30. Überlegungen über das Ersetzen von Personen

Yi Ran    Laiwu City, Provinz Shandong

Aufgrund von meiner Unkenntnis des Prinzips, das hinter den personellen Veränderungen in der Kirche steht, entstand in mir eine Vorstellung, als die Kirche vor einiger Zeit eine Führungsperson ersetzte. Nach dem, was ich sehen konnte, war die Schwester, die ersetzt wurde, nicht nur sehr gut im Empfangen der Wahrheit, sondern auch darin, die Gemeinschaft an ihr teilhaben zu lassen, und sie vermochte offen über ihre eigenen Ausdrucksformen der Verdorbenheit sprechen. Deshalb konnte ich nie verstehen, warum jemand, der die Wahrheit so sehr suchte, ersetzt werden konnte. Könnte es sein, weil sie zu viel über ihre eigenen Ausdrucksformen der Verdorbenheit sprach, sodass ihr Vorgesetzter sie fälschlicherweise für jemanden hielt, der nicht nach der Wahrheit strebte und sie deshalb ersetzte? Wenn das tatsächlich war, was geschehen war, hatte man dann nicht jemandem, der die Wahrheit suchte, die Gelegenheit zur Fortbildung verunmöglicht?

Gerade als ich mich sehr darüber wunderte, las ich diese Passage in einer Arbeitsvereinbarung, die von der Kirche herausgegeben worden war: „Die Familie Gottes trifft die Entscheidung, wie sie einen Menschen schult und sich seiner bedient, in Einklang mit seinem Wesenskern. Wenn jemand einen Wesenskern aufweist, der die Wahrheit sucht, dann wird ihn die Familie Gottes auf keinen Fall aufgeben. Wenn jemand bereit ist, die Wahrheit zu suchen, dann wird er zweifellos eine Veränderung erfahren. Wenn jemand einen Wesenskern aufweist, der nicht die Wahrheit sucht, seine Pflichten vernachlässigt oder nicht den richtigen Weg betritt, dann ist er es nicht wert, geschult zu werden, und Gott kann diese Art von Person auch nicht vollkommen machen. Wenn Gott nicht bereit ist, einen Menschen vollkommen zu machen, dann kann ihn die Familie Gottes ebenfalls nicht schulen. ... Folglich muss man den Umgang mit den Menschen in Einklang mit den Erfordernissen des Wirken Gottes und dem Wesenskern der Menschen angehen. Nur das ist ein effektiver Weg, um mit Gott gemeinsam zu arbeiten und Ihm wahrhaft zu dienen. Wenn man sich dieses effektiven Weges der Zusammenarbeit mit Gott nicht bedient, dann bringt das Gottes Werk zum Erliegen und steht im vollkommenen Widerspruch zu Gottes Willen.“ („Einige Fragen zu der Frucht der Gemeinschaft“ aus „Annalen der Gemeinschaft und Vereinbarungen der Kirchenarbeit I“) Ich versuchte immer wieder, diese Worte zu ergründen. Ich verstand, dass es bei der Arbeit ein Prinzip gab, wonach die Kirche beurteilte, ob sie jemanden förderte oder ersetzte. Ich verstand, dass man dabei in Einklang mit den Erfordernissen des Wirken Gottes und dem Wesenskern der Menschen vorging und sich der Menschen nicht willkürlich bediente oder sie ersetzte. Außerdem ersetzt die Kirche keine Menschen aufgrund einiger Ausdrucksformen ihrer Verdorbenheit, vielmehr trifft sie Entscheidungen anhand von deren Wesenskern. Wenn ein Mensch über einen Wesenskern verfügt, der die Wahrheit sucht, dann würde die Kirche diese Person auf keinen Fall aufgeben; sie würde auf keinen Fall irgendjemanden vernachlässigen oder ruinieren, der die Wahrheit sucht. Also trat ich vor Gott, um Seine Führung zu suchen: „Oh Gott! Ich weiß, dass mich Satan so tief verdorben hat, und ich habe keine Kenntnis von Deinem Wirken, einhergehend mit vielen Vorstellungen in mir drin und vielen Ansichten, die mit Dir niemals vereinbart werden können. Seit heute weiß ich nunmehr durch Deine Führung, dass die Kirche, ob es sich um die Auswahl, die Schulung oder das Ersetzen von Menschen handelt, all diese Dinge in Einklang mit den Erfordernissen Deines Wirkens und der Wesensart der Menschen angeht. Aber ich verstehe immer noch nicht voll und ganz den Wesenskern der Schwester, die ersetzt wurde, und das Resultat ist, dass ich mir eine Meinung über die Vereinbarungen der Kirche gebildet habe. Ich bitte Dich, mich zu führen und zu leiten. Erlaube mir, diesen Umstand klar zu erkennen, sodass ich fortan meine Arbeit ausführe, ohne Dein Werk aufgrund meiner Abschweifungen und Verirrungen zum Erliegen zu bringen.“

Nachdem ich gebetet hatte, nahm ich die Arbeitsvereinbarungen zur Hand und las aufgrund von Gottes Führung diese Worte: „Diejenigen, die die Wahrheit suchen, können durch das Lesen der Worte Gottes ihren eigenen, verdorbenen Zustand anhand von Gottes Worten bemessen. Sie bekunden ihre Verbundenheit zu den Worten Gottes nicht einfach nur, indem sie über das Verständnis der Worte Gottes sprechen, sondern sie sprechen auch über das Verständnis der eigenen Person. Sie können sich nach außen hin öffnen, ganz gleich welche Verdorbenheit zum Ausdruck gebracht wird, sodass die Brüder und Schwestern etwas Wirkliches erreichen können, während diese Menschen gleichzeitig dazu imstande sind, ihre eigene Verdorbenheit zu beseitigen. Das ist auch die beste Methode, um die Menschen in Gottes Worte zu führen. ... All diejenigen, die nur über die literarische Bedeutung sprechen, und diejenigen, denen es an Realität ermangelt, verdienen es nicht, Führungskräfte in Gottes Familie zu sein. Diese Art Führungskräfte und Angestellte sollten ersetzt werden“ („Um Gott zu dienen, muss man lernen, die Menschen zu differenzieren“ aus „Annalen der Gemeinschaft und Vereinbarungen der Kirchenarbeit I“). Diese Worte ließen mich erkennen, dass diejenigen, die die Wahrheit ernsthaft suchen, durch das Lesen der Worte Gottes ihren eigenen, verdorbenen Zustand anhand von Gottes Worten bemessen können und wahre Kenntnis über den Wesenskern der Worte Gottes haben, und sie können die Eigenschaft und den Wesenskern ihrer eigenen Verdorbenheit wahrhaft erkennen. Ihre Gemeinschaft kann den Menschen den wirklichen Weg offenbaren und die Menschen vor Gott bringen. Zudem können sie ihre eigenen Probleme beseitigen und ihr Augenmerk auf ihren eigenen Eintritt ins Leben und auf die Veränderung ihrer Gesinnung richten, während sie gleichzeitig die Probleme anderer Menschen lösen.

Zu diesem Zeitpunkt begann ich mir die beharrliche Handlungsweise und das Benehmen der Schwester, die ersetzt worden war, detailliert ins Gedächtnis zu rufen. Wenn sie die Probleme anderer Menschen löste, dann sprach sie wortgewandt und ausführlich. Obwohl die Worte, die sie verwendete, durchdacht und gut begründet waren, hatte sie die Schwierigkeiten bezüglich ihres eigenen Eintritts in das Leben nicht beseitigt und immer in einem Zustand der Selbstgerechtigkeit gelebt. Ihr Stolz war unermesslich, und sie glaubte, dass sie jegliche Arbeiten gut verrichtete. In Wirklichkeit war ihre Arbeit ein Fiasko. Wenn das, was sie empfangen und in der Gemeinschaft geteilt hat, wirklich die Kenntnis über den Wesenskern der Wahrheit gewesen war, warum konnte sie diese Kenntnis nicht anwenden, um sich selbst zu helfen? Als ihre Vorgesetzte sie auf ihren irrigen Zustand hinwies und die gravierenden Fehler, die in ihrer Arbeit vorhanden waren, ernst nahm, analysierte und sich diesen Dingen in gemeinschaftlicher Weise widmete, nickte sie nach außen hin wiederholt mit dem Kopf. Obwohl sie dadurch ihre Zustimmung und ihre Bereitschaft zum Ausdruck brachte, grundsätzlich dementsprechend zu handeln, hat sie insgeheim trotzdem auf ihren alten Gepflogenheiten beharrt und gegen den Grundsatz verstoßen, indem sie die Dinge verrichtete, so wie sie es wollte und erneut zuungunsten ihrer Arbeit. Als man sich mit ihr darüber auseinandersetzte, zeigte ihr äußeres Erscheinungsbild, dass sie sehr reumütig war, obwohl sie danach keinerlei Veränderung aufwies. Obwohl sie sagte, dass sie sich selbst kannte und ihre eigene Verdorbenheit offen aussprach, war das Resultat, dass sie andere dazu brachte, zu ihr aufzuschauen und sie zu schätzen. Sie brachte andere Menschen dazu, vor sie zu treten. Die Art, wie sie die Dinge völlig offen aussprach, konnte keinem auf irgendeiner Weise einen Nutzen bringen. Ihre Art konnte den Menschen nur schaden und sie irreleiten. ... Ich konnte anhand ihres beharrlichen Verhaltens erkennen, dass ihre Gesinnung in ihrem Leben keinerlei Veränderung erfahren hatte, obwohl sie seit vielen Jahren arbeitete und sich mit großem, literarischem Verständnis gerüstet hatte. Vielmehr wurde sie immer arroganter und stolzer. Erst jetzt verstehe ich, dass sie nicht jemand war, der die Wahrheit suchte, noch war sie jemand, der die reine Wahrheit empfing oder sie einschneidend akzeptierte und teilte. Sie war es gewiss nicht wert, geschult zu werden, und wenn sie ihre Arbeitsstelle weiterhin behalten hätte, dann hätte sie nur die Kirchenarbeit behindert und ihren Brüdern und Schwestern geschadet. Es war wirklich die Gerechtigkeit Gottes, dass sie ersetzt wurde, und es war der bessere Weg, sodass sie von Gott erlöst werden könnte. Anderenfalls hätte sie sich weiterhin von ihrem äußeren Erscheinungsbild täuschen lassen. Sie hätte die Fehler in ihren Gepflogenheiten nicht erkannt und wäre letztendlich von Gott bestraft worden.

Nur anhand dieser Angelegenheit erkannte ich, wie wenig ich die Wahrheit verstand. Ich hatte mein Augenmerk nur auf die literarische Bedeutung der Arbeitsvereinbarungen und der Wahrheit gerichtet und verfügte nur über theoretisches Wissen. Ich richtete mein Augenmerk gewiss nicht auf das Erfassen von Gottes Willen in den Arbeitsvereinbarungen, und ich hatte auch kein grundlegendes Verständnis der Wahrheit. Folglich war ich letztendlich nicht nur unfähig, den Wesenskern der Menschen völlig zu verstehen, sondern ich war vielmehr arrogant und machte mir Sorgen, dass jemand, der die Wahrheit suchte, fälschlicherweise ersetzt worden war.

Oh Gott! Ich danke Dir für Deine Offenbarung und Deine Erleuchtung, die mich sowohl mein eigenes Elend und meine Blindheit haben erkennen lassen, als auch wie erbärmlich ich war. Sie ließen mich erkennen, dass man ohne die Wahrheit den Wesenskern dieser Angelegenheit nicht völlig verstehen kann, vielmehr wird man nur durch das äußere Erscheinungsbild getäuscht. Nur indem man die Wahrheit versteht, kann man die erforderliche Arbeit gut verrichten. Oh Gott! Von heute an wünsche ich mir, mich viel mehr in meinem Streben nach der Wahrheit zu bemühen, in allen Dingen nach Deinem Willen zu suchen, die Dinge so zu verrichten, wie Du es verlangst und bald jemand zu werden, der Dir von Nutzen sein wird.