11. Die Essenz persönlicher Rache

Zhou Li    Xintai City, Provinz Shandong

Vor einiger Zeit war eine Verteilung der Distrikte innerhalb unseres Gebiets notwendig, und basierend auf unseren Richtlinien bezüglich der Auswahl der Führungskräfte gab es einen Bruder, der ein vergleichsweise geeigneter Kandidat war. Ich bereitete mich darauf vor, ihn als Gebietsleiter vorzuschlagen. Eines Tages, als ich mich mit diesem Bruder unterhielt, erwähnte er, dass er das Gefühl habe, dass ich meine Arbeit übertreiben und mich ihr zu intensiv widmen würde, und dass die Zusammenkünfte mit mir nicht sehr vergnüglich seien ... Als ich das hörte, hatte ich das Gefühl, herabgesetzt worden zu sein. Ich fühlte mich schrecklich; sofort bildete ich mir eine gewisse Meinung über diesen Bruder, und es war nicht mehr meine Absicht, ihn als Gebietsleiter vorzuschlagen.

Als ich zu meiner Gastfamilie zurückkehrte, war ich immer noch aufgebracht und konnte mich nicht beruhigen. Zu diesem Zeitpunkt kam mir eine Passage aus „Unverantwortliche Führungskräfte, die ihre Arbeit nicht ordnungsgemäß erledigen, müssen entlassen werden“ aus „Die Gefolgschaft eines Mannes“ in den Sinn. „Die Art, wie Führungskräfte die Brüder und Schwestern behandeln, die sie unsympathisch finden, die sich ihnen entgegenstellen und die eine völlig andere Meinung vertreten, ist eine sehr ernste Angelegenheit und sollte mit Vorsicht gehandhabt werden. Wenn sie den Zugang zur Wahrheit nicht gefunden haben, werden sie, konfrontiert mit diesem Problem, zum Schlag gegen die jeweilige Person ausholen. Diese Handlungsweise offenbart genau das Verhalten des großen roten Drachens, der sich Gott widersetzt und Ihm die Treue gebrochen hat. Wenn die Führungskraft jemand ist, der nach der Wahrheit strebt, über Einsicht und Gewissen verfügt, dann wird sie die Wahrheit suchen und ordnungsgemäß damit umgehen. ... Wir als Menschen müssen gerecht und fair sein. Als Führungskräfte müssen wir gemäß den Worten Gottes handeln, um Zeugnis von Ihm ablegen zu können. Wenn wir gemäß unserem eigenen Willen handeln, dann lassen wir unserer eigenen verwerflichen Gesinnung freien Lauf, und das wäre dann ein schrecklicher Misserfolg.“ Ich konnte nicht anders, als meine beiden völlig verschiedenen Einstellungen vor und nach dem Gespräch mit dem Bruder zu vergleichen. Ursprünglich war ich dazu bereit gewesen, ihn als Gebietsleiter vorzuschlagen, aber dann sagte er im Gespräch mit mir Dinge, die mich mein Gesicht verlieren ließen. Also änderte ich sofort meine Meinung über ihn, und ich hielt nicht mehr an dem Plan fest, ihn vorzuschlagen. War das nicht die Ausnutzung meiner Macht, um persönliche Rache zu nehmen? Was ist der Unterschied zwischen diesem Verhalten und dem großen roten Drachen, der sich denjenigen widersetzt und sie benachteiligt, die anderer Meinung sind? Ist diese Verhaltensweise nicht verachtenswert? Die Kirche ist nicht gleichzusetzen mit der Gesellschaft. Die Kirche benötigt auf jeder Stufe Führer mit menschlicher Gesinnung, Führer, die die Wahrheit suchen und die Wahrheit akzeptieren können. Sie benötigt keine Menschen, die anderen nach dem Mund reden und die Wahrheit nicht erkennen. Aber mein Verhalten war völlig im Widerspruch zu Gottes Wille. Bei der Auswahl eines Kandidaten hatte ich nur mein eigenes Interesse im Sinn. Sobald die betreffende Person mich nicht unterstützte, indem sie etwas Unangenehmes zu mir sagte, benachteiligte ich sie und verübelte es ihr. Offenbarte mein Verhalten nicht genau die Gesinnung des großen roten Drachens, der sich Gott widersetzt und ihm die Treue gebrochen hat? War es nicht genau die Entblößung der Gesinnung Satans: „Unterwerfe dich mir oder gehe zugrunde“? War diese Verhaltensweise nicht die eines Dieners von Satan, der Gottes Werk zerstört und Sein Feind ist? Ist mein Herz nicht so verdorben? Die Kirche war dabei, jemanden für eine Position auszuwählen, und dieser Bruder war ein geeigneter Kandidat für das Amt des Bezirksleiters. Seine Beurteilung meiner Person war mir unangenehm; ich hätte die Wahrheit in dieser Angelegenheit ergründen und seine Meinung akzeptieren sollen. Ich hätte mich selber in Augenschein nehmen und mich erkennen sollen, um die Mängel in meiner Arbeit zu beheben. Allerdings habe ich nicht nur nicht nach dem Grund in mir selbst gesucht, sondern ich ließ der Gesinnung Satans in mir freien Lauf, um den Kandidaten zu diskriminieren und mich an ihm zu rächen. Ich bin so hochmütig, mir mangelt es so sehr an Menschlichkeit! Meine Gesinnung ist für Gott so anstößig! Wenn ich dieser Art verwerflicher Gesinnung weiterhin freien Lauf gelassen hätte, hätte sie mich letztendlich als hochmütigen Diener des Bösen, der Gott gegenüber blind ist, in mein Verderben geführt. Ich war wahrlich in Gefahr. In diesem Moment konnte ich nicht anders, als vor meinen Handlungen und Gedanken zu erschaudern. Ich sah mich selbst erfüllt von dem Gift des großen roten Drachens, und das, was ich an den Tag legte, war nichts anderes als die Feindschaft gegenüber Gott. Gott hasst dies wirklich und ist davon angewidert.

Oh Gott, ich danke Dir für Deine schnelle Erleuchtung, für die Abwendung meines diskriminierenden Verhaltens und für Deine Erlaubnis, mich meine eigene boshafte Gesinnung und mein satanisches Gesicht besser zu erkennen zu lassen. Ich habe mich Dir gegenüber wie ein Feind verhalten. Von diesem Tag an bin ich gewillt, eine Veränderung meiner Gesinnung anzustreben. Wenn ich auf Menschen oder Dinge treffe, die mir unangenehm sind, werde ich lernen, mich selbst zurückzunehmen, dem Fleisch zu entsagen und in jeder Hinsicht die Interessen der Kirche zu wahren. Ich werde mein Bestes tun, um meine Pflichten zu erfüllen.