7. Nachdem Dämonen mich zugrunde gerichtet haben, ist mir noch mehr bewusst, wie kostbar Gottes Gnade ist

Von Xu Qiang, autonome Region der Inneren Mongolei

Mein Name ist Xu Quiang. Ich habe als Ingenieurbauunternehmer gearbeitet und jedes Jahr Teams mit vielen Leuten bei Ingenieurprojekten angeleitet, was mir ein gutes Einkommen brachte. In den Augen meiner Kollegen hatte ich eine perfekte Familie, eine reibungslose Karriere und grenzenlose Zukunftsaussichten; sie haben mich wohl für den glücklichsten Menschen der Welt gehalten. Obwohl ich einen materialistischen Lebensstil genoss, spürte ich ein unerklärbares Gefühl der Leere in mir. Das traf vor allem auf meine ständigen Bemühungen zu, Projekte an Land zu ziehen: Ich musste mich bei den Leitern der entsprechenden Abteilungen anbiedern, mich bemühen, ihre Gedanken anhand ihrer Körpersprache zu deuten, und ständig das richtige Maß an Unterwürfigkeit und Schmeicheleien aufbringen, um das zu bekommen, was ich wollte – andernfalls würde ich kein Geld verdienen. Obendrein musste ich mich mit den Intrigen unter meinen Kollegen auseinandersetzen, wie sie ständig voreinander auf der Hut waren, und auch mit ihren Berechnungen. Über das alles zerbrach ich mir noch mehr den Kopf … Aus diesen Gründen war ich sehr demoralisiert und fühlte mich äußerst erschöpft. Ich schien zu einer Marionette geworden zu sein, die am laufenden Band Geld machen musste, und ich hatte meine ganze Würde und Integrität völlig verloren. Das ging so weiter bis zum Jahr 1999, als ich das Werk der letzten Tage des Allmächtigen Gottes annahm. Die Befreiung, die das Kirchenleben mit sich brachte, und die Bescheidenheit und Aufrichtigkeit meiner Brüder und Schwestern bewegten mich zutiefst. Ich wünschte mir so sehr dieses Kirchenleben zu führen, mit meinen Brüdern und Schwestern über Gottes Wort Gemeinschaft zu halten und miteinander über persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse von Gottes Worten zu sprechen. Solche Momente waren mir lieb und teuer. Dadurch, dass ich ständig Gottes Kundgebungen las und bei Versammlungen mitwirkte, verstand ich schließlich viele Wahrheiten, und meine Seele erfuhr eine gewaltige Befreiung. Vor allem war ich froh, endlich den wahren Weg zu leben gefunden zu haben, und ich hatte das wahre Glück gefunden. Mein Herz war Gott gegenüber mit Dankbarkeit erfüllt: Hätte Gott mich nicht aus dem Meer des Leids dieser Welt gerettet, hätte ich niemals irgendetwas gehabt, auf was ich mich im Leben freuen könnte. Später fing ich an, das Evangelium aktiv zu verbreiten. Ich pflegte glücklich und unermüdlich mit jenen Menschen Umgang, die den wahren Weg erforschten, und ermöglichte auch ihnen, Gottes Stimme zu hören und die Errettung durch den Allmächtigen Gottes zu erlangen.

Allerdings genießen die Bürger im atheistischen China keine Demokratie oder Menschenrechte, und jene, die an Gott glauben und Gott anbeten, laufen besonders Gefahr, auf die Nötigung und Verfolgung durch die Regierung der Kommunistische Partei Chinas der zu stoßen. Wegen meines Glaubens an Gott wurde auch ich von der KPCh-Regierung festgenommen und ihrer grausamen, unmenschlichen Folter ausgesetzt. Ich verbrachte fast zwei Jahre in der Hölle eines KPCh-Gefängnisses … Nachdem ich diese schwierige und schmerzvolle Zeit in meinem Leben durchgemacht hatte, erkannte ich deutlich das dämonische Wesen des fieberhaften Widerstands der KPCh-Regierung gegen Gott und ihres Hasses auf die Wahrheit, und ich bekam ein sogar noch tieferes Verständnis hinsichtlich der Tatsache, dass Gottes Worte die Wahrheit sind. Seine Worte würden mein Leben sein und mir die Richtung weisen. Hätten Gottes Worte mir nicht beständig den Weg gewiesen und mir Kraft und Glauben gegeben, dann wäre ich heute gewiss nicht mehr am Leben. Ich werde für den Rest meines Lebens Gottes Gnade der Errettung niemals vergessen!

Es war der Morgen des 18. Dezember 2005, und ich war mitten in einem Treffen mit meinen Brüdern und Schwestern. Plötzlich kam von der Tür ein laut hämmerndes Geräusch. Bevor wir einen Gedanken fassen konnten, stürmten bereits mehr als zehn Polizeibeamte herein, in deren finsteren Blicken ein mordgieriger Ausdruck funkelte. Das Vorgehen des Polizeikommandos erinnerte an eine Filmszene, in der ein besonders furchterregender Flüchtiger gefangen genommen wird. Ohne jede Erklärung zogen sie uns die Schuhe aus, damit wir nicht weglaufen konnten, und auch unsere Gürtel, mit denen sie uns die Hände auf den Rücken banden. Sie nahmen uns alle unsere persönlichen Sachen weg, einschließlich Mobiltelefone, Uhren, Bargeld usw. Danach schrien uns die Polizisten an, wir sollten uns gegen die Wand gerichtet in einer Reihe hinknien, und wenn sich einer von uns nicht schnell genug bewegte, stießen und traten sie uns und zwangen uns zu Boden. Dann führten sie eine gründliche Durchsuchung durch, kippten alle Möbel um und durchwühlten das ganze Haus. Nach kurzer Zeit war alles ein einziges Chaos. Nachdem ich mir das alles angesehen hatte, sagte ich zornig: „Wir haben gegen kein Gesetz verstoßen, warum verhaftet ihr uns also?“ Zu meiner völligen Überraschung, eilte ein Polizist zu mir hinüber, schlug mich mit einem Fausthieb zu Boden und brüllte mich an: „Wir verhaften solche Leute wie euch, die an Gott glauben! Wir können nicht eher schlafen, bevor wir nicht auch den letzten von euch gefasst haben!“ Dieser rasende Wutausbruch ließ mich verstummen und ernüchterte mich: Gott war das, was die KPCh am allermeisten hasste, wie könnte sie uns Gläubige also gehen lassen? Ich war so blind und naiv gewesen! In diesem Augenblick fing ich im Stillen an, zu Gott zu beten. Ich flehte Ihn an, uns zu beschützen, damit wir Zeugnis für Ihn ablegen konnten und Er uns davor bewahren würde, Ihn zu verraten. Kurz darauf befragte mich der Polizist, der uns bewachte: „Wer hat euch angewiesen, überall eure Religion zu predigen? Wer ist euer Anführer?“ Ich antwortete: „Wir verbreiten das Evangelium ganz aus freiem Willen.“ Er fluchte: „So ein verdammter Schwachsinn! Versuche nicht, irgendein Vergehen abzustreiten, mein Junge! Sonst werden wir dir zeigen, wie der Hase läuft!“ In dem Moment hörte ich die Stimme einer Polizistin aus dem Nebenraum brüllen: „Bring mir eine Nadel! Versuch du nur, dich vor mir zu verstecken …!“ Mir schlug das Herz sofort bis zum Halse, denn in diesem Augenblick fiel mir auf, dass eine junge Schwester fehlte; sie hatte versucht, sich zu verstecken, um nicht von der Polizei festgenommen zu werden, war aber entdeckt worden. Die Polizistin packte sie und nahm eine Nadel, mit der sie sie in die unter die Fingernägel und in die Fußsohlen stach. Sie fing sogar an, ihr brutal die Haare auszureißen, eine Strähne nach der anderen. Am Ende ließen sie die junge Schwester, die inzwischen ohnmächtig geworden war, dort zurück. Sie nahmen uns alle, zusammen mit den ganzen Habseligkeiten, die sie geplündert hatten, in Gewahrsam und eilten mit uns davon.

Gegen Mittag hatte uns die Polizei auf der Polizeiwache in Haft genommen und fing dort bald darauf an, uns getrennt zu verhören. Der Polizist, der mich verhörte, war ein kräftiger, stämmiger Beamter. Kaum hatte ich den Vernehmungsraum betreten, schrie er, ich solle mich hinknien. Ich sagte: „Ich bete nur Gott an; nur der Herrn der Himmel, der Erde und aller Dinge, ist es würdig, dass man sich vor Ihn hinkniet. Ich weigere mich strikt, vor dir zu knien!“ Sobald er das gehört hatte, zeigte er mit dem Finger auf mich und brüllte: „Du solltest wissen, dass hier drin selbst der König der Hölle spuren muss! Für wen zum Teufel hältst du dich überhaupt? Wenn wir dich nicht ein bisschen leiden lassen, kapierst du nicht, wer hier das Sagen hat! Knie dich jetzt verdammt noch mal hin!“ Während er das schrie, trat er mich zu Boden. Dann fing er an, mich zu verhören: „Sag mir ganz ehrlich: Du bist der Kirchenleiter, stimmt’s? Wo habt ihr die Kirchenbücher?“ Ich war aufgeregt und wusste nicht, was ich antworten sollte. Also flehte ich Gott nur immer wieder an, mir die Weisheit zu verleihen, mit der ich mich gegen diesen bösen Polizisten behaupten konnte. Als ich gebetet hatte, war ich ruhiger und fühlte mich belebt und dachte bei mir: „Ich würde eher sterben, als meine Brüder und Schwestern zu hintergehen. Ich kann Gott nicht verraten!“ Also sagte ich zu dem Polizisten: „Ich weiß gar nichts von diesen Dingen, die du mich fragst. Was soll ich dir da nur sagen?“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, schlug mich der böse Polizist hart gegen den Kopf und versetzte mir dann gleich mit seinen Fäusten und Füßen furchtbare Prügel. Ich wurde so schlimm geschlagen, dass ich Sterne sah und mein Kopf sich zu drehen begann. Es schmerzte so sehr, als hätte man mir den Schädel gebrochen. Ich taumelte Kopf voran zu Boden. Daraufhin hielt er das Notepad mit den Evangelien in der Hand, das bei mir gefunden worden war, und drohte: „Schau, siehst du das? Wir haben Beweise, es bringt also nichts, wenn du dich verdammt noch mal weigerst, zu plaudern. Sag es! Du bist der Anführer, nicht wahr? Wenn dem nicht so wäre, dann hättest du keine solchen Notizen!“ Als er begriff, dass ich nicht reden würde, versuchte er eine andere Methode und drängte: „Sei kein Sturkopf; komm schon, kooperiere mit uns! Sag uns, was du weißt, und du darfst morgen gehen.“ Genau in diesem Augenblick erleuchtete Gott mich, und ich erinnerte mich an eine Textstelle aus Seinen Kundgebungen: „Wenn Gott und Satan in der geistlichen Welt kämpfen, wie solltest du Gott zufriedenstellen, und wie solltest du in deinem Zeugnis für Ihn standhaft bleiben? Du solltest wissen, dass alles, was dir passiert, eine große Prüfung ist, und der Zeitpunkt, wenn Gott dich braucht, um Zeugnis abzulegen. Äußerlich mögen sie nicht wie eine große Sache erscheinen, aber wenn diese Dinge geschehen, zeigen sie, ob du Gott liebst oder nicht. Wenn du es tust, wirst du in der Lage sein, in deinem Zeugnis für Ihn standhaft zu bleiben“ („Nur Gott zu lieben, ist wahrlich an Gott zu glauben“ in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Gottes Worte ermöglichten mir, klar zu erkennen, dass dies ein Gefecht der geistlichen Welt war. Ich durfte nicht auf Satans List hereinfallen und musste unbedingt für Gott Zeugnis ablegen. Ganz gleich, wie viel so genannte „Beweise“ sie vorliegen hatten, ich durfte keine Information über die Kirche preisgeben. Das war ein Zeugnis meiner Liebe zu Gott und meiner Hingabe an Ihn, das ich vor Gott beibehalten sollte. Dann betete ich und beruhigte mich allmählich. Ganz gleich, wie sehr sie mich quälten, ich sagte kein einziges Wort. Am Ende war der böse Polizist so entnervt, dass er die Tür zuschlug und fortging.

Einige Zeit später kam ein Polizist um die dreißig herein. Er half mir, langsam vom Boden aufzustehen und mich auf einen Stuhl zu setzen. Er reichte mir sogar ein Glas Wasser und sagte: „Hier Bruder, trink etwas Wasser. Du hast gelitten.“ Ich war schockiert: Was ging da vor sich? Wie konnte jemand an so einem Ort mich „Bruder“ nennen? Bevor ich Zeit hatte, mehr darüber nachzudenken, fuhr er fort: „Bruder, heutzutage müssen wir etwas realistischer leben und absolut flexibel sein. Bei so jemand wie dir, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dich zu Tode zu prügeln. Ehrlich gesagt, ich habe früher auch an Gott geglaubt, ich weiß also, dass der Glaube eine gute Sache ist – aber deshalb so sehr zu leiden, ist es einfach nicht wert, und erst recht nicht, dein Leben aufs Spiel zu setzen! Wenn du verurteilt wirst, wird das deine ganze Familie brandmarken. Ich nehme an, deine Eltern leben beide noch. Wenn du einige Jahre im Gefängnis verbringst, werden sie nicht mehr da sein, wenn du rauskommst. Was werden deine Familienmitglieder von dir denken?“ Meine emotionale Verbundenheit zu meiner Mutter und zu meinem Vater war tiefer als zu sonst jemandem. Jedes Wort, das diese Person zu mir sagte, durchbohrte mein Herz. Bilder von meinen betagten Eltern schwirrten vor meinem inneren Auge, und ich spürte plötzlich, wie eine Welle der Finsternis und Schwäche mich durchfuhr, und dachte: „Das stimmt; wenn ich zu einer Haftstrafe verurteilt werde, was werden dann meine Mutter und mein Vater tun? Wer wird sich um sie kümmern?“ Dieser Gedanke trieb mir Tränen in die Augen, die ich nicht zurückhalten konnte. Der Polizist ergriff diese Gelegenheit sofort und versuchte, mich noch weiter zu überreden und zu ködern, indem er sagte: „Du solltest also dein Bestes geben, um mit ihnen zusammenzuarbeiten; wenn du das tust, dann wirst du morgen freigelassen.“ Diese Worte rüttelten mich plötzlich wach, und folgende sehr klare Worte blitzten in meinem Geist auf: Du darfst auf keinen Fall ein Judas sein, der Gott verrät! Das war knapp! Dieser hinterhältige Polizist war von Satan persönlich gesandt worden, um mich dazu zu verleiten, Gott zu verraten. In diesem Augenblick wiesen mir zudem Gottes Worte die Richtung: „Nur mit Treue kannst du zum Gegenangriff gegen die List des Teufels ansetzen“ („Kapitel 10“ von Die Worte Gottes an das gesamte Universum in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Mir wurde klar, dass alles, was diese Polizisten gesagt hatten, eine List des Teufels war; sie wollten die emotionale Verbundenheit meines Fleisches ausnutzen, um mich dazu anzutreiben, Gott zu verraten. Ich konnte unmöglich auf Satans Betrug hereinfallen. Daraufhin betete ich still zu Gott in dem festen Glauben, dass die Angelegenheit meiner Eltern ganz an Ihm und völlig in Seiner Hand lag. Ich vertraute sie Gottes mächtiger Kraft an und entschied mich, für Gott Zeugnis abzulegen. Entschlossen sagte ich zu dem Mann: „Ich danke dir für deine gute Absicht; ich weiß deine Liebenswürdigkeit zu schätzen. Aber ich weiß nichts von kirchlichen Angelegenheiten.“ Als dieser böse Polizist erkannte, dass sein Trick nicht geklappt hatte, zeigte er auf einmal sein wahres Gesicht und bekam einen Wutanfall. Er zeigte mit dem Finger auf mich und brüllte hasserfüllt: „Dann mach dich hier eben auf den Tod gefasst!“ Dann ging er. Gegen 14 Uhr kamen drei oder vier Polizisten. Sie zogen mich vom Stuhl und zerrten mich am Kragen zum Türeingang, wo sie Handschellen benutzten, um mich vom Querbalken zu hängen. Am Schluss höhnten sie: „Hier bitte, lass dir Zeit und ‚genieße‘ es!“, und dann gingen sie. Ich konnte den Boden nicht mit beiden Füßen gleichzeitig berühren; wenn ich ihn mit einem Fuß berührte, war ich gezwungen, den anderen anzuheben. Meine Körperbewegungen verursachten, dass die Handschellen mir ins Fleisch schnitten, und es war unerträglich schmerzhaft. Fast eine Stunde später kamen die Polizisten zurück, nachdem sie sich satt gegessen und getrunken hatten. Sie fragten mich mit teuflischem Grinsen, wie ich mich fühlte. Durch den Schmerz waren meine Hose und mein Hemd aus Baumwolle von Schweiß durchtränkt. Als ich abgehängt wurde, waren meine Hände so geschwollen wie zwei Brotlaibe und völlig taub. Diese Bande von bösen Polizisten war wirklich grausam und gnadenlos. Ich hasste sie durch und durch, und ich hatte auch ein klares Bild von der Bösartigkeit und Grausamkeit der KPCh bekommen. Sie waren ein Rudel von Dämonen, die Gott hassten und sich Ihm widersetzten, und mein Hass gegen diese böse Partei nahm rasch zu.

Irgendwann nach 19 Uhr an diesem Abend, zwangen die bösen Polizisten mich zusammen mit vier Schwestern in ein Polizeiauto, um uns woanders hinzubringen. Alle meiner Schwestern sahen blass aus; anscheinend hatten auch sie ähnliche Grausamkeiten erlitten. Wir machten uns gegenseitig Mut mit bedeutungsvollen, entschlossenen Blicken. Als wir in der Haftanstalt ankamen, ließen die Polizisten meine vier Schwestern aussteigen. Ich aber wurde angewiesen, im Wagen zu bleiben, und bald fuhren wir wieder los. Als ich sie fragte, wohin sie mich brachten, sagte einer der Polizisten mit einem verschwörerischen Lächeln: „Auch wenn du keine Information preisgegeben hast, wissen wir, dass du eine führende Rolle in der Kirche spielst. Wir wollten keine schlechten Gastgeber sein und dachten, wir laden dich auf einen ‚Mitternachtsimbiss‘ ein …“. Ich wusste, dass diese verbrecherischen Polizisten nichts Gutes im Schilde führte, also wagte ich nicht, auch nur einen Augenblick lang unachtsam zu sein. Im Stillen flehte ich Gott weiter an, mir Kraft zu geben und mich davor zu bewahren, Ihn zu verraten. Kurz darauf brachte man mich zu einer Abteilung des Ministeriums für Staatssicherheit. Ich wurde von zwei kräftig gebauten, brutal aussehenden Kerlen empfangen, die mich in ein Vernehmungszimmer führten. Der Anblick der vielen Folterinstrumente, die wie lautlose, raubgierige Tiger auf dem Boden verstreut lagen, jagten mir einen Schauer über den Rücken. In diesem Augenblick fuhr mich einer der bösen Polizisten an: „Ich habe gehört, du bist ziemlich stur. Nun gut, wir lieben es aus solchen sturen alten Knochen wie dir Hackfleisch zu machen!“ Kaum hatte er das gesagt, sprangen zwei böse Polizisten brüllend nach vorne, packten mich bei den Ohren und zogen mit aller Macht. In der matten Beleuchtung erkannte ich zwei boshafte, verzerrte Gesichter, und mein Herz fing unkontrollierbar zu klopfen an. In diesem Moment hörte ich einen weiteren bösen Polizisten lachend aufheulen. Er sagte: „Es ist wirklich ein Pech für dich, dass du mir heute über den Weg läufst. Hier, wir wollen erst mal damit anfangen, dir eine Dusche zu verpassen.“ Während er das sagte, hielt er mich fest und riss mir jeden Fetzen meiner Kleidung vom Leib. Da stand ich nun, völlig nackt auf dem eiskalten Boden. Mein ganzer Körper zitterte, und ich klapperte mit den Zähnen. Der böse Polizist zog einen Schlauch zu sich, zielte damit direkt auf mich und drehte den Wasserhahn auf. Im Bruchteil einer Sekunde traf mich ein harter Strahl eiskalten Wassers. Das war unglaublich schmerzhaft, als schälte man mir mit einem Messer die Haut ab; es fühlte sich so an, als würde das ganze Blut in meinem Körper gefrieren. Gleich darauf konnte ich nichts mehr fühlen. Während sie mich mit Wasser abspritzten, riefen mir die bösen Polizisten fortwährend Drohungen zu: „Wenn du weißt, was gut für dich ist, dann rück schnell mit der Sprache raus; wenn nicht, wirst du morgen den Sonnenaufgang nicht erleben!“ Ich zwang mich dazu, diese Qual zu ertragen, ließ meinen Kopf hängen und sagte nichts. Einer der bösen Polizisten knirschte mit den Zähnen und sagte, er würde mich aufwärmen, was hieß, dass er vorhatte, mir Elektroschläge zu versetzen. Mittlerweile war ich so sehr gequält worden, dass ich keinen Funken Kraft mehr hatte. Da ich das Gefühl hatte, dass der Tod Schritt für Schritt näher rückte, wendete ich mich verzweifelt an Gott: „Gott! Ich bin zu unbedeutend, um irgendetwas für Dich tun zu können. Aber heute will ich meinen Tod dazu nutzen, Satan zu beschämen. Das Einzige, worum ich Dich bitte, ist, dass Du mein Herz beschützt, damit es nie von Dir abirrt und damit ich Dich nicht verrate.“ Der Polizist öffnete gewaltsam meinen Mund und stopfte einen feuchten Lappen hinein. Das andere Ende des Lappens war an einem Elektrokabel befestigt. Sie brachten ein Ende des Kabels an meinem Ohr an, woraufhin der Polizist, der den Schalter in der Hand hatte, diesen betätigte. Plötzlich spürte ich, wie das ganze Blut in meinem Körper nach oben schoss, was sich anfühlte, als würde mein Kopf gleich explodieren. Das war so qualvoll, dass ich das Gefühl hatte, meine Augäpfel würden jeden Moment platzen, und jeder Nerv in meinem Körper zuckte, als würden sie gleich reißen. Als mich diese Bande böser Polizisten solch schlimme Schmerzen leiden sah, brüllten sie vor Lachen. Einen Augenblick später wurde ich ohnmächtig. Bald danach weckten sie mich, indem sie mich mit einem Eimer kaltem Wasser übergossen. Als ich wieder zur Besinnung kam, merkte ich, dass der Lappen immer noch in meinem Mund steckte. Ein Polizist gluckste garstig und fragte: „Wie schmeckt er denn? Wenn du etwas sagen willst, dann nicke einfach mit dem Kopf.“ Genau in diesem Moment fiel mir eine Textstelle aus dem Wort Gottes ein: „Wenn Menschen bereit sind, ihr Leben zu opfern, wird alles unbedeutend und niemand kann sich ihrer bemächtigen. Was könnte wichtiger sein als Leben? Auf diese Weise wird Satan unfähig, mehr in den Menschen zu tun, da gibt es nichts, was er mit dem Menschen tun kann“ („Kapitel 36“ von Interpretationen der Mysterien der Worte Gottes an das gesamte Universum in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Gottes Worte stärkten meinen Entschluss, mich dafür zu entscheiden, lieber Zeugnis abzulegen, als mich Satan zu unterwerfen. Ich dachte: „Macht mit mir, was ihr wollt. Schließlich habe ich nur dieses eine Leben; im schlimmsten Fall werde ich sterben, aber denkt bloß nicht, dass ihr auch nur ein Wort aus mir herausbekommt!“ Ich reagierte nicht auf den Polizisten; ich schloss einfach die Augen und weigerte mich, ihn anzusehen. Dieses Verhalten machte den bösen Polizisten zornig, und er versetzte mir noch eine Stromladung, nur dass der Strom dieses Mal stärker als vorher war. Im Stillen schrie ich auf: „Gott! Rette mich! Ich kann das nicht länger ertragen!“ In diesem Moment erschien ein lebhaftes Bild der Kreuzigung des Herrn Jesus vor meinen Augen: Die grausamen Soldaten schlugen einen 15 cm langen Nagel durch die Handfläche des Herrn, durchbohrten die Haut, durchbohrten Knochen … Das Leiden des Herrn Jesus schmerzte endlos in meinem Herzen, und ich konnte nicht anders, als in Tränen auszubrechen. In meinem Herzen betete ich zu Gott: „Gott! Du bist heilig; Du bist frei von Sünde. Doch um den Menschen Errettung zu bringen, hast Du Dich diesen Gewalttätern ausgeliefert und hast sie Dich ans Kreuz schlagen und Dich bis zum letzten Tropfen ausbluten lassen, um uns Menschen zu erlösen. Gott, ich bin ein äußerst verdorbener Mensch, ein Objekt, das zerstört werden sollte. Ich habe Deine Rettung angenommen und ich habe das Glück, Dein Werk erfahren zu haben, weshalb ich mich für Dich opfern sollte. Gott, ich weiß, dass Du in diesem Moment zweifellos an meiner Seite bist und mich in meinem Leiden begleitest. Du hast mich immer geliebt und Energie in mich investiert. Ich bin bereit, mich voll und ganz zu opfern, um Dich zufrieden zu stellen, damit Du meinetwegen nicht mehr leiden und Dir meinetwegen keine Sorgen mehr machen musst.“ In diesem Moment hörten die beiden bösen Polizisten auf, mir Stromschläge zu versetzen. Ich erkannte, dass Gott angesichts meiner Schwäche Mitleid mit mir hatte, und mein Herz war Ihm gegenüber voller Dankbarkeit! Trotz der Tatsache, dass die Polizisten nicht damit aufhörten, mir wehzutun, spürte ich danach keinen Schmerz mehr. Da ich wusste, dass Gott mich beschützte und mein Leiden auf sich genommen hatte, fühlte ich mich von der Liebe Gottes tief bewegt und weinte ununterbrochen. Später kam einer der Polizisten herein, sah mich kurz an und sagte zu diesen beiden bösen Polizisten: „Das reicht; ihr habt ihn besinnungslos geschlagen, und er redet nicht. Ich bin mir sicher, dass er nichts weiß.“ Erst dann hörten sie auf, mich zu foltern. Ich wusste, dass das alles ein Teil von Gottes wunderbarer Orchestrierung und Fügung war; Gott hatte nicht zugelassen, dass dieses Dämonenpack mein Leben beendete, und hatte jemanden dazu bewegt, zu kommen und sie aufzuhalten. Ich fühlte und schmeckte die Liebe Gottes.

Die boshaften Polizisten gaben sich geschlagen und verhörten mich nicht länger. Gegen Mitternacht brachten sie mich in die Haftanstalt. Ein Wärter führte mich zu einer Zelle, in der sich mehr als dreißig Verbrecher befanden. Als er die Tür öffnete, um mich in die Zelle zu stecken, hörte ich, wie er hinterhältig in sich hineinlachte und zum Zellenanführer sagte: „Wartet ein bisschen und seid nicht so laut; macht nicht zo viel Lärm.“ Der Zellenanführer musterte mich von oben bis unten, grinste und sagte zu dem Wärter: „Keine Sorge!“ Bevor ich reagieren konnte, verfinsterte sich der Gesichtsausdruck des Zellenanführers, und er befahl den anderen in einem leisen, bedrohlichen Ton: „Dasselbe wie immer, Brüder. Schnappt ihn euch!“ Alle Häftlinge setzten sich auf und starrten mich an wie ein Tiger, der seiner Beute auflauert, was mir einen Schauer über den Rücken jagte. Auf einen Wink des Zellenanführers hin näherten sie sich mir wie ein Rudel bösartiger Wölfe. Sie drückten mich nach unten, rissen mir alle Kleider vom Leib und schlugen mich mit all ihrer Kraft mit den flachen Sohlen ihrer Schuhe. Schließlich hatten sie mich so schlimm geschlagen, dass ich das Bewusstsein verlor. Erst am nächsten Tag, um 6 Uhr morgens, kam ich wieder zu mir. Ich merkte, dass man mich in eine Ecke geworfen hatte. Mein ganzer Körper war so schlimm geschwollen, dass ich keine Kleidung anziehen konnte. Und so lag ich mit böse zugerichtetem und blutunterlaufenem Körper sechs Tage lang ausgestreckt auf einer Pritsche. Zu allem Übel war mein Mund innen durch die Stromfolter der boshaften Polizisten so sehr verbrannt, dass das ganze Gewebe abgestorben war, und meine Qual war so groß, dass ich keinen Bissen hinunterschlucken konnte. Die Wärter befürchteten, sie könnten Probleme bekommen, falls ich sterben sollte, und schickten die anderen Häftlinge abwechselnd zu mir, um mir Gemüsesuppe einzuflößen.

Sobald meine Wunden etwas abgeheilt waren, wurden die Häftlinge von den boshaften Polizisten dazu aufgehetzt, ihre Schikane und Misshandlungen wieder aufzunehmen. Jeden Morgen ließen sie mich in aller Frühe Gefängnisregeln aufsagen; wenn ich es nicht gut hinbekam, schlugen sie mich. Ich musste putzen und für die Gefangenen, die Geld hatten, die Wäsche waschen. Wenn ich auch nur den geringsten Fehler machte, wurde ich geschlagen und getreten. Sie wussten, dass ich an Gott glaubte, und deshalb sagten sie in meiner Gegenwart absichtlich eine Menge Dinge, die gegen Gott lästerten, nur, um mich zu reizen. Außerdem demütigten sie mich und sagten Dinge wie „Ist es denn nicht so, dass Leute wie du, die an Gott glauben, keinen Schmerz spüren, wenn sie verprügelt werden? Und kannst du etwa nicht arbeiten, ohne müde zu werden? Dir ist es doch egal, wie sehr du leidest, oder? …“ Um mich zu schikanieren, zwangen sie mich, den Dreck aus der Hocktoilette mit der Hand auszuschaufeln, was so ekelerregend war, dass ich mich übergeben wollte; außerdem ließen sie mich den Boden mit meiner Zahnbürste schrubben und warfen meine Dampfbrötchen absichtlich in die Toilette. Wenn der Wärter kam, um die Sauberkeit der Zelle zu überprüfen, zog er seine Schuhe aus und ging mit weißen Socken im Kreis herum. Wenn er auf den Socken Schmutz entdeckte, verprügelte er mich. Angesichts dieser endlosen Folter durch die boshaften Polizisten und die Häftlinge fühlte ich mich völlig geschwächt und war zutiefst deprimiert. Ich bekam das Gefühl, dass es besser wäre, zu sterben, als so zu leben. Als meine Schwäche und mein Leid einen Tiefpunkt erreicht hatten, verliehen mir Gottes Worte den Glauben und die Motivation, um weiterzuleben. Ich dachte an das, was Gott gesagt hatte: „Ihr erinnert euch vielleicht alle an diese Worte: ‚Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit.‘ In der Vergangenheit habt ihr alle diesen Ausspruch gehört, jedoch hat niemand die wahre Bedeutung der Worte verstanden. Heute kennt ihr sehr wohl die wahre Bedeutung, die sie enthalten. Diese Worte sind das, was Gott in den letzten Tagen vollbringen wird. Und sie werden an denen vollbracht werden, die vom großen roten Drachen in dem Land, in dem er liegt, grausam geplagt werden. Der große rote Drache verfolgt Gott und ist der Feind Gottes; deswegen sind in diesem Land diejenigen, die an Gott glauben, der Demütigung und Verfolgung ausgesetzt. Deshalb werden diese Worte in eurer Gruppe von Menschen Wirklichkeit werden“ („Ist das Werk Gottes so einfach, wie der Mensch es sich vorstellt?“ in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Gottes Worte lehrten mich Folgendes: Dass ich durch meinen Glauben imstande war, Demütigung und Qual zu ertragen, war ein Zeichen dafür, dass Gott eine Ausnahme gemacht und mich erhöht hatte – es war eine große Ehre für mich! Allerdings war ich feige und hatte kein moralisches Rückgrat; weil ich etwas körperlich gelitten hatte und ein wenig gedemütigt worden war, hatte ich meinen Glauben an Gott verloren, und ich war nicht bereit, durch Leiden Zeugnis abzulegen, um Gottes Liebe zu vergelten. Gott hatte einen solch mühsamen Preis bezahlt, um mich zu retten, wie konnte ich Ihn auf diese Weise zurückbezahlen? Wie konnte ich auf diese Art gegen mein Gewissen handeln und mit einer derartigen Negativität reagieren? Das ging nicht! Ich würde auf keinen Fall ein rückgratloser Schwächling sein; ich konnte dem Namen Gottes auf keinen Fall Schande machen! Dann betete ich eilig zu Gott: „Gott, ich danke Dir dafür, dass Du mich erleuchtet hast und mich die Bedeutung von Leid verstehen lässt. Um Deiner Ehre willen bin ich bereit, jede Art von Leid zu ertragen; selbst, wenn es bedeutet, mein ganzes Leben im Gefängnis verbringen zu müssen, möchte ich Dich zufrieden stellen. Das Einzige, um was ich Dich bitte, ist, dass Du bei mir bleibst, mich erleuchtest und führst, und mir ermöglichst, standzuhalten und durch Satans Quälerei ein schallendes Zeugnis für Dich ablegen zu können.“ Nachdem ich gebetet hatte, fühlte ich mich durch und durch gestärkt und hatte den Mut, mich diesem schwierigen Umfeld zu stellen.

Einige Wochen später kamen die bösen Polizisten zurück, um mich zu verhören. Sie sagten, dass es noch nicht zu spät sei, um mit ihnen zu kooperieren. Zudem drohten sie mir, dass es in den kommenden Tagen noch viel schlimmer werden würde, falls ich es nicht tun sollte. Nachdem ich einige Runden heftiger Folter durchgemacht hatte, hatte ich längst ihr dämonisches Wesen durchschaut und hasste sie bis auf die Knochen. Deshalb wurde mein Glaube kein bisschen erschüttert, ganz gleich, wie sie mich köderten, bedrohten und einschüchterten. Später fingen sie an, mich einmal alle zwei Wochen zu verhören, bis sie schließlich einsahen, dass sie wirklich keine Information aus mir herausbekommen würden, und mich für die Verbrechen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Teilnahme an illegalen Versammlungen“ zu zwei Jahren Umerziehungslager verurteilten.

Am 24. Februar 2006 wurde ich in ein Arbeitslager geschickt. Wegen meines Glaubens an Gott galt ich als „politischer Straftäter“, und die Gefängniswärter wiesen mir absichtlich die schwierigste, anstrengendste und gefährlichste Arbeit am Ziegelofen als Umerziehungsarbeit zu. Meine Arbeit war es, gebrannte Ziegelsteine aus den Ziegelöfen zu holen, in denen die Temperatur mindestens 300 C° betrug. Morgens war die Temperatur am niedrigsten, aber immer noch über 100 C°. Obwohl wir bei solch hohen Temperaturen arbeiten mussten, statteten uns die Wärter nicht mit hitzebeständiger Arbeitsausrüstung aus. Die Sicherheitshelme, die wir trugen, schmolzen nach nur zwei Minuten Aufenthalt im Bereich des Ziegelofens, und wir mussten die Luft anhalten, während wir so schnell wir konnten rein und rausliefen, um uns nicht zu verbrennen. Da wir keine hitzebeständigen Stiefel hatten, mussten wir im Bereich des Ziegelofens abwechselnd auf einem Fuß stehen; wenn wir nicht aufpassten, bekamen wir Brandblasen an den Füßen. Neue Häftlinge waren nicht daran gewöhnt: Wenn sie hineingingen, konnten sie nicht länger als fünf Sekunden drinbleiben, bevor sie wieder herausrannten. Aus diesem Grund veranlasste unser Teamführer, dass jeder Gruppenleiter mit einem mit Sand gefüllten PVC-Rohr bewaffnet wurde; wer rausrannte, wurde mit dem Rohr geschlagen. Auch wenn diese Rohre nicht hart genug waren, um Knochen zu brechen, verursachten sie schwere oberflächliche Striemen. Die Häftlinge nannten sie „Haut-Klatsche“. Wenn wir in die Nähe des Ziegelofens kamen, wagten wir nicht zu atmen; ein Atemzug war wie Feuer durch die Nasenlöcher einzuatmen. Sobald wir einige Ziegelsteine entnommen hatten, mussten wir die Schubkarren schnell nach draußen befördern, und wenn einer der Reifen platzte, wurden wir nicht nur bestraft, sondern unserer Haftstrafe wurde außerdem noch Zeit hinzugerechnet, wegen der „Zerstörung von Produktionsanlagen und Widerstand gegen die Umerziehung“. Als Sträflinge war es unsere tägliche Aufgabe, jeden Tag 115 Schubkarren mit großen Ziegelsteinen und 95 mit kleinen zu füllen. Es war unmöglich, diese Aufgabe in einer solchen Hitze zu bewältigen, aber die Wärter fragten nie danach, warum man sie nicht bewältigen konnte; sie fragten nur, warum man eine feindselige Einstellung zur Arbeit hatte. Weil ich beim Arbeiten in der Hitze so sehr schwitzte, litt ich nach einiger Zeit an einem schweren Kaliummangel. Ich fiel mehrmals ohnmächtig zu Boden, also warfen sie mich auf die Ofenmauer, um dort einige Minuten abzukühlen. Als ich aufwachte, gaben sie mir eine Tasse salziges Wasser zu trinken und zwangen mich, weiterzuarbeiten. Das war mein erster Vorgeschmack davon, was es bedeutete, an meine Grenzen zu stoßen, was unerträgliche Not war und wie es sich anfühlte, lieber sterben zu wollen als weiterzuleben. Hier kümmerte es niemanden, ob du am Leben warst oder starbst; den Teamführer kümmerte nur, ob deine Gruppe ihre Arbeit zu Ende gebracht hatte oder nicht. Wenn dem so war, sagte er nichts, und wenn nicht, dann sagte er auch nichts, sondern zeigte nur auf die Ofentür und ging dann fort. Daraufhin rief der Teamführer jeden herbei, der seine Arbeit nicht beendet hatte. Sie mussten sich in den Bereich des Ofens stellen und sich verprügeln lassen; sobald sie zu Boden fielen, zogen sie sich durch den heißen Boden so schlimme Verbrennungen zu, dass sich auf ihrer ganzen Haut Brandblasen bildeten. Zusätzlich mussten sie jeden Tag zwanzig weitere Schubkarren mit Ziegelsteinen füllen und durften nicht aufhören, bis sie laut um Gnade flehten. Ich fühlte mich sehr schwach, weil ich mit dieser Umgebung konfrontiert war. Nur wenige Tage der Qual fühlten sich an, als ginge man durch die Hölle. Zwei Jahre fühlten sich in der Tat wie eine sehr lange Zeit an. Ich wusste nicht, wie ich es diese lange Zeit überstehen würde, und ich hatte Angst, dass ich entweder von diesen bösen Polizisten zu Tode geprügelt oder in der extremen Hitze zu Tode geröstet würde. Je mehr ich über meine Aussichten nachdachte, umso mehr fühlte ich mich gefangen; ich hatte das Gefühl, dass ich es in diesem dämonischen Gefängnis nicht länger aushalten konnte – und so dachte ich ans Sterben. Von da an, hielt ich jeden Tag nach Gelegenheiten Ausschau, um „erlöst“ zu werden.

Eines Tages eröffnete sich mir endlich eine Chance. Als ein Laster voller Ziegelsteine gerade wegfuhr, stürzte ich mich mit dem Kopf voran unter ihn. Doch die Fahrzeugräder kamen plötzlich wenige Zentimeter vor mir zum Stillstand; es stellte sich heraus, dass der Laster eine Panne hatte. Einige Häftlinge zogen mich hervor, und der Oberwärter sagte, ich würde mich weigern, Disziplin zu lernen, und alte Gewohnheiten nicht ändern wollen. Dann fing er an, mich zu bestrafen. Sie schoben mir einen Funken sprühenden Elektrostock in die Vorderseite meines Hemdes, und es schmerzte so sehr, dass ich unter heftigen Schüttelkrämpfen zu Boden fiel. Danach fesselten sie mich mit Handschellen mit dem Rücken an einen Pfosten. Nach dem Abendessen unterzog man mich zur Umerziehung und „Berichtigung“ meiner Ideologie einer öffentlichen Züchtigung. … Dieses endlose Leiden und diese Qual ließen mich ein extremes Maß an Schrecken, Verzweiflung und Hilflosigkeit empfinden. Gerade als ich mich mit der Frage herumschlug, wie ich weiterleben würde, tauchte eine Textstelle aus Gottes Worten in meinem Geist auf: „Ganz gleich wie Gott dich verfeinert, bleibst du voller Vertrauen und verlierst niemals das Vertrauen in Gott. Du tust, was der Mensch tun sollte. Das ist es, was Gott vom Menschen verlangt, und das Herz des Menschen sollte vollständig zu Ihm zurückkehren und sich in jedem Augenblick Ihm zuwenden können. Das ist ein Überwinder. Diejenigen, die Gott als Überwinder bezeichnet, sind diejenigen, die immer noch als Zeuge einstehen, ihr Vertrauen und ihre Hingabe an Gott bewahren können, wenn sie unter dem Einfluss Satans und unter Satans Belagerung stehen, das heißt, wenn sie sich in den Mächten der Finsternis befinden. Wenn du immer noch ein Herz der Reinheit und deine echte Liebe zu Gott bewahren kannst, ganz gleich was passiert, stehst du vor Gott als Zeuge ein, das ist es, was Gott darunter versteht, ein Überwinder zu sein“ („Du solltest deine Hingabe an Gott bewahren“ in „Das Wort erscheint im Fleisch“). Gerade als ich so kurz wie nie davor stand, alle Hoffnung aufzugeben, brachten Gottes Worte einen Lichtstrahl und Wärme in mein Herz. Es stimmte; letztendlich wollte Gott eine Gruppe von Überwindern schaffen, die imstande sein würde, ihren Glauben und ihre Hingabe an Ihn in jeder rauen Umgebung aufrechtzuerhalten, nach Seinen Worten lebte und schließlich vor Satan für Gott ein starkes und schallendes Zeugnis ablegte. Der Grund dafür, dass Satan sich jeder erdenklichen Methode bedient hatte, um mich zu quälen und zu verletzen, war der, dass er meine Schwäche ausnutzen wollte, mich angreifen wollte, während ich am Boden lag, und mich zwingen wollte, Gott zu verraten – doch ich durfte nicht zu einem Zeichen der Demütigung Gottes werden! Gottes Liebe zu mir war so wirklich und praktisch: Als ich am schwächsten war und mich nach dem Tod sehnte, wachte Gott insgeheim immer noch über mich, beschützte mich und hielt mich am Leben. Unabhängig davon, wie geschwächt ich war, Er hatte niemals auch nur die geringste Absicht gehabt, mich zu verlassen; Seine Liebe zu mir war von Anfang an beständig, und Er erleuchtete, führte mich und half mir immer noch, meinen Weg aus dem Schmerz herauszufinden. Ich konnte Gott auf keinen Fall im Stich lassen noch Seine Gefühle verletzen. Ich war dankbar für Gottes Führung; sie hatte mir abermals ermöglicht, Satans List zu durchschauen und mich vom Abgrund des Todes abzuwenden. Ich konnte nicht umhin, eine Hymne zu singen: „Gott das Süßeste geben, mir selbst das Bitterste lassen. Entschied mich, Gott zu bezeugen. Nichts kann mein Herz umstimmen. Satan werde ich mich nie unterwerfen. Ich würde eher mein Leben aufgeben. Ich werde meine Würde behalten als einer von Gottes Menschen. Mit Gottes Ermahnung in meinen Gedanken, werde ich den alten Satan beschämen. Mit Tränen in meinem Herzen, wähle ich, Erniedrigung zu erdulden. Will nicht, dass Gott sich je wieder sorgt. Will nicht, dass Gott sich je wieder sorgt“ („Ich möchte den Tag sehen, an dem Gott Ruhm erlangt“ in Folge dem Lamm und singe neue Lieder).

Sobald ich mich gefügt hatte und schließlich bereit war, alles Leid zu ertragen, um Gott zufrieden zu stellen, eröffnete Gott mir einen Weg: Weil der Teamführer Analphabet war, wollte er, dass ich ihm half, seine Berichte auszufüllen, und von da an musste ich nicht mehr so viele Ziegelsteine schleppen. Einige Zeit später kam eine ältere Schwester der Kirche mich besuchen. Sie hielt meine Hand und sagte unter Tränen: „Kind, du hast gelitten. Deine Brüder und Schwestern machen sich große Sorgen um dich, und wir alle beten täglich für dich. Du musst stark bleiben und darfst dich nicht vor Satan verbeugen. Du musst standhalten und Zeugnis für Gott ablegen. Wir warten alle darauf, dass du nach Hause kommst.“ In dieser kalten, gnadenlosen Hölle, hatte ich außer den tröstenden Worten Gottes, von keiner Menschenseele auch nur ein herzliches Wort gehört. Diese Worte meiner Brüder und Schwestern zu hören, Worte, die ich vor langer Zeit oft gehört hatte, trösteten und ermutigten mich enorm. Danach fühlte ich mich für lange Zeit durch Gottes Liebe ermutigt; ich fühlte mich um einiges entspannter und war bei meiner Arbeit voller Elan. Während meiner gesamten Gefängniszeit vergingen jene Tage am schnellsten. Das traf vor allem auf meine letzten vier Monate zu. Ich stand als Erster in der Reihe, um die monatliche Bekanntgabe der Liste mit den Namen jener zu hören, deren Strafmaß verkürzt worden war. In den letzten Monaten, hatte diese Liste nur Namen von Zellenanführern und Teamführern aufgeführt; Häftlinge ohne Geld oder Macht waren außen vor gelassen worden. Für einen Christen wie ich, der für die KPCh-Polizei als „politischer Straftäter“ galt, war es sogar noch unwahrscheinlicher, in den Genuss eines solchen Verfahrens zu kommen. Deshalb bildeten die anderen Häftlinge jedes Mal einen Kreis um mich und fragten: „Wie hast du das gemacht?“ Jedes Mal, wenn es geschah, dankte ich Gott tief in meinem Herzen, denn ich wusste, dass das alles das Ergebnis Seiner großen Gnade für mich war; es war Gottes Liebe, die mir Kraft gegeben hatte.

Am 7. September 2009 wurde ich vorzeitig entlassen. Kurz darauf kehrte ich zur Kirche zurück und nahm das Kirchenleben wieder auf, und ich schloss mich erneut jenen an, die das Evangelium predigen. Nachdem ich diese Zeit der Not durchlebt hatte, war ich entschlossener und reifer als vorher, und ich wusste das Glück, meine Pflicht zu erfüllen, noch mehr zu schätzen. Da ich das wahre Gesicht des Widerstands der KPCh-Regierung gegen Gott gesehen hatte und ihre Grausamkeit den Menschen gegenüber, hatte ich sogar einen noch tieferen Sinn für die Kostbarkeit von Gottes Errettung. Wäre Gott nicht persönlich im menschgewordenen Fleisch wiedergekehrt, um das Werk zu verrichten, der Menschheit Errettung zu bringen, wären alle, die in Satans Domäne leben, von Satan zugrunde gerichtet und verschlungen worden. Wann immer ich meine Pflicht erfüllte, unterschied sich meine jetzige Einstellung von diesem Zeitpunkt an erheblich von meiner früheren; ich glaubte, dass die Arbeit der Verbreitung des Evangeliums und der Errettung der Seelen der Menschen von größter Bedeutung war, und ich wollte für den Rest meines Lebens meine ganze Treue hingeben und meine ganze Energie dafür aufbringen, mehr Menschen vor Gott zu bringen. Ich wollte auch ihnen ermöglichen, diesen Schleier aus Verwirrung und Täuschung, den die atheistische Regierung über uns alle legt, zu erwachen, Gottes Geschenk des Lebens anzunehmen und Gottes Errettung zu erlangen. Wenn ich auf diese zwei sehr langen Jahre der Inhaftierung zurückblicke, weiß ich, dass Satan umsonst versucht hat, seine tyrannische Misshandlung zu benutzen, um mich zu zwingen, Gott zu verraten. Gott hat diese schreckliche Umgebung jedoch eingesetzt, um meinen Glauben, meine Treue und meine Unterwerfung Ihm gegenüber wachsen zu lassen, meine gemischten Gefühle der Liebe zu Ihm zu läutern und mich Gottes Weisheit und Allmächtigkeit erkennen zu lassen und um die Tatsache zutiefst verstehen und würdigen zu können, dass Gott die Errettung der Menschheit ist und dass Er Liebe ist! Aus meinem Herzen gingen grenzenlose Anbetung und Lobpreisung Gott gegenüber hervor!

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