Exkurs 5: Zusammenfassung – Der Charakter von Antichristen und ihre Dispositionsessenz (Teil 2) Abschnitt Eins
II. Der Unterschied zwischen Charakter und Dispositionsessenz
Letztes Mal haben wir den Charakter von Antichristen zusammengefasst. Könnt ihr wiedergeben, woraus er besteht? (Der erste Punkt ist gewohnheitsmäßiges Lügen, der zweite ist Heimtücke und Skrupellosigkeit, der dritte ist ein Mangel an Ehrgefühl und Schamlosigkeit, der vierte ist Selbstsucht und Gemeinheit, der fünfte ist, sich bei den Mächtigen anzubiedern und die Schwachen zu unterdrücken, und der sechste ist eine das normale Maß übersteigende Begierde nach materiellen Dingen.) Es gibt insgesamt sechs Punkte. Betrachtet man diese sechs Punkte, so ist der Charakter von Antichristen ohne Menschlichkeit, Gewissen und Vernunft. Sie besitzen wenig Integrität und ihr Charakter ist abscheulich. Angenommen, man weiß nicht oder kann nicht ergründen, was für eine Disposition eine Person hat oder ob sie gut oder schlecht ist, doch man erfährt etwas über ihren Charakter und entdeckt beispielsweise, dass sie einen abscheulichen Charakter hat, etwa, dass sie gewohnheitsmäßig lügt, kein Ehrgefühl hat oder heimtückisch und skrupellos ist. Dann kann man sie vorläufig als jemanden charakterisieren, der kein Gewissen, kein gütiges Herz und keinen edlen Charakter hat, sondern als jemanden, der eine schlechte, eine extrem minderwertige und böse Menschlichkeit besitzt. Wenn solche Menschen keinen Status haben, kann man sie vorläufig als böse Menschen charakterisieren. Aber kann man sie, allein nach ihrem Charakter urteilend, vollständig und umfassend als Antichristen charakterisieren? Wenn wir nur diese Äußerungsformen ihrer Menschlichkeit betrachten, kann man solche Menschen mit achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit als Antichristen charakterisieren. Sie haben nicht nur die Disposition von Antichristen, und es ist nicht einfach so, dass ihre Menschlichkeit böse, schlecht und minderwertig ist, also können wir sie vorläufig als Antichristen charakterisieren. Denn niemand, der als Antichrist charakterisiert wird, besitzt eine gute Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Güte, Einfachheit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit gegenüber anderen oder ein Ehrgefühl; niemand, dessen Charakter diese Aspekte aufweist, ist ein Antichrist. Die Menschlichkeit von Antichristen ist zuallererst äußerst schlecht. Ihnen fehlt es an Gewissen und Vernunft, und sie besitzen gewiss nicht den Charakter, den Menschen mit Menschlichkeit und einer edlen Integrität haben. Wenn sie also, nach dem Charakter von Antichristen urteilend, keinen Status haben und nur gewöhnliche Nachfolger oder einfache Mitglieder einer Gruppe sind, die ihre Pflicht tun, ihr Charakter aber ziemlich schlecht ist und sie die Merkmale des Charakters eines Antichristen besitzen, können wir diese Menschen vorläufig als Antichristen charakterisieren. Was sollte mit jenen geschehen, die man nicht durchschauen kann? Sie sollten nicht befördert werden oder Status erhalten. Manche mögen sagen: „Wenn wir ihnen Status geben, wird sich dann nicht herausstellen, ob sie Antichristen sind oder nicht?“ Ist diese Aussage richtig? (Nein, das ist sie nicht.) Wenn wir solchen Menschen Status geben, werden sie die Dinge tun, die Antichristen tun, und was immer ein Antichrist zu tun vermag, werden sie tun. Erstens werden sie unabhängige Königreiche errichten, und darüber hinaus werden sie Menschen kontrollieren. Wird diese Art Mensch Dinge tun, die dem Haus Gottes nützen? (Nein.) Sobald solche Menschen Status erlangen, können sie unabhängige Königreiche errichten, mutwillig handeln, Störungen und Unterbrechungen verursachen, Cliquen bilden und all die Taten böser Menschen vollbringen. Das ist so, als würde man den Fuchs in den Weinberg lassen, das auserwählte Volk Gottes in die Hände böser Menschen legen und es den Teufeln und Satanen ausliefern. Sobald diese Menschen Macht übernehmen, steht unumstößlich fest, dass sie zweifellos Antichristen sind. Wenn man allein aufgrund des Charakters einer Person bestimmt, ob sie ein Antichrist ist, mag das für viele, die die wahren Fakten nicht kennen, die die Dispositionsessenz von Antichristen nicht verstehen oder nicht erkennen können, ein wenig übertrieben erscheinen. Sie denken vielleicht: „Warum sollte man jemanden allein deswegen komplett abschreiben oder verurteilen? Es scheint unfair, sie als Antichristen zu bezeichnen, bevor sie überhaupt etwas getan haben.“ Wenn man jedoch von der Dispositionsessenz von Antichristen ausgeht, dann fehlt es ihnen fraglos an einer guten Menschlichkeit. Erstens sind sie definitiv keine Menschen, die nach der Wahrheit streben; zweitens lieben sie fraglos die Wahrheit nicht; mehr noch, sie sind absolut nicht die Art Menschen, die sich Gottes Worten unterwerfen, Gott fürchten und das Böse meiden. Für jene, die solche Eigenschaften nicht besitzen, ist es ziemlich offensichtlich, ob ihr Charakter edel oder niederträchtig, gut oder schlecht ist.
Bei der letzten Zusammenkunft hielten wir Gemeinschaft über verschiedene Verhaltensweisen, Sprechweisen, Arten des Umgangs mit Angelegenheiten und so weiter, die sich durch den Charakter von Antichristen manifestieren. Wenn wir allein aufgrund des Charakters einer Person nicht vollständig bestimmen können, ob sie ein Antichrist ist, dann ist es für uns notwendig, weiter über die Dispositionsessenz von Antichristen Gemeinschaft zu halten. Indem wir einerseits den Charakter von Antichristen prüfen und erkennen und andererseits ihre Dispositionsessenz, können wir durch die Kombination dieser beiden Aspekte bestimmen, ob eine Person nur die Disposition eines Antichristen besitzt oder tatsächlich ein Antichrist ist. Lasst uns heute zusammenfassen, welche Dispositionsessenzen Antichristen haben. Dies ist ein entscheidenderes Merkmal, das es uns ermöglicht, besser zu identifizieren, zu erkennen oder zu bestimmen, ob eine Person ein Antichrist ist.
Was die Disposition betrifft, so haben wir bereits eine konkrete Zusammenfassung dazu gemacht – was sind die verdorbenen Dispositionen des Menschen? (Starrsinn, Arroganz, Verlogenheit, Abneigung gegen die Wahrheit, Bösartigkeit und Niederträchtigkeit.) Es sind mehr oder weniger diese sechs, und andere Bezeichnungen für Dispositionen wie Selbstsucht und Gemeinheit sind mit einer dieser sechs gewissermaßen verwandt oder ihr ähnlich. Sagt Mir, gibt es einen Unterschied zwischen dem Charakter einer Person und ihrer Dispositionsessenz? Worin besteht derUnterschied? Der Charakter wird in erster Linie am Gewissen und an der Vernunft gemessen. Es geht darum, ob eine Person Integrität hat, ob ihre Integrität edel ist, ob sie Würde hat, ob sie menschliche Moral besitzt, wie hoch ihre moralischen Maßstäbe sind, ob sie bei ihrem Verhalten eine untere Grenze und Grundsätze hat, ob ihre Menschlichkeit gut oder böse ist und ob sie arglos und ehrlich ist – diese Aspekte betreffen den menschlichen Charakter. Im Wesentlichen besteht der Charakter aus den Entscheidungen und Neigungen gegenüber Gut und Böse, gegenüber positiven und negativen Dingen sowie gegenüber Richtig und Falsch, die die Menschen in ihrem täglichen Leben zeigen – darum geht es dabei. Dies berührt im Grunde nicht die Wahrheit; es wird nur anhand des Maßstabs des Gewissens sowie guter und böser Menschlichkeit gemessen und erreicht nicht wirklich die Ebene der Wahrheit. Wenn es um die Disposition geht, muss sie anhand des Wesens einer Person gemessen werden. Ob sie das Gute oder das Böse bevorzugt, und wenn es um Gerechtigkeit und Niederträchtigkeit sowie um positive und negative Dinge geht, was sie manifestiert, was ihre Entscheidungen und die von ihr offenbarte Disposition wirklich sind und wie ihre Reaktionen ausfallen mögen – diese Dinge müssen anhand der Wahrheit gemessen werden. Wenn der Charakter einer Person relativ gütig ist, wenn sie Gewissen und Vernunft hat, kann man dann sagen, dass sie keine verdorbene Disposition hat? (Nein, das kann man nicht.) Wenn eine Person sehr gütig ist, besitzt sie dann Arroganz? (Ja, das tut sie.) Wenn eine Person sehr ehrlich ist, hat sie dann eine starrsinnige Disposition? (Ja, das hat sie.) Man kann sagen, dass, ganz gleich, wie gut der Charakter einer Person ist, ganz gleich, wie edel ihre Integrität sein mag, nichts davon bedeutet, dass sie keine verdorbene Disposition hat. Wenn eine Person Gewissen und Vernunft besitzt, bedeutet das dann, dass sie Gott gegenüber niemals Widerstand leistet oder sich gegen Ihn auflehnt? (Nein, tut es nicht.) Wie kommt es also zu dieser Auflehnung? Es liegt daran, dass die Menschen eine verdorbene Disposition haben, und in ihrer Dispositionsessenz Starrsinn, Arroganz, Niederträchtigkeit und so weiter vorhanden sind. Daher bedeutet ein noch so guter Charakter einer Person nicht, dass sie die Wahrheit besitzt, dass sie keine verdorbene Disposition hat oder dass sie es vermeiden kann, sich Gott zu widersetzen, Ihn zu verraten und sich gegen Ihn aufzulehnen und sich Gott unterwerfen kann, ohne nach der Wahrheit zu streben. Wenn sie einen guten Charakter hat, relativ arglos, ehrlich, aufrichtig, gutherzig ist und ein Ehrgefühl hat, bedeutet das nur, dass sie die Wahrheit annehmen, die Wahrheit lieben und sich dem unterwerfen kann, was Gott tut, weil sie einen Charakter besitzt, der die Wahrheit annehmen kann.
Ein guter oder schlechter Charakter wird anhand grundlegender Kriterien wie Gewissen, Moral und Integrität gemessen. Die Dispositionsessenz einer Person muss jedoch anhand der sechs zuvor erwähnten verdorbenen Dispositionen gemessen werden. Wenn eine Person einen hohen moralischen Maßstab, Integrität, Gewissen, Vernunft und ein gütiges Herz hat, kann man nur sagen, dass ihr Charakter relativ gut ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Person die Wahrheit versteht, die Wahrheit besitzt oder Angelegenheiten nach den Wahrheitsgrundsätzen handhaben kann. Was bestätigt das? Obwohl sie einen guten Charakter, eine relativ edle Integrität und einen höheren moralischen Maßstab für ihr Verhalten und Handeln hat, bedeutet das nicht, dass sie keine verdorbene Disposition hat, dass sie die Wahrheit besitzt oder dass ihre Disposition voll und ganz den Anforderungen Gottes entspricht. Wenn die verdorbene Disposition einer Person keine Veränderung zeigt und sie die Wahrheit nicht versteht, dann ist sie, ganz gleich, wie gut ihr Charakter auch sein mag, keine wahrhaft gute Person. Angenommen, eine Person erfährt eine relative Veränderung ihrer Disposition, das heißt, sie sucht bei ihren Handlungen nach der Wahrheit, befolgt beim Handhaben von Angelegenheiten aktiv die Wahrheitsgrundsätze und unterwirft sich der Wahrheit und Gott. Und obwohl ihre verdorbene Disposition manchmal noch zum Vorschein kommt, sie Arroganz und Verlogenheit und in schweren Fällen eine bösartige Disposition offenbart, so stimmen doch insgesamt der Ursprung, die Richtung und das Ziel ihrer Handlungen mit den Wahrheitsgrundsätzen überein, und wenn sie handelt, tut sie dies mit Suchen und Unterwerfung. Kann man also sagen, dass ihr Charakter edler ist als der jener, die keine Veränderung ihrer Disposition zeigen? (Ja.) Wenn der Charakter einer Person nur von Natur aus gut ist und ihre Menschlichkeit in den Augen anderer gut ist, sie aber die Wahrheit überhaupt nicht versteht, voller Auffassungen und Einbildungen über Gott ist, nicht weiß, wie man Gottes Worte erfährt, und nicht weiß, wie man Gottes Orchestrierungen und Anordnungen annimmt, geschweige denn, wie man sich allem unterwirft, was Gott tut – ist das dann eine wahrhaft gute Person? Genau genommen ist sie keine wahrhaft gute Person, aber man kann zutreffend sagen, dass ihr Charakter recht gut ist. Was bedeutet es, einen recht guten Charakter zu haben? Es bedeutet, relative Integrität zu haben, bei seinen Handlungen und im Umgang mit anderen relativ fair und gerecht zu sein, andere nicht auszunutzen, relativ ehrlich zu sein, andere nicht zu verletzen oder zu schädigen, mit Gewissen zu handeln und einen gewissen moralischen Maßstab zu besitzen, nicht bloß zu vermeiden, gegen Gesetze zu verstoßen und moralische Beziehungen zu verletzen – es ist etwas, das ein wenig höher ist als diese beiden Maßstäbe. Wenn Menschen mit einer solchen Person interagieren, spüren sie, dass diese Person relativ aufrichtig ist, und sie brauchen sich in ihrer Gegenwart nicht in Acht zu nehmen, weil diese Person andere nicht schädigt oder verletzt, und die Menschen sind im Umgang mit ihr unbesorgt. Wer diese Eigenschaften besitzt, den kann man als eine recht gute Person bezeichnen. Im Vergleich zu jenen jedoch, die die Wahrheit verstehen und die Wahrheit praktizieren und sich ihr unterwerfen können, ist eine solche Menschlichkeit nichts Edles. Mit anderen Worten, ganz gleich, wie gut die Menschlichkeit einer Person ist, sie kann das Verstehen der Wahrheit oder das Praktizieren der Wahrheit nicht ersetzen, und sie kann schon gar nicht eine Veränderung der Disposition ersetzen.
Der Charakter bezieht sich auf das Gewissen, die Moral und die Integrität eines Menschen. Um den Charakter einer Person zu messen, muss man ihr Gewissen, ihre Moral und ihre Integrität beurteilen. Aber worauf bezieht sich die Disposition, und wie wird sie gemessen? Sie wird anhand der Wahrheit, anhand von Gottes Worten gemessen. Angenommen, der Charakter einer Person ist in allen Aspekten sehr gut, jeder hält sie für einen guten Menschen, und man kann sagen, dass sie in den Augen der verdorbenen Menschheit vollkommen und vollständig ist, scheinbar ohne Makel oder Fehler; aber wenn man sie anhand der Wahrheit misst, ist das bisschen ihrer sogenannten Güte kaum der Rede wert. Prüft man ihre Disposition, stellt man vielleicht Arroganz, Starrsinn, Verlogenheit, Niederträchtigkeit, sogar Abneigung gegen die Wahrheit und noch mehr die Äußerungsform einer bösartigen Disposition fest. Ist das nicht eine Tatsache? (Ja, das ist es.) Wie wird die Dispositionsessenz einer Person gemessen? Sie wird anhand der Wahrheit gemessen, indem man die Haltung einer Person gegenüber der Wahrheit und Gott beurteilt. Auf diese Weise wird die verdorbene Disposition dieser Person vollständig und gründlich offenbart. Obwohl die Menschen vielleicht denken, die Person hätte ein Gewissen, Integrität und einen hohen moralischen Maßstab, und sie unter anderen als Heilige oder vollkommene Person hochgehalten wird, wird ihre verdorbene Disposition, wenn sie vor die Wahrheit und vor Gott tritt, schonungslos enthüllt, sie ist ohne jeden Verdienst, und es zeigt sich, dass sie die gleichen verdorbenen Dispositionen wie der Rest der Menschheit teilt. Wenn Gott die Wahrheit kundtut, den Menschen erscheint und wirkt, manifestiert sie jede einzelne der gleichen verdorbenen Dispositionen von Starrsinn, Arroganz, Verlogenheit, Abneigung gegen die Wahrheit, Niederträchtigkeit und Bösartigkeit wie andere Menschen. Sind solche Menschen nicht vollkommen? Sind sie nicht Heilige? Sind sie nicht gute Menschen? Sie sind nur in den Augen anderer Menschen gut; weil es den Menschen an der Wahrheit mangelt und sie die gleichen verdorbenen Dispositionen besitzen, basiert der Maßstab, mit dem sie sich gegenseitig messen, nur auf Gewissen, Integrität und Moral, nicht auf der Wahrheit. Wie erscheint der Charakter einer Person, wenn er nicht mit der Wahrheit gemessen wird? Ist sie eine wahrhaft gute Person? Offensichtlich nicht, denn einer Person, die von anderen Menschen als gut eingeschätzt und beurteilt wurde, fehlt es an keiner der verdorbenen Dispositionen. Wie also entwickeln sich die verdorbenen Dispositionen der Menschen und wie werden sie aufgedeckt? Wenn Gott die Wahrheit nicht kundtut oder der Menschheit nicht erscheint, scheinen die verdorbenen Dispositionen der Menschen nicht zu existieren. Wenn Gott jedoch die Wahrheit kundtut und den Menschen erscheint, werden die verdorbenen Dispositionen sogenannter Heiliger oder vollkommener Menschen in den Augen anderer vollständig aufgedeckt. Aus dieser Perspektive betrachtet, bestehen die verdorbene Disposition des Menschen und sein Charakter nebeneinander. Es ist nicht so, dass die Menschen nur dann eine verdorbene Disposition haben, wenn Gott erscheint; vielmehr werden ihre verdorbene Disposition und ihre Hässlichkeit bloßgelegt, wenn Gott die Wahrheit kundtut und unter der Menschheit erscheint und wirkt. An diesem Punkt erkennen und entdecken die Menschen, dass sich hinter einem guten Charakter auch eine verdorbene Disposition verbirgt. Gute Menschen, vollkommene Menschen oder Heilige in den Augen anderer besitzen eine verdorbene Disposition wie jeder andere auch, und nicht weniger als jede andere Person – die verdorbenen Dispositionen dieser Menschen sind sogar noch verborgener als die anderer Menschen und haben eine größere Fähigkeit, in die Irre zu führen. Was genau ist also eine verdorbene Disposition und was ist die Dispositionsessenz? Die verdorbene Disposition eines Menschen ist das Wesen dieses Menschen; der Charakter eines Menschen stellt nur einige oberflächliche Regeln für das eigene Verhalten dar und spiegelt nicht die Menschlichkeitsessenz einer Person wider. Wenn wir von der Menschlichkeitsessenz einer Person sprechen, beziehen wir uns auf ihre Disposition. Wenn wir den Charakter einer Person erörtern, beziehen wir uns auf oberflächliche Aspekte, z.B. ob sie gute Absichten hat, gutherzig ist, wie ihre Integrität ist und ob sie moralische Maßstäbe hat. Versteht ihr jetzt, was mit Charakter und was mit der Dispositionsessenz gemeint ist? Dieses Thema kann man nur im Herzen erfassen; es kann nicht mit einem einzigen Wort oder einer einzigen Phrase definiert werden. Es ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Wenn es definiert und zu eng erklärt wird, mag es einheitlich erscheinen, ist aber tatsächlich unklar. Ich werde keine Definition darauf anwenden, ich habe es auf diese Weise erklärt, und wenn ihr es im Herzen erfasst, werdet ihr es verstehen.
Es gibt insgesamt sechs verdorbene Dispositionen des Menschen: Starrsinn, Arroganz, Verlogenheit, Abneigung gegen die Wahrheit, Bösartigkeit und Niederträchtigkeit. Welche von diesen sechs sind relativ schwerwiegend und welche sind gewöhnlicher oder alltäglicher, vom Grad her milder und von den Umständen her weniger intensiv? (Starrsinn, Arroganz und Verlogenheit sind etwas milder.) Das ist richtig. Es scheint, ihr habt eine gewisse Wahrnehmung und ein gewisses Verständnis von den verschiedenen Äußerungsformen der verdorbenen Dispositionen des Menschen. Obwohl diese drei auch zu den verdorbenen Dispositionen gehören, die die von Satan verdorbene Menschheit besitzt, und obwohl sie vom Wesen her auch von Gott verabscheut werden, nicht mit der Wahrheit übereinstimmen und sich Gott widersetzen, sind sie vom Grad her relativ mild und oberflächlich, das heißt, sie sind etwas alltäglicher; jedes Mitglied der verdorbenen Menschheit besitzt sie in unterschiedlichem Ausmaß. Abgesehen von diesen drei sind Abneigung gegen die Wahrheit, Bösartigkeit und Niederträchtigkeit vergleichsweise viel schwerwiegender vom Grad her. Wenn man sagt, die ersten drei seien gewöhnliche verdorbene Dispositionen, dann sind die letzteren drei außergewöhnliche verdorbene Dispositionen, die vom Grad her schwerwiegender sind. Was bedeutet es, dass sie schwerwiegender sind? Es bedeutet, dass diese drei in Bezug auf die Umstände, das Wesen und das Ausmaß, in dem Menschen Gott widerstehen, sich gegen Ihn auflehnen und sich Ihm widersetzen, schwerwiegender sind. Diese drei sind schwerwiegendere Dispositionen, die Menschen manifestieren, indem sie direkt die Wahrheit leugnen, Gott leugnen, gegen Gott wettern, Gott angreifen, Gott auf die Probe stellen, über Gott urteilen und so weiter. Wie unterscheiden sich diese drei verdorbenen Dispositionen des Menschen von den ersten drei? Die ersten drei sind alltäglicher, sie sind Merkmale der verdorbenen Dispositionen, die alle verdorbenen Menschen teilen, das heißt, jeder Einzelne, unabhängig von Alter, Geschlecht, Geburtsort, Rasse oder Ethnie, besitzt diese drei Dispositionen. Die letzteren drei sind je nach Wesen in unterschiedlichem Grad und in größerem oder geringerem Ausmaß in jeder Person vorhanden, aber innerhalb der verdorbenen Menschheit besitzen nur Antichristen diese drei Dispositionen – Niederträchtigkeit, Abneigung gegen die Wahrheit und Bösartigkeit – im schwerwiegendsten Ausmaß. Abgesehen von Antichristen offenbaren gewöhnliche verdorbene Menschen die Dispositionen der Niederträchtigkeit, der Abneigung gegen die Wahrheit und der Bösartigkeit nur in einem gewissen Maße oder in bestimmten Umgebungen oder speziellen Kontexten. Auch wenn sie diese Dispositionen haben, sind sie keine Antichristen. Ihr Wesen ist nicht niederträchtig oder bösartig, und es ist schon gar nicht der Wahrheit abgeneigt. Das hat mit ihrem Charakter zu tun. Diese Menschen sind relativ gutherzig, sie haben Integrität, sie sind aufrichtig, sie haben ein Ehrgefühl und so weiter – ihr Charakter ist relativ gut. Daher offenbaren sie die letzteren drei schwerwiegenden verdorbenen Dispositionen nur gelegentlich oder nur in bestimmten Umgebungen und Kontexten. Jedoch beherrschen diese Dispositionen nicht ihr Wesen. Wenn zum Beispiel Personen mit gewöhnlichen verdorbenen Dispositionen bei der Ausführung ihrer Pflichten oberflächlich handeln und mit Gottes Disziplinierung konfrontiert werden, weigern sie sich möglicherweise, sich dem zu beugen, und denken: „Andere sind auch oberflächlich; warum werden sie nicht diszipliniert? Warum erhalte ich diese Art von Disziplinierung und Maßregelung?“ Was für eine Disposition ist diese Weigerung, sich zu beugen? Es ist offensichtlich eine bösartige Disposition. Sie beklagen sich über Gottes Ungerechtigkeit und parteiische Behandlung, was ein wenig den Charakter hat, sich Gott zu widersetzen und gegen Ihn zu wettern – das ist eine bösartige Disposition. Die bösartige Disposition solcher Menschen offenbart sich in diesen Situationen, aber der Unterschied ist, dass diese Menschen ein gütiges Herz, das Bewusstsein von Gewissen, Integrität und relative Aufrichtigkeit haben. Wenn sie sich bei Gott beklagen und eine bösartige Disposition offenbaren, wirkt ihr Gewissen. Wenn ihr Gewissen wirkt, gerät es in einen Konflikt mit ihrer bösartigen Disposition, und bestimmte Gedanken entwickeln sich in ihrem Kopf: „Ich sollte nicht so denken. Gott hat mich sehr gesegnet, und Er hat mir Gnade erwiesen. Ist es nicht gewissenlos von mir, so zu denken? Widersetze ich mich damit nicht Gott und breche Sein Herz?“ Ist das nicht ihr Gewissen, das hier wirkt? An diesem Punkt wirkt ihr guter Charakter. Sobald ihr Gewissen anfängt zu wirken, verblassen ihre Wut, ihre Beschwerden und ihre Weigerung, sich zu beugen, und werden Stück für Stück beiseitegelegt und beseitigt. Ist das nicht die Wirkung ihres Gewissens? (Ja.) Offenbaren sie also eine bösartige Disposition? (Ja.) Sie offenbaren eine bösartige Disposition, aber weil solche Menschen ein Gewissen und Menschlichkeit haben, kann ihr Gewissen ihre bösartige Disposition zügeln und sie rational werden lassen. Wenn sie rational werden und sich beruhigen, werden sie nachdenken und erkennen, dass auch sie fähig sind, sich Gott zu widersetzen. Zu diesem Zeitpunkt wird unbemerkt ein Gefühl der Schuld und der Reue in ihnen aufkommen: „Ich war gerade zu impulsiv, habe mich Gott widersetzt und habe gegen Ihn aufbegehrt. Ist es nicht Gottes Liebe, dass Er mich diszipliniert? Ist das nicht Seine Gunst? Warum habe ich so unvernünftig gehandelt? Habe ich Gott nicht verärgert? Ich kann so nicht weitermachen; ich muss zu Gott beten, Buße tun, das Böse, das ich tue, loslassen und meine Auflehnung beenden. Da ich zugebe, dass ich oberflächlich gehandelt habe, muss ich aufhören, oberflächlich zu sein, die Dinge ernsthaft angehen und suchen, wie ich durch meine Handlungen meine Treue beweisen kann, sowie was die Grundsätze für die Ausführung meiner Pflicht sind.“ Ist das nicht die Wirkung ihres guten Charakters? Zweifellos haben auch diese Menschen eine bösartige Disposition, aber durch die Wirkung ihres Gewissens und indem sie die Dinge mit ihrer Rationalität abwägen, überwiegt letztendlich ihr guter, wahrheitsliebender Charakter. Diese Menschen haben Bösartigkeit unter ihren verdorbenen Dispositionen, kann man also sagen, dass sie deshalb ein bösartiges Wesen besitzen? Kann man sagen, dass ihr Wesen bösartig ist? Nein. Objektiv betrachtet ist ihre Bösartigkeit, obwohl die von ihnen offenbarten verdorbenen Dispositionen Bösartigkeit beinhalten, nur eine Art verdorbener Disposition und nicht ihr Wesen, weil sie ein Gewissen, Rationalität und eine relative Liebe zur Wahrheit besitzen. Warum ist es nicht ihr Wesen? Weil sich diese ihre verdorbene Disposition ändern kann. Obwohl sie diese Art von verdorbener Disposition offenbaren und sich Gott widersetzen und gegen Ihn aufbegehren können, sei es für eine lange oder kurze Zeit, verhindert die Wirkung ihres Gewissens, ihrer Integrität, ihrer Vernunft und so weiter in ihrem Charakter, dass ihre bösartige Disposition ihr Verhalten oder ihre Haltung gegenüber der Wahrheit beherrscht. Was ist das Endergebnis? Sie können ihre Sünden bekennen, Buße tun, nach den Wahrheitsgrundsätzen handeln, sich der Wahrheit unterwerfen und Gottes Orchestrierung annehmen, alles ohne Klagen. Trotz der Offenbarung einer bösartigen Disposition ist das Endergebnis, dass sie sich nicht gegen Gott auflehnen oder sich Gottes Souveränität widersetzen – sie unterwerfen sich. Dies ist eine Äußerungsform einer gewöhnlichen verdorbenen Person. Solche Menschen haben lediglich verdorbene Dispositionen; sie haben nicht die Dispositionsessenz von Antichristen. Das ist zutreffend.
Nehmen wir zum Beispiel niederträchtige Dispositionen: Was ist die niederträchtigste Disposition, die Menschen vor Gott offenbaren? Gott auf die Probe zu stellen. Manche Menschen machen sich Sorgen, dass sie keinen guten Bestimmungsort haben könnten und dass ihr Ergebnis nicht garantiert sein könnte, weil sie, nachdem sie zum Glauben an Gott gekommen waren, vom Weg abgekommen sind, Böses getan und viele Verfehlungen begangen haben. Sie sorgen sich, dass sie in die Hölle kommen, und haben ständig Angst vor ihrem Ergebnis und ihrem Bestimmungsort und sind ständig besorgt. Sie grübeln immer wieder: „Werden mein zukünftiges Ergebnis und mein Bestimmungsort gut oder schlecht sein? Werde ich in die Hölle oder in den Himmel kommen? Gehöre ich zu Gottes Volk oder bin ich ein Dienender? Werde ich zugrunde gehen oder gerettet werden? Ich muss herausfinden, welche von Gottes Worten davon handeln.“ Sie sehen, dass Gottes Worte allesamt die Wahrheit sind und dass sie alle die verdorbenen Dispositionen der Menschen aufdecken, und sie finden nicht die Antworten, die sie suchen, also denken sie ständig darüber nach, wo sie sonst nachfragen könnten. Später, wenn sie eine Gelegenheit finden, befördert und in eine wichtige Position berufen zu werden, wollen sie die Meinung des Oberen sondieren und denken sich: „Welche Meinung hat der Obere von mir? Wenn seine Meinung gefällig ist, beweist das, dass Gott sich nicht an das Böse, das ich in der Vergangenheit getan habe, und an die Verfehlungen, die ich begangen habe, erinnert. Es beweist, dass Gott mich immer noch retten wird, dass ich noch Hoffnung habe.“ Dann sagen sie direkt ihren Vorstellungen folgend: „Dort, wo wir sind, sind die meisten Brüder und Schwestern nicht sehr bewandert in ihrem Fachgebiet, und sie glauben erst seit kurzer Zeit an Gott. Ich glaube am längsten an Gott. Ich bin gefallen und gescheitert, ich habe einige Erfahrungen gemacht und einige Lektionen gelernt. Wenn sich die Gelegenheit bietet, bin ich bereit, eine schwere Last auf mich zu nehmen und auf Gottes Absichten Rücksicht zu nehmen.“ Sie benutzen diese Worte als einen Test, um zu sehen, ob der Obere die Absicht hat, sie zu befördern, oder ob der Obere sie aufgegeben hat. In Wirklichkeit wollen sie diese Verantwortung oder diese Bürde nicht wirklich auf sich nehmen; sie bezwecken mit diesen Worten lediglich, herauszufinden, ob für sie noch Hoffnung auf Rettung besteht. Das ist ein auf die Probe Stellen. Welche Disposition steckt hinter dieser Vorgehensweise des auf die Probe Stellens? Es ist eine niederträchtige Disposition. Unabhängig davon, wie lange diese Vorgehensweise offenbart wird, wie sie es tun oder wie sehr sie umgesetzt wird, ist die Disposition, die sie offenbaren, in jedem Fall definitiv niederträchtig, denn sie haben währenddessen viele Gedanken, Bedenken und Sorgen. Wenn sie diese niederträchtige Disposition offenbaren, was tun sie dann, das zeigt, dass sie Menschen mit Menschlichkeit sind und Menschen, die die Wahrheit praktizieren können, und das bestätigt, dass sie nur diese verdorbene Disposition und kein niederträchtiges Wesen besitzen? Nachdem sie solche Dinge getan und gesagt haben, fühlen diejenigen mit Gewissen, Vernunft, Integrität und Würde Unbehagen und Schmerz in ihrem Herzen. Sie quälen sich und denken: „Ich glaube seit so vielen Jahren an Gott; wie konnte ich Gott auf die Probe stellen? Wie kann ich immer noch so mit meinem eigenen Bestimmungsort beschäftigt sein und eine solche Methode anwenden, um etwas aus Gott herauszulocken und Ihn dazu zu bringen, mir eine klare Antwort zu geben? Das ist zu verachtenswert!“ Sie fühlen sich in ihrem Herzen unwohl, aber die Tat ist vollbracht und die Worte sind gesprochen – sie können nicht zurückgenommen werden. Dann verstehen sie: „Obwohl ich ein wenig guten Willen und einen Sinn für Gerechtigkeit habe, bin ich dennoch zu solch niederträchtigen Dingen fähig; das ist das niederträchtige Handeln einer gemeinen Person! Versuche ich so nicht, Gott auf die Probe zu stellen? Erpresse ich so nicht Gott? Das ist wirklich verachtenswert und schamlos!“ Was ist in einer solchen Situation eine vernünftige Vorgehensweise? Ist es, im Gebet vor Gott zu treten und seine Sünden zu bekennen, oder ist es, hartnäckig an den eigenen Vorgehensweisen festzuhalten? (Beten und bekennen.) Also, in welcher Phase des gesamten Prozesses – von der Vorstellung über die Handlung bis hin zum Gebet und Bekenntnis – wird die normale verdorbene Disposition offenbart, in welcher Phase wirkt das Gewissen und in welcher Phase wird die Wahrheit praktiziert? Die Phase von der Vorstellung bis zur Handlung wird von einer niederträchtigen Disposition gelenkt. Wird also die darauffolgende Phase der Selbstreflexion nicht durch das Wirken des Gewissens gesteuert? Sie fangen an, sich selbst zu prüfen, und spüren, dass ihr Handeln falsch war – hier wirkt das Gewissen. Darauf folgen Gebet und Bekenntnis, die ebenfalls vom Wirken der Integrität, des Gewissens und des Charakters gelenkt werden; sie sind fähig, Reue zu empfinden, Buße zu tun und sich Gott gegenüber schuldig zu fühlen, und sie sind auch in der Lage, über ihre eigene Menschlichkeit und ihre verdorbene Disposition nachzudenken und sie zu verstehen und den Punkt zu erreichen, an dem sie die Wahrheit praktizieren können. Sind das nicht drei Phasen? Von der Offenbarung einer verdorbenen Disposition über das Wirken des Gewissens bis hin zur Fähigkeit, das Böse, das man tut, loszulassen, Buße zu tun, die eigenen fleischlichen Begierden und Gedanken loszulassen, sich gegen die eigene verdorbene Disposition aufzulehnen und die Wahrheit zu praktizieren – diese drei Phasen sind das, was gewöhnliche Menschen mit Menschlichkeit und verdorbenen Dispositionen erreichen sollten. Weil sie sich ihres Gewissens bewusst sind und ihre Menschlichkeit relativ gut ist, können diese Menschen die Wahrheit praktizieren. Die Fähigkeit, die Wahrheit zu praktizieren, bedeutet, dass Menschen wie diese Hoffnung auf Rettung haben. Mit anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit, gerettet zu werden, ist für Menschen mit guter Menschlichkeit relativ hoch.
Worin unterscheiden sich Antichristen von Menschen mit der Disposition eines Antichristen? In der ersten Phase ist das, was Antichristen offenbaren, äußerlich im Grunde identisch mit den Offenbarungen eines jeden verderbten Menschen, aber die beiden darauffolgenden Phasen sind anders. Wenn zum Beispiel eine Person beim Zurechtgestutztwerden eine bösartige Disposition offenbart, erfordert der nächste Schritt, dass ihr Gewissen zu wirken beginnt. Antichristen haben jedoch kein Gewissen, was werden sie also denken? Welche Äußerungsformen werden sie zeigen? Sie werden sich darüber beklagen, dass Gott ungerecht sei, und behaupten, dass Gott versuche, bei ihnen auf Schritt und Tritt Fehler zu finden und Schwierigkeiten und Probleme zu bereiten. Daraufhin werden sie hartnäckig unbußfertig bleiben, sich weigern, selbst ihre offensichtlichsten Fehler oder verdorbenen Dispositionen zu akzeptieren, niemals ihre eigenen Fehler anerkennen und die Dinge sogar noch schlimmer treiben und mit allen Mitteln versuchen, ihre Handlungen im Geheimen fortzusetzen. Was für einen Charakter haben sie, nach den verdorbenen Dispositionen zu urteilen, die von Antichristen offenbart werden? Sie haben kein Gewissen, sie wissen nicht, sich selbst zu prüfen, und sie offenbaren Bösartigkeit, Böswilligkeit, Angriffe und Vergeltung. Sie erfinden Lügen, um die Tatsachen zu verbergen, und schieben die Verantwortung auf andere; sie ersinnen Pläne, um andere in die Falle zu locken und die wahren Tatsachen vor den Brüdern und Schwestern geheim zu halten; und sie verteidigen sich energisch und bringen Rechtfertigungen für sich vor, wobei sie ihre Argumente überall verbreiten. Das ist die Fortsetzung ihrer bösartigen Disposition. Nicht nur haben sie kein Gewissen und versäumen es, sich selbst zu prüfen, zu reflektieren und zu verstehen, sie treiben es sogar noch schlimmer und offenbaren ihre bösartige Disposition weiter, indem sie gegen das Haus Gottes wettern, gegen die Brüder und Schwestern wettern und sich ihnen widersetzen und, was noch schwerwiegender ist, sich Gott widersetzen. Werden sie, nachdem einige Zeit vergangen ist und sich die Lage beruhigt hat, Buße tun und ihre Sünden bekennen? Obwohl der Vorfall bereits vorüber ist, die wahren Tatsachen aufgedeckt wurden, weithin bekannt ist, dass die Verantwortung bei ihnen liegt und sie diese Verantwortung tragen sollten – können sie es anerkennen? Können sie Reue oder ein Gefühl der Schuld empfinden? (Nein.) Sie verharren in ihrem Widerstand und denken: „Jedenfalls habe ich keinen Fehler gemacht, aber selbst wenn, waren meine Absichten gut; selbst wenn ich einen Fehler gemacht habe, kann man nicht allein mir die Schuld geben. Warum gebt ihr nicht den anderen die Schuld – warum habt ihr euch auf mich eingeschossen? Wo habe ich einen Fehler gemacht? Ich habe nichts absichtlich falsch gemacht. Ihr alle habt Fehler gemacht, warum also zieht ihr euch nicht zur Rechenschaft? Und wer kann schon durchs Leben gehen, ohne ein paar Fehler zu machen?“ Empfinden sie Reue? Fühlen sie sich in der Schuld? Sie fühlen sich nicht in der Schuld und empfinden keine Reue. Manche sagen sogar: „Ich habe einen so hohen Preis bezahlt – warum hat das keiner von euch bemerkt? Warum hat mich niemand gelobt? Warum habe ich keine Belohnung erhalten? Wenn etwas passiert, gebt ihr immer mir die Schuld und findet Fehler bei mir. Sucht ihr nicht nur nach einem Druckmittel, das ihr gegen mich verwenden könnt?“ Das ist ihre Geisteshaltung und ihr Zustand. Offensichtlich handelt es sich um eine bösartige Disposition – sie sind hartnäckig unbußfertig, sie weigern sich, die Tatsachen anzuerkennen, wenn sie ihnen vorgelegt werden, und sie leisten ununterbrochen Widerstand. Obwohl sie vielleicht niemanden laut verfluchen, haben sie es innerlich möglicherweise unzählige Male getan – sie verfluchen die Leiter und nennen sie blind, und sie verfluchen die Brüder und Schwestern als schlechte Menschen, die sich eingeschleimt haben, als sie Status hatten, ihnen aber jetzt, wo sie ihren Status verloren haben, keine Beachtung schenken, nicht mit ihnen Gemeinschaft halten und ihnen nicht einmal ein Lächeln schenken. Sie verfluchen sogar Gott in ihren Herzen und fällen ein Urteil über Gott und sagen, Er sei nicht gerecht. Von Anfang bis Ende ist die Disposition, die sie offenbaren, bösartig, ohne die geringste Wirkung des Gewissens und ohne jeden Anflug von Reue oder Buße. Sie haben gewiss nicht die Absicht, umzukehren, nach den Wahrheitsgrundsätzen zu suchen, vor Gott zu treten, um ihre Sünden zu bekennen und Buße zu tun, oder sich Gottes Orchestrierungen und Anordnungen zu unterwerfen. Stattdessen argumentieren sie, widersetzen sich und beklagen sich hartnäckig. Sowohl Antichristen als auch jene, die zur Buße fähig sind, offenbaren die gleichen verdorbenen Dispositionen, aber gibt es nicht einen qualitativen Unterschied in diesen Offenbarungen? Welche dieser Gruppen besitzt die Disposition eines Antichristen und welche besitzt das Wesen eines Antichristen? (Diejenigen, die keine Buße tun, besitzen das Wesen eines Antichristen.) Wer sind diejenigen, die zur Buße fähig sind? Sie sind verderbte Menschen mit der Disposition eines Antichristen, aber sie sind keine Antichristen. Diejenigen mit dem Wesen eines Antichristen sind Antichristen, während diejenigen mit der Disposition eines Antichristen gewöhnliche verderbte Menschen sind. Welche dieser beiden Gruppen besteht aus bösen Menschen? (Diejenigen mit dem Wesen eines Antichristen.) Das könnt ihr doch erkennen, oder? Es hängt davon ab, welche Gruppe nicht den geringsten Anflug von Gewissensbissen zeigt, hartnäckig argumentiert, ohne umzukehren oder nachzudenken, und skrupellos urteilt und ihre Argumente verbreitet, wenn sie etwas falsch gemacht hat und mit Umständen wie Zurechtstutzung, Entlassung oder Disziplinierung und so weiter konfrontiert wird. Wenn solche Menschen niemand zurückhalten würde, würden sie dann mit ihrem Handeln aufhören? Nein. Ihre Herzen wären voll von Negativität und Widerstand, und sie würden sagen: „Da die Menschen mich unfair behandeln und Gott mir keine Gnade erweist oder für mich eintritt, werde ich meine Pflicht in Zukunft nur noch oberflächlich ausführen. Selbst wenn ich meine Pflicht gut ausführe, erhalte ich keine Belohnung, niemand lobt mich, und ich werde trotzdem zurechtgestutzt, also werde ich sie einfach nachlässig tun. Denkt nicht einmal daran, von mir zu verlangen, Angelegenheiten nach den Grundsätzen zu behandeln, bei meiner Arbeit mit anderen zu diskutieren und zusammenzuarbeiten oder die Wahrheit zu suchen! Ich werde gleichgültig bleiben, weder hochmütig noch demütig. Wenn ihr mich bittet, etwas zu tun, werde ich es tun; wenn nicht, werde ich einfach gehen. Macht, was ihr wollt; ich bleibe so, wie ich bin. Verlangt nicht zu viel von mir; wenn eure Anforderungen hoch sind, werde ich sie ignorieren.“ Ist das nicht die Fortsetzung einer bösartigen Disposition? Können solche Menschen Buße tun? (Nein, das können sie nicht.) Das ist eine Äußerungsform derer mit dem Wesen eines Antichristen. Genauso ist es, wenn ein Antichrist eine niederträchtige Disposition offenbart; er denkt niemals nach, weil ihm das Gewissen fehlt. Egal welche verdorbene Disposition er offenbart oder welche Absichten, Begierden und Ambitionen er besitzt, wenn ihm etwas widerfährt, wird er niemals von seinem Gewissen zurückgehalten. Daher tut er, was er will, wenn die Zeit reif und für ihn günstig ist. Unabhängig vom Ergebnis seiner Handlungen kehrt er nicht um und hält weiterhin an seinen Ansichten fest und bewahrt seine Ambitionen, Begierden und Absichten sowie die Mittel und Methoden, mit denen er immer gehandelt hat, ohne jede Selbstanklage. Warum fühlt er keine Selbstanklage? Weil solchen Menschen das Gewissen fehlt, sie kein Ehrgefühl haben und für Scham unempfänglich sind; in ihrer gesamten Menschlichkeit gibt es nichts, was ihre verdorbenen Dispositionen zügeln könnte, und es gibt nichts, was sie benutzen könnten, um zu beurteilen, ob die von ihnen offenbarten verdorbenen Dispositionen richtig oder falsch sind. Daher empfinden diese Menschen, wenn sie eine niederträchtige Disposition offenbaren, ungeachtet dessen, wie andere es sehen oder was der Prozess und das Ergebnis sein mögen, von Anfang bis Ende keine Selbst-Schuld, keine Traurigkeit, keine Reue, kein Gefühl der Verschuldung, und in ihren Herzen kehren sie gewiss nicht um. Das sind Antichristen. Nach diesen beiden Beispielen zu urteilen, was ist das offensichtlichste Merkmal von Antichristen? (Ihr Mangel an Gewissen und Vernunft.) Zu welcher Art von Äußerungsform führt dieser Mangel an Gewissen und Vernunft? Was ist das Ergebnis der Dispositionen, die sie offenbaren? (Sie können nicht nachdenken oder Buße tun.) Können diejenigen, die nicht nachdenken oder Buße tun können, die Wahrheit praktizieren? Niemals!
Eine Person, die lediglich die Disposition eines Antichristen hat, kann vom Wesen her nicht als Antichrist charakterisiert werden. Nur diejenigen, die die Wesensnatur von Antichristen haben, sind auch echte Antichristen. Natürlich gibt es Unterschiede in der Menschlichkeit der beiden, und gesteuert von den verschiedenen Arten von Menschlichkeit sind die Haltungen, die diese Menschen gegenüber der Wahrheit einnehmen, ebenfalls nicht dieselben – und wenn die Haltungen, die die Menschen gegenüber der Wahrheit einnehmen, nicht dieselben sind, sind die Wege, die sie wählen, unterschiedlich; und wenn die von Menschen gewählten Wege verschieden sind, unterscheiden sich damit auch die Grundsätze und Folgen ihrer Handlungen. Denn ein Mensch, der nur die Disposition eines Antichristen besitzt, hat ein funktionierendes Gewissen, Vernunft und ein Ehrgefühl, und er liebt – relativ gesehen – die Wahrheit. Wenn solche Menschen ihre verdorbene Disposition zeigen, ist Tadel dafür in ihrem Herzen. In solchen Momenten können sie über sich selbst nachdenken und sich selbst erkennen, und sie können sich ihre verdorbene Disposition und die Offenbarung ihrer Verdorbenheit eingestehen, was ihnen ermöglicht, sich gegen das Fleisch und ihre verdorbene Disposition aufzulehnen und die Wahrheit zu praktizieren und sich Gott zu unterwerfen. Bei einem Antichristen ist dies jedoch nicht der Fall. Da so jemand weder ein funktionierendes Gewissen noch ein gewissensbasiertes Bewusstsein hat und noch weniger ein Ehrgefühl, wenn er seine verdorbene Disposition offenbart, misst er nicht anhand von Gottes Worten, ob seine Offenbarung richtig oder falsch ist oder ob es sich um eine verdorbene Disposition oder normale Menschlichkeit handelt, oder ob es der Wahrheit entspricht. Er macht sich über diese Dinge nie Gedanken. Wie also verhält er sich? Er behauptet stets, dass die verdorbene Disposition, die er offenbart, und der Weg, den er wählt, richtig sind. Er glaubt, dass alles, was er tut, richtig ist, dass alles, was er sagt, richtig ist; er ist entschlossen, an seinen eigenen Ansichten festzuhalten. Und so kommt es, dass er, wie groß auch immer das Unrecht sein mag, das er begeht, wie schwerwiegend auch immer die verdorbene Disposition sein mag, die er offenbart, nicht die Schwere der Sache erkennt und die von ihm offenbarte verdorbenen Disposition nicht versteht. Natürlich wird er auch nicht seine Begierden zurückstellen, sich gegen seine Ambitionen oder seine verdorbene Disposition auflehnen, um einen Weg der Unterwerfung gegenüber Gott und der Wahrheit zu wählen. Aus diesen beiden unterschiedlichen Ergebnissen kann man sehen, dass ein Mensch mit der Disposition eines Antichristen, der die Wahrheit im Herzen liebt, eine Chance hat, die Wahrheit zu verstehen und zu praktizieren, und Errettung zu erlangen, während die Art Mensch mit dem Wesen eines Antichristen die Wahrheit nicht verstehen oder in die Praxis umsetzen kann, noch kann sie Errettung erlangen. Das ist der Unterschied zwischen den beiden.
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