12. In der Kirche gibt es keine Sonderbehandlungen

Liu Xin     Liaocheng City, Provinz Shandong

Nachdem ich über die Jahre hinweg Gott Gefolgschaft geleistet hatte, überkam mich das Gefühl, dass ich einiges an Leid ertragen und einen gewissen Preis bezahlt hatte, so dass ich allmählich damit begann, von meinen früheren Erfolgen zu zehren und meine Seniorität zur Schau zu stellen. Ich dachte: Ich habe mein Zuhause vor vielen Jahren verlassen, und meine Familie hat schon lange nichts mehr von mir gehört. Unter diesen Umständen wird sich die Kirche sicherlich um mich kümmern. Selbst dann, wenn ich meine Arbeit nicht zufriedenstellend erledige, werden sie mich nicht nach Hause schicken. Sie werden mich allenfalls von meinem Amt absetzen und mir andere Aufgaben zuteilen. Aufgrund dieser Denkweise verrichtete ich meine Arbeit ohne überhaupt irgendwelche Bedenken zu hegen. Ich verschloss meine Augen vor allem, und ich betrachtete sogar die Bezeugung der Heilsbotschaft als eine Belastung. Mein Leben bestand aus Schwierigkeiten und Ausflüchten. Obwohl ich spürte, dass mein Herz mich beschuldigte und mein Gewissen mir Vorwürfe machte, weil ich durch mein nachlässiges Verhalten viel zu sehr in Gottes Schuld stand, und dass man mich früher oder später entlassen würde, ließ ich mich weiterhin von der Denkweise treiben, dass ich hoffentlich Glück haben würde, während ich meine Tage in der Kirche vertrödelte.

Gott ist gerecht und heilig. Nachdem ich durch meine nachlässigen Handlungen über einen längeren Zeitraum meine Arbeit gründlich vermasselt hatte, wurde ich letztendlich entlassen und zur Selbstbesinnung nach Hause geschickt. Zu diesem Zeitpunkt was ich fassungslos: Warum konnten sie mir gegenüber nicht ein wenig rücksichtsvoller sein? Nachdem ich so viele Jahre gearbeitet habe, muss ich jetzt einfach so nach Hause gehen. Aber wie kann ich meiner Familie gegenübertreten, wenn ich jetzt nach Hause zurückkehre? Welche Aussichten werde ich in Zukunft haben? … Mein Herz war aufs Äußerste verwirrt. Ich war erfüllt von Unverständnis und Beschuldigungen gegenüber Gott. Ich fiel in Dunkelheit und rang unter Schmerzen mit mir selber.

Inmitten des äußersten Schmerzes trat ich vor Gott und rief Ihn an: Oh Gott, ich habe immer gedacht, dass mich die Kirche, nachdem ich all diese Jahre fernab von zu Hause gearbeitet und soviel Leid ertragen habe, nicht auf diese Weise behandeln würde. Jetzt lebe ich in der Dunkelheit, mein Herz ist erfüllt von Unverständnis und Beschuldigungen Dir gegenüber. Bitte erbarme Dich meiner noch einmal, so dass ich Deine Erleuchtung und Führung in der Dunkelheit empfangen kann. … Nachdem ich auf diese Weise mehrmals wiederholt gebetet hatte, erleuchtete mich das Wort Gottes. Eines Tages fiel mein Blick auf diese Worte Gottes: „Ich werde kein Mitleid für diejenigen von euch haben, die viele Jahre leiden und hart arbeiten, ohne etwas vorzuweisen. Vielmehr behandle Ich diejenigen, die Meine Forderungen nicht erfüllt haben, mit Strafe, nicht mit Belohnungen, noch weniger mit Sympathie. Vielleicht stellt ihr euch vor, dass ihr dafür, dass ihr seit vielen Jahren Anhänger seid, ihr was auch immer in harte Arbeit umsetzt, ihr also auf jeden Fall eine Schüssel Reis in Gottes Haus bekommen könnt, weil ihr Dienst-Erbringer seid. Ich würde sagen, die Mehrheit von euch denkt so, weil ihr bis jetzt stets das Prinzip verfolgt habt, wie man etwas ausnutzt und dabei nicht ausgenutzt wird. Also sage Ich euch jetzt in aller Ernsthaftigkeit: Es ist Mir egal, wie verdienstvoll deine harte Arbeit ist, wie beeindruckend deine Qualifikationen, wie eng du Mir folgst, wie berühmt du bist oder wie verbessert deine Einstellung ist; so lange du nicht getan hast, was Ich verlangt habe, wirst du niemals Mein Lob gewinnen können. … denn Ich kann Meine Feinde und die Menschen, die nach dem Bösen nach dem Vorbild Satans stinken, nicht in Mein Königreich, in das nächste Zeitalter bringen.“ (aus „Verfehlungen werden den Menschen in die Hölle bringen“ in Das Wort erscheint im Fleisch) Jedes Wort Gottes offenbarte mir Seine Erhabenheit und Seinen Zorn und stieß wie ein zweischneidiges Schwert direkt in meine tödliche Stelle. Seine Worte zerstörten meinen Traum von „der Befähigung, zumindest meinen Lebensunterhalt in der Kirche verdienen zu können, komme, was wolle, aufgrund der Arbeit, die ich dort leiste, auch wenn sie keine Anerkennung verdient“ in vollem Umfang. Zu diesem Zeitpunkt blieb mir keine andere Wahl, als über mich selbst nachzudenken: Obwohl ich mein Zuhause verlassen und während der vergangenen wenigen Jahre meine Pflicht hier draußen erfüllt habe, habe ich oberflächlich betrachtet einen geringen Preis bezahlt und nur wenig gelitten. Ich spürte Gottes Betrübnis in keinster Weise, und ich habe nie darüber nachgedacht, wie ich meine Pflicht ordnungsgemäß erfüllen sollte, um Gott zufriedenzustellen. Stattdessen habe ich mich bei der Ausführung meiner Arbeit nachlässig verhalten. Besonders während dieser Zeit gab ich mir keinerlei Mühe hinsichtlich meiner Arbeit der Heilsverkündung. Ich nahm noch nicht einmal die Quote der Heilsverkündung der Kirche ernst, und es kümmerte mich nicht, ob ich sie erfüllte oder nicht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich Gott irgendetwas schuldete. Ich betrachtete die Arbeit der Heilsverkündung sogar als Belastung. Ich dachte, wenn noch mehr neue Menschen kommen müssen, und ich keinen finden kann, der diesen geistige Nahrung geben kann, dann wird es noch mühseliger sein. Folglich interessierte ich mich überhaupt nicht für die Tätigkeit der Heilsverkündung, und sie erlitt durch mich große Verluste. Da ich der Tätigkeit der Hege und Pflege neuer Menschen keine Beachtung schenkte, hatte das zur Folge, dass einige neue Gläubige die Kirche verließen, da sie niemanden hatten, der sie mit geistiger Nahrung versorgte. Die Kirche hatte mich dafür vorgesehen, Gastfamilien zu finden und einige andere allgemeine Dinge zu erledigen, aber mein Leben war bestimmt von Schwierigkeiten und Ausflüchten. Ich weigerte mich, mit Gott zusammenzuarbeiten. Außerdem war ich mit meiner derzeitigen Situation zufrieden und strebte nicht nach Fortschritt. Ich verwahrloste bis zu einem gewissen Grad, verlor die Verbindung zu dem Werk des Heiligen Geistes und verursachte in vielerlei Hinsichten, dass die Kirchenarbeit Schaden erlitt. … Ich dachte über mein Verhalten nach: Inwiefern war das die Erfüllung meiner Pflicht? Ich tat einfach nur Böses! Selbst wenn meine Arbeit keine Anerkennung verdiente, hatte ich trotz allem das Gefühl, dass ich harte Arbeit geleistet hatte und in jedem Fall befähigt sein würde, meinen Lebensunterhalt in der Kirche zu verdienen. Als mich die Kirche dazu veranlasste, nach Hause zu gehen, um über mich selbst nachzudenken, hatte ich sogar das Gefühl, dass man mir Unrecht zugefügt hatte. Ich betrachtete mich selbst sogar als Mitwirkender der Kirche. Ich forderte schamlose Dinge von Gott und stellte mein Dienstalter in den Vordergrund. Ich war wirklich zu uneinsichtig, mir fehlte es an gesundem Menschenverstand! Meine Gesinnung gegenüber Gott war zu abscheulich und zu abstoßend! Die Kirche ist anders als die Gesellschaft, und in der Welt der gerechten Gesinnung Gottes gibt es für irgendjemanden keine Gnade. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie qualifiziert ihr seid, wie viel Leid ihr ertragen müsst oder wie lange ihr Ihm schon Gefolgschaft leistet. Wenn ihr gegen Gottes Gesinnung sündigt, wird alleinig Gottes Zorn und Seine Erhabenheit über euch kommen. Wie könnte ein Parasit, so wie ich es bin, der nicht seiner tatsächlichen Arbeit nachging und der Kirche nur auf der Tasche lag, möglicherweise vor dem gerechten Gott eine Ausnahme sein? Erst dann erkannte ich, dass meine Entlassung und die Aufforderung, über mich selbst nachzudenken, genau Gottes gerechtes Urteil für mich gewesen war. Es war aber auch die größte Liebe und Errettung, die Gott Seinem abtrünnigen Sohn zukommen lassen konnte. Anderenfalls würde ich immer noch an der falschen Einstellung festhalten, „dass ich zumindest dazu befähigt wäre, meinen Lebensunterhalt in der Kirche zu verdienen, komme, was wolle, aufgrund der Arbeit, die ich dort leiste, auch wenn sie keine Anerkennung verdient.“ Ich würde weiterschlafen und den wundervollen Traum, den ich selbst gesponnen hatte, träumen, und letztendlich in meiner eigenen Vorstellungskraft mein Verderben finden.

Oh Gott! Ich danke Dir! Auch wenn Dein Vorgehen der Errettung nicht meinen Vorstellungen entspricht, verstehe ich jetzt Deine Absichten, ich erkenne Deine Fürsorge und Deine Gedanken. Ich bin gewillt, Deine Züchtigung und Dein Urteil anzunehmen. Dadurch werde ich in angemessener Weise über mich selbst nachdenken, mich selbst und Deine gerechte Gesinnung erkennen können. Überdies bin ich willig, Buße zu tun und nochmal neu anzufangen, um ein anderer Mensch zu werden!