du nicht zermalmt wirst, stirbst du vor Erschöpfung, während du jeden Tag deines Lebens in einem Zustand körperlicher und geistiger Ermüdung gegen deinen eigenen Willen lebst und jedes Wort, das du sagst, und alles, was du tust, deinen eigenen Willen verraten. Während du auf diese Weise ständig auf einem Drahtseil balancierst, wirst du immer noch als Narr und als jemand verspottet, der starrsinnig ist, der nicht weiß, wie man seinen Vorgesetzten Geschenke macht oder Beziehungen zu Kollegen aufbaut. Du richtest dich in deinem Verhalten nach dem Grundsatz, andere nicht auszunutzen, und doch versuchen andere Menschen mit allen Mitteln, dich auszunutzen, und du kannst es nicht einmal vermeiden. Letztendlich leistest du eine Menge Arbeit, aber die Chefetage nimmt dich nicht wahr, während andere das ganze Verdienst an sich reißen. Nachdem du zum Glauben an Gott gekommen bist, siehst du, dass es im Haus Gottes fair zugeht, dass Gott gerecht ist und dass, selbst wenn manche Menschen ungerecht handeln, in Gottes Worten die Wahrheit ist, es in Gottes Worten Gerechtigkeit gibt, dass Gott eine gerechte Disposition hat und dass im Haus Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit an der Macht sind. Du sagst: „Gute Menschen können also im Haus Gottes gedeihen. Ich kann mein Herz öffnen und all die Worte aussprechen, die ich zurückgehalten habe. Ich kann alle meine Stärken und Talente einsetzen. Das Leben im Haus Gottes ist wahrlich von Frieden und Freude erfüllt; ich werde nie wieder von anderen Menschen unterdrückt und ausgegrenzt werden. Es ist so wunderbar, an Gott zu glauben und ins Haus Gottes zu kommen! Wenn ich nicht an Gott glauben würde, würde ich wie eine wandelnde Leiche leben, und je länger ich leben würde, desto erschöpfter und gequälter würde ich mich fühlen; ich wäre nicht in der Lage, eine Richtung im Leben zu finden, mein Herz würde sich verfinstern, und ich könnte kein Licht und keine Zukunft für mich sehen. Das wäre wirklich schmerzhaft!“ Bevor Menschen dieser Art zum Glauben an Gott kommen und die Wahrheit erlangen, haben sie das Gefühl, dass sie in ihrem Leben keinen Weg haben, dem sie folgen können, und dass ihre Zukunft düster und ohne Licht ist. Nachdem sie einige Rückschläge und Misserfolge erlitten und viel Mühsal durchlebt haben, zweifeln sie nicht nur an ihrem Leben – noch viel mehr haben sie das Gefühl, dass es keinen Sinn hat, zu leben. Sie denken, dass selbst der Tod besser wäre, als unter solchen Menschen und in einer solchen Welt zu leben! Die Menschen leben nicht einmal so glücklich wie die Vögel am Himmel oder so frei wie die Fische im Meer – Vögel können zumindest zwitschern, wenn sie wollen, ohne Hindernisse durch den Himmel fliegen und haben ihr eigenes Stück unberührten Landes. Die Menschen, die in dieser Welt leben, haben nicht einmal das Recht oder die Freiheit, die Wahrheit zu sagen; sie leben jeden Tag hinter einer Maske und können nur Dinge sagen, die sie nicht sagen wollen und die ihren wahren inneren Gefühlen widersprechen – sie haben keine andere Wahl, als solche Dinge zu sagen, aber es widert sie an, wenn sie es tun. Warum muss das Leben so schwierig sein? Menschen dieser Art sind angewidert, wenn sie in die Gesichter der Leute um sie herum schauen, und ihr Herz ist voll von Abscheu und Ekel, aber sie können diese Leute nicht meiden oder sich von ihnen fernhalten und müssen sich zudem auch noch unter sie mischen. Manchmal spielen sie mit dem Gedanken, sich einfach auf diese Weise durchzuwursteln, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und ihre Familien zu ernähren, aber sie können sich trotzdem nicht damit abfinden. Sie haben das Gefühl, dass die Menschen etwas Bedeutungsvolles im Leben anstreben müssen, dass sie das Abbild eines Menschen ausleben, die Wahrheit sagen und eine Grenze in ihrem Verhalten einhalten müssen, dass es sich dabei um das absolute Minimum handelt, das die Menschen erreichen sollten. Sie haben das Gefühl, dass ein Mensch kein Mensch ist, wenn er nicht einmal das erreichen kann. Aber ohne einen Weg, dem sie folgen können, sind sie machtlos und können sich nur verwirrt und benommen durch ihr Leben wursteln und kommen gerade so über die Runden. Besonders wenn sie in Schwierigkeiten geraten und mit ihrem Latein am Ende sind, fühlen sie sich innerlich enorm gequält: „Warum leben wir? Nur um jeden Tag Lügen zu erzählen, uns unter diese Leute zu mischen, die nicht einmal Menschen ähneln, und uns nur durchzuwursteln und auf den Tod zu warten? Da ich ohnehin früher oder später sterben werde, könnte ich genauso gut jetzt sterben und all dem früher entkommen, anstatt mich durchzuwursteln und auf den Tod zu warten.“ Obwohl die Menschen all dem entkommen wollen, wagt es nur sehr selten jemand, das auch in die Tat umzusetzen; die Leute machen sich Sorgen, dass sie, wenn sie auf diese Weise sterben, ihren Eltern und Angehörigen keine Rechenschaft ablegen können, und sie haben auch Bedenken in ihren Herzen: „Werde ich wirklich frei sein, wenn ich auf diese Weise sterbe? Wenn es mich wirklich befreit, wäre das gut, aber wenn nicht, wäre das noch schlimmer.“ Und so mühen sich die Menschen in diesem Schmerz weiter ab. So bemitleidenswert sind diejenigen, die die Wahrheit nicht erlangt haben. Die Leute denken, dass es im Leben immer Hoffnung gibt und etwas, worauf man sich freuen kann, aber tief in ihren Herzen spüren sie, dass diese Dinge immer schwerer erreichbar werden und in immer weitere Ferne rücken. Je schwerer erreichbar diese Dinge in den Augen der Menschen werden und je weiter sie in die Ferne rücken, desto mehr kämpfen und leiden sie in ihren Herzen. Solche Menschen hoffen alle, die Grenze ihres Gewissens und ihre Grundsätze für ihr Verhalten einzuhalten und nicht auf eine Weise zu leben, die ihrem eigenen Willen zuwiderläuft. Sie stellen keine strengen Anforderungen an sich selbst, noch setzen sie sich besonders hohe Ziele für ihr Leben – sie bemühen sich nicht um großen Reichtum und hohes Ansehen, sondern nur darum, in innerem Frieden zu leben. Doch sie können in ihrem Verhalten nicht einmal an solch einfachen Grundsätzen und einer solch einfachen Grenze festhalten, also leben sie jeden Tag wie wandelnde Leichen und fühlen sich sehr erschöpft. Diese Erschöpfung ist keine körperliche Müdigkeit, noch ist es der Schmerz, der durch Krankheit verursacht wird, sondern eine Erschöpfung von Körper und Geist. Diese Erschöpfung ist ein Gefühl der Schwere, das durch das Sinken ihres Herzens verursacht wird; sie lastet wie ein Felsbrocken auf ihrem Herzen und sorgt dafür, dass sie sich innerlich eingeengt und gepeinigt fühlen. Aber dann müssen sie sich immer noch dem Leben und allen möglichen Menschen, Ereignissen und Dingen stellen, also beißen sie einfach die Zähne zusammen und machen Tag für Tag weiter, verbringen ihre Tage in Mühsal und führen ein extrem schmerzhaftes Leben. Manche Leute wollen sich die Peking-Oper ansehen. Sie sehen, dass die Geschichten in der Peking-Oper alle davon handeln, dass das Leben des Protagonisten schwierig und voller Hindernisse und Rückschläge ist, wobei der Darsteller am Ende schließlich ausruft: „Welch ein Leid …“, und das findet Resonanz bei jenen Menschen, deren Herz von Schmerzen erfüllt ist. Warum findet das bei ihnen Resonanz? Weil der Darsteller ausspricht, was in ihrem Herzen ist, und damit bei ihnen Resonanz findet. Wenn du dich in deinem Leben nach deinem Gewissen richtest, ist das Leben in dieser Welt nicht einfach und bringt dich nicht weiter; du wirst in Sackgassen enden, Rückschläge erleiden und auf Schritt und Tritt gequält werden. Wenn du versuchst, ein schlechter Mensch, ein böser Mensch oder ein niederträchtiger Mensch zu sein, wirst du überall gut zurechtkommen und auf keine Hindernisse stoßen. Wenn du ein rechtschaffener und gütiger Mensch bist und die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte in deiner Menschlichkeit besitzt, dann werden sich die Eigenschaften Rechtschaffenheit und Güte in deiner Menschlichkeit niemals ändern, auch wenn deine Rechtschaffenheit und Güte verschmutzt oder sogar befleckt werden und einige Verfälschungen enthalten, nachdem du verschiedene Dinge in der Gesellschaft erlebt hast, und niemand wird sie ändern können. Selbst wenn du dich nicht mehr traust, die Wahrheit zu sagen oder in deinem Verhalten deine Grundsätze und Grenzen zu wahren, wirst du dich tief in deinem Herzen danach sehnen, die Wahrheit zu sagen, in deinem Verhalten deine Grundsätze zu wahren, die Grenze deines Gewissens einzuhalten und ein Gefühl von innerem Frieden und Ruhe zu erlangen.
Nachdem diese Art von rechtschaffenem und gütigem Mensch zum Glauben an Gott gekommen ist, ist das Haus Gottes – die Kirche – für ihn ein Ort der Reinheit und Stille sowie ein Ort, an dem sein Herz Frieden und Befreiung finden kann. Natürlich kann man auch sagen, dass es ein Ort ist, an dem er nach der Verwirklichung seiner Lebensbestrebungen streben kann, und ein Ort, der es ihm ermöglicht, Licht in seinem Leben zu sehen und sich nicht mehr verloren zu fühlen, was die Ausrichtung seines Verhaltens betrifft. Für jemanden mit Gewissen und Vernunft ist das Haus Gottes also sein wahres Zuhause. Dieses Zuhause ist kein Zuhause im fleischlichen oder materiellen Sinne; vielmehr ist es ein sicherer Ort, an dem er mit einem schlichten, bloßgelegten und offenen Herzen an Gott glauben und sich Ihm unterwerfen kann. Man kann es auch einen sicheren Hafen nennen. Wie heißt es so schön? Das Haus Gottes ist ein Hafen, in dem rechtschaffene und gütige Menschen, die die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, vor Anker gehen können. Das heißt, hier können sie ihren Anker werfen; sie müssen nicht mehr umherhetzen und sind in der Lage, die Wahrheit anzunehmen und ihre Richtung und ihren Weg im Leben zu finden, sodass ihre Herzen zufrieden sind. Ein wahrer Mensch fühlt sich also erst dann im Herzen wirklich zufrieden, wenn er ins Haus Gottes kommt; ein Mensch mit Gewissen und Vernunft hat erst dann das Gefühl, sein wahres Zuhause gefunden zu haben, einen Ort, der seinem Herzen Frieden und Ruhe schenken kann, wenn er ins Haus Gottes und vor den Schöpfer zurückkehrt. Obwohl seine Bestrebungen für sein Verhalten und die Grundsätze, nach denen er sich verhält, weit davon entfernt sind, die Wahrheit zu praktizieren, hat er zumindest das Gefühl, dass sein Herz im Haus Gottes und in der Kirche Frieden und Trost gefunden hat. Das ist der Unterschied, den ein Mensch dieser Art zwischen dem Haus Gottes und der Welt spürt; es ist ein Unterschied in seinem Herzen. Wenn ein Mensch dieser Art ins Haus Gottes kommt, findet sein Herz daher Trost und Frieden; er hat das Gefühl, dass nur das Haus Gottes der Ort ist, an dem er seine Richtung im Leben verfolgen kann, und gleichermaßen die Umgebung, die er am meisten braucht, und natürlich auch der Ort, nach dem er sich sehnt. Er liebt es hier und ist bereit, in einer solchen Umgebung zu leben und sich entsprechend zu verhalten; natürlich ist es sein persönlicher Wunsch, das zu tun. Was diesen persönlichen Wunsch von ihm betrifft, so sind die Umgebung des Hauses Gottes, die Art und Weise, wie Gott wirkt, Gottes Anforderungen an die Menschen und alle anderen Aspekte bereits ausreichend, um die Bedürfnisse seiner Menschlichkeit zu befriedigen, sodass er in innerem Frieden nach der Wahrheit strebt und gemäß Gottes Anforderungen praktiziert. Ob ein Mensch also nach der Wahrheit streben kann, hängt daher ganz von seiner Menschlichkeit ab. Nur wenn seine Menschlichkeit die Eigenschaften Güte und Rechtschaffenheit besitzt, wenn er Fairness und Gerechtigkeit liebt, wenn er es liebt, ins Haus Gottes zu kommen und inneren Frieden und Ruhe zu erlangen, oder wenn sein Herz vollständigen Trost gefunden hat, nachdem er ins Haus Gottes und vor Gott gekommen ist, kann er zur Ruhe kommen, um Gottes Worten zuzuhören, sie anzunehmen und sich ihnen zu unterwerfen; nur dann kann er zur Ruhe kommen, um nach der Wahrheit zu streben und ein richtiges geschaffenes Wesen zu sein. Das heißt, nur wenn ein Mensch in die Umgebung des Hauses Gottes kommt und in seinem Herz Trost findet und sich durch das Verstehen der Wahrheit innerlich erfüllt fühlt und die Lebensziele und -bestrebungen, die er anstrebt, verwirklicht werden – nur unter diesen grundlegenden Bedingungen hat er die Möglichkeit, nach der Wahrheit zu streben. Das ist eine spezifische Äußerungsform jener Menschen, die die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen. Natürlich ist es, wenn es darum geht, nach der Wahrheit zu streben, sehr wichtig, ob jemand die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt. Wenn man die Eigenschaften der Menschlichkeit nicht besitzt, erfüllt man im Wesentlichen nicht die Bedingungen, um nach der Wahrheit zu streben.