Wie man nach der Wahrheit strebt (21) Abschnitt Drei

Lasst uns nun über andere Äußerungsformen von Aufrichtigkeit und Güte in der Menschlichkeit der Leute sprechen. Ich habe gerade darüber gesprochen, dass Leute, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, einen grundlegenden Grundsatz für ihren Umgang und ihre Interaktion mit anderen sowie für ihr eigenes Verhalten und die Art und Weise festlegen, wie sie Angelegenheiten handhaben – nämlich andere Menschen nicht auszunutzen. Natürlich stellt das auch die Grenze für ihr eigenes Verhalten dar. Abgesehen davon, andere nicht auszunutzen, hat ein Mensch dieser Art eine weitere Äußerungsform: Er ist bereit, mit anderen Menschen mitzufühlen und ihnen zu helfen, und er ist auch bereit, ihnen etwas zu geben. In den Augen anderer sind solche Menschen ein wenig töricht – sie sind zu gutherzig, sie vertrauen anderen leicht und haben Mitleid mit anderen, und obwohl sie selbst nicht viel haben, geben sie gerne. Sie setzen sich gerne gegen Ungerechtigkeit ein; wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, schauen sie nicht tatenlos zu oder tun so, als würden sie es nicht bemerken, sondern versuchen von sich aus, zu helfen. Selbst wenn sie nicht in der Lage sind, zu helfen, hegen sie dennoch gute Absichten. Wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, haben sie das Gefühl, dass sie es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren könnten, wenn sie dieser Person keine helfende Hand reichen. Selbst wenn die andere Person nicht um Hilfe bittet, sind sie dennoch der Meinung, dass sie ihr helfen sollten. Nachdem die andere Person ihre Hilfe erhalten hat, bedankt sie sich lediglich und belässt es dabei, aber aufrichtige und gütige Menschen machen sich nichts daraus; wenn danach irgendjemand anderes wirklich in Schwierigkeiten steckt, werden sie ihm trotzdem helfen. Das erscheint den Leuten ein bisschen unverständig oder töricht; andere raten ihnen, den Leuten keine Güte mehr zu erweisen, und sagen ihnen, die Leute, denen sie helfen, sollten ihnen zumindest zu Dank verpflichtet sein. Wenn sie das hören, denken sie bei sich: „Sollen die Leute uns zu Dank verpflichtet sein, wenn wir ihnen helfen? Wie viel Mühe kostet es schon, eine helfende Hand zu reichen? Warum sollte man die Dinge so kompliziert machen?“ Genau so unkompliziert sind sie; sie sind einfach bereit, anderen zu helfen. Sag Mir: Denkst du, dass die Bereitschaft, anderen zu helfen, etwas mit der Menschlichkeit einer Person zu tun hat? (Ja.) Solche Menschen wollen wirklich keinerlei Gegenleistung. Gibt es in dieser Welt irgendjemanden, der frei von Verlangen und Wünschen ist? (Nein.) Wie kann ein Mensch dieser Art dann anderen helfen, ohne etwas als Gegenleistung zu wollen? Was für besondere Umstände müssen bei den meisten Menschen gegeben sein, bzw. wie muss ihre Beziehung zu jemandem sein, damit sie dieser Person helfen? Die eine ist die allerengste Art von Beziehung – eine Blutsverwandtschaft. Außerdem muss die Person, der sie helfen, eine fähige Person sein, oder es muss sich ein gewisser Vorteil daraus ziehen lassen, ihr zu helfen, und ihnen selbst nur Nutzen und keine Nachteile bringen. Das sind die einzigen Szenarien. Abgesehen von diesen Szenarien: Wer würde anderen grundlos helfen? Um es genau zu sagen: Sie helfen anderen nicht umsonst; sie müssen daraus einen gewissen Nutzen ziehen können. Selbst wenn es keinen unmittelbaren Nutzen gibt, muss es doch einen langfristigen geben. Auf jeden Fall helfen sie nur, wenn sie etwas davon haben. Nun sind Menschen dieser Art, deren Menschlichkeit rechtschaffen und gütig ist, bereit, anderen zu helfen. Wenn man einmal davon absieht, wie viel Hilfe sie leisten oder ob die Angelegenheit, bei der sie helfen, von Bedeutung ist – ob es sich um eine wichtige Angelegenheit oder eine Kleinigkeit handelt –, woher kommt ihre Bereitschaft, anderen zu helfen? Hängt sie mit ihrer Menschlichkeit zusammen? (Ja.) Auf welchen Aspekt der Menschlichkeit bezieht sich das? (Auf Güte.) Das hat mit Güte zu tun; wenn Menschen in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaft Güte besitzen, sind sie bereit, anderen zu helfen. Nehmen wir zum Beispiel an, solche Menschen sehen, wie ein Bruder oder eine Schwester negativ und schwach wird. Eigentlich sind sie selbst keine Kirchenleiter und haben nur eine normale Beziehung zu diesem Bruder oder dieser Schwester, aber wenn sie sehen, wie diese Person negativ und schwach ist, sind sie betrübt und verspüren eine Bürde in ihrem Herzen. Es lässt ihnen keine Ruhe, wenn sie nicht helfen, und sie denken bei sich: „Obwohl meine eigene Größe nicht beträchtlich ist und ich nicht viele Wahrheiten verstehe, ist es dennoch eine gute Sache, wenn ich versuche, meinen Verpflichtungen nachzukommen. Vielleicht können sie, nachdem sie gehört haben, was ich sage, über sich selbst nachdenken und aufhören, negativ zu sein – wäre das nicht gut?“ Wenn also jemand negativ und schwach wird – es sei denn, sie bemerken das nicht –, suchen sie, sobald sie es bemerken, nach einer Gelegenheit, mit dieser Person Gemeinschaft zu halten. Wenn sie selbst nicht in der Lage sind, klar und deutlich Gemeinschaft zu halten, suchen sie eine Passage von Gottes Worten heraus, um darüber mit dieser Person Gemeinschaft zu halten. Kurz gesagt, sie ermahnen und leiten die Person an und lesen ihr auch Gottes Worte vor; am Ende versteht diese Person Gottes Absichten, ist nicht länger negativ und kann ihre Pflicht normal tun, und die Person, die ihr geholfen hat, fühlt sich innerlich zufrieden. Sie können es einfach nicht ertragen, zu sehen, wie Menschen negativ und faul sind oder in Schmerz und Leid leben; sie wollen solche Menschen einfach nur trösten und unterstützen. Wenn die andere Person weiterhin negativ bleibt, sehen sie sich in der Pflicht, ihrer Verantwortung nachzukommen. Wenn diese Person dank ihres Rates und ihrer Anleitung nicht länger negativ ist, verspüren sie tiefe innere Freude und haben das Gefühl, dass es sehr gut ist, sich auf diese Weise zu verhalten. Sie sind nicht auf irgendeinen Nutzen aus; sie würden sich eben einfach unbehaglich fühlen, wenn sie in der Lage sind, jemandem zu helfen, es aber nicht tun, und es würde an ihrem Gewissen zehren. Sagt Mir: Denkt ihr, dass dieses Zehren am Gewissen und dieses Gefühl des Unbehagens Äußerungsformen und Offenbarungen von Eigenschaften der Menschlichkeit sind? (Ja.)

Manche Menschen neigen dazu, mit anderen mitzufühlen. Natürlich könnte das, aus einer bestimmten Perspektive der Menschlichkeit betrachtet, auch eine menschliche Schwäche sein, da sie manchmal mit bösen Menschen mitfühlen und bösen Menschen helfen können, aber sie können an dieser Schwäche nichts ändern. Zum Beispiel: Wenn ein böser Mensch in Schwierigkeiten steckt und jemanden von ihnen um Hilfe bittet, übersteht der böse Mensch, nachdem sie ihm geholfen haben, die Schwierigkeit, gelangt zu Wohlstand, sieht dann auf sie herab und will ihnen keine Beachtung schenken. Sie sind innerlich bestürzt und sagen: „Warum ist diese Person so? Damals, als sie in Not war und mich um Hilfe bat, brachte ich ihr Mitgefühl entgegen und half ihr – aber jetzt, wo sie vorankommt und Erfolg hat und ein gutes Leben führt, ignoriert sie mich.“ In ihren Herzen können sie sich keinen Reim darauf machen; sie können das Wesen böser Menschen nicht durchschauen. Wenn nach einer Weile ein anderer böser Mensch sie um Hilfe bittet, bringen sie ihm vielleicht immer noch Mitgefühl entgegen, aber sie schauen zuerst, ob diese Person böse ist. Wenn die Person nicht sehr verabscheuungswürdig und ziemlich bemitleidenswert ist, werden sie trotzdem Mitgefühl für sie empfinden. Wenn sie einige Brüder und Schwestern sehen, die ihre Pflicht in Vollzeit tun, deren Familien aber arm sind und die in ihrem Leben Schwierigkeiten haben, denken sie bei sich: „Obwohl sie so arm sind, können sie dennoch ihre Pflicht tun – das sind wirklich gute Menschen! Ich selbst führe ein Leben in Wohlstand; wenn ich ihnen nicht helfe, werde ich das Gefühl haben, ich hätte mich ihnen gegenüber nicht angemessen verhalten. Ich sollte ihnen etwas geben und ihnen aushelfen, damit sie sich Kleidung oder Dinge des täglichen Bedarfs kaufen können.“ Wie du siehst, sind sie gutherzige Menschen; wenn sie sehen, dass Leute in Schwierigkeiten stecken, können sie nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen und ihnen zu helfen. Unter den Menschen gibt es gute Menschen, böse Menschen und auch unverständige Menschen. Gute Menschen sind in der Lage, zu geben und anderen zu helfen, böse Menschen sind imstande, alle möglichen bösen Dinge zu tun, und die verschiedenen unverständigen Menschen werden immer von anderen ausgenutzt und herumkommandiert und könnten alle möglichen dummen Dinge tun; sie sind alle in unterschiedlichem Maße unverständig. Kurz gesagt: Es gibt Menschen aller Art. Menschen, die Eigenschaften der Menschlichkeit besitzen, neigen dazu, mit anderen mitzufühlen. Sie betrachten andere immer als bemitleidenswert, sie können immer erkennen, was an Menschen bemitleidenswert ist, und sie können immer sehen, wo Menschen Mitgefühl verdienen; in ihrem Gewissen findet sich ein Element von Sanftmütigkeit. Das heißt, wenn sie sehen, dass jemand in Schwierigkeiten steckt, in eine schmerzhafte Situation gerät oder von bösen Menschen herumgeschubst oder ungerecht behandelt wird, sind sie innerlich empört und empfinden Mitgefühl für diese Menschen; sie haben immer ein mitfühlendes Herz. Tatsächlich kann es sein, dass ihre eigenen Umstände nicht viel besser sind als die der anderen und sie nicht unbedingt weniger herumgeschubst werden, aber weil sie Güte in ihrer Menschlichkeit haben, können sie einfach nicht anders, als mit anderen mitzufühlen. Wenn Menschen in Schwierigkeiten stecken oder an Schmerzen leiden, sehen sie nicht tatenlos zu oder ignorieren sie. Unter dem Einfluss ihres gesellschaftlichen Umfelds – da die Menschen sich nur um sich selbst kümmern und ihre Mitmenschen ignorieren – wollen sie manchmal davon absehen, anderen Leuten zu helfen, aber das schaffen sie nie; wenn sie einen armen Menschen sehen, der sich nichts zu essen leisten kann, werden sie ihm – obwohl sie selbst nicht wohlhabend sind – nach einigem Hin und Her in ihrem Kopf doch helfen. Nehmen wir zum Beispiel an, jemand bekommt eine schwere Erkältung – mit Husten, Niesen und hohem Fieber. Manche Leute haben Angst, sich anzustecken, also halten sie sich fern. Gutherzige Menschen hingegen können nicht anders, als sich um so jemanden zu sorgen: „Du hast dich erkältet; hast du schon Medikamente eingenommen?“ Wenn die Person kein Geld für Medikamente hat, kaufen sie die Medikamente für sie aus eigener Tasche. Wie du siehst, sieht ein gutherziger Mensch nicht tatenlos zu, wenn er sieht, dass jemand krank ist und leidet. Das heißt, wenn Menschen in Schwierigkeiten stecken, wenn sie leiden oder in schwierigen Notlagen stecken, können Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit das immer spüren und immer erkennen, dass andere Hilfe brauchen. Sie befinden sich in derselben Umgebung wie alle anderen, aber sie sind besonders sensibel für Dinge, die andere nicht spüren können. Warum ist das so? Schlicht und ergreifend, weil die Herzen der Menschen nicht alle gleich sind. Menschen, denen es an menschlicher Empathie fehlt, fragen andere Leute nicht, wie es ihnen geht, ganz gleich, wie groß deren Schmerzen sind, als ob sie es nicht wahrnehmen könnten. Menschen, die menschliche Empathie besitzen, können nicht anders, als Mitgefühl für diejenigen in ihrem Umfeld zu empfinden, die leiden und Schwierigkeiten haben, weil ihre Eigenschaften der Menschlichkeit ein Element der Güte enthalten. Geleitet von ihrem Gewissen reichen sie dann eine helfende Hand – du könntest sie nicht davon abhalten, selbst wenn du es versuchen würdest. Sie tun das nicht in der Erwartung, dass andere sich an ihre Güte erinnern, noch in der Hoffnung, dass diese Leute ihre Menschlichkeit und ihren Charakter in höchsten Tönen loben; sie sind schlichtweg dazu bereit, und es gibt ihnen innere Ruhe, das zu tun. Das sind Gedanken und Verhaltensweisen, die aus den Eigenschaften der Menschlichkeit entspringen; niemand kann sie ändern und niemand kann sie einschränken. Die Dinge, die solche Menschen tun, oder die Art und Weise, wie sie sich verhalten, und die Grundsätze, nach denen sie sich in ihrem Verhalten richten, sind rein natürliche Offenbarungen einer normalen Menschlichkeit. Diese natürlichen Offenbarungen der Menschlichkeit kommen ganz und gar aus ihrem Herzen. Sie handeln bereitwillig so; niemand weist sie dazu an, und sie sind auf keinen Nutzen aus. Sie sind schlichtweg bereit, das zu tun, und sie finden nur inneren Frieden, wenn sie solche Dinge tun; wenn sie diese Dinge nicht tun, fühlen sie sich innerlich unbehaglich. Wenn sie einem bösen Menschen begegnen, der in Schwierigkeiten steckt, wissen sie zwar, dass sie bösen Menschen nicht helfen sollten, aber sie denken dennoch bei sich: „Werde ich kalt und herzlos?“ Selbst wenn sie diesem bösen Menschen nicht helfen, bleibt ihr Mitgefühl unverändert und wird sich in einer geeigneten Umgebung und bei den richtigen Menschen ganz natürlich wieder offenbaren. Das ist eine Eigenschaft der Menschlichkeit. Eigenschaften der Menschlichkeit sind angeboren, und natürlich können sie sich auch jederzeit und überall offenbaren; sie sind sehr natürlich, sehr rein und sehr einfach. Wenn also jemand in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzt, dann entstammt das nicht dem, was ihm seine Eltern oder die Gesellschaft beigebracht haben, noch wird es von irgendeiner Umgebung beeinflusst; das sind die angeborenen Eigenschaften der eigenen Menschlichkeit.

Manche Menschen geben gerne. Denkst du, dass Menschen, die gerne geben, auch wohlhabend sein müssen? Müssen das Menschen sein, die die vielen Unwetter des Lebens überstanden haben und von der sterblichen Welt desillusioniert sind? Müssen das Menschen sein, die all den Reichtum und die Pracht der Welt genossen haben – und all das durchschaut haben – und schließlich anfingen, den Genuss materieller Dinge mit Gleichgültigkeit zu betrachten? Müssen das Menschen sein, deren Persönlichkeit relativ unbeschwert und großmütig ist? Nein, das müssen nicht solche Menschen sein. Unter den Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, gibt es eine Art Mensch, die ein besonders sparsames Leben führt. Wenn solchen Menschen beim Essen ein Reiskorn herunterfällt, müssen sie es aufheben und essen, da sie den Gedanken nicht ertragen können, es zu verschwenden. Sie verbrauchen nur wenig Wasser, wenn sie sich die Zähne putzen und das Gesicht waschen. Wenn ihre Kleidung alt wird, bringen sie es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen; sie waschen sie und ziehen sie weiterhin an. Wenn sie etwas kaufen, wird das sorgfältig geplant und budgetiert, und solange die Qualität akzeptabel ist, kaufen sie billige Dinge. Da diese Art Mensch so sparsam ist, bedeutet das, dass solche Menschen geizig sind? (Nein.) Menschen dieser Art sind besonders sparsam, was sie selbst betrifft, aber wenn es um andere geht, sind sie nicht geizig. Wenn sie zum Beispiel sehen, dass jemand ein schwieriges Leben führt, geben sie dieser Person einige ihrer eigenen Dinge, wie etwa Kleidung oder Haushaltsgeräte. Manche Leute sagen: „Sind diese Leute barmherzige Samariter in Lumpen?“ Aber das trifft es nicht – sie haben einfach das Gefühl, dass andere Leute ziemlich bemitleidenswert sind, also wollen sie ihnen immer helfen. Tatsächlich sind sie selbst weder gut betucht noch wohlhabend, und wenn sie anderen helfen und sie unterstützen, sind sie dabei auf nichts aus. Sie besitzen nun einmal diese Art von Menschlichkeit; sie mögen es, anderen zu helfen, und das ist auch ihr Grundsatz für ihr eigenes Verhalten. Ist das auch eine Eigenschaft der Menschlichkeit? (Ja.) Der grundlegende Grundsatz von Menschen dieser Art für den Umgang mit anderen besteht darin, zu helfen, wenn sie helfen sollten, und Mitgefühl zu zeigen, wenn sie Mitgefühl zeigen sollten. Wenn andere Menschen in Schwierigkeiten stecken, bringen sie diesen Liebe entgegen und helfen ihnen auf praktische Weise; wenn es anderen Leuten an etwas fehlt, geben sie ihnen ihre eigenen Dinge. In ihren Eigenschaften der Menschlichkeit findet sich stets eine solche Bereitschaft; diese Gedanken können jederzeit in ihnen aufsteigen, oder sie können immer den Schmerz jener Menschen in ihrem Umfeld spüren, die Hilfe und Mitgefühl brauchen. Ist hier ihr Gewissen in ihnen am Werk? (Ja.) Eine solche Eigenschaft der Menschlichkeit wird nicht durch die Persönlichkeit bestimmt, sondern beruht auf der Funktion des Gewissens. Dementsprechend besitzen sie diese Mentalität – oder diese Eigenschaft der Menschlichkeit –, anderen helfen zu wollen. Wenn Menschen Hilfe brauchen und sie um Hilfe bitten, empfinden sie nicht nur Mitgefühl, sondern leisten aufrichtige Hilfe; sie tun das bereitwillig, selbst wenn es etwas von ihrer Zeit in Anspruch nimmt und sie diesen Menschen ein paar Dinge geben müssen. Diese Bereitschaft beruht auf jeden Fall zumindest auf der Güte in der Menschlichkeit einer Person. Wenn jemand keine Güte in seiner Menschlichkeit besitzt, besitzt er zum einen nicht die subjektive Bereitschaft, anderen zu helfen, und zum anderen wird er weder Mitgefühl empfinden, wenn er um Hilfe gebeten wird, noch wird er den Menschen aufrichtige Hilfe leisten. Wenn jemand diese Aufrichtigkeit nicht besitzt, wird er nur halbherzig so tun, als ob, und mit dir oberflächlich umgehen. Vielleicht werden sie widerwillig ein wenig für dich tun, um ihr Gesicht zu wahren oder aus Höflichkeit oder weil sie von Eigeninteresse getrieben sind, nur für den Fall, dass sie eines Tages dir unterstellt sind oder dich benutzen müssen. Aus verschiedenen Gründen werden sie dies widerstrebend und unwillig tun. Jemand, dessen Menschlichkeit jedoch wirklich die Eigenschaft der Güte besitzt, hilft Menschen nicht auf passive Weise, und natürlich tut er das erst recht weder unwillig noch widerwillig; vielmehr wohnt diese Bereitschaft den Eigenschaften seiner Menschlichkeit inne. Solche Menschen leisten anderen bereitwillig, aufrichtig und von sich aus Hilfe. Nehmen wir zum Beispiel an, du brauchst bei etwas ihre Hilfe. Wenn du sie um Hilfe bittest, werden sie großes Mitgefühl für dich empfinden und dir mit großem Enthusiasmus, großer Aufrichtigkeit und großer Bereitschaft aushelfen. Vielleicht betraust du sie damit, etwas für dich zu erledigen oder eine Nachricht für dich weiterzuleiten, oder vielleicht gibt es da einen bestimmten Gegenstand, den du brauchst. Unabhängig davon, welche Art von Hilfe du von ihnen benötigst: Kurz gesagt werden sie mit dieser Angelegenheit aufrichtig, ehrlich, ernsthaft und verantwortungsvoll umgehen.

Menschen, die in ihrer Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzen, nehmen es sehr ernst und sind sehr verantwortungsbewusst, wenn andere sie damit betrauen, sich um etwas zu kümmern. Wenn eine solche Person zum Beispiel in die Stadt fährt, um etwas zu erledigen, und jemand anderes sie bittet, ihm beim Kauf von Medikamenten zu helfen, denkt sie beim Kauf bei sich: „Sollte ich westliche Medizin oder chinesische Medizin besorgen? Westliche Medizin wirkt schnell, aber sie reizt den Magen. Vielleicht bekommt er Nebenwirkungen, wenn er sie einnimmt? In diesem Fall werde ich fragen, ob es eine chinesische Medizin gibt, die relativ wirksam ist und den Magen nicht reizt.“ Wie du siehst, wägen sie die Dinge sehr sorgfältig ab. Wenn jemand, der verantwortungsbewusst ist und die Eigenschaft der Güte besitzt, zustimmt, einer anderen Person dabei zu helfen, etwas zu erledigen, wird er ihr auf aufrichtige, ernsthafte und verantwortungsbewusste Weise helfen, die Dinge auszuwählen, die sie braucht. Solche Menschen sind vielleicht nicht so ernsthaft, wenn sie ihre eigenen Angelegenheiten erledigen, und wenn sie für sich selbst einkaufen, kaufen sie einfach das, was recht gut zu sein scheint, aber wenn sie Angelegenheiten für andere erledigen, sind sie besonders aufmerksam und besonders verantwortungsbewusst. Sie denken bei sich: „Da diese Person mich mit dieser Angelegenheit betraut hat, bedeutet das, dass sie eine hohe Meinung von mir hat; ich muss diese Sache gewissenhaft für sie erledigen. Außerdem ist das nichts Schwieriges. Das kostet mich kaum Mühe. Ich muss sicherstellen, dass sie mit dem zufrieden ist, was ich tue. Aber ich weiß nicht, welche Art von Medikament für sie richtig ist, und sie braucht dringend ein Medikament, um ihre Krankheit zu behandeln, also kaufe ich einfach ein bisschen von beidem für sie, sowohl chinesische als auch westliche Medizin.“ Nachdem sie die Medikamente gekauft und zurückgebracht haben, wählt die andere Person das Medikament aus, das zufällig genau die Art von Medikament ist, die sie braucht. Wie du siehst, sind sie mit ganzem Herzen bei dem, was sie tun, und tun es ernsthaft, sodass die Angelegenheit wirklich umfassend erledigt wird. Aber bei jemandem, der verantwortungslos ist und nicht die Eigenschaft der Güte besitzt, ist es so: Wenn du ihn bittest, beim Kauf von Medikamenten zu helfen, wird er auch zustimmen, aber nachdem er in die Apotheke gegangen ist, kauft er einfach wahllos ein Medikament, das zu der Krankheit passt, und kommt dann zurück. Du fragst ihn, wie viel von dem Medikament man jeden Tag einnehmen soll und ob es irgendwelche Gegenanzeigen gibt, und er sagt: „Das weiß ich nicht. Lies die Packungsbeilage selbst. Wie auch immer, ich bin losgegangen und habe das Medikament für dich besorgt.“ Am Ende stellt sich heraus, dass das von ihm gekaufte westliche Medikament nicht von Menschen eingenommen werden darf, die zu Allergien neigen, was bei dir jedoch genau der Fall ist. Das Medikament wurde also umsonst gekauft, und du musst dich dennoch selbst auf den Weg machen, um ein anderes Medikament zu kaufen. Er hat es nicht geschafft, die Angelegenheit zu erledigen, und obendrein schuldest du ihm jetzt auch noch einen Gefallen. Bist du innerlich glücklich? (Nein.) Wie wurde diese Sache erledigt? Sie wurde nicht gut erledigt. Du hast der falschen Person etwas anvertraut; du hast nicht die richtige Person dafür gefunden. Du musst jemanden finden, der Eigenschaften von Menschlichkeit besitzt. Wenn so jemand schwer zu finden ist, musst du, wenn du jemand anderen beauftragst, beim Kauf von Medikamenten zu helfen, dieser Person ein paar weitere Anweisungen geben und die Dinge genau erklären. Wenn du dieser Person, die du beauftragt hast, keine Anweisungen gegeben hast und sie keine Menschlichkeit besitzt, dann wird diese Angelegenheit definitiv nicht gut erledigt werden; mal ganz davon abgesehen, dass du Geld verschwendest, wirst du ihr auch noch einen Gefallen schulden. Wenn du jemanden findest, der Menschlichkeit besitzt, wird er alles in seiner Macht Stehende tun, um diese Sache für dich zu erledigen. Weil er ein aufrichtiges Herz hat und Verantwortung übernehmen kann und in seiner Menschlichkeit die Eigenschaft der Güte besitzt, kann er, wenn er Angelegenheiten für dich erledigt, in deinem Sinne handeln und für dich mitdenken und die Dinge, die du brauchst, zu einem vernünftigen Preis kaufen. Im Gegensatz dazu wird jemand ohne Eigenschaften der Menschlichkeit nur halbherzig bei der Sache sein und oberflächlich mit dir umgehen, wenn er etwas für dich erledigt. Er wird große Reden schwingen, aber bei der Erledigung der Angelegenheit wird er kein einziges Mal nach dem Preis fragen oder sich nach billigeren Angeboten umsehen; er wird einfach wahllos etwas für dich kaufen. Wenn man diese beiden Arten von Menschen nicht vergleicht, scheint es, als ob sie beide in der Lage wären, Dinge zu erledigen. Menschen mit Eigenschaften der Menschlichkeit können dich jedoch zufriedenstellen, wenn sie etwas für dich erledigen. Sie zeigen die Äußerungsformen der Menschlichkeit; sie können deine Bedürfnisse zufriedenstellen und für dich mitdenken. Sie verfügen über diese Art von Aufrichtigkeit. Das beweist, dass sie gütig sind, wahre Menschen sind und es wert sind, dass du ihnen etwas anvertraust. Andererseits wird es jemand ohne Eigenschaften der Menschlichkeit nicht gut erledigen, wenn du ihn mit etwas betraust. Selbst wenn er gelegentlich etwas passabel erledigt, tut er das nicht auf aufrichtige Weise – das ist nur Zufall. Du sagst: „Das Medikament war echt gut. Mir ging es schon kurz nach der Einnahme besser.“ Es wäre in Ordnung gewesen, wenn du das nicht gesagt hättest, aber jetzt, wo du ihm das gesagt hast, bist du ihm nur noch mehr zu Dank verpflichtet. Es ist offensichtlich, dass er losgegangen ist, um etwas für sich selbst zu erledigen, und dennoch muss er dir sagen: „Siehst du? Ich habe mich nur für dich extra auf den Weg gemacht.“ Er wird dich um einen Gefallen bitten, und du wirst diese geringfügige Dankesschuld für den Rest deines Lebens nicht abbezahlen können; du wurdest im Grunde von einem bösen Dämon in die Falle gelockt. Jemand mit Menschlichkeit wird dich jedoch nicht um Gefälligkeiten bitten, egal wie gut er eine Angelegenheit für dich erledigt hat. Wenn du ihm deinen Dank aussprichst, sagt er: „Das war nichts Besonderes. Es lag auf meinem Weg.“ Wie du siehst, sagen solche Menschen nur die Wahrheit. Eigentlich haben sie bereits großartige Arbeit geleistet und dir sehr geholfen. Selbst die Menschen, die dir am nächsten stehen, würden dich vielleicht nicht so behandeln, aber eine Person mit Eigenschaften der Menschlichkeit kann tun, was selbst deine Liebsten nicht können. Solche Menschen erledigen die Angelegenheit wirklich gut und wollen keinerlei Gegenleistung. Du hast immer das Gefühl, ihnen einen Gefallen zu schulden, also gibst du ihnen von Zeit zu Zeit etwas Obst oder etwas anderes, und du denkst immer an sie, wenn sich etwas Gutes ergibt. Aber sie betrachten das in ihrem Kopf nicht als eine große Sache; sie haben das Gefühl, dass es praktisch keine Mühe von ihrer Seite erforderte, dir dabei zu helfen, etwas zu erledigen, und dass es ganz normal war, dass sie das getan haben. Sie sagen dir zudem, dass sie dir auch in Zukunft helfen werden, wenn es etwas gibt, bei dem du Hilfe brauchst. Siehst du? Gibt es nicht Unterschiede zwischen den Menschen? (Ja, die gibt es.) Lass dir Folgendes gesagt sein: Menschen mit Menschlichkeit besitzen die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte, und solche Menschen sind in jeder Situation die verlässlichsten. Nur solche Menschen sind vertrauenswürdig, weil sie Grenzen in ihrem Handeln ziehen. Der Grund dafür, dass sie Grenzen in ihrem Handeln ziehen, ist, dass sie solche Eigenschaften der Menschlichkeit wie Aufrichtigkeit und Güte besitzen.

Wenn es um Menschen geht, die keine Eigenschaften der Menschlichkeit haben: Selbst wenn es sich um jemanden handelt, den du nie beleidigt hast, sobald du etwas tust, das die Interessen dieser Person berührt, wird sie nach einer Gelegenheit suchen, sich an dir zu rächen. Im Gegensatz dazu wird jemand, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt, selbst wenn du ihn zuvor verletzt oder gar seine Interessen geschädigt hast, dich auf keinen Fall hassen oder sich an dir rächen. Selbst wenn er dir gegenüber schroff ist, wenn er mit dir spricht, oder seine Worte ein bisschen harsch klingen, oder er dir eine kleine Standpauke hält, sind das normale Äußerungsformen, die der Menschlichkeit entstammen – er wird definitiv nicht endlos versuchen, Rache zu üben, oder dich ewig hassen, wie es ein böser Mensch tun würde. Worauf begründet sich das? Auf der Grenze, die er in seinem Verhalten gezogen hat. Gerade weil er Gewissen und Vernunft hat und in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzt, wird er in seinem Verhalten niemals seine Grenze überschreiten. Wenn jemand ihn beleidigt, wird sein Gewissen, selbst wenn er sich rächen will, das absolut nicht zulassen. Wenn er wütend ist, wird er einfach ein paar zornige Worte sagen, um seinem Ärger ein wenig Luft zu machen, und damit hat es sich – er wird definitiv nichts tun, um sich zu rächen. Das ist die Eigenschaft einer Person mit Menschlichkeit. Wie du siehst: Selbst wenn manche Menschen nicht beleidigt wurden, wollen sie andere dennoch quälen; sie wollen mit ihnen wetteifern und gegen sie kämpfen und überlegen immer, wie sie hinter ihrem Rücken gegen sie Pläne schmieden können. Auch das ist eine Eigenschaft der Menschlichkeit – es ist die Eigenschaft, die böse Dämonen und böse Teufel in ihrer Menschlichkeit haben. Im Gegensatz dazu kann jemand, der in seiner Menschlichkeit die Eigenschaften Aufrichtigkeit und Güte besitzt, es nicht über sich bringen, andere zu quälen. Wenn solche Menschen so etwas tun würden, würde ihr Gewissen ihnen Vorwürfe machen und sie disziplinieren. Selbst wenn Gott sie nicht diszipliniert, der Heilige Geist ihnen keine Vorwürfe macht und die Brüder und Schwestern ihnen keine Vorwürfe machen, hält ihr Gewissen sie im Zaum. Wenn ein Mensch von seinem Gewissen zurückgehalten wird, geht er in seinen Handlungen nicht zu weit und hat eine Grenze für das, was er tut, gezogen. Selbst wenn du ihn beleidigst, ihn verletzt oder gar etwas tust, das zu weit geht, wird er die Sache nicht mit dir ausfechten wollen. Im schlimmsten Fall wird er dich einfach meiden und ignorieren und keinen Umgang mit dir haben und nicht mit dir interagieren oder arbeiten. Aber er wird dir definitiv keinen Schaden zufügen oder dich betrügen; er wird nicht hinter deinem Rücken gegen dich intrigieren oder irgendwelche Taktiken anwenden, um dich in eine Falle zu locken – er wird solche Dinge definitiv nicht tun. Schaut euch an, welche der Menschen um euch herum Menschen dieser Art sind – das sind gute Menschen von höchster Qualität. Du kannst im Umgang mit ihnen absolut beruhigt sein. Selbst wenn du sie so sehr verletzt, dass sie völlig am Boden zerstört sind, werden sie dich höchstens innerlich hassen, dich nicht mehr beachten wollen und niemals mit dir befreundet sein, aber sie werden weder Pläne gegen dich schmieden noch nach einer Gelegenheit suchen, sich an dir zu rächen, geschweige denn sagen: „Für einen Ehrenmann ist es nie zu spät, Rache zu nehmen.“ Das ist wahre Aufrichtigkeit und Güte. In der Lage zu sein, das zu erreichen, ist definitiv nicht etwas, das vorgetäuscht werden kann; das ist eine wahre Eigenschaft der Menschlichkeit. Nur ein Mensch, der Eigenschaften der Menschlichkeit besitzt, wird in seinem Verhalten die korrekten Grundsätze haben und die korrekten Grenzen ziehen. Wenn du mit ihm interagierst und umgehst, wirst du in der Lage sein, sowohl diese Verhaltensweisen und Äußerungsformen bei ihm zu sehen als auch diese natürlichen Offenbarungen seiner Menschlichkeit.

Kontaktiere uns über WhatsApp